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12. Mai 2012:

Dieses Wochenende waren wir bei Katjas 2. Frankenwinheimer Cabalgata. Spontan hat Nadine entschieden noch zwei Freundinnen einzupacken. So hatte ich das Vergnügen auf der Hinfahrt am Großlangheimer Turnierwochenende Pia mit ihrem „Dancer“ abzuholen. Nadine sammelte währenddessen noch Christine mit „Pferdi“ ein. Beide übrigens das Erste mal bei so einem Ritt dabei – Christine hatte so viel Spaß und ein ständiges Dauergrinsen, weil Pferdi alles so toll mitgemacht hat. Die beiden waren dann im Team mit Janine/Carinita auch noch auf dem zweiten Platz. Den ersten Platz haben sich Pia/Dancer und Jeannine/Bandolera geholt. Glückwunsch!

Bei Katja gut angekommen ließen wir die beiden neuen besten Freunde Jacinto und Dancer erst mal im Hänger stehen und sondierten die Lage. Nachdem dann alle gut angekommen waren und jeder seinen ausgelosten Partner ausfindig gemacht hatte ging es auch zügig los. Mein Partner war Doris Sperber mit Borrasca. Zusammen haben wir lückenlos den Fragebogen ausgefüllt und auch bei den Reiterspielen konnten wir uns prima ergänzen.

Der erste Teil der Strecke führte uns an Gerolzhofen vorbei Richtung Hörnauer Wald. An einer idyllischen Waldwiese war die Mittagsrast aufgebaut und Sandra und Anika erwarteten uns schon mit Getränken, Muffins und frischen Brezeln. Eine Station Reiterspiele gab es auch. Ein Teammitglied musste krümeligen Keks in den Mund nehmen und ein Kinderlied pfeiffen, was das andere Teammitglied dann erraten musste. Saubere Sache – vorausgesetzt man kennt Kinderlieder und kommt mit den Krümeln zurecht!

Dann zwei Reiterspiele, die ich mit dem Zwerg erledigen konnte: Auf eine gefährliche Plastikplane steigen, ruhig stehen bleiben und Hütchenslalom mit Löffel im Mund und Kartoffel drauf. Möglichst schnell und ohne die Kartoffel fallen zu lassen. Dann gab es noch eine besonders fiese Aufgabe für die Pferde: Es lagen drei Futtermittel zur Auswahl auf der Wiese: Brötchen, Möhre und Apfel. Was würden die Pferde wohl als erstes Fressen? Zwerg hat sich diplomatisch rausgehalten und erst mal so getan, als ob er nie im Leben etwas vom Boden fressen würde. Letztendlich hat er sich dann doch für den Apfel entschieden. Ich dachte allerdings er würde das Brötchen wählen.

diplomatischer Zwerg … Foto: Anika Roth

Frisch gestärkt ging es dann weiter. Der Rückweg führte uns dann über schöne Wald- und Wiesenwege zurück nach Frankenwinheim, wo weitere Spiele auf uns warteten. Diesmal aber nur für die Reiter. Die Pferde durften bei Heu und Wasser entspannen. Die Reiter maßen sich noch im Schubkarren-Rennen, Äpfel-Fischen und Gummibärchen aus der Mehlschüssel angeln. Wobei ich großzügig auf die Mehlerfahrung verzichtet habe. Wahrscheinlich wäre ich daran erstickt. Meine Entschuldigung: Husten und Heiserkeit. Aber die Gesichter, die aus der Mehlschüssel wieder aufgetaucht sind, waren wirklich der Brüller.

Frankenwinheim-Cabalgata 2012 – Foto: Anika Roth

Dem gemütlichen Teil mit Grillen und Preisverleihung konnte ich leider nicht beiwohnen. Aber alle Beteiligten hatten der Erzählung nach viel Spaß und die Preisverleihung war noch richtig lustig. Zumindest hatte Nadine mit ihrem Gedicht das Highlight schlechthin gebracht. Das Gedicht war ein Teil des Fragebogens. Hier gibt es dieses Gedicht natürlich exklusiv zum Nachlesen!

Die Sonne scheint, die Vöglein singen - 

ein Tag um sich aufs Pferd zu schwingen!

Zum Reiten einen Paso Fino, 

im Trossfahrzeug ein Fässchen Vino.

 

Jetzt kann man sich mit Freunden treffen - 

worauf des Nachbars Hunde kläffen.

Auf geht‘s zu einem tollen Ritt - 

(man hofft, der Fusssoldat hält Schritt …)

 

So reitet man dann durch den Wald - 

dem einen heiss, dem anderen kalt. 

Für letzteren zu guter Letzt, 

nachdem er durch das Trailzeug fetzt,

Ein schönes warmes Lagerfeuer.

Funken im Haus – ei das wird teuer!

 

Mit 13 warn wir los geritten, 

doch dann ein Pferd und Reiter stritten.

Sie drehten um und gingen heim - 

ich sag Euch! Tarnung! Ab zum Wein!

 

Die andern zwölf dann später kamen - 

jetzt fragt mich bitte nicht nach Namen.

Gesund warn alle dann daheim - 

mit Essen, Lagerfeuer und Wein!

 

Nadine Weinmann

 

 

13. Mai 2012:

Heute gibt es wieder mal ein kleines Filmchen: “Pferdeleben – Teil 3″.

Alltag bei uns im Stall. Der ganz normale Wahnsinn.

Vielen Dank an alle mitwirkenden Ponys, Katzen, Johannes und Nadine. Nadine hat übrigens auch ein paar Filmteile beigesteuert.

 

05. Mai 2012:

Auch dieses Jahr verschlug es uns am Distanzwochenende wieder nach Hambach an den Lindenhof. Mein Ziel war es dieses Jahr die 41 km in der Wertung zu schaffen. Letztes Jahr war hier mein allererster Distanzstart, der mich zwar glücklich ins Ziel brachte, mich aber nicht in die Wertung katapultierte, weil Jacinto bei der Nachuntersuchung ein dickes Bein hatte.

Die Organisation und Logistik dieses Rittes ist jedes Jahr perfekt. Abgesteckte Paddockstücke, nicht zu lange Wege, durchweg freundliche Helfer, gute Verpflegung im Trockenen, ein Luxus-Klowagen und keine Dixie-Klos. Die Rittbesprechung am Vorabend war sehr einprägsam, sie ging ungefähr so: „Ihr kennt Euch ja schon aus, steht ja alles auf dem Zettel, wer Fragen hat bitte bei mir melden.“ Super, so liebe ich das. Kurz und knapp. Also hatten wir mehr Zeit mit unseren Mitstreitern zu quatschen. Christine, Katrin und Lydia sind extra aus Dresden angereist. Also hatten wir mit Jacinto und Mina zwei Paso Finos am Start. Pauls Besitzerin war ebenfalls mit an Bord. Leider nicht mit Paul, aber dafür mit seiner großen Walker-Freundin Gina.

Am nächsten Tag lief wieder alles wie am Schnürchen. Nadine hat fleißig Paddocks gebaut, ich bin inzwischen zur Voruntersuchung. Alles Bestens. Dann das Pony aufs Paddock gepackt und erst mal alle zusammen Frühstücken gegangen. Dank eines gechillten Startes um 9.51 Uhr hatten wir genug Zeit.

Der Start und die erste Schleife verliefen problemlos. Mina-Murmel und der Zwerg haben sich vom Tempo her sofort aneinander angepasst und haben perfekt harmoniert. So haben wir gegen Ende unsere beiden Mitstarterinnen Lydia und Regina abgehängt. Die beiden Finos sind richtig schön zusammen gelaufen. Sie haben sich gegenseitig hochgepusht aber auch runtergeholt. Wir kamen durchweg mit fast perfekten Pulswerten an den Kontrollpunkten an. Und wir waren richtig schnell unterwegs.

Lindenhof 2012

Lindenhof 2012 – Distanzfinos on Tour!

Mein Problem war dann wider die zweite Schleife. Dieses Jahr hatte sich der letztjährig frisch aufgetragene Schotter inzwischen zu einer betonähnlichen Masse mit Steinchen oben drauf verwandelt. Das war dann der größte Teil des Bodenbelages der zweiten Schleife. Abwechselnd mit leicht schmierigem Lehmboden. Also für die Beine keine Wohltat. Jacinto ist aber trotzdem richtig gut gelaufen. Auf der zweiten Schleife hat es dann angefangen zu regnen. Also die komplette Hardcore-Tour mit langsamen durchweichen bis auf die Haut, äußerst ungünstige Bodenverhältnisse und anstrengend. Aber unsere Finos waren immer topp dabei und voll motiviert. Totale Rennmaschinen. Zusammen sind wir dann glücklich durchs Ziel marschiert – mit der besten Zeit die wir beide je hatten. Achtung: eine T4-Zeit!!!! Gut, darüber lacht mancher Distanzreiter, aber ich finde das eine echte Leistung.

Bei der Nachuntersuchung nach zwei Stunden ist Mr. Weichei dann allerdings aus der Wertung geflogen und Mina durchgekommen. Diesmal hat mein Pony an den Vorderbeinen gelahmt, hatte aber keine dicken Beine. Ich denke der harte Boden war ihm zu viel. Dieser Ritt wird wohl mein persönliches Waterloo sein. Ich bin noch am überlegen, was ich nächstes Jahr mache. Aber ich denke, wenn ich die zweite Schleife in einem deutlich langsamern Tempo (Schritt) geritten wäre hätten wir es geschafft. Aber egal. Es hat trotz Regen und Nass und Überhaupt einen mords Spaß gemacht und war eine geniale Grenzerfahrung. Es hat sich dann ja auch richtig eingeregnet. ALLES war pitschnass. Und dafür war Jacinto echt geduldig. Er hasst Regen. Gut dass ich so viele Decken eingepackt hatte.

Fazit: Dieser Ritt wird mich wohl noch ein drittes Jahr beschäftigen. Wird es möglich sein ihn in der Wertung zu absolvieren? Oder muss ich mich dieser Strecke geschlagen geben? Aber es war ein toller Tag, egal ob in der Wertung oder nicht.

Herzlichen Glückwunsch an Christine Farkas und Mina, die mit dieser super Zeit durchgerauscht sind. Wir werden wohl mal ernsthaft darüber nachdenken eine Paso Fino-Distanz-Gruppe zu gründen :-) Sponsoren sind übrigens willkommen …

Und natürlich ein dickes Dankeschön an den Chef meines 1-Mann-Trossteams Nadine, die sich auch hat vollregnen lassen und immer da ist, wenn man sie braucht.

Für die Statistik:
41 km – LK ?
Reine Reitzeit: 3:24 Std.
Tempo: 4,95 
Durchschnitt: wird noch nachgetragen km/h
43 Starter – 32 in der Wertung
 

14.04.2012:

Dieses Jahr fand der Distanzritt “Hexenritt zum Zabelstein” von Verena Glück und ihrem Team auf dem Reitgelände des Reitvereins Gerolzhofen statt. Der Platz ist uns ja bestens bekannt. Dort findet jährlich der super organisierte Orientierungsritt vom Reitverein Gerolzhofen statt. Auch als Distanz-Basislager eignet sich das Gelände perfekt. Kurze Wege, man konnte alles Überblicken und genügend Platz für 80 Starter war auch vorhanden. Neu ist die frisch gebaute Lagerhalle, die als „Bistro“ umgebaut wurde. Für Verpflegung und Getränke war also bestens gesorgt. Ich erinnere an die leckeren Kuchen, die uns schon am O-Ritt das Wasser im Mund zusammen laufen ließen. Sogar ein echtes Luxusmodel von Klowagen stand bereit. Die Organisation und das Team perfekt. Wir waren begeistert.

Ausgeschrieben war der „Hexenritt zum Zabelstein“ – als kurzer Distanzritt mit 56 km und Einführungsritt mit 36 km. Der Begriff Hexenritt kommt übrigens nicht davon, dass die Mehrzahl der Distanzreiter manchmal biestige Weibsbilder sind. Wenn Verena mit ihrem schwarzen Araber gesichtet wird, wird sie liebevoll als die „blonde Hexe mit ihrem schwarzen Blitz“ bezeichnet. Deshalb die Benennung des Rittes.

Wettertechnisch hatten wir perfektes Reitwetter. Sonnenschein bis ca. 15° C nach einer kalten Nacht. Gut dass ich nicht im Hänger schlafen musste – fiel das Thermometer doch auf frische – 2° C. Gestartet wurde im fünf Minutentakt als Vierergruppe. Optimistisch bin ich mit Julia Väth zusammen gestartet, die ganz langsam reiten wollte. Ihr Traber Hucellus stand im Februar noch in der Pferdeklinik – im Winter hieß es noch er könne keine Distanzen mehr starten. Aber schon nach 500 Metern war sie nicht mehr gesehen. 500 Meter nur, weil wir noch eine Weile hinter zwei Warmblütern liefen.

Hexenritt zum Zabelstein

Hexenritt zum Zabelstein – Hexenteam

Also waren Jacinto und ich alleine unterwegs. Gelegentlich hatten wir Reitbegleitung. Am Anfang die zwei Warmblüter, die es durch einen schlängelnden Waldweg deutlich schwerer hatten wie wir. So ein großes Tier ist im Wald immer ein kleiner Nachteil. Zwischenzeitlich hatte ich auch immer wieder Begleitung von zwei netten Reiterinnen mit einem Schecken und ein Palominohengst. Wie sich herausstellte Blog-Leserinnen von mir. Fühlt Euch hiermit gegrüßt! :-)

Wir hatten eine großartige und kurzweilige Strecke bis zum Vet-Check. Teilweise waren geniale (und schnelle) Töltstrecken dabei, lange Galoppstrecken am durchhängenden Zügel, viel Trab – und natürlich auch Jacinto-Typisches Gangkauderwelsch. Die Strecke führte uns schlängelnd durch den idyllischen Steigerwald. Dementsprechend anspruchsvoll war die Strecke auch. Immer leicht Bergauf oder Bergab. Der Vet-Check war nach einer ganz langen Steigung. Dort bin ich Pferd führend mit einem Puls von 64 angekommen und konnte gleich nach dem „Vortraben“ weiter. Also Jacintos Puls – meiner war definitiv kurz vor dem Kammerflimmern. Aber wie heißt es so schön: Wer sein Pferd liebt, der schiebt?

Ein ganz dickes Dankeschön auch an meine Trosserin Nadine. Sie war immer rechtzeitig am Trosspunkt und dank unserer türkisfarbenen Jacken auch immer gut erkennbar. Meine Augen sind ja auch nicht mehr die Besten. Vorbei ging es an der Ruine Zabelstein. Dort muss ich unbedingt noch mal hin -  sehr hübsch dort. Da liegen bestimmt ein paar schöne Geocaches! Dann langgezogen wieder den Berg hinunter. An einem Waldspielplatz vorbei, über schöne Wiesenwege, die zu schnellem Reiten einluden, vorbei an einem gruseligen Traktor. Ich fasziniert davon, wie er seine Spritzdüsen ausklappt und Jacinto hat es doch tatsächlich noch gebracht nach über 20 km noch vor diesem Traktor zu scheuen und sich fast einen Hang hinunter zu stürzen. Soviel zum Thema der wird irgendwann Müde und Brav.

In Vögnitz  war die nächste Pulskontrolle. Hier haben wir etwas gebraucht um auf den erforderlichen Puls zu kommen. Aber nach etwas Kühlung konnten wir weiter. Das letzte Stück habe ich dann versucht alleine zu reiten und Jacinto etwas langsamer laufen zu lassen. Also war ich die letzten Kilometer beschäftigt zu bremsen. Vielleicht hätte ich ihn einfach laufen lassen sollen. Im Ziel sind wir nach 3:17 Stunden reiner Reitzeit angekommen. Jacinto Fit wie ein Turnschuh. Er hätte bestimmt noch 10 km mehr gepackt. Für mich war der Ritt gerade rechtzeitig zu Ende. Erste Alterserscheinungen machen sich bemerkbar. Oder ich sollte mehr Sport ohne Pferd treiben?

Abschließende Pulskontrolle nach dem Absatteln prima. Julia und Hucellus waren seit einer halben Stunde schon wieder im Basislager. Also warten auf die Nachuntersuchung. Das Pony ins Paddock gepackt, es liebevoll geputzt, Mash schlabbern lassen, die Zeit mit einem Nickerchen und Essen totschlagen und gucken was so um einen herum passiert. Die Nachuntersuchung hat Jacinto topp gemeistert. Keine dicken Beine, keine Humpeleien, Vortraben im Trocha taktrein – Perfekt! Wir sind in der Wertung!

Zielgerade vor dem Vet-Check – Wer sein Pferd liebt, der schiebt?

Bei der Siegerehrung gab es für jeden Teilnehmer ein Geschenk. Dieses Mal Salzlecksteine gesponsert von der Firma Hufeisen Reitsport. Als ersten Preis für die 56 km gab es neben Sachpreisen einen aus sechs Hufeisen gefertigten Wanderpokal in Form eines trabenden Pferdes.

Fazit: Anfänglich hatte ich zugegebener Maßen nicht so recht Lust auf den Ritt. Es ist anstrengend, dauert lange, mir tut sowieso alles weh … vielleicht ist es Frühjahrsmüdigkeit oder beginnende Altersschwäche. ABER: Am Abend vorher hat es mich dann aber richtig gepackt, das Distanzfieber. Irgendwie ergreift es heimtückisch von einem Besitz. Es lässt einen in aller Herrgottsfrühe aufstehen und gibt einem Energie bis man das Pony am Abend gut wieder verräumt hat. Distanzreiten (auch auf meinem niedrigen Niveau) macht Süchtig. Irgendwie wie Paso Finos und Tölt. Es ist eine ganz gefährliche Sache.

Und auch am Pony habe ich es gemerkt. Jacinto lief die ganzen 36 km souverän. Keine Anzeichen von Müdigkeit oder Anzeichen von Keine-Lust-mehr. Im Gegenteil. Der fängt an zu rennen und muss mehr oder weniger gebremst werden. Der läuft wahrscheinlich bis er tot umfällt. Er läuft wenn er alleine ist. Er läuft wenn er überholt wird. Wobei er inzwischen anfängt sich „hetzen“ zu lassen. Wenn von hinten ein Pferd kommt versucht er sein Tempo zu steigern und das Pferd erst mal nicht vorbei zu lassen. Jacinto hat Biss. Zwischendurch kilometerlange Phasen am komplett durchhängenden Zügel. Das sind diese „Ich-fliege-Phasen“. Genial. Und in meiner zweiten Saison als „Distanzreiter“ fühle ich mich auch deutlich abgeklärter und routinierter.

Für die Statistik: 
36 km - LK 2 
Reine Reitzeit: 3:17 Std.
Tempo: 5,47
Durchschnitt: 10,96 km/h
45 Starter – 35 in der Wertung

PS: Für mehr Eindrücke vom Abenteuer Distanzreiten gibt es tolle Fotos von Marion und Rainer Fuchs auf Ihrer Homepage: http://www.fuchs-bau.net/bilder12/120414/index.php?rf

06.04.2012, Karfreitag

Wie die Spessarträuber? …. nur anders waren Nadine und ich heute unterwegs. Nämlich im schönen Steigerwald.

Wir haben den Karfreitag für eine ausgiebige Reittour mit netter Begleitung genutzt. Einfach die Pferde (Jacinto und Fénix) eingepackt und los zu Paul (= Panini del Gavilan, mein erstes halbes Paso Fino Fohlen und ein Charmeur wie er im Buche steht) in den schönen Steigerwald gefahren. Dort haben wir eine schöne Tour mit viel Berg und Wald mit Paul und seiner Besitzerin unternommen. Man kann da ja sehr schön reiten. Praktischer Weise ist Pauls Besitzerin Försterin und hat eine kleine Hütte im Wald. Dort hat sie uns mit einem Picknick überrascht. Eine geniale Idee. Das Wetter war etwas kühl, aber perfekt zum Reiten. Aber der heiße Cappuccino und die Stärkung kamen wirklich zum idealen Zeitpunkt. Wir haben die Ponys an die Bäume gebunden und vor der Hütte gemütlich gespeist und geklönt. Die vorbeiziehenden Wanderer waren ganz neidisch. Ein wirklich schöner Tag im Wald, den wir bestimmt bald wiederholen werden :-)

Steigerwald-Räuber on Tour

die zwei Steigerwald-Räuber on Tour – Fénix und Jacinto

Paul zu sehen, wie er sich entwickelt ist wirklich eine Freude. Er ist noch genau so ein Schelm wie früher, hat aber durch die ausgedehnten Streifzüge eine richtig gute Kondition und er ist noch ein Stück gewachsen und einfach “erwachsen” geworden. Ich glaube Jacinto hat ihn wieder erkannt. Er ist ganz artig neben Paul hergelaufen und hat Pauls kleine Neckereien über sich ergehen lassen.  Normaler Weise fängt Jacinto nämlich nach ein paar Stunden dann das Giften an, wenn er erkannt hat, dass das Pferd neben ihm fremd ist. Da braucht er aber etwas dazu…

Leistungsmarsch?

März 2012:

An einem schönen sonnigen Wochenende haben Nadine und ich einfach Fénix und Jacinto eingepackt und sind nach Volkach gefahren. Dort haben wir uns mit Julia und ihrem Töltenden Traber Hucellus getroffen. Wir waren auf einer ganz speziellen Mission – Ziel war es den Leistungsmarsch der Mainfrankenkaserne Volkach zu Pferd abzureiten.

Der Leistungsmarsch geht zurück auf die Zeit, als die Soldaten in der Bundeswehr noch zweimal im Jahr voll bepackt Strecken von 20 km, 25 km oder 30 km zu Fuß laufen mussten. Inzwischen wurde die Marschstrecke reduziert und das Gewicht erhöht, aber zu Fuß bleibt es immer noch eine unangenehme Sache. Jetzt werdet Ihr Euch fragen, was hat Frau Griebel mit der Bundeswehr am Hut?

Der Grund meines Interesses ist ganz einfach: Geocachen :-) Genau auf dieser Strecke sind nämlich an ganz idyllischen Stellen kleine Döschen versteckt. Und wenn man sich alle diese Verstecke vornimmt, dann kann man ganz gemütlich eine große Runde reiten und alle ein bis zwei Kilometer ein Döschen heben. Und wenn man das dann noch in der Gruppe mit netten Mitreitern macht ist der Tag gerettet. Man kann unterwegs quatschen, klönen, fachsimpeln, Spaß haben und in wunderschöner Landschaft einen tollen Ritt genießen. Also die perfekte Beschäftigung um Geocachen, Reiten und geselliges Sozialleben unter einen Hut zu bekommen.

Gestartet sind wir direkt an der Kaserne. An den umliegenden Feldwegen bleibt genügend Platz um mit zwei Hängern zu parken. Die Strecke führte uns gut reitbar durch Wald und Flur. Im Wald hatten wir noch die Gelegenheit eine geologische Besonderheit zu bewundern. Eine Sanddüne. In Volkach gibt es eine riesige Sanddüne mitten im Wald. Keine Ahnung wie sie da hin gekommen ist und was sie da macht, aber sie sieht interessant aus. Und der Vorteil ist, dass rund um diese Zone schöne Sandwege zum Reiten da sind.

Sanddüne Volkach

Die Strecke führt gegen Ende auch durch aktives Militärübungsgebiet. Das hinterlässt beim Hindurchreiten einen leicht fahlen Geschmack im Mund. Es könnte von den Sprengstoffresten kommen, die man noch in der Luft riechen kann, aber auch von den aufgebauten Übungsobjekten im Wald. Schützengräben, simulierte Durchfahrten mit Sandsäcken aufgebaut, ein Autowrack. Hier haben wir uns lieber nicht so lange aufgehalten.

Truppenübungsplatz

Weiter ging es an idyllischen Karpfenteichen vorbei. Ich sag nur lecker gebackener Karpfen. Den kann ich nur empfehlen. Allerdings isst man denn nur in Monaten mit „R“ – also September bis April. Den Abschluss dieser schönen Runde machte eine Schleife direkt um die Mainfrankenkaserne herum. Dort bekamen wir auch noch etwas Kultur mit. An einem Punkt steht ein eher seltsam anmutendes modernes Skulptur-Gebilde. Wir haben einfach mal die Beschreibungstafel gelesen und können so sagen, wir wären auch kulturell unterwegs gewesen.

Fazit: Eine spitzen Runde (genau 18,7 km) mit zwei ganz tollen Mitreitern. Nadine als Neucacher entwickelt übrigens ein sehr gutes Gespür für Verstecke. Vielleicht können wir sie noch richtig infizieren. Auf jeden Fall werde ich die Augen weiter offen halten, um öfter einmal eine Geocaching-Runde für Pferde zu finden.

Töltlokomotiven?

März 2012:

Zeit für etwas Paso Fino im Allgemeinen –

erschienen bei www.pferd-und-mensch.com – Spezialrassen/Rasseportraits:

Beobachtet man einen Paso Fino auf der Töltbahn denkt man automatisch an kleine Lokomotiven. Wie auf Schienen ziehen sie unbeirrbar ihre Runden im klaren Viertakt Tölt – Bei den Paso Fino Reitern im langsamen Tempo Paso Corto, im schnellen Tempo Paso Largo genannt.

Die Finos sollen nicht durch hohe Beinbewegungen auffallen. Sie begeistern durch gleichmäßige Bewegungen, die kurz und schnell sind. Und ungeheuer bequem. Kleine Schritte verursachen wenig Schwung. Ein weiterer Beweis für die Ruhe ist auch die fast nicht vorhandene Kruppenbewegung. Wo fast keine Bewegung im Rücken stattfindet, kann auch nichts werfen. Eine äußerst bequeme Angelegenheit.

Man sieht es auch am Reiter. Nicht nur am Lächeln, nein man könnte meinen er schwebt dahin. Im Vergleich dazu der trabende Reiter. Hier ist eine deutliche Auf- und Ab-Bewegung erkennbar. Aber der Paso Fino kann neben dem Tölt natürlich auch in den drei Grundgangarten geritten werden. Zusätzlich bieten viele Pferde einen Trabtölt (= Trocha) an. Einige wenige Pferde beherrschen den sogenannten Classic Fino.

Das ist ein ganz versammelter Tölt, bei dem die Beinbewegungen fast schon nicht mehr mit dem bloßen Auge erkennbar sind. Deshalb wird dieser Gang gerne auf einem sogenannten Soundingboard gezeigt. Ein Holzssteg, damit man den klaren Takt hören kann. Das reißt im Ursprungsland Kolumbien und im größten Nachzuchtgebiet USA das Publikum begeistert von den Sitzen. Und ist leider auch der Grund, weshalb der Paso Fino hier in Europa immer noch mit dem Vorurteil des hektischen Tripplers zu kämpfen hat.

Die meisten Paso Finos hier tragen tagein tagaus ihre zufriedenen Reiter bequem durchs Gelände. Man kann mit Paso Finos so unendlich viel mehr machen, als sie nur im Classic Fino über einen Holzsteg schicken. Sie gehen Orientierungsritte, Wanderritte, Distanzen, Trailritte. Sie machen unter dem Westernsattel eine gute Figur, eignen sich hervorragend für die klassische Dressur und vor dem Schlitten fühlen sie sich auch wohl. In England gibt es sogar eine Reiterin die springt mit ihrem Paso Fino ganze Parcours.

Durch die große Vielfalt der Rasse findet eigentlich jeder sein passendes Pferd. Grob eingeteilt werden die Pferde in drei Typen:

Pleasure: Sie sind am häufigsten Vertreten. Es sind die Pferde mit denen ganze Familien Spaß haben – die als Allrounder einsetzbar sind. Sie machen im Wald und auf dem Turnier ein gutes Bild.

Performance: Sie sind temperamentvoller, oft auch sehr sensibel, viel Brio wie wir sagen. Das Brio ist eine Mischung zwischen abrufbarem Temperament und gleichzeitig sanftem Wesen.

Classic Fino: die Showstars unter den Paso Finos. Sie sind die Creme de la Creme, wenn man auf der Suche nach einem äußerst sensiblen Pferd mit überschäumendem Temperament ist.

In Europa gibt es momentan circa 1000 Pferde. Der größte Teil (ca. 700) wohnt in Deutschland, dicht gefolgt von der Schweiz. Vertreten werden die Paso Finos hierzulande durch die PFAE, die Paso Fino Association Europe (www.pfae.org).

Unser Ziel ist es die Paso Finos durch viele unterschiedliche Aktionen bekannter zu machen. Jährlich findet außerdem ein großes Turnier statt, auf dem man aus ganz Europa Pferde bewundern kann. Außerdem möchten wir eine qualitativ hochwertige Zucht erreichen. Auf der Homepage findet man viele Züchter und Trainer, die jederzeit gerne bereit sind ein Probereiten zu vereinbaren und auch gerne bei Problemen oder Fragen zum Paso Fino Auskunft geben. Man kauft nicht einfach einen Paso Fino – man erwirbt damit, wenn man sich darauf einlässt eine ganze Familie!

Außerdem hat die Seite www.frankenhorse.de (unter Reitwesen/Gangpferde) einen Artikel von mir über Gangpferde im Allgemeinen gebracht. Dort findet Ihr auch ganz viele schöne Paso Fino Bilder :-)

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