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18.07.2010

Heute waren Nadine und ich in Kosbach zum Orientierungsritt des Reitclubs Erlangen. Wir haben uns dort mit Julia und Lorenzo getroffen und hatten auch noch Begleitung von Franziska und Nikola (mit „normalen“ Pferden).

Wunderschönes Reitgelände und traumhaft sandige Töltwege durch den Wald. Der Ritt war super organisiert, die Strecke gut markiert und die Trailhindernisse waren richtig anspruchsvoll. Perfekt. Da wir Teamwertung hatten konnte jeder sein bestes Ergebnis einbringen. Nadine hat mit Diosa einen Tisch vom Pferd aus gedeckt, während ich derweil vor Lachen fast vom Pferd geflogen wäre. Sackhüpfen mussten wir paarweise und dabei die Pferde nebenher führen. Auch da hab ich einen Lachanfall geschoben. Hänger verladen, durch eine Luftballongasse reiten, Rappelsack-Schubkarren-Rennen um Pylonen mit Pony hinterherschleifen. Nadine hätte da fast Diosa verloren, wieder Lachanfall. Und noch ganz viele weitere lustige Übungen.

Den Abschlusstrail konnte ich dann mit Diosa endlich einmal mein Trailpferd selber reiten und ich muss sagen: Es mach einfach Spaß dieses Pony!

Für alle Trailfreunde mehr Details. Der Abschlusstrail ging auf Zeit und bestand aus folgenden Hindernissen: Fahnen im Galopp von einer Pylone in die Nächste stecken, eine Brücke, ein Flattertor, das „L“ rückwärts, eine garstig-gewellte Plastikplane überreiten, vorwärts in einen Stangentrichter – drehen und zurück, an einen Holzbock heran reiten – vom Pferd auf den Bock klettern – Pferd drumherum laufen lassen – wieder vom Bock aufs Pony klettern, Pylonenslalom – aber rückwärts auf dem Pferd sitzend (das war mal echt was anderes ….).

Jacinto hat sich während der Strecke tapfer geschlagen und war für seine Verhältnisse richtig cool. Er hat sogar einen Rappelsack über sich heben lassen und ist nicht geflüchtet als wir einen Ball hin und her werfend eine Strecke reiten mussten.

Ich bin ganz stolz auf meine beiden Pferde.

Fazit: Toller Ritt, tolle Organisation, lecker Essen (auch für Vegetarier). Kosbach wir kommen wieder!

Töltgedichte …. es gibt sie noch. Und in dem Zusammenhang: wenn Euch was einfällt, aufschreiben und her damit!

Vielen Dank an Katja Spies, die  angeheizt von der bevorstehenden Europameisterschaft folgendes gedichtet hat:

Ich tölte hin, ich tölte her.

Mit einem Fino ist das nicht schwer!

Bequem von A nach B,

Erschütterungsfrei vom Kopf zum Zeh.

Das ist Reiten ohne Verdruss,

Einfach ein wahrer Hochgenuss.


Zu meiner großen Freude töltet

Mein Fino heute als wäre sein einzig ansinnen

Die Europameisterschaften zu gewinnen.

Drum bleibt nicht mehr zu sagen

Lasst euch nicht weiter plagen

Von so manch sturem Ross,

Kommt lieber gleich in den Paso-Fino-Familien Schoß

Und Faultier Diosas Mitreiterin Nadine Weinmann ist auch was eingefallen:

Ich kenne da ein buntes Pony,

Statt Regen mag es lieber Sonne,

Es dachte sich: im Regen rennen?

Vielleicht fragen sie, BEVOR sie nennen…

Drum blieb es stehen weigerlich, die Richter lachten königlich…

Fazit:

Ein bunter Fino ist keine Maschine,

Und schläft lieber, umsummt von einer Biene.

:o


Diosa 2010 - ohne Worte :-)

Gestern haben wir den Paul besucht  - Panini del Gavilan, wer ihn noch nicht kennt :-) , unser „Fohlen“ von 2007. Paul ist inzwischen ein ganz Großer geworden – stolze 147 cm!

Was Paul so in der Zwischenzeit in seiner neuen Heimat erlebt hat, wird in der nächsten BRIO zu lesen sein. Eines kann ich verraten –  Langeweile verbreitet er keine!

Paulemann

02. bis 04.Juli 2010:

Vor allem war sie eines, die Frankenpferd 2010 in Arnstein: heiß!

Nicht nur von den tropischen Temperaturen her, die Menschen und Pferde an ihre Grenzen trieben. Auch das Programm war heiß.

Die Organisatoren dieser Messe, die zum ersten Mal stattfand, konnten wirklich ein gelungenes Programm zusammenstellen. Alexa Feder-Meininghaus mit ihren Falken und Showpferden. Die Europameister im berittenen Bogenschießen. Das Gestüt Feuerstein aus Tirol mit seinen Arabern. Dr. Gerd Heuschmann stand im Forum für anregende Vorträge zur Verfügung. Westernreiten: Marco Breitenbach „ropte“ was das Zeug hielt. Martin Kreutzer war da. Willy Schauberger zeigte Zirkuslektionen mit Hund und Pferd. Mini-Shettys, Friesen, Huzulen, Connemaras, Achal-Tekkiner. Eine Jagd-Schleppe mit 30 Beagels. Christiane Göbel mit ihrer Horse Agility und Verladetraining. Marlene Neckermann als Schirmherrin mit ihren Warmblütern. Silke Benz Hundetraining. Pferdegesundheit und Pferdefutter, alles war vertreten. Ich kann sie gar nicht alle aufzählen! Ebenso natürlich der obligate Leckerli-Stand.

Und natürlich die Paso Finos. Wir waren die Exoten auf dem Gelände. Eigentlich sehr schade, dass wir als einzige Gangpferderasse vertreten waren. Wir sorgten mit unserem „Getrippel“ überall für Aufregung und es  begleitete uns auf dem Weg vom Stallzelt zum PFAE-Stand, wo auch der Sternberghof-Trailer als unsere mobile Sattelkammer geparkt war, grundsätzlich ein Geflüster: „Guck, da sind die Paso Finos!“

Das Highlight war natürlich Stan mit La Divina, die schwarze Schönheit mit ihrer langen schwarzen Mähne. Borrasca mit Doris und Sinergia komplettierten das Sternberghof-Team. Diosa und ich sorgten für den gemütlichen Freizeitreiter-Teil.

Wir hatten die Möglichkeit ein bis zweimal am Tag unsere Pferde bei den Rassevorführungen zu zeigen. Das kam durchweg positiv an. Kurzfristig wurden wir auch für die Gala-Show am Samstag Abend mit eingeplant. Doris und Borrasca demonstrierten dabei die Figure Eight. Stan und Divina zeigten, dass man so ein heißblütiges Pferd auch mit den Zähnen reiten kann und dabei ein Glas Sekt und einen gezogenen Hut erschütterungsfrei über den Finostrip transportieren kann. Diosa zeigte dass ein Fino auch zum Traben und Galoppieren geeignet ist.

Aber nicht nur Pferde gab es in Arnstein zu entdecken. Mein persönliches Highlight ist die Pferdehaarpflege von Lusitero. Fellpflege mit Duft! Sensationell vor allem die Duftrichtung Weihnachten. Gerade im Sommer sehr zu empfehlen. Die gibt es übrigens auch bald bei Doris im Tack Shop zu kaufen.

Nadine war hin und weg von den Massageliegen. Die Massagedecken für Pferde haben wir dann auch an Diosa ausprobiert. Ihr hat es glaube ich sehr gefallen. Sie wäre im Stehen fast vor dem Stand inmitten der Menschen eingeschlafen.

Alexa und Uli mit ihren Falken hatten den Stand schräg gegenüber von uns. So kam ich in den Genuss einmal einen 60 Tage alten Uhu ganz nah zu sehen. Wunderschöne Tiere. Ich bin ja ein großer Eulen-Fan.

Das Catering hat übrigens auch dickes Lob verdient. Wer sich bei 34°C noch vor den laufenden Grill stellt hat meinen vollen Respekt erworben.

Die Messe war sehr schön und wir hoffen, dass die Organisatoren sich nicht entmutigen lassen (durch Konkurrenz Fußball und manche kurzfristige Absagen von bekannten Pferdeleuten) und wieder eine Frankenpferd durchführen.

20. Juni 2010:

Wie schon im letzten Jahr haben wir am Orientierungsritt des Reitvereines in Bad Windsheim teilgenommen. Ein richtig schön organisierter Ritt. Das ganze Team dort ist nett und hilfsbereit – immer und überall. Die Strecke bestand aus tollen Wegen, die deutlich gekennzeichnet sind, damit man sich unterwegs gut unterhalten kann und dabei nicht vom Weg abkommt. Das ist schließlich wichtig bei tratschenden Fino-Reitern, die es auch trotz Kalkpunkten schaffen sich überall zu verreiten.

Auch dieses Jahr wurde auf der Strecke an Zwischenstopps wieder unser Wissen und unsere Geschicklichkeit gefragt. Es gab einen Besenweitwurf, ein Wasserschöpf-Spielchen, Hufeisenzielwurf. Fragen rund ums Pferd – und zu meinem Leidwesen auch zur derzeit aktuellen Fußball-WM.  Ein „Märchenwald“ durfte durchritten werden – in dem sich mein Faible für tschechische Märchenfilme bezahlt gemacht hat. Außerdem mussten wir uns ein Pferdefutterrezept merken – mit Mengenangaben und genauem Wortlaut, das dann am Ziel abgefragt wurde. Abgerundet wurde der Ritt durch einen kleinen Trail-Parcours am Hof.

Anschließend durften wir unsere Pferde auf einer Koppel parken und hatten so noch genügend Zeit bis zur Siegerehrung uns mit Kaffe, Kuchen, leckeren Salaten und Steak vom Grill den Bauch voll zu schlagen.

Wir sind begeistert und werden auch nächstes Jahr wieder dort teilnehmen. Dann dürfte die Teilnehmerzahl wahrscheinlich die 100er Grenze knacken. Dieses Jahr waren soweit ich es mitbekommen habe ca. 75 Starter gemeldet. „Wir“ sind übrigens Lorenzo und Julia, Reinhold und Diosa und ich mit Jacinto. Reinhold ist Diosa dort zum allerersten Mal geritten. Die beiden waren gleich ein super Team und haben es sogar auf den 19. Platz gebracht!

Bilder? Endlich!


Es gibt Bilder von der 2. Spring Classic in Wemding zu sehen!


…. Diosa auf dem Fino Strip.

…..Jacinto und Jenari –  Ja, die beiden sind verwandt :-)

Barrida … macht immer Spaß!

Vielen herzlichen Dank an Gabi Haderer (www.pasofino-mondsee.at) und

Marcus Berger für die vielen tollen Fotos von Wemding.

Ich hoffe stark, dass die Kameras in Kreuth auch wieder mit dabei sind!

Bei del Cavador kann man jetzt auch kleine Filmchen angucken, viel Spaß dabei :-)

Die 2. Paso Fino Spring Classic in Wemding war wie im Jahr zuvor ein kleines schnuckeliges Paso Fino Turnier im Rahmen der Deutschen Meisterschaften der Tennesee Walking Horses. Der Hof der Familie Bader, Josefs Walkaway Farm, im schönen Donauries (www.twhb.de) ist dafür einfach traumhaft ausgestattet. Dieses Mal waren 25 Paso Finos am Start. Gerichtet wurde von Helen Frost aus USA. Am Donnerstag konnte bereits die Pasos for Pleasure-Strecke geritten werden. Der Freitag war dann der erste richtige Turniertag. Leider hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und es regnete und regnete, so dass viele Prüfungen in der Halle bei recht tiefem Boden stattfinden mussten.

Unsere erste Prüfung des Turniers war der Trail geritten. Im Vergleich zum letzten Jahr deutlich anspruchsvoller. Die Viergang war auch lustig. Lorenzo und Diosa im Viereck. Wahrscheinlich durften wir nur starten, damit Helen mal sieht, wie lustig Finos im Trab geritten aussehen. In der Dressur A sicherte sich Diosa den zweiten Platz, während Jacinto den Samstag nutzte um wie ein Pulverfass durch die Gegend zu hopsen. An vernünftiges Reiten war nicht zu denken. Sonntag hatte er sich wieder einigermaßen im Griff, so dass wir „nur“ noch mit Verspannung und Halfsteps zu kämpfen hatten.

Der Wettergott wollte sich nicht gänzlich ungnädig zeigen und schickte dann ab Samstag Nachmittag den Regen fort und es blieb einfach nur Kälte übrig. So konnten wir dann endlich die Töltbahn und den Finostrip nutzen. Was an manchen Pferden äußerst deutlich zu sehen war. Die Ausdauertölt war die matschigste Prüfung überhaupt. Alle sahen aus wie die Matschkönige. Jacinto und Diosa haben beide die Prüfung durchgehalten, auch wenn Diosa mit Nadine am Schluss in Schlangenlinien geeiert ist. :-)

Insgesamt hatten wir  richtig viel Spaß – mit den Pferden und mit den Pferdeleuten! Vielen herzlichen Dank an alle, die dieses schöne Turnier möglich gemacht haben!

PS: Ein ausführlicher Bericht folgt in der nächsten BRIO


Unser erster Trailritt dieses Jahr führte uns am 9. Mai 2010 nach Hambach (bei Schweinfurt) auf den schönen Lindenhof. Die Strecke dort war nicht zu lang, gut ausgeschildert und unterwegs mit kleinen Aufgaben bestückt.

So musste man zum Beispiel auf Getränkekisten absteigen und auf der „verkehrten“ Seite vom Pferd wieder aufsteigen, die Pferde einsprühen und sie sollten dabei still stehen, was bei leichtem Nieselregen sowieso kein Problem war. Fragen zur Pferdehaltung mussten beantwortet werden. Die Frager saßen regengeschützt in einem geöffneten Pferdehänger, und viele Pferde haben sich erst gar nicht an die Rampe herangetraut. Diosa ist natürlich auf der Rampe herum gerumpelt und fand es irgendwie komisch einmal nicht in so einen Hänger einzusteigen zu müssen. Sie wäre wohl lieber im Trockenen gestanden. Einen kleinen Sprung mussten wir nehmen und zum Abschluss durch einen gefährlichen Wassergraben plantschen. Die Gefahr waren bunte Luftballons die im Wasser schwammen.

Als Abschluss war noch ein kleiner Trailparcours in der Halle zu absolvieren. Es gab eine Brücke mit weißen Streifen darauf zum überqueren. Eine Geschicklichkeitsübung: an zwei Hindernisständern war ein leicht abfallendes Rohr befestigt. Man musste einen Eimer mit Tennisball drin in die Hand nehmen und vom Pferd aus den Ball in das Rohr werfen, weiter reiten und am anderen Ende den Ball mit dem Eimer wieder einfangen. Gar nicht so einfach dieses Hindernis. Ein Stangentrichter musste rückwärts durchritten werden, eine Drehung darin und rückwärts wieder heraus geritten werden. Dann quietschbunte Babyschwimmreifen vom Pferd aus auf eine Pylone werfen. Und durch eine enge luftballongeschmückte Strohgasse reiten.

Diosa meisterte den Parcours mit gewohnter Lockerheit und kleinen Lacheinheiten. Sie sah nicht wirklich ein, weshalb Nadine als Reiterin die Baby-Schwimmringe werfen sollte und Diosa die Nase da nicht reinstecken sollte.

Jacinto hat sich auch ganz tapfer geschlagen. Er hat zwar die Hälfte der Hindernisse nicht bewältigt, aber für seine Verhältnisse war er richtig ruhig und tapfer.

Es starteten 48 Erwachsene und Diosa mit Nadine wurden 10. in der Gesamtwertung – ein tolles Ergebnis. Jacinto wurde 31., also gab es noch größere Angsthasen wie ihn.

Insgesamt ein sehr schöner Ritt mit viel Abenteuer. Wir waren am Tag davor schon einmal am Lindenhof damit ich sehe, wie ein Distanzritt abläuft. Nadine ist früher selbst Distanzen geritten und kennt daher einige Leute. An dem Trailritt-Tag habe ich deshalb aus Versehen zwei Leute angesprochen, von denen ich dachte es wären die zwei Mädels vom vorherigen Tag gewesen. Die beiden entpuppten sich als nette Reiterinnen (Pferdebesitzerin mit Reitbeteiligung) die mit einem Pferd angemeldet waren. Kurzerhand haben wir beschlossen zusammen die Strecke zu reiten. Bis ich bemerkt habe, dass ich da wildfremde Leute angesprochen habe waren wir schon fast wieder am Hof. Anscheinend werde ich langsam alt und senil. Jedenfalls sorgte ich für noch mehr Lacher – anscheinend höre ich schlecht, obwohl mein Ohrenarzt mir bescheinigt hat, dass mit meinen Ohren alles in Ordnung sei. Jedenfalls habe ich auf diverse Fragen mit komplett anderen Antworten verblüfft. Auf die Frage zum Beispiel: Sind die Finos teuer? Habe ich verstanden sind die Finos Feuer? Meine Antwort war: nur äußerlich, eigentlich sind sie ganz leicht zu handhaben.

Unsere Mitreiterin hat uns mit einem schicken Tinker-Friesen-Wallach begleitet. Vom Tempo her waren wir eigentlich ganz gut passend. Die Finos waren im Schritt schneller, da ist „Mr. Puschelfuß“ hinterher gezottelt. Im Trab hat uns der Tinker-Friese dann überholt und die Führung übernommen. Allerdings hatten wir einen kleinen ungeplanten Reiterwechsel auf der Strecke. Der gemütlicher Tinker-Friese hat vor lauter Galoppfreude seine Reitbeteiligung abgebockt und als guter Tinker auch gleich angehalten und losgefressen. Die arme Frau wurde an dem Tag ganz schön gebeutelt. Erster Ritt, erster Sturz und einen Finger gebrochen. Also zu Fuß weiter zum nächsten Streckenpunkt. Reiterwechsel organisiert. An Reiten mit gebrochenem Finger war nicht zu denken. Reitbeteiligung ins Krankenhaus bringen lassen. Wir und die Besitzerin sind dann weiter den Rest der Strecke geritten.

Auf dem Einritt zum Hof begegnete uns dann Katja Spies, die als unterstützendes Stimmungspersonal am Boden von uns angeheuert war. Sie kannte unsere Mitreiterin, beide waren schon im selben Stall gestanden. So klein ist also die Welt. Insgesamt trotz Pannen und Nieselregen ein richtig schöner Ritt der uns viel Spaß gemacht hat. Die Organisation vom Lindenhof-Team war perfekt. Und wir haben wieder nette Leute kennengelernt und einen schönen Tag mit mit den Pferden erlebt.


Könnt Ihr euch noch an euere ersten Reitstunden im örtlichen Reitverein erinnern? Gibt es nicht in jedem Stall ein furchtbar faules Pferd, ein bockiges Pferd, ein Rennpferd und das gut gerittene Privatpferd, das die „guten“ Reiter dann bewegen dürfen, weil der Besitzer zu faul ist selber zu reiten? Stück für Stück müht man sich ab und versucht all diese Pferde reiten zu lernen, um auch mal das gute Privatpferd zu bekommen. Dabei träumt man davon selbst Pferdebesitzer zu sein und dann alles anders zu machen.

Dann ist es so weit – man hat Erfahrung gesammelt, verdient genug Geld und kauft sich das langersehnte eigene Pferd. Und es geht weiter: Reitstunden nehmen. Wieder ein Herantasten und Lernen, vom Ehrgeiz getrieben. Reiten ist nicht einfach und jeder der reitet weiß das. So ein Pferd kostet außerdem viel Zeit. Und als Pferdebesitzer muss man aufpassen, nicht in das Randgruppenmilieu der „Ich-hab-nur-noch-Pferdefreunde-und-stinke-nach-Pferd“ abdriftet. Nichtreiter können das alles nicht nachvollziehen und sind in einer gewissen Art intolerant. Denn neben den Pferden muss man als Reiter und Pferdebesitzer ja auch noch ein gewisses „normales“ Sozialleben führen.

Also trifft man sich doch noch mit Nichtreitern. Gerne Sonntags zu Kaffee und Kuchen. Die Nichtreiter haben wahrscheinlich in der Zwischenzeit schon einkalkuliert, dass Reiter grundsätzlich zu spät kommen, oder gar nicht, weil das Pferd etwas hat. Dann stinken Reiter gerne nach Pferd, reisen in dreckigen Autos an, von den schmutzigen Schuhen gar nicht zu reden, haben Heu in den Haaren und Stroh in den umgekrempelten Hosenbeinen. Die Jacken sind meistens angeschleimt und voller Pferdehaar. Trotz all dieser Hürden schafft man es trotzdem an den Kaffeetisch.

Und dann kommt es. Man sitzt also nichts ahnend bei Kaffee und Kuchen bei Leuten, die es geschafft haben einem an einem wunderbaren sonnigen Sonntagnachmittag, den man eigentlich schön mit Ausreiten verbringen könnte, an ihren Kaffeetisch zu fesseln. Um das Gespräch mal von den uninteressanten Dingen abzulenken – wer hat wen geheiratet, wer hat was gesagt, welcher Nachbar benimmt sich auffällig, wie bäckt man die Torte, die man gerade eben verputzt – lenkt man das Gespräch auf Pferde. Unweigerlich erzählt man irgendwann von der letzten Reitstunde. Und dann kommt er, der Satz den ihr bestimmt schon alle gehört habt und den jeder fürchtet: „Wieso nimmst Duuuuu denn Reitstunden, Du kannst doch schon Reiten???“ – im gedachten Nachsatz schwingt natürlich der Vorwurf mit: Das kostet doch Geld und das kannst du dir doch sparen weil Reiten ist doch nicht so wichtig.

Liebe Verwandtschaft, Liebe Freunde, Liebe Nichtreiter und vor allem Liebe Reiter, die ihr denkt schon perfekt zu sein: Man lernt NIE aus. Man kann IMMER etwas dazulernen. Reiten lernt man ein Leben lang! Meistens ist man geplättet von diesem Satz um ihn elegant abzuschmettern. Mir ist noch nicht die richtige Antwort eingefallen. Wie bringt man einem Ungläubigen etwas bei? Im besten Fall bringt man die entsprechende Person dazu selbst einmal aufs Pferd zu steigen. Wenn sie dann erkennt, dass es schon eine wirkliche Leistung ist Füße und Hände unabhängig voneinander zu bewegen ohne nach unten zu schauen und sich noch auszubalancieren ohne vom Pferd zu fallen, dann ist man schon einen großen Schritt weiter. Ist aber meistens nicht möglich.

Bleibt also nur weiter dabei euphorisch von Pferden erzählen und versuchen die Leute mit Begeisterung anzustecken oder unendlich zu langweilen. Meistens wird man dann als total seltsam abgestempelt und hat den gewissen „Armen-Irren-Status“ mit dem es sich übrigens sehr gut leben lässt. Im Idealfall begeistert man sich so, dass sie einen gar nicht mehr einladen, wenn die nächste Feier ansteht, aus Angst wieder mit Pferdekram zugelabert zu werden. Das garantiert einem dann zumindest einen schönen Ausritt am Sonntagnachmittag. Vielleicht ist es doch eine Möglichkeit einfach in den Abgrund der sozialen Randgruppe zu rutschen? Zumindest bleibt einem dann die Frage nach den Reitstunden erspart.


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