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Pferdeflüsterer?

18.01.2012:

Jeder Pferdebesitzer träumt den großen Traum von totaler Verständigung mit dem Pferd. Das Pferd erkennt per Telepathie was der Reiter denkt und führt das promt und willig aus. Natürlich ohne einengende Dinge wie Halfter oder Zaumzeug, Koppelzäunen oder ähnlichem. Natürlich sieht das Pferd dabei glänzend und frisch geputzt aus. Und außerdem scheint immer die Sonne.

Jetzt aber mal ganz im Ernst – wo gibt es das schon? Hallo? Aufwachen! Ist die Wahrheit nicht eher: man betritt den Stall und das freudig-blubbernde Wiehren des geliebten Vierbeiners bedeutet: „Ey Alte … mach mal den Trog voll Heu hier!!!!“ oder man möchte mal angeben mit dem Pony und es macht einen auf Rüpel oder Mimose? Seien wir doch ehrlich zu uns selber – freie Verständigung und komplette Willenlosigkeit von Seiten des Pferdes gibt es nicht. Es ist schließlich ein eigenständiges Individuum.

Die große Aufgabe für uns als Pferdebesitzer ist doch: Futter ranschaffen. Für schöne Lebensbedingungen sorgen. Versuchen dem Pferd einzureden, dass die Übungen, die man gerade machen möchte deren Idee sind. Und das es das dann so super toll gemacht hat. Und überhaupt. Es ist das Beste. So toll … ja … es ist eigentlich wie bei Männern, Chefs, Eltern und Kindern …. Lass es wie ihre Idee aussehen und sie sind begeistert. Bringt sie dazu, dass sie das Gewünschte freiwillig und gerne tun. DAS ist für mich ehrliches Horsemanship und Pferdegeflüstere. Dazu braucht es kein großes Konzept, keine extra Hilfsmittel, keine spezielle Kleidung, keinen Reitplatz. Ich brauche nur ein funktionierendes Gehirn und Augen mit dem ich beobachte, was das Pferd macht. Außerdem muss ich immer davon ausgehen, dass ICH einen Fehler gemacht habe. Nicht das Pferd. Das Pferd führt ja nur meinen „Befehl“ aus und hat ihn dann nicht verstanden.

Es ist gar nicht so schwierig. „Bodenarbeit“ kann ich in jede beliebige Alltagshandlung einbauen. Pferd einfangen: Es soll sich mir zuwenden und einen Schritt auf mich zutun wenn ich mit dem Halfter komme. Pferd füttern: Es soll nicht drängeln und muss warten bis es dran kommt. Pferdestall misten: Pferde haben Abstand zu wahren und dürfen NICHT mit dem Schubkarren spielen. Auch nicht den Schubkarren als Kratzbaum benutzen. Pferd führen: Es hat dort zu bleiben, wo ich es als Führer haben will. Und es hat dann vorzutreten wenn ich möchte. Und nur dann. Putzen: Überall anfassen lassen und stehen bleiben lernen. Aufsteigen: Stillstehen und warten bis ein Befehl kommt. Nichts vorweg nehmen. Sonst sind wir irgendwann so weit, dass das Pony dann auch noch Richtung, Länge und Tempo des Ausrittes bestimmt. Das wäre in meinem Fall bei Pony Nr. 1 ein wilder Ritt im Galopp oder Stechtrab über mindestens 40 km durch Berg und Tal. Gebremst wird nicht, schon gar nicht für Kinder. Oder bei Pony Nr. 2 ein geruhsamer Ritt von zehn Metern bis zum nächsten Grasbüschel oder der nächsten Hengstkoppel. Da wächst auch Gras drauf.

Was ich damit sagen möchte ist einfach. Wenn ich ein dauerhaft konsequentes Verhalten an den Tag lege, dann hat es mein Pferd leichter meinen Wünschen zu folgen. Ich muss mir eine Strategie ausdenken und bei dieser Version bleiben. Dann überfordere ich mein Pferd auch nicht und es kann sich darauf konzentrieren, das bereits geübte und gefestigte Verhalten zu zeigen. Und darauf kann ich dann aufbauen.

Ich denke wir Otto-Normalverbraucher können uns Abschminken Erfolge wie die vielen großen Profis zu haben. Die Show des langhaarigen Franzosen mit den tanzenden Hengsten lebt davon, dass sie für Normalsterbliche unerreichbar bleibt. Oder der Mann mit dem Bart und dem Karottenstick. Er hat es echt drauf! Keine Frage. Man möchte das auch können, aber mal ganz ehrlich: Wer hat schon die Zeit jeden Tag mehrere Stunden mit den Pferden zu arbeiten? Profis sind Profis, weil sie das was sie tun mehr oder weniger den ganzen Tag tun und dadurch genügend Übung haben. Und das über Jahre und Jahrzehnte hinweg.

Ich sehe mir gerne großartige Shows an. Ich sehe mir auch gerne „Pferdeflüsterer“ und „Horsemanship“-Leute an, auch „Natural Horsemanship“-Leute und „Real Natural Horsemanship“-Leute. Auch den Mann, der mit den Pferden tanzt. Wer zusieht und genau hin sieht kann immer etwas für die eigene Arbeit herausfiltern. Der Schlüssel heißt: nicht in engen Tunneln denken, sondern überall mal hinschauen. Ob das jetzt ein moderner Pferdeguru ist, eine Ikone im Pferdesport oder der Opi, der seit 50 Jahren mit den Pferden im Wald arbeitet, völlig egal. In meinen Augen ist jeder, der es schafft sein Pferd so zu formen wie er es möchte und das Gezeigte dann locker-flockig und unbekümmert-freudig aussieht ein „Pferdeflüsterer“. Denn es erfordert einfach Zeit und Beobachtungsgabe sein Pferd zu „formen“. Man muss nicht der trickreichste und tollste Pferdekenner sein. Es genügt wirklich selbstkritisch zu sein und genau hin zu sehen und dann einfache Verhaltensmuster zu ändern. Man muss ja nichts innerhalb von drei Tagen komplett umkrempeln. Man hat ja schon mehrere Jahre an so einem Pferd.

Ich möchte jetzt niemanden verteufeln. Es gibt wirklich großartige „Horsemanship“-Lehrer.  Keine Frage. Aber wenn ich „Horsemanship“ in Verbindung mit „freiem Geist der Indianer“, „spirituell“, „magisch“, „esoterisch“, „Energie freigeben und einfangen“, Frauen mit wallendem langen Haar auf galoppierenden Pferden mit wallenden Mähnen dazu Kitschmusik oder einen blinkenden Button mit „unbedingt kaufen“ gezeigt bekomme, dann wird mir schlecht. Ganz einfach nur schlecht.

Und dann denke ich mir: Erwachsen sein bedeutet nicht nur alt genug werden, sondern auch das Gehirn benutzen. Zum Denken, nicht nur zum Herumtragen. Und dann freue ich mich jedes Mal, wenn eines meiner Pferde freudig angelaufen kommt wenn ich mit dem Halfter auftauche. Dann kann das, was ich mir so zusammengebastelt habe nicht allzu falsch sein und ich bin doch auf dem Weg ein kleiner „Pferdeflüsterer“ zu werden.

So ein Pferdeleben?

17.01.2012:

Und weil es so schön ist, gleich noch ein Filmchen :-)

Pferdeleben – Teil 2. Der ganz normale Wahnsinn an einem sonnigen Wochenende im Januar. Auf Wunsch ist natürlich auch wieder eine putzige Katze dabei. Vielen Dank an Nadine fürs Mit-Filmen.

Viel Spaß beim Schauen:

16.01.2012:

Dieses Jahr beginne ich mit einem spontanen Filmchen. Unser Jährling Fini ist total verspielt und nervt alle mit seinem Ball. Ich habe ihn beim Ausmisten beobachtet und einfach die Kamera mitlaufen lassen. Deshalb ist das Video auch wieder von gewohnt schlechter Qualität. Außerdem war  es regnerisch und schon leicht dämmrig. :-)

Es stellt sich  nur eine Frage: Wozu aufwendig Anti-Scheu-Training üben? Kauft Euch einen Schecken, dann übernimmt der das ….*seufz* … trotzdem viel Spaß beim Gucken:

29.12.2011:

Ein ereignisreiches Jahr 2011 geht zu Ende. Wir haben viel erlebt, waren enorm viel unterwegs und hatten eine Menge Spaß. Werfen wir doch zusammen kurz einen Blick auf die Highlights. Es waren übrigens ganz schön viele!

Im März fand am Sternberghof wieder ein Kurs mit Pete Kreinberg statt. Diosa und ich waren dabei und konnten uns enorm verbessern. Der Kurs hat uns sehr geholfen für unser erstes Turnier in Wemding dieses Jahr. Im April veranstalteten Katja Spies und ich zusammen in Frankenwinheim die erste Frühlings-Cabalgata. Wir haben Katjas neuen Traumstrand-Reitplatz mit vielen Fino-Freunden eingeweiht und offiziell die PFAE-Cabalgata-Saison eingeleitet.

Diosa Wemding 2011, Foto: Harald King

Im Mai nahm das Abenteuer Distanzreiten Gestalt an. Jacinto und ich starten unsere erste Distanz in Lindenhof – 40 km. Wir schafften die Strecke. Ich war überwältigt. Eine geniale Erfahrung, der noch einige dieses Jahr folgen konnten. Ich sage nur Mainfrankendistanz und Hohenholz. Ende Mai fand auch noch die 3. Spring Classic in Wemding statt. Wieder ein tolles Turnier mit viel Abenteuer.

Direkt nacht dem Turnier sind Nadine und ich umgezogen in den neuen Stall. Den ganzen Sommer wurde dank Nadine und Johannes noch tüchtig gewerkelt und gebaut. Inzwischen haben wir den Paddock um einen Sandplatz erweitert, einen kleinen Reitplatz gebaut und noch ein paar „Kleinigkeiten“ (Koppel, Beleuchtung und Anbindeplatz) verfeinert. Zwei nervige Katzen und ein Gastpferd namens „Cadencia“ sind inzwischen auch eingezogen.

Heidenbergrundritt 2011, Foto: Harald King

Ein richtig schönes Erlebnis war auch die Cabalgata bei Tanja King. Wir konnten einen schönen Tag im Märchenwald erleben und als krönenden Abschluss ein leckeres gemeinsames Grillen. Im Juni sind Nadine und ich in den Taunus gefahren und haben an der IGV-Töltdistanz teil genommen. Eine super organisierte Veranstaltung der Freizeitreiter Steckenroth. Und es hat riesig Spaß gemacht. Außerdem fand am Sternberghof der erste PFAE-Orientierungsritt statt. Die Geburtsstunde der Töltpriaten! Diese Ritte stehen übrigens stellvertretend für die vielen schönen Orientierungsritte die wir dieses Jahr besucht haben.

Töltpiraten on Tour, Foto: Harald King

Eine kleine Gruppe Franken fuhr im Juli in die Eifel zu einer Outdoor-Messe nach Burg Satzvey und präsentierte dort Paso Finos. Eine lustige Messe und wir konnten richtig gut Werbung machen. Highlight für Diosa war natürlich, dass sie das ganze Wochenende mit ihrem derzeitigen Wahlmann verbringen durfte und auch von ihm tüchtig hofiert wurde. Seit dem können wir auch Bier per Paso Fino servieren. Wer uns also als Service-Kraft buchen möchte …. kein Thema :-)

Burg Satzvey 2011, Diosa und Kapoho - Scheckenpower! Foto: privat

Im August war Pete Kreinberg wieder zu Gast am Sternberghof. Mein zweiter Kurs dieses Jahr, diesmal mit Jacinto. Wieder sehr lehrreich für mich. Ich durfte außerdem in diesem Monat Doris Sperber in die Schweiz begleiten. Die Swiss Paso Fino Farm veranstaltete die zweite Swiss Classic. Ein Klasse Turnier mit super Stimmung, viel Publikum, spannenden Prüfungen, tollen Pferden  und genialer Aussicht.

Anfang September fand wieder die von der IGV organisierte Internationale Deutsche Gangpferdemeisterschaft (IDGM) statt. Diesmal in Kassel. Ein richtig tolles Event. Wir sind mit so vielen Finos wie nie dort gewesen und hatten eine echt geniale Zeit.

Kassel 2011, Country Pleasure, Foto: www.IsiFotonet.de

Insgesamt war die Turniersaison dieses Jahr sowieso gigantisch. Drei feine Turniere, eins schöner wie das andere. Und alle drei mit richtig guter Stimmung zwischen den Teilnehmern, was auch auf das Publikum abgefärbt hat. Ich will damit sagen, die Paso Finos präsentieren sich als sympathische, lustige Gemeinschaft. Das ist Spitze!

Im September war dann auch meine letzte Distanz für dieses Jahr. Erneut 40 km in Burgbernheim – wir sind entspannt (und für meine Verhältnisse auch mit einer echt schnellen Zeit) im Ziel angekommen.

Wunderbare fränkische Landschaft 2011, Foto: Harald King

Im November fand dann die Mitgliederversammlung der Paso Fino Association Europa statt. So viele Mitglieder waren noch nie bei einer Jahresversammlung. Unter anderem wurde auch der Posten der Öffentlichkeitsarbeit neu besetzt. Jetzt ratet mal mit wem … ab sofort werbe ich also auch offiziell für den Paso Fino. Nebenbei hat Jacinto auch die Ehrung für „Pasos for Pleasure 2011“ bekommen. Er hat die meisten Kilometer gesammelt. Dieses Jahr hat sich mein Zwerg echt für mich ins Zeug gelegt.

Anfang Dezember haben wir noch die Chance bekommen wieder mit zur Pferd und Jagd 2011 nach Hannover zu fahren. Eine große Messe, sehr anstrengend, aber richtig gut. Schaut Euch hierzu auch noch einmal folgenden Bericht an (den unteren Teil….) und auch auf der Homepage der IGV (www.igv-online.de):

IGV Aktuell 5_2011

Resümee: Ein tolles Jahr – anstrengend, aber schön. Ich bin begeistert, wie sehr sich meine Pferde für mich ins Zeug gelegt haben und wie toll sie überall mitgemacht haben. Jacinto mit seiner Lauffreude, Diosa mit ihrer Zuverlässigkeit und Dimera mit ihrem Lerneifer.

Hohenholz 2011, Was bringt 2012 für uns? Foto: privat

Ein kleiner Ausblick: 

Ich weiß noch nicht genau auf was ich meinen Fokus 2012 legen werde, da lasse ich mich überraschen was 2012 so bringt. Gespannt bin ich natürlich auf die Fiesta in Gut Weyersmühle (bei Ansbach) im Juni. Mal sehen wie lauffreudig Jacinto nächstes Jahr ist, ob wieder ein paar Distanzen in Frage kommen. Dimera ist inzwischen auch alt genug und bekommt ihre Grundausbildung. Diosa hat Babypause. Sie durfte sich ja im Sommer mit Kapoho amüsieren. Also auf jeden Fall gibt es nächstes Jahr auch wieder genug zu berichten, das ist auf jeden Fall schon einmal gewiss. Außerdem freue ich mich auf ganz viele schöne Treffen mit all den tollen Menschen und Freunden der Paso Fino-Familie!

Dimera 2011, Mein Projekt für 2012, Foto: privat

Weihnachtsgedicht?

23.12.2011:

Und hier der letzte Beitrag meiner kleinen Reihe Weihnachtstöltgeschichten – ein leicht pferdesozialkritisch angehauchtes Gedicht von einer meiner wenigen, aber dafür um so teureren, nichtreitenden Freundinnen:

Weihnachtsdemo - von Paula Giersch (Nicht-Reiterin)

Meine Tränke ist vereist,

die Heugabel zerbrochen,

was das für Paso Finos heißt,

wird leider nie besprochen.

Man liest von frohen Pferden nur,

der Rest töltet allein,

vom harten Alltag keine Spur

im schleimig „Wendy“-Schein.

Doch was genug ist, ist genug!

Gepfiffen und getrommelt!

Wie aus einem Atemzug

wird Widerstand gesammelt!

Verpackt ins Weihnachtskrippenspiel

soll’s öffentlich nun werden,

Wie hart man schafft und auch wie viel

bei Paso Fino-Pferden!

So spielt Diosa den Caspar

Jacinto Melchior

Fénix lugt als Balthasar

aus seiner Box hervor.

Dimera steht mariengleich

hinter dem Christuskind,

geschminkt ist Serafin ganz bleich,

wie Engel nun mal sind.

Zu fünft stell’n die Geburt sie nach

im Stall, in dem sie wohnen,

sie wiehern alle Menschen wach:

Der Aufwand soll sich lohnen!

Als die Menschen aufgeweckt

die Boxengass’ betreten,

sind sie nicht wenig aufgeschreckt,

nicht weil die Pferde beten,

sondern weil sie, hufbemalt,

Transparente zeigen.

Drauf steht: „Ihr werdet nun beschallt

mit Wiehern statt mit Geigen!

„Weihnachten, das ist für Euch

viel Kitsch mit Zimt und Zucker,

uns scheint, dass Euch dabei nicht deucht,

dass nichts hier ist in Butter!

Selbst Euer Jesus hatte ja

’ne Krippe ganz intakt,

doch uns’re Tränke, diese da,

ist’s nicht – ich glaub’ es hackt!

Auch Gabeln für das Heu – kaputt!

Das kann doch wohl nicht sein!

Wir leben hier im Stall im Schutt – 

ihr schön im Kerzenschein!

Wir schuften hier tagein, tagaus,

Befehle wir stets hören, 

wir reiten selbst bei Regen aus

und das für ein paar Möhren?!?“

Die Menschen wurden kleinlaut sehr,

sie scharrten mit den Füßen,

und holten schließlich alles her,

um’s Finos zu versüßen.

Und die Moral von alledem:

Black Beauty ist ein Scheiß,

auch Fury, Wendy ganz extrem

und wie das alles heißt.

Reiten ist mit Herz und Hirn,

mit Sorgfalt und Bedacht.

Wenn deine Pferde demonstrier’n,

denk lieber drüber nach!

Zur Autorin: Frau (demnächst Dr.) Paula Giersch ist eine meiner wenigen nichtreitenden Freunde, was der Freundschaft keinen Abbruch tut. Im Gegenteil. Paula lernt mit Begriffen wie Biothane und Barbada etwas anzufangen und ich im Gegenzug lerne Begriffe wie Keilabsatz und Konstantin. Paula lebt unter den Dächern von Trier, ist von Beruf Zeitzeuge, Mitglied der Gesellschaft Wilder Wutzen, macht fantastische Museums- und Stadtführungen und schreibt wunderbare Gedichte. Auch Paula hat einen Preis gewonnen. Sie musste mich ein Wochenende in Trier ertragen und wir haben gemeinsam mit meinen beiden restlichen Nichtreiterfreundinnen Kathrin und Natascha den Weihnachtsmarkt unsicher gemacht.

Diosa auf dem Weihnachtsmarkt in Trier 2011

Und somit wünsche ich Euch allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2012!

Hannover Nachlese?

Dezember 2011:

Marina Wroblowski hat wieder wunderschöne Bilder von uns in Hannover gemacht – vielen Dank!  Mein absolutes Lieblingsbild möchte ich Euch nicht vorenthalten. Nadine und ich sehen so unglaublich niedlich aus … ein ganz neues Gefühl für mich :-)

Hannover 2011, Foto: Marina Wroblowski

Und alle Paso Finos (Cuy, Jacinto, Matraca, Simbolita, Policarpa, Sinergia) zusammen in der Barrida. Es hat richtig Spaß gemacht mit Euch allen!

Pferd und Jagd 2011, Foto: Marina Wroblowski

Ich freue mich ganz besonders Euch heute eine weitere Töltgeschichte präsentieren zu können. Es ist sogar mehr als eine Töltgeschichte, es ist ein ganzes Theaterstück in vier Aufzügen! Viel Spaß dabei:

Darsteller (vierbeinig): Diosa (genannt Sumpfi I), Jacinto (genannte Zwerg), Fénix (genannt Féni); Dimera (genannt Möpi oder Sumpfi II) und Serafin (genannt Fini)

Darsteller (zweibeinig): Christine G., der Haussklave der vierbeinigen Darsteller

Diverse Statisten (siehe weiteren Verlauf)

Szene 1: 24. Dezember. Es ist Winter und ziemlich kalt. Ein kleiner Stall irgendwo im lieblichen Franken an der Bahnlinie. Die Sonne geht gerade über tief verschneiten Feldern und Wiesen auf. Unsere fünf vierbeinigen Helden räkeln sich genüsslich und warten schon ungeduldig auf ihre Haussklavin, damit das Frühstück serviert wird. Endlich das lang ersehnte Motorengeräusch und Christine G. biegt um die Ecke. Flugs ausgestiegen und die Hotties begrüßt und ran ans Heu … aber was ist denn das? Welcher Dödel hat denn die Heugabel zerbrochen? Jacintooooo, Féeeeenix seid ihr wieder mit euren Plattfüßen auf der Gabel herumgetrampelt? Na, der Tag fängt ja gut an. Christine G. muss also zu allem übrigen weihnachtlichen Vollstress – natürlich hat sie noch keine Geschenke eingepackt, die Wohnung muss noch gestaubt und gesaugt werden (Achtung: kurze Blende in Christines Wohnung) und der Vorrat an Schokolade, um den ganzen Weihnachtsstress zu überstehen, neigt sich auch bedrohlich dem Ende zu (Achtung Regie: Kameraschwenk auf eine kleine bereits angeknabberte Tafel Schoki), und jetzt zu allem Übel auch eine neue Heugabel organisieren. Na prima! So dann aber zackig gemistet und Kraftfutter verteilt. Jedem der verwundert dreinblickenden Vierbeiner liebevoll die Mähne entwirrt und ab geht es zur Baywa!

Szene 2: Eine Baywa irgendwo in Franken – unzählige Landwirte sind gerade dabei ihren Frauen noch schnell ein letztes Weihnachtsgeschenk zu besorgen (ja, in der Baywa gibt es auch Melkfett mit Orangenduft und geblümelte Gummihandschuhe mit extra weichem Fließfutter für die anspruchsvolle Landfrau) und mittendrin unsere Christine G. auf der Suche nach einer neuen Heugabel. Aber anscheinend sind in diesem Jahr Heugabeln der absolute Renner, denn es ist nirgendwo ein solches Wunderwerk der Technik zu entdecken. Christine G. drängt sich in das Beratungsgespräch zwischen einem dicklichen, schwitzenden Kunden und schon ziemlich genervten Verkäufers in roter Zipfelmütze (schließlich ist ja Weihnachten, da will man seinen Kunden schon etwas bieten). „Tschuldigung, ich suche die Heugabeln, wo finde ich die denn?“ „Heugobeln sin aus, kumma erscht widder noch Silfester“. „Ja so ein Sch …, und wie soll ich jetzt bis dahin meinen Stall machen?“ „Ja guade Fraa, des waas ich fei ahh nett. Borgn’s halt a Gobel baam Nachbern“ sprach der genervte Verkäufer und wandte sich wieder seinem ungeduldigen Kunden zu, der sich nicht zwischen einer neonfarbenen Schneeschaufel und einem batteriebetrieben Eiskratzer für Autoscheiben entscheiden kann. Christine G. verlässt verärgert und leicht ratlos die Baywa und fährt erst mal zum nahgelegenen Supermarkt, um sich wenigstens mit Schokolade einzudecken. Nach einem harten Kampf am Schokoladenregal mit überforderten alleinerziehenden Vätern, ratschenden Hausfrauen und streitenden Kindern, steht sie endlich an der Kasse in einer schier endlos erscheinenden Schlange, als wie von Zauberhand über ihr eine liebliche Stimme watteweich aus dem Lautsprecher engelsgleich verkündet „Heute im Angebot ergonomisch geformte Heugabeln aus biologischem Anbau mit Weihnachtmotiv für nur 10,99“. Christine G. schießt blitzschnell aus der Schlange und begibt sich auf die abenteuerliche Suche nach den angepriesenen Heugabeln. Hier kommt ihr jetzt ihre Piratenausbildung zu Gute und sie hat ziemlich schnell den Ständer mit den Heugabeln entdeckt und zum Glück gibt es auch noch 2 Exemplare. Schnell zugegriffen und ein Modell in Tannengrün mit kleinen Weihnachtswichteln ausgesucht und zurück in den Kassenkampf. Nach 40 Minuten kommt Christine erschlagen, aber glücklich und zufrieden zuhause an.

Szene 3: Christine G. entspannt auf dem Sofa mit einer Tafel ihrer Lieblingsschokolode, die mit der extra Portion Zimt (auch wenn Zimt nicht nur ein Weihnachtsgewürz ist) und den glücklichen Kühen. Sie freut sich schon nachher nochmal in den Stall zu fahren und ihren vierbeinigen Lieblingen eine kleine „Weihnachtsüberraschung“ zu bereiten. Dazu hat sie bereits im Vorfeld entsprechend eingekauft. So bekommt jeder der Fünf einen neuen, schicken Eimer in den Lieblingsfarben (es war gar nicht einfach einen lila Eimer für den guten Fénix aufzutreiben, aber dank einer befreundeten Inhaberin eines kleinen aber feinen Tackshops hat das doch noch rechtzeitig zu Weihnachten geklappt – da wird auch Nadine Augen machen) gefüllt mit leckerem Mash. Dazu gibt es für jeden eine extra Portion Möhren und Äpfel und natürlich auch die ein oder andere Banane. Das wird ein Fest!

Szene 4 (letzte Szene): Es ist später Nachmittag geworden, die Sonne geht gerade hinter dem Bahndamm unter (wir erinnern uns – der Stall liegt an einer Bahnlinie). Die Vierbeiner erwarten schon voller Spannung ihre Christine G., denn schließlich ist ja Weihnachten und als fränkischer Paso Fino in einem kleinen Stall an der Bahnlinie weiß man ja, dass es am 24.12. immer ein besonderes Festmahl gibt (warum weiß man zwar nicht, aber das ist ja auch einem Pferd egal – Hauptsache es gibt lecker Fresschen). Voll bepackt mit den Eimern und dem Obst, im linken Arm noch die neue, schicke Weihnachtsheugabel, schwankt Christine G. unter den erwartungsfrohen Blicken der kleinen Herde in den Stall und macht sich dran die Eimer zu befüllen. Oh wie das duftet! Den Fünfen läuft schon das Wasser im Mund zusammen und sie können es gar nicht erwarten … Diosa und Jacinto weißen mal eben die beiden Youngsters, Möpi und Serafin, in die Schranken, die sich da vorwitzig in die erste Reihe gestellt haben, so geht es ja nicht. Erst kommen die Erwachsenen und dann erst die Kinder! So, flugs die Eimer verteilt und sich dann an den mit selig-verklärten Blicken mampfenden und schmatzenden Pferden erfreut. Ach, so ist das Leben doch schön … Christine G. freut sich jetzt bei der klirrenden Kälte auf das warme Wohnzimmer ihrer Familie und auf die vielen leckeren Weihnachtsköstlichkeiten. Schnell will sie noch die Tränke der Pferde kontrollieren, aber – oh weh – was muss Christine da sehen: Die Tränke ist zugefroren. „Ja gedonnert und gepfiffen – ist es denn die Möglichkeit. Auch das noch! Man, wie soll ich denn jetzt die blöde Tränke auf tauen … und Nadine ist auch nicht da. Ich kann doch nicht die Pferde die ganze Nacht ohne Wasser zurücklassen“ … Verzweiflung macht sie so langsam breit und draußen wird es nun richtig dunkel. Da erinnert sich Christine an einen ihrer Orientierungsritte bei dem man ein Pferd punktgenau mit dem Hintern auf einen kleinen Hocker manövrieren musste. Diosa hat das damals 1a gemacht. Ein Blick auf die Tränke, dann ein Blick auf das Hinterteil von Sumpfi I, dann noch mal eben die Tränke anvisiert … Ja, das könnte hinhauen! Diosa wird also rückwärts an den Tränker geschoben, und schwupps ist die Auftauhilfe platziert. Nun noch genug Nachschub, damit das Pferdi bei Laune und auf dem Becken sitzen bleibt und Daumen drücken dass es klappt. Nach bangen 10 Minuten Warten, bilden sich erste Risse im Eis und es entsteht eine kleine Pfütze im Becken. Nochmal 10 Minuten und das Eis ist nun weich genug, dass es Christine mit einem Hufkratzer in kleine Stücke hacken und aus der Tränke entfernen kann. Das Wasser läuft auch wieder nach. Diosa hat das Ganze seelenruhig über sich ergehen lassen und wundert sich nur, weshalb die ganze Aufregung. Erleichtert sperrt Christine die Pferde in den Stall – das sollte als Heizung über Nacht ausreichen – und wünscht Christine jedem einzelnen noch Frohe Weihnachten und macht sich endlich von dannen, um den Weihnachtsabend endlich gemütlich mit ihrer Familie zu verbringen.

Nachspiel (wirklich letzte Szene): Christine sitzt in Mitten eines festlich dekorierten Wohnzimmers unter dem Weihnachtsbaum und packt ihre Geschenke aus, als ihre Mutter ihr zu guter Letzt noch ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk mit den Worten überreicht: Nachdem deine alte Heugabel schon ziemlich ramponiert war, dachte ich mir, dass du bestimmt eine von diesen neuen und modernen High-Tech Teilen gut gebrauchen kannst. Die sollen auch nicht mehr kaputt gehen! Ich hoffe, sie gefällt dir! Frohe Weihnachten, liebe Christine!

Vorhang und Applaus von allen Hufen!

Autor: Frei Erfunden

Zur Autorin: Dieses geniale Theaterstück stammt aus der Feder von Sandra Hofstetter. Sandra dürfte allen in der Paso Fino-Szene ein Begriff sein. Sie ist Besitzerin zweier Paso Finos: „Safarina“, einer Performance-Stute mit viel Brio und Neuerwerbung „Missy“, eine zukünftige Mitstreiterin von „Dimera“. Vom Team der beiden coolen Socken Missy und Möpi werdet Ihr in Zukunft bestimmt noch viel hören. Wir haben so einiges in Petto … lasst Euch überraschen.

Vielen Dank an Sandra für die tolle Geschichte, die übrigens auch in der aktuellen Ausgabe der „Brioso“ erscheint. Natürlich hat Sandra auch etwas gewonnen: Einen Ausritt mit sämtlichen Hauptdarstellern des Theaterstückes im winterlichen, weihnachtlichen Franken, entlang der Bahnlinie, inclusive eines Hinternabdruck-Autogrammes der Hauptdarstellerin Diosa auf der Motorhaube von Sandras Auto. Kurz Starthilfe genannt …..

30.11.2011 (Mittwoch):

Wie bereits letztes Jahr startete eine Delegation aus Bayern ins Land der Nordlichter, um die Paso Finos auf der Messe „Pferd und Jagd“ in Hannover im Rahmen der IGV zu vertreten. Der Sternberghof, vertreten durch Doris (Policarpa) und Reini Sperber, Kathinka Matthis (Simbolita), Stanley Paul (Matraca) und Christine Griebel (Jacinto). Meike und Florian Wolf (Wolfshuus) mit Sinergia und Nadine Rohr und Basti mit Cuy als Nordlichter komplettierten das Team. So viele Paso Finos waren noch nie auf der Pferd und Jagd!

Routiniert haben wir unsere Boxen in der gigantischen Stallhalle bezogen und konnten uns dann dem Standaufbau widmen. Leicht weihnachtlich angehaucht mit viel Paso-Fino-Flair – und vielen Süßigkeiten! Jeder von uns hatte ordentlich eingekauft und wir hatten bedenken, die ganzen Leckereien in den nächsten vier Tagen gar nicht zu schaffen!

Abends ließen wir den Tag beim Italiener in Sarstedt ausklingen. Den hatten Sperbers schon vor zwei Jahren erstmalig besucht und sind damals mit einem Gedichtevortrag gelangweilt worden. Dieses Jahr erwischten wir einen Live-Liederabend zweier tatsächlich richtig guter italienischer Sänger. Äußerst überraschend für einen Mittwoch Abend und eine willkommene Abwechslung. Der Höhepunkt waren dann Meike und Reini, die zu italienischer Schmalzmusik das Tanzbein geschwungen haben.

01.12.2011 (Donnerstag):

Der erste Messetag begann eher ruhig. Nachdem wir die Pferde versorgt hatten und einen kleinen Proberitt gemacht hatten hieß es erst einmal den Messestand betreuen und schauen, was so auf der Messe los ist. Und natürlich Süssigkeiten essen. Viele bekannte Gesichter haben wir außerdem getroffen.

Unser einziger Auftritt an diesem Tag war dann am Nachmittag um halb vier. Beste Messezeit. Wir hatten einen Auftritt alleine und bis auf kleine Patzer hat alles gut geklappt. Aber das ist ja ein bekanntes Phänomen. Der beste Showauftritt ist immer am Sonntag, wenn alle 100% aufeinander eingespielt sind. Wir sind gut angekommen mit unseren Zamarros und den unterschiedlichen Pferden. Sinergia, das „Rennpferd“. Simbolita, Policarpa und Matraca als Töltbarrida. Cuy und Jacinto, die galoppiert sind. Nach dem Ritt blieb dann noch genügend Zeit für einen kleinen Bummel durch die Futtermittelhalle. Immer sehr interessant.

Der Abend klang dann am Abend mit der inzwischen obligaten IGV-Messeparty aus. Eine schöne Sache, kommt man doch so schön ins Gespräch mit den anderen Gangpferdeleuten. Und wenn man Glück hat, bekommt man von den Saddlebred-Leuten auch deftige Witze erzählt.

02.12.2011 (Freitag):

Ein richtig anstrengender Tag. Wir hatten gleich drei Auftritte über den späten Vormittag und den Nachmittag verteilt. Für Sinergia war es außerdem ein Prüfungstag. Sie lief gegen die ganzen großen Sporttöltpferde in der Showsporttöltprüfung mit und hat sich tapfer geschlagen. Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell dieses kleine Pferd sich bewegen kann.

Am Abend haben wir uns dann den Besuch der „Nacht der Pferde“ gegönnt. Meine Highlights waren dieses Jahr die Stuntreiter „Cavalcade“. Die haben eine Ritterturniernummer gebracht mit Tjosten, Schwertkämpfen und Stürzen. Aber genial war das Intro: Eine große schwarze Kuppel wird von schwarz gekleideten Leuten in die Arena getragen. Dann wird die Kuppel wieder herausgetragen. Übrig bleibt ein schwarzer, großer Fleck. Dann stürmen die anderen „Ritter“ die Arena, Applaus, Lärm und dann wieder das Licht auf den schwarzen Fleck, der sich als schwarzer Ritter entpuppt. Ein Stuntreiter hat sein Pferd dort reglos abgelegt und lässt es mitsamt dem Tuch aufspringen und galoppiert los. Sehr beeindruckend.

Der heimliche Star der Show war aber ein kleines fuchsfarbenes Shetty, das mit einer Löwenmähne und Schlappohren verkleidet war und seinem römischen Dompteur. Den Abschluss machte wieder Frédéric Pignon mit seinen Pferden. Es ist immer wieder schön, dem Mann zuzusehen. Genial war auch seine Show unter dem Sattel, mit Partnerin, die einen Tango-Tanz zu Pferd zeigten. Rundum eine gelungene „Nacht der Pferde“ kurzweilig und spannend. Man kann eigentlich gar nicht alle Highlights aufzählen. Von Gespannfahrerviererzug über Quadrillie bis zu Stunts ist alles geboten.

03.12.2011 (Samstag):

Dachte ich schon gestern war viel los in den Messehallen, so war heute Nachmittag fast kein Durchkommen mehr zwischen den Ständen. Wer irgend etwas kaufen wollte, war gut beraten, schnell am Vormittag zu gehen. Natürlich gab es wieder feine Dinge zu bestaunen und viele Anregungen. Biothane ist tatsächlich auf dem Vormarsch. Es wird immer beliebter und feiner verarbeitet.

Die Leute vom Kanne-Brottrunk Stand waren auch sehr nett. Das mit dem Fermentgetreide probiere ich jetzt an Jacinto aus. Der Geheimtipp für Softshell-Liebhaber: Jodpurreithosen von Seiler. Mein Lieblingsstand mit den Pferdetransportern war auch da. Aber der Mann ist nicht wirklich darauf angesprungen, als ich ihm angeboten habe, er könne mir so einen Transporter mitgeben. Ich würde dann schön Werbung machen. Aber trotzdem: EquiTrek – so einen wünsche ich  mir!

Es war richtig viel los. Unglaublich. Knackig voll saßen dann auch die Tribünen bei unseren nachmittäglichen Shows. Wir traten zusammen mit Kaja Stührenberg (Paso Iberoamericaner) und Mireille van Meer (Paso Peruano) auf. Am Nachmittag gab es auch ein kleines Duell „Fino vs. Isländer“ auf dem Soundingboard, welches die Islandreiter vor ihren Ständen aufgebaut hatten. Simbolita und eine äußerst nette Isi-Stute wagten sich ins Getümmel und demonstrierten den Tölt vor den Messebesuchern. Tölt zum Anfassen sozusagen.

Die Crew zwischen den Auftritten

04.12.2011 (Sonntag):

Letzter Tag einer anstrengenden aber schönen Messe. Wir hatten noch einmal zwei perfekte Auftritte zu bester Reitzeit mit Mireille zusammen. Schade, dass sie die Einzige mit einem Paso Peruano auf der Messe war. Die Publikumsränge waren wie schon an den Vortagen am Nachmittag knackig voll. Ein gutes Gefühl. Unsere beiden Aufritte lagen relativ nahe nacheinander, so dass wir beschlossen haben dazwischen etwas bei den Messehallen herum zu flanieren. Das ist gut angekommen. Ja, wir wurden auch ausgelacht, weil die Pferde so komisch trippeln. Stan hatte ein Erlebnis der besonderen Art, als er an einem Kinderwagen vorbei gesteppt ist und das kleine Kind einen Lachanfall bekommen hat. Aber dennoch wurden wir von einigen Passanten auf unsere Pferde und die Gangart angesprochen. Viel zu schnell war dann Abends der ganze Zauber vorbei und wir befanden uns auf dem Heimweg zurück in den Alltag.

Parking only for VIPs

Fazit: Wir konnten die Paso Finos in Hannover perfekt präsentieren. Mit sechs Pferden waren wir eine richtig große Gruppe. Die Showvorführungen kamen richtig gut an und auch aus den Reihen der anderen Gangpferderassen bekamen wir Lob. Am Stand hatten wir auch viele seriöse Nachfragen. Der Paso Fino wird immer bekannter.

Natürlich schneiten auch viele Freunde und Bekannte zu Besuch herein, was immer schön ist. Eine schöne Messe, eine geniale Truppe. Damit meine ich zusätzlich zu unserer lustigen Messe-Crew auch alle anderen Gangpferderassenvertreter, die sich im Rahmen der IGV hier präsentierten. Wir geben alle ein schönes Bild ab, haben Spaß und Freude an unseren Pferden. Und das merkt man!

PS: Fotos IM Showring folgen noch!

Heute zum ersten Advent ist hier die erste Weihnachtsgeschichte für Euch. Viel Spaß beim Lesen:

Es ist Weihnachten. Die Tränken sind vereist. Die Heugabel ist beim Ausmisten zerbrochen. Es riecht überall nach Zimt. Überall wird  „gepfiffen und getrommelt“. Alle Ponys mampfen gemütlich Ihr Futter. Alle Ponys? Nicht alle Ponys. Nur Diosa, Jacinto, Dimera und Serafin mampfen.

Aber Fénix das kleine schwarze Pony nicht, weil: Ihm saust ständig die selbe Frage durch den Kopf: Warum muss ich unbedingt so schwarz sein. Warum kann ich nicht einfach schön weiß sein?

Da hörte er ein leises klingeln und es wurde immer lauter. Auf einem Mal sah er den Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmann sah das Pony und ging zu ihm. Er fragte das Pony: Kannst du mir helfen? Ein Rentier hat sich  erkältet. Darf es sich hier ausruhen? Na klar!

Aber der Weihnachtsmann zögerte noch lange. Aber wie sollen die Rentiere es schaffen einen Schlitten zu ziehen, wenn eins fehlt? Ich werde dir helfen! Aber ich kann ja gar nicht fliegen! Überlass das Alles mir. 

Und….

Das Pony flog! 

Sie brachten allen Kindern die Geschenke.

Hannah, 7 Jahre

Zur Autorin: Hannah ist erst sieben Jahre alt und schon ein Talent im Geschichtenschreiben. Sie ist die Tochter meiner Arbeitskollegin Steffi und hat zu meiner Freude ganz spontan einen Beitrag geschickt.

Zur Belohnung und als Überraschung haben Nadine und Fénix und ich mit Diosa Hannah und ihre Schwester Freya zu Hause besucht. Die Kinder durften ausgiebig Ponyreiten, Ponyführen und Ponystreicheln und waren begeistert.

Pferdeleben?

Pferd müsste man bei uns sein – den ganzen Tag faul herum stehen und Katzen gucken …

Übrigens: Wer noch keine Töltgeschichte geschrieben hat – es wird langsam Zeit!

Ich wünsche mir ganz viele Paso Fino-Weihnachtsgeschichten. Es sollten folgende Begriffe darin vorkommen:

  • Paso Fino
  • Weihnachten
  • Tränke vereist
  • Heugabel zerbrochen
  • Zimt (wobei ich betonen möchte, dass Zimt kein ausschließliches Weihnachtsgewürz ist)
  • „Gepfiffen und Getrommelt!!!!“
  • Diosa, Jacinto, Fénix, Dimera und Serafin

Viel Spaß beim Erfinden. Zeit habt Ihr bis Anfang Dezember 2011. Bitte an c.griebel@gmx.de schicken.

Die schönste Geschichte gewinnt natürlich wieder etwas. Wer keine Geschichten schreiben mag, darf natürlich auch ein Gedicht schicken. Ich freue mich auf zahlreiche Einsendungen! Ich habe vor jeden Advent etwas von den Geschichten/Gedichten zu veröffentlichen – das wird ganz toll! Dazu brauche ich aber noch ein paar mehr Einsendungen!

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