Krokodile am Sternberghof?

05./06. April 2014:

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge nahmen Yvi und ich dieses Wochenende am Reitkurs mit Stephan Vierhaus am Sternberghof teil. Lachend, weil der Kurs wieder äußerst informativ und spannend war. Weinend, weil es der letzte Kurs von Doris und Reini Sperber am Sternberghof war. Vielen Dank dafür, dass Ihr ein letztes Mal Gastgeber in Kottenheim wart! Wir genossen den Komfort des gewohnten Ambiente und hatten zwei sehr gute Kurstage in familiärer Atmosphäre.

Die Teilnehmer waren dieses Mal fast ausschließlich Paso Fino-Reiter und zwei Quoten-Friesen. Vom Korrekturpferd über kleine Probleme und Jungpferden war eine gute Bandbreite an verschiedenen Pferden und Reitern mit ihren Handicaps zu sehen. Stephan hat es wieder geschafft, alle Reiter da abzuholen, wo sie standen und arbeitete je nach Wunsch an den diversen Schwerpunkten. Was ich so gut an Stephan finde (außer, dass er lieber in der Reithalle reitet, weil draußen die Sonne so hell scheint – was mir als Kellerkind ja sehr sympathisch ist) ist seine Direktheit. Wer bei Stephan reitet wird gnadenlos mit seinen Schwächen konfrontiert. Das kann manchmal weh tun, aber es prägt ein. Und ehrlich gesagt, so eine Reitstunde von ihm mitzuerleben hat einen enorm hohen Entertainment-Faktor. Gut, vielleicht nicht immer für denjenigen, der gerade auf dem Pferd sitzt, aber als Zuschauer schon. Man nimmt auch viele Informationen mit, wenn man „nur“ zuschaut. Stephan erklärt und ist offen für Fragen aus dem Publikum.

Ich konnte mir nebenbei viele Ideen für Jacinto abschauen. Gerade für die leichte laterale Ader von ihm. Einen Tipp fürs Angaloppieren werde ich auch noch ausprobieren. Eigentlich wollte ich Jacinto dieses Mal mitnehmen und gemütlich an weniger dramatischen Problemen arbeiten, aber kurzfristig habe ich mich dann doch umentschieden und mein Dauer-Hopser-Pony Resi mitgenommen. Und das war auch gut so. Letztendlich hatte ich zwar bei Kreinberg vor ein paar Wochen einen Schlüsselmoment, aber es ergaben sich daraus wieder neue Schwierigkeiten, die mich zugegebener Maßen wieder extrem deprimiert hatten.

Stephan hat mir jetzt einen für mich ganz neuen und einleuchtenden Ansatz geliefert. Näheres werde ich jetzt hier nicht erläutern, aber ich hoffe so komme ich weiter. Resi ist insgesamt schon eine echte Prüfung. Sie lehrt mich geduldig zu sein und absolut nichts zu erwarten. Jegliche Erwartung endet in Frustration meinerseits. Die ich übrigens nie an ihr auslasse, sondern die mich grübeln lässt (.… und Schokolade essen … und Chips … *seufz*) Allerdings zweifle ich niemals an der Tatsache, dass ich das Pony gekauft habe, sondern eher an der Tatsache, ob ich ihr gerecht werde. Jedenfalls haben wir am Montag gleich zu Hause weiter probiert und sie kam mir, als sie mich mit dem Halfter gesehen hat, freudig entgegen gewackelt. Das halte ich mal für ein gutes Zeichen. So lange das Pony kommt, wenn ich etwas von ihm will, scheint es nicht allzu schlimm zu sein :-) Oder sie ist Masochistisch veranlagt. Die folgende Übungseinheit auf dem heimischen Reitplatz war dann richtig gut.

Yvi hatte ja das unverschämte Glück noch in den Kurs mit hinein zu rutschen und hat mit Diosa wieder sehr viel Erkenntnisse sammeln können. Stephan hat sie gelobt, weil er gemerkt hat, dass die beiden seit dem letzten Kurs weiter gearbeitet haben und Fortschritte gemacht haben. Auf jeden Fall werden wir wieder dabei sein, wenn Stephan einen Kurs in der Gegend gibt, weil wir beide extrem viel lernen konnten.

Um mal den Kurs kurz zusammen zu fassen (Nicht ganz ernst gemeint :-) Und dabei muss man sich einen ziemlich lauten Stephan in einer Reithalle vorstellen): LAAAAANGSAMER!!!!!! – Schritt gehört so langsam geritten, dass er langweilig ist! NICHT WACKELN!!!!! – Was soll das Gewackel? Das sieht Sch*** aus und nutzt nichts!!! REIT DEINE VOLTE ALS KREIS!!!! – Ihr fallt sonst in das Krokodilbecken!!! DER STIRBT IN DER ECKE!!!!! Meint, etwas Schulterkontrolle wäre gerade jetzt in der Kurve angebracht! – Und ganz persönlich für mich: HÄNDE TIEF!!! und GUCK NICHT NACH UNTEN!!! – ach ja und: LAAANGSAMER!!!

Fazit: Lohnenswert, Informativ, Lustig – wir kommen wieder!

Taktile Taktik?

18. bis 19. März 2014:

 

Der langersehnte Kurs mit Pete Kreinberg fand dieses Mal unter der Woche am Sternberghof statt. Viel brauche ich eigentlich nicht dazu sagen, alles Rund um den Kurs war wie immer perfekt organisiert und Pete selbst kann ich einfach nur empfehlen! Er bringt es einfach immer wieder fertig, dass ich erlebe mit wie wenig Einsatz man ein Pferd dazu bringt, Dinge zu tun, auf die man so lange wartet. Es ist immer wieder erstaunlich, wie leicht sich Blockaden im Pferd lösen, wenn man einfach nur konzentriert auf seinen Sitz und auf ganz feine Hilfengebung ist. Taktiles Reiten ist das Moto. Keine Muskelkraft, sondern feine Nuancen am Sitz und an der Einwirkung ändern und einfach erleben, was das Pferd unter einem mit so einer feinen Kommunikation macht. Genial.

Wie immer startete der Kurs mit einer theoretischen Einführung. Pete erklärt Dinge einfach gut und anschaulich. Dann wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen eingeteilt. Gangpferde (sprich die ganzen Finos) und eine „Normalpferde“-Gruppe, die dieses Mal vorwiegend aus Westernreitern und einem Araber bestand. In jeweils zwei Arbeitseinheiten pro Tag erarbeiteten wir feines Reiten, lösten Blockaden, lernten die Beine unserer Pferde zu spüren und wie die Reaktionen auf das Geübte sich anfühlt.

Vielen Dank an Doris und Reini Sperber, die den Sternberghof ein letztes Mal für einen Kurs mit Pete zur Verfügung stellten und uns einen komfortablen Kurs ermöglichten. Die Versorgung für die Pferde und Reiter war wie immer Top!

Wir waren mit drei Pferden dabei. Nadine mit Fénix, Yvi mit Diosa und ich mit Resi. Wir alle drei haben wieder ganz viel Input mitbekommen und konnten enorm viel verbessern und dazulernen. Es ist für mich schön zu sehen, wie Yvi und Diosa zu einer Einheit zusammen wachsen und wie toll Diosa aufgepasst hat und wie schön sie mitgearbeitet hat. Diosa war sozusagen das „Streberpony“ des Kurses :-) Auch Herr Fénix musste sich ordentlich konzentrieren und Nadine konnte Fortschritte mit ihm verbuchen.

Mein persönliches Highlight jedoch war Resi. Wir hatten endlich das langersehnte Schlüsselerlebnis, dass mir vielleicht den Durchbruch in Resis „Bedienung“ bringt. Des Rätsels Lösung ist die Kontrolle der Hinterbeine. Fragt mich jetzt nicht was das genau bedeutet, aber ich hoffe es funktioniert. Auf jeden Fall war vom ersten auf den zweiten Kurstag eine enorme Verbesserung zu spüren. Resi war die komplette letzte Arbeitseinheit kopfmäßig immer dabei, sie hatte keine Aussetzer und ich habe es mehrfach geschafft sie in einer Gangart zwischen Schritt und Galopp ganz ohne Hopsen zu halten. Kein abdriften ins Pferdenirvana. Eine Kommunikation war möglich. Ich bin noch ganz beeindruckt und ich hoffe so, dass ich jetzt einen dauerhaften positiven Effekt für uns erreichen kann. Mein Ziel einmal einen schönen Feldweg entlang tölten zu können rückt vielleicht in greifbare Nähe. Aber wir wollen nicht zu viel hoffen, die nächsten Wochen werden zeigen, was ich gelernt habe und ob ich es schaffe es zu Hause auch so umzusetzen.

Resi Richtige Richtung?

Racing Resi  - Endlich die richtige Richtung gefunden? – Foto: Yvi Tschischka

Feel – Timing – Balance?

15. – 16. März 2014:

Am Wochenende hatten wir am Zykloopenhof unseren ersten Bodenarbeitskurs. Feel – Timing – Balance hieß es also für 13 Teilnehmer (davon sechs mit Pferd). Nadine konnte Sabine Bühlmann für den Kurs nach Franken locken. Sabine ist unter anderem von Buck Brannaman, Mark Rashid, Steve Halfpenny, Ray Hunt und Bill und Tom Dorrance beeinflusst. Sie hat übrigens letztes Jahr bei Buck Brannamans ersten und bis jetzt einzigem Deutschlandkurs als seine Übersetzerin fungiert. Aber das nur am Rande, tut eigentlich nichts zur Sache. Ich wollte nur etwas mit Sabine angeben, sie selber ist dazu zu bescheiden. :-)

Der Morgen begann mit einer kleinen Vorstellungsrunde. Danach durften wir erst einmal selber eine kleine Trockenübung am Boden testen. Fühlen mit geschlossenen Augen, was für einen „Druck“ es braucht, bis man die Bewegung des Leitseil in den Händen spürt. Und da braucht es nicht viel. Dann longierten wir uns noch gegenseitig. Ziel war das richtige Timing hin zu bekommen um das mit der Longe „gefesselte“ Bein unseres Partners in die richtige Richtung zu bewegen. Timing und Einwirkung sind hier entscheidend. Und es ist gar nicht so einfach. Probiert es mal aus. Das Gefühl, was tatsächlich von einer Seil-Hilfe bei einem ankommt gibt einem wertvolle Denkimpulse für die eigene Hilfengebung. Wir sollen die Beine unserer Pferde bewegen können, nicht umgekehrt!

Der praktische Teil des Kurses begann direkt im Anschluss. Sabine arbeitete mit den verschiedenen Teilnehmer an unterschiedlichen Dingen. Je nachdem, wo die Probleme lagen. Und sie konnte den jeweiligen Pferd-Mensch-Team Übungen nahe legen, die sie für die weitere Arbeit sinnvoll einbauen können. Die erste Kursteilnehmerin begann mit einer Führposition an der Schulter des Pferdes. Sehr schön konnte man hier sehen, wie die Führhand und Körpersprache des Menschen die Bewegungen des Pferdes beeinflusst.

Sabine erläuterte uns ebenfalls wie wichtig es ist Vorhand und Hinterhand getrennt voneinander zu bewegen. Hierzu stellte sie uns eine Übung im Zirkel vor, die erst die Hinterhand weichen lässt und dann, kombiniert in einer Wendung, getrennt die Vorhand. Bei allen Teilnehmern war die Hinterhand einfach zu bewegen, dagegen gab es bei der Schulterkontrolle teilweise schon sehr beratungsresistente Pferde. Man sah genau die Interaktion: zögerlicher Mensch (oder gar Rückwärtsgehen des Menschen) Pferd weicht keinen Schritt, klebt am Menschen oder es weicht sehr zögerlich oder rumpelt mit der Schulter nach innen. Kontrollierter Mensch:  Übung flutscht wie Butter.

Es ist also wichtig die richtigen Dinge zur richtigen Zeit zu tun. Und ganz wichtig: nicht zurückweichen. Die Beine des Pferdes kontrollieren. Und noch ganz wichtig: Den Pferden eine Möglichkeit geben, die richtige Antwortmöglichkeit auf die geforderte Übung zu geben. Sabine legt Wert darauf, dass die Pferde mitarbeiten und selbst auf die richtige „Lösung“ kommen. Nachdem das Pferd ein Fluchttier ist, gibt man ihm „einfach“ die richtige „Fluchtmöglichkeit“ vor und macht alle anderen Möglichkeiten unbequem.

Klingt alles etwas theoretisch oder? Um es mit einem Beispiel zu sagen – es ist wie im Film „Dirty Dancing“ – „Mein Tanzbereich, Dein Tanzbereich“ …. Wir bewegen uns in den Kreisen anderer Personen und ganz deutlich sah man, wie das ungefragte „eindringen“ in den Pferde-Tanzbereich den Pferden erst mal einen Funken Widerwillen abrief. Oder wie die Menschen wiederum nicht so begeistert waren, wenn die Pferde zu sehr in ihren „Tanzbereich“ drängten. Wenn wir den Pferden ihren Raum lassen und sie im Gegenzug unseren Raum respektieren haben beide Seiten wesentlich mehr Entspannung.

Sabines Umgang mit den Pferden und die Einschätzung der Leute hat mir sehr gut gefallen. Bei einem Paar hat sie zum Beispiel festgestellt, dass das Miteinander junges, fremdes Pferd mit unerfahrenerem Mensch nicht Produktiv ist und im Gegenteil zu größeren Problemen führen könnte. Sprich das Pony hat sich zu viel Raum gefordert, das wäre in „Diskussionen“ ausgeartet und kontraproduktiv bis gefährlich geworden. Deshalb hat sie die Arbeit hier abgebrochen und wir haben ein passenderes Pony als Ersatz gefunden mit dem die Übung dann problemlos gefestigt werden konnte. Das hat mich positiv beeindruckt.

Natürlich haben wir Sabine nach dem ersten Kurstag auch noch auf den Fino genötigt. Diosa durfte als erste Fino-Erfahrung herhalten und trotz ungewohntem Gang hatte Sabine doch ihren Spaß. Ich sag nur verräterisches Grinsen im Tölt.

Der zweite Kurstag begann wieder mit einer kleinen Theorie-Einheit. Wir durften uns wieder gegenseitig longieren. Diesmal zu dritt. Ein Longenführer und zwei, die Pferd spielen (Vorhand- und Hinterhand) mit geschlossenen Augen. Die Eindrücke die man da sammelt sind wirklich äußerst ähnlich wie die Reaktionen, die die Pferde zeigen. Und wenn man selber mal das Pferd spielt merkt man mal wie präzise oder schwammig „Hilfen“ ankommen. Eine echt interessante Übung. Die werden wir zwischendurch immer mal wieder ausprobieren.

Anschließend verfolgten wir wieder die Einzelstunden. Man sah bei jedem Teilnehmer-Paar deutliche Fortschritte. Die Pferde waren ruhiger, konzentrierter und die Menschen sicherer und fokussierter. Insgesamt muss ich sagen wir hatten einen richtig schönen Kurs mit vielen Informationen und einer menschlich sehr schönen Kursatmosphäre. Sabine hat versprochen uns dieses Jahr noch einmal zu besuchen und wir sind schon gespannt und freuen uns auf den nächsten Kurs mit ihr! Dann bin ich auch mit Pferd dabei.

Einzig das Wetter ließ uns etwas im Stich. War es doch teilweise recht frisch und windig, ein bisschen Regen war auch dabei, aber tapfer harrten alle Wissbegierigen auf der Reitplatztribüne aus. Gut, wir waren eingemummelt in sämtliche Decken und Jacken die wir finden konnten, vor uns leckere Snacks und heiße Getränke, aber wie sagt man so schon: Frische Luft ist gesund!!!

Bühlmann-Kurs

Bibbern auf der Tribune – Foto: Nadine Zäh

Zumindest verhungert ist noch keiner am Zykloopenhof. Mama Zäh versorgte uns mit leckerem Mittagessen und leckeren Zwischendurch-Snacks und sorgte dafür, dass wir in der Mittagspause gut aufgewärmt wurden – an dieser Stelle ein großes Dankeschön dafür. Und auch an die Kuchen-Spender und leckeren Mini-Amerikaner-Spenderin – vielen Dank, ihr alle habt meine Diät-Absicht an diesem Wochenende gänzlich ruiniert! Wie sagt man doch so schön, getreu dem Eisbären-Motto: Nur die Harten kommen in den Garten! Und natürlich vielen Dank an Nadine und Taimi, durch die wir Sabine an den Hof locken konnten.

Bühlmann

Mit der richtigen Ausrüstung ist alles kein Problem! – Foto: Nadine Zäh

Paddock Trail Reloaded?

08. März 2014 –  kleines Zykloopenhof-Stall-Update

Es darf wieder gestaunt werden. Unser zweiter Paddock Trail ist fertig! Nadine und Johannes haben in Rekordzeit die Jungs-WG-Erweiterung aus dem Boden gestampft. Somit gibt es am Zykloopenhof jetzt also zwei Paddock Trails. (Und natürlich den vermieteten „unteren“ Stalltrakt, der ebenfalls ein Offenstall ist, aber kein Paddock Trail.) Anfang März haben wir nämlich einen ganzen Schwung neuer Einsteller bekommen. Unten und Oben. Wir haben also pferdetechnisch mächtig aufgestockt. Und ganz nebenbei ist das Zykloopenhof-Team auch noch um einen Menschen reicher geworden: Julia und Nachwuchs sind irgendwie bei uns kleben geblieben und ergänzen unsere Chaoten-Mischung seitdem auf vortreffliche Weise. :-)

Die Ursprungs-Gruppe, in der meine Ponys wohnen, hat sich auch verändert. Das Kaltblut-Dicktier und seine weiße Kumpelin sind weg. Dafür haben wir einen feurigen Zuwachs bekommen. Einen rassigen PRE-Wallach, schick, braun, große Klappe, großer Macho … ich sag nur die Damenwelt ist entzückt. Allen voran meine Resi. Die lief die ersten Tage grenzdebil-verliebt zusammengeschweißt mit leicht verklärtem Blick mit dem großen Spanier im Doppelpack herum. Nicht jugendfreie Handlungen, unanständig oft ausgeführt, eingeschlossen. Was tut man nicht alles für die Ponys ….. Der große Spanier fühlte sich also gleich herzlich willkommen bei uns und blühte richtig auf. So viel zum Thema Boxenpferd in die Offenstallherde integriert: klappt super. Und der genießt das ohne Ende. Wenn man den jetzt wieder in eine Box sperren würde, der verstünde die Welt nicht mehr.

Resi

Resi total verliebt … – Foto: privat

Der große Spanier

Der große Spanier – Foto: privat

Die „Jungs-WG“ ist jetzt eine altersmäßig gut durchgemischte Wallach-Hengst-Gruppe. Einige Rentner mit ein paar Wehwehchen sind mit eingezogen und fühlen sich im neuen Freilauf auch richtig wohl. Wer rastet der Rostet. Das gilt vor allem für Arthrose. Die Möglichkeit sich stetig zu bewegen tut der Rentner-Gang richtig gut. Die Integration klappte auch wunderbar. Wir haben die ganze Horde einfach zusammengeschmissen. Vier fremde Ponys, die aber schon zusammen standen, und Nadines zwei Jungs. Es gab zwei Runden Auslauf testen, einmal quietschen und dann stand die ganze Gang zusammen beim Fressen. Jungs sind halt einfach sehr schnell zufrieden zu stellen. Seitdem genießen die Herrschaften jede freie Minute mit ausgiebig im warmen Sand schlafen, das Strohbett auffressen und Heunetze leermampfen.

Ganz sicher wollt Ihr jetzt wieder eine professionelle Zeichnung vom zweiten Paddock Trail sehen?  Diesmal etwas farblos, also kommen wir lieber zu den Erklärungen.

Der zweite Paddock-Trail - eine ebenfalls unheimlich professionelle Zeichnung

Die neue Gruppe hat ihre Tränke an der Hinterwand der „Resi-WG“. So brauchen wir, falls die Resi-WG als Kranken- oder Integrationsbox von einem der beiden Paddock-Trails benutzt wird, nicht umständlich mit Eimern tränken. Also beidseitig nutzbar. Der Bereich um die „Resi-WG“ hat einen Untergrund aus Platten und Schotter mit Sand darüber, damit es keinen Matsch gibt.

Strohbett-Eingang mit Tränke in der Jungs-WG

Strohbett-Eingang mit Tränke in der Jungs-WG (Die Bretter im Vordergrund gehören zur “Resi-WG”-Hütte) – Foto: privat

Von der Tränke gelangen die Jungs dann gemütlich ins überdachte Strohbett. Wir haben den Einstieg extra nicht als Stufe gestaltet, damit die Arthrose-Rentner nicht benachteiligt sind. Barrierefreies Wohnen für Pferde sozusagen. Aus dem Strohbett kommt man auch in Richtung „Fressmöglichkeiten“ wieder hinaus. Das sind die Fressplätze, die noch vom ersten Umbau im Winter übrig sind. Theoretisch hätten wir die Möglichkeit die „Fressgittermöglichkeit“ und das dort angrenzende überdachte Noch-Strohbett (blaues U in der Zeichnung) ebenfalls als Kranken- oder Behelfsbox abzutrennen.

Das Strohbett der Jungs, bekommt man richtig Lust sich selber reinzulegen oder? - Foto: privat

Das Strohbett der Jungs, bekommt man richtig Lust sich selber reinzulegen oder? – Foto: privat

Rundum geht es dann in den Paddock-Trail. Diesmal haben wir als Grundlage feinen Kies genommen und dann erst eine Schicht Sand direkt auf den Naturboden aufgetragen. Die Frage ist was sich besser im Alltag macht: nur Sand oder Sand-Kies? Der Dauertest wird es zeigen. Im „Ersten Paddock Trail“ haben wir übrigens teilweise den Sand-Rundlauf mit Hackschnitzeln ergänzt und den Naturbodenauslauf wieder etwas aufgepimpt. Ebenfalls mit Hackschnitzeln. Ponys essen übrigens furchtbar gerne Hackschnitzel. Das muss etwas ganz Tolles sein. Aber keine Angst, bis jetzt haben sie es alle prima vertragen und wir achten auch darauf was für Holz da verschnitzelt wird. Macht Johannes alles selber.

Weg zum Fressturm

Weg zum Fressturm – Sand/Kies auf Naturboden. Die Zäune werden noch stabiler gemacht. – Foto: privat

Zurück zum Rundlauf bei den Jungs. Architektonisches Highlight ist der sogenannte „Fressturm“. Ein kleines Gadget mit großem Wiedererkennungswert. Ein Spielplatz-Überbleibsel an dem wir in verschieden Möglichkeiten Heunetze aufhängen können. Weiter geht es Rundherum. Heute fertig geworden ist der „Folientunnel“. Eine weitere Möglichkeit für die Jungs sich trocken (oder sonnengeschützt) aufzuhalten. Anschließend geht der Rundlauf wieder direkt mit Blick auf den Einstieg zum Strohbett/Tränke weiter.  

Folien-Tunnel mit Fressturm - Foto: privat

Folien-Tunnel (da stand er grad 5 Minuten, noch nicht mal verankert – also Top-Aktuell!!!) mit Fressturm im Hintergrund – Foto: privat

Wie gesagt, was tut man nicht alles für die Ponys! Und mal unter uns, was gibt es schon schöneres, als zufriedenen Pferden beim dösen, fressen, toben oder schlafen in einer Umgebung zuzusehen, die den Pferden sichtbar gefällt?

Der Folientunnel - Erstes Probedurchlaufen: Check! - Foto: privat

Der Folientunnel – Erstes Probedurchlaufen: Check! – Foto: privat

Und natürlich war das noch nicht alles …. 2014 wird wohl am Zykloopenhof großes Umbaujahr! Ihr dürft gespannt bleiben :-)

“Rheines” Abenteuer?

01. bis 02.02.2014:

An diesem Wochenende habe ich mir sozusagen eine Auszeit von zu Hause genommen und bin zur Jahreshauptversammlung der IGV (www.igv-online.de) gefahren. Dieses Mal fand die Versammlung im schönen Osterspai statt. Die Gegend dort am Rhein um die Loreley mit den ganzen Burgen ist sowieso eine Reise wert. Leider hat es am Samstag geregnet, sonst hätte ich das kleine Städtchen und die Gegend dort gerne noch zu Fuß erkundet.

Was ich richtig schön finde, man hat an diesen Wochenenden endlich Zeit in Ruhe mit den unterschiedlichsten Gangpferdeleuten zu quatschen, fernab von Turnier- oder Messe-Troubel. Im Prinzip haben wir kleinen Vereine ja alle die selben “Probleme”. Von daher tut es einfach gut sich auszutauschen. Und ganz wichtig: Man hat die Möglichkeit einmal über den Tellerrand hinaus zu schauen und in die Reitweise/Richtweise anderer Gangpferderassen hinein zu schnuppern.

Am Sonntag fand nämlich auch ein Seminar mit dem Thema “Trailreiten” statt. Als Referendare standen uns Susanne Heid und Carolin Jost-Kilbert, Richterinnen der EMFTHA (Missouri Foxtrotter Horses Europa) Frage und Antwort. Nach einem theoretischen Teil im Hotel fand auf Gut Liebeneck, welches wunderschön oberhalb des Rheins gelegen ist, der Outdoor-Teil statt. Wer sich in das Thema vertiefen möchte: Mein ausführlicher Bericht über den Tag auf der IGV-Homepage (mit Bildern von Ellen Vierhaus):

http://www.igv-online.de/index.php/aktuelle-informationen/92-igv-seminar-trailreiten-christine-griebel-war-live-dabei-fotos-in-kuerze

Paddock Trail?

20. Januar 2014:

Es gibt etwas Neues. Seit diesem Jahr ist der Zykloopenhof ein Paddock Trail Hof. Jetzt denkt Ihr wahrscheinlich: Na, quatsch nicht, ihr habt doch schon immer einen Offenstall mit Paddock. Stimmt, aber Nadine und Johannes haben schon wieder umgebaut, bzw. wir sind mitten drin und jetzt ist das Ganze noch viel mehr.

Paddock Trail - beheizbare Tränke als weit entferntester Punkt

Paddock Trail – beheizbare Tränke als weit entferntester Punkt – man beachte das kunstvoll gelegte Pflasterstein-Muster (und natürlich den tollen Wach-Muff-Hund!) – Foto: privat

Paddock Trail ist ein offenes Konzept, welches sich in ständiger Weiterentwicklung befindet. Grundgedanke ist der, die Pferde möglichst so zu halten, wie sie in der Wildnis leben würden. Natürlich mit Abstrichen. Wer hat schon ein riesengroßes Areal a la Dülmen oder Mustang-Steppe und kann seinen Ponys Wald, Wasser und hügelige Flur und genügend Platz zum Ausweichen bieten. Und Abstriche braucht man auch, weil man die Ponys ja auch trainieren und reiten möchte und sie nicht nur in der Wildnis beobachten möchte. Also auf Deutsch, es gibt Richtlinien was ein Paddock Trail beinhalten sollte und die reale Umsetzung fällt in jedem Paddock Trail abhängig von den Bedingungen anders aus.

Offenstall-Eingang mit Heunetz und "Wellnessbereich" zur Pferdemassage

Offenstall-Eingang mit Heunetz und “Wellnessbereich” zur Pferdemassage – Für Bilder/Berichte im “alten” Offenstall einfach mal in die Rubrik “wo Cavadoren wohnen” gucken, hier sind alle Wohn-Berichte aufgelistet – Foto: privat

Was ist jetzt so anders an einem Paddock Trail? Paddock Trail geht noch ein Stück mehr auf die Bedürfnisse der Pferde ein als es die reine Offenstallhaltung erlaubt. Im „normalen“ Offenstall gibt es feste Fressquellen, Wasser und Unterstand, meist zentral beieinander gelegen (weil wirtschaftlich) und angrenzend ein Paddock. Das könnte dazu führen, dass die Pferde sich nicht ganz so viel bewegen, wie sie könnten. Sprich, sie halten sich lieber an der Fressquelle auf und warten auf Nachschub.

Was bedeutet das jetzt?

Die Pferde müssen sich Bewegen. Je mehr Bewegung, wie in freier Wildbahn, am Besten noch über unterschiedliche Bodenbeschaffenheit, desto besser. Das geht hierzulande am Besten über Rundwege. Das Wasser soll möglichst weit weg von den Fressquellen sein. Das Futter soll an mehreren kleinen Stellen verteilt werden, über 24 Stunden sollen die Pferde Möglichkeit haben zu fressen. Die Vielzahl der Futterstellen sorgt auch für Ruhe beim Fressen. Der „Futterneidische“ kann nicht überall sein, um die „Rangniedrigeren“ beim Fressen zu vertreiben. An einem Fressgitter dagegen geht das sehr gut. Einfach quer davor gestellt und böse geguckt. Es sollen zusätzliche Anreize geschaffen werden für die Pferde, sich auch tatsächlich zu bewegen.

Paddock Trail Stück ganz oben längs. Hier hat man einen tollen Rundblick!

Paddock Trail Stück ganz oben längs. Hier hat man einen tollen Rundblick! – Foto: privat

Der Paddock Trail wird also so angelegt, dass die Pferde sich bewegen müssen, wenn sie etwas bestimmtes erreichen möchten. Erste Baumaßnahme bei uns war also: Wasser möglichst weit weg von den Fressquellen. Die beheizbare Tränke wurde aus dem überdachten Stall herausgenommen und  ganz weit ans Ende der Koppel verlegt. Dazu wurde vom Paddock aus ein Trail angelegt, rundherum um unsere Koppel. Die Ponys müssen jetzt ganz außen herum laufen, um an das Wasser zu kommen. Wir geben den Pferden auch die Möglichkeit an mehreren kleinen Futterstellen über 24 Stunden Heu knabbern zu können. Wir machen das über engmaschige Heunetze, die wir an verschiedenen Stellen aufhängen. Das versaut viel weniger und die Pferde fressen länger. Zusätzlich gibt es natürlich weiterhin noch Silage oder im Sommer Gras.

Paddock Trail Blick von ganz außen auf den Stall

Paddock Trail Blick von oben-längs auf den Stall – Foto: privat

Alleine das Entzerren an der Sammelstelle Wasser/Futter führte zu einer deutlich spürbaren Entspannung in unserer Gruppe. Und unsere Gruppe war eigentlich gefühlt schon entspannt. Natürlich verteilen sich die Pferde bei mehr Platz auch nach Vorlieben. Nadine meint zum Beispiel, Fénix hätte schon abgenommen. Féni schläft viel über den Tag verteilt und er frisst auch recht gerne. Jetzt ist er gezwungen zwischen seinen beiden Lieblingsbeschäftigungen mit mehr Aufwand hin und her zu pendeln. Schritt zwei war nämlich das bei unseren Schnarchnasen beliebte Strohbett-Schlafzimmer räumlich ebenfalls von den Futterplätzen zu trennen. Das heißt, die Herrschaften müssen jetzt auf jeden Fall immer den ganzen Trail benutzen, um vom Fressen ins Strohbett zu kommen. Es gibt kein schnelles Pendeln mehr, um eben mal einen Happen zu essen. Gut, es gibt inzwischen auch ein bestimmtes sehr kaltblütig Tier im Stall, dass dann eben aus diesem Grund darauf verzichtet am beliebten Strohbett herum zu gammeln. Aber auf jeden Fall muss sich besagtes Dicktier mindestens bis zum Wasser bewegen wenn es nicht verdursten will. Was das Dicktier übrigens ziemlich stinkig macht.

Paddock Trail Stück Richtung Windschutz/Strohbett

Paddock Trail Blick Richtung Windschutz/Strohbett, Nebenan “Jungs-WG” – Foto: privat

Jacinto zum Beispiel wirkt komplett entspannt – und das wirkt sich meiner Meinung nach auch aufs Reiten aus. Er ist ja sowieso mehr der Einzelgänger. Momentan ist sein absoluter Lieblingsplatz der Trail, möglichst weit weg von den Anderen. Er steht meist in der Nähe der Wasserstelle und schaut durch die Gegend. Gut, die Aussicht da hinten ist auch wirklich nicht ohne. Man hat den kompletten Rundumblick, was durchaus seinen Reiz hat. Diosa tummelt sich natürlich lieber an den Fressstellen. Sie schlendert von Heunetz zu Heunetz und die zusätzliche Bewegung tut auch ihr ziemlich gut. Resi, als Rangniedrigste im Stall profitiert auch sehr von der veränderten Situation. Der „Pulk“ verteilt sich gleichmäßiger und das scheue Reserl frisst jetzt sogar mit dem kalten Dicktier zusammen am Heunetz ohne vor Angst zu sterben.

Paddock Trail Stück vom Dach aus (mit "Jungs-WG" nebenan)

Paddock Trail vom Dach aus (mit “Jungs-WG” nebenan) – man sieht Jacinto an seinem Lieblingsplatz – Foto: todesmutig aufgenommen vom Hochsilo aus – Ich glaube die zittrigen Hände waren nicht Foto-tauglich in dem Moment #Höhenangst

Gymnastik müssen die Herrschaften ja sowieso bei uns schon machen. Der Einstieg ins Strohbett besteht aus Kletterstufen. Im befestigten Paddock sind ebenfalls Stufen zum Klettern. Wir haben verschiedene Bodenverhältnisse. Beton, Paddockmatten, Pflaster, Sand und Naturboden (sprich momentan halt Matsch) und das Strohbett. Der neu angelegte Trail besteht aus Sandweg. Auf jeden Fall haben unsere Pferd alleine durch die ganzen Wege schon eine ordentliche Grundbewegung. Durch die ganzen Stufen gibt das auch ordentliche Popo-Muskeln. Sie müssen aufpassen, worauf sie gerade laufen. Die Paddockmatten sind zum Beispiel an manchen Tagen ganz schön rutschig. Da müssen die Bremswege anders kalkuliert werden, wie auf dem Naturboden oder dem Sandtrail. Für uns Menschen ist der Trail übrigens auch eine gute Gymnastik. Durch das Stapfen durch den tiefen Sand gymnastizieren wir unsere Problemzonen Po und Beine ganz gut. Was Johannes natürlich jedes Mal, wenn er einen von uns mit Mistboy im Trail sieht mit einem kräftig gebrülltem „Ist gut gegen Cellulite!“ quittiert. Danke hierfür.

Der nächste Schritt wäre also noch ein paar Veränderungen im Bodenuntergrund anzulegen. Vielleicht ein Stück mit Kies, oder ganz genial wäre eine optionale Wasserfurt. Auch ein paar Baumstämme, ein „Scheuerbaum“ oder sonstige Raumteiler würden sich noch gut machen. Wir werden sehen. Aber jetzt wird als Nächstes erst einmal der zweite Trail fertig gestellt. Damit die neue Jungs-WG auch in den Genuss eines Paddock-Trails kommt.

Das beliebte Strohbett-Schlafzimmer von oben fotografiert

Das beliebte Strohbett-Schlafzimmer von oben fotografiert – hier schlafen die Herrschaften äußerst gerne – Foto: privat

Interessant wäre auch einmal per GPS-Tracker festzustellen, wie viel die einzelnen Pferde jetzt tatsächlich laufen. In freier Wildbahn wären das 15 bis 30 km pro Tag. Laufen und die ständige Bewegung hält außerdem Gesund und die Hufe robust. Eines kann ich auf jeden Fall schon sagen: Die Pferde fühlen sich wohl, sind ausgeglichen und harmonisch in ihrer Herdenstruktur. Und das wissen wir ja Alle, wer zufrieden ist, ist leistungsbereiter.

Auf jeden Fall werde ich über den weiteren Dauertest Paddocktrail und die Veränderungen berichten und das mit dem GPS-Tracker ist auch schon in Arbeit. Da bin ich als alter GPS-Junkie schon gespannt drauf. Wer noch weitere Informationen und andere Paddock Trail-Anlagen gucken möchte: www.paddock-trail.de.

Um sich das Ganze am Zykloopenhof jetzt mal visuell vorstellen zu können habe ich eine unheimlich professionelle Stallskizze erstellt. Sie ist übrigens auch unheimlich professionell in Bezug auf Proportionen und tatsächliche Größe und überhaupt ….. aber man dürfte erkennen, wie der Paddock Trail konzipiert ist:

Unheimlich professionelle Stallskizze

Unheimlich professionelle Stallskizze

Das mit “Offenstall” blau gestreifte ist der überdachte ursprüngliche Stall. Er ist durch eine große Flattervorhang-Tür und eine kleine ebenfalls geschützte Tür Richtung Windschutz erreichbar. Hier ist noch das ursprüngliche Fressgitter übrig und es sind rund um dieses Hauptgebäude engmaschige Heunetze ausgehängt. Im zweiten blau gestreiften Bereich ist das beliebte “Strohbett-Schlafzimmer” untergebracht. Man erreicht es durch zwei Kletterstufen nach unten und nachdem man den ganzen Trailweg um die Koppel herum gelaufen ist. Das wellig-graugeschriffelte soll eine räumliche Abtrennung markieren. Hier sind die Pferde gezwungen ganz außen den Paddock Trail herum zu laufen um an Strohbett und Windschutz zu kommen. Die einfache Strecke von Offenstall über den Trail bis ins Strohbett sind übrigens ca. 170 Meter.

Der “Resi-WG”-Bereich betitelt einen abgrenzbaren matschfreien Bereich mit Unterstell-Hütte und Tränke. Er kann als Integrationsbox, Krankheitsbox oder Vergrößerung des “Jungs-WG”-Bereiches genutzt werden. Die “Jungs-WG” habe ich Euch übrigens nicht komplett aufgemalt. Dieser Bereich ist auch noch nicht ganz fertig. Beinhaltet aber ebenfalls ein Strohbett, einen Fressbereich und ganz viel Platz zum Toben und Spielen, ebenfalls mit einer beheizbaren Tränke, die auch von der “Resi-WG” erreichbar ist.

"Jungs-WG" Sandbereich, mit "Resi-WG" Hütte im Hintergrund

“Jungs-WG” Sandbereich, mit “Resi-WG” Hütte im Hintergrund

"Jungs-WG" Fressplatz und Strohbett frisch vorm ersten Einzug der "Jungs"

“Jungs-WG” Fressplatz und Strohbett frisch vorm ersten Einzug der “Jungs”

Glühwein im Januar?

06. Januar 2014:

Zwei Tage nach unserem Eisbärenritt dachten wir uns etwas Entspannung zu Pferd wäre für uns ganz gut und starteten bei Marion und Kai Bachmayers erstem Hohenholzer Neujahrs-Glühwein-Orientierungsritt. Am Abend vorher haben wir spontan noch Jenny und Kiwi rekrutiert, damit wir beide Hänger voll haben. Außerdem hat Jenny noch nie bei einem Orientierungsritt teilgenommen und da musste auf jeden Fall Abhilfe geschaffen werden.

Mit perfektem Reitwetter und gut gelaunt kamen wir in Hohenholz an. Hier fing uns Kai gleich ab und wies uns Parkplätze zu. Entspannt konnten wir uns gemütlich am Lagerfeuer aufwärmen und erst mal Frühstücken. Zügig ging es dann schon los. Es hatten 27 Reiter den Weg nach Hohenholz gefunden. Es gibt also doch genügend „bekloppte“ Winter-Reiter in unserer Umgebung.

Jacinto, Diosa, Fénix und Kiwi in Hohenholz - Foto: privat

Jacinto, Diosa, Fénix und Kiwi in Hohenholz – Foto: privat

Die zwölf Kilometer lange Strecke war gut nach Karte zu reiten und markante Punkte waren markiert. Es gab insgesamt vier Stopps auf der Strecke. Wovon Stopp 1 und 4 die Einfachsten waren. Es musste nämlich zur Aufwärmung ein Schnäpschen getrunken werden und die Ponys durften zwischen Karotte und Apfel zur Stärkung wählen. Sehr angenehm. Station zwei war unbemannt und hier war für jeden ein Umschlag hinterlegt mit lustigen Fragen und Rätseln. Wer hier genau gelesen hat, war im Vorteil. Ich sage nur: „Wie viele Tiere nahm Moses mit auf die Arche?“ oder „Wer lebt von der Hand im Mund?“ Die restlichen Worträtsel verfolgten uns noch ein ganzes Stück! Wer wollte konnte hier auch noch sein Pferd bemalen.

Station 3 war dann eine Spiele-Station. An einer Wäscheleine waren Naschsachen gehangen, die man mit dem Mund erwischen musste. Essen fangen ist immer gut. Zur Verdauung gab es dann an Station 4 wieder einen Schnaps … oder auch zwei … und wir bekamen alle eine getrocknete Spagetti in die Hand gedrückt, die wir heile nach Hause bringen sollten. War mir ganz gelegen kam, weil ich seit der Station mit den Umschlägen alle vier Umschläge mit mir herum geschleppt habe. Wie auf der Arbeit. Frau Griebel ohne Akte ist nicht komplett. Also die Spagetti noch dazwischen geklemmt, da war sie gut und sicher aufgehoben.

Yvi und die Nudel - Foto: privat

Yvi und die Nudel – Foto: privat

Zurück in Hohenholz gab es dann noch einen kleinen spontanen Abschlusstrail. Hier staute es sich ein bisschen, aber das ist ja bei wenigen Startern nicht so dramatisch. Außerdem durften die Gruppen gemeinsam starten, was viel lustiger war. Jeder musste etwas anziehen, entweder Schweineohren, Schweinenase, Schal oder Handschuhe. Dann galt es einen Luftballonslalom zu umrunden, schön alle hintereinander her, wie die Elefantenkinder. Und zum krönenden Abschluss sollten wir eine Wunderkerze entzünden und uns daran erfreuen.

Nachdem wir die Pferde versorgt hatten gab es dann noch ein gemütliches Zusammensitzen am Lagerfeuer mit Gulaschsuppe für die Fleischesser und Salat für die Vegetarier. Hier ist man halt als Vegetarier etwas benachteiligt im Winter. So ein Salat wärmt halt nicht wirklich von innen. Aber es gibt ja noch Kaffee und Glühwein. Nachdem alle wieder warm und gestärkt waren gab es noch eine kleine Siegerehrung. Sprich, jeder bekam eine Tüte mit kleinen Belohnungen für Pferd und Reiter und eine Urkunde. Es ging ja nicht um eine Platzierung, sondern darum Spaß zu haben. Und Spaß hatten wir auf jeden Fall.

Der Ritt war gerade richtig, nicht zu lang und nicht zu kurz. Die Stimmung war topp und wir vier (Nadine/Fénix, Jenny/Kiwi, Yvi/Diosa, ich/Jacinto) waren/sind ein tolles Team. Die Ponys haben auch prima mitgemacht. Jacinto war sogar so gechillt, er hat nicht mal mitbekommen, dass über ihm diese Wunderkerze geblitzt hat. Diosa und Yvi sind sowieso inzwischen schon richtig alte Hasen. Und Jenny ist auf jeden Fall mit dem Orientierungsritt-Virus angesteckt und für das nächste Mal ist der Platz im Hänger auch schon wieder reserviert für Kiwi.

Insgesamt eine Prima Idee mit dem Glühweinritt – wir hoffen doch auf eine neue Ausführung im nächsten Jahr. Vielen Dank an Marion Bachmayer und ihr frosterprobtes Team!