Del Cavador

Hessen Halligalli?

10. bis 12.03.2017:

Britta fragte ob wir nicht Lust hätten mit den Ponys beim Showprogramm der Fachmesse Jagen – Reiten – Fischen – Offroad in Alsfeld mitzumachen. Nachdem wir immer gerne für Neues aufgeschlossen sind und gerne Zeit mit netten Fino-Freunden verbringen haben wir natürlich zugesagt. Ohne eigentlich zu wissen, auf was wir uns einlassen. So wie immer halt 🙂

Die Internet-Recherche zu dieser Messe besagte erst mal nicht so viel. Es ist eine überregionale Fachmesse, die bereits zum 16. Mal in der Hessenhalle in Alsfeld stattfindet. Eigentlich sogar in drei Messehallen mit ungefähr 200 Ausstellern auf 8000 Quadratmetern Plus der Reithalle. Also doch gar nicht so Klein. Neben Jagd und Fischen waren dort auch Falkner mit Greifvögeln, leckere Fischspezialitäten und eine Jagdhundeschau zu finden. Und natürlich ein paar Offroad-Auto Hersteller. Und eine kleine fast unbemerkte Anti-Jagd-Demo mit vier Teilnehmern am Samstag vor dem Haupteingang. Die haben Yvi und ich übrigens bei unserem Mittagessen am Fisch-Stand monoton ihre Protest-Litanei herunter rasseln hören. Naja. Leben und Sterben lassen sag ich da nur. Zumindest waren sie dabei an der frischen Luft gestanden.

Dieses Jahr war der Verband der Pony und Pferdezüchter Hessen e.V. mit der Frühjahrskörung in die Messe integriert und einem bunten Showprogramm im Pferdezentrum. Dort traten wir also mit einer Paso Fino Choreographie mit kleiner Rasse-Vorstellung in den drei Showblöcken auf. Wir waren sechs Paso Finos (Amistad/Britta, Angelita/Johanna, Bandolera/Terra, Camino/Jürgen, Diosa/Yvi und ich mit Jacinto) und natürlich fleißigen Helfern (Gerd, Stan, Ann-Karin und Sonntag noch Heike und Erick, die spontan vorbei gekommen sind). Übrigens Glückwunsch an Marie Wendel zu ihrem schicken Körungs-Siegerhengst Ferdinand (Aegidienberger), den haben wir uns natürlich gleich in „echt“ angeguckt und für sehr schick befunden.

Aber erst mal von Anfang an! Yvi und ich hatten den Freitag schon frei, deshalb sind wir ganz gemütlich erst mal mit den Ponys nach Flieden gefahren. Wie schon mehrfach panisch erwähnt, hatten wir die Choreographie ja noch nicht groß angesehen. Also war gemeinschaftliches Üben am Abend in Flieden angesagt. Das hat erstaunlich gut geklappt, sogar in der kleinen Reithalle mit sechs Finos in fast-echt Geschwindigkeit zu Pferd. Also perfekt. So konnte der Abend gemütlich bei gutem Essen enden. Samstag früh sind wir dann im Konvoi nach Alsfeld aufgebrochen.

Ponys im Zwischendomizil …. warten aufs Essen … auf was sonst? – Foto: privat

Übrigens erlebt man auf der Autobahn immer „lustige“ Dinge. Leute ohne Nummernschild, komisch rauchende Laster auf der Standspur fahrend, obwohl sie so aussehen als ob sie gerade abbrennen würden (und auch so stinken), aber auch ganz toll eine korrekt gebildete Rettungsgasse im Stau. Autobahnfahrten mit Pferdehänger beeindrucken mich immer. Vor allem, wenn ich dann endlich sicher angekommen bin!

In Alsfeld haben die Ponys erst mal ihr Quartier bezogen (komfortable Boxen im Pferdezentrum) und wir haben Rudi den Hausmeister kennen gelernt. Sehr durchgreifender Charakter, aber auch ein ganz Netter. Nur kleiner Tipp: NIEMALS im Parkverbot stehen bleiben. Und wir konnten uns in Ruhe orientieren und schon mal über die Messe schlendern. Yvi hat auch ihr Traumauto gefunden. Leider mangelt es noch an Sponsoren. Aber wenn Landrover sich überlegt ins Sponsor-Geschäft für arme Fotografen und Fino-Besitzer einzusteigen, Yvi und ich wären da sofort dabei. Wir würden auch die Firma LANDROVER ganz oft erwähnen. Und Fotos machen. Yvi hätte ihren übrigens gerne in weiß. Und ich in schwarz. *hust*

Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber ich würde mich natürlich momentan auch super gerne von FORD sponsern lassen, da gibt es ja schon wieder ein tolles Nachfolgemodell meines derzeitigen Pferdekutschen-Vehikels. Welches ich übrigens sehr gerne mag. Automatik als Zugmaschine – warum hatte ich das nicht schon eher? Ok, ich hör jetzt auf rumzuspinnen … aber vielleicht sponsert mir irgendwann mal wer einen Kaffee. Das wäre auch nett 🙂

Zurück zur Messe: Jedenfalls hatte wir enorm viel Spaß vor und hinter den Kulissen. Jacinto und Diosa haben sich beim Warten auf den Auftritt gleich mit zwei knuffigen Shetty-Hengsten (87 cm) angefreundet, die ganz viele Kunststückchen können. Mit einem hab ich gleich herum geknutscht (Er hat angefangen!!!!), da war der Zwerg aber grad nicht dabei, sonst wäre er vielleicht noch eifersüchtig geworden. Die drei Auftritte liefen super – ich bin immer noch ganz begeistert von Jacinto, wie toll er das gemacht hat. Überhaupt, wie toll ich meine beiden Ponys überall hin mitschleifen kann, und wie gechillt die beiden sich verhalten. Egal wie unruhig es um sie herum ist. Das ist echt Gold wert. Diosa liebt es ja sowieso eine Box und mehrere Sklaven um sich zu haben, die sie bedienen und versorgen. Also mich und Yvi in dem Fall. Und wer da sonst noch so vorbei gelaufen kommt. Diosa ist sehr kommunikativ, wenn sie in einer Box steht.

Sonntag war dann unser anstrengender Tag mit zwei Auftritten am Tag. Schade dass ich den Showblock nicht selber sehen konnte (unser Auftritt war immer ziemlich in der Mitte). Aber es war einiges geboten: eine Springstudie, Pferd und Hund, Freiheitsdressur, unsere Shetty-Freunde, Voltegieren, Kaltblüter in Aktion (der Kontrast in der Abreitehalle Fino vs. Kaltblut ist übrigens interessant 🙂 ), Trakehnerhengste in der Dressur, eine Fahrquadrille, Geschicklichkeitsfahren auf Zeit und die American Saddlebred Horses der Familie Güldner, inclusive Christiane Kress in der Dressur. Immer wieder beeindruckend! Und sehr coole Reitmäntel. Wahrscheinlich habe ich jetzt sogar noch Akteure vergessen. Ich werde alt.

Rumtrödeln mit den Shetty-Hengsten …. (also einer ist sichtbar) – Foto: privat

Aber alles lief richtig gut, wir haben gutes Feedback bekommen. Und die Hessenhalle war richtig voller Zuschauer! Auf jeden Fall hat es richtig Spaß gemacht mit dabei zu sein und mit so fantastischen „Kollegen“ diese Choreographie zu reiten. (Auf Facebook als Video ansehen) Als Überraschung hat sich Hausmeister Rudi dann am letzten Auftritt mit einem Tablett voller Sektgläser mit in die Bahn gestellt und nach dem Ritt sind wir alle vorbei geschwirrt und haben uns ein Glas Sekt abgeholt für eine Extra-Runde. Wie gesagt, eine sehr schöne Messe am Pferdezentrum in Alsfeld. Schöne Gespräche, viel Spaß, viel Lachen – ich glaube wir sind bestimmt wieder mal mit dabei 🙂

Ein spezielles Dankeschön geht an Britta und Gerd Mülle und das Team Flieden, die uns während des Wochenendes bei sich aufgenommen haben. Es macht immer wieder Spaß bei Euch. Und natürlich ein dickes Dankeschön auch an alle, die dabei waren und die wir getroffen haben (dieser Blog-Artikel ist übrigens speziell dafür da, morgen früh jemandem beim Kaffee trinken zu erfreuen *zwinker*). Aber die Ponys waren dann am Sonntag Abend doch sehr froh endlich wieder zu Hause anzukommen. Die Hängerfahrt über waren sie doch ziemlich müde – aber in jeder Lage topp brave Hängerfahr-Profis).

Outfit für den Auftritt – Foto: Yvis Handy glaub ich ….

PS: Wer Instagram hat kann zwischendurch unsere Abenteuer live mitverfolgen bei Yvi Tschischka Photography – dort gibts immer mal Live-Storys zwischendurch

Die drei Sätze?

28. Februar 2017:

Die drei Sätze

Ich muss mich heute aufregen. Es geht um drei Sätze. Totschlag-Sätze. Sie ersticken alles im Keim. Außer meiner Wut. Seid Ihr bereit? 🙂

Satz Nummer eins: „Das war schon immer so.“ – hmhm… soso … und das heißt dann automatisch, dass es besser ist? Anscheinend. Veränderung scheint schlecht zu sein. Entwicklung auch. Und bloß nix in Frage stellen. Auf gar keinen Fall. Oder am Ende noch hinterfragen? Da könnte ja eine andere Meinung raus kommen. Oder noch schlimmer: Ein besseres Ergebnis. Neee, das geht nicht. „Das war schon immer so.“ Drum stehen Pferde heute noch in Ständern. Drum laufen Leute heute noch mit Leggings und schlechten Dauerwellen rum. Drum gibt es Fax statt Internet. Drum heißt Raider heute Twix. Ok, das war ein schlechtes Beispiel, schmeckt immer noch gut. „Das war schon immer so“ blockiert alles. Im Keim. Von Anfang an. Ohne wenn und aber. Bloß nix verändern … – da kommen wir zu

Satz Nummer zwei: „Früher war alles Besser.“ Klar. Am Arsch war alles Besser. Es ist psychologisch erwiesen, dass Menschen ab einem gewissen Alter mehr Erinnerungen an ihre Vergangenheit speichern, als an die noch verbliebende Zeit. Autobiographische Gedächtnisforschung ist das Stichwort. Das renommierte Birnbaum-Institut hat dazu eine Statistik erstellt. Menschen verklären ihre Erinnerungen an die Vergangenheit. Fehler, schlechte Erinnerungen, Schmerz, negative Erlebnisse werden nach und nach weichgezeichnet, oder sogar vergessen. Am Schlimmsten sind die jungen Erwachsenenjahre, da erlebt man alles zum ersten Mal ziemlich intensiv. Deshalb bleibt es auch verklärt in der Erinnerung hängen. Professor Bernhard B. Birnbaum weiß wovon er spricht.
Früher war alles besser zählt also nicht. Es ist weichgefiltert und weichgespült. Und hat Null mit Realität zu tun. Und bei weichgespült bin ich schon bei

Satz Nummer drei: „Kaffee draußen nur im Kännchen.“ What? Was sind das überhaupt für Kännchen? In diese sogenannten Kännchen bekommt man gerade zwei Tassen rein. Und zwar von der Sorte Tasse, in die eh nix rein geht. Diese kleinen Tässchen, in denen der Kaffee schon kalt wird, wenn er nur eingegossen wird. Sprich er schmeckt eh wie kalte Katzen-Pisse mit einer Prise Asche drin. Und die Henkel klemmen immer die Finger ein. Wieso draußen nur Kännchen? Seid Ihr zu Faul einfach einen großen Becher hin zu stellen? Oder wer hat überhaupt dieses Kännchen-Gedöns erfunden? Stellt einfach ordentliche Becher hin und große Thermoskannen, damit das Zeug auch warm bleibt! Wer fängt schon wegen drei Schluck das Kaffeetrinken an? Pfff…. am Ende ist das die Fraktion, die früher alles besser fand und außerdem war das schon immer so!

Jetzt mal ernsthaft. Ich habe keine Lust mehr auf Menschen, die alles schlecht reden. Menschen die immer nur von früher reden. Menschen die immer nur an anderen herumkritteln. Ich bin jetzt über vierzig und möchte mich mit meinen verbleibenden guten Jahren nicht mehr mit irgend welcher Kacke von „Früher“ beschäftigen. Ich möchte jeden Tag als einen guten Tag erleben. Es gibt genug Dinge, die ich noch erleben möchte. Ich will, dass in meinem Fokus die guten Dinge stehen, die jeden einzelnen Tag neu passieren. Die kleinen Momente, die viel Spaß machen. Ich möchte meinen Fokus auf kommende Dinge richten, die ich vielleicht noch gar nicht abschätzen kann, weil sie so großartig und unerwartet auf mich zukommen. Ich möchte nicht gefangen sein in einer Welt aus Vergangenheit und Draußen gibts Kännchen.

Das heißt nicht, dass ich mich nicht an „früher“ erinnern darf. Das mache ich auch gerne, aber ich staune eher, was in der Zwischenzeit passiert ist. Ich bin eher erschrocken, wie viel Zeit seit dem schon vergangen ist, und was in dieser Zeit alles passiert ist. Ich möchte versuchen jeden Tag eine gute Version von mir abzugeben. Und das kann ich nicht, wenn ich in der Vergangenheit gefangen bin. Das kann ich erst, wenn ich der Zukunft gestatte mein Leben zu bereichern. Das kann ich auch erst, wenn ich mich nicht mehr mit dem Mist von anderen Leuten beschäftige, der mich sowieso gar nichts angeht.

Ich will auch nicht hören: „Boah, schon wieder Montag/Arbeit/*freieinseztbareswort* – ich möchte gerne jedem neuen Tag eine Chance geben. Und wenn ich früh morgens aufstehe und mir sage: „Boah, was für ein Scheiß, schon wieder Montag, ich muss auf Arbeit gehen…..bläh….“ dann wird das auch nix. Im Kopf fängt die positive Stimmung an. Ich stehe vielleicht auch früh auf und hab keinen Bock auf die Arbeit zu gehen, aber dann denke ich mir: „Och jo, auf Arbeit gibts Kaffee“ Das ist doch schon mal was. Vielleicht bringt wer war zu Essen mit, dann ist es noch mal gut. Und während ich zufrieden an meinem warmen Schreibtisch (oder sonst wo) sitze höre ich mir das Gejammer von Anderen an und denke mir: „Lustig, total lustig, mit was für einem Zeug ihr euch blockiert, anstatt dem Tag eine Chance zu geben!“

Und es funktioniert (auch bei mir nicht immer), aber wenn man einfach unbelastet und NUR mit der Suche nach positiven Dingen durch seinen Tag geht (und wenn sie auch noch so klein sind), dann wird der Tag gut. Ich arbeite jedenfalls daran. Ich will nur noch gute Tage haben. Und dazu darf man sich gerne auch Bilder aus seinem alten Fotoalbum ansehen von schönen Erlebnissen. Und dabei darf man träumen und überlegen, was man noch alles tolles Erleben möchte. Und dann muss man es einfach in Angriff nehmen. Einfach mal Sachen als gegeben nehmen und ANNEHMEN und nicht als unüberwindbare Grenze sehen, sondern als Herausforderung. Oder als Sprungbrett. Es passieren nämlich ziemlich viele gute Dinge, wenn man sie einfach passieren lässt und sich darauf einlässt. Garantiert.

Resi Richtige Richtung?
Vorwärts schauen ist die Devise – klappt zwar nicht immer, aber immer besser! – Foto: Yvi Tschischka

Tag 293 nach dem Horrorszenario?

25. Februar 2017:

Heute ist also Tag 293 nach dem Brand am Zykloopenhof. Nachdem ich Euch letztes Mal davon berichtet habe, wie das erste neue Gebäude endlich Wände und ein Dach bekommen hat, berichte ich heute vom zweiten neu entstehenden Gebäude: dem ehemaligem/neuem Strohbett für die Jungs-WG.

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Sieht aus wie ein insziniertes modernes Art-Irgendwas-Bild oder? – Foto: privat

Das ist der Blick aus dem ursprünglichen, übrig gebliebenen Stallgebäude (Weiber-WG Strohbett). Johannes hat gestern in einer seiner gefürchteten Spontan-Aktionen die Wand entfernt und die Vorbereitung für die Anbindung an das zukünftige neue Stroh-Bett-Gebäude für die Jungs begonnen.

Blick
Blick vor den zukünftigen Stroh-Bett-Stall. Foto: privat

Hier wird sich in den nächsten Tagen einiges tun! Auf jeden Fall macht es sehr großen Spaß den Bauarbeitern beim wieder Aufbauen zuzusehen. Und die neuen Gebäude sehen schon mal richtig toll aus. Wir sind total begeistert!

Stimmung
Romantische Baustellen-Stimmung – Foto: privat

Der Wiederaufbau schreitet als jetzt gut sichtbar voran und das macht richtig Spaß zu beobachten. Von daher gibt es jetzt bestimmt in den nächsten Wochen viel zu berichten! 🙂

 

Klickertraining?

22. Februar 2017:

… es wird übrigens fleißig weiter geklickert – nicht täglich, dazu reicht die Zeit zwischen des Alltags „Geldverdienen“ nicht wirklich, aber ich finde es jetzt im Winter, wenn man zu faul zum Reiten ist, oder als Ergänzung, oder für Zwischendurch wirklich eine schöne Beschäftigung.

Frau Drachenpony ist in der Zwischenzeit auch schon richtig locker geworden und folgt mir relativ häufig relativ lange. Heute ging sogar das erste Mal etwas schneller, ohne dass sie gleich die Motivation verloren hat. Insgesamt hat sie sehr an Freude bei der „Arbeit“ dazu gewonnen. Gut, sie ist ein verfressenes kleines Luder, aber dabei so was von putzig, man kann ihr nicht böse sein! Und ja, ich passe auf, dass sie nicht zu fordernd und bettelig wird.

Aber seht selber – ein kleines Filmchen von letzter Woche – ein weiterer Teil der Klicker-Dokumentation:

 

 

 

 

Diosas Geschichte?

19. Februar 2017:

Diosa ist mir damals zweijährig mehr oder weniger spontan passiert. Sie war ein Scheidungskind aus Schweden. Und sie ist ein Schecke. Vor Jacinto hatte ich mir damals einen kleinen Schecken angesehen, aber der war dann zwei Tage bevor ich Interesse zeigte verkauft worden. So war Jacinto nur zweite Wahl. Letztendlich hat sich natürlich heraus gestellt, dass Jacinto meine beste Wahl überhaupt war, aber das ist wieder eine andere Geschichte. Jacinto bleibt immer bei mir, egal wie er läuft oder was er anstellt. Er ist und bleibt mein erstes eigenes Pferd und mein größter Lehrmeister.

Aber kommen wir zurück zu Diosa. Ich durfte damals ihre Mutter Probereiten und war irgendwie ganz angetan von dem Pinto-Feeling und der einfachen Reitbarkeit und der sympathischen Art. Wahrscheinlich spielte unterbewusst mit, dass ich ja immer mal einen Schecken wollte. Aber warum, kann ich gar nicht sagen. Wahrscheinlich weil ich diese ganzen einfarbigen Pferde immer verwechsle. Das passiert bei einem Schecken nicht. Die sind individuell. Erkennt man auch ohne Brille. Fragt nicht. Keine Ahnung. Jedenfalls dachte ich mir: Naja, so ein Zweitpferd wäre ganz praktisch. Da hat man ein Ersatzpferd und mit einer Stute kannste auch mal ein Fohlen ziehen. Wäre ganz nett. Dann habe ich erst mal einen Stall klar gemacht und meine Finanzen gecheckt. Erst als all das klar war habe ich mir Diosa wirklich angesehen. Wir waren auf der Weide, wo sie den Sommer über stand und ich hatte so gar keine Erwartungen. Ich wollte einfach nur gucken. Ihre Mutter hätte ich ja auch kaufen können, die wäre schon geritten gewesen. Diosas Mama ging dann übrigens später mit einer netten Frau nach Afrika.

Nimmer schüchtern
Fiesta 2007 – Diosa nicht mehr schüchtern! – Foto: weiß ich gar nicht mehr …. vielleicht von Conni Schneider?

Diosa war damals ein sehr schüchternes Pferdchen, aber sehr optimistisch irgendwie und natürlich hübsch (trotz Quadratschädel und kurzem Hals). Doris und ich standen also auf der Koppel und ich wollte wirklich einfach mal nur gucken. Unterbewusst habe ich mir wohl gesagt: Lass es drauf ankommen. Wenn das Pferdchen jetzt nett ist und auf dich zukommt, dann nimmst du es einfach. Wenn nicht, nicht. Und was soll ich sagen, irgendwie hat Diosa letztendlich mich ausgesucht. Sie kam freundlich auf mich zu gewackelt, mit gespitzten Ohren und genau in dem Moment habe ich entschieden: Ich kaufe dieses Pferd. Ein richtiger Schlüsselmoment. Das habe ich gleich verbal kund getan, was wohl etwas überraschend kam. Aber so war es. Meine Pferdekäufe hatten noch nie etwas mit klaren Gedanken, Geduld oder reiflichen Überlegungen zu tun. Sie waren immer äußerst spontan. Aber ich habe es dann immer durchgezogen. Ich hatte auch noch nie eine Ankaufsuntersuchung. Gut, die ersten beiden waren sehr jung und das Dritte war dann ein Pferd, dass ich sowieso sofort eingepackt hätte. Egal ob drei oder vier Beine. Also Vernunft: Go Home und schlag die Hände über dem Kopf zusammen!

So kam ich also zu Diosa. Sie war im Vergleich zu Jacinto sehr unkompliziert. Das ist sie bis heute. Sie nimmt einem nichts lange übel. Sie lässt sich leicht trainieren (wenn man sie dazu motiviert bekommt). Sie macht ihren Weg. Sie ist cool. Sie zog dann relativ zeitnah zusammen mit ihrer Freundin Ayla am Zykloopenhof ein und wir absolvierten die ersten Übungen zusammen. Auch beim Einreiten war sie sehr unkompliziert. Ganz im Gegensatz zu Jacinto, der mich von einem Tief ins nächste Tief gestürzt hat und bei dem es ungefähr sieben Jahre gedauert hat, bis ich ihn so einigermaßen reiten konnte, wie ich mir das vorgestellt hatte.

Diosa ist ein Sonnenschein. Aber auch sehr fordernd. Sehr präsent. Wir hatten immer viel Spaß. Kurz nach dem Anreiten hing sie sich mit der Fessel in einen Zaun fest und hat sich dabei einen Knochen angebrochen. Ich weiß noch, dass wir an meinem Geburtstag extra zu meiner Tierärztin zum Röntgen gefahren sind. Diosa bekam also sechs Wochen Einzelhaft und ihren Klumpfuß in einen festen Verband. Nachdem sie eine Box nicht gewöhnt war stand sie im abgetrennten Paddock. Dafür aber acht Wochen. Kurz vor Ablauf der Frist hat sie dann den Zaun zerlegt und sich in ein Gewirr von E-Bändern verheddert, bis ich sie gerettet habe. Das fand sie ziemlich lästig. Dann hat sich Frau Sumpf natürlich NICHT an die Bitte der Tierärztin gehalten nur geziemlich im Schritt kleine Ausritte zu machen. Nein, sie ist lustig durchs Gelände geflummt. Zu dem Zeitpunkt hatte ich mir schon ausgemalt, dass ich ein ewig hinkendes Pony durchfüttern müsste, gerade mal drei Jahre alt und bestimmt äußerst langlebig und kostenintensiv. Und mit einem Hang zur Selbstverstümmelung.

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Diosa zur gebrochenen Fuß Zeit Januar 2007  – Foto: privat

Aber mit der Zeit wurde alles gut. Diosa entwickelte sich prächtig. Sie lief ihre ersten Turniere wie ein Vollprofi, war unter dem Sattel schon cooler wie manch alter Hase. Sie bekam ihr erstes Kind. Und renkte sich dann in typischer Diosa-Manier beide Kniescheiben aus. Mit Fohlen bei Fuß. Und zwar so, dass sie in die Klinik musste. Ich war sehr froh, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon Hänger einsteigen mit beiden geübt hatte, und dass das Fohlen (Dimera) sich anbinden hat lassen. Ich hätte mich nicht getraut das instabil-humpelnde Mutter-Diosa-Tier ohne Trennwand im Hänger zu fahren. Also beide nebeneinander gestellt und in die Klinik gefahren. Topp. Fohlen war übrigens hellauf begeistert und sofort Liebling der Klink und Muttern komplett verschwitzt. Aber dann wurde alles Gut. Frau Sumpf bekam beide Kniescheiben operiert und ab da war sie fit. Seit dem hat sie mir übrigens keine großen Tierarztrechnung mehr beschert.

Aber eigentlich wollte ich gar nicht über Frau Sumpfs Krankengeschichte erzählen. Das ist ja schon fast wie im Wartezimmer beim Arzt bei der Lektüre der Rentner-Bravo „Apothekenumschau“! Diosa und ich haben viel Spaß, aber sie war schon immer der am leichtesten zu reitende Teil meines Pferdekabinetts, und von daher war sie immer das Pferd, dass Reitbeteiligungen bekam. Die waren nie bewusst ausgesucht. Die Erste war meine Schwester. Zu dem Zeitpunkt Tinker-Reiter. Da passt das Temperament nicht.

O-Ritt
O-Ritt irgendwo 2010 (wahrscheinlich Geo) – Strahlefrauen … oder verstrahlte Frauen … unterwegs – Foto: privat

Dann kam Nadine. Die hat sich eines Tages meinen Pferdehänger geliehen und gesagt sie würde gerne mal mehr Paso Fino reiten. Sie hat selber einen, aber der wäre noch so jung. Also habe ich Nadine zum Ausreiten mitgenommen und wir wurden ein Gespann. Wir waren viel bei Orientierungsritten unterwegs, sie hat schön etwas für Diosas Ausdauer getan und wir haben viel erlebt (und mit Nadine erlebt man echt viel …). Mein gutes Trail-Pferd war somit schon immer das Sieger-Pferd für andere Reiter 🙂 So habe ich Frau Z. auf den Hof geschleppt, sie ist an Johannes hängen geblieben und was daraus geworden ist wisst Ihr ja inzwischen….

Später kam dann ein zweites Fohlen zur Welt. Das war klein Dea, die inzwischen auch schon fünf Jahre alt wird. Und mit ihr kam Yvi zu uns. Bei Yvi hatte ich per Zufall ein Fotoshooting auf Facebook gewonnen und irgendwie war mir gleich klar: Die würde gut zu Frau Sumpf passen. Also habe ich sie eiskalt einkassiert und seitdem sind Frau Sumpf und Yvi unzertrennlich. Was auch für Sumpf wirklich gut ist. Sie hat durch die Exklusivbehandlung noch einmal einen großen Entwicklungsschub gemacht, den ich ihr alleine nicht hätte bieten können. Mir fehlt einfach die Zeit (und manchmal auch die Lust). Und ich finde es wirklich wichtig, dass meine Ponys das bekommen, was sie brauchen. In dem Fall muss ich mich wirklich hinten anstellen und genießen, wie sich ein neues Pferd-Reiter-Paar entwickelt. Ich bin mir sicher Yvi reitet Diosa inzwischen besser wie ich. Die beiden sind einfach eingespielt. Und ich sehe die beiden echt gerne zusammen, weil ich weiß, das ist einfach gut für Diosa. Und darauf kommt es doch an oder? Wir erinnern uns an das Thema Verantwortung?

Kosbach
Kosbach 2013 – ich mag das Bild! – Foto: privat

Mein großes Mitleid geht übrigens an dieser Stelle an alle Pferdebesitzer, die sich eine Reitbeteiligung suchen und die dann (einfach weil die mehr Zeit mit dem Pferd verbringt) als eine Art Bedrohung wahr genommen wird. Weil Pferdebesitzer eifersüchtig ist, weil Pony lieber mit der Reitbeteiligung schmust, oder besser läuft oder was weiß ich. Da ticken manche Pferdebesitzer echt komplett aus. Traurig. So Traurig. So eine arschige Pferdebesitzerin wollte ich nie werden. Ich bin da glaube ich ein Glücksgriff für alle Reitbeteiligungen (wenn ich mehrere hätte). Ich binde Yvi in Entscheidungen ein, stelle sie nicht vor vollendete Tatsachen und lasse mich sogar deutlich von ihr beeinflussen. Ein Traum oder? Dafür bekomme ich ein optimal betreutes Pferd (eigentlich drei) und kann mich hundertprozentig auf Yvi verlassen.

Diosa
Diosa und Yvi 2016 in Hünfeld – Foto: ich

Ich bin auch als Nicht-Pferdebesitzer damals mit meinen Pflegeponys durch eine harte Schule gegangen. Ich weiß, was es heißt verarscht zu werden und wie es ist, wenn dein Lieblingspony am nächsten Tag auf einmal nicht mehr im Stall steht, weil es verkauft wurde. Natürlich ohne, dass man davon gewusst hatte. So eine Pferdebesitzerin wollte ich nie werden.
Aber ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass es schwierig ist, eine vernünftige Reitbeteiligung zu finden. Ich finde ja das Wort Reitbeteiligung eigentlich blöd. Meine Wortwahl wäre eher „persönliche Assistentin“ (auf Lebenszeit, ohne Anspruch auf Urlaub).

Diosa Februar
Putzige Diosa jetzt im Februar – Foto: Yvi Tschischka

Verantwortung?

14. Februar 2017:

Lasst uns heute mal über Verantwortung reden. Dazu gibt es keinen konkreten Anlass, aber zwischendurch ploppt dieses Wort als eine Art Kontroll-Gedankengang in meinem Gehirn auf. Und zwar in dem Sinne: Werde ich der Verantwortung meinen Pferden gegenüber gerecht?

Die größte Sorge in meinem damals jungen Leben vor den eigenen Ponys war der Gedanke: Kann ich einem Pferd gegenüber die Verantwortung tragen? Es ist ein Lebewesen, für das ich jetzt sorgen muss. Es spricht nicht mit mir. Es kann sich nicht artikulieren. Es ist mir ausgeliefert. Und das über einen längeren Zeitraum. Ungefähr 30 Jahre lang. Das ist schon was. Mein Problem war nicht die Frage was für eine Rasse, welche Farbe, welches Geschlecht mein zukünftiges Pferd haben soll. Das waren Nebensachen und haben sich spontan ergeben. Der Wunsch war nur: muss Jung sein und nicht zu groß werden. Im Prinzip bin ich da sehr spontan an den eigentlichen Kauf meines ersten Pferdes ran gegangen, nachdem die Nebensächlichkeiten wie Stall und Kostensicherung gedeckt waren.

Vorher spielten ganz viele Faktoren mit – kann ich mein Pferd über Jahrzehnte finanzieren? Kann ich dafür sorgen, dass es immer genug zu essen, einen Schlafplatz und ein finanzielles Polster hat? Was ist, wenn es krank wird? Bin ich in meinem Job gefestigt, und kann das alles stemmen? Habe ich genügend Zeit? Was ist, wenn es unreitbar wird? Was ist, wenn ich krank werde? Meine Zeit vor dem ersten eigenen Pferd war also geprägt von Zweifeln und eher technischen Überlegungen. Wobei ich schon damals Tendenzen zum Zweitpferd hatte. Meine größte Angst war tatsächlich die Verpflichtung, für ein Tier zu sorgen. Ganz banale Dinge wie Essen, Schlafen, Gesundheit. Diese Angst konnte ich jetzt in knapp 16 Jahren eigenes Pferd beherrschen. Aber damit ist es ja noch nicht getan.

Unser erster Winter - Jacinto 2002 - Foto: privat
Unser erster Winter – Jacinto 2002 – Foto: privat (und glaube ich sogar nur eingescannt)

Verantwortung bedeutet auch, für so ein Lebewesen nicht nur physisch, sondern auch psychisch zu sorgen. Dieser Angst stelle ich mich jetzt ebenfalls seit fast 16 Jahren. Geht es meinem Pferd gut? Verlange ich zu viel von ihm? Verlange ich zu wenig? Stimmen unsere Ziele überein? Ein erfülltes Reiter-Pferd-Duo bekommt man nur, wenn beide erkennen, was sie möchten.

Wobei das ja beim Pferd immer eher spekuliert Interpretation ist. Es spricht ja nicht, also mit Worten. Beispiel: Jacinto, gekauft als mein farblich ansprechendes Geländepony, welches unerschrocken im Trail mit größter Gelassenheit glänzt und mich im vierten Gang unerschütterlich durch die Gegend schaukelt. Realität: Jacinto ist in seiner Jugend der größte Angsthase vor dem Herrn gewesen, fluchtbereit, bedienerunfreundlich, ständig unverstanden. In seinen Augen natürlich. Auch heute flüchtet er lieber und bebt und zittert, als cool zu sein. Und klar trennbare Gänge … muah!

Der Punkt, an dem ich erkennen musste, dass ich mich in meinen Wünschen verkalkuliert habe und die unbedingt korrigieren musste war der Trail an unserem ersten Turnier. Jacinto erstarrte direkt nach dem Einreiten vor einem unschuldigem Plastik-Reiher, der als Dekor vor dem ersten Hindernis, einer brav daliegenden Plastikfolie, stand. Ab dem Moment kreiste in seinem Gehirn ein großes Panik-Vakuum und mir war schlagartig klar: DAS wird nicht dein Trail-Pony!
Also habe ich mich mit Jacinto auf das fokussiert, was er gut kann: schön ausgedehnt ausreiten. Wir sind viel durch die Gegend gestreift, viel Galoppiert (auch wenn wir es Trainingstechnisch nicht durften … aber er galoppiert einfach so gerne) – alleine unterwegs mit ihm war nie ein Problem. Der Zwerg versinkt in seine Gedankenwelt und läuft und läuft.

Jacinto und ich in Zehntbechhofen 2009 - Foto: privat
Jacinto und ich in Zehntbechhofen 2009 – Foto: privat. Das waren auch immer sehr schöne O-Ritte dort! Jacinto starrt wahrscheinlich gerade auf ein gruseliges Trail-Hindernis …

Über die Jahre, ohne Druck, nur einfach durch mal probieren ohne Hintergedanken, sind wir jetzt so weit, dass Jacinto tatsächlich in einem Trail nicht mehr an einem Herzinfarkt stirbt, sondern überraschender Weise sogar meistens sehr gechillt mitmacht. Aber einen Turnier-Trail sind wir seit dem nicht mehr gestartet.
Was ich sagen möchte ist: Verantwortung bedeutet für mich auch die „Bestimmung“ für sein Pferd zu finden und es nicht zwanghaft in irgend eine Form zu pressen, in die es überhaupt nicht hinein passt. Ehrlich sein zu sich selber, und zu den Fähigkeiten des Pferdes. Daran wächst man.

Pony Nummer zwei war dann endlich das Trailpony, welches ich mir immer gewünscht hatte. Frau Sumpf. Ein Pony mit sehr starkem Charakter und auch mit einem Wunsch nach viel exklusiver Aufmerksamkeit für sie alleine. Frau Sumpf steht gerne im Mittelpunkt und braucht viel Huldigung, dann blüht sie richtig auf. So kam es also, das ich zwei zeitintensive Pferdecharaktere hatte, die mir viel abverlangt haben. Jacinto, der gerne ausgedehnt Ausreitzeit hat und viel regelmäßiges Training braucht und Diosa, die nicht so gerne viel läuft, aber gerne viel im Mittelpunkt steht. Ich sag schon mal so viel: man tut sich echt schwer mit mehr als zwei Pferden und einem Vollzeit-Job, allem gerecht zu werden. Und bei mir waren es ja nicht nur zwei Pferde, der Trend ging ja ganz schnell zum Drittpferd. Davon reden wir mal jetzt lieber gar nicht. Also hatte ich ein derbes Verantwortungs-Problem. Jemand für Diosa musste her. Das Pony braucht mehr Aufmerksamkeit, als ich es bieten kann.
Verantwortung bedeutet nämlich in meinen Augen auch, wenn Du deinem Pferd nicht gerecht wirst, dann überleg Dir gefälligst eine Lösung. Wenn es gar nicht passt, sorge dafür, dass Du es an eine Person vermittelst, mit der es funktioniert. Mach was. Wobei es sich auch durchaus lohnt die eigene Vorstellung an die Realität anzupassen und sich zusammen zu raufen. Eine echte Partnerschaft/Freundschaft funktioniert ja auch erst dann, wenn man durch Höhen und Tiefen gegangen ist und nicht gleich beim ersten Anflug von Streit weg ist. Und das baut man nicht in ein paar Wochen auf.
Also habe ich mir eine Reitbeteiligung gesucht. Ich glaube aber Diosas Geschichte ist einen eigenen Blog-Bericht wert …

Jedenfalls möchte ich sagen: Verantwortung ist ganz wichtig und ich höre oder lese so oft Geschichten, in denen ich mir denke: Hast Du Dir überlegt, was Du da machst? Was tust Du Deinem „Partner“ Pferd damit an? Herr schmeiß Hirn vom Himmel! (Ehrlich gesagt ist der korrekte Gedankengang: „Alter! Echt jetzt?????“ Gepaart mit Augenrollen und Augenbrauen hoch ziehen. Bis zum Anschlag. Ich meine damit so Geschichten wie: ich hab grad 200 Mark übrig und ziehe los, kaufe mir ein Rettungspferd (weil kost ja nix und ich hab ja nix und gerettet ist es auch noch), dann peppel ich es auf. Was schwierig wird, weil die 200 Mark waren schon zusammen geliehen und müssen zurück gezahlt werden. Dann muss man sich mit Hausmitteln helfen, weil so ein Tierarzt ja echtes Geld will, anstatt einen mit offenen Armen zu empfangen. Wer braucht schon Wurmkur oder Impfung? Alles Lügenpresse! Entwurmen kann man auch mit Karotten und einem Liter Olivenöl und Impfungen werden überbewertet, sind ja alle anderen drumrum geimpft.

Da passiert schon nix. Dann passt das Equipment nicht. Sattel ist ja egal, wichtig ist die große Schibbi-Schabbi-Sammlung in verschiedenen Beeren- und Erd-Tönen. Dann springt/läuft/töltet der Gaul nicht, und dann verliert sich das Interesse an dem Pferd schlagartig weil (neuer Freund/keineZeit/keinGeld/*freieinsetzbareswort*) und dann wird Pferd wenn es Glück hat weiter verramscht und landet letztendlich vielleicht doch beim Schlachter oder mit 24 Stunden-Haft in einer fensterlosen Box. Tja. Oder so ähnlich. In so einer Geschichte gefangen zu sein, davor hätte ich echt Angst. Vor allem vor den Schibbi-Schabbis und dem Olivenöleinlauf. Ja das Olivenöl muss von hinten rein. Lauwarm. Aber gut, wer meint, dass sei seine Art von Verantwortung – ich möchte das nicht verurteilen – manchen gibt der Herr einfach weniger. Für mich wäre es nichts.

Mal ernsthaft, ich glaube ich habe mein Verantwortungsproblem im Griff. Vielleicht bin ich sogar manchmal zu pienzig. Aber auch da bin ich lockerer geworden. Ich kann meine Pferde selbst finanzieren. Die Ponys wohnen in meinen Augen in einer artgerechten Haltungsform. Sie können frei über Essen und Bewegung entscheiden. Ich muss mir keine Gedanken machen, wenn ich es einen Tag lang wegen der Arbeit nicht zum Stall schaffe. Sie sind trotzdem gut unterhalten und haben sich bewegt. Ich kann mir selbst nicht vorwerfen, dass ich nicht hart an meiner Einstellung und an meinem „Nutzungswunsch“ für alle meine Ponys gearbeitet habe. Auch ihre Psyche dürfte nicht allzu angeknackst sein. Und so habe ich mir das auch vorgestellt. Läuft also bei mir!

Ich möchte damit niemanden verurteilen, der seine Pferde anders hält, oder eine andere Meinung hat, aber es lohnt sich zwischendurch mal inne zu halten, einen Schritt neben sich zu stellen und sich zu überlegen und kritisch zu bewerten: Ist das noch gut, was ich da mache? Das wollte ich einfach mal in die Welt hinaus posaunt haben 🙂 Zwischendurch einfach mal über die eigenen Ziele nachdenken und die mit der Realität in Einklang bringen. Und auch mal überlegen, was wirklich gut für das Pferd ist (oder ob das, was man macht nur bequem für einen selber ist).

Auf die Wutz gekommen?

12. Februar 2017:

Heute war ich wieder mal als Fotobegleitung von Yvi unterwegs. Gut, bei dem eingespielten Team heute musste ich gar nichts machen und konnte mich ganz fasziniert auf das Model „Wutzi“ konzentrieren. Die ist aber auch zu putzig. Selbstbewußt, sauklug und sie kann aber auch sehr laut werden 🙂

Wutzi wohnt bei Marion und es war schon ziemlich lustig, bis wir sie dort hatten, wo wir sie wollten. Also Wutzi, nicht Marion 🙂 So ein Schwein schleifst Du nicht einfach wie ein Pferd hinter Dir her, da muss man sich schon etwas einfallen lassen 🙂 Aber es gibt ja kleingeschnittene Karotten, Äpfel und Gurken. Dafür macht die Wutz dann doch brav mit!

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Wutzi-Schnappschuss von Sabine Saalfrank Photos 🙂 Danke!

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So schaut das Foto aus, welches ich in dem Moment gemacht habe, als Sabine mich erwischt hat 🙂

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Und so schaut das Ganze aus, wenn es fertig ist! 🙂 Foto: Yvi Tschischka

Übrigens habe ich heute drei Dinge über Schweine gelernt:

  • Sie haben ein borstiges Winterfell.
  • Sie sehen sehr schlecht, darum sind sie unsicher in ungewohnter Umgebung.
  • Schweine schwitzen nicht.

Man lernt doch immer was dazu 🙂 Auf jeden Fall bin ich gespannt auf noch mehr fertige Bilder von Sabine Saalfrank Photos und Yvi Tschischka Photography von der Wutz! Marion, wir kommen bestimmt wieder!

 

Zykloopenhof Wiederaufbau?

10. Februar 2017:

Eigentlich habe ich ja die Tage nach dem Horrorszenario gezählt, aber irgendwie bin ich durcheinander gekommen 🙂 Wir sind glaube ich irgendwo in den Zweihunderten? Vielleicht kann ja jemand für mich nachzählen?

Diese Woche jedenfalls ging es endlich weiter mit dem Wiederaufbau. Wir erinnern uns: die Betonplatten waren gegossen, dann kam der Schlamm. Dann der Frost. Und Weihnachen. Und überhaupt. Aber jetzt geht es weiter! Fleißige Männer von einer Bau-Firma haben sich mitsamt  Wohnwagen bei uns einquartiert und in den letzten drei Tagen entstand das:

Neuaufbau
Neuaufbau – Foto: privat

Witzig finde ich (oder sogar geradezu bezeichnend), dass grade an dem Teil des Hofes das erste neue Gebäude errichtet wird, in dem wir damals (noch weit entfernt von Zykloopenhof als Paddock-Trail-Anlage und Shop mit Nadine und Johannes als Ehepaar) angefangen haben den ehemaligen Kuhstall als Pferdestall umzubauen. Das finde ich wirklich positiv bezeichnend.

Ja, ich bin jetzt schon seit 2004 am Hof. Sozusagen als das einzig übriggebliebene Urgestein der ursprünglichen Pferde-Mannschaft. So ziemlich die erste handwerkliche Arbeit, die wir Mädels damals gemacht haben war eine Wand Brettern, um die Sattelkammer abzutrennen. Das war ein ziemlich gutes Gefühl damals, selber etwas zu errichten. Von daher: es geht immer vorwärts!

Und es ist sehr befriedigend, wenn man sieht wie aus frischen Holzbrettern und Balken ein Gebäude (oder eine Wand, oder ein Dach) entsteht.

Holz
Bretterwand reloaded – Foto: privat

Ich bin gerade ein kleines bisschen melancholisch …. und ich glaube es wird ein richtig gutes Gefühl sein, wenn wir bald in diesem neuen Gebäude stehen, mit einem Dach über dem Kopf und dem Geruch von Sägespänen in der Nase. (PS: Gladi-Nadine, ich hoffe stark auf Sekt zu diesem Anlass !!!!)

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besagte selbstgebaute Bretterwand im Hintergrund 🙂 – Foto: März 2004 und gruselig

Dieses Jahr ist also mein 13. Jahr am Zykloopenhof! Wahnsinn, was in dieser Zeit alles passiert ist! Menschen kamen und gingen, Pferde kamen und gingen, Gebäude entstanden, wurden umgebaut und wieder zerstört, viel Schönes ist passiert, viel Mist wurde geschaufelt, viel Aktion, viel Spaß, auch viel Drama. Und ich bin sehr zuversichtlich, dass dieses Jahr ein tolles Jahr wird! Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung vom Hof und freue mich wirklich ein Teil davon zu sein! … um noch mal die volle Melancholie-Dröhnung raus zu kramen und triefig abzuschießen: Heimat ist da, wo Du Dich zu Hause fühlst! Und das ist der Hof für mich … 🙂

Backsteine und Nudeln?

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Breyting und Eva-Maria – mangels eigener Bilder muss ich „leider“ auf Yvis Bilder zurück greifen, was besser ist, weil die nämlich definitiv ansehnlicher sind 🙂 – außerdem heißt die Rubrik: Fotozeit. Die soll auch über meinen Job als Foto-Assi erzählen 🙂

 

03. bis 04. Februar 2017:

Dieses Wochenende bedeutete für Yvi und mich „Raus aus dem Alltags-Trott“. Wir haben die IGV-Jahresversammlung in Altenberge (Münster) zum Anlass genommen schon einen Tag früher ins schöne Münsterland zu fahren. Yvi war ganz hin und weg von den schönen Backsteingebäuden und der schönen Landschaft (und das trotz tristem Februar-Wetter). Ich dachte schon das Auto ist kaputt, aber das war Yvi, die ständig vor Freude gequietscht, wenn sie etwas Schönes entdeckt hat!
Für den Freitag Nachmittag waren Fotoshootings am Lindenhof vereinbart. Darauf (und natürlich auf Anna) haben wir uns schon sehr gefreut. Hier war ich zuletzt vor ungefähr zehn Jahren, und es ist immer noch genau so schön dort – trotz Winter. Wir waren ganz begeistert von der schönen Anlage und den vielen puschelig-flauschigen Isländern.

Wir haben Vanessa und ihre Skjona kennen gelernt – unser erstes Fotomodel. Eine Fuchsscheck-Stute, die uns doch ganz schön an unsere Fuchsscheck-Terror-Tussy Diosa erinnert hat. Fuchsschecken sind einfach die Coolsten 🙂
Wir durften hinterher auch noch ein paar Runden auf Skjona drehen und haben entdeckt: cooles Island-Naturtölt-Feeling auf der großen Töltbahn. Vielen Dank noch mal für das Horizont-Erweitern Vanessa! Von den hauseigenen Island-Hengsten waren wir auch begeistert – schicke Pferde, Mähne ohne Ende und gute Erziehung.
Skjona durfte nämlich noch am Reitplatz eine Wälz-Runde einlegen und zeitgleich durfte sich einer der Hengste ebenfalls die Beine nach dem Training vertreten. Der Hengst hat nicht mal mit einem Ohr nach der Stute gezuckt. Das nenn ich mal unkompliziert!

Wir haben den Lindenhof also fototechnisch erkundet und neben schönen Foto-Ecken entdeckt, dass es hier ein regionales Reitwege-Netz gibt: 20 km Reitweg Nonstopp – der Traum für jedes Distanz- und Ausdauertraining. Gepflege Töltwege pur! Hier müssen wir unbedingt mal mit unseren Ponys hin kommen und ausführlich reiten!

Später durften wir noch Eva-Maria und ihren gechillten „Senior“ Godi und ihre schicke Nachwuchs-Stute Breyting kennen lernen. Es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht den Foto-Assi zu spielen, gerade bei so schicken, guterzogenen, unkomplizierten und fotogenen Models. Und die Bilder sind toll geworden – Yvi hat gleich am Abend im Hotel noch das Bearbeiten angefangen. Natürlich erst nach einer übergroßen und leckeren Portion Nudeln im hauseigenen Restaurant. Das war übrigens das erste Hotel, in dem ich tatsächlich richtig geschlafen habe.

Am nächsten Tag fand die IGV-Jahresversammlung im Hotel statt. Zuvor haben wir uns ein ausgedehntes Frühstück und eine kleine Geocaching-Altenberge-Erkundungstour gegönnt. Dadurch kann man sich immer schön einen Eindruck des Ortes verschaffen – Es gibt hier übrigens sogar eine richtige Windmühle in der Siedlung.

Die Jahreshauptversammlung war dann eine total angenehme Veranstaltung, die sogar vor der angegeben Zeit fertig war. Es war genügend Zeit sich mit lieben Gangpferdefreunden auszutauschen und ich muss sagen, ich fühle mich sehr gut aufgehoben in der Gemeinschaft der IGV. Ganz unabhängig von der (Gang)Pferderasse haben wir alle die gleichen Wünsche und „Probleme“, nur wohnen die Gangpferdeleute halt leider einfach weit verstreut in ganz Deutschland und ich finde es schön eine Anlaufstelle (neben dem Paso-Fino-Verein) zu  haben und sich einfach immer wieder zu treffen. Mit und ohne Ponys dabei.

Leider mussten wir unser Münster-Wochenende dann schon wieder abbrechen, aber für Sonntag ist noch eine Trainerfortbildung „Tölt in Harmony“ am Lindenhof geplant. Das verspricht bestimmt sehr interessant zu werden, auch für Nicht-Trainer. Wir hätten spontan gerne noch einen Tag dran gehängt, aber wir hatten schon Rückreise-Mitfahrer und wer weiß, vielleicht wären wir dann gar nicht mehr nach Hause gefahren? 🙂 Auf jeden Fall schreit das Wochenende nach einem weiteren Aufenthalt am Lindenhof, vielleicht so gar mit unseren Ponys, oder aber wir „schnorren“ uns reittechnisch lustig weiter durch die Lindenhof-Isländer – so ein weißer Hengst mit Walle-Mähne fällt ja auch ganz eindeutig in mein Beuteschema …. 🙂 *hust*

Godi
Godi beim Freilaufen auf den riesigen Koppeln am Lindenhof – Foto: Yvi Tschischka

Heißbärenritt 2017?

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Fire & Ice! – Heißbärenritt 2017 – Foto: privat

21. Januar 2017:

Dieses Jahr haben wir uns Wettertechnisch voll übertroffen: frostig kaltes Wetter, aber richtig knackig kalt. Als ich früh zum Stall gefahren bin waren es minus 10 Grad! Ich sehe das als ein gutes Zeichen für alle zukünftigen Veranstaltungen in 2017. Die Regenhose bleibt dieses Jahr im Kofferraum, die Sonnenbrille auf dem Kopf. Praktischer Weise haben wir alle Pferdehänger direkt auf der Wiese direkt unterhalb des Hofes unter bekommen, so dass alle Reiter Ihre Ponys quasi in Sicht- und Hörweite hatten. In der ersten Gruppe Starter hatten wir unsere beiden Zykloopenhof-Starter Desireé und Anna und unsere beiden Heißbärenläufer Marita und Markus. Mein tiefster Respekt und ein Kompliment an unsere Fußgänger – ich hätte das nicht geschafft! Für Anna freue ich mich dieses Jahr am Meisten mit. Ihr Herzpferd „Nockel“ (ein 20jähriger Paso Peruano – und zwar genau der, den Johannes im Mai ganz knapp aus den Flammen gerettet hat!) hat die Strecke so toll gemeistert, die beiden kommen aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Da geht mir voll das Herz auf.

Foto: Helmut Weber
unsere Zykloopenhof-Vertretung: Anna und Desi – Foto: Helmut Weber

Dieses Mal haben wir uns an einer neuen Taktik versucht: einen ausgeklügelten Zeitplan entwerfen, den zwischendurch über den Haufen werfen, aber letztendlich am Ende wieder genau im Zeitplan sein. Fragt uns nicht wie das geht, können wir aber. Dadurch, dass wir unsere Starter den Trail gleich am Anfang haben absolvieren lassen, hatte keiner der Starter länger zu warten. Dann durften alle ausgerüstet mit einer Karte auf die Strecke.

Foto: Rene
Feuerlöscher to Go! Christin und Legado im Trail (bestes Kostüm dieses und letztes Jahr) – Foto: René Pirnak

Der Trail war mit Katha und Yvi besetzt. Hier durften die Reiter den „Aufstieg“ meistern. Auf Deutsch: von der „bösen“ rechten Seite aufsteigen. Eine einfache, aber immer noch effektive Übung, um von den Reitern ein Stöhnen oder komische Verrenkungen zu bekommen. Die zweite Aufgabe war der „Schutz von oben“: an einen Regenschirm hinreiten, diesen nehmen, aufspannen und über ein Stangenmikado zu reiten. Natürlich ohne mit den Hufen anzustoßen. Aufgabe drei war der „Feueralarm“: eine Glocke zu läuten (hinreiten an eine Tonne, Glocke aufnehmen, Läuten, wieder hinlegen). Und zum Schluss noch durch das „Tor des Schreckens“: unserem neuen Flattertor reiten.

 

Foto: René Pirnak
Jürgen und Camino – unsere diesjährigen Sieger 🙂 – Foto: René Pirnak

Auf der Strecke war dann die nächste Station von Annika und Sabine die „Löschbälle“. Die Reiter durften versuchen Feuer zu löschen. „Feuer“ war in unserem Fall bemalte Holzklötze und „Löschen“ Tennisbälle, mit denen man die Klötze „umlöschen“ musste. Das war übrigens gar nicht so einfach. Gemeiner Weise hatten wir nämlich dort immer etwas Wind und wer schon mal mit einem Tennisball gezielt hat weiß: Wind ist da nicht wirklich hilfreich.

Löschbälle werfen! - Foto: Helmut Weber
Löschbälle werfen! – Foto: Helmut Weber

Danach ging es erst mal ein Stück durch unsere schöne Landschaft, ganz ohne Aufgaben, nur Zeit zum Reiten und Quatschen. An unserer Mittagsrast, der Hagenmühle in Willanzheim, durften unsere Reiter (und Fußgänger) dann bei Andrea, Dieter und Jonathan die Aufgabe „Mittagstisch“ absolvieren. Also im übertragenen Sinne für die fleißigen Feuerwehrmänner den Tisch decken. Das geht so: man bekommt einen Korb in dem ganz unten eine Tischdecke ist, dann Teller, Besteck, Gläser und ein Vase. Dann muss man vom Pferd aus alles so arrangieren, dass man hinterher einen ordentlich gedeckten Tisch erkennen kann. Das war ganz schön gemein von uns 🙂 Aber zur Belohnung durften die Reiter sich dann in der hauseigenen Brennerei aufwärmen und die Spezialitäten des hauseigenen Hofladens probieren. Natürlich gab es auch heiße Getränke. Und damit meine ich nicht nur heiß von der Temperatur her. Ich habe mir erzählen lassen, es gab dort einen ganz fantastischen Apfelschnaps! Noch einmal vielen Lieben Dank an die Familie Pfannes, die uns diese geniale Mittagspausen-Möglichkeit zur Verfügung gestellt hat! Wir hatten sogar ein richtiges WC! Gerade im Winter wissen Reiterinnen das sehr zu schätzen.

Mittagstisch decken - perfekt gelöst! - Foto: Helmut Weber
Mittagstisch decken vom Pferd aus – Foto: Helmut Weber

Dann ging es durch das schöne Breitbachtal zurück nach Willanzheim und an das Flurdenkmal. Dort warteten als letzte Station Susanne und Hannah mit der „Löschdecke“ auf die Starter. Der Begriff Löschdecke hat wohl im Vorfeld für etwas Panik gesorgt (das werde ich mir natürlich für weitere Ritte merken und wir denken uns in Zukunft schöne Stations-Namen aus, damit keiner erraten kann, um was es gleich geht).

Aber alle Panik war umsonst. „Löschdecke“ heißt einfach nur mit dem Pferd über eine Plastikfolie „trampeln“, damit das Feuer gelöscht wird. Wie immer eine Aufgabe, die von allen Startern sehr gut bewältigt wurde. Und dann konnten die Reiter schon das letzte Stück der Strecke am alten Bahndamm entlang zurück zum Zykloopenhof genießen.

Löschdecke - Foto: Helmut Weber
Löschdecken-Fino – Foto: Helmut Weber

Dort angekommen konnten sie sich dann, natürlich erst nach der Versorgung der Ponys, bei reichlich Essen und Trinken gut in unserer beheizten „Garage“ aufwärmen. Johannes hat auf einer der neuen Betonplatten auch ein richtiges Feuer geschürt. Nadine hat einen Mobilen Shop aufgebaut und es war genügend Zeit für Gespräche oder einfach nur gemütlich da sitzen in der Sonne. Neben unseren fleißigen Reitern hatten wir auch wieder viel Besuch von Freunden, Bekannten und Besuchern aus Nah und Fern.

Stuhlfeuer zum Aufwärmen ! - Foto: Martin
Feuerkraft zum Aufwärmen! – Foto: Martin Barkanowitz

Nachdem alle Reiter ihre Sache auf der Strecke sehr gut gemacht haben, hatten wir uns dieses Jahr als „Preis“ überlegt, jeder bekommt das Gleiche, weil alle Reiter spitze sind! Und zwar was Praktisches, was man wirklich gebrauchen kann. Und bei diesen eisigen Temperaturen ist das im Moment nun mal eine Mütze. Extra für den Ritt „designt“ bekam jeder Teilnehmer (und unsere Helfer auch) eine exklusive Heißbären-Mütze für „heiße“ Ohren. Stilecht im Zykloopenhof-Eimer überreicht mitsamt Urkunde, einer „Pfutter“-Probe Kräuter für Pferde (das übrigens auch als Tee für Menschen konsumiert werden kann), einer Futterprobe Müsli von der Hagenmühle, dem IGV-Jahrbuch (um mal ein bisschen Wissen und Werbung über Gangpferde unauffällig unters Volk zu mischen) und einem Paso Shop Kugelschreiber.

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Alle Preise im Eimer! – Foto: René Pirnak

 

Hervorheben möchte ich einfach aus Statistikgründen noch ein paar Fakten:
Dieses Jahr hatten wir 34 Starter (ohne die sieben Absagen, übrigens alle mehr oder weniger Krankheitsbedingt, wenn man Rutsche-Eisen als Krankheit dazu zählt). Das war ein ganz schön großer und bunter Haufen Pferde und Ponys! Fast schon zu groß! Nächstes Mal gibt es auf jeden Fall eher einen Aufnahmestopp!

Streckenimpressionen - Foto: Helmut Weber
Streckenimpressionen – Foto: Helmut Weber

Gewonnen hat unser Starter mit der längsten Anreise, bei dem es auch noch am knappsten war, ob er auch tatsächlich kommt: Jürgen und Camino von hinter Aschaffenburg (ca. 130 km Anreise) und dann noch mit einem Paso Fino (was natürlich mein Paso Fino-Herz höher schlagen lässt). Und Jürgen: Das ist jetzt doch mal ein super Anreiz für Dich am nächsten Turnier auch mal einen Trail zu starten? *gg*
Apropos, mein Paso Fino-Herz hat sowieso höher geschlagen, denn wir hatten insgesamt acht Paso Finos am Start, was mich total begeistert hat! Davon sogar zwei gekörte und leistungsgeprüfte Zuchthengste. Der Gangpferdeanteil dieses Jahr war sowieso sensationell hoch: acht Paso Finos, acht Isländer, ein Töltender Traber und ein Paso Peruaner (18 Pferde) und dazu sechzehn „normale“ Pferde. Spitze!

Foto: Helmut Weber
Eisbären haben sich auch dazwischen gemogelt! – Foto: Helmut Weber

Dieses Jahr haben wir ebenfalls darauf verzichtet die Jugendlichen extra zu werten. Nachdem wir die Jugendlichen genau so „hart“ bewertet haben wie die Erwachsenen und die Jugendlichen den Erwachsenen grundsätzlich haushoch überlegen sind, da brauchen die Jugendlichen keine Extrabehandlung 🙂

Kostümtechnisch hat Legado del Bosque mit Christin Bachmann, übrigens genau so wie letztes Jahr, den Vogel mit ihrer Idee abgeschossen. Christin und ihre Mutter kamen als Feuerlöscher. Da muss man auch erst Mal drauf kommen! Überhaupt finde ich es immer wieder total faszinierend, was Ihr Euch alles für Kostüme ausdenkt, oder wie schick die Ponys bemalt sind. Ganz großes Kino ist das. Und damit meine ich jeden Einzelnen, der verkleidet kommt!

Unser ältestes Pferd ist dieses Jahr Moritz mit 28 Jahren (Bianca Selzer) gewesen, dicht gefolgt von Hringja mit 27 Jahren, Frekur (24 Jahre) und Sokki (24 Jahre). Also von wegen: Altes Eisen!

So, ich glaube das war genug Statistik! Das ganze Zykloopenhof-Team bedankt sich bei allen Teilnehmern, Sponsoren und Helfern (siehe dazu letzter Blogartikel) und vielen Dank für die nette positive Resonanz, die wir bereits gleich nach Ende des Rittes bekommen haben. Vielleicht sehen wir uns alle nächstes Jahr wieder, wenn es wieder heißt: …. nur die Harten kommen in den Garten! (Eisbären-Motto: 2013 bis 2017)

 

PS: Wir hatten sogar mehrere Fotografen auf der Strecke und am Hof, von denen ich ganz tolle Bilder bekommen habe. Helmut, René und Martin – vielen herzlichen Dank! Die Teilnehmer bekommen den Link in die Dropbox für noch mehr Bilder von mir per Email geschickt, für alle anderen, hier gibts:

Noch mehr Fotos!

 

Foto: Helmut Weber
Schneehase … das hält schön warm!  – Foto: Helmut Weber
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