Del Cavador

Equitana Open Air 2019?

05.07. bis 07.07.2019:

Mannheim – Achtung heiß und staubig!

Nachdem wir letztes Wochenende in Eichenzell unterwegs waren, ging es für Yvi, Diosa, Jacinto und mich bereits am Donnerstag wieder „on the road again“. Dieses mal sind wir nach Mannheim gefahren zur dort erstmalig stattfindenden Equitana Open Air auf dem Maimarktgelände. Hier haben wir im Rahmen des dort stattfindenden IGV-Turniers mit unseren Paso Finos an der Messe teilgenommen. Nebenbei hatte man natürlich auch an vielen Verkaufsständen die Möglichkeit Nützliches (und Unnützes) für die Ponys zu kaufen. Insgesamt waren an diesem Wochenende 17.000 Besucher auf der Messe. 

Unsere Anfahrt haben wir auf Donnerstag gelegt, weil wir den Ponys und uns auch noch etwas Eingewöhnungszeit geben wollten. Außerdem braucht es immer ein bisschen, bis man sich auf neuem Gelände zurecht findet. Schließlich wollen wichtige Dinge erkundet werden: Wo ist das nächste Klo? Wo gibt es Wasser und Waschgelegenheiten für die Ponys? Wen muss ich erpressen, um an das beste Heu zu kommen? (Grüße an den netten Heu-Mann, den wir schon aus Hannover kennen :-)) Wo sind die nettesten Security-Leute? (Grüße an den Security-Mann, der uns mit Insider-Storys und Yvi mit einem eisgekühlten Wasser versorgt hat .-)) Wie sind die kürzesten Wege? Wo stehen unsere Messe-Kumpels? (Grüße ans Camping-Lager :-)) Wo ist der nächste Eistee-Stand? (Grüße an die Cocktail-Bar mit dem echt guten Stoff!!!) An welchem Essenstand ist die kürzeste Schlange, und warum? (Flammlachs-Fetisch entdeckt) Wie komme ich mit den Ponys an die Oval-Bahn? Gibt es Abreiteplätze mit Schatten? Das sind alles wichtige Dinge, die erkundet werden müssen, um ein Überleben auf einer Messe wahrscheinlich machen. 

Weil Messe ist echt anstrengend. Und Mannheim war nochmal anstrengender, weil das Maimarkt-Gelände sich an den laufenden Messetagen in einen verflucht sonnigen und staubigen Hexenkessel verwandelt hatte. Der uns wahrscheinlich mehr zu schaffen gemacht hat, wie den Ponys. Die haben alles super entspannt weggesteckt. Yvis und mein Kreislauf sind an verschiedenen Tagen abgekackt, aber „the Show must go on“. Nur die Harten kommen in den Garten. Auch im Sommer. Gottseidank wurde das Wetter wieder „schlechter“ am Sonntag, so dass ein Durchatmen und eine gute Heimreise möglich war. Wer will schon sein Pony bei 35° auf der Autobahn haben? Niemand….. 

Aber zurück zum Anfang: Wir sind gut angekommen und wurden erst mal gefragt, ob wir zur Friesen-Quadrille gehören. Das war so ziemlich die häufigste Frage, die man an dem Tag gestellt bekam. Es fand nämlich ein geglückter Weltrekord-Versuch in Mannheim statt: 132 Friesen in einer Quadrille! Schwarze Pferde, wohin man nur schaut! Und ständig haben die Friesen irgendwo Gelände blockiert und wir mussten warten – und das dauert, bis 132 Friesen an einem vorbei ziehen ….  aber Glückwunsch an alle Teilnehmer, dass es so gut und Erfolgreich geklappt hat! 

Wir testen die große Ovalbahn am Maimarktgelände – Foto: Ellen Vierhaus

Den Nachmittag haben wir genutzt, um unser Hotel zu beziehen und die relevante Umgebung zu erkunden. Mannheim ist wirklich eine leicht seltsame Stadt, zumindest Verkehrstechnisch. Ich habe das System dort nicht so ganz verstanden, aber ansonsten fanden wir die Gegend hier sehr schön. Unser Hotel war etwas außerhalb in Ladenburg gelegen. Ein idyllisches Städtchen – mit einem sehr leckeren Döner-Laden und einer putzigen Altstadt. Und Störche! Das Navi hat uns leicht seltsam geleitet und wir sind an einem Acker vorbei gekommen, auf dem bestimmt 20 Störche nach irgend etwas essbarem gesucht haben. So nah war ich noch nie an einem Storch dran! Sehr faszinierend. Auf dem Rückweg zum Gelände gab es eine Eisdiele, Apotheke, Bank, Supermarkt und Tankstelle – alles was Frau zum Überleben braucht! Ihr seht schon, wir konzentrieren uns auf die relevanten Dinge des Lebens: meistens Essen und Trinken 🙂 Yvi ist inzwischen noch ein Level weiter und versteckt in meinem Auto Essen, damit sie immer etwas dabei hat. 

Apropos Essen, nachdem alle Teilnehmer nach und nach eingetrudelt sind und wir die geniale Turnier-Töltbahn am Abend ausprobiert hatten, damit die Ponys noch ein bisschen Bewegung bekamen, waren wir noch mit Alex und Vicki bei einem sehr leckeren Vietnamnesen in der Nähe essen. Inzwischen bin ich komplett schmerzbefreit, was Essen gehen in vollgeschlonzten und vollgeschwitzten Stallklamotten angeht. Dieses eher noble Restaurant, oder in einer Schloss-Kulisse, völlig egal: Frau Griebel taucht überall in Arbeitshosen und einer dezenten Staub- und Schweiß-Schicht auf. Und wisst ihr was? Es fällt überhaupt nicht auf. Wobei ich eigentlich schon gerne geduscht irgendwo auftauche, aber Messe und Turnier sind einfach echte Ausnahmesituationen. Und die Menschheit um einen herum ignoriert echt viel weg. 

Am Freitag ging dann die Messe und das Turnier los. Im Rahmen der EOA war die IGV Partnerverband und hatte die Gelegenheit ein Turnier auf der Ovalbahn während des Messebetriebs zu veranstalten. Nebenbei durften wir noch Rasse-Präsentationen zeigen und wir hatten einen schönen Stand, an dem es immer frischen Kaffee für die Mitglieder gab! (Danke an Caro Jost-Kilbert! :-)). Freitag war unser Haupt-Reit-Tag. Diosa startete im schweren Trail in der Gaited Working Equitation Wertung, Jacinto im Mittleren Trail. Der Trail war übrigens sehr schön – ein herzliches Dankeschön an Stephan Vierhaus, der dafür alles organisiert (und improvisiert) hat! Ein sehr anspruchsvoller Parcours, aber fair. Naja sagen wir mal so: Diosa und Yvi haben sich super geschlagen und Jacinto hat sich für seine Verhältnisse auch super geschlagen – nur Frauchen ist leider zu Doof, um einfache Regeln zu beachten.

Ich bin nämlich disqualifiziert worden, weil ich leider zu blöd bin. Nach dem Klingeln darf man die einzelnen Trail-Hindernisse nicht mehr durchkreuzen. Und was macht die doofe Frau Griebel, direkt nachdem man ihr noch direkt gesagt hat: „Reite nicht durch die Hindernisse!“ … äh … ja … genau … sie dreht um, reitet durch den Slalom. Blödheit gehört einfach bestraft. Wir durften den Trail aber dennoch reiten. Unbewertet. Und er war sehr gut für Jacintos Verhältnisse! Bis auf die Brücke, die er gruselig fand und das Tor, dass wir äußerst unelegant wieder geschlossen haben bin ich zufrieden. Unsere Dressur lief eigentlich auch ganz gut. Diosa hatte dann noch die Präsentation am Langzügel, in der sie ganz toll gezeigt hat, dass sie NICHT auf Yvi aufpasst und satt dessen ganz toll Steigen kann. Und zwar zu jeder Gelegenheit …. Anna hat sich vor Lachen gar nicht mehr halten können 🙂 Aber egal. Strebermäßig kann ja jeder. Fast alle Finos zusammen waren dann noch am Nachmittag in der Country Pleasure zu sehen. Hier hat Herr Zwerg wieder mal seinen letzten Platz verteidigt. Aber auch egal, das Pony lief für seine Verhältnisse toll – finde ich zumindest. 

Übrigens hatten wir dieses Mal sensationelle sechs Paso Finos an einem IGV-Turnier! Claudia Metting und Emily mit „Gitana“ und „Exelencia“, Alex Rau und Vicki mit „Aprendiz“ und dem süßen Trote y Galope Hengst „Tabu“ und eben „Diosa“ und „Jacinto“. Und vielen Dank auch an alle Fino-Freunde, die ohne Pferd auf der Messe vorbei geschaut haben und uns unterstützt haben – sei es mit Fino-Strip fahren, Standbetreuung (Terra und Jürgen), Zuschauen, Anfeuern, Heucobs-Tragen (Danke Katja :-)). Und einen ganz besondern Dank an unsere Zykloopenhof-Truppe, die am Samstag zum Anfeuern und Spaß haben da waren! Ihr seid sowieso die Besten! 🙂

Fast alle Finos auf der Equitana Open Air (Tabu und Vicki fehlen) – Foto: Ellen Vierhaus

Am Samstag hatte ich mit Jacinto nur eine Prüfung zu reiten: Die PV Versatility – eine Kombiprüfung für Paso Pferde, angelehnt an unsere Versatility-Prüfung mit ein paar Rittigkeitselementen drin. Eine echt spannende Prüfung, die zu reiten sehr viel Spaß gemacht hat. Jacinto hat die schönste Acht überhaupt hingelegt und ist ohne zu zögern gesprungen. Auch hatten wir richtigen Galopp – den musste ich zwar nach einer Runde korrigieren, aber auch das war machbar. Benehmen: Topp – Bewertung: Fragwürdig. Aber egal. Schließlich sind wir schon gewohnt den letzten Platz zu haben 🙂 

Galopp in der Versatility – Foto: Danny Hucko

Diosa ist am Samstag in einer Rasse-Präsentation mitgeritten, die gewohnt flockig und informativ von Stephan Vierhaus geleitet wurde. Jacinto und ich haben vom Zaun aus zugesehen. Übrigens Apropos Zaungäste! Wir haben Manuela Feiler mit Ihren beiden Ponys getroffen. Wir hatten einen genialen Kurs mit ihr im März bei uns am Zykloopenhof – und unsere Pony-Kombination passt ja mal sowas von oder? 🙂 Überhaupt ist so eine Messe immer eine tolle Gelegenheit alte Messebekannte wieder zu treffen oder neue Freundschaften zu knüpfen. Auf jeden Fall freut es mich auch, dass wir Saskia vom Equiteam eine Freude machen konnten, indem wir sie einfach mal am Sonntag auf Frau Sumpf gesetzt haben und sie tatsächlich ein gutes „Töltverhältnis“ gezeigt hat. Ich bin schon sehr gespannt auf meine Bestellung 🙂 

Manuela und ihre Ponys! – Foto: privat

Den Samstag Abend haben wir versucht mal etwas früher ins Bett zu kommen und sind relativ zeitig nach dem Auftritt des IGV-Showteams in der Abendshow abgehaut in unser Hotel. Allerdings war es da mit Nachtruhe auch nicht so wirklich umsetzbar, weil wir mitten in der Nacht durch Lichter, schwere Stiefeltritte und uns unheimlich bekannt vorkommenden Funkgerät-Piepsgeräuschen und dem Geräusch eines laufenden Dieselmotors aufgewacht sind. Wir hatten Feuerwehrleute im Hof, die lautstark nach einem schwelenden Kamin oder ähnlichem gesucht haben. Durch unser persönliches Hof-Feuertrauma schleichen sich da in der Nacht schnell verdrängte Ängste und Erlebnisse an die Oberfläche und so war auch nichts mit gut Schlafen für den Rest der Nacht drin. Aber Gottseidank ist das Hotel nicht abgebrannt und auch sonst hat nichts gebrannt. Das wäre in dem kleinen Städtchen wohl Eskalation pur geworden. Wir haben aber schon mal überlegt, falls wir evakuiert werden, was wir mitnehmen dürfen. Yvi wollte unbedingt die Kamera mitnehmen und mir war irgendwie seltsamer Weise wichtig, meine vollgeschwitzte dünne Turnierreithose mitzunehmen. 

Diosa und Yvi in der Rassepräsentation – Foto: Danny Hucko

Jedenfalls waren wir alle dankbar, dass der Sonntag etwas kühler war. Diosa und Yvi mussten noch mal konzentriert an den Start für ihre Schwere Rittigkeit und die Pleasure Gangprüfung, die gar nicht mal so schlecht waren. Jacinto hat frei bekommen, außer ein bisschen geführt werden auf dem Gelände und Beine kühlen. Irgendwie hat mir sein dunkles Bein hinten nicht gefallen, das war leicht geschwollen. Wir hatten noch einen schönen letzten Messe-Tag mit viel Eistee, einem letzten Flamm-Lachs auf Salat, wunden Füßen und tapferen Ponys. Ich bin unheimlich stolz auf meine beiden Ponys, die die letzten zwei Wochenenden so gut weggesteckt haben. Die für uns immer alles geben (wenn sie uns auch manchmal vorführen …. und damit meine ich speziell Frau Sumpf :-))) aber letztendlich so tolle Weggefährten sind, auf die man sich im Ernstfall immer und überall verlassen kann. Ponys die im Alltag Spaß machen und auf die ich mich jeden Tag freue. Genau das habe ich mir nämlich immer gewünscht, als ich mir mein erstes eigenes Pferd gekauft habe. Und jetzt habe ich drei davon. Was braucht man mehr?

Vielen Dank an alle im Organisations-Team der IGV – die sich die Nerven und Füße aufgerieben haben für dieses Event: Ihr alle seid die Besten und reibt Euch immer wieder für die Gangpferde die Nerven auf: Danke! Dank solcher Menschen bleibt die Gangpferdeszene lebendig – und natürlich auch Danke an alle, die ihren Teil dazu beigetragen haben, indem sie mit Pferd gekommen sind und natürlich auch an alle Zuschauer, die uns besucht haben! 

Und Danke auch an die zu Hause gebliebenen, die mir das Drachenpony so schön versorgt haben! Das hat nämlich beschlossen erst mal komische Pusteln zu bekommen und allergisch anzuschwellen, bevor sie sich dann noch eine Verletzung am Bein zugezogen hat und täglich gekühlt werden wollte. Jetzt weiß ich übrigens auch, dass sie in einem Eimer mit Wasser stehen kann. 🙂 Ich brauche einen größeren Transporter, dass ich alle Ponys mitnehmen kann. Das wäre einfacher für meine Nerven! 🙂 

Eistee-Junkies – Foto: Ellen Vierhaus

Wir freuen uns schon auf die nächsten Events – aber jetzt müssen wir uns erst mal ein bisschen erholen! 

Ergebnisse für Diosa und Yvi:

  • ††Trail Schwer – Platz 2 (von 8 – Wertnote: 6,8)
  • Pleasure Gangprüfung – Platz 2 (von 4 – Wertnote: 5,43)
  • PF Country Pleasure – Platz 3 (von 5 – Wertnote: 5,8)
  • Präsentation am langen Zügel – Platz 4 (von 5 – Wertnote: 4,2)
  • Rittigkeit Schwer – Platz 6 (von 12 – Wertnote: 5,24)
  • Platz 4 in der Sportwertung!
  • Platz 3 in der Working Equitation Wertung! 

Ergebnisse für Jacinto und Christine: 

  • PV Versatility – Platz 4 (von 4 – Wertnote: 4,79)
  • PF Country Pleasure – Platz 5 (von 5 – Wertnote: 5)
  • Rittigkeit mittel – Platz 9 (von 11 – Wertnote: 4,55)
  • Trail Mittel – 0 (von 10) – Disqualifiziert weil zu doof! 🙂

EPFC 2019 – Schloss Fasanerie?

28. bis 30.06.2019:

Dieses Wochenende war es wieder so weit: Turnier-Zeit für die Paso Finos! Das Turnier-Highlight für uns Fino-Reiter, der EPFC 2019 in Fulda/Eichenzell. Diesmal residierten wir ganz herrschaftlich auf der Anlage des Reitclubs Fulda auf dem Schloss Fasanerie – eine richtig schöne Anlage mit einem ganz tollen Park.

Richter waren dieses Jahr wieder Anna Eschner und Nicholas Burgos (USA), die uns wieder gekonnt und mit Humor durch die Prüfungen geführt haben. Ebenso war Daniel Sewing als routinierter Turniersprecher wieder mit von der Partie. Es war ein rundum gelungenes Turnier – einen ganz herzlichen Dank an Britta und Gerd Mülle und alle fleißigen Helfer! Da steckt so viel Detail-Liebe und Organisationswahnsinn hinter so einem Turnier, um alles so reibungslos ablaufen zu lassen: Hut ab! 

Ganz tolle Erinnerungsholzpferdchen für jeden Starter! – Foto: privat

Einzig die Sonne hat es etwas zu gut mit uns gemeint: Am Sonntag herrschten Temperaturen bis zu 38° am Nachmittag – aber die Ponys haben es alle super weggesteckt und wir waren sehr froh um die große Reithalle – die wenigstens Schatten gespendet hat, auch wenn die Luft dort drinnen sehr saunaartig war. Aber trotz allem haben alle Ponys ihr Bestes gegeben! Und auch das Publikum hat tapfer durchgehalten. 

Für Yvi und mich waren es drei sehr anstrengende, aber auch sehr schöne Tage. Wir sind mit Diosa und Jacinto angereist und Yvi hat neben dem Turnier auch noch 11 Foto-Shootings gemacht. Sprich wir sind die ersten beiden Tage nicht wirklich zur Ruhe gekommen. Ich habe erstaunlich wenige Prüfungen gesehen, bin dafür viel durch den schattigen Park gelaufen 🙂 Aber die Fotos haben es in sich – auf der Anlage sind so tolle Fotoecken – lasst Euch überraschen von den Ergebnissen! 

Steigender Hengst vor Schloss als kleiner Teaser – Das Foto, das Yvi gemacht hat ist dafür Mega! Ich zeig es Euch, wenn es veröffentlicht wird 🙂 – da sieht mann dann, warum genau es sich lohnt einen Fotografen zu engagieren! – Foto: privat

Zeit blieb aber bei dem Turnier-Coaching mit John Pelaez mitzumachen – sonst wären wir wahrscheinlich am Freitag vor dem Prüfungsbeginn gar nicht aufs Pferd gekommen! 

Mit dem Hotel hatten wir dieses Wochenende auch einen Jackpot! Nicht nur tolles Frühstück:  Buffett mit Spiegelei/Rührei/gekochtes Ei, Fisch … und Schockostreuseln für aufs Brot!!! – leider keine Erdnussbutter (kleiner Insider….), dafür ein angenehmes, sauberes Zimmer – als Bonus gab es sogar noch einen Balkon dazu. Next Level Hotel sag ich nur 🙂 Sehr angenehm. Wir sind gespannt, ob sich das noch toppen lässt!

Das Turnier war wieder sehr familiär – eine kleine, aber feine Starterzahl, aber dafür ganz viel Herzblut. Was mir sehr positiv aufgefallen ist und was mir auch von Zuschauern zugetragen wurde: Alle haben miteinander mitgefiebert, es wurde füreinander gefreut. Es herrscht ein ganz anderes Klima wie bei „normalen“ Turnieren. Aussage einer Zuschauerin, die ganz alleine vorbei kam: „Das war richtig schön! Alle waren so nett miteinander! Da komm ich wieder mal vorbei! Man kann sich auch richtig gut unterhalten.“ Wir arbeiten natürlich jetzt daran, dass sie nächstes Mal einfach ihr Pony mitbringt …. dann ist es nämlich noch schöner 🙂 Gefreut hat mich auch, dass wieder neue Mensch-Pferd-Kombinationen dabei waren. Ich kann wirklich nur jedem Paso Fino-Besitzer empfehlen: packt Eure Ponys ein, bringt sie mit auf Turnier, das schafft ihr alle! Und es macht so viel Spaß. Niemand muss perfekt sein – es reicht einfach dabei zu sein und Spaß zu haben! Niemand reißt einem den Kopf ab, im Gegenteil: jeder hilft jedem. In dem Zug noch mal ein dickes Dankeschön an Nano, die mir mein Glücksrad „repariert“ hat, nachdem ich es in der Prüfung „verloren“ hatte – die Schnalle ging auf und mein Pony hatte auf einmal nichts mehr am Kopf 🙂 Das ist mir auch noch nicht passiert – aber wir haben jetzt ein schickes Unikat-Glücksrad! Von daher war es das Wert 🙂 Und alles was passiert ist eine Klasse Übung, um Dinge an sich und seinem Pferd zu entdecken, an denen man dann zu Hause ein bisschen weiter trainieren kann. 

Neugieriges Pack linst nach den anderen Trail-Teilnehmern 🙂 – Foto: Claudia K.

Ich habe mich jedenfalls für so viele Menschen gefreut – und war auch mit der Leistung meiner eigenen Pferde sehr zufrieden. Nachdem ich einen jungen Halbbruder zu Jacinto gesehen habe sind mir wieder ganz viele Dinge eingefallen, mit denen ich und Jacinto am Anfang „gekämpft“ haben und die ich komplett verdrängt hatte. Ich kann wirklich so stolz sein auf mein Pony, auch wenn ich immer wieder hart am Zweifeln bin. Er ist eigentlich genau das Traumpony geworden, dass ich wollte: Zuverlässig im Umgang, Geländesicher, macht für mich, was er soll (meistens zumindest) – und wenn er mal austickt, weil sein Gehirn nicht mitmacht oder er Dinge einfach nicht versteht, dann ist das auch in Ordnung. Letztendlich lässt er sich inzwischen immer wieder sehr schnell zurück holen auf einen Entspannungszustand. Das war früher nicht möglich. Ich bin stolz auf mein Pony. 

Line-Up in der Reithalle – Foto: privat

Er gibt so viel für mich und wir trainieren momentan wieder sehr intensiv am Thema taktklaren Tölt. Ein Thema was mich bei Jacinto schon viel Verzweiflung gekostet hat – es ist einfach nicht so leicht, wenn man ein Pferd hat, was so schnell die Gangarten verschiebt und das kein Gang-Professor ist. Aber es ist Anna Eschner aufgefallen, dass wir Fortschritte gemacht haben. Und wir sind gelobt worden. Es ist mir tatsächlich viel mehr wert, insgesamt weiter zu kommen. Die Konventionen 1. Platz oder 3. Platz ist bei einem kleinen Turnier doch eigentlich egal. Jacinto und ich haben es jedenfalls konsequent durchgezogen immer „Letzter“ zu sein. Aber wenn man das anders formuliert, klingt es nach: ein Zweiter, zwei Dritte, ein Vierter und ein Fünfter Platz – also immer in der Platzierung. Kann man auch sagen 🙂 Wie gesagt: mir war wichtig, dass er die drei Tage im Kopf klar bleibt und motiviert mitmacht. Das hat er – er hat seine Tölt-Leistung im Verlauf des Samstags (da durften wir drei Mal starten) kontinuierlich gesteigert und das fand ich super. Außerdem starte ich gerne Prüfungen, weil man einfach immer lustige Abreiteplatz-Gespräche hat und im Line-Up mittendrin, statt nur dabei ist 🙂 Wie mit der alten Fight-Club-Regel gesagt: „Was auf dem Abreiteplatz besprochen wird, bleibt auf dem Abreiteplatz!“ 

Lustigste Kostümklasse Ever! – Spaß muss sein! – Foto: privat

Diosa und Yvi haben eine richtig gute Dressur-Kür hingelegt. Im Vergleich zu unserem Probelauf am letzten Feiertag in der Reithalle war das sowas von souverän und sauber – da kannste nix sagen! Mein Sieger der Herzen sind die Beiden auf jeden Fall! Auch im Trail war sie sehr souverän. Frau Sumpf hat es einfach drauf. In der Dreigang lief es nicht so glatt, aber Frau Sumpf mag einfach keine Reithallen. Wahrscheinlich, weil sie so klein ist und nicht über die Bande gucken kann. Das neugierige Stück. Im Stallzelt hängt sie jedenfalls immer mit dem Kopf draußen, guckt schlecht gelaunt, hat aber immer alles im Blick und das gefällt ihr glaube ich sehr gut 🙂 Wahrscheinlich stiftet sie die anderen Ponys auch zu irgend einem Unsinn an. Und sie kommentiert auch ziemlich viel mit ihrem „Möhöhöö“. Weil sie so gut mitgemacht hat und wir sie schonen wollten für nächstes Wochenende in Mannheim durfte sie dann nach der Dressur-Kür den Rest des Turniers chillen. Die Western-Pleasure wurde gestrichen um Kräfte zu schonen. Und am Sonntag hat Yvi einfach die Gelegenheit genutzt, um etwas Langzügel-Arbeit während der Abschluss-Barrida zu machen, um in Turnier-Atmosphäre zu üben. Weil nach dem Turnier ist vor dem Turnier 🙂 und wir freuen uns schon darauf einige „Verrückte“ nächstes Wochenende in Mannheim wieder zu sehen!

Motivierte Turnier-Ponys 🙂 – Foto: privat

Übrigens hat mich das Turnier auch sehr motiviert. Ich habe mir am Sonntag die Best of Traditional Klassen angesehen, die wirklich mit sehr starken und tollen Pferden besetzt waren – Respekt Leute! Ich habe John mit Dinamica von Britta in der Performance reiten sehen – das hat mich so motiviert. Das war ehrlich gesagt mein Highlight – Das Board von Dinamica – weil ich weiß, was für eine tolle Arbeit John mit seiner ruhigen Art in kurzer Zeit geleistet hat. Und es hat mich motiviert mit einem Performance Pferd eine Performance zu reiten – ich will unter Turnierbedingungen eine Figure-8 und ein geiles Board reiten – Komisch, was für Dinge einen manchmal motivieren oder? … mal sehen, ob wir das irgendwann schaffen!

Die süßeste Verführung, seit es Zimtschnecken gibt! – Foto: privat

Turnierstatistik Yvi und Diosa:

  • Dreigang 3. Platz (4)
  • Dressur Kür 2. Platz (4)
  • Trail 3. Platz (5)

Turnierstatistik Jacinto und Christine:

  • Dreigang 4. Platz (4)
  • Trail 5. Platz (5)
  • Versatility 3. Platz (3)
  • Western Pleasure 2. Platz (2)
  • Country Pleasure (Level 2) – 3. Platz (3)

Toxische Menschen?

Gefangen in der eigenen Destruktivität

26. Juni 2019:

Ein Thema über das ich momentan viel nachdenke sind toxische Menschen. Das hat nicht besonders viel mit Pferden zu tun. Aber Menschen findet man auch am Reitstall. Vielleicht kennt der eine oder andere von Euch den Begriff „toxische Menschen? Oder leidet gar selber unter ihnen? Ich selber bin auch schon an solche kräftezehrenden Vertreter der Spezies Mensch geraten. Dummerweise glaube ich immer sehr lange an das Gute im Menschen. 

Meine beste Freundin hat momentan so ein Exemplar als Vorgesetzte. Die Chefin ist ein kompletter Terror-Zwerg, manipuliert, macht ihre „Untergebenen“ nieder, auch gerne per lautstarkem Anschiss vor größeren Menschengruppen – das ist gerade deshalb (nicht) lustig, weil es ein Dienstleistungsbetrieb ist, deren größte Sorgfalt auf „macht es den Gästen so schön wie möglich“ liegt. Tja. Sie ist extrem anstrengend, ändert ständig ihre Regeln, steht mit ihren Intrigen dauernd im Mittelpunkt und fühlt sich ständig als Opfer. Man weiß nie, wann etwas richtig ist und wann nicht. Sie nimmt überhaupt keine Rücksicht. Sie raubt meiner Freundin die komplette Energie. Es ist ein richtiger Teufelskreis. Und meine Freundin leidet darunter, weil sie ein sozialer und feiner Mensch ist. 

Die Crux an der Sache ist, man merkt zuerst nicht, dass man sich in den Fängen eines toxischen Menschen befindet. Es setzt schleichend ein. Diese Menschen haben es extrem gut drauf ihr Umfeld so geschickt zu manipulieren, dass man gar nicht merkt wie befangen man ist. 

Wie erkennt man jetzt einen toxischen Menschen?

  • Sie tun Dinge, die Ihnen einfach nicht zustehen und zu denen sie kein Recht haben. Sie verhalten sich grenzüberschreitend und übergriffig. Sie erregen furchtbar gerne Mitleid und versinken hingebungsvoll in der „Opfer-Rolle“. Sie entschuldigen sich auch nicht. Weil SIE haben ja alles richtig gemacht. Schuld haben IMMER die Anderen. 
  • Sie haben selten Schuldgefühle, wenn sie andere verletzt haben. Sie haben konkrete Erwartungen an Dein Verhalten, ohne diese Erwartungen anzusprechen. Hältst Du Dich nicht an diese unsichtbaren Erwartungen, wirst Du dafür bestraft.
  • Sie haben immer Recht, andere Unrecht. Sie sind oft verbohrt, uneinsichtig und unbelehrbar. Sie sind gar nicht daran interessiert die Sichtweise des Anderen zu verstehen, oder gar ihr eigenes Verhalten zu ändern. 
  • Sie beginnen oft Streit, anstatt ein klärendes Gespräch zu führen. Es wird immer wieder auf Dingen herumgehackt, die längst geklärt schienen. Man dreht sich einfach andauernd im Kreis. 
  • Sie lügen um ihre Interessen durchzusetzen. Sie lassen Informationen weg, erfinden neue dazu, streuen Gerüchte. Man kann auch einfach sagen sie sind Meister der Manipulation und Fürsten der emotionalen Erpressung. Sie erzählen Dir, was Du hören willst. 
  • Sie verhalten sich oft eifersüchtig und missgünstig. Wenn Sie es nicht bekommen – dann keiner. Dann wird es lieber kaputt gemacht. Ganz dramatisch ist das natürlich in einer Beziehung oder bei gemeinsamem Vermögen/Firmen. 
  • Sie nehmen keine Rücksicht auf die Bedürfnisse und Gefühle von anderen. 
  • Sie hinterlassen ein Gefühl von Erschöpfung und Müdigkeit. 

Natürlich ist nicht jeder, der solche Verhaltensmuster zeigt ein Toxischer Mensch – jeder von uns bedient sich manchmal der einen oder anderen Range von toxischen Verhaltensmustern. Echte Toxische Menschen zeigen jedoch sehr viele dieser Verhaltensmuster über längeren Zeitraum – immer wieder in neuen Varianten. Sie sind Meister darin. 

Was hilft also?

Ich muss erst einmal erkennen, wann ich es mit einem toxischen Menschen zu tun habe. Und das dauert erstaunlich lange, bis man es selbst begreift. 

Wie soll ich mich verhalten?

Auf Abstand gehen. Nimm die Dinge, die Dir der Toxische Mensch sagt nicht zu Herzen. Das ist sehr schwierig (und lässt sich wirklich auf dem Papier super leicht sagen), aber solche Menschen leben von emotionalen Reaktionen. Sie saugen Deine emotionale Energie ab und nähren sich daran. Deshalb wirst Du Dich im Umgang mit ihnen auch jedes Mal schlechter fühlen. 

Achte darauf klare Ansagen zu machen. Nur Fakten und die Konsequenzen. Keine Interpretationsspielräume zulassen. Keine Emotionen. Keine Bewertungen. Nur Fakten. Achte darauf: Dein Mitgefühl wird ausgenutzt. Setze Dir klare Ziele und komme von denen nicht ab. Lass Dir kein schlechtes Gewissen einreden. Wenn Du feste Ziele hast, brauchst Du kein schlechtes Gewissen, weil Du nach menschlichen und sozialen Maßstäben handelst. Agiere statt zu reagieren. 

Der Toxische Mensch wird keine Ruhe geben, bis er sein „Ziel“ erreicht hat. Sei nicht das Ziel. Nimm ihm den Wind aus den Segeln. Sprich mit anderen Menschen in Deinem Umfeld. Hole Dir Meinungen ein. Hör auf Deine Mitmenschen. Sie erkennen einen toxischen Menschen meistens eher und besser wie man selber. 

Man kann toxische Menschen nicht verstehen – die Psyche ist sehr kompliziert. Dafür gibt es Menschen die mehrere Jahre studiert haben und Psychologen genannt werden. Zerbrich Dir nicht für die den Kopf. Es funktioniert nicht. 

Es fühlt sich irgendwie so an, wie wenn man mit einem Alkoholiker zusammen lebt. Dieser wird immer wieder Rückfällig, beteuert, dass er es schaffen wird, erschafft eine komplette Traumwelt um sich herum. Und alle anderen sitzen hilflos dabei, leiden und warten letztendlich auf den endgültigen Zusammenbruch. Erst wenn der kommt und die Person tatsächlich realisiert, dass etwas nicht stimmt, kann eine Heilung eintreten. Und selbst dann ist es noch ein langer Weg. Die betroffene Person muss es von sich aus wollen. Aber sie wird es niemals ohne professionelle Hilfe schaffen. Weder der Alkoholiker, noch der Mensch der psychologische Betreuung benötigt. 

Warum heute so ein ernstes Thema? Weil es mich beschäftigt. Weil ein Blog eine Art Tagebuch sein soll. Weil ich auf meinem Blog nachdenken kann, über was ich möchte. Weil ich möchte, dass meine Freundin auch von ihrer toxischen Chefin los kommt. Weil ich möchte, dass niemand unter toxischen Menschen leiden muss. Weil wir es einfach alle so schön haben könnten, wenn wir vernünftig miteinander umgehen würden. Weil es so erleichternd ist von toxischen Menschen los zu kommen und wirkliche Gemeinschaft und Rückhalt in einer Gruppe zu erleben. Das wünsche ich uns allen. 

So. Und wer bis hierher durchgehalten hat: Nächstes Mal kommt wieder der ganz normale Pony-Wahnsinn: Für uns geht es nämlich am Wochenende nach Fulda auf das EPFC Paso Fino Turnier und ich freue mich richtig alle Fino Freunde wieder zu treffen. Und ich freue mich darauf John zu erzählen, wie motiviert das Drachenpony momentan ist und wie viel Spaß sie macht – auch wenn ich mich zwischendurch mit solch düsteren Gedanken beschäftigen muss.  

Quellen zum Weiterlesen: arbeits-abc.deGedankenwelt.dezeitzuleben.de

Smart Ride?

Kurs mit John Pelaez in Flieden

14.06. bis 16.06.2019:

Mit großer Vorfreude haben wir auf diesen Termin gefiebert. Nachdem ich vor zwei Jahren schon so begeistert von John als Fino-Trainer war, habe ich mich sehr gefreut, dass er wieder einem Deutschland-Besuch zugestimmt hat. Britta Mülle hat wieder einen Kurs mit ihm im schönen Fliedetal organisiert – trotz Turnier-Vorbereitungsstress (Denkt daran: nächstes Wochenende ist EPFC Paso Fino Turnier in Fulda/Eichenzell!) und Umzugsstress. Vielen, vielen Dank dafür Britta und Gerd! Es ist so schön, dass Du uns immer wieder solche Kurse ermöglichst!

Dieses Mal durften Jacinto und das Drachenpony also jeweils einen vollen Kurs bei John nehmen. Gerade mit Jacinto habe ich immer noch sehr große Probleme mit dem Tölt – momentan verunsichert mich seine Gangmechanik einfach wahnsinnig. Und das Drachenpony ist sowieso eine Neverending Story … vor dem Kurs war sie so richtig angepisst und unmotiviert. Beste Voraussetzungen also! 

Und ich wurde nicht enttäuscht: John Pelaez hat eine tolle Art mit den Pferden. Er macht einfach – komplett ruhig und unerschütterlich. Er straft die Pferde nicht, was ich super finde. Gerade bei meinem USA-Import ist mir das sehr wichtig. Er ignoriert einfach Fehler weg und macht es einfach besser. Keine Ahnung – jedenfalls war das Drachenpony von Anfang an sehr kooperativ und motiviert. Fast schon ein bisschen verliebt. Sie hat sich sofort von John reiten lassen – locker und lässig – Hops- und Renn-Ansätze wurden einfach weg ignoriert und sie lief richtig, richtig gut! Abschnauben im Tölt am Sonntag – kein Problem! 

Jetzt heißt es das Gesehene und Gelernte umzusetzen und richtig nach zu machen. 

Fresspausen sind total wichtig! – Foto: privat

Wir haben etwas am Equipment geändert. Beide Ponys liefen sehr gut mit einer speziellen Hackamore – Danke an Barbara fürs ausleihen! Sie hilft mir und den Ponys einfach eine andere Balance und eine leicht höhere Kopfhaltung zu finden, um den Ponys (oder mir?) den Tölt zu erleichtern. Das Ding ist bestellt und unterwegs. Vielleicht hilft es mir mit Jacinto eine gewisse Sicherheit zu finden. Das würde mich sehr freuen. Natürlich ist ein Wechsel auf eine andere Zäumung kein Allheilmittel und ich möchte damit auch nicht sagen, dass nur durch das Ding alles besser wird. Aber wenn es hilft, kann eine gewisse Zeit mit einem Hilfsmittel die Arbeit für Reiter und Pferd vereinfachen und Dinge verständlicher machen. Vielleicht hilft es auch einfach meiner Psyche? Man weiß es nicht. Reiten ist eine Wissenschaft für sich und diese Paso Finos sind noch mal eine Wissenschaft für sich. Und die Psyche spielt eine große Rolle. Schließlich kann man so ein Pferd schon mit einer Blickrichtung lenken, da spielt der Kopf garantiert auch sehr mit. Ich hoffe ich bekomme mein Kopf-Problem bis nächstes Wochenende einigermaßen gebacken – aber das dürfte wohl Utopie sein. 

Voll professionell angebundener Zwerg, glaubt er bekommt Essen – Foto: privat

Jedenfalls hat mir John wieder sehr viel Zuversicht gegeben. Und das alleine ändert schon vieles. Er hat demonstriert, dass das Drachenpony ja eigentlich auch unter dem Sattel ein smartes Pony ist und dass wir das irgendwann schaffen werden. Das gibt mir enorm viel Auftrieb! Sie braucht Sicherheit und ich brauche Sicherheit. Eigentlich ganz einfach. Wobei er auch gemeint hat, dass sie sich seit dem letzten Kurs verbessert hat. Damals war das so wie jetzt noch nicht möglich gewesen. Meine Arbeit mit den ganz losen Zügeln und den Ausritten am komplett hingegebenen Zügel waren gute Vorarbeit. Eigentlich hatte ich ja schon komplett aufgegeben, dass das jemals noch was wird mit uns beiden. Was in dem Moment vielleicht auch gut war. Jetzt brauchen wir wieder mehr Zügel-Kontakt und da konnte John mir helfen.

Ich bin wieder sehr begeistert vom gesamten Kurs und hoffe John kommt auch nächstes Jahr wieder! Da arbeiten wir dann hoffentlich mit Resi an mehreren kompletten Reithallen-Runden und Feinheiten und nicht nur an kleinen Zirkeln! 

Darf ich vorstellen: Der wahre Chef des Hofes – sieht man gleich am Blick oder?! – Foto: Selfie mit harten Falten

Apropos Reithalle: Wir waren sehr begeistert vom neuen Reithallenboden (der Boden auch von uns – es finden sich immer noch Reste an meinen Stiefeln … *hust*) — überhaupt tut sich einiges im Fliedetal. Wir durften die neuen Besitzer kennen lernen und waren sofort begeistert. Franzi und Andreas werden sehr würdige Nachfolger für den Hof. Und das sage ich nicht nur, weil Franzi auch einen besonderen Schecken besitzt und ganz viele gerettete Hühner, die jetzt im eigenen „Offenstall“ ihren Lebensabend genießen dürfen. Was übrigens ungeheuer beruhigend ist, wenn man denen zuschaut wie sie einfach herum laufen. Wir freuen uns auf weitere Kurse im Fliedetal und auf weitere schöne Tage dort.

Wie immer hatten wir eine ganz tolle Truppe an Kursteilnehmern (und einen tollen Erick, der uns wieder zauberhaft lecker bekocht hat!) – wir haben ganz viele neue Leute kennen gelernt und hatten einfach ein ganz tolles Wochenende! 

PS: Die Motivation des Drachenponys hält auch bereits mehrere Tage nach dem Kurs noch an – ich bin hart begeistert und hochmotiviert. Wir arbeiten in kurzen, sehr guten Einheiten, heute auch mehrfach am Tag (an den meisten anderen Tagen kommt mir da leider mein Job dazwischen ….). 

Hoch im Kurs?

Kurs mit Stephan Vierhaus am Zykloopenhof

18./19.05.2019:

Auch dieses Jahr hatten wir das Vergnügen wieder einen Kurs mit Stephan Vierhaus bei uns am Zykloopenhof zu haben. Dieses Jahr sogar mit einer reinen Gangpferde-Truppe. Und was für eine tolle Truppe! Es hat richtig Spaß gemacht Euch alle kennen zu lernen und Eure tollen Isländer laufen zu sehen!  … und zu sehen, dass wir alle doch irgendwie die gleichen „Probleme“ haben 🙂

Drachenpony entspannt – Frau verwirrt – Foto: Yvi Tschischka

Wir hatten viel Spaß und haben auch viel gelernt. Auf jeden Fall hat sich wieder gezeigt, dass so ein vierter Gang extra diese ohnehin komplizierte Sache mit dem richtigen Reiten nicht wirklich einfacher macht. 

Jacinto und ich hatten am Samstag eine sehr gute Einheit (da sind wir viel guten, entspannten  Schritt geritten) und eine sehr deprimierende Einheit (da haben wir versucht ordentlich zu tölten). Aber Reiten ist ein ständiges Up and Down. Ohne die „downs“ kommt man nicht an die „ups“ – und wer immer „Up“ ist Lügt schlicht und einfach 🙂 

Am Sonntag durfte dann das Drachenpony eine Einheit nehmen. Sie war die ganze Zeit locker und hat gut mitgemacht – ich bin sehr zufrieden.

Durch die anderen Teilnehmer konnten wir wieder schön sehen, wie die verschiedenen Ansätze zum Tölt funktionieren. Und auch von der Bodenarbeit mit den Jungpferden konnte ich mir einiges abgucken. 

Stephan war wieder ein guter „Erklär-Bär“ mit vielen Tipps und natürlich hat er wieder jeden Teilnehmer da abgeholt, wo gerade die Problemstellung war und konnte Lösungsansätze bieten. 

Und ich finde so ein Kurs ist immer ein gute Gelegenheit mit vielen Gleichgesinnten – sei es am eigenen Stall, oder von Extern – eine gute Zeit zusammen mit den Ponys/Pferden zu verbringen.

Vielen Dank an Caro Jost-Kilbert, die unseren Kurs wieder so schön organisiert hat und uns auch wieder lecker verköstigt hat. Und natürlich auch an Johannes und Nadine, die den Zykloopenhof und die Gastboxen zur Verfügung gestellt haben. Wir hoffen doch, dass wir nächstes Jahr wieder einen Kurs organisiert bekommen! 

Denn es lohnt sich immer weiter zu lernen – wobei ich manchmal nicht weiß, ob bei Jacinto nicht Hopfen und Malz verloren ist, aber letztendlich lernt man nicht von den „Guten“ Pferden, sondern von den „Problempferden“. Und mitmachen kann sich bei so einem Kurs jeder trauen, weil wie gesagt, letztendlich haben wir alle die gleichen Problemchen. 

Durfte sie leider nicht behalten 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Mehr Fotos vom Kurs gibt es übrigens noch bei Gangpferde Vierhaus (draufklicken!!) auf der Seite – Yvi war so nett und hat am Sonntag ihre Kamera mit dabei gehabt!

Drachenpony?

Bedienungsanleitung und/oder Liebeserklärung?

Drachenpony 2014 – Foto: Yvi Tschischka

15. Mai 2019:

Das Drachenpony ist wahrscheinlich mein am kompliziertesten zu „bedienendes“ Pony. Nachdem ich sie jetzt seit einigen Jahren kenne, haben wir uns inzwischen ganz gut eingespielt und ich lerne sie zu lesen. Sie mich übrigens auch… 

Stimmung:

Das Drachenpony scheint oft völlig abwesend zu sein. Manchmal steht sie einfach nur still herum und hört irgendwie tief in sich selbst hinein. Keine Ahnung, was sie da hört. Vielleicht hat sie   Radioempfang in ihrem Gehirn oder hört Stimmen von Außerirdischen. Es würde mich nicht wundern, wenn sie einen Alu-Hut tragen würde. Man weiß es nicht. 

Sie nimmt aber natürlich auch rege Anteil an dem was so um sie herum passiert. Manchmal grummelt sie sogar und kommentiert Dinge wie Futtereimer oder Rückkehr von anderen Ponys, die ihr gefehlt haben. Sie wechselt die Stimmung zwischen nicht ansprechbar, schlecht gelaunt, freudig interessiert oder autistisch innerhalb von Sekunden. Ebenso ihren Standort. Sie hat die Gabe von jetzt auf nachher komplett lautlos zu verschwinden und an weit entfernten Stellen wieder aufzutauchen. Vielleicht kann sie sich Teleportieren? Vielleicht helfen ihr auch die Stimmen in ihrem Gehirn. Man weiß es nicht. 

Schlecht gelauntes Drachenpony 2013 – Foto: privat

Bewegung:

Sie bewegt sich in der Herde oft sehr langsam. Fast schon wie eine schleichende Katzen vor dem Angriff. Aber das Drachenpony greift nicht an. Außer Heunetze. Die werden massiv geschüttelt und dann wird gemütlich vom Boden gefressen. Mash-artige Futtermittel schlabbern liebt sie über alles. Nur darf sie nicht so viel Essen, weil sie dazu neigt eine riesig ausgeprägte Rubens-Figur auszubilden. Schnell weg sein kann sie trotzdem. Man dreht sich kurz weg, holt ein Halfter und in dem Moment steht sie dann seltsamer Weise am anderen Ende des Paddock-Trails oder versteckt im Strohbett. Es ist eine wahre Kunst, die sie da beherrscht! Als Schatten-Ninja wäre sie unschlagbar. Allerdings müsste sie dazu noch ein paar Kilogramm abnehmen ….. 

Krankheiten:

Das Drachenpony neigt dazu komische Hautschuppen, kleine Furunkel, offene Stellen und nässende Scheuerstellen auszubilden – wahlweise in Kombination miteinander. Natürlich immer dann, wenn sie entweder:

zu wenig Aufmerksamkeit bekommt, zu viel Aufmerksamkeit bekommt, es ihr anscheinend langweilig ist, sie zu viel zu tun hat, sie rossig ist, sie nicht rossig ist, sie sieht wie andere Ponys sich irgend wo kurz jucken, der Mond komisch steht, sie jemand komisch angesehen hat, sie nicht angesehen hat, oder wenn ich unterwegs bin. Aber nichts ist wirklich greifbar. Alles in Allem ein fast genau so unbegreifbarer Algorithmus wie der von Facebook/Instagram und Co. 

Darum trägt sie jetzt auch diesen schicken Kurzhaar-Schnitt. Da fallen kahle Haar-Stellen nicht so auf. Manchmal bildet sie auch komische Schwellungen aus oder fängt an massiv mit den Augen zu tränen. Es ist wirklich ein sehr kreatives Pony. Inzwischen besitze ich eine große Auswahl an Salben und vor allem Placebos, mit denen ich das Pony betüddeln und beschmieren kann. Wir haben inzwischen eine gute Balance gefunden. Sie hält ihre Hautprobleme in Grenzen und ich „untersuche“ sie gründlich und beschmiere sie ausreichend. Waschen hilft manchmal auch. Mit Schaum. Das hasst sie übrigens.  

Sie steht auch oft sehr wehleidig irgendwo herum und sendet Blicke aus, mit denen sie ihrer Umwelt suggeriert, dass sie gleich stirbt. Ganz dramatisch sind Impfungen. Wir haben inzwischen schon die besten Impfstellen gefunden. Aber das Drachenpony leidet tagelang. Manchmal kann sie den Hals gar nicht gerade machen und sich kaum bewegen – übrigens auch, wenn sie gar nicht in den Hals geimpft wurde … wenn man dann aber kurz wegsieht kann sie plötzlich ganz normal laufen und seltsamer Weise auch den Hals sehr gezielt zum Fressen oder andere Ponys dissen verbiegen. Habe ich ein Hypochonder-Pony? Ich glaube ja. 

Wenn sie dann aber mal richtig krank ist, muss man genau hinschauen. Wobei sie das dann auch sehr dramatisch verkörpert. Aber beim Tierarzt benimmt sie sich immer sehr vorbildlich. Die Leute in der Tierklinik waren ganz begeistert, wie brav sie die Kolik-Untersuchungen über sich ergehen hat lassen. Aber da hat sie wirklich richtig gelitten. Und da hatte sie tatsächlich mein echtes Mitleid, wie sie da stand mit ihren rasierten Stellen, dem Tropf und der Magensonde, so ganz verloren mit ihrem „Dackel“-Blick. 

gereiztes Drachenpony mit Schirm, Charme und Aluhut? – Foto: Yvi

Aufmerksamkeit:

Man muss immer gut aufpassen, wie das Drachenpony so drauf ist. Am Besten spricht man sie schon einige Schritte vor Ankunft an. NIEMALS und UNTER GAR KEINEN UMSTÄNDEN darf man sie einfach so anfassen. Wenn man ein gut gelauntes Drachenpony haben möchte, muss man sie erst höflich anfragen. Dann ist sie sehr kooperativ. Anfassen ohne Anfragen hasst sie wie die Pest und kann dann schon mal mit einem sehr tödlich-giftigen Blick bis gezieltem Kick rechnen. Putzen hasst sie übrigens auch. Manchmal zwar nicht, aber meistens schon. Grobe Fellreinigung: Nicht mit dem Drachenpony. Da wird es zum Schni-Schna-Schnappi. Das Wetter spielt übrigens auch eine Rolle. Mit Regen braucht man dem Drachenpony gar nicht kommen. Schließlich kommt sie aus Florida, da ist es nicht ekelig-kalt. Deshalb (er)trägt Madame seit zwei Wintern auch eine Decke. Aber Decken sind wieder ein eigenes Thema – vor allem die Passform von Decken. Ich sag nur Scheuerstellen … (siehe Krankheiten… ein Teufelskreislauf …)

Reiten:

Ja…. prinzipiell kann man sich auf das Drachenpony drauf setzen. Wenn man lebensmüde ist, kann man sie auch versuchen so zu reiten, wie ein normales Pferd. Klappt aber nicht. Sie ist sehr empfindlich auf „Druck“ – und „Druck“ definiert alleine das Drachenpony. Sobald man die Zügel aufnimmt ist sie weg. Mental und Körperlich. 

Sie zieht ihr Ding durch. Immer. Das bewundere ich an ihr übrigens sehr. Wir haben uns inzwischen auf folgenden Deal geeinigt: Sie bringt mich heile wieder nach Hause und passt auf, nirgends reinzufallen – dafür lasse ich sie in Ruhe, nehme die Zügel nicht zu plötzlich oder zu viel auf und lasse mich einfach tragen. Das erfordert sehr viel Disziplin NICHTS zu machen, wenn man auf einem Pferd sitzt und sich dem Pferd mehr oder weniger anzuvertrauen. Das funktioniert eigentlich ganz gut. Manchmal hat sie da inzwischen richtig gute Phasen. 

Zu etwas zwingen kann man sie jedenfalls nicht. Möchte man auch nicht, weil man dann definitiv den Kürzeren zieht. Ich habe schon sehr viel vom Drachenpony gelernt. Vor allem Ruhe und Gelassenheit. Geduld. Und das Gefühl von Versagen zu akzeptieren. Sie ist eine harte Nuss, aber ein ganz tolles Pony. Angst hatte ich übrigens noch nie bei ihr, egal was sie gerade angestellt hat. Bei allen meinen Ponys habe ich noch nie Angst verspürt. Ich vertraue allen dreien (bzw. vieren – Diego zählt ja irgendwie auch dazu). 

Heukampf 2016 – Foto: Yve Riegler

Charakter:

Das Drachenpony hat einen sehr starken Charakter. Sie zieht ihr Ding durch. Dabei ist sie eine ganz tolle Herden-Stute und Ersatz-Mama. Sie ist sehr gut erzogen und geländesicher. Sie fährt Hänger, benimmt sich beim Hufschmied und Tierarzt. 

Immer öfter kommt ihre Neugier zu Tage und sie steht in der Herden-Rangordnung nicht mehr an letzter Stelle. Sie traut sich inzwischen auch im Umgang mit ihren Menschen immer mehr zu – auch Dinge, für die sie wohl in Ihrer USA-Zeit massiv Ärger bekommen hat. 

Wenn sie „putzig“ drauf ist, ist sie einfach unschlagbar. Und was sie als „nicht gefährlich“ begriffen hat zeigt sie mit Feuereifer und freut sich über Lob. Sie ist sehr fein und sehr sensibel – das macht alles richtig Spaß – man darf nur nichts von ihr erwarten. Aber von Grund auf ist sie einfach ein tolles Pony! Auch wenn man sie erst lange Kennenlernen muss und gewisse Dinge einfach nicht machbar sind. Auf jeden Fall ist sie nicht mehr wegzudenken aus meiner kleinen Herde. Obwohl sie mit ihren fast 16 Jahren schon die ersten grauen Haare bekommt. Aber das kann auch an mir liegen 🙂 

Haarige Sache?

21. April 2019:

Die Zeit des Grauens ist wieder da! Meine absolut gehassteste Zeit im Jahr: der hartnäckige Frühjahrs-Fellwechsel beim Pferd! In Kombination mit Pollenallergie, erster Sonne, aufgeladenem Pferdehaar, drehendem Wind und Fleecebekleidung der absolute Horror im Pferdestall! 

Und sie sorgt auch für viel Spaß bei Nicht-Pferdebesitzern, die Pferdefreunde haben und so auch den ewigen Haaren ausgesetzt sind. Man findet sie überall: In der Unterwäsche, im Essen, im Bett, sogar auf der Arbeit in meiner Tastatur! Eigentlich braucht man gar nicht versuchen sich zu schützen, sie sind einfach überall! Am Besten lässt man es über sich ergehen. Man entkommt ihnen sowieso nicht. 

Inzwischen mache ich wenigstens keine Anfängerfehler mehr. Der größte Anfänger-Fehler ist meiner Meinung nach Fleece-Sachen tragen. So erkennt man die Anfänger richtig schnell. Nur noch glatte Materialien. Ganz geschickt wäre übrigens einer dieser weißen Anzüge, die man bei Tatort-Spurensicherungen trägt. Am Besten in Kombination mit Mundschutz, Spritzbrille und Haarnetz. Dann riecht man auch immer frisch, wenn man vom Stall kommt und muss sich nicht immer umständlich dekontaminieren, wenn man mal unter „normale“ Menschen gehen möchte. 

Maue versuche Haare von Kleidung zu entfernen …. – Foto: privat

Letztendlich komme ich jedes Jahr an den Punkt, an dem ich mir sage: Warum tust du dir das an? Die Zossen wohnen im Offenstall – geh doch einfach mehrere Wochen nicht an den Stall und tauch dort erst wieder auf, wenn die Haare alle wieder weg sind. Geht natürlich nicht. Man ist ja als Pferdebesitzer grundsätzlich masochistisch veranlagt. 

Sogar die Satteldecken sehen direkt nach dem Waschen gleich wieder komplett dreckig und haarig aus. Obwohl man sie noch gar nicht benutzt hat, sondern nur zum Stall getragen hat. Pferdehaare ziehen magisch saubere Dinge an. Es ist unheimlich, nein – es ist Magie! 

Wieso lassen diese Pferde nicht einfach plötzlich alle Haare fallen? So auf einmal und dann schnell wegkehren und verbrennen. Warum haben Pferde gefühlt Monate lang diesen lästigen Fellwechsel? Ist das die ultimative Rache fürs Reiten? Es ist physikalisch doch unmöglich, dass ein einziges Pferd so viele Haare verlieren kann! Wo kommen die alle her?

Warum fangen die überhaupt das Haaren an?

Das Tageslicht ist schuld. Ab Mitte/Ende Januar werden die Tage länger und die Zirbeldrüse (für Leute, die mit rudimentärem Latein prahlen wollen folgt das lateinische Wort dafür: Epiphysis cerebri) des Pferdes springt voll drauf an. Nachdem die Temperatur auch ein bisschen mitspielen darf kommt es bei Kälteeinbrüchen auch immer wieder zum Stoppen, bzw. Verlangsamen des Fellwechsels. Deshalb zieht sich das so lange hin. Die Reihenfolge  des Wechsels ist übrigens lange Oberhaare und dann die dichtere, dickere Unterwolle. Also Happy-Hour beim Pferd: Zweimal Haarwechsel zum Preis für eins. Super. 

Und gratis dazu bekommt man auch noch ein für Krankheiten anfälligeres Pferd im Frühjahr. Nachdem diese lästige Prozedur des Fellwechsels anstrengend für den Pferdeorganismus ist und das Immunsystem deshalb weniger Nährstoffe zur Verfügung hat (weil die alle in die Produktion neue Haare gepulvert werden *) kann es sein, dass beim Pony jetzt Mangelerscheinungen auftreten, sie Gewicht abnehmen oder einfach matter sind und insgesamt einfach anfälliger für Krankheiten sind. Super. Win-Win-Situation für alle. Nicht. Und dann werden die Dinger im Herbst wieder abgeworfen …. 

Nebenbei ist so ein Pferd auch anfälliger für Hautkrankheiten im Fellwechsel. Die Barriere für Eindringlinge, Parasiten und Krankheiten sinkt und lädt zum Einnisten ein. Da sage ich nur: Hallo Sommer-Ekzem, Hallo Haarlinge, Hallo Milben, Hallo Pilze – schön schaut ihr unter dem Mikroskop aus, aber bleibt bitte von den Haaren meiner Ponys weg. 

Die Pferde schuppen sich auch noch doller wie sonst, weil die Haut des Pferdes beim Fellwechsel ordentlich beansprucht wird. Es juckt also auch noch. Nicht nur dem Besitzer, sondern auch den Ponys. Ausgiebige Putz-Sessions mit viel Massage tun den Ponys sichtbar gut, treiben dafür menschliche Handgelenke und Finger ans Ende ihrer Kräfte. 

Was können wir also tun?

Die Ponys gründlich putzen und enthaaren. Oder sich Personal einstellen, was das für einen tut. 

Kein Personal gefunden – vielleicht helfen Mundschutz und Handschuhe? – Foto: Yvis Handy

Die Ponys beobachten, ob sich Veränderungen ergeben. Hautbild, ist das Haar stumpf? Wie sind Ernährungszustand, Gefühlslage, Gesamtsituation?

Die Ponys ggf. Zufüttern mit Energie und Mineralien – manche Pferdebesitzer gönnen Ihren Ponys auch Entgiftungskuren. Da gibt es ein unendliches Angebot diverser Futterhersteller, die manchmal sinnvoll, manchmal nur für die jeweilige Firma finanziell sinnvolle Dinge anbieten und Zusatzfutter kredenzen. 

Durch die Auswahl muss sich jeder selber durchkämpfen. Letztendlich bleibt wie immer zu sagen: Gute Grundernährung mit genügend gutem Heu und Mineralstoffversorgung müsste eigentlich bei den meisten Ponys ausreichen. Junge, Kranke und ältere Pferde brauchen einfach noch Energie zusätzlich, um sich leichter zu tun. Aber ansonsten ist Pferdeernährung ja eine Wissenschaft für sich – da möchte ich mir nicht anmaßen irgend etwas Wichtiges dazu zu sagen zu können. 

Jacinto schwächelt dieses Jahr erstmalig ein bisschen und bekommt momentan eine Mahlzeit aus eingeweichten Wiesencobs, Mineralfutter, einer Schippe Hafer, einem großen Schwups Öl und ein bisschen Mischfutter „Senior“ für den Geschmack zusätzlich. Das findet er natürlich toll. Schlabbern und Essen bleiben selbstverständlich seine Kernkompetenzen neben manchmal hübsch aussehen und toll Pferdehänger fahren können. 

Das Drachenpony läuft momentan mit einer dicken undurchdringlichen Staubschicht in den Haaren herum, die man nicht mehr ab bekommt und die sich sofort elektrostatisch auflädt, wenn man das Drachenpony nur ansieht. Anscheinend verbringt sie viel Zeit den wohltuend-schrubbeligen Sandboden zu konsultieren und sich Sachen zu überlegen, um nicht angefasst werden zu müssen. Sie sieht momentan leicht dauer-gräulich aus. Wahrscheinlich rächt sie sich jetzt bei mir für die Decke im Winter. Man weiß es nicht. Hauptsache sie bleibt gesund. Aber eine sehr nasse Wäsche mit ganz viel Schaum wird ihr nicht erspart bleiben. Wenn nicht sogar mehrere Waschgänge ….  

Frau Sumpf ist da pflegeleichter. Sie sieht nur grundsätzlich im Frühjahr schon zwei Minuten nach dem Putzen so aus, als ob sie noch nie in ihrem Leben geputzt und enthaart worden wäre. Es ist ein Traum. Ein haariger Albtraum.  

Ansonsten bleibt mir nur zu sagen: Ich hoffe Ihr kommt alle gut durch den leidigen Frühjahrs-Fellwechsel und wir sehen uns im Sommer enthaart und frisch geschniegelt bei diversen Events! Ich freue mich! 

PS: Falls Ihr noch Tipps rund um den Fellwechsel habt, her damit! 🙂  

Pro-Tipp: Mundschutz – wenn man auch noch eine Sonnenbrille aufsetzt, bleiben auch die Augenringe verborgen…. – Foto: Yvis Handy

*   Die dann wieder in ein paar Monaten abgestoßen werden …. wieso wachsen denen nicht einfach noch zusätzliche Winterhaare? 

Frühjahrsputz?

16. April 2019:

Frühjahrsputz-Chaos …. – Foto: Privat


Es ist Frühling. Die klassische Zeit für Frühjahrsputz. Einfach mal den Staub und die Spinnweben rauskehren und nebenbei richtig aufräumen. Damit habe ich kein Problem. Im Gegenteil. Ich bin der klassische Fall von zwangsneurotischem Ordnungsfanatiker. Bei mir hat alles seinen Platz. Und ich liebe es Dinge zu sortieren. Gerne auch nach der Arbeit im Supermarkt – wenn da etwas unordentlich steht, ich muss es zurecht rücken. Putzen ist Seelen-Therapie. Da kann man so viel bei Nachdenken. Und wenn man dann alles wieder sauber und ordentlich hat, hat man seine Gedanken auch wieder sortiert. Ich mache das gerne. 

Auch deshalb, weil ich sonst nix mehr finde. Das nennt man beginnende Alters-Demenz. Und ich habe zu viel Zeug. Und ich trenne mich sehr ungern von Dingen. Ganz schlimm. Was uns schon ganz flockig zu Teil 2 des Frühjahrsputzes bringt: dem Aussortieren. Da haben sich doch tatsächlich in 18 Jahren eigene Pferde und vorher schon komplette Ausstattung für fremde Pferde ganz viele Dinge angesammelt. Ich weiß gar nicht wie das so eskalieren konnte. 

Mir wurde das wieder bewusst, als ich gestern eigentlich nur ein Regal meines Sattelschrankes aufräumen wollte. Irgendwie eskaliert das dann immer. Es fängt ganz harmlos an. Ich versuche nur ein Brett im Regal aufzuräumen und ehe ich mich versehe sitze ich hilflos inmitten meiner Sachen und frage mich: Wie konnte es nur so weit kommen?! Mal ganz ehrlich: wie schaffen es Leute ihre Sachen für mehrere Pferde in einem einzigem winzig kleinem Bundeswehrschrank unter zu bringen? Habt Ihr da einen Zauber drüber gelegt, wie Hermine im letzen Harry Potter-Teil? Ihr erinnert Euch, diese Handtasche wo alles rein passt?

Also ehrlich. Ich sitze da in meinem Gerümpel und denke mir: dieses Minimalismus-Ding mag ja eine echt große Sache sein. Wie machen die Leute das? Und macht das die Leute tatsächlich auf Dauer glücklich? Gruß an Frau Kondo. Aber mal ganz ehrlich: Für mich ist das nix. Der Mensch ist und bleibt einfach ein Jäger und Sammler. Und da ich komplett unsportlich bin, bleibt mir nur das Sammeln übrig. Und noch mal ganz ehrlich: Das dürfte jedem schon spätestens nach dem Kauf des dritten Ponys klar geworden sein. Minimalistisch wäre halt einfach nur ein Pony. 

Ich gestehe das jetzt einfach mal: Ich bin ein Sammler. Und es macht mir nix aus. Und ganz ehrlich, wenn ich mir die hübsch inszenierten Bilder zum Thema Minimalismus ansehe oder in Wohnungszeitschriften blättere, denke ich mir immer: Wo habt ihr euer Geraffel versteckt? Jeder Mensch hat doch bestimmt mindestens eine dunkle Ecke, wohin alle Dinge verschwinden, die man eigentlich nicht hergeben kann? Oder ein ganzes Gerümpel-Zimmer. Wo sind all die Dinge, die man nicht vorzeigen kann, die einem aber ans Herz gewachsen sind? Kein Mensch kann immer so gut aufgeräumt sein. Innerlich und Äußerlich. Da muss sich doch etwas verstecken. Ich möchte jeden Anschreien: Lasst es doch einfach raus! Seid nicht perfekt! Niemand kann nur perfekt sein! 

Gut, in meinem Pferdeschrank finden sich jetzt nicht allzu viele peinliche Sachen – vielleicht abgesehen von der flauschigen, blauen Satteldecke mit den Schäfchen drauf. Aber die habe ich damals fürs Möppi gekauft und die gebe ich auch nicht mehr her, auch wenn ich sie nicht benutze. Oder wenn man mal absieht von meiner exzessiven Sammel-Leidenschaft für Bosals und Barbadas. Und weil ich ein gerne fauler Mensch bin, müssen die auch alle an eigenen Kopfstücken hängen, dann kann ich mir einfach eines aussuchen. Oder Roulett spielen: Blind hinein greifen und dem Pony anziehen. Und ja, Neonfarben sind vielleicht nicht immer eine gute Wahl. OK. Das sind weiße Stiefel auch nicht, und trotzdem tragen Frauen weiße Stiefel. Oder Leggins. Die waren schon in den 90ern Grenzwertig.

Aber dafür habe ich zumindest keine exzessive Sammel-Leidenschaft für komplette Eskadron Sets. DAS braucht ja mal richtig viel Platz – keine Ahnung wie die Leute das schaffen. Finanziell und Platztechnisch! Ich habe mal auf Youtube gesehen, wie eine sehr junge Frau ihre komplette Eskadron-Set-Sammlung vorgestellt hat. Die hatte locker 50 verschiedene Schabracken und teilweise dazu noch die passenden Bandagen, Ohrenmützen und Abschwitzdecken dazu. Diese Sammlung hat ausgebreitet einen großen Teil einer kompletten Reithalle in Beschlag genommen, was mich nachhaltig schockartig beeindruckt hat. DAS finde ich dann doch etwas bedenklich, aber es beruhigt mich auch wieder. 

Es gibt Menschen, die eskalieren noch viel deutlicher wie ich. Und es gibt Menschen, die haben halt weniger. Soll jeder machen wie er denkt, so lange man damit glücklich ist und sich selbst nichts vormacht. Von daher finde ich: Solange man nicht mehrere gleiche Kopfstücke hat, die sich nur durch unterschiedliche Farben unterscheiden, kann es nicht so schlimm sein. Moment mal …. Blau, Gelb, Schwarz, Rot, Türkis, …. äh ….  schnell Themenwechsel. 

Nein, die sind nicht alle gleich! ….. – Foto: privat

Jedenfalls auch ich bemühe mich alles im Griff zu behalten. Mein Leben und meinen Sattelschrank. Ab und an ziehen neue Dinge ein, aber ab und an zieht auch mal was aus. So hält sich alles in Grenzen. Im Stall wie im Leben. Eigentlich muss man „nur“ seinen eigenen Stil finden. Und dann durchziehen und sich nichts einreden lassen. Das entspannt. Und perfekt sein? Wer will schon perfekt sein – ist doch langweilig! 

Häschen Hops?

Horse Agility Kurs am Zykloopenhof

29.03. – 30.03.2019:

Spring Häschen, Spring! – Jacinto im Freisprung – Foto: privat

An diesem Wochenende hatten wir bei uns am Hof einen Kurs mit Manuela von www.crazy-pinto.de, den ich jetzt einfach unter dem Oberbegriff Horse Agility zusammen fassen. Aber es war natürlich noch ganz viel mehr dabei. Bodenarbeit, Zirkuslektionen – jeder konnte machen worauf er Lust hatte, oder spontan neue Dinge probieren. Lina, die den Kurs organisiert hat – ein dickes, fettes Dankeschön an Dich dafür! Und für das ganze Essen was Du besorgt hast 🙂 Wir haben nämlich erst mal mit einem gemeinsamen Frühstück gestartet, bevor wir mit den Ponys losgelegt haben. Das fand ich eine gute Idee. 

Erst mal zeigen, wohin es gehen soll! – Foto: privat

Jeder hatte am Tag zwei Einheiten. Ich habe meine Zeit zwischen Jacinto und dem Drachenpony aufgeteilt. Yvi hat ihre Zeit auch zwischen Diego und Diosa aufgeteilt. So hatten alle vier Ponys an diesem Wochenende ordentlich was für den Kopf zu tun. Bodenarbeit ist einfach auch anstrengend. Die Ponys werden mit Dingen konfrontiert, die sie normal nicht machen. Und das strengt auch an. Kopfarbeit. Eine aussterbende Sache übrigens … wenn man sich mal so in seinem Umfeld privat und beruflich umsieht. Aber jetzt egal. Ich fasse für mich persönlich übrigens unter dem Begriff „Bodenarbeit“ alles zusammen, was ich mache, wenn ich nicht auf dem Pferd sitze, also Putzen, Führen, Langzügel, Longieren, Freiarbeit, Zirkuslektionen, Gymnastik, Longieren, Horse Agility, was auch immer. Nur um das mal zu definieren. Mit diesen ganzen Begriffen kommt man ja sonst durcheinander. Simpel halten. 

Sumpfbespaßung-Stalker-Fotos! – Foto: privat

Aber zurück zum Kurs! Manuela hat uns in der ersten Stunde erst mal führen lassen, bzw. abgecheckt, wie weit wir so sind. Eine knifflige Aufgabe war das 8-er longieren, sprich Pony um zwei Pylonen schicken, ohne sich selbst groß mitzubewegen. Fördert unheimlich die beidhändige Koordination beim „Reiter“ und testet das Körpersprachen-Verständnis des Ponys für uns – und sorgt nebenbei noch für Gelächter beim Publikum. Wobei man hier sagen muss: Wir haben uns nicht gegenseitig ausgelacht, sondern hatten zwei Tage lang richtig viel Spaß! Es waren einfach lustige Situationen dabei und jeder hatte einfach eine gute Zeit am Stall mit seinem Pony und mit der Stallgemeinschaft. Der Kurs wurde nämlich durchgehend von Zykloopenhof-Bewohnern besucht. Wir waren also eine bunte Truppe an verschiedenen Pferden und Leuten. Aber jeder ist auf den Geschmack gekommen, bzw. hatte seine Erkenntnis-Momente. Mein heimlicher Star war übrigens der zweijährige Jamie – ein Fino-Nachwuchs und Kumpel von Diego, der mit einem Spaß und Eifer alle Hindernisse meisterte, das war einfach toll anzusehen. Ein richtiger Streber! Oder wie die Kids mit den Ponys zusammen gearbeitet haben und aneinander gewachsen sind. Einfach Klasse! Oder wie Zwergs Kumpel Sam richtig aufgeblüht ist, beim „Spielen“! 

Streber! 🙂 – Foto: privat

Nachdem ich mit Jacinto das Steigen angefangen habe – was er ja erstaunlicher Weise relativ schnell gelernt hat, möchte ich das jetzt noch verbessern. Dazu hat Manuela mir auch ein paar Tipps gegeben. Wir werden uns jetzt im „Schul-Halt“ (also Pferde-Popo absenken – oder besser gesagt Gewicht aufnehmen) üben. Das als Grundübung, um Jacinto zu zeigen, dass er sich mehr „setzen“ kann und dann insgesamt auch etwas höher kommt. Momentan sieht Jacintos Steigen nämlich eher aus wie behindertes Häschen-Hops. Aber er guckt dabei so lustig bedröppelt, dass das alleine schon putzig ist. 

Raschelfolie ist eigentlich total langweilig – Foto: privat

An der Bergziege müsste ich mit ihm auch mehr arbeiten. Das wäre nämlich insgesamt auch eine sehr gute Übung, um uns einfach mal zu entschleunigen und bewusst einzelne Schritte zu setzen. Eben so das „Sitzen“ auf einem Sitzsack. Es ist unheimlich schwierig, ein Pferd präzise Schritt für Schritt Rückwärts an einen „Gegenstand“ zu bugsieren, und dann auch noch zu verlangen, dass es den Gegenstand mit dem Popo berührt. Probiert das mal, da seid Ihr tagelang mit beschäftigt. An solchen Dingen möchte ich jetzt mehr arbeiten. Das kommt dem hektischen Fino-Reiter glaube ich ziemlich entgegen.

Nebenbei kann Jacinto jetzt schon fast „Nein“ sagen. Am „Ja“ sagen hapert es noch. Aber „Nein“ bekommt er auch momentan öfter zu hören …. das Gras fängt wieder an zu wachsen, wenn Ihr wisst was ich damit andeute  ….

Bedröppelter Sumpf-Blick – Bergziege und Sitzen … – Foto: privat

Am Nachmittag sind wir dann raus auf den Platz gegangen und hatten die Gelegenheit unsere Spielwiese zu erproben. Manuela hat uns ein paar Dinge mitgebracht und wir haben ja auch ein paar Sachen. Jeder konnte ausprobieren und üben und am Ende haben wir dann einen ganzen „Parcours“ absolviert. Wir hatten: einen Tunnel, eine Gruselgasse, unsere große Wippe, eine Vorderbein-Wippe, Sprünge, Klapper-Wiese mit Plastik, einen bunten Sprung-Ring, Slalom, Hängematte, zwei Podeste, Sitzsack, Dinge zum Hinterherziehen, Dinge um Füße hinein zu stellen, diverse Oberflächen um die Ponys drauf zu stellen – also eine ganze Menge Zeugs zum Austoben! 

Spielwiese für Horse Agility und Bodenarbeit – Foto: privat

Für den Nachmittag habe ich mir dann das Drachenpony mitgenommen. Und sie hat es gehasst. Ganz viele Dinge die Flattern (Flattertore), die sie am Bauch berührt haben (Tunnel mit Schwimmnudeln) und die sie in ihrer Fluchtmöglichkeit eingeschränkt haben. Das hasst sie. Aber sie hat sich zusammengerissen (meistens jedenfalls) – irgendwann merkt sie vielleicht, dass sie nicht stirbt, wenn irgendetwas Fremdes sie berührt. Andererseits könnte sie auch irgendwann sterben, wenn sie was berührt. Man weiß es nicht. 

Doch nicht gestorben, obwohl Plastik am Bauch! – Foto: privat

Am zweiten Nachmittag sind wir sogar in einen richtigen Flow reingekommen. Das war sehr intensiv. Mich hat es richtig gepackt und wir haben ordentlich konzentriert und gar nicht auf Flucht gepolt gearbeitet. Ein sehr intensives und gutes Gefühl. Letztendlich hat sich das Drachenpony ganz konzentriert auf eine winzige Wippe gestellt. Bergziege macht sie sowieso richtig toll! Balance hat sie – da macht ihr keiner was vor! Das war jedenfalls ein richtig gutes Gefühl so intensiv mit ihr zu Arbeiten. 

Tolles Drachenpony – Bergziege auf Mini-Wippe! – Ich bin stolz! – Foto: privat

Fazit: Ein sehr guter Kurs – tolle Menschen, tolle Pferde – ich mag meinen Stall! Manuela hat einen guten Blick für Probleme und hat auch gute Lösungen parat, ermutigt einen aber auch selbstständig zu Arbeiten. Man ist ja normalerweise auch Alleine – also ein guter Ansatz. Ich mag Manuela, sie ist lustig! Und sie hat auch einen Falben und einen Schecken. Mehr muss ich nicht sagen 🙂 

konzentrierte Bergziege auf dem Podest – Bergziege geht immer ….. – Foto: privat

Wir üben also insgesamt langsamer zu machen und mutiger zu sein. Koordination an mir selber (Thema: Links – Rechts) ist glaube ich Hopfen und Malz verloren. Damit muss ich mich abfinden. Ansonsten fallen uns bestimmt noch lustige Dinge ein, die wir machen können! 

PS: Die Fotos sind alle entweder von Dani, Desis Kamera und meinem Handy. Oder Yvis Handy. Nachdem ich Trollo sie gemischt habe, bekomme ich nicht mehr korrekt auseinander gedröselt was von wem ist 🙂

Belohnung ist auch wichtig – Casperkopf Sumpf – Foto: Dani

Fenster auf Kipp?

Buntes Messe-Team vor dem Auftritt in Alsfeld – Foto: Rico Abendroth

22.03. bis 24.03.2019:

18. Messe Jagen-Fischen-Offroad in Alsfeld


Letztes Wochenende waren Yvi und ich wieder als Messe-Teilnehmer für die PFAE mit den Ponys unterwegs. Die Reise führte uns wieder einmal nach Hessen. Genauer nach Alsfeld, welches romantisch an der A5 gelegen ist. Dort fand die 18. Fachmesse Jagen – Fischen – Offroad (Neuer Shit: Pferde sind jetzt „Offroad“ :-)) statt. Das ist eine kleine, aber feine Messe, die zwar sehr traditionell ist, aber trotzdem überraschender Weise immer interessante und „tellerrandfremde“ Gespräche bietet. Und sie bietet in Halle 4 (dem Pferdezentrum) zweimal täglich ein buntes Showprogramm mit Pferdevorführungen. Und dazu hat Britta Mülle uns gefragt, ob wir wieder bei den Auftritten mitmachen wollen. Sagen wir mal so: mehrere Fino-Leute zusammen, gerade bei Auftritten mit einer Choreografie, die erst einstudiert werden muss bedeutet immer Spaß! Das Problem: Beamen wurde noch nicht erfunden – wir wohnen alle zu weit weg. Das bringt immer den extra Nervenkitzel: Klappt die Choreografie oder Desaster? 

Wir sind also schon am Freitag Mittag in Alsfeld aufgeschlagen. Sehr gechillt tuckerten wir mit Diosa und Jacinto die A7 rauf. Statt Choreografie zu lernen haben wir natürlich lieber das Känguru gehört. Wir hatten dann gut Zeit, um die Ponys im Stallgebäude unterzubringen. In Alsfeld gibt es nämlich schöne feste Boxen und einen sehr hessisch-herben Stallmeister namens Rudi, der hart grummelig und wortkarg erscheint, aber in seinem Herzen ein ganz Netter ist. Jedenfalls passt Rudi auf unsere Ponys auf, wenn die Messe dicht macht. Und Rudi sorgt dafür, dass alles funktioniert – und wer nicht nach seiner Pfeife tanzt, bekommt den Besen zu spüren! Den guten Reisigbesen übrigens 🙂 – ich liebe diese „alten“ Besen!

Messe-Team – 3-erBarrida – Foto: Timo Haas Fotografie

Während die Ponys schon mal ihr Heu mümmelten, sind Yvi und ich nach Alsfeld rein gefahren, um in unser Hotel einzuchecken. Alsfeld ist eigentlich ein sehr schönes Städtchen – viele Fachwerkhäuser – aber auch ein sehr viel befahrenes Städtchen! 

Am Abend waren dann alle Fino-Freunde mit ihren Ponys da. Wir konnten die Choreografie zusammen am Boden üben. Was bestimmt sehr lustig für Außenstehende anzusehen ist: taumelnde Menschen mit weißen Hüten, die mit Zetteln in der Hand komische Kringel laufen und dabei kichernd vor sich hin faseln …. – und dann direkt auf den Ponys in der Halle noch einmal festigen. Wir hatten sechs Ponys dabei: Britta mit Amistad, Jürgen mit Camino, Ela mit Lluvia, Kay mit Delgado (und Mitreiterin Jojo), Yvi und Diosa und mich mit Jacinto. Und natürlich als fest installiertes Bodenpersonal Yvonne, Gerd und Manni. 

Unsere Show-Blöcke waren täglich von 10 – 12 Uhr und von 14 – 16 Uhr. Also genug Zeit um selber einmal über die Messe zu schlendern. Aber vor dem ersten Auftritt ist dazu erst mal keine Zeit. Wir saßen letztendlich alle auf den Ponys, Choreo noch mal durchgegangen, aber unser Bord war noch nicht da! Der ganze Auftritt kommt erst richtig zur Geltung, wenn die Finos über das Sounding-Bord donnern können! Und das Bord nicht in Sicht! Panik! Info: Gerd und Manni stehen noch vor dem Hattenbacher Kreuz auf der Autobahn fest! Horror! Bangen! Panik! Um die Szene für Euch abzukürzen: die zwei Jungs haben es tatsächlich noch geschafft: zwei Minuten vor dem Aufritt sind sie ums Eck geschossen gekommen! Das gab spontanen Szenenapplaus von uns (und irritierte Blicke von anderen Wartenden…). Dann wurde das Bord schnellstens umgeladen und wir sind rein in den Auftritt! Wahnsinn. Und alles hat geklappt. Ich glaube einfach an Karma. Das macht schon, dass alles funktioniert wenn es funktionieren soll. Wenn nicht nicht, aber man muss einfach an Karma glauben!

Jacinto auf dem Bord – Foto: Timo Haas Fotografie

Entspannt nach dem ersten Auftritt sind Yvi und ich erst mal über die Messe geschlendert. Wir haben uns die anderen drei Hallen angesehen. Suzuki war auch dort (die haben ja ein beliebtes Automodell für Jäger – genau so wie andere Autohersteller wie Landrover und Isuzu zum Beispiel….) – die Typen vom Verkauf waren auch bei uns im Hotel untergebracht. Und schon beim Frühstück habe ich mir jegliche Schuschuki-Geschichten und Schuschuki-Dissereien heruntergeschluckt, weil die Jungs ja nichts dafür können. Aber das war sehr lustig. Die zwei Jungs in ihren roten Jacken sind uns quasi wie Schatten gefolgt, am Frühstücksbüffet, einer war definitiv unser Zimmer-Nachbar (der hat sogar Nachts noch lautstark Dauergespräche geführt) und beim gleichen Italiener waren sie auch zum Essen …. das aber nur am Rande. 

Auf einer Jagdmesse findet man vorzüglich halt einfach mal Jäger-Zeugs, was nicht so wirklich interessant für Reiter ist. Wobei man auch gut nach warmer Kleidung sehen konnte. Jäger sitzen ja viel in der Kälte rum, also kann man da ruhig mal seinen Bekleidungs-Horizont erweitern. Was wir aber vor Allem gefunden haben ist eine Erweiterung unserer Besser-Reisen-Rubrik: nach den Klappstühlen mit Becherhaltern, die wir an diesem Wochenende wieder sehr gefeiert haben, gibt es jetzt im Del-Cavador-Fundus einen klappbaren Sattelcaddy für zwei Sättel. 

Zusammenklappbar, passt super in die Sattelkammer vom Hänger, ist mega-Stabil und hält was er verspricht. Wir sind begeistert. Der Erwerb war allerdings nicht ganz so einfach. In Hessen geht man nicht einfach an einen Stand, gibt Geld und bekommt etwas in die Hand gedrückt. Nein, wir haben einen Zettel bekommen, sind dann komplett aus dem Messe-Gelände raus gelatscht. Mit den Fino Hüten auf, was übrigens gelegentlich zu Irritationen bei der Normalbevölkerung führt. Durch das Industriegebiet Alsfeld gelatscht, in den Stabilo-Markt, um dort zu bezahlen und wieder einen Zettel mit zu bekommen, um den allerletzten, einzigen, übrigen dieser stabilen Sattel-Caddys zu erwerben, um dann wieder in die Messe zu latschen, und dann endlich das Ding mitnehmen zu können. Das war so anstrengend, wir mussten erst mal mit unseren Klappstühlen in der Stallgasse chillen! 🙂

Yvi und Sumpf ganz Außen – Foto: Rico Abendroth

Der Samstag ging dann mit dem zweiten Auftritt und noch ein bisschen rumhängen auf der Messe (super Eis übrigens!) schnell rum und wir wurden dann quasi von Rudi rausgeschmissen. Unser restliches Team ist zwischen Flieden und Alsfeld gependelt und Yvi und ich waren vor Ort (und haben Mist-Meister und Futter-Meister gespielt) und auf einmal waren wir alleine in der Stallgasse und Rudi meint, ob wir jetzt fertig sind und wir nicht gehen wollen! So früh sind wir noch nie mit einem Messe-Tag fertig gewesen! Wir waren ganz perplex und sind dann erst mal planlos nach Alsfeld rein gefahren. Und was machen planlose Frauen? Klar, erst mal shoppen. Ich liebe es in fremden Städten in Supermärkte zu gehen und dort zu gucken was die so haben. Das irritiert im ersten Moment, ist aber auch immer spannend. Jedenfalls waren wir damit auch ziemlich zügig fertig und mega früh im Hotel. Dort hatte irgend eine übereifrige Putz-Dame anscheinend etwas gegen zünftigen Pferdegeruch und hatte alle Fenster in unserem Zimmer auf Kipp gelassen. Es war also mega Kalt, als wir ins Hotel kamen. Und es wurde nicht mehr besser. Anscheinend war direkt unterm Dach keine Heizung im Zimmer. Super. Drum war das Zimmer wohl auch billiger …. Ich liebe die Hotels in Hessen. Wir sind erst mal zum Italiener am Eck essen gegangen. Die Dame hat uns bereits wieder erkannt. Und wenn ich an das Essen denke, bekomme ich gleich schon wieder Hunger. Um es abzukürzen: Yvi und ich lagen bereits eingemummelt um 20 Uhr im Bett und haben vor uns hingefroren. 

Backstage-Blick von der Abreitehalle in die Show-Halle (und auf Yvonne im aufblasbaren Pferdchen-Kostüm :-)) – Foto: privat

Dementsprechend schlecht war die Stimmung Sonntag früh. Dauerfrieren, schlechter Filter-Kaffee im Hotel und dann kommt mir noch so eine Trulla vom Messe-Kaffee-Stand zehn Minuten vor offiziellem Messebeginn mit dem Satz: „Ich kann Ihnen noch keinen Kaffee verkaufen, die Messe hat noch nicht geöffnet!“. Ne, so nicht. Aber keine Angst. Ich hab sie nicht getötet. Aber Kalt UND keinen Kaffee da hört der Spaß auf. Da brauchte ich erst mal etwas Zeit alleine beim Pony. Aber der Tag ist doch noch gut geworden. Mit den ganzen Fino-Leuten kann man nur gute Laune bekommen! 

Stallgassenparty von Karma-Klappspaten auf Klappstühlen – Im Hintergrund der Sattel-Candy 🙂 – Foto: Jojo

Auf jeden Fall kann ich sagen: Leute, Ihr seid ein super Messe-Team! Sehr schön war auch, dass Fino-Freunde zu Besuch kamen. Man sieht sich ja so selten! Und dieser gesunde Kräuter-Schnäppes – der war übrigens sehr gut! Jedenfalls alle Auftritte haben geklappt, jeder war noch einen Ticken besser wie vorher – aber das ist jede Messe so. Man stellt sich aufeinander ein und der Sonntag-Nachmittag klappt dann immer am Besten und man geht mit einem schönen Hoch-Gefühl aus der Arena raus. Und dann ist der ganze Zauber schon wieder vorbei, man packt ein und fährt die A7 wieder nach Hause. Schade! Die Zeit geht viel zu schnell vorüber und schon hat einen der Alltag wieder.

Vielen Dank an Alle die dabei waren – und vielen lieben Extra-Dank liebe Britta und Gerd fürs Organisieren, uns fragen, ob wir mit wollen und vor allem fürs Da sein! 🙂 

Alsfeld-Barrida – Foto: Rico Abendroth (Danke Rico für die Bilder! :-))

%d Bloggern gefällt das: