Del Cavador

Charakterstudien?

18. August 2018:

Nachdem Ihr meine Ponys ja überwiegend durch Geschichten kennt oder auf Bildern seht – und Bilder immer Momentaufnahmen, die selten den Charakter eines Pferdes komplett beschreiben – dachte ich mir ich stelle Euch einfach mal Stück für Stück meine Ponys und Ihre Eigenheiten vor.

Nachdem Jacinto und ich seit 17 Jahren eine Zweckgemeinschaft bilden (er verdient kein eigenes Geld, hat immer Hunger und braucht ein Dach überm Kopf – dafür zahle ich seine Miete und er schleppt mich dafür durch die Gegend und hat sich an mich, meine Ideen und Eigenheiten gewöhnt), fange ich einfach mit ihm an!

 

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Jacinto del Gavilan – 2012 – Foto: Yvi Tschischka

 

Tatsachen über Jacinto „der Zwerg“: 

♥ Jacinto hat seinen Spitznamen „der Zwerg“ daher, weil ich ihn besitze seit er zwei Monate alt ist. Damals sagten wir immer: „Wir fahren rüber zum Zwerg“. Der Name ist geblieben. Er passt übrigens auch auf seine Intelligenz. Sein Gehirn scheint manchmal eher „zwergenhaft“ zu sein. Der Hellste ist er  nicht, manchmal überrascht er einen aber trotzdem immer wieder. Essen kann er jedenfalls!

♥ Der Zwerg läuft trotz Hufeisen immer auf dem Grünstreifen. Er fühlt sich sehr leidend, wenn er auf Steinchen laufen muss.

♥ Der Zwerg fährt gerne Pferdehänger. Das hat er schon immer sehr gut gemacht.

♥ Der Zwerg wiehrt wie ein Mädchen, wenn er sich alleine fühlt oder sich benachteiligt fühlt.

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Jacinto das Apfelflecken-Mops-Pony 2017 – Foto: Yvi Tschischka

♥ Der Zwerg hasst Veränderungen. Bei neuen Pferden in der Herde braucht er immer am Längsten, bis er neue Pferde akzeptiert.

♥ Der Zwerg liebt Süßkirschen. Noch viel mehr wie Bananen. Und die sind schon toll!

♥ Der Zwerg fängt sofort das Lahmen an, wenn man ihm lange genug auf sein weißes Bein starrt. Bitte nicht machen, wenn Ihr uns seht!

♥ Der Zwerg liebt alles was man schlabbern kann. Vorzugsweise Mash.

♥ Der Zwerg äppelt meist kurz nachdem man ihn aufgehalftert hat noch im Paddock. Oder wenn man gerade aufgestiegen ist und zwei Runden geritten ist und keine Lust mehr hat abzusteigen.

♥ Der Zwerg liebt Wasser, da stürmt er fast von alleine hinein. Egal ob da Boden drunter ist oder nicht. Das hängt wohl mit dem nicht ganz so großen Gehirn zusammen.

Jacinto in der Pferdeschwemme in Aegidienberg 2013 – Foto: Yvi Tschischka

 

♥ Der Zwerg war schon immer super darin alleine ins Gelände zu gehen. Er würde wahrscheinlich sofort überfahren werden, wenn er wirklich ganz alleine draußen unterwegs wäre. An Straßenübergängen schaut er nämlich grundsätzlich erst in die falsche Richtung und will dann losstürmen. Links-Rechts-Links gucken, überlegen und dann erst laufen ist ihm nicht beizubringen. Gut, dass ich ihn immer begleite.

Ein frühes Tschischka-Foto 🙂 – Jacinto und ich im Gelände 2012

♥ Der Zwerg bleibt in der Fremde ungern alleine. Er wurde noch nie irgendwo vergessen, hat aber immer Angst irgendwo zurück zu bleiben. Hängt wohl auch mit dem Gehirn zusammen. Er vergisst immer wieder, dass ich ihn nie alleine irgendwo zurück lassen würde.

♥ Der Zwerg macht komische Dinge mit seiner Oberlippe, wenn er konzentriert töltet.

… ich übrigens auch 🙂 – Foto: Gangpferde Marina, IDMG 2017 in Birrekhoven

♥ Der Zwerg findet in fremdem Gelände immer wieder zurück zum Pferdehänger. Es ist erstaunlich.

♥ Der Zwerg schnappt sich beim „Apfelspiel“ jeden Apfel innerhalb weniger Sekunden. Er geht für Essen auf Tauchgang!

So, das waren jetzt fünfzehn Dinge über den Zwerg. Ich hoffe, dass ich ihn noch mindestens weitere 17 Jahre als meinen Begleiter habe, weil ohne ihn wäre alles ziemlich doof.

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Jacinto und ich 2017 – Foto: Yvi Tschischka – PS: Für das Ponyliebe-Einhorn-Hoddie hat übrigens Zwerg Model gestanden. Ich habe es aber trotzdem selber gekauft, also unbezahlte Werbung weil ich es toll finde 🙂

 

 

Gaited Working Equitation Trail – Was mache ich da?

Reitbeispiel Gaited Working Equitation Trail Mittel (Hünxe 2018)

Nachdem Yvi wieder so nett war und den kläglichen Versuch meinerseits eine reiterliche Glanzleistung zu vollbringen per Video festgehalten hat, dachte ich mir ich stell das Ganze einfach mal an alle Interessierten zum Angucken zur Verfügung. Ich bin jetzt nicht stolz auf diese Leistung, weil es einfach deutlich besser hätte sein können, aber ich hatte schon definitiv schlechtere Trails abgeliefert. Von daher soll das Video einfach demonstrieren wie so ein Working Equitation Trail aufgebaut ist und was man so für Hindernisse gestellt bekommt. 

Außerdem erklärt Stephan ein bisschen und das hilft vielleicht dem einen oder anderen sich zu überwinden und doch einmal bei einer Gaited Working Equitation mitzumachen. Es macht nämlich  richtig Spaß und die Hindernisse kann man gut zu Hause üben. Bei der Working Equitation kommen auch keine Schreckhindernisse vor, sondern man hat einen Pool fester Hindernisse, aus denen für den jeweiligen Trail etwas ausgesucht wird. Natürlich unterteilt in verschiedene Schwierigkeitsstufen. 

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Dieser Trail war wie gesagt „Mittel“. Dazu gehörte als Packet auch noch die Rittigkeitsprüfung „Mittel“ mit Pflichttölt (also eine Dressurprüfung) und die „Einfache Töltprüfung“ (eine Gruppen-Gangprüfung, in der Tölt im langsamen Tempo und im beliebigen Tempo abgefragt wird). Also nichts Kompliziertes mit Rinderarbeit oder Dingen, die man zu Hause nicht üben kann. Von daher: Traut Euch! 🙂

 

 

Wie war der Trail aufgebaut?

  1. Teil: Gangbewertung (Hier bei mir und Jacinto sehr lateral, aber durchaus ok für Jacintos momentane Verhältnisse. Paar weniger Hopser wären schöner gewesen, hatten wir aber auch schon schlimmer. Vielleicht insgesamt etwas flott unterwegs, aber wir Fino-Leute sind einfach immer etwas schneller unterwegs 🙂 – eigentlich müssen wir alle an mehr Ruhe arbeiten.). 
  2. Pferch: Ein „Rondell“ in dem gerne etwas Raschelndes in der Mitte steht und man schön am Zaun außen entlang reiten soll. Manchmal sind da auch Hühner in der Mitte einquartiert. (Das hat der Zwerg sehr schön gemacht, wir hätten noch etwas mehr außen bleiben können, aber prinzipiell ist er da schön rein, ohne mit der Wimper zu zucken.)
  3. Der Stier: Aufnehmen der Garrocha, Ringstechen und Garrocha mit eingesammeltem Ring richtig rum wieder in der Tonne abstellen. Die Übung erklärt sich eigentlich von selber. (Hier haben wir das ganz schön gemacht. Ohne Zögern angeritten, den Ring erwischt und richtig wieder abgestellt.)
  4. Slalom: Hier werden schöne gleichmäßige Wege um die Slalomstangen abgefragt. Das ist natürlich prima für Paso Finos, weil die schön klein und wendig sind. Die Slalom-Stangen hätten sogar noch enger sein können 🙂 – Aber später bei höheren Schwierigkeitsgraden im Galopp mit Wechseln dazwischen wird es natürlich schwerer. (Auch hier hat der Zwerg das gut gemacht. Ein kurzes Zögern gab es an der „gefährlichen“ Brücke, aber trotzdem fand ich das gar nicht mal so schlecht. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass er während des Rittes abgeschnaubt hat, das ist selten und heißt bei ihm: er ist locker!)
  5. Tor: Ja… die Theorie sagt: Tor anreiten – übrigens fangen die Hindernisse immer mit diesen rot-weißen Begrenzungen an – sprich da ist durchzuparieren und im Schritt weiter zu gehen – Zügel in eine Hand (immer die selbe Hand!), Tor öffnen, durchreiten und wieder schließen. Kann man gut üben. Auch wenn man kein Tor hat. Einfach eine Longe und zwei Menschen hinstellen, dann kann man die einzelnen Schritte gut üben. Was wir auch noch sehr schön im Kurs vor einigen Wochen bei Stephan geübt haben, aber anscheinend doch nicht tief genug gesessen hat 🙂 – aber immerhin besser wie letztes Jahr, da war das Tor von uns noch gruseliger. Jacinto ist aber wenigstens diesmal schön angeritten und stehen geblieben. Das mit dem Öffnen und Druchreiten war zu hektisch, da hätte ich mir mehr Schritt für Schritt gewünscht und dass er wartet, was ich von ihm möchte und nicht Dinge vorweg nimmt. Wahrscheinlich hätte ich mir mehr Zeit lassen sollen und erst mal abwarten sollen, bis Jacinto auch im Kopf „stehen“ geblieben ist, vielleicht hätte es dann besser funktioniert. Deshalb habe ich ihn am Ende am wieder geschlossenen Tor noch etwas stehen lassen und habe noch einmal mit der Hand ans Tor gelangt. Da war Yvi mit der Kamera schon weiter :-). 
  6. Sprung, Wall und Glocke: Eine schöne Aufgabe. Baumstämme muss man im Gelände immer wieder überqueren. Jacinto hatte hier einen leicht anderen Anritt geplant wie ich gedacht habe, darum war das etwas hoppelig – aber er springt mir zuverlässig über Hindernisse. Er hätte auch einfach drüber steigen können. Übrigens darf laut Reglement der Sprung nicht höher sein wie 40 cm. Und diese Höhe schafft ja wohl jeder! Der Wall sollte dann im Schritt erklommen werden. Oben im Gebüsch war eine Glocke gehangen. Dort Stillstehen, Glocke läuten und gesittet im Schritt wieder den Abhang herunter reiten. Alles durchaus machbar. Auch mit nervösen Finos. Durchaus eine Situation, wie man sie im Gelände vorfinden kann. Da hängt dann halt statt der Glocke ein Apfel, den man klauen möchte, oder eine Mütze, die man beim Geländeritt im Gebüsch hängen hat lassen. Ist mir alles schon passiert. 
  7. Seitwärts-Stangen: Seitwärts über Stangen treten ist immer gut. Hier war Jacinto etwas zu hektisch, was auf die Ferne gar nicht mal so schlecht ausgesehen hat, aber er hat ein paar mal „angeklongt“. Immerhin sind wir dieses Mal schön seitwärts drüber, letztes Mal ist er beim Anreiten schon so nervös geworden, dass wir gar nicht drüber gekommen sind. Also: Steigerungspotential erkennbar! 🙂
  8. Die Brücke: Das war eine sehr schöne einfache Brücke. Kein Geländer, schön übersichtlich. Mein Lieblingshindernis. *Ironie* Normal merke ich schon beim Hinreiten: Das wird was, oder das wird nix. Diesmal wars wieder nix. Ich wusste auch, dass er da auch zu Fuß nicht drüber geht. Aber am Tag danach durften wir noch mal auf die Wiese und da hat Herr Zwerg sich zu Fuß schön drüber führen lassen und anschließend hab ich mich einfach drauf geschwungen und bin ohne Sattel und nur mit Halfter drüber geritten. Also echt machbar. Wenn Jacinto das mal unter Turnierbedingungen schafft bin ich echt glücklich. Ich bleibe dran. Die Brücke ist glaube ich eher ein für mich psychologisch schwieriges Hindernis. Wahrscheinlich muss ich einfach mehr Willen ausstrahlen da rüber zu gehen und nicht so schnell mental aufgeben. Eigentlich traurig, aber irgendwie hapert das mit der Brücke und mir. Ich habe mir vorgenommen mehr „fremde“ Dinge zu überqueren. Ein Grund könnte auch sein, dass ich mir das Sounding-Board nicht versauen möchte. Auf das geht er ja zuverlässig und meine unterbewusste Angst ist wohl, dass ich wenn ich das einmal versaut habe es immer versaut ist. Reiter-Psychologie eben. Es liegt aber wohl tatsächlich an mir. Momentan funktioniert die Brücke auf jeden Fall, wenn ich Jacinto einmal darüber geführt habe und dann darüber reite. Aber das geht in der Prüfung ja nicht, weil die Trail-Hindernisse ja vorher gesperrt sind. 

Ich finde das war ein anspruchsvoller Trail, aber nicht zu schwer. Das Augenmerk lag auch auf dem Stil, das heißt insgesamt schöne Wege suchen, Tempo gleich halten, alles sauber absolvieren. Von daher bin ich durchaus zufrieden. Wie ich von der Bewertung her lag, weiß ich gar nicht mehr, aber da waren sehr gute Pferde dabei und ich war vor-vor-letzter. Aber insgesamt deutlich besser, wie im Jahr zuvor. Von daher Ziel erfüllt. Man braucht ja Ziele auf die man hin arbeitet, sonst wird das Leben ja langweilig 🙂

Ich hoffe dieser kleine Einblick hat Euch gefallen und vielleicht traut sich ja der Ein oder Andere auch einmal eine Gaited Working Equitation zu starten. Spaß hat man auf jeden Fall! 

Stephan, Sergio und Steppe?

03. bis 06.08.2018:

 

Gaited Working Equitation Hausturnier bei Gangpferde Vierhaus

 

Letztes Wochenende waren wir in Hünxe zu Gast, ein Termin, auf den wir uns lange gefreut haben, denn es hieß wieder Hausturnier bei Familie Vierhaus mit Working Equitation – für Dreigänger und für Gangpferde! Leider war das Wetter viel zu schön – wir sind bei teilweise bis zu 36° C unterwegs gewesen! Nachdem wir einen langen Anreiseweg hatten, sind wir bereits am Freitag Morgen losgefahren. Gut angekommen bezogen unsere Ponys zwei schattige Paddock-Boxen und konnten sich erst einmal akklimatisieren, während wir unser Hotel aufgesucht haben. Mein erster Schock dort beim Hinfahren: Flachdach! Hitze pur! Aber es entpuppte sich als schnuckeliges Hof-Hotel mit schönen Zimmern, die quasi im Keller gelegen sind, aber in einen tollen Innenhof hinaus gehen, so dass man Abends schön dort sitzen konnte und die Hitze nicht ganz so schlimm war.

Perfekte Unterkunft für Ponymann und Zwerg – Foto: privat

Erleichtert sind wir erst mal Foto-Lokation für Yvi suchen gegangen. Eigentlich gibt es nämlich ein paar Heideflächen in der Umgebung von Wesel, der Traum war, die Ponys dann noch schön in der Heide zu fotografieren. Aber totale Fehlanzeige: Überall verbranntes Land! Alles gelb und vertrocknet, aber überall tolle Sandwege! Seit 1. Mai kein Regen mehr! Wir haben eine einzige Erika-Pflanze gefunden, die leicht lila geschimmert hat. Soviel also zur diesjährigen Heideblüte.

Heideblüte 2018 … oder: Verbranntes Land! – Foto: privat

Abends trafen wir dann noch auf Thora und Fabian, die mit Dea del Cavador ihren ersten Turnierstart in Angriff genommen haben. Dea ist das zweite Kind von meiner Diosa – und es hat mich total gefreut sie wieder zu sehen! Auch der Zwerg hat sie als „kenn ich“ eingestuft, als wir zusammen Abends noch ein bisschen die Ponys bewegt haben.

Jacinto und Dea – erster Kontakt nach 5 1/2 Jahren – Foto: Yvis Handy

Zu unserer Freunde hatte das Hotel den Flyer eines Pizza-Dienstes ausgelegt, und so war klar, was es Abends noch zu Essen geben sollte. Sehr zum „Leidwesen“ des netten Pizza-Teams sind wir also Abend für Abend dort eingefallen und hatten lustige Pizza-Hohl-Gespräche mit Sven und Sergio, die uns Knalltüten glaube ich schon ein bisschen vermissen werden. Dabei bin ich auch dieses Jahr einmal geblitzt worden – ich bin schon gespannt auf das Fahndungs-Foto – es entstand während eines abklingenden Lachflash im Auto. Jedenfalls habe ich die guten Kochkünste der Jungs schon diese Woche vermisst – meine Hüften allerdings nicht 🙂

Das Turnier selber fand Samstag bis Sonntag statt. Es waren drei Prüfungspakete ausgeschrieben: Working Equitation für Dreigänger WA-Angelegt, mit Dressur WA Nr. 1 WED Reglement (für alle, die es genau wissen wollen :-)), eine Dreigang Prüfung und dem Stil-Trail – und für die Gangpferde jeweils Leicht und Mittel mit der IGV-Rittigkeitsprüfung Leicht und Mittel (Tölt), einer einfachen Töltprüfung und einem Stil-Trail. Und das Tolle, dieses Jahr hatten wir sozusagen in jedem Paket ein Pferd am Start!

Dea war mit ihrem ersten Turnierstart in der WE Leicht unterwegs und hat das Ding so was von cool durchgezogen. Sie kommt da ganz nach ihrer Mutter – Aufregung ist ihr völlig fremd. Neuer Platz zum Reiten? Egal. Trail? Na und? So eine gechillte Socke! Sie hat es richtig toll durchgezogen und konnte sich in der Gesamtwertung einen sensationellen zweiten Platz holen! Ich bin stolz wie Bolle! Dea am Turnier laufen zu sehen war sehr emotional für mich. Ich habe mir so gefreut! Die beiden (oder die drei besser gesagt) sind einfach ein tolles Team!

Dea del Cavador in der einfachen Töltprüfung – Foto: Yvi Tschischka

Jacinto und ich sind in der Mittleren WE gestartet. Unsere Dressur war deutlich besser wie die in Rothsee neulich. Jacinto hat aufgepasst, keine Übungen vorweg genommen und war bis auf ein paar seltsame Momente, in denen er in die Ferne gestarrt hat bei mir. Leider kam er etwas tief und seine Gangbild war sehr lateral und er hatte typische Tribulierer drin – aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Ritt. Wir haben eine 5,46 bekommen. Ich habe mich aber Platzierungsmäßig immer auf den hinteren Plätzen bewegt, was egal war – gefühlt war das bisher die beste Dressur in dieser Saison.

Zwerg und ich in der einfachen Töltprüfung – man sieht auch gar nicht, dass es mir in meiner gefütterten Softshell-Reithose zu warm ist 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

In der einfachen Töltprüfung war es sehr müde, hat aber trotzdem tapfer durchgehalten. Dafür hat er dort eine neue Freundin gefunden – Mia Luna de la Noche von Lena – an die hat er sich gehalten, weil er gedacht hat, das wäre der Ponymann, mit dem er ja hier war. Der Zwerg ist halt doch ein bisschen dappig was das Erkennen von Schecken betrifft. Er sieht ja auch in fast jedem Fuchs-Schecken seine Frau Sumpf. Das Kleben am mitgebrachten Kumpel hatten wir dieses Wochenende übrigens gut im Griff. Anscheinend ist der Ponymann dem Zwerg zu anstrengend, weil der immer spielen will. Jedenfalls konnte er gut alleine in der Box bleiben, bis auf etwas erbärmlich-hilfloses Schreien.

Den Trail hat Jacinto auch sehr schön gemeistert – natürlich bis auf das Tor und die Brücke – über die er ja gar nicht drüber gegangen ist. Dabei ist es so eine richtig schöne Brücke! Es ist ja nicht so, dass wir das erst super geübt haben beim Kurs mit Stephan bei uns neulich und dass er das zu Hause beides gut und ruhig gemacht hat. *seufz*
Dafür ist er dann am Montag nach kurzem gruseln ohne Sattel und nur mit Halfter geritten mehrmals über diese Brücke, ohne dass es ihm irgend etwas ausgemacht hätte. Ich liebe ihn trotzdem… Es ist halt der Zwerg.

War ja so klar …. Jacinto geht doch auf die Brücke – Foto: Yvi Handy

Im Dreigang WE hatten wir den Ponymann mit Lina am Start. Die beiden hatten ebenfalls ihren ersten Turnierstart gemeistert und Lina war quasi einfach von uns nach Hünxe mitgeschleift worden, damit der Zwerg nicht alleine so lange Hänger fahren musste. Vor der Dressur war sie Mega-Nervös, was sich dann aber während der Dressur wunderbar aufgelöst hat in ein Dauergrinsen. Perfekt. Auch die Dreigang lief perfekt – der kleine Mistkerl kann nämlich so toll laufen – bis er sich dann entschlossen hat ein bisschen durchzustarten. Anscheinend war ihm noch nicht warm genug. Das Durchstarten hat er dann auch beim Trail beschlossen – so dass Lina den Trail leider nicht fertig reiten wollte, aber sie kennt ihr Pferd am Besten und weiß, wann etwas keinen Sinn mehr macht. Auf jeden Fall hat das dem Ponymann am Montag eine spontane Übungsstunde mit Stephan auf der Trailwiese eingebracht.

Auf jeden Fall hatten wir wieder viel Spaß in Hünxe. Das Turnier war super organisiert, Ellen Vierhaus war dieses Jahr selber Richterin, Stephan Vierhaus natürlich der Sprecher, Wiebke hat während der Prüfungen Fotos gemacht. Die Pferdeunterbringung topp und alle Helfer sind sowieso immer hilfsbereit und freundlich – man muss sich einfach wohlfühlen! Vielen Dank, dass Ihr Euch auch dieses Jahr wieder den Stress einer Turnier-Organisation angetan habt 🙂 Und wir hoffen, dass es bald genügend Regen gibt in Hünxe!

Bild von der Gesamtsiegerehrung – alles Schattenparker! 🙂 – Foto: Lena Schilling (Danke!)

Yvi war natürlich auch dabei – als beste Turnierbegleitung und als privater exklusiver Turnierfotograf. Das hat nicht jeder 🙂 – Yvi hat aber natürlich auch die Gunst der Stunde genutzt und hat zwei Foto-Shootings mit Wiebke und ihrem schönen Borneo gemacht – einmal im normalen Reitoutfit und einmal im Sommerkleid – jeweils in faszinierend zu beobachtender Freiarbeit und mit Halsring geritten. Es ist immer wieder toll Wiebke mit Borneo „arbeiten“ zu sehen. Mit wie viel Leichtigkeit und mit wie viel Begeisterung der Kerl bei ihr ist verursacht jedes Mal Gänsehaut-Feeling. Sonntag gab es noch ein weiteres schönes Halsring-Shooting mit Inga und ihrem bereits älteren Reitpony-Wallach Pikachu, ebenfalls super schön nur mit Halsring geritten. Da sind tolle Bilder entstanden! Dann gab es noch zwei kleine Shootings – Celine und ihre schicke Paint-Stute Nikki, die sich so über den Sieg in der Dreigang-Prüfung gefreut hat (und die tolle Signum-Pferdedecke abgestaubt hat :-)) und das Sieger-Shooting von Yvis gesponsertem Preis für das Turnier wurde auch gleich noch eingelöst.

Wiebke und Borneo – Schick oder? – Foto: Yvi Tschischka Equinephotography

Auf jeden Fall ein sehr schönes, lustiges, emotionales und heißes Wochenende – vielen Dank, an alle, die dabei waren und vor allem Danke an unsere tapferen Ponys, die so schön mitgemacht haben und ohne die vieles in unserem Leben nicht so intensiv wäre. So eine Reise ist schließlich auch Stress. Aber man kommt immer gestärkt und mit neuen Ideen und Erfahrungen wieder nach Hause. Und schon alleine deshalb lohnen sich Reisen.

Zu Hause angekommen hat uns dann übrigens Frau Sumpf die restliche Woche in Trab gehalten. Madame hat sich einen fetten Sonnenbrand an der Schulter geholt. Das kommt davon, wenn man nicht in den Schatten geht (der natürlich zu genüge vorhanden ist), sondern immer da rum lungert, von wo aus man am Besten die Futterstationen und die Menschen, die Füttern im Blick hat. Frau Sumpf muss dringend mal an ihren Prioritäten arbeiten! Aber das ist wieder eine andere Geschichte!

Zykloopenhof 2018?

22. Juli 2018:

Heute habe ich für alle Stallbauer, Ideen-Sucher, Paddock-Trail-Fans, Stallsuchende und „Hofstalker“ eine neue Idee, wie ich unseren Hof aktualisiert vorstellen kann. Nachdem das Ding inzwischen viel zu Groß geworden ist, um in ein paar Fotos in einem Blog-Beitrag gezeigt werden zu können, habe ich mich hingesetzt und ein Filmchen für Euch gebastelt. Da steckt viel Mühe dahinter und ich bin kein Profi, also seid Milde 🙂 Aber man kann sich einen schönen Eindruck über unser Pferde-Zuhause machen, besser als das mit ein paar Fotos möglich wäre.

 

 

Wie viele Paddock-Trail-Gruppen habt Ihr inzwischen?

Inzwischen haben wir auf vier Pferdegruppen aufgestockt. Es gibt die Mädels-Gruppe (für alle zickigen und braven Stuten und auch für Stuten mit Fohlen), die Männer-WG (die Jungs fühlen sich nämlich am Wohlsten OHNE Stuten … :-)), die Rentner-WG (optimale Versorgung für die reiferen Semester oder die schwer-futtrigen Vertreter) und das Pony-Outback (Pony-Wohlfühl-Oase, ohne von den Großen gedisst zu werden).

Wie viele Pferde habt Ihr auf Eurer Anlage?

Öhm… gute Frage. Frag doch lieber was anderes! Mathe war noch nie meine Stärke!!!! Aber so knapp 30 Pferde wohnen am Zykloopenhof. Und ein paar Katzen. Und ein Stallhund („Muffi“) – mit momentan sechs flauschigen Hundebabys!

Was bietet Ihr für eine Pferdeversorgung?

Großzügige Trails mit aufeinander abgestimmte Gruppen. Pro Gruppe gibt es mehrere Unterstellplätze für die Pferde (einer davon ist immer ein Strohbett). Verschiedene Boden-Beläge, wenig Matsch bei Dauerregen. 24/7 Heu/Gras/Stroh auf verteilten Fress-Stationen – wenig Koppel (weil nicht vorhanden), aber es wird Gras zu gefüttert. Außer natürlich bei Rehe-oder sonstigen Erkrankungen. Kompetente Rundum-Versorgung. Kraftfutter einmal täglich, wenn nötig. Seperationsmöglichkeiten bei Krankheitsfällen in jeder Gruppe vorhanden.

 

Und was ist für die Menschen geboten?

Putzplatz mit Pferdewasch-Gelegenheit überdacht. Großzügige Sattelkammern für alle Einsteller. Reitplatz (Trailhindernisse: Wippe/Podest/Stangen/Tonnen/Pylonen/ect) mit Beleuchtung. Bewegungshalle beleuchtet. Roundpen (18 m Durchmesser – ratet mal: auch beleuchtet! :-)). Zusätzlicher Reitplatz in ovaler Form mit „Naturtöltbahn“ drumherum. Heißt drumrum ist ein Grasboden, auf dem man sich vorkommen kann wie auf einer Töltbahn – Voraussetzung: Man muss tölten können und ein bisschen Vorstellungskraft haben :-).

Schönes Ausreitgelände um den Hof herum. In der Nähe haben wir auch eine Bauschutt-Waage, die wir nutzen können. Man kann also super das Gewicht seines Ponys im Auge halten. Subjektiv und auch Objektiv!

Aufenthaltsraum mit Fußbodenheizung (mit Kühlschrank/Spülmaschine/Kaffeemaschine/Getränke). Dort können auch Fußball-WM-Spiele mit dem Beamer geguckt werden, oder Kurse abgehalten werden. Oder zum Ratschen zusammengesessen werden. WC und Duschmöglichkeit mit Matratzenlager. Ein Paso Shop in Reichweite. Total praktisch wenn man Frustkäufe erledigen muss, oder mal eben ein Fliegenspray oder eines der tollen Mähnen-Duftsprays braucht. Oder wenn das Pony sein Halfter ramponiert hat, einfach schnell mal vor in den Shop und shoppen gehen und mit zwei Halftern zurück kommen. Oder mit neuen Zügeln …. – aber Vorsicht bei Shopping-Sucht. Dann könnte es Probleme geben 🙂

Gelegentlich gibt es bei uns auch Vorträge oder Kurse mit kompetenten Pferdetrainern. Zur Zeit haben wir auch einmal wöchentlich einen Geheimtipp-Trainer für Reitstunden (klassisch) bei uns am Hof. Den hat eine Einstellerin mitgebracht und jetzt wird er schwesterlich geteilt :-).

Wir sind eine nette Stallgemeinschaft mit kleinen Macken, aber lustig und halten alle zusammen, wenn es darauf ankommt. Man muss uns mögen, braucht man aber nicht. Jeder kann auch alleine vor sich hinwurschteln, und wenn man will, kann man sich einfach der „Herde“ anschließen. Jeder braucht schließlich auch mal Zeit für sich alleine. Die Zeit beim Pferd ist schließlich Erholung für die Meisten von uns!

Was kostet ein Platz am Zykloopenhof für mein Pferd?

Das besprichst Du am Besten mit Nadine und Johannes Zäh, denen gehört der Zykloopenhof nämlich. Es gibt feste Preise, die Ihr auf http://www.zykloopenhof.de einsehen könnt. Fragt dort nach. Es gibt immer mal wieder offene Plätze.

Das ist jetzt hier keine Werbung oder so – es ist die Dokumentation eines Zeitzeugen. Schließlich muss ja irgendwer den Zykloopenhof dokumentarisch festhalten. Es passiert ja immer etwas bei uns, da kommt man schon mal leicht durcheinander 🙂 Und wenn man mal ein paar Tage weg ist, kann es leicht sein, dass Johannes wieder etwas Neues gebaut hat.

Wer noch mehr Infos über die einzelnen Gebäude des Zykloopenhof braucht: Klickt Euch durch die Rubrik „del Cavador wohnt“ – da sind alle Bauabschnitte dokumentiert. Viel Spaß!

Selbstreflexion und Dekolleté?

Kurs mit Stephan Vierhaus am Zykloopenhof

 

14. – 15. Juli 2018:

An diesem Wochenende hatten wir das Vergnügen, dass ein weiterer Kurs am Zykloopenhof mit Stephan Vierhaus stattfand. Von Jungpferd bis alter Hase waren ganz unterschiedliche Pferde mit dabei. Ein Jungpferd, das Tipps für die zukünftige Arbeit am Boden bekam, fünf Paso Finos, eine Araberstute und einen Ponymann. Schwerpunkt lag dieses Mal bei der Working Equitation und Stephan konnte für Jeden neue Denkanstöße geben, Wissen vermitteln und allen Teilnehmern ein gutes Stück weiter helfen. 

Es ist so wichtig auch einen Blick von „Außen“ auf das Pferd zu bekommen, das fängt übrigens schon beim richtigen Sattelgurt an. Einige von uns mussten direkt lernen, dass unsere Sattelgurte falsch verschnallt sind und die Ellbogengelenke unserer Pferde behindern. *Räusper* So simple Dinge können auch schon ein Grund für eine schlechte Laune beim Pferd sein. Und unsere Pferde erdulden ja sowieso schon heroisch viel menschliche Inkompetenz…

Versuchsaufbau Sonntag Morgen – unser Reitplatz – Foto: privat

Für mich war es der erste Kurs, in dem es nicht nur um das Reiten am Platz ging, sondern auch um die Bewältigung von Trail-Hindernissen. Und für mich persönlich gab es dieses Mal, neben einer ordentlichen Dekolleté-Bräune eine ordentliche Portion Selbstreflexion. Ich bin zu uneindeutig in meinen „Hilfen“ und ich neige dazu hektisch zu werden. Paso Fino reiten verleitet einen ja durchaus hektischer zu werden. Man lässt sich echt viel zu schnell vom Pferd anstecken. Ja, ich muss mir mehr Zeit lassen, erst nachdenken und dann eindeutige Hilfen geben und meine Denkmuster ändern (meist reicht schon die Vorstellung etwas zu tun aus). Jedenfalls deckt so ein Tor, eine Brücke oder eine Garrocha ganz gut sämtliche Schwachstellen in meiner Reiterei auf. 

Wir werden also wieder einmal mehr an der „Langsamkeit“ arbeiten – sprich vernünftiger Schritt und Biegen, Bremsen ohne das Pferd anzuhalten oder am Zügel zu ziehen – aber dem Pferd auch die Möglichkeit lassen, zum Beispiel die Brücke, selbständig zu bewältigen. Die reine Vorstellungskraft bewirkt da echte Wunder. Ich zögere an der Brücke unbewusst, da muss ich kompetenter werden. Ich muss mehr an meiner Körperhaltung arbeiten, Jacinto driftet nach links weg, weil ich schief sitze. 

Beim Drachenpony muss ich eindeutig mehr an der Hinterhand-Kontrolle arbeiten. Die Vorhand lässt sich super bewegen, aber die Hinterhand braucht mehr Koordination. Wir müssen daran arbeiten vernünftig an Tonnen oder Tore heran zu reiten. Resi neigt dazu die Hinterhand wegzudrehen, da muss ich eindeutiger werden. Also ganz viele Hausaufgaben! 

Selbstreflexion ist nötig! – Jacinto und ich im „Linksdrall“ – Foto: Yvi Tschischka

Diosa braucht konditionsbedingt auch wieder mehr Kraft in der Hinterhand und mehr Biegung. Dazu haben wir auch schöne Übungen bekommen. Diego war natürlich noch nicht dabei, aber er war mit Muttern zusammen auf dem Reitplatz und hat durch gutes Benehmen geglänzt. Außerdem haben wir an ihm das „Zigeunermaß“ ausprobiert und prophezeien, dass er ca. 137 cm groß wird. Ich bin gespannt, ob das so ungefähr zutrifft 🙂 

Auf jeden Fall hatten wir sehr viel Spaß und haben neue Freunde für die Übungen der Working Equitation gewinnen können. Außerdem ist ein Kurs super für die Stallgemeinschaft, weil alle längere Zeit zusammen verbringen, zusammen arbeiten und nachdenken und zusammen auch feiern, was wir mit einem schönen ersten Kurstag-Abschluss beim Italiener auch getan haben. Und unsere Stallgemeinschaft macht wirklich Spaß! Vielen Dank an Caro für das Organisieren dieses Kurses und vielen Dank auch, dass Du dafür gesorgt hast, dass wir nicht verhungern 🙂

Wir hoffen, nächstes Jahr wieder einen Kurs mit Stephan bei uns organisieren zu können und freuen uns schon auf neuen Input! 

Ein Blindes Huhn findet auch mal ein Korn?

Rothsee Gangpferde-Hausturnier 2018

07. Juli 2018:

An diesem Wochenende haben wir das Nürnberger Umland unsicher gemacht. Yvi und ich sind zum Hausturnier der Saga-Reitschule Rothsee bei Allersberg gefahren. Nachdem wir schon letztes Jahr eingeladen waren und es terminlich nicht geklappt hat, waren wir dieses Jahr wenigstens mit Jacinto dabei. Das war ein guter Test mit dem gelben Pony, denn er war schon lange nicht mehr alleine unterwegs. Er war sehr entspannt, auch während der Fahrt. Von daher hat sich die Reise schon gelohnt. Aber es kam noch besser.

Die Saga Reitschule von Steffi Jöst und Andreas Weissert liegt sehr schön gelegen. Es gibt dort alles, was man sich wünscht: eine Reithalle mit putzig gestalteter Bahn-Kennzeichnung (dort gelernt hätte ich mir die ganzen Buchstaben gemerkt, so kann ich sie bis heute nicht richtig!), eine nicht zu große und nicht zu kleine Töltbahn mit integriertem Reitplatz und Roundpen und vor allem ein tolles Ausreitgelände drum herum (wurde kurz getestet zum Warmreiten).

Wir wurden herzlich empfangen und Jacinto bekam ein schönes Paddock mit gefüllter Heuraufe für sich alleine. Die Reitschule zeichnet sich aus durch lauter rundherum nette und freundliche Menschen, die wir kennen lernen durften. Natürlich hab ich Depp mir wieder keine Namen merken können – es wird langsam echt schlimm mit meinem Löcher-Gehirn! Es war ein sehr schönes, lockeres und freundschaftliches Turnier, bei strahlendem Sonnenschein. Wie schon letztes Wochenende haben wir Daniel Sewing als Sprecher genießen dürfen und Günter Schulz aus Aegidienberg war als Richter vor Ort. Günter trifft man irgendwie viel zu selten, dabei macht es richtig Spaß mit ihm zusammen zu sitzen – Ich mag seinen trockenen Humor 🙂

Auf jeden Fall hatten wir einen entspannten Tag. Jacinto habe ich im Trail Mittel, Rittigkeit mittel, der Versatility-Tölt und der Pleasure Gangprüfung genannt. Der Trail lief richtig gut – vor allem im Vergleich zum Wochenende vorher (siehe Post – dort kann man ihn als Filmchen ansehen). Yvi war nämlich dieses Mal „Privat“ mit dabei, sozusagen Kamera-Frei (deshalb gibt es auch fast keine Fotos).

In der Mittleren Rittigkeit habe ich ein Gebiss bei Jacinto getestet und weiß jetzt wieder, warum ich normal komplett ohne Gebiss reite. Er hasst es. Er verwirft sich sofort und reagiert in der Fremde total unwirsch auf Gebiss. Was zu Hause auf dem Reitplatz eigentlich ganz gut als Hilfe für eine bessere Haltung funktioniert artet in der „Fremde“ aus in Zähneklappern, Einrollen und Verwerfen im Hals. Gebisse und Jacinto geht anscheinend nicht. Aber ich konnte die Prüfung trotzdem einigermaßen vernünftig fertig reiten – zumindest von der Aufgabenstellung her – die Haltung wurde dann auch besser, als ich den Gebiss-Zügel quasi komplett weg gelassen hatte. Aber es hat mir wieder einmal gezeigt, was das Pony mag und was nicht.

Am Nachmittag, nach einer leckern Stärkung mit Grillkäse und diversen leckeren Salaten – und Kuchen! Kuchen muss sein! (… übrigens habe ich aus Versehen eine Tasse mitgehen lassen, die habe ich beim Ausräumen des Autos gefunden *hust* …) hatten wir dann noch zwei Gangprüfungen. Einmal die Versatility-Tölt (eine Prüfung, ähnlich unserer Horsemanship-Prüfung), wo nach einem Gang-Beurteilungs-Teil, ein Aufgabenteil folgt. Hier mit Tölt um Slalom-Pylonen, einem Stopp zwischen zwei Hütchen mit Rückwärtsrichten und wieder Antölten. Was leidlich gut geklappt hat nach dem Gebiss-Disaster.

Ein weiterer Versuch meinerseits war wieder einmal eine Prüfung mit Galopp zu nennen. Da hat sich die Pleasure Gangprüfung angeboten. Die war auch am lustigsten zu Reiten – ich hatte lauter nette und leicht angeschwippste Reitkolleginnen mit in der Bahn, weil wir nämlich vorher spontan ein Sektchen zusammen getrunken haben. Wir hatten sogar überlegt mit den Sektbechern in die Prüfung zu reiten …. so mag ich das 🙂 Spaß und lockeres Reiten! Mädels, die Prüfung hat echt Freude gemacht! Übrigens weiß ich jetzt auch, dass einhändig geritten wird … das war mir nicht mehr so präsent. Man sollte einfach vor der Nennung mal in die Prüfungsordnung sehen und nachlesen was da steht.

Sektchen vor der Prüfung – Mädels, Ihr seid die Besten! – Foto: Privat

Alle meine Mitreiter waren super nett und jeder hat sich für jeden gefreut. Ich bekam sogar Bahn-Tipps, wo die Bahn tiefer ist, damit ich als Fremdreiter keinen Nachteil habe. Total Lieb! Deshalb hat es mir sogar richtig leid getan, dass Jacinto so super abgeschnitten hat. Es war mir sogar etwas peinlich, als ich dann bei der Gesamtsiegerehrung auch noch Turniersieger geworden bin. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt weiter hinten platziert zu werden, weil alle so nett waren und ich den Anderen die Siege gerne gegönnt hätte!

Nach der Siegerehrung haben wir Jacinto dann noch eine Extra-Portion Schlabber-Futter in seine Heuraufe gestellt, dass er sich noch ein bisschen entspannen konnte und haben noch geholfen die Salate und die Getränke aufzuessen/leer zu trinken und noch ein bisschen beisammen gesessen. Wirklich ein richtig schöner Tag bei Euch in Rothsee! Wir kommen gerne wieder! Aber hoffentlich nächstes Mal mit ein paar mehr Fremd-Reitern! Los Leute! Auf nach Rothsee!!!!

 

Angeberische Turnier-Start-Dokumentation (diesmal tatsächlich voll angeberisch):

Jacinto im: Trail Mittel (4) – 2. Platz
Mittlere Rittigkeit (5) – 2. Platz
Versatility Tölt (3) – 1. Platz
Pleasure Gangprüfung (5) – 1. Platz
Und somit auch noch Gesamtsieger des Turniers … das hat meine nicht wirklich vorhandene Pokal-Sammlung schlagartig ganz schön aufgestockt! Vielen Dank! 

Allerlei in Allersberg?

07. Juli 2018:

Heute möchte ich einmal etwas Neues ausprobieren. Wir waren gestern beim Hausturnier der Saga-Reitschule in Rothsee (bei Nürnberg) und hatten dort eine gute Zeit und sehr viel Spaß. Nachdem Frau Sumpf noch in Mutterschaftsurlaub ist haben wir nur Jacinto mitgenommen, was eine sehr gute Übung für ihn war, einmal wieder ganz alleine irgendwo hin zu fahren. Das hat er prima gemacht. Er war komplett entspannt und hat sich den ganzen Tag lang nicht wirklich aufgeregt. Von daher: Super – die Fahrt hat sich damit schon gelohnt.

Nachdem Yvi nicht geritten ist, war sie so nett und hat uns gefilmt. Das ist immer spannend sich selber reiten zu sehen. Während der Prüfung kommen einem nämlich Dinge meist viel Schlimmer vor, oder man denkt: „Wow, was für ein Fehler!“ und wenn man sich dann hinter her auf dem Video sieht, ist es meistens gar nicht so schlimm, wie man selber gedacht und empfunden hat.

Von daher möchte ich Euch heute den kompletten Trail ungeschnitten zeigen und sozusagen „nachbesprechen“. Ich war sehr zufrieden mit Jacinto, er war durchweg entspannt, kooperativ, hat abgewartet was ich von ihm möchte, wenig vorweg genommen und hat sich „führen“ lassen. Für Außenstehende wirkt es vielleicht noch hektisch, aber wir reden hier immer hin von einem Paso Fino, der sofort an Flucht denkt, wenn ihm etwas nicht passt.

https://youbu.be/8NhOvyNUEFU

Also starten wir! PS: erschwerte Start-Bedingungen, durch Sprecher, die abgelenkt sind, weil alle Zettel weggeflogen sind 🙂 Erstes Hindernis: Regenschirm aufnehmen, aufspannen, mit aufgespanntem Schirm eine Acht reiten, Ding wieder zusammenfalten und aufräumen und weiter tölten zum Dressurviereck. Man sieht genau, dass Jacinto leicht nervös ist, er hat nicht wirklich Bock da stehen zu bleiben. Er macht seinen „verkniffenen“ Gesichtsausdruck. Die Sprungständer und die Situation sind ihm nicht geheuer. Aber er lässt sich überreden aufzupassen und macht mit. Zwar deutlich angespannt, aber er hört zu und fügt sich, was ich grandios finde. Das Aufspannen des Schirmes ist dafür kein Problem. Seltsamer Weise stört ihn sowas meist überhaupt nicht. Das Hingehen an Sachen die herum stehen ist mehr Problem für ihn. Weitertölten ist das nicht, es ist eher ein katastrophales Weiterhumpeln, aber er läuft sich ein und an der kurzen Seite wirkt es ganz ordentlich.

Zweites Hindernis: Sprung – flüssig, elegant, souverän, da macht ihm keiner was vor! Fettes Eigenlob!

Drittes Hindernis: Brücke, mit Stehenbleiben und eigentlich Hütchen versetzen: Öhm. Ja. Hinreiten geht, anschauen auch, aber drüber gehen ist ihm zu gruselig. Wobei er als Fino eigentlich über Bretter schweben müsste. Macht er aber nicht. Ich merke das meist schon vorher, ob das etwas wird oder nicht. Er darf dann drüber nachdenken, was man sehr schön sieht, auch am Abschnauben vor dem Hindernis. Ich frage dann einfach mit dem Schenkel an, lasse die Zügel relativ lang (meist sind die Hände zu hoch … da muss ich dran arbeiten), aber wenn er sich dann gehen traut Prima, wenn nicht, mache ich da kein Drama draus. Dann üben wir so etwas zu Hause in aller Ruhe. Ich werde ihn nicht auf einem Turnier über irgend etwas drüber zwingen. Das macht keinen Sinn. Und wenn er etwas nicht möchte, macht er es nicht. Wir sind dann übrigens nach der Prüfung noch einmal zu Fuß über die „Brücke“ drüber, das hat sofort geklappt. Von daher: Super. Engstellen üben ist somit auf der To-Do-Liste.

Vierte Hindernis: Stangenlabyrinth: Da wollte er doch glatt erst mal angegruselt vor stehen bleiben. Nach kurzem Gucken und einem aufmunternden: „Also Zwerg, jetzt mach mal hinne, das kannst Du ja wohl!“ hat er sich durch getraut. Zwar etwas flott, aber doch aufmerksam und kontrollierbar. Er neigt ja dazu in Stangen-Parcours die Panik zu bekommen und anstatt auf mich zu hören und sich führen zu lassen lieber alles zu zerstören und möglichst schnell aus dieser für ihn unangenehmen Situation wieder raus zu kommen. Wenn er dann neben dem zerstörten Hindernis steht, ist alles wieder gut. Dieses Mal ist alles stehen geblieben und vor allem hat er aufgepasst. 100 Punkte von mir an ihn!

Fünftes Hindernis: Vorhandwendung im „Dreieck“: Eigentlich super gelaufen. Er hat vielleicht etwas viel Schwung gehabt, weil wir die eine Stange angestoßen haben, aber letztendlich: Super!

Sechstes Hindernis: Stangen-L-Sackgasse, vorwärts rein, rückwärts wieder raus. Nachdem wir letztes Wochenende erst ein Stangen-L komplett zerstört hatten, war ich von diesem hier regelrecht begeistert. Er wartet sehr schön in der Sackgasse, wackelt mit den Ohren, dreht den Kopf links und recht, als ob er sagen wollen würde: „Hey! Mir dauert das zu lange, sag was!!!“, wartet aber brav auf ein Kommando, was ich sehr kooperativ finde und mich sehr begeistert. Beim Rückwärts dann haben wir nur ein Tritt gegen die „Stange“, weil er da etwas viel vorweg genommen hat, und übereifrig war, anstatt sich Schritt für Schritt leiten zu lassen, aber hey, durchaus ok!

Siebtes Hindernis: Wippe. In der Mitte stehen bleiben. Muah! Hätte mich stark gewundert, wenn er da drüber gegangen wäre! Macht er ja selbst zu Hause nicht. Alles was sich unter seinen Füßen komisch anfühlt oder bewegt ist ihm komplett suspekt und er will so schnell wie möglich da drunter. Sieht oft spektakulär aus, aber muss auf Turnier nicht provoziert werden. Das müssen wir in aller Ruhe mal üben. Und zwar im Winter, wenn wir ganz viel Zeit haben und nicht auf irgend einen Fino-Strip reiten müssen. Dann beschäftigen wir uns mal mit der Wippe. Von daher habe ich mir selber einen Anreite-Versuch gegeben und bin dann weiter. Ich möchte ja, dass er Trails in positiver Erinnerung behält und nicht als den Ort, an dem er gegen seinen Willen zu etwas gezwungen wird.

Achtes Hindernis: Seitwärts an den Pylonen auf der Bahn. Sehr schön gemacht. Obwohl er ein bisschen noch auf Flucht-Modus von der Wippe ist. Wir haben seitwärts Schritte nach beiden Seiten, zwar etwas flott, aber immerhin kooperativ. Er passt sehr gut auf, leicht wiederwillig (Ohren hinten), und Zähneklappernd, aber immerhin.

Die Wege zwischen den Hindernissen fand ich auch sehr schön gelungen. Für die Harmonie und Horsemanship haben wir eine 7,5 bekommen. Insgesamt eine 5,7. Das hat zum zweiten Platz von drei Starten gereicht, obwohl wir zwei Hindernisse aus gelassen haben. Aber ich mag Jacintos Entwicklung in den Trail-Prüfungen. Er wird über die Jahre hinweg kontinuierlich besser und immer aufmerksamer mir gegenüber. Von daher kann jeder Denken was er will, wenn er unser herum gereite sieht, ich selber war ziemlich stolz auf Jacinto in diesem Trail. Ich erinnere mich noch mit Grauen an unseren aller ersten Trail Start zurück. Da sind wir in den Parcours rein geritten und Jacinto hat einen Deko-Vogel vor der Plastikfolie stehen sehen und DAMIT war die Prüfung vorbei. Komplettes Black-Out bei ihm. Wenn man das im Hinterkopf hat, war dieser Parcours quasi schon Olympisches Gold 🙂

Wie findet Ihr diese Art „Besprechung“? Soll ich das wieder einmal machen? Oder ist das zu langweilig?

PS: Danke Yvi fürs Filmen und natürlich fürs Mitkommen! 🙂

Samba in Hessen?

2. Fino & Friends Gangpferdeturnier in Flieden (Hessen)

Barrida! Auffallend viele Schimmel fanden den Weg nach Flieden – Foto: Yvi Tschischka

29.06. – 01.07.2018:

Sommer – Sonne – Sambastimmung …. oder so ähnlich könnte man das letzte Wochenende treffend umschreiben. Vom 29.06. bis 01.07.2018 fand in Flieden (Hessen) das 2. Finos & Friends Gangpferdeturnier statt. Veranstalter waren Britta und Gerd Mülle (Paso Finos im Fliedetal – und der PFAE) unterstützt durch eine Vielzahl unermüdlicher und fleißiger Helfer. Als Richterin war dieses Jahr Anna Eschner die Herrin der Platzierungen. Herr des Mikrofons war wie schon beim ersten Mal Daniel Sewing. Wie immer war alles super organisiert – das Stallzelt bestens gerüstet, das Catering super, eine Cocktailbar mit dem besten aller Cocktail-Mixer Erick am Samstag und Sonntag, Meldestelle, Ringstewarts, Schleifenmädchen, Platzwart, Musik, Begrüßungsgeschenke, Preise, alles topp und liebevoll bis ins Detail durchgeplant. Vielen Dank an alle helfenden Hände und an die ganze Arbeit, die Ihr Euch schon Monate im Voraus für uns gemacht habt, um Reitern und Zuschauern so ein tolles unvergessliches Wochenende zu ermöglichen.

Yvi, dieses Jahr als offizieller Turnier-Fotograf und Mit-Reiter von Kaisys schickem Pony Ristretto unterwegs, und ich mit Jacinto und dem Drachenpony im Gepäck, sind bereits Freitag zeitig losgefahren, um drei schöne Tage in Hessen zu erleben. Der Freitag war komplett entspannend für uns. Wir sind nach dem Einchecken im Hotel noch gemütlich geritten, um den Ponys vor Turnierstart noch die Bahn zu zeigen. Dabei hatten Yvi und das Drachenpony den Moment schlechthin – das Drachenpony war beeindruckt vom Turnierplatz bestimmt drei Runden lang im friedlichen Tölt unterwegs und auch mehrere Durchgänge taktklar auf dem Sounding-Board. Und ich Depp hab vergessen auf „filmen“ zu drücken, so dass leider nur 24 Sekunden dieses genialen Moments festgehalten wurden. Schon alleine deshalb hat sich die Fahrt also gelohnt 🙂 Aber es sollte noch traumhafter werden.

Vor-sich-hin-Dappel-Zwerg und Power-Resi am Sonntag-Morgen – Foto: Yvi Tschischka

Zurück im Stallzelt wurde ich kurzerhand als Ersatzreiter für die Western Pleasure rekrutiert: auf meinem speziellen Lieblings-Pony Osiris del Gavilan, da seine Besitzerin leider selber nicht dabei sein konnte. Was für eine Ehre – und vor allem, was für eine Freude! Osiris durfte ich bereits vor Jahren schon einmal vorstellen und dieses Pony ist einfach ein ganz faszinierendes und sehr spezielles Pony. Lieben Dank Steffi! Du darfst mir jederzeit den Bub „aufs Auge drücken“ 🙂 Der Abend klang dann beim gemeinsamen Buffet im Gasthaus Zentrum aus, Jörg Wehner und sein Team haben auch das hervorragende Catering am Turnierplatz übernommen. Ich bleibe weiterhin ein großer Fan von seinen Lachsbrötchen zum Frühstück!

Der Samstag war dann mein leicht stressiger Reit-Tag – insgesamt sieben Prüfungen! Wobei die Erste, die Naturtölt mit Resi schnell vorbei war. Sie ist eine halbe Runde lang schön getöltet und dann leider ein bisschen ins Hopsen gekommen, so dass wir die zweite Hälfte der Runde weitergehopst sind und direkt beim Ausgang mit Abschlussgruß wieder raus. Vielleicht hätten wir ihr am Freitag gar nicht den Platz zeigen sollen, dann hätte sie die tolle Phase vielleicht in der Prüfung gezeigt. Man weiß es nicht. Aber egal. Sie sieht jedenfalls immer schick aus – egal was sie macht. Als nächstes war die Dressur B mit Jacinto an der Reihe – nicht ganz so schön wie zu Hause geübt, vor allem die Schritt-Phasen mit den Kurzkehrts waren nicht so optimal, aber durchaus eine sehr schöne Dressur – und für Jacintos Verhältnisse ziemlich konstant. Von Alex Rau gab es ein dickes Kompliment, von der Platzierung her hat sich das nicht ganz so gut niedergeschlagen, aber egal. Auch die folgende Country Pleasure hat sich gut angefühlt. Jacinto war natürlich nicht durchgängig im Tölt (da hatten viele Pferde dieses Wochenende Konstanz-Probleme), aber ich fand ihn deutlich besser wie die letzten zwei Jahre. Vor allem hatten wir auch angedeutet zwei Tempi Tölt. Und das besser wie letztes Jahr war mir am Wichtigsten.

Jacinto in der Country-Pleasure – Foto: Yvi Tschischka

Den Trail habe ich mit beiden Ponys gestartet. Jacinto nicht entspannt – das ist leider komplett Glücksspiel bei ihm – Hindernis Nummer eins: Flatter-Gasse: kein Problem. Zwei: Fußball schussern konnte er noch nie – alles was sich bewegt, wenn er drauf oder dran Tritt bringt ihn komplett aus der Fassung. Cocktails mixen an der Bar: Jacinto trinkt nicht, also mixt er auch nicht …. *augenroll* – Seitwärts-Stange, kann er eigentlich, aber heute nicht, genau so wie das Stangen-L rückwärts. Das hat er erst mal zerstört. Aber Kira, ich fand Deinen Trail sehr schön!
Bei Jacinto ist alles möglich. Den George Clooney hat Jacinto aber wieder schön um die Pylonen getragen. Übrigens ein tolles Hindernis! Ich habe mich sehr gefreut, den guten George wieder zu sehen. Er war ja damals schon in Hünfeld dabei. Und dieses Mal gab es auch Kaffee am Abreiteplatz! Helga, Du bist einfach die Beste! 🙂

Der gute George Clooney als Trailhindernis in Flieden – Foto: Yvi Tschischka

Trail mit dem Drachenpony – ein Widerspruch in sich? Eigentlich nicht. Sie läuft nämlich besser, wenn sie zwischendurch mit Dingen konfrontiert wird, die sie ablenken. Flatter-Gasse, sogar im schnelleren Tempo möglich. Eigentlich wollte ich im Schritt durch, aber sie war zu aufgeregt. Fußball durch die Stangen bugsieren: Nach einer Schnaub und Überlegungsphase super gemacht. Cocktailbar: eher gefährlich, aber es hat sich überreden lassen. Mit viel Aufregung. Die war dann leider ab dem Stangen-Seitwärts komplett überschüssig. Stangen-Seitwärts und Stangen-L kann sie nämlich eigentlich sehr schön. Aber da haben die Nerven dann durchgedreht. Ich bin dann abgestiegen und wir sind noch zu Fuß schön durchs L und mit George durch die Pylonen, damit sie einen schönen Abschluss im Trail hat und nicht komplett überreizt da raus geht. Wir sind sogar in der Wertung geblieben und Resi war damit sogar besser wie Jacinto. Diese Ponys!

Aber letztendlich fragen sich viele Leute bestimmt, warum schleppst Du dieses bekloppte Pony überhaupt mit? Die spinnt total, es ist Stress, sie führt sich auf und es macht eh keinen Sinn. Stimmt alles, aber ich versuche es trotzdem. Ich finde es wichtig die Ponys auch in der Fremde herum zu schleifen. Einfach mal raus aus dem heimischen Stall, Hänger fahren, wo anders sein, wo anders reiten, das schweißt zusammen und ist auch immer eine gute Übung – und es deckt Schwachstellen auf, die zu Hause leidlich funktionieren (Schritt, halbgeübte Trailhindernisse, Schwachstellen im Tölt) und dann in der Fremde einfach gnadenlos aufploppen, weil sie nicht zu hundert Prozent funktionieren. Und ich teste das halt auf einem Turnier. Mir ist es wichtiger im Gesamt-Paket eine gute Zeit zu haben und dass die Ponys auch überall entspannt sind. Das schaffen beide sehr gut, nur in der Prüfung direkt hapert es dann halt einfach meistens.

Cocktailbar mit Resi, gut, dass das Pony so kurz ist, wenn es schon unbedingt zusehen will! – Foto: Yvi Tschischka

Aber man weiß es nie, vor allem beim Drachenpony. Es hat uns am Freitag eine Ausschau gegeben, was es könnte, wenn es wollen würde, aber leider steht es sich immer wieder selber im Weg. Und das hätten wir nicht erleben können, wenn wir sie nicht mitgeschleppt hätten. Und auf jeden Fall hat sich meine kleine „Reitbeteiligung“ Franziska gefreut, dass das Drachenpony dabei war, weil sie nämlich zusammen mit ihrer Mama den ganzen Samstag mit Resi verbringen konnte. Und dabei eine Riesen-Freude hatte. Übrigens vielen Lieben dank an Steffi, die sich als Pferde-Sklave den Samstag bei mir verdingt hat: Ponys halten und Dressur filmen – mit zwei Pferden unterwegs mit komplett allen Prüfungen an einem einzigen Tag hätte ich das ohne sie nicht so reibungslos geschafft! Gerade weil Yvi den schicken schwarzen Ristretto von Kaisy reiten durfte und „nebenbei“ noch offizieller Turnierfotograf war. Ristretto hat übrigens einen sehr schönen Einstieg ins Turnier-Leben gegeben! Er hat das Prima gemacht!

Nachmittags startete ich Jacinto noch in der Pleasure L1 – was ganz gut funktioniert hat. Bekannte Probleme (Schritt … warum auf einmal langsam laufen???? – und Taktprobleme) haben uns natürlich nicht in die vorderste Reihe gebracht, aber wie gesagt, ich war zufrieden mit der gezeigten Leistung. Es geht natürlich noch besser, und es war schon besser, aber halt schlicht und einfach Momentan nicht.
Übrigens hat man auch während den Prüfungen Spaß wenn man im Line Up steht und mit den Mitreitern Spaß hat. Jürgen ist da der Knaller schlechthin. Er schafft es seine verlorene Rückennummer vom Sattel aus aus dem Sand zu klauben. Line-Up-Gespräche sind immer Lustig, vor allem, wenn so Sätze wie: „Jürgen, Du musst die Nummer aufheben, ohne Abzusteigen!“ dann auch genau so ausgeführt werden. In der Prüfung. Man kann so viel Spaß haben, wenn man nicht alles verbissen sieht und das tun die Fino-Reiter eben nicht, drum ist es so lustig mit Euch allen! Großes Kompliment an die ungefähr 25 anwesenden Pferde und ihre Reiter – wobei auch zwei Nicht-Finos dabei waren – Schön, dass Ihr gekommen seid! Übrigens gab es wieder einmal eine Kostüm-Klasse – was habe ich gelacht, als ich die drei Starter gesehen habe – grandiose Verkleidungen!

Ehrenrunde der Country-Pleasure – immer wieder ein Vergnügen! – Foto: Yvi Tschischka

Am Ende des Tages waren meine beide Ponys dann schon ziemlich Müde. So ein Turnier-Tag ist anstrengend. Während die beiden Ihr vorgezogenes Abendessen mümmeln durften hatte ich die Ehre den schicken Osiris in der Western Pleasure zu starten. Tine und ich (oder wahlweise Yvi und Tine) sind seid Jahren so ziemlich die Einzigen, die diese schöne Prüfung starten. Ich finde, das muss sich ändern! Los Leute: Mut zu Glitzer und Spaß! Übrigens noch einmal ein Danke an unseren „Besser-Gekühltes-Bier-Guide“ Steffen fürs Leihen Deiner Chaps und fürs Filmen der Prüfung!

Jedenfalls hatte ich viel Freude in dieser Prüfung und wir hatten auch ein richtig schönes Workout, sogar mit Rollback. Ich liebe diese Prüfung. Man fühlt sich einfach wie ein cooler Westernreiter. Egal ob man das ist oder nicht. Und egal ob es funktioniert oder nicht. Es geht um den Spaß. Und vor allem mit so einem tollen Pony unterm Hintern. Aber dieses Mal hat es funktioniert. Wir wurden beide Erste, weil unterschiedliche Ponys, aber beide toll präsentiert. Somit hat sich mein Ziel: eins von den tollen Holzpferdchen, die es wieder als Pokale gab, bekommen auch erfüllt. Neben einem fetten Grinsen im Gesicht, weil tolles Pony unterm Hintern. Hach, das Leben kann so schön sein!

Osiris von Steffi, bester Bub ever!  – Foto: Yvi Tschischka

Eigentlich wollte ich Jacinto schonen, weil er schon sehr müde war, habe mich dann aber doch noch für die Fun-Prüfungen rekrutieren lassen. Ok, eigentlich, um Helmut und Helada zum Paar-Reiten zu animieren. Was auch funktioniert hat. Helada hat auch manchmal echt einen Schatten, und spackt zwischendurch komplett ab, nur läuft sie zwischen durch einfach genial. Helmut hat es echt drauf, da oben cool zu bleiben, trotz Kapriolen. Auch mit mehrlagigem Klopapier in der Hand und Jacinto neben dran. Wir hatten jedenfalls Spaß 🙂 Die Champagner-Tölt ist ja sowieso quasi Pflicht mitzureiten, weil ( – Achtung Pro-Tipp!!!) da kommt man prima an Gratis Sekt ran (wenn das Pony nicht so viel herum hüpft und alles verschüttet). Ich reite die Prüfung ja nur deswegen …. abgeschlossen wurde der perfekte Samstag dann noch mit Mojito und Erdbeer Daikiri an der Cocktail-Bar von Erick. Wir hatten viel Spaß und viel zu lachen!

Der Sonntag sollte dann eigentlich der Tag werden, an dem ich Yvi in der Horsemanship fotografiere. Aber weit gefehlt, am morgentlichen Lachsbrötchen mit Kaffee bekam ich das Angebot La Luvia del Caron von Manuela ebenfalls in der Horsemanship zu reiten. Hallo, was für ein Angebot! Tolles Pony, Schneeweiß, noch nie geritten – mach ich doch glatt! Vielen dank Ela! Aber ich habe mir erst das ok von Yvi eingeholt, weil eigentlich war es ja anders versprochen. Aber Nico ist an der Kamera eingesprungen und alles war gut. So kam ich in den Genuss ein komplett fremdes, aber tolles Pferd in einer Prüfung zu reiten. Ich liebe solche spontanen Dinge. Und es hat auch richtig gut geklappt. Bis auf die Tempo-Unterschiede und meine obligatorischen Taktfehler – wir wurden sogar Sechster. Also für Fremd-Reiter-Kombi echt nicht schlecht – und es war eine echt harte Prüfung! In meiner „Abteilung“ hatte ich Sello und Stan und Brujula mit Britta – also quasi unschlagbare „Konkurrenz“, weil so tolle Ponys – aber es ist immer wieder Lustig mit Euch!

Leider war das Turnier nach den Best of Traditional-Klassen am frühen Nachmittag viel zu Schnell wieder vorbei. Und es war ein richtig schönes Turnier – sehr geprägt von einer richtig guten Stimmung, voll Freude/Spaß und dem Treffen von tollen Menschen. Jeder hat sich für jeden gefreut und es ist einfach wie ein großes Familientreffen – nur mit Ponys. Also eigentlich viel Besser wie ein Familientreffen (weil da darf man ja nicht die ganze Zeit über Ponys reden). Apropos Familien-Treffen: ist ja wie Schafe Hüten – in den Mittagspausen konnten wir der Vorführung von Meik Wessendorf mit seinen Hütehunden Elsa und Nice und den Schafen zusehen. Das war voll interessant! Und ich mag Schafe.

Zeitungsausschnitt Fuldaer Zeitung vom 3. Juli 2018 (unter Pferdesport :-))

Wir sind dann noch mit zu Stan und Johanna gefahren, um den gerade mal drei Wochen alten „neusten“ Sello-Nachwuchs zu besuchen – was für ein schickes, aufgewecktes, imposantes Kerlchen! Das wird spannend mit ihm! Herzlichen Glückwunsch an so ein gelungenes Fohlen Johanna und Stan! Und meine Prognose: Er bleibt Grau wie die Mama 🙂

Stau-Los sind wir dann Abends wieder zu Hause angekommen und die Ponys waren froh endlich wieder in Ihre Herden zu kommen und wir froh eine Dusche und das eigene Bett wieder zu sehen, aber voller toller Erinnerungen – und darauf kommt es an! Wir sehen uns wieder! Ganz bestimmt!

 

Ach ja, meine Angeber-Turnier-Auflistung für meine Statistik fehlt noch:

La Respuesta de Los Angeles:

Naturtölt (3) – rausgeflogen

Trail (6) – 5. Platz

Jacinto del Gavilan:

Trail (6) – 6. Platz

Country Pleasure (3) – 3. Platz

Pleasure L1 – vergessen, vielleicht kann mich wer erinnern? 

Dressur B (7) – 5. Platz

Osiris del Gavilan:

Western Pleasure (2) – 1. Platz

La Lluvia del Caron:

Horsemanship (10) – 6. Platz

Sentimentalitäten?

11. Juni 2018:

Heute haben wir Sara und ihren Samurai zum Springturnier begleitet. Eigentlich sollte ich sie ja fahren, aber mein Auto musste unbedingt wieder einmal Drama-Queen spielen und den Hänger-Zug verweigern. Long Story, short: Montag sind wir in der Werkstatt.

Jedenfalls hat mich das Turnier an die Anfänge meiner Reiterlaufbahn erinnert und ich bin sentimental geworden. Kann auch sein, dass bei mir langsam altersbedingte Hormonschwankungen einsetzen, die für  pferdetechnische Flashbacks zuständig sind. Oder ich werde langsam dement. Wer weiß das schon. Auf jeden Fall zogen alle meine Pony- und Pferdelieben an meinem inneren Auge vorbei.

Meine erste große Pferdeliebe war ein Welsh A Pony. Ihr Name war „José“ und mit ihr habe ich die  Gegend durchstreift. Bei uns am Dorf gab es einen Mann der Welsh-Ponys hatte. Hier haben wir uns mit kleinen Arbeiten das Reiten verdient. Der Grundstock bestand aus Hof kehren. Kehren kann ich also. Und Misten. Was ich schon an Tonnen von Mist geschaufelt habe! Ein Fußballfeld voll reicht wahrscheinlich gar nicht mehr aus!

José – sie war ein richtiges Buschreiter-Pony! – Foto: gezwungene Mutter 🙂

Später kam dann offizieller Reitunterricht im nahegelegenen Reitverein dazu. Josés letztes Fohlen, ein kleiner Inzucht-Weideunfall, war dann meine erste spezielle Pony-Liebe. Sie war sehr scheu und ich hatte viel Zeit nur in ihrer Box sitzend verbracht, damit sie vertrauen zu mir bekam. „Johanna“ war ihr Name. Sie war auch das erste Pony, dass ich angeritten habe. Johanna war speziell, sie ging Pass. Also quasi mein erstes Gangpferd 🙂 Keine Ahnung, ob das damals komplette Verspannung bei diesem sensiblen, kleinen Pferdchen war, komplette Inzucht, oder ob sie tatsächlich eine Gangveranlagung hatte. Auf jeden Fall träumte ich davon, dass sie im Schuppen hinter unserem Haus einziehen durfte. Tat sie natürlich nicht. Es hieß immer: Wenn Du mal erwachsen bist und selber Geld verdienst, kannst Du Dir ein Pferd kaufen!

Johanna – Die Blässe sieht ein bisschen aus wie bei Diosa oder? – Foto: arme gezwungene Mutter – Wir sind übrigens immer mit relativ kurzen Bügeln geritten, damit die Leute nicht denken, wir seien zu groß für die Ponys 🙂

Jedenfalls wurde sie eines Tages samt ihres Halbbruder-Vaters einfach als Gespann verkauft und war weg. Mein erster großer Verlust. Das hat wahrscheinlich auch meine Einstellung zu Reitbeteiligungen geprägt. Mir wurden oft einfach die Ponys ohne Worte sprichwörtlich unter dem Sattel wegverkauft. Eine harte Schule. So wollte ich zu meinen Reitbeteiligungen nie sein. Von daher bin ich glaube ich eine ziemlich gute Wahl, falls man Reitbeteiligung bei mir sein möchte 🙂 #eigenlobstinktgarnicht

Aber eigentlich kam ich auf die Sentimental-Schiene, weil wir heute Sara begleitet haben. Das erinnerte mich an meine ersten FN Reitschul-Turniere und natürlich die geliebten Schulpferde von damals. Da gab es „Dojan“ ein brauner Holländer und ausgemustertes Springpferd.

Dojan – mein erstes FN-Turnier 1990 – ein Reiterwettbewerb – Foto: gezwungene, auf Turnier geschleppte Mutter

Später kam Bergfee. Bergfee war sehr speziell und sehr flott unterwegs. Wahrscheinlich hat sich da schon meine Liebe für leicht bekloppte Pferde gefestigt. Leider blieb sie nicht lange als Schulpferd. Aber mit ihr hatte ich meinen ersten Wanderritt und 1993 zwei Turnierstarts. Auf diesem Bild wurde ich sogar Erster. Aber ich habe keine Ahnung mehr, wie viele Teilnehmer da dabei waren. Der Pokal steht jedenfalls immer noch in meinem Bücherregal.

Bergfee – Hier baute sich meine Tendenz für spezielle Pferde aus (leider muss ich sagen, dass ich schon damals anscheinend gerne nach links unten gesehen habe …. das ist heute noch so) – Foto: leidende Mutter

Für Bergfee kam Napoleon – ein großer Brauner Wallach. Mit ihm war ich auf jeden Fall einmal bei einer Quadrille im Rahmen irgend welcher Casteller Festivitäten dabei. Das muss 1994 gewesen sein. Soweit ich mich erinnere war Napoleon ein Privat-Pferd, dass dem Reitverein zur Verfügung gestellt wurde. Aber mich interessierte immer das Außen-Herum nicht so sehr, ich war mehr auf die Ponys und Pferde fixiert und wohl eher in meiner eigenen Welt unterwegs.

Napoleon – Auf dem Bild bin ich übrigens schon süße 18 Jahre alt. – Foto: keine Ahnung mehr wer

Aber meine eigentliche große Pony-Liebe war „Charly“, ein Welsh-Reitpony, geboren 1994. Ihn habe ich von Fohlen-Zeit bis ins Reitalter begleitet. Wir hatten eine schöne Zeit, er war sehr temperamentvoll und wirklich eigentlich „mein“ Pony. Mein tiefster Wunsch war, dass er mir gehören sollte. Aber das wurde mir aus unerfindlichen Gründen verwehrt. Also trennte ich mich komplett schwermütigen Herzens von den Welsh-Ponys und rutschte so in die alleinige Welt der Gangpferde. Speziell der Paso Finos. Denn Jacinto trat in mein Leben 🙂

Charly als Fohlen – Foto: wahrscheinlich meine langjährige Reitfreundin Renate 🙂 Wir zwei waren die BFs vom Welsh-Pony-Stall

Aber eigentlich hatte ich mich an dieses Bild hier erinnert: „Goletta“ – im alten Reitverein Trautberg 1993 im Springreiter-Wettbewerb. Was war ich stolz wie Bolle, einen ganzen Parcours geschafft zu haben. Das war damals übrigens ein fünfter Platz. Im Reitverein haben wir auch die Sommerferien verbracht. Da hängen viele schöne Erinnerungen an meine Reiter-Kindheit – Nachtwanderungen, Ausritte, Pommes-Essen – Hach ja! (PS: Claudia! Weißt Du noch!? :-)) – manchmal ist das Leben doch ein Ponyhof!

Goletta – Schulpferd – Foto: meine geplagte Mutter wahrscheinlich …

Doch genug mit Sentimentalitäten – die Realität ist: seit 17 Jahren bin ich selber Pferdebesitzer und hänge mein Herz nur noch an Pferde, die mir selber gehören. Oder an Pferde, die von meinen eigenen Pferden stammen. Die letzten 17 Jahre waren fantastische Jahre! Nicht immer einfach, aber immer hatte ich dieses gelbe, leicht autistische Pony bei mir, was oft nicht richtig läuft, mir viele Sorgen macht(e) und auf dessen Rücken ich mich immer zu Hause fühle: Jacinto! Der mir hoffentlich noch ganz viele Jahre bleibt, weil was ich ohne ihn machen soll weiß ich ehrlich gesagt nicht.

 

Frau Sumpf erzählt … uns was vom Mutter sein?

31. Mai 2018:

Hallo, ich bin’s wieder, Eure Diosa!

Nachdem mein drittes Fohlen jetzt aus dem Gröbsten raus ist, hab ich mal wieder Luft Euch was zu erzählen. Ich bin schon ziemlich stolz auf den kleinen Diego. Der ist mir bisher am Besten gelungen (und das lasse ich mir auch gerne sagen …. *räusper* … kleiner Spoiler …). Übrigens hatte die Frau, die mein Essen bezahlt recht: Es wurde ein Junge! Die kennt mich doch ganz gut. Ich muss wohl meine Verhaltensmuster ändern, damit sie mich nicht mehr durchschaut.

Diese Hormonschwankungen am Ende der Schwangerschaft waren echt der Horror sag ich Euch. Das hat mich selber sehr genervt. Schwangere Frauen sind so ziemlich das Anstrengendste was es gibt. Kurz überholt von Frauen am Rande der Meno-Pause, wie die Alte, die mein Futter bezahlt. Schlimm sag ich Euch, die will doch tatsächlich, dass ich konzentriert GYMNASTIK!!!!! mache! Ernsthaft????

 

Die Alte und die Fotoschnickse – Süß wie sie sich freuen! – Foto: Annika M.

Aber erst mal von vorne. Das war ein Spaß mit der Geburt. Die zwei nervtötenden Weiber sind zu den unmöglichsten Uhrzeiten aufgetaucht und haben geguckt, wie es mir geht und mir ausführlich gehuldigt. Natürlich hatten sie meistens was zu Essen für mich dabei. Sehr anständig. So lobe ich mir das! Guter Service! Das war der gute Teil. Also musste ich einen Tag für die Geburt finden, der sehr einprägsam ist. Das habe ich ja schon letztes Mal gut hinbekommen bei Dea. Das war der 06.06.2012 da ist irgend so ein Komet nachts vorbei gerauscht. Kosmisches Zeichen …. Bla …. Dieses Mal war Stephan Vierhaus zum Kurs da und die Frau bei der Dea jetzt wohnt, den Fokus durch Ablenkung der zwei Nervtanten musste ich also wieder komplett auf mich lenken. Am Sonntag Morgen habe ich den kleinen Diego ganz früh geboren, damit sich die Erste von den beiden Nervtanten ordentlich erschrickt. Das war in dem Fall die Foto-Schnickse. Die hat den kleinen Diego als Erste gesehen und sich erst mal den Emo-Schock ihres Lebens geholt. Höhö! Was ein Spaß!

Dann kam der anstrengende Teil: DAS FOHLEN NERVT! Der ist jetzt bereits so selbständig und selbstbewußt-anstrengend, den muss ich so schnell wie möglich wieder los werden sag ich Euch! Und ich war mit dem in eine Paddock-Box eingesperrt! Schlimm. Ständig will der Spielen, und vor allem Saufen! Habt Ihr mal jemanden mit frisch sprießenden Zähnen an Euren Brustwarzen rumbeißen lassen? Nein? Probiert das mal. Voll der Spaß…. Meine Laune war zu der Zeit nicht die Beste. Und dann muss man auf diese kleinen Fohlen gut aufpassen, biss die sich einigermaßen im Griff haben. Echt anstrengend. Und der lag immer auf meinem Heu rum, immer da wo ich gerade fressen wollte! Wenigstens gab es Extra-Futter. Ganz für mich alleine.

Spielzwerge – Zwischendurch sind die gut aufgeräumt …. Zeit zum Durchatmen – Foto: Yvi Tschischka

Inzwischen wohnen wir wieder komplett in der Herde, was eine große Erleichterung für mich ist. Das Nerv-Fohlen kann Spielen und wird öfters mal von meiner Untergebenen „Struppi“ bewacht und bespielt. Das ist ganz putzig. Die hatte noch kein Fohlen und weiß nicht, was sie sich da antut … Jungstuten sag ich Euch! So leichtsinnig! Möhö! Inzwischen hat Diego auch einen Spielkumpel. Das ist Prima. Leider sind die beiden Jungs etwas bescheuert. Es hat gedauert, bis sie erkannt haben, dass beide so Klein sind und man miteinander spielen kann. Männer, sag ich nur…

Ich bin genervt und das sieht man! – Foto: Yvi Tschischka

Auf jeden Fall klappt das alles mal wieder wie am Schnürchen mit meinem Kind. Ich bin einfach eine geniale Mutter und habe mein Leben komplett im Griff. Ganz im Gegenteil zu der Frau, die mein Essen bezahlt und der Foto-Schnickse … Ich weiß gar nicht, wie die zwei Vollhonks überhaupt Überleben können. Deshalb quälen die mich jetzt. Sie verlangen von mir „in Shape“ zu kommen. Was soll dass denn bitte heißen? Gymnastik? Kondition aufbauen? Also bitte! Sollen die erst mal drei Kinder raus quetschen und dann sehen wir mal, wer eher wieder „in Shape“ ist. Unverschämtheit. Wenn man die drei Runden um den Platz joggen lassen würde, dann würden die Sterben, weil sie keine Luft mehr bekommen. Diese Opfer! Aber MICH da rumscheuchen. Ich sag’s Euch: SO NICHT! Die können nur froh sein, dass ich so ein liebenswertes Pony bin …. Ihr entschuldigt, ich muss mir überlegen, wie ich aus der Nummer wieder raus komme ….

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