Del Cavador

Tag 14 – Fremde Ponys

21. November 2019:

Flieden 2018 – Osiris del Gavilan – Foto: Yvi Tschischka

Dieses Foto steht stellvertretend für die ganzen tollen „fremden“ Ponys, die ich in meinem Leben schon auf Turnier vorstellen durfte. Zwischendurch darf ich immer mal wieder richtig tolle Pferde spontan auf Turnieren vorstellen. Da habe ich vorher nie die Chance viel zu üben – meisten stelle ich mich auf dem Abreiteplatz auf das Pony ein und reite in die Prüfung. Das hat bis jetzt immer gut funktioniert.

Ich habe mit fremden Ponys schon einige Prüfungen gewinnen können, oder Platzierungen erreichen können. Was mich natürlich total für die Besitzer freut. Dieses tolle Pony hier ist „Osiris del Gavilan“ von Steffi – ihn kenne ich schon seit er drei Tage alt ist. Ich habe ihn damals durch die Stallgasse tölten sehen wie eine Maschine und war schockverliebt. Dazu noch die Farbe! Osiris durfte ich bereits zwei mal vorstellen. Ganz früher auf einer Fiesta am Sternberghof konnte ich eine Pleasure Schooling mit ihm gewinnen und hier in Flieden waren wir zusammen mit Mina und Tine Gewinner der Western Pleasure.

Eine Prüfung die ich total gerne mag. Man „verkleidet“ sich und fühlt sie wie John Wayne und reitet „coooooool“ durch die Gegend. Dafür bekommt man dann im Idealfall noch einen Preis, ansonsten hat man eine Menge Spaß während der Prüfung. Eine total unterschätzte Prüfung wie ich finde! 

Mir bleibt auch unvergessen, als ich auf der Swiss Classic in Schocherswill Borrasca in der Horsemanship Prüfung vorstellen durfte. Das war eine Prüfung, die lief auf den Punkt perfekt, da war das Gefühl von „läuft“ wirklich übermächtig genial.

Tag 13 – Orientierungsritte

 20. November 2019:

Kreuth 2008 – Finos For Pleasure-Start mit Jacinto, Diosa und Lorenzo – Foto: privat

Das war wieder in Kreuth – diesmal 2008. Das Foto steht stellvertretend für all die schönen Orientierungsritte, die ich in meinem Leben schon mitreiten durfte. Man erlebt immer sehr viel, wenn man sein Pony einfach einpackt, losfährt, und wo anders herum reitet.

Egal ob innerhalb eines Wettbewerbes oder ohne – lustig ist es immer. Und man sieht ganz tolle neue Reitlandschaft. Ich liebe das. Die neueren Fotos von Orientierungsritten, meistens mit Yvi zusammen, dürften Euch bekannter sein. Deshalb hier ein ganz altes Bild. Jacinto und ich, Diosa mit meiner „kleinen“ Schwester und Lorenzo und Julia (noch eine Julia! Mein Leben ist voll mit Julias, da kann man übrigens nie genug von haben! Und Linas, Linas braucht auch jeder! :-)).

Wir sind da gerade am Losreiten auf die Strecke rund um Kreuth. Man sieht noch ungeduldige, unverschwitzte Ponys! Die Strecke da führt teilweise an den Geländehindernissen vorbei/hindurch und man fühlt sich wie ein echter Buschreiter, wenn man da entlang galoppiert! Und ja ich trage als Einzige keinen Helm. Böse Frau Griebel!

Tag 12 – Dea del Cavador

19. November 2019:

Diosa mit frisch geschlüpfter Dea – Foto: privat

Dea ist mein zweites Fohlen – und auch das einzige Fohlen bisher, dessen Geburt ich direkt von Anfang an miterleben durfte. Hier hatte Diosa auf Nummer sicher gehen wollen und hat gewartet, bis ich dabei war.

Ich kam früh zum  Füttern, habe gesehen, dass Diosa Harztropfen am Euter hatte. Ich sagte ihr: „Frau Sumpf, ich geh jetzt noch mal nach Hause mich umziehen und einen Kaffee trinken, dann komm ich wieder. Entweder, Du hast es bis dahin rausgequetscht, oder Du bekommst es dann.“ Zu dem Zeitpunkt bin ich morgens zum Füttern direkt im Schlafanzug in meinen Blaumann geschlüpft, schnell zum Stall gefahren und nach dem Füttern wieder vom Blaumann raus und mit Kaffee zurück ins Bett. Beste Erfindung ever, diese Overalls. 

Äh… zurück zum Thema: Frau Sumpf hatte sich Zeit gelassen. Es war noch kein Fohlen da. Ich habe mir einen Stuhl geschnappt und mich vor ihrer Paddock-Boxe postiert und konnte so live das Ganze Procedere Geburt miterleben. Darüber bin ich Frau Sumpf sehr dankbar. Es ist so erstaunlich und beeindruckend, wie die Natur Dinge von ganz alleine regelt. Es ist ein Wunder. Und dann entsteht daraus so ein kleines, fragiles Kind mit eigenem Willen und eigenem Leben – unbeschreiblich.

Und ich bin sehr dankbar, dass das kleine Pferdekind bis heute immer noch lebt und eine so tolle Besitzerin gefunden hat – und dass ich sie auch immer wieder sehe und erleben darf wie toll sie geworden ist. 2018 waren Mutter und Kind zusammen auf der Pferd und Jagd dabei. Sie haben sich sofort wieder erkannt und waren die paar Tage unzertrennlich. Da geht mir als Pseudo-Züchterin echt das Herz auf! 

Tag 11 – Turniere

 18. November 2019:

Kreuth 2006 – Foto: ?

Dieses Bild (von dem ich leider nicht weiß, von wem es ist, vielleicht erinnert sich wer von Euch?) steht stellvertretend für die vielen spannenden und lustigen Turniere, die ich schon erleben durfte.

Ganz besonders spannend bleiben mir die Kreuth-Turniere in Erinnerung. Das war für uns immer ein richtig großes Event. Da war richtig was geboten, ich war noch Turnier-Anfänger und das hatte was von großem Abenteuer.

Es war spannend in dieser riesigen Arena zu reiten! Es gibt viele lustige Geschichten, die ich dort erlebt habe. Viele tolle Pferde habe ich hier laufen sehen. Damals bin ich immer gerne in der Performance gestartet (nicht weil ich geglaubt habe, dass Jacinto so toll ist, sondern eher weil da die ganzen „Profis“ mit ihren tollen Ponys gestartet sind und ich da einfach die Prüfung „live“ miterleben wollte).

Das Bild ist in Kreuth 2006 entstanden und war damals sogar in der „Paso Fino Horse World“ – der Fino-Zeitschrift in den USA mit einem Artikel über die damalige EM in Kreuth veröffentlicht. Das war auch das Jahr, in dem das Drachenpony aus USA rüber geschippert kam. Wer genau hin sieht, sieht also zwei meiner jetzigen Ponys auf diesem Foto! 🙂

Tag 10 – Mainschleifendistanz

15. November 2019:

Mainschleifendistanz 2011
Mainschleifendistanz 2011 – Foto: privat

Das war der Tag, an dem ich die Traber-Julia kennen gelernt habe. Ich hatte mich für die Mainschleifendistanz angemeldet und keinen Trosser. Trosser sind diese unersetzlichen Menschen, die die Strecke im Auto begleiten und für Ihre Pony/Mensch-Kombi Wasser und alles was sonst Nützlich ist dabei haben und die einem auf der Strecke auch psychologische Betreuung geben – ein guter Trosser ist unersetzlich!

Und so trafen wir uns vor meinem Start das erste Mal. Julia war mir sofort sympatisch! Sie hat mich also begleitet und wir hatten eine gute Zeit und seit dem Tag bin ich dankbar, dass es die Traber-Julia gibt! Wir haben bisher ziemlich lustige Dinge erlebt, einige Distanzen (Wir sind sogar einmal zusammen gestartet. Der Traber war dann aber sofort weg, als er Distanz-Luft geschnuppert hatte :-)), einige Turniere, ein paar Ritte zusammen – und heute steht sie und der Traber sogar am selben Stall, was ein echter Gewinn ist. Mit Julia ist alles Lustiger!

Das Bild entstand vor einem Trosspunkt. Julias Satz zu den anderen wartenden Trossern dort, bevor ich sichtbar ums Eck kam, aber schon weit mit den Eisen hörbar war: „Das ist Meiner, den erkenn ich schon am Schritt! (…. der läuft so komisch!)“ – was gestimmt hat und die anderen sehr beeindruckt hat 🙂

Julia steht stellvertretend für alle tollen Menschen, die ich schon durch und mit den Ponys kennen gelernt habe. Und für die Hilfsbereitschaft, die die Pferdeleute untereinander haben. Frage, und Dir wird geholfen – kein Ding! Und das finde ich toll!

#gangpferderules #hatauchvorteilewennmankomischläuft

Tag 9 – Geländereiten

14. November 2019:

Jacinto 2010
Jacinto 2010, Foto: Privat

Das Foto ist von 2010 – ich mag es total! Es steht für die gute Zeit die ich mit den Ponys draußen im Gelände verbringen darf. Wenn ich mit Jacinto Ausreiten gehe ist das Urlaub pur – Draufsetzen und Ankommen sozusagen. Ich liebe es, wenn Jacinto im Gelände in seinen bequemen Galopp fällt und am langen Zügel prustend Strecke macht!

Ich weiß nicht, ob es Euch auch so geht, aber die Devise ist: Losreiten und Wohlfühlen! Am Liebsten mag ich diese kleinen, verschlungenen Waldwege, wo man nicht wirklich weiß, wo sie hinführen. Ganz zum Leidwesen von Yvi, die meine manchmal eigentümliche Wegführung nicht wirklich zu schätzen weiß! Aber leider haben wir nicht so viel Wald um uns herum, der klüftelig und geheimnisvoll durch sagenumwobene Hügellandschaft wächst. Am Liebsten mit kleinen Schluchten, Steinbrüchen, Ruinen und Heidelandschaften! Deshalb reite ich auch so gerne wo anders.

Bei uns am Hof kann man in alle Himmelsrichtungen reiten gehen, und hat auch schönes Ausreitgelände, was ziemlich praktisch ist. Sogar für Barhufe sind die Wege geeignet.

Ihr entschuldigt mich, ich muss jetzt Ausreiten gehen! 🙂


… neee stimmt nicht, leider muss ich Arbeiten gehen, aber das ist ja auch fast wie Ausreiten! 🙂

Tag 8 – Diego del Cavador

 13. November 2019:

Die Alte und die Fotoschnickse

Mein drittes selbst gezogenes Fohlen war ein Wunschkind für Yvi – schon die Entstehung war ein lustiger Prozess. Wir haben uns Hengste angesehen, waren mehrfach mit Frau Sumpf auf Sexurlaub – also Frau Sumpf hatte Sexurlaub, wir haben sie nur zu den unmöglichsten Zeiten durch die Gegend gekarrt und ihr ein paar schöne Wochen Urlaub verschafft. Darunter war auch eine mehrwöchigen Mutter-Kind-Kur mit Ihrer Tochter Dea zusammen in Flieden – natürlich mit persönlicher Betreuung …. Wir haben sie umsorgt und beobachtet.

Und dann hat Frau Sumpf dieses mal ganz alleine ein kleines Hengstfohlen bekommen. Diesmal haben wir sie übrigens gegen Ende in die Box gesperrt. Frau Sumpf war so hengstig in ihrer Schwangerschaft – kompletter Hormonüberschuss! Sie residierte in einer großzügigen Boxe mit angehängtem Paddock mit direktem Huldigungskontakt zu den anderen Stuten und durfte in den letzten Wochen immer nur noch unter Aufsicht zurück in ihre Herde. Und sie hat es genossen!

Dieses Mal hat sie mich komplett in die Irre geführt. Nächtliche Kontrollbesuche und ein laufender Kurs mit Stephan Vierhaus bei uns am Hof haben mich mürbe und müde werden lassen. Normal habe ich immer relativ früh am Morgen zuerst nach Frau Sumpf gesehen. Also nach so einer kurzen Nacht, weil ich ja relativ spät auch immer noch mal nach Frau Sumpf gesehen habe. An dem Tag habe ich einfach noch ein bisschen schlafen wollen, weil ich so kaputt war. Fehler. Bis mich Yvi dann angerufen hat und komplett aufgelöst meinte: „Da steht ein Fohlen in der Box!!!! Was soll ich machen!?!“ – Super Frau Sumpf … sie hat wirklich alles im Griff.

Übrigens war zu dem Zeitpunkt auch Thora da – die Besitzerin von Diosas zweitem Kind. Die komplette „Familie“ war also anwesend. Und Frau Sumpf war so verliebt in ihren ersten Sohn! Dem hat sie einiges mehr durchgehen lassen, als ihren beiden Töchtern zuvor! Er ist aber auch ein süßer Pups!

Tag 7 – Hannover 2011

12. November 2019:

Hannover 2011 – Foto: Marina Wroblowski

Ein Foto von Marina Wroblowski aus 2011 – die Paso Finos in der großen Show-Arena auf der Messe Pferd & Jagd in Hannover. Ich bin sehr dankbar, dass Familie Sperber mich und mein Pony damals im großen Trailer mitgeschleift haben.

Es ist tolles Erlebnis mit seinem eigenen Pony in dieser großen Show-Arena zu reiten – Gänsehaut pur! Ich mag dieses Messe sowieso – sie ist kurz vor Weihnachten, es gibt immer irgend ein Chaos mit dem Wetter, die Menschen und das Messe-Team dort sind super. Die Dinge, die wir dort im Hotel und auf dem Messegelände schon erlebt haben sind einfach gute Geschichten.

Man muss bildlich gesprochen einfach „nur“ sein Pony in den Hänger packen, losfahren und darauf warten, dass Dinge passieren – es ist ganz einfach eine gute Zeit zu haben! Man muss sich nur trauen, dann passieren die guten Geschichten von ganz alleine! 🙂

Und nicht zu vergessen: So ein Abenteuer schweißt alle zusammen. Man lacht übrigens schon seit Jahren über meinen kleinen Trinkunfall mit dem Latte Macciato am Frühstückstisch im Hotel in Hannover ….

Übrigens:

Wir sind dieses Jahr auch wieder mit dabei in Hannover und vertreten dort zusammen mit netten Menschen den PFAE – besucht uns doch am Stand der IGV (Internationalen Gangpferdevereinigung)!

Halle 16 – Stand D 16 (direkt gegenüber vom Campus/Blogger-Lounge). In der Nähe gibt es Food-Trucks, First Love Coffee, die Manege Baroque, Working Equitation, und Annica Hansen … das bunte Treiben kann man direkt vom Stand der IGV beobachten und dabei noch Gleichgesinnte treffen!)

Oder täglich im Aktionsring: 13.00 – 13.30 Uhr

oder täglich in der großen Show-Arena

Wir werden wieder Diosa mitbringen – und ihre Tochter Dea del Cavador wird auch wieder dabei sein! Wir freuen uns schon, die beiden wieder zusammen zu sehen! … dass man für diese Familientreffen aber auch immer so weit fahren muss!

Tag 6 – Diosa mit Stehmähne?

Münster 2007, Foto: U. Neddens
Münster 2007, Foto: U. Neddens

 11. November 2019:

Ich finde das sieht so schön aus mit der Stehmähne! Das war in Altenberge 2007 auf der IDMG, wahrscheinlich während der Country Pleasure. Ich mag das Bild, weil es so locker aussieht. Es wirkt, als ob ich einfach so durch die Gegend tölten würde. Mir gefällt es, wenn man den Reitern ansieht, dass sie das was sie tun gerade genießen. Und ich wirke sehr zufrieden.

Das war eines der ersten Turniere, für die ich so weit gefahren bin. Das Foto steht aber auch exemplarisch für die vielen tollen Erlebnisse, die ich allein der Tatsache verdanke, dass ich mir einen Paso Fino gekauft habe. Wenn man sich nämlich auf das Abenteuer Gangpferd einlässt und auf die Menschen, dann erlebt man ganz viele tolle Dinge.

Ich hätte mir zum Beispiel niemals erträumt, so vielen tolle Anlagen zu besuchen und dort Turniere zu reiten, ich hätte niemals gedacht auf Messen die Paso Finos zu vertreten, ich hätte niemals gedacht in einer Abendshow der Equitana Open Air mitzumachen, ich hätte niemals gedacht so viele faszinierende Menschen zu treffen, niemals mein eigenes Fohlen groß zu ziehen. Ich war in meiner Jugend ein sehr schüchternes junges Mädchen – diese Pferdeerlebnisse und Erlebnisse haben mich über die Jahre ziemlich selbstbewußt gemacht. Und dafür bin ich dankbar. 

Tag 5 – Diosa und Dimera?

Diosa und Dimera mit Frauchen – Foto: privat

8. November 2019:

Dieses Foto ist im April 2011 entstanden. Diosa und ihre Tochter Dimera. Ich bin sehr glücklich, dass ich erleben darf, wie meine Pferde zusammen in der Herde aufwachsen und leben können. Damals waren noch alle zusammen in einer gemischten Herde.

Zusehen wie die Ponys sich untereinander verhalten, ist für mich sehr entspannend – ich möchte dass sie die meiste Zeit ihres Tages frei entscheiden können was sie gerade tun wollen: Fressen, Schlafen, Spielen, Herumlaufen, in der Sonne stehen, im Regen stehen, die Nasen zusammenstecken.

Wenn ich heute sehe, wie schön Jacinto mit den Youngstern in seiner jetzigen Herde noch spielt geht mir das Herz auf. Ich möchte ja auch selber entscheiden, was ich tun möchte – von daher gestehe ich das den Ponys auch zu. Sie sind einfach zufriedener, wenn sie dann mal Dinge tun müssen (z.B. Reiten :-)), die sie nicht so toll finden. Ich hoffe sie so lange wie möglich in einer Herde 24/7 im Offenstall/Paddock-Trail halten zu können. Vielleicht geht das irgendwann altersbedingt nicht mehr so optimal. Wer weiß das schon.

Wobei die Stallwahl natürlich jedem selber überlassen bleibt – aber ich würde eher auf Luxus wie Reithalle oder Roundpen verzichten, wenn ich den Ponys dafür ein möglichst freies Leben in einer Herde ermöglichen kann. Sie sind so viel zufriedener und ausgeglichener – eben wie bei uns Menschen auch 🙂

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