Del Cavador

Wippen mit Frau Sumpf?

17. Juli 2017:

Unser Dieter hat ja eine ganz tolle Wippe für die Ponys gebastelt. Sie ist ziemlich schwer, wippt ziemlich hoch und kann auf Rollen auch von schwachen Frauen transportiert werden (wenn sie zu zweit sind). Wir haben sie am Reitplatz „aufgebaut“ und sind seit ungefähr zwei Wochen fleißig am „Wippen“ üben.

Die Ponys haben ganz unterschiedlich darauf reagiert. Diosa die coole Socke ist sofort drüber geschlappt. Einzig die Höhe und die Reifen waren dem Pony etwas suspekt. Aber wenn man diese Wippe kann, kann man glaube ich alle Wippen! Und ein kleines Manko hat unsere Wippe auch, sie ist leicht unwuchtig und kippt sofort zurück auf eine Seite. Aber wie gesagt, kann man diese Wippe, kann man alle Wippen! 🙂

Zuerst zeige ich mal was wir gestern mit Frau Sumpf auf der Wippe veranstaltet haben!

 

„Es war einmal….“?

15. Juli 2017:

 

Nachdem wir schon letztes Wochenende unterwegs waren, dachten wir uns: Hey, da geht doch dieses Wochenende auch gleich noch einer! Ein bisschen Abwechslung braucht der Mensch ja. Deshalb sind Diosa, Yvi, Jacinto und ich heute nach Langenzenn gefahren zum ersten Orientierungsritt des PSV Langenzenn-Wittinghof. Unsere Startzeit war richtig spät am Nachmittag, was total ungewöhnlich für einen Orientierungsritt ist. Ich hatte sogar noch Zeit Vormittags mit dem Drachenpony eine Runde im Gelände zu drehen.

Nach unserer Ankunft haben wir erst mal die Lage gecheckt und geguckt, wo es die wichtigen Dinge gibt: also Klo und Kaffee. Gestärkt und erleichtert konnten wir die Ponys in aller Ruhe fertig machen und Fliegensicher verpacken. Nachdem wir letztes Wochenende so geplagt wurden haben wir das volle Programm aufgefahren: Fliegenspray, Fliegendecke und Ohrenhäubchen. Obwohl es heute, dank annehmbaren Langärmel-Temperaturen gar nicht nötig gewesen wäre. Aber man weiß nie. Und schon sind wir auf die schöne Strecke durch den tollen Sandbodenwald bei Nürnberg gestartet. Übrigens war das Thema des Rittes „Es war einmal …. „ – mit dem Thema Märchen hat man mich immer sofort. Märchenritte sind immer toll! Erwünscht war zwar Verkleidung, aber wir waren da irgendwie uninspiriert. Es waren aber ganz tolle Verkleidungen am Start – total super!

Am Anfang bekamen wir Instruktionen und ein rohes Ei in die Hand gedrückt. Das sollten wir am Ende des Rittes wieder heil abgeben. Gut, dass ich noch meinen Kaffeebecher in der Hand hatte. Das Ei wurde also in eine leere Taschentuchpackung gesteckt, mit Taschentuch umwickelt und in dem Becher deponiert. Perfekt. Wir haben es heil wieder nach Hause gebracht. Insgesamt gingen nur zwei Eier ganz kaputt und eines hatte einen Sprung. Die Wertung dieses Rittes war Paarweise und insgesamt gingen (soweit ich richtig mitbekommen habe) 23 Paare an den Start.

Die zehn Kilometer lange Strecke führte gut markiert durch den Wald, unterbrochen von mehreren Stopps. Gleich am Anfang durften wir in unserer Paradedisziplin „Klopapier“-Reiten glänzen. Slalom im Paarreiten durch die Pylonen mit ungefähr sechs Blatt Klopapier dazwischen. Luxus pur – sind wir doch höchstens drei Blatt gewöhnt. Das mit den Pylonen könnten wir allerdings auch in unsere Paarreiten-Aussortierung mit einbauen!

Fliegenvermummt unterwegs bei den sieben Geißlein – Foto: privat

Kaum hatten wir uns an den schönen Wald gewöhnt kam schon der zweite Stopp: Dosenwerfen. Diesmal auf Zeit und die Zeit läuft unbarmherzig bis alle Dosen vom Tisch geschossen sind. Das durfte Yvi erledigen, die ja schon letztes Wochenende nahezu fast getroffen hatte. Und sie hat sogar alle Dosen vom Tisch gefegt … also gemächlich, aber immerhin! Weiter ging es durch den schönen Wald. Hier haben wir die dritte Station, eine unbemannte Rätselstation übersehen. Auch auf dem Rückweg sind wir hier nicht mehr fündig geworden. Aber egal.

Die nächste Station war dann „Tischlein Deck Dich“ in ganz gemein. Zwischen zwei Bäumen waren Seile gespannt mit Apfelstückchen dran, die man ebenfalls auf Zeit mit dem Mund ohne Hinzulangen fangen musste. So was mag ich ja gar nicht, weil ich essenstechnisch voll Etepetete bin, aber das ist gar nicht so einfach! Schlüpfrige kleine Scheißerchen, um es mal mit einem einem Filmzitat zu sagen! Die Ponys haben sich jedenfalls über die Äpfel gefreut.

Und weiter ging es durch den Wald. Die nächste Station waren der „Wolf und die sieben Geißlein“ – sieben Steine vom Pony aus in einen Eimer werfen, natürlich auf Zeit! Hier durfte ich mal wieder meine spärlich vorhandenen Wurfkünste einsetzen.

Als nächstes kam eine Stopp, bei dem man eine vorgegebene Strecke so langsam wie möglich Galoppieren sollte. Das durften Yvi und Diosa machen, wobei die ganz schön flott unterwegs waren. Dann blieb ein schönes Stück reiten durch den Wald zurück zum Hof übrig. Hier haben wir uns noch mit dem mitbekommenen Fragebogen beschäftigt. Hier gab es ein paar Reiter- und viele Märchenfragen zu beantworten. Und eine Frage zum Schuh des Manitu! Zu dem Film können Yvi und ich ja alle Fragen beantworten, weil wir das Hörspiel im Auto oft bei langen Strecken exzessiv hören.

putzige Details – Foto: privat

Am Springplatz gab es dann noch eine Fino-Spezial-Disziplin: Wasserkrug im Trab/Tölt um eine vorgegebene Strecke transportieren und möglichst wenig verschütten. Yvi und Diosa haben das perfekt demonstriert. Dafür musste ich mir dann die Augen verbinden lassen und mich durch eine Stangengasse mit mehreren Ecken „führen“ lassen. Also Yvi auf Diosa geritten, die mich „nebenbei“ durch die Gasse manövriert. Das fand ich ziemlich spannend und das hat auch ziemlich gut geklappt. Sofern man mir nicht Begriffe wie „links“ und „rechts“ zuruft funktioniert das auch ganz gut.

Regenbogenkuchen ❤ – Foto: privat

Nachdem wir die Ponys versorgt hatten durften/mussten 🙂 wir noch zum Abschluss auf dem Fischteich im Schlauchboot paddeln. Natürlich wieder auf Zeit. Das gibt glaube ich Muskelkater in den Oberarmen! Die Ponys konnten in einem Paddock ausruhen und wir haben uns an der Salatbar vergnügt und ein bisschen Kuchen gegessen. Leider hat es bis zur Siegerehrung ziemlich lange gedauert und wir hatten dann irgendwie ein kleines Durchhänge-Müde-Kaputt-Tief. Wahrscheinlich zu wenig Koffein im Blutkreislauf. Aber insgesamt war es ein sehr gelungener erster Orientierungsritt. Wir hatten Spaß, die Strecke hätte gerne noch länger durch den schönen Wald führen können und das Orga-Team und alle Helfer waren nett und gut gelaunt. Was will man mehr?

Übrigens sind wir auf Platz 16 gelandet – aber halt auch ohne Verkleidung und mit einer fehlenden Station. Aber es kommt ja nicht darauf an zu gewinnen, sondern Spaß zu haben – und den hatten wir auf jeden Fall! Und ich mag die Gegend um Nürnberg mit diesem tollen Wald und den schönen Wegen, schon alleine deshalb lohnt es sich den Hänger zu packen.

Shoppen in Grauen Wänden?

Juli 2017:

Es ist mal wieder Zeit für ein kleines Stall-Update – bzw. eher Shop-Update! Das mit dem Shop wird jetzt nämlich so langsam ernst. Wir erinnern uns: Im Winter haben die Bauarbeiter das Fundament und die Bodenheizung gelegt. Dann kam lange nichts als Regen, Sonne und Wind und im Juni hat sich dann wieder einiges getan. Somit fängt auch das letzte „Wiederaufbau“-Gebäude an langsam in Form zu kommen – der Paso-Shop!

Wir freuen uns! Ich hoffe ja auf einen kuschelig warmen Fußboden im Winter, dass ich zwischen zwei Ponys bei einem koffeinhaltigem Heißgetränk meine Latschen aufwärmen kann 🙂 … oder wahlweise im Sommer gut gekühltes Schöfferhofer Grapefruit süffeln kann (… kleiner Insider …)!

Shop von Innen – ohne Dach – Foto: privat

Es ist immer lustig zu beobachten, dass die Gebäude immer zuletzt erst das Dach aufgesetzt bekommen. Jedenfalls hatten es die Jungs nicht leicht in der ersten Hitzewelle auf der Baustelle. Respekt dafür.

 

Shop in Grau von außen. Das ist übrigens der Blick vom „unteren „Stall aus – Foto: privat

Auf jeden Fall wird es ein funktional-schönes Gebäude. Ich bin schon gespannt auf den Innenausbau 🙂

 

nochmal der selbe Blick, diesmal mit Dach 🙂 – inzwischen sind auch schon Fenster drin – Foto: privat

Blick hier wäre (v.l.n.r.): „Aufenthaltsraumtür“, 2 Toiletten-Türen, Lager- und Shop-Tür. Der Shop bekommt nämlich jetzt ein Lager und ein Büro. Mit ganz viel Licht. Und wie gehabt mit Blick auf die Männer-WG.

Von Drinnen, Shop-Raum, Blick auf Lager (noch Wandlos) und zukünftiges Büro (mit Fenster) – Foto: privat

Sieht doch schon mal fast gemütlich aus oder? Auf jeden Fall wollte ich Euch den Roh-Zustand schon mal zeigen. Schließlich kann das ja bei uns immer mal zwischendurch ganz schnell gehen!

 

„Innenausbau“ von der anderen Seite aus. – Foto: privat

Also drückt uns die Daumen, dass auch dieser Abschnitt bald reibungslos fertig wird! Ich bin mir sicher, es gibt eine Einweihungsfeier für alle, die live mit dabei sein möchten  … und ich hoffe noch in diesem Jahr! 🙂

 

 

Orientierungsritt in Eisingen?

09. Juli 2017:

Heute waren wir wieder einmal Orientierungsritt-Technisch unterwegs. Diesmal sogar mit Jungspund-Beistand. Universo del Gavilan durfte mit Nadine heute seinen allerersten Orientierungsritt bestreiten. Und der Bubi hat das richtig gut gemacht. Gut, wenn er gekonnt hätte, hätte er sich ein paar mal ordentlich in die Hose gemacht, aber er hat alle Aufgaben trotzdem sehr fleißig und zuverlässig gemeistert. Eine gute Grundausbildung und behutsames und ruhiges Heranführen an verschiedene Aufgaben machen sich einfach immer bezahlt. Und die beiden alten Hasen Diosa mit Yvi und Jacinto mit mir sind ja auch gute Vorbilder. Meistens zumindest. Wir hatten eine frühe Startzeit, so konnten wir noch vor der großen Hitze den Großteil der Geländestrecke absolvieren. Es ging wieder sehr gut markiert zirka 15 km rund um Eisingen. Eine schöne, abwechslungsreiche Strecke mit Wald und Feldern. Und zwischendurch immer ein bisschen Wind und Schatten – also optimal.

Universo beim Schießen – Foto: privat

Zwischendurch gab es auch ein paar Stopps mit kleinen Aufgaben. Der Erste war natürlich der Klassiker schlechthin: Dosenwerfen vom Pferd aus. Eine Aufgabe, bei der ich grundsätzlich daneben schieße. Yvi übrigens auch. Nadine trifft immer ganz gut, die kann auch gut mit Pfeil und Bogen schießen. Oder mit Messern. Oder mit beidem gleichzeitig 🙂

Ohrenhäubchen für Alle! – Foto: privat

Dann ging es noch etwas auf und ab durch die schöne Landschaft bis zum alten Springplatz. Hier gab es Getränke und einen Snack für die Reiter und Aufgaben für die Ponys. Als erstes durften wir mit einem Cacher acht Badeentchen, einen Fisch und einen Frosch aus einem „Teich“ retten. Gut, dass wir neulich erst mit Besenstil in der Hand auf dem Reitplatz geübt haben. Hier haben alle Ponys gut mitgemacht. Jacinto immer in Bewegung, Diosa stoisch stehend und Universo hatte mehr Angst vor dem Stecken als vor den Enten. Also alles im grünen Bereich. Anschließend durften wir einen kleinen Natursprung versuchen und mussten durch drei Pylonen-Tore einen großen Zirkel galoppieren. Alles machbar. Dabei hat Universo sogar die ersten Galoppsprünge entdeckt. Das hatte er bisher nämlich noch nicht im Repertoire.

Sonnenbrillen-Wasserkrug-Trabstangen Foto: Privat

Weiter ging es über die nächste Anhöhe und dann erst mal über zwar löchrige, aber schöne Feldwege. Am Waldrand entlang konnten wir ein schönes langes Stück schön Tölten und sozusagen Kilometer fressen.
Kurz vor Ende gab es dann noch einen Stopp mit verschiedenen Fragen, die aber auch nicht allzu schwer waren. Zum Beispiel: „Nenne drei Teile einer Trense“, „Nenne drei Teile eines Sattels“ und „Nenne drei Giftpflanzen“. An der Reithalle der Pferdefreunde Eisingen zurück war dann noch ein Trail aufgebaut. Hier hatten wir zwar etwas Stau bis wir dran waren, aber auch eine schöne schattige Bank zum Ausruhen.
Der Trail war dann auch gar nicht so schlimm. Als erstes bekamen wir einen Krug Wasser in die Hand gedrückt und sollten damit Stangen übertraben. Äh … ja … das Schwierigste daran ist übrigens bei Fino-Reitern (die die Champagner-Tölt-Klassen immer mitmachen, um Gratis Sekt abzugreifen…) eigentlich, dass man nicht versucht den Krug mit dem Regenwasser leer zu trinken, so wie man das in der Prüfung gewohnheitsmäßig mit dem Sektglas macht.

Bank kehren – Foto: Privat

Dann haben wir uns mit der Luftballon-Gasse durchgemogelt, und sind einfach hintereinander durch die Gasse. Die war übrigens am gruseligsten, weil da so blaue Gymnastikmatten am Boden lagen. Flattertor = Schnarch, kein Problem. Witzige Idee war die Bierbank, die man mit einem Besen abkehren sollte. Das war mal was komplett Neues. Und der Klassiker schlechthin: Tisch decken! Diesmal in der Version von einem Tisch auf den nächsten Decken, aber mit Wasser in der Blumenvase. Hier hatte Jacinto auf jeden Fall seine guten fünf Minuten. Streber-Zwerg!
Danach haben wir die Ponys erst einmal nach Hause gebracht und uns selber auch ein bisschen abgekühlt. Es hat nämlich schon wieder ekelig-schwüle über 30°. Zur Siegerehrung sind wir dann gerade noch rechtzeitig zurück gekommen. Jacinto war dieses Mal der Streber der Gruppe mit Platz 22 und Diosa und Universo folgten ein paar Plätze danach. Insgesamt waren um die dreißig Starter dabei. Also ein kleiner, aber feiner Orientierungsritt, den wir auf jeden Fall wieder besuchen würden und der uns viel Spaß gemacht hat. Vielen Dank an die Organisatoren der Pferdefreunde Eisingen – wir sehen uns bestimmt nächstes Mal wieder!

Lechleite 2017 – Ich war dabei?

Mein Leihpony Anastasia am Board – Besitzer: Britta Mülle – Foto: Yvi Tschischka ❤

23. bis 25.06.2017

 

Donnerstag: 
Hitzewelle in Deutschland – was machen Yvi und Christine? Genau, Hänger packen und mit den Ponys ab auf die Autobahn. Bei 35° im Schatten. Bekloppt. Wir waren aber präpariert. Der Hänger war auf Durchzug gestellt, Reservewasser im Auto und der feste Wille nicht im Stau stehen zu bleiben, weil dann wäre es tödlich geworden. Während der Fahrt ist es erstaunlich angenehm da hinten. Es war doch eine gute Idee damals für die Ponys einen hellen Großpferdeanhänger zu kaufen, da zirkuliert mehr Luft. Die Ponys jedenfalls haben die Fahrt super überstanden und haben kaum geschwitzt. Aber vor allem Jacinto musste erst einmal ausgiebig wälzen und im hauseigenen Bach plantschen gehen.

Ziel war Islandpferde Lechleite in Friedberg bei Augsburg. Den Hof von Familie Frisch kennen wir ja schon, hier fanden schon einige feine Turniere statt. Dieses Jahr wieder unter dem Motto „Isi&Fino“ zusammen mit den Isländern, wie ich finde passt das sehr gut zusammen. Unser Starterfeld war mit knapp 20 Pferden ziemlich erlesen, aber auch wenig Pferde und dafür umso motiviertere Menschen können viel Spaß haben. Im Vergleich: bei den Isis waren es um die 80 Starter.

Wir sind bereits so früh angereist, um den Ponys noch ein bisschen Ruhe zu gönnen und den Freitag nicht ganz so stressig zu gestalten. Das Abenteuer des Tages fand dann im Finden unseres Hotels statt. Wir hatten diesmal ein Hotel direkt in Friedberg gebucht, eine umgebaute Villa im Industriegebiet – und es erst mal nicht gefunden … es liegt nämlich ganz unscheinbar am Ende einer Einbahnstraße umgeben von Industrie und dort vermutet man dieses Juwel eigentlich nicht. Mit dem Hotel waren wir diesmal sehr zufrieden.

Abends haben wir auch erstmalig einen Blick in die Stadt Friedberg geworfen und es ist wirklich idyllisch da – und eigentlich auch ziemlich groß. Wir haben zufällig einen Italiener gefunden, der uns noch warmes Essen gezaubert hat und dort haben sich dann nach und nach eine gute Runde Fino-Leute versammelt. Nicholas Burgos (unser Richter vom letzen Jahr hatte spontan beschlossen einfach just for Fun in Deutschland vorbei zu sehen und hier Spaß zu haben). Ein amerikanisches Ehepaar (Kunden unserer Richterin Sharon) aus den Staaten sind auch „einfach so“ vorbei gekommen, um die Show zu sehen. Was ich einfach erstaunlich und super finde! Auch die liebe Yvonne Bowen hat es sich nicht nehmen lassen, den Weg aus England hier her zu finden. Man könnte also durchaus sagen: Wir hatten internationales Publikum 🙂 Schön war auch, dass die Schweizer mit dabei waren: Claudia Greb kam mit zwei Pferden und Christian und Heidi leider ohne Pferde, aber dafür mit Wohnmobil und guter Laune.

Jacinto in Action – Foto: Yvi Tschischka

Freitag:
Das Turnier startete am Freitag Nachmittag mit der Einsteigerprüfung und der Pleasure Schooling, gefolgt von der Ausdauertölt. Dauerbrenner hier Helmut und Amapola, die mal wieder die Pole Position erritten haben. Jacinto und ich sind diese Prüfung auch gestartet. Und ich muss sagen, ich war sehr zufrieden mit Jacinto. Er hat sich gut geschlagen, hatte ein konstantes Tempo (nämlich immer hinter Encantador :-)) und auch eine konstante Gangart. Zwar kein super-duper-Tölt, sondern eher passig verschoben, aber konstant, das ist deutlich mehr, als letztes Jahr drin war. Von daher war ich durchaus zufrieden mit der Leistung. Ich möchte irgendwann für ihn ein Tempo finden, was schöner Tölt ist, aber trotzdem locker geritten ist. Ich möchte ein entspannt töltendes Pferd haben, damit ich auch in den anderen Gangarten Entspannung habe. Was ziemlich schwierig ist. Aber zumindest habe ich die meiste Zeit schon mal ein Pony, was entspannt ist. Und zwar in allen Lebenslagen. Richter-Technisch tut sich auch einiges bei uns: Claudia Metting war als Richter-Azubi die ganzen Tage mit Sharon Londono fleißig am Üben. Sharon hat gewohnt souverän gerichtet und auch zu jeder Prüfung ein Statement abgegeben. Außerdem hatte sie auch richtig viel Spaß mal wieder in Deutschland zu sein.

Am Abend war dann gemütliches Zusammensitzen an der Lechleite angesagt mit Sekt und einem ziemlich gutem Catering, die uns freundlich und lecker durch die Turniertage gebracht haben. Und das Brot mit diesem Radieschen-Aufstrich war mega-lecker. Bestimmt ein Thermomix-Rezept 🙂 Und ich habe gelernt, dass Croissants in Friedberg „Bamberger“ heißen. HmHm.

Am Abend durfte ich dann noch „Freisting“ und Anna-Lena kennen lernen. „Freisting“ ist das Reitbeteiligungspferd von der lieben Ann-Christin von Ponyliebe. Freisting und Anna-Lena hatten ein Shooting bei Yvi und nachdem die fiesen kleinen Mücken so dermaßen bissig waren, war das kein Spaß als Helfer im Gras zu hocken. Aber Freisting machte das so perfekt: Kamera an – Ohren vor, dass wir das Shooting in Rekordzeit im Kasten hatten. Auf der Bahn haben wir dann auch noch ganz tolle Bilder mit untergehender lila Sonne gemacht. Also Yvi, ich saß nur daneben und habe gutes lokales Bier gezischt. 🙂

Islandpferde Lechleite – Auf die Details kommt es an! 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Samstag:
Samstag war dann mein Hardcore-Prüfungstag. Yvi und Diosa starteten mit der Dreigang (die ich leider nicht gesehen habe, weil ich mit Jacinto abreiten war). Meike hat aber netter Weise für mich ein bisschen mitgefilmt und es sah richtig gut aus. Wir brauchen unbedingt Fliegenhauben für die Ponys. An der Lechleite wohnen ganz fiese kleine Mücken – scherzhaft Griebelmücken genannt – aber wahnsinnig nervig …. die gibt es bei uns nicht. Man findet doch immer noch neue Optimierungsmöglichkeiten für seine Turnierkiste. Da nutzten auch drei verschiedene Sorten Fliegenspray nicht mehr. Wir hatten nämlich praktischer Weise ein Fliegenspray gewonnen. Hat aber ehrlich gesagt auch nicht viel geholfen. Eigentlich hilft wirklich fast nichts, außer vielleicht hinter Tine und ihrer Knoblauch-Fliegenspray-Fahne her reiten. Das betäubt zumindest ein bisschen. Und zwar alles.

Springfino … der Hut ging dann doch verloren 🙂  – Foto: Yvi Tschischka

In meiner ersten Prüfung, der Country Pleasure L2 dachte ich mir, ich muss die Prüfung gleich wieder verlassen, weil Jacinto gar so hoppelig unterwegs war. Aber nach dem Handwechsel lief er sich einigermaßen ein und ich dachte mir, bleibste halt als Kanonenfutter für Tine und Yvi mit drin. Die Dressur B war dann dafür relativ gut – wir wurden sogar wieder erwarten mal nicht letzter, sondern zweiter! Dann durfte ich mit Anastasia die Pleasure starten. Vielen Lieben Dank noch mal Britta, dass Du mir die Gelegenheit gegeben hast, ein absolut geniales und arschgeil töltendes Pony unter dem Popo zu erleben. Die Energie dieses Pferdes ist absolut mega. Mit Anastasia hatte ich in der Pleasure das Board meines Lebens. Die Platzierung war mir dann schon komplett egal – der Reiz besteht darin ein fremdes Pferd so in einer Prüfung so vorzustellen, als ob man es ständig reitet. Also auf feine Übergänge achten und so weiter. Jedes Pferd tickt anders und ich genieße es fremde, toll gerittene Pferde auszuprobieren. Und in der Pleasure waren dann auch tatsächlich Knock-out-Workouts gefragt. Und das macht mit einem tollen Pferd auch wirklich Spaß.

Am Nachmittag hatten Tine und ich noch die Versatility. In dieser Prüfung werden Galopp, Zirkel im Galopp und ein Gehorsamssprung abgefragt. Diese Prüfung lief Gangtechnisch eigentlich richtig gut. Und der Sprung ist sowieso immer wieder Spaß. Jacinto zieht auf das Ding zu, als ob es ein 1,80 m Oxer wäre. Aber er übertreibt gerne ein bisschen. Jacinto war insgesamt entspannt und ich war erstaunt, dass er mit zunehmender Turnierdauer immer Besser wurde. Was ich als gutes Zeichen werte. Früher war er am ersten Tag gut und wurde dann konstant immer schlechter. Jetzt ist es umgedreht. Auch hat er dieses Mal nur sehr wenig abgenommen. Anscheinend haben wir es geschafft ihn möglichst wenig zu stressen. Läuft bei uns.

Yvi und Diosa in der Western Pleasure – Foto: „geklaut“ von Rico Abendroth (Dankeschön!)

Yvi und ich haben dann noch am Trailplatz den ersten beiden Fino-Reiterinnen im Isländer-Starterfeld zugesehen. Der Trail war nämlich auf zwei Tage verteilt, weil es eine gemeinsame Prüfung für Isis und Finos war. Dort hatten wir ziemlich viel Spaß, bis wir den Trail auswendig konnten. Als Fan-Kurve hatten wir dann zusammen mit Nico Alex in der „3 aus 5“-Prüfung angefeuert, die als einziger Fino hier mitgemischt hat. Ihr „Leihpony“ Aprendiz ist aber auch ein schnuckeliger Kerl. Und so Gewinnfreudig 🙂 Aperendiz hat bis auf die „3 aus 5“ alles gewonnen was er gestartet ist. Und der Speedpass der Isländer ist auch immer ziemlich spannend zu sehen. Diesmal auch als Wett-Variante. Die Wette hat übrigens unser USA-Besucher gewonnen 🙂 Yvi und ich wurden während dessen von Laura angequatscht, die schon immer mal Fino ausprobieren wollte. Sie ist die Besitzerin des ganz tollen Island-Schimmels „Ólafur“, der mir in der Fünfgang aufgefallen ist, als ich mit Tine zum Abkühlen meines geschwollenen Fußes im Bach stand. Wir vereinbarten für den nächsten Tag einmal Isländer Reiten gegen Fino Reiten. Das Angebot mit dem Pass auf einem weißen Isländer war nicht zu toppen! 🙂

Am Abend waren auch noch ein paar Prüfungen. Die „Switch it“ – in der Pferde getauscht wurden und wo leider nur ein Fino mitgemacht hatte (das aber mit „Heimvorteil“ …. weil Tine zu Hause nämlich auch noch einen Isländer hat :-)). Die Classic Fino mit schön anzusehenden Pferden und einer Jojo, die erstmalig auf Shakira saß, erstmalig in Zamarros und dann gleich ins Turniergetümmel mit erstmaliger Classic Fino geschmissen wurde. Respekt Jojo 🙂 Die Classic Fino wurde übrigens von Anastasia, dicht gefolgt von Amistad und Britta gewonnen. Stan hat sie wirklich toll vorgestellt. Yvi hatte dann noch mit Tine zusammen die Western Pleasure. Es macht immer wieder Spaß dieses Prüfung zu reiten oder sie zu sehen. Es ist die perfekte Prüfung für Frau Sumpf.

Anschließend gab es dann Showprüfungen: Viertaktprüfung, Sekt-Tölt (feucht-fröhlich wie immer), Paarreiten (unter anderem Tine und ich – Yvi und Anna-Lena) und die Kostümklasse. Die Isländer haben wirklich mal echt geniale Kostüme gezaubert – unser Foto-Pony Freisting ging als Darth Vader – dieses dunkle Graufalbpony mit schwarzem Darth Vader und pinkem Lichtschwert und pinker Beleuchtungskette um den Hals. Alter Schwede. Auch die andern Verkleidungen waren mega. Eine Giraffe, ein genialer Pfau, ein Leuchtkugel-Pony … da waren richtig genial-kreative Sachen dabei! Nicht einfach nur ein Kostüm übergeworfen!

Sonntag:
Letzter Turniertag! Leider … dieses Turnier hat nämlich richtig viel Spaß gemacht. Die Stimmung war positiv, familiär, locker, lustig. Richtig schön. Die Ponys haben sich wohl gefühlt. Jacinto hat einen neuen besten Freund namens „Tabu“ – die waren sehr unzertrennlich nebeneinander in den Boxen gestanden 🙂 Die Organisation war topp. Was will man mehr? Aber erst mal durften wir noch ein bisschen reiten. Und zwar den Trail.
Um es kurz zu machen: Jacinto hat den Trail seines Lebens hingelegt. Nachdem mein allererster Turnierstart mit ihm vor 12 Jahren ein Trail war, an dem Jacinto an einer Plastikfolie am Boden komplett mit den Nerven durch war und dieser Trail damals eine Lachnummer und Nullnummer ohne Ende war, bin ich nie wieder Turniertrail gestartet. Bis gestern. Dieser Trail war wirklich der Trail seines Lebens. Er begann auch mit einer Plastikfolie am Boden …. und über die ist er drüber marschiert, als ob da nichts läge. Stangen L (wie gewohnt etwas hektisch, aber sauber glaube ich – das geht immer so schnell bei ihm), absteigen auf eine Bank, Pony drumherum lotsen, wieder aufsteigen (Brav wie ein Brauereipferd). Im Tölt durch die ganze Bahn wechseln. Mitte der kurzen Seite einhändig reiten, Slalom um die Stangen. Mitte der kurzen Seite wieder beidhändig. In der Ecke angaloppieren, bei „K“ Schritt. Topp gemacht von Herrn Zwerg! Und dann noch durch ein Schaumgummi-Tor mit Flattertor reiten (ohne zu zögern!!!!) und noch einmal eine Runde Tölt einhändig, auf die Mittellinie und Grüßen. Also ein durchaus anspruchsvoller, aber auch rittiger Trail. Jacinto hat sich eine 6,7 erritten und war damit sogar noch besser wie Diosa (6,5) – was mir ja ein bisschen Leid tut, nachdem Frau Sumpf das geborene Trail-Pferd ist, aber ich hoffe meine beiden Ponys machen sich ab jetzt ein bisschen gegenseitig Konkurrenz. Kann natürlich auch sein, dass Herr Zwerg nur ein hitzebedingtes Blackout hatte und das nächste Mal gewohnt hektisch und ängstlich vor allem stehen bleibt. Das ist immer so ein schmaler Grat. Aber gefreut hat es mich jedenfalls wie Hulle. In der Gesamtwertung mit Isländern zusammen wären wir sogar auch 2. oder 3. geworden – immerhin von ich glaube 17 oder 18 Startern. Sowas freut mich dann schon. Und über den Lechleite-Holzpferdchen-Pokal habe ich mich auch riesig gefreut.

Anschließend haben wir unsere private „Switch-it“ veranstaltet. Laura durfte erst Diosa und dann sogar Jacinto ausprobieren, was richtig gut geklappt hat. Wir durften dann ihren schicken „Oli“ ausprobieren. Was ziemlich genial war. Er ist fein geritten, macht Spaß und das mit dem Pass ist ja mal echt genial. Vielen Dank noch mal für dieses Erlebnis!
Als krönenden Turnier-Abschluss durfte ich noch einmal Anastasia in der Best of Traditional Pleasure vorstellen. Da wurden wir aber leider letzter, weil unser Schritt nicht so gepasst hat und Rückwärts am Rail war auch eher suboptimal … und es hilft auch nicht wirklich immer direkt unter den Lautsprechern anhalten zu müssen, aber mal ehrlich: Wer braucht schon Schritt, wenn er so genial Töltet? 🙂
Jedenfalls hat sich die Reise und das Durchhalten in Affenhitze und das Beißen lassen von den Fliegen auf jeden Fall gelohnt. Wir hatten vier schöne Tage mit Erholungseffekt und freuen uns schon auf das nächste Turnier!

Anastasia macht so viel Spaß! Übrigens konnte ich das Turnier Funktionsshirt von Ariat jetzt mal richtig testen – sieht gut aus und kühlt gut – gibts über Nadine im Paso Shop  – Foto: Yvi Tschischka

Noch einmal einen herzlichen Dank an Alle die geholfen haben das Turnier zu diesem schönen Ereignis zu machen – stellvertretend für den PFAE Britta und Gerd Mülle, Meike Wolf, Alex Rau und Familie, den Ringstewarts Willi Bodenhangen und Helga Bayer, Jürgen Töpper für die Sponsoring-Orga, allen Sponsoren, der Familie Frisch und dem ganzen Lechleite-Team inclusive Rudolf Heemann an der Rechenstelle. Und jedem der dabei war und ein Teil des Teams #wirliebengangferde ist! Wir sehen uns!

„Angeberstatistik“ fürs Protokoll:

Jacinto und ich:
Ausdauertölt – 4. Platz (von 4)
Country Pleasure L2 – 3. Platz (von 3)
Dressur B – 2. Platz (von 4)
Trail – 1. Platz (von 4)

Diosa und Yvi:
Country Pleasure L2 – 1. Platz (von 3)
Dreigang – 3. Platz (von 5)
Western Pleasure – 2. Platz (von 2)
Trail – 2. Platz (von 4)

Anastasia und ich:
Pleasure – 3. Platz (von 5)
BoT Pleasure – 5. Platz (von 5)

Auf die Palme?

17. Juni 2017:

Ich versuche ja eigentlich mich nicht mehr so viel Aufzuregen. In meinem Alter bekommt man gerne Blutdruck- oder Herzprobleme und es ist wirklich absolut unnötig, dass ich mit einem Notarzt und einem Rettungswagen zusammentreffen muss. Der Notarzt möchte das am Allerwenigsten. Glaubt mir. Denn das würde in etwa wie folgt ablaufen:

Ich: „Ich brauche keinen Arzt! Ich kenne Sie doch gar nicht!“
Notarzt: „XXX mein Name, darf ich jetzt Ihren Blutdruck messen?“
Ich: „Haben Sie einen Lebenslauf oder eine aussagekräftige Vita dabei? Was sind Sie überhaupt für ein Arzt?“
Notarzt seufzt: „Frau Griebel, Ihr Blutdruck. Ihre Lippen sind schon ganz blau.“
Ich schaue streng.
Der Notarzt seufzt. „Anästhesist, ich bin Anästhesist, seit 1994.“

Sanitäter mischt sich ein: „Bisschen Sauerstoff vielleicht?“
Ich: „Nur bei pathologischen O2-Werten, damit man das auch gegenüber der Krankenkasse abrechnen kann … Sie haben mir noch kein Blut abgenommen! So geht das nicht!“
Notarzt: „Frau Griebel, sie wollten zuerst meinen Lebenslauf sehen. Sie müssen sich schon entscheiden!“
Ich: „Blut gibts eh nur aus meinem linken Arm. Und nur ein Versuch beim Stechen. Sonst sind Sie raus! Sind Sie sich sicher, dass Sie sich das zutrauen?“
Notarzt: „Also sowas! Ich fahr jetzt seit 30 Jahren Notdienst, aber so was ist mir auch noch nicht unter gekommen.“
Ich rufe: „Aha! Sie sind schlecht vorbereitet!“
Notarzt schaut mich lange an und seufzt dann. Er raunt hinter vorgehaltener Hand zum Sanitäter: „Wir warten einfach bis sie keine Luft mehr bekommt und knallen ihr dann einfach was zur „Beruhigung“ rein.“ Beruhigung setzt er dabei in so in die Luft gezogene Doppelstriche nach oben.

Er lächelt mich an.
Ich: „Ich habe das gehört! Unter Sedierung wird das mit mir auch nicht besser, glauben Sie mir.“
Notarzt verdreht die Augen. Sucht seinen Lebenslauf und drückt ihn mir in die Hand.
Ich: „Da sind Rechtschreibfehler drin. So können Sie den nicht abgeben.“
Notarzt: „Ich will den auch nirgends abgeben, ich bin seit zwanzig Jahren im selben Krankenhaus beschäftigt! Was glauben Sie denn???“
Ich: „Mir wird schwindelig.“
Notarzt: „Na hoffentlich kippen Sie bald ….. äh … NICHT … um. Ich meine: NICHT umkippen.“

Er wischt sich Schweiß aus der Stirn und kruschelt in seinem Koffer herum.
Ich: „Bevor Sie ein Medikament aufziehen und mir verabreichen wollen muss ich das Haltbarkeitsdatum auf der Ampulle prüfen. Das ist Ihnen doch klar oder?“
Er schaut mich lange an.
Ich: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“
Wir starren uns erneut an.
Der Sanitäter kichert.

Ich: „Wenn ich schon abgeschossen werden soll, haben Sie dann wenigstens was hübsch Berauschendes dabei?“
Notarzt: „Frau Griebel, jetzt übertreiben Sie es aber.“
Ich: „Naja, man kann es ja mal versuchen. Und überhaupt, wollten Sie nicht die ganze Zeit schon meinen Blutdruck messen??“

Der Notarzt dreht sich um und knallt seinen Kopf gegen die Tür des Rettungswagens und gibt dabei wimmernde Geräusche von sich. Ich weiß auch nicht was er hat.

Dann überwältigt mich der Sanitäter und ich bekomme was zur „Beruhigung“ gespritzt. Natürlich ohne die Ampulle vorher kontrollieren zu können … ähm …. aber lassen wir das.

 

Bild vom ursprünglichem Stallbau – ich glaube es war Karfreitag 2011 – ungefähr 30° heiß und wir haben Platten verlegt bis wir rotgebrannt waren – Foto: privat

 

„Bitte Lächeln!“?

Orientierungsritt in Nenzenheim 2017

4. Juni 2017:

Nachdem wir irgendwie die letzten zwei Jahre gar nicht mehr bei Orientierungsritten mitgemacht hatten wurde es so langsam Zeit sich mal wieder den Spaß zu gönnen. Durch schöne „neue“ Landschaft zu reiten und dabei lustige Aufgaben zu machen bringt immer Laune. Da war es total praktisch, dass in unserer Nachbarschaft dieses Jahr der 8. Orientierungsritt der Pferdefreunde Nenzenheim stattfand.

Nachdem die letzte Woche so furchtbar-ekelig warm war kam der ersehnte Abkühlungsregen natürlich genau in der Nacht zum Sonntag. Und blieb auch fast den ganzen Sonntag Vormittag. Also reiten im Regen. Unsere Startzeit war relativ früh. Dieses Jahr führte die Strecke in zwei zehn Kilometer-Schleifen immer zum Reitplatz als Ausgangspunkt zurück. Zwischendurch gab es schöne Aufgaben zu erledigen.

Telefonzellen – es gibt sie noch! 🙂 … in echt ist sie jetzt das Wiegehäuschen  – Foto: privat

Yvi war übrigens schon nach dem ersten Kilometer komplett durchnässt. Diosa hatte sowieso keinen Bock auf Rumgeturne im Regen und Zwerg versuchte sich immer gegen den Regen zu drehen. Funktioniert halt nicht wenn der Regen überall runter kommt. Der Zwerg hasst Wasser von Oben oder von der Seite. Von unten ist es toll, aber alle andere nimmt er persönlich. Er ist auch immer der Erste, der sich unterstellt, wenn der Hauch eines Schäuerchens niederkommt. So war die erste Schleife eigentlich eher „Bäh!“ – aber wir hatten natürlich trotzdem Spaß. Wobei Regen in Kombination mit Karte lesen (trotz liebevoller Hinweisschilder) in der ersten Schleife nicht so ganz geklappt hat und wir uns drei Mal einen leicht alternativen Weg gesucht haben. Aber trotzdem haben wir alle Stationen gefunden.

Die erste Station war schon mal sehr spannend: Wir sollten das Gewicht unseres Pferdes plus unser eigenes und des Equipments schätzen und wurden dann gewogen. Yvi und ich hatten uns jeweils um 20 kg überschätzt. Spannend.

Spannend blieb es auch bei der zweiten Station: „Vorsicht Blitzer!“ – Hier sollten wir eine kurze Strecke im Galopp reiten und vorher die Geschwindigkeit schätzen. Ein Stückchen weiter stand ein „Polizeiauto“ inkognito und hat dann „geblitzt“. In doppelter Hinsicht. Einmal die Stundenkilometer und auch noch für jeden Reiter ein schönes Erinnerungsfoto! Total schöne Idee. Hier sind wir auch nur knapp vorbei geschrammt. Meine geschätzten 12 km/h waren tatsächliche 15 km/h. Ich hätte bei meinen ursprünglichen 16 km/h bleiben sollen – Notiz an mich: immer den ersten Gedanken nehmen! Yvi und Sumpf waren etwas flotter unterwegs mit Kickstart, weil Frau Sumpf ja auch ständig irgend wo alleine gelassen wird und voll die Flatter bekommt, wenn der Zwerg sich nicht in ihrer göttlichen Gegenwart befindet. Immer diese klebenden Ponys! Als ob wir sie schon mal wo alleine gelassen hätten, außer bei ihren diversen Lovern.

Dann ging es erst mal durch schönes Gelände zurück zum Reitplatz und eigentlich zum Mittagsstopp. Den haben wir ausfallen lassen, wenn wir mal vom Pferd gestiegen wären, hätten wir nicht weiter gemacht, so nass wie Teile von uns waren 🙂 Also schnell die Trailaufgaben am Platz erledigt. Oder halt auch nicht …

Die waren nämlich schon kniffelig. Es war eine ca. 60 cm hohe Stangengasse aufgebaut und die Aufgabe war, eine quer liegende Stange durch das Pferd weiterschieben zu lassen. Quasi wie Ball schubsen, nur halt in kniffeliger mit einer Stange in ca. 60 cm Höhe. Das haben unsere Ponys beide nicht kapiert, was ich aber auch in Ordnung finde. Normalerweise sollen sie ja vor solchen Stangen Respekt haben und dahinter bleiben. Siehe Hänger-Stange, die ist ja auch fest. Das fanden beide gruselig und mussten es auch nicht auf biegen und brechen durchziehen. Aber auf jeden Fall ist es immer interessant zu beobachten, wie neue Aufgaben aufgenommen werden.

Die zweite Aufgabe bestand darin eine schmale Wippe zu überqueren (schön mit Teppichboden drauf, weil Holz wäre zu rutschig gewesen durch den Regen). Davor und dahinter Dualaktivierungs-Stangen. Fand Jacinto auch gruselig. Er hat sich aber breitschlagen lassen, wenigstens zu Fuß zwei Hufe drauf zu setzen. Bei Jacinto weiß ich schon beim Hinreiten, ob ein Hindernis klappt. Wenn er zögert, macht er es auch nicht. Da fällt er lieber tot um. Und dann fange ich auch keine „Kämpfe“ mit ihm an, weil da verliere ich und es bringt auch nichts. Von daher habe ich kein Problem, wenn es einfach nicht klappt. Nächstes Mal schlappt er vielleicht komplett unbeeindruckt über so eine Wippe drüber. Da dränge ich ihn nicht. Allerdings wäre es natürlich enttäuschend wenn Frau Streber-Sumpf nicht über die Wippe gegangen wäre. Was sie dann auf ihre liebevolle Sumpf-Schnorchel-Theatralische Art auch getan hat.

Podest – die Stimmung ist immer noch gut! – Foto: privat

Also schnell weiter zum nächsten Punkt, dem Roundpen, in dem ein Podest aufgebaut war. Aufgabe: mit zwei Beinen unter dem Reiter drauf. Jacinto wieder: „Huch! Da steht was!!!!“ Also habe ich zu Fuß probiert, das klappt meistens. So auch hier. Aber vom Sattel aus wäre das wieder nix geworden. Frau Streber-Sumpf war natürlich sofort drauf. Podest und Teppiche sind ihre Welt. Die würde bestimmt auch Fahrstuhl fahren. Aber nur, wenn er mit Teppich ausgelegt ist und sich Frau Sumpf schön im Spiegel dabei beobachten kann.

Bei bestem Reitwetter sind wir dann in die zweite Schleife gestartet, die Waldschleife. Nenzenheim hat ja ganz tollen Wald mit schönen Wegen, Hohlwegen, unendlichen Wiesen und Hügeln zu bieten, diese Runde war total Klasse. Wir sind relativ schnell geritten und hatten eine Menge Spaß mit tiefhängenden Zweigen und schöner Aussicht im Wald. Zwischendurch gab es noch eine kleine „Schießbuden“-Station: Bälle abwerfen. Zwerg – Nullrunde. Diosa – auch ein blindes Huhn findet mal zwei Blechbüchsen 🙂

putzige Tölt-Wegweiser im Wald – Foto: privat

Und schon ging es weiter zur letzten Station. Hier waren wieder zwei Spiele aufgebaut. Einmal einer der Klassiker, die ich immer gerne mag. Dinge von A nach B transportieren. Heute Wasser mit einem Schwamm von einem Eimer in einen anderen Eimer bringen. Leichte Ironie bei durchgeweichten Reitern, aber das hat richtig gut geklappt. Geplant war es als Erfrischung bei heißem Wetter.

Und etwas, was ich schon immer mal ausprobieren wollte: Wie reagieren meine Pferde, wenn wir versuchen sie mit einer Angel, an der vorne eine Karotte befestigt ist locken möchten? Aufgabe: mit der Karottenangel eine gerade Strecke ohne Zügel und Schenkel reiten. Sie reagieren übrigens beide nicht drauf. Jacinto hat Angst vor der Möhre. Ihn kann man seitlich damit aber gut vorwärts treiben. Diosa war komplett ignorant. Diosa lässt sich doch nicht von einer Möhre locken. Sie geht dann lieber eigene Wege.

Die letzten zwei Kilometer zurück zum Reitplatz waren dann schnell geschafft und wir waren glücklich durchgehalten zu haben und ganz stolz auf die Ponys, die auf der zweiten Runde echt super mitgemacht haben und sich für uns so ins Zeug gelegt haben. Durch die frühe Startzeit waren wir um halb eins schon wieder fertig und haben erst mal die Ponys nach Hause gebracht und uns trocken gelegt. Frau Sumpf hat sich dann noch beim Ausladen ein bisschen blutig an der Fessel verletzt, aber alles halb so wild. Auf jeden Fall haben sich die Ponys erst mal auf die Wiese verkrümelt und sich dort die Bäuche vollgeschlagen. Übrigens bei schönem Sonnenschein und leichter, frischer Brise. War ja so klar!

Wir sind dann am späten Nachmittag wieder rüber nach Nenzenheim gefahren, um die Siegerehrung zu sehen und unser verspätetes Reiteressen nachzuholen. Die Siegerehrung fand total nach Zeitplan statt und trotz des starken Regens haben sich von 80 angemeldeten Pferden 66 auf die Strecke gewagt. Wobei die Starter ab halb elf ungefähr ja schon gutes Reitwetter hatten. Finde ich aber einen sehr guten Schnitt. Wie sagt man doch so schön? Nur die harten kommen in den Garten, auch in Nenzenheim!

Wir hatten trotz Regen viel Spaß und es war ein sehr schöner Ritt. Diosa ist 33. geworden und Jacinto 39. – was aber eigentlich immer total egal ist, weil Hauptsache die Ponys machen schön mit. Auch wenn es nicht perfekt ist. Braucht es ja auch nicht. Über die „Erinnerungs“-Blitzerfotos haben wir uns sehr gefreut. Das war echt eine Super Idee. Und auch die ersten 20 Platzierten (und Spezialpreise wie Jüngster Reiter, Ältester Reiter, Reiter die alle acht Nenzenheimritte mitgemacht haben) gingen nicht leer aus. Dank tatkräftiger Sponsoren (unter anderem der Paso Shop von unserem Zykloopenhof) gab es schöne Preise zum Aussuchen.

Geblitzdingst! Schöne Erinnerung – Foto: privat

Fazit: Gelungener Orientierungsritt-Wiedereinstieg für uns – Wir kommen immer wieder gerne nach Nenzenheim! Ein großes Dankeschön an die Organisatoren und an alle fleißigen Helfer, die trotz Wasser von oben und so vieler Starter so freundlich und motiviert geblieben sind und Alles mit ganz viel Spaß bewältigt haben. Hier war das Motto nicht um sonst: „Bitte Lächeln!“

Rentner-WG-Deluxe?

3. Juni 2017:

Gestern wurde total feierlich – also Tür auf, Pferde rein, Tür zu, in der Sonne rumgestanden, nix großartiges passiert … – die neue Rentner-WG eingeweiht. Die Rentner wohnen jetzt also da, wo früher der „untere“ Stall war. Also der Ur-Stall schlechthin. Passt ja zu den Rentnern. Die haben übrigens gestern ganz Unrentner-Typisch ganz schön rumgetobt in ihrem neuen Domizil. Von wegen Rentner und langsam machen und so. Jetzt möchte ich Euch einfach mal eine kleine Rundtour durch das Stallgebäude und den anschließenden Paddock Trail geben.

Fangen wir mit dem Stallgebäude an. Der Aufbau ist hier zu lesen. Aber seit April hat sich einiges getan.

Rentner-Strohbett – Zweigeteilt mit mehreren Flattervorhang-Ausgängen um Ruhe zu gewährleisten – Foto: privat

Wenn man das Stallgebäude der Rentner-WG betritt, sieht man rechts den Strohbett-Liegebereich mit Flattervorhang-Ausgang, hinten anschließend die drei Boxen, die als Krankheits-, Integrations- oder Tierarztbehandlungboxen genutzt werden können. An die Boxen wird sich nach draußen noch jeweils ein dazugehöriges befestigtes Paddock anschließen. Das ist aber noch nicht ganz fertig.

Die drei Paddock-Boxen (noch in der Bauphase) – Nobel oder? – Foto: privat

Dann gibt es den Durchgang zur Garage und daneben einen Raum, den ich Euch schon als provisorisches Klo vorgestellt habe. Aber dort wohnt auch noch die Elektronik für die Photovoltaik-Anlage und es ist ein bisschen ein Abstellraum/Futterraum. Dann folgt die Treppe zum Hof – Die finde ich einfach nur toll gebaut von Johannes. Auf der anderen Seite ist allerdings Baustellenbedingt noch kein Gegenstück. Also wir haben eine „Treppe zum Hof“, Hitchcock hat das „Fenster zum Hof“. Ok, schlechter Wortwitz-Alarm!

Treppe zum Hof mit Handlauf (und noch rumhängender Elektronik … :-)) – Foto: privat

Links sieht man dann auf zehn schöne Sattelschrank-Einheiten. Wieder mit Metall-Tür und schön Platz in ungefähr Magnum-Telefonzellen-Größe. Diesmal mit Belüftungsschlitz oben, was eine ziemlich coole Neuerung ist. Durch den Belüftungsschlitz kommt auch gut Licht in die kleinen Abteile, weil direkt über den Sattelschränken ist ein – wie sagt man dazu? – Fensterstreifen? – Äh …. Licht von Draußen!

Sattelschrankeinheit für ein Pferd – Foto: privat

Damit wäre der Rundgang innen abgeschlossen. Durch die Flattervorhänge kommt man draußen auf eine ebene Fläche mit Paddock-Platten und Kies, mit Blick auf die Gülle-Grube, die inzwischen halb mit Hollunder eingewachsen ist. Was sehr schön aussieht und dem häßlichen Trumm doch etwas Charme verleiht.

Blick nach draußen auf halbfertige Paddocks von den Boxen im Hintergrund und die Gülle-Grube. Ein Relikt aus uralten Zeiten. – Foto: privat

Draußen schließt sich ein Paddock-Trail an (ohne Kletterhügel …. bisher war kein Platz) mit logistisch super durchdachten Details am Futterplatz. Boden ist momentan feiner Kies auf Muttererde, bzw. Sand auf Muttererde, bzw. Paddock-Platten mit Kies am Futterplatz und vor dem Ausgang des Strohbetts. Ich bin gespannt, wie lange der Bereich rund um die Güllegrube bei Schmuddel- und Matsch-Wetter trocken bleibt, da ist nämlich grober Kies unter dem feinem Kies (Baustellenbedingt). Also auch wieder eine schöne „Belags“-Studie.

Blick vom Rentner-Stall (rechts) auf Güllegrube (mitte) und Bergehalle (rechts). Dieser Rote Schotter ist auch unter dem grauen feinen Kies im Paddock. Wer entdeckt den kleinen Schlupf am Eck? Dann brauch niemand Türen offen stehen lassen! – Foto: privat

Um die Güllegrube kann man herumlaufen. Dann schließt sich unten die Wiese an. Ringsherum geht der Trail, in der Mitte eine kleine Koppel und ein Regenwassersammelbecken. Es folgen noch ein Reitplatz!!!!! – der noch nicht fertig ist und die Futteranlage, die „Wendehammermäßig“ angelegt ist.

Trail zur Hausseite hin mit beheizbarer Selbsttränke, Sandwälzplatz im Hintergrund und dem Kies-Grasboden-Belag. Foto: privat

Hausseitig gibt es zukünftig auch was Besonderes für die Rentner. Eigentlich hat inzwischen jeder Trail so einen Betonblock stehen. Nur wohnt noch nichts darin. Das kommt noch.

Betonblock mit Rentner. – Foto: privat

Was könnte das wohl werden? … die Auflösung folgt irgendwann 🙂

Gitter-Beton – Foto: privat

Dieter hat jetzt bei allen Beton-Blöcken passgenau Gitter eingesetzt. Jetzt muss nur noch der „Inhalt“ rein, dann können die Ponys Kräuter naschen! Hups, jetzt hab ich es verraten ….. 🙂

Doch weiter zum Trail im Rentner-Stall:

Trailweg zum Futterplatz. Die Wiese rechts soll Reitplatz werden. Foto: privat

Der Clou am Trailweg zum Futterplatz: er ist „doppelt“, damit kein Pferd den Weg komplett blockieren kann, um rangniedrigere Pferde nicht durchzulassen. Steht der „Blödmann“ im Weg, geht das hungrige Pferd den Trail einfach anders herum und kommt trotzdem zum Essen.

Fressplatz-Wendehammer – Foto: privat

Ok. Das Foto ist etwas unübersichtlich. Aber es verdeutlicht wenigstens den Platz 🙂

Links Blick zur Straße mit Grünfutterstation. Die kann man praktisch von außerhalb bestücken. Quasi im Vorbeifahren. Mittig im Hintergrund das Dunkle ist das Roundpen. Vorher die drei Bäume sind praktische Raumteiler und eine ausgefuchste Möglichkeit Tore zu Schwenken, um an das Innere des Reitplatzes (rechts die Wiese) oder Trails mit dem Trecker ran zu kommen. Der Reitplatz bekommt nämlich nur einen normalen schmalen Zugang. Muss man mit größeren Maschinen rein, werden Tore geschwenkt. Die kann man praktisch an die Bäume „anklipsen“. Ziemlich praktisch oder?

 

Heuraufe – Foto: privat

Die überdachte Heuraufe kann ebenfalls super einfach von außerhalb bestückt werden. Sie bietet Schatten, Fressen und trockenes Stehen im Winter, weil ebenfalls Paddock-Platten rundum verlegt sind. Wenn das kein Rentner-Paradies ist, weiß ich auch nicht!

Die Heuraufe ist übrigens absichtlich mit Holz zu gemacht. Wir haben ja schon schlecht Erfahrungen mit Sicherheitsgittern gemacht.

Auf jeden Fall finden wir die Rentner-WG ist ziemlich gut gelungen. Wer bekommt da nicht gleich Lust mit einzuziehen? Apropos Einzug – Ein Herzliches Willkommen an unsere Neuzugänge!

 

Hobbit-Höhlen?

25. Mai 2017:

Vor einigen Wochen bekam ich eine nette Anfrage zum Thema Kletterhügel in unseren Paddock-Trails. Wir haben in den Trails inzwischen verschiedene Erdhügel für die Ponys installiert. Logistische Vorarbeit für unsere Erdhügel gibt es eigentlich keine. Johannes überlegt was er gerade bauen möchte und wenn er Erde übrig hat entsteht ein Kletterhügel. Natürlich wird überlegt, ob der an der Stelle sinnvoll ist, aber es sind einfach schöne Raumteiler ohne großen architektonischen Anspruch. Ich stelle sie Euch hier einfach vor (in ihren unterschiedlichen „Stadien“).

Grasstation-Erdhügel:

November 2014: Erdhügel eine Seite mit Selbst-Tränke – ganz neu „gebaut“ (als Belag drumherum: Sand-Kies-Gemisch auf Erdboden – wir haben schönen festen Lehmboden als Mutterboden. Oder für die Weintrinker: den guten Keuper! – super für Silvaner, schlecht für matschfreie Flächen) Foto: privat

Das sind momentan unsere ältesten Erdhügel. Sie entstanden zur Erweiterung des Paddock-Trails im November 2014. Die Grasstation-Erdhügel sind als räumlicher Trenner und klitze-kleiner Windschutz angelegt worden. Die Hügel bestehen tatsächlich „nur“ aus Erde, die einfach dort hin geschüttet wurde. Die Abtragung hält sich eigentlich ziemlich in Grenzen. Das Ganze verfestigt sich mit der Zeit durch die Witterung und die „Bespielung“.

Die Grasstation besteht aus einem „Fressständer“ mit außerhalb betonierten Fläche zum Füttern von Grünfutter (oder zum Aufhängen von Heunetzen) und innen mit Gittern verlegten Fläche (gegen den Matsch). Dann folgt der Kletterhügel als Raumtrenner. Auf der anderen Seite ist eine beheizbare Selbsttränke angebracht, die auch von der Koppel aus erreichbar ist. Die Ponys lungern eigentlich ziemlich gerne um den Hügel herum, je nach Tageszeit. Sie stellen sich gerne mit dem Popo zum Hügel und Chillen oder hängen dort in der Sonne herum.

Die Fläche dort ist auch immer relativ luftig, was im Sommer ziemlich praktisch ist. Sprich die Ponys hängen im Hochsommer (wir reden hier von Kitzingen, das in zwei Jahren in Folge den Hitzerekord in Deutschland gebrochen hat ….. *stöhn*) gerne in der knalligen Sonne um die Hügel herum. Da kann man ihnen noch so viel Schatten anbieten. Ponys sind seltsam. Auf dem Hügel wird auch gespielt und geklettert, aber eigentlich ist er mehr räumliche Trennung und Ruhepol-Stifter.

Grünfutterstation mit Kletterberg/Windschutz (andere Seite) – Bild von 2015. Foto: privat

 

Der Erd-Abhub-Hügel bei den Jungs:

Herbst 2016 – gebaut wie Hingekippt – mit Größenbeispiel drauf 🙂 – Foto: privat

Die Jungs haben in ihrem großen Spiel-Bereich jetzt ebenfalls einen Erdhügel. Er entstand im Rahmen der Aushubarbeiten für die neuen Stallgebäude im Herbst 2016. Also noch relativ aktuell. Er ist ebenfalls ein Raumteiler und Drum-Herum-Spiel-Gebilde. Die Wilderen von unseren Jungs erklettern und bespielen ihn auch, aber den „gesetzteren“ Herren ist er noch zu ursprünglich. Aber er verdeutlicht ganz gut die verschiednen „Stadien“ der Erdhügel in unserem Paddock-Trails, weil er noch so frisch ist.

 

Der Heu-Station-Hügel:

Heustation-Erdhügel – mit Größenvergleich-Pony beim Mampfen, jetzt von 2017 – Foto: privat

Die Weiber-WG besitzt den einzigen richtig befestigten riesig-großen Monster-Erdhügel (Baujahr 2016). Der hat ungefähr die Größe eines Fahrsilos. Er ist auf ein normales Foto nicht komplett drauf zu bekommen. Also zumindest nicht so, dass es gut aussieht und man nicht einfach nur Steine und Erde sieht. Dieser Hügel wurde für die Damen gebaut, um darauf einen unserer Spielzeug-Türme zur Heufütterung aufzustellen. Sprich dieser Hügel ist ordentlich festgefahren worden, er wurde mit Splitt und Gittermatten „befestigt“ rund um den Spielzeug-Turm. Die Stuten fressen sehr gerne dort oben, da haben sie den totalen Überblick über den Hof.

Bei den verrückten Weibern wird er auch gerne als Abschussrampe bei Renn- und Bock-Spielchen mit eingebaut. Die toben da oft so dermaßen drüber, dass man sich einfach nur wegdrehen möchte. Oder fasziniert davor steht und sich denkt: „Boah, der Gaul schafft das????“ Bisher gab es dort noch keine Verletzten 🙂

Auf dem Bild sind eigentlich alle drei Hügel zu erkennen – links der in der Weiber-WG mit dem Heu-Turm in ganzer Größe. Bild-Mittig (mit den zwei Pferden) der Jungs-Erdhügel-Raumteiler, und ganz hinten, ganz unscharf der Jungs-Grünfutter-Erdklecks. Ok, den kann man nicht mehr erkennen, er ist aber da hinten 🙂 – Foto: Sascha

Auf jeden Fall sind die Kletterhügel eine tolle Ergänzung im Paddock-Trail-Leben. Sie sind mit relativ wenig Aufwand aufgeschüttet. Ich glaube es macht nicht wirklich einen Unterschied, ob die jetzt „ordentlich“ angelegt werden – also mit Einfassung (Holz/Beton, etc) und gestampft und was weiß ich nicht alles werden – oder ob da einfach ein Haufen Erde hingeschüttet wird, der sich selbst überlassen bleibt. Ich glaube der Zahn der Zeit erledigt sämtliche Abschliffe von sich aus. Und der Hügel ist ohne Begrenzung praktisch ja auch wieder schnell abgetragen oder versetzt. Jedenfalls behalte ich die Hügel in Zukunft mal ein bisschen im Blick. Und es tut sich bestimmt noch einiges bei uns in den Paddock-Trails.

 

 

 

Faszination Evolution?

15. Mai 2017:

Wobei Evolution vielleicht etwas hoch gegriffen ist 🙂 Fangen wir erst einmal mit Fortpflanzung an – ob das, was dann da schlüpfen wird, einen Evolutionssprung macht steht noch in den Sternen 🙂 Wir hoffen erst einmal, dass es sich gesund weiter entwickelt und vier Beine, Augen und alles andere hat, was so ein kleines Fohlen benötigt. Ja, es hat dieses Jahr geklappt: Diosa ist schwanger. Wir hatten heute unseren Ultraschall-Termin und der kleine Zwoggel entwickelt sich gut und ist auch alleine in seiner Höhle. Da heißt es erst einmal Aufatmen! Erste Hürde geschafft! Wobei eigentlich die zweite Hürde, die erste Hürde war das Pony zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort zu karren ….

Ultraschall und Röntgenbilder faszinieren mich berufsbedingt. Wenn man jetzt aber so ein Ultraschallbild in Echt wabern sieht und dann auch noch beim eigenen Pony ist das noch einmal eine ganz andere Liga. Es macht irgendwie demütig. Es ist fast schon unheimlich was die Natur da bewerkstelligt, um so ein kleines Zellhäufchen mit einem eigenen Geist und mit Leben zu erfüllen. Mich fasziniert das jedes Mal aufs Neue. Zwei Gen-Haufen schmelzen zusammen und daraus entsteht ein neues Individuum. Da läuft ein ganz altes Programm ab, Zellen teilen sich, vermehren sich und bilden einen Dottersack und einen Embryo. Ganz automatisch, ganz ohne Bedienungsanleitung. Die Natur macht das so „einfach“. Die weiß das automatisch.

Frau Sumpf ist ungefähr bei Tag 30 – Das bedeutet sie hat einen kleinen Embryo von ungefähr einem Zentimeter Größe fest in ihrer Gebärmutter sitzen. Das kleine Ding wiegt 0,34 g, hat bereits einen eigenen Kreislauf und ein sich entwickelndes Herz. In den ersten 30 Tagen werden die Anlagen für die Augen und Extremitäten entwickelt. Bis zum Ende des zweiten Monats wird Frau Sumpfs Embryo ungefähr sechs Mal so groß sein. Gebt Euch das mal: Da fängt etwas von sich aus an zu wachsen, natürlich gesteuert durch Hormone und was weiß ich nicht alles, aber das tut es rasend schnell und wie von Zauberhand. Wenn das nicht faszinierend ist, weiß ich auch nicht 🙂

Frau Sumpf wird nach elf Monaten ein 30 – 50 kg schweres Fohlen produziert haben, was mit einer Scheitel-Steißlänge von 75 – 130 cm aus der Gebärmutter hinaus durch den Geburtskanal an die frische Luft gequetscht wird. Also so ist zumindest der Plan. Und das ist eine ganz schön heftige Leistung. Aber so weit sind wir ja noch lange nicht. Wir neigen demütig den Kopf und freuen uns schlicht und einfach dass es geklappt hat. Frau Sumpf ist momentan sehr hormondurchflutet. Sie ist eine Diva, aber auch sehr schmusig und sehr zutraulich. Volles Programm. Wenn Frau Sumpf aber glaubt, dass ich ihr saure Gurken besorge ist sie schief gewickelt. Und auch nächtliche Big Mac-Touren kann sie sich knicken.

Ultraschallbildstudien:

Zwoggel 2017

 

Dea – 2012

 

Dimera – 2009

 

Die nächsten Monate steht erst mal noch normales Programm auf dem Schirm. Na gut, mit etwas mehr Wellness und mehr Kuscheleinheiten vielleicht 🙂 Man muss ja ausnutzen, dass das Pony so hormongeflutet und dadurch willenlos ist. 🙂

Yvi wird Frau Sumpfs Launen auf der FB-Seite Diosa del Rio dokumentieren – das bleibt auf jeden Fall spannend! Abenteuer Leben!

 

 

 

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