Del Cavador

Heißbären-Countdown?

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20. Januar 2017:

Morgen ist es so weit! Wir haben extra für Euch bestes Reitwetter bestellt: frostig, aber sonnig! Die Wege sind frei, bei uns liegt kein Schnee. Für tagsüber sind sogar Plus-Grade gemeldet.

Heute haben wir die letzten Vorbereitungen getroffen. Johannes hat die Feier-Halle über rechtzeitig fertig bekommen, es gibt Heizpilze, der Buffett-Platz ist aufgebaut, der Klowagen wird sogar beheizt und auf der neuen Betonplatte ist eine Feuerstelle eingerichtet. Man kann auch ein bisschen Shoppen am „mobilen“ Paso Shop, oder einfach die Sonne genießen. Für beheizbare Sohlen ist ebenfalls gesorgt. Wenn das kein Luxus ist Leute!

Wir freuen uns auf Euch – morgen könnt Ihr ab ca. 10 Uhr am Reitplatz zuschauen, für Kaffee und Kuchen ist gesorgt, ab 14 Uhr wird der Grill angeschmissen und es gibt Deftiges und heiße Getränke zum Aufwärmen.

Ein ganz großes Dankeschön schon erst einmal an alle unsere Helfer, unsere Kuchenbäcker, Salatschnippler, Würstchen-Wender, die Helfer an den Stationen, unserem mobilen Foto-Team, den Helfern im Hintergrund, unseren Müttern (und Vätern … wir wollen ja korrekt bleiben) und allen Einstellern und natürlich unseren Sponsoren.

Da wäre unsere Mittags-Rast in der Hagenmühle in Willanzheim: Ein riesengroßes Dankeschön an die Familie Pfannes (www.hagenmuehle-willanzheim.de). Hier gibt es im eigenen Hofladen leckeren Fisch und auch Hochprozentiges zu entdecken. Wir kaufen dort auch unseren Hafer und gemischtes Futter für unsere Ponys. Also ein richtiger Geheimtipp von uns für Euch!

Ein großes Dankeschön an Caroline und Marcel von www.pfutter.de – die die Reiter (bzw. die Pferde) wieder mit einer kleinen gesunden Überraschung versorgen.

Ein großes Dankeschön auch an www.pfae.org – die Paso Fino Vereinigung Europa, als Mitveranstalter und und die www.igv-online.de (Internationale Gangpferdevereinigung Europa).

Und natürlich an den www.paso-shop.de 🙂 Leider momentan noch ohne Dach über dem Kopf, aber trotzdem professionell beratend und mit einer Auswahl an Sachen aktiv dabei. Nadine wird Euch den ganzen Tag zur Verfügung stehen. Bestellen und vor allem Sticken ist jederzeit möglich. Also Sticken direkt morgen nicht, aber Nadine kann Euch auf jeden Fall gut beraten.

In der letzten Woche haben wir die Spiele getestet und für gut befunden. Yvi und Diosa haben unsere neuste Reitplatz-Errungenschaft auf Herz und Nieren getestet: Ein gruseliges Flattertor! Das könnt Ihr Euch als kleinen „Spoiler“, was morgen als eine Aufgabe auf Euch zukommt schon mal ansehen. Unsere zwei Starterinnen vom Hof durften übrigens nicht vorher üben und wissen auch nicht was dran kommt.

Wir freuen uns morgen auf einen schönen Tag mit Euch zusammen und hoffen viele bekannte Gesichter sehen zu können!

Heißbärenritt 2017 – … denn nur die Harten kommen in den Garten!

 

 

Move ya … dadadada … move ya?

18. Januar 2017:

Leute, Ihr dürft heute einen weiteren Beitrag über das Klickertraining mit Anja ertragen 🙂 Das Drachenpony hat nämlich kapiert, dass es auch laufen kann und das freiwillig. Also nicht immer, aber immer öfter. Ein großer Schritt. Von daher haben wir jetzt unser Programm von langweilig rumstehen, bis das Drachenpony sich bewegt, auf rumstehen und warten bis das Drachenpony mitläuft und dann stehen bleibt, erweitert. Total langweilig, aber ich finde es toll, dass sie mitkommt. Insgesamt ist Klickern immer noch total spannend. Ich habe auch nicht wirklich einen Plan, ob man das so macht, aber „learning by doing“ mit anschließender Reflexion ist bestimmt nicht verkehrt. Und Zeit mit den Ponys zu verbringen ist immer gut. Auch wenn man nur dämlich rumsteht und sich dabei kalte Füße holt.

Was ich auf jeden Fall bemerkt habe ist, wenn man sich filmt und das dann ein paar Tage später noch einmal sichtet, auf jeden Fall immer „Fehler“ entdeckt und Sachen, die man verbessern könnte. Und wenn das „nur“ im Klick-Futter-Rhythmus ist, oder in dem Zeitraum in dem man etwas koordinieren muss. Von daher sind die Filme auch eine gute Dokumentation für mich selber. Auch wenn nichts Spektakuläres passiert. Aber mal ehrlich, Pferdetraining ist die meiste Zeit ziemlich langweilig. Noch nie ist ein Meister vom Himmel gefallen. Gutes Lernen braucht Zeit und Wiederholungen. Und das ist und bleibt einfach langweilig. Oder eben auch super spannend. Je nachdem auf was man achtet.

Jedenfalls habe ich mich gefreut wie ein Schnitzel im brutzelndem Bratfett, als Resi das erste Mal mitgelaufen ist. Daran arbeiten wir jetzt in der nächsten Zeit. Weil das wird auch wieder viel Zeit brauchen …

Dafür hat sich heute spontan mit Jacinto etwas getan. Ich habe noch einmal mit ihm Target-Training probiert und dabei ein wichtiges Detail verändert: den Anreiz. Sprich größere und andere Leckerlis. Und siehe da – das Pony hat es doch kapiert, ihm hat nur der Anreiz gefehlt! Heute hat er vorbildlich mitgemacht, fast ein bisschen zu dreist. Wir mussten auch gleich an der Höflichkeit arbeiten. Aber Jacinto hat nicht das geringste Problem ans Target hin zu laufen. Ich bin gespannt, wie er sich jetzt weiter entwickelt. Die „guten“ großen Leckerlis schaden ihm nicht wirklich, weil er momentan ruhig ein bisschen mehr Speck auf die Rippen bekommen könnte. Von daher habe ich wieder etwas gelernt. Anreiz ist ein großes Instrument. Und auch das finde ich spannend. Man ist gezwungen viele Dinge neu zu überdenken. Und umdenken ist immer gut, es erweitert den Horizont.

Die letzten Tage vor dem Heißbärenritt sind wir jetzt allerdings mit Vorbereitungen und den letzten Details beschäftigt. Unter anderem haben wir für den Trail am Samstag mit Diosa ein neues „Objekt“ getestet – davon berichte ich aber jetzt noch nicht, wir wollen ja nicht „Spoilern“, was die Heißbären-Aufgaben angeht! Aber es wird auf jeden Fall lustig!

 

 

Heißbären-Infos?

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Kurzinfo:

  • ab 09.45 Uhr bis ca. 13 Uhr Möglichkeit den Heißbären-Teilnehmer im Trail am Reitplatz zuzusehen
  • ab ca. 14.30 Uhr – Grillen im ersten neu überdachten Gebäude am Zykloopenhof
  • „Meet & Greet“ am Zykloopenhof also von 9.45 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit möglich!
  • Beim Parken bitte darauf achten, dass die Pferdehänger wieder wegfahren können!

Wir freuen uns auf Euch!

 

Noch genau eine Woche bis zum diesjährigen Heißbärenritt!

Die Vorbereitungen sind im Gange, die Stationen besetzt (Vielen Dank schon mal an alle unseren fleißigen Helfer!), die Mittagsrast steht, die Halle, in der wir feiern wollen noch nicht so ganz, aber fast –  Johannes hat ja noch ein paar Tage Zeit 🙂

Allerdings, wenn Johannes lieber in dem Netz rumhängt ….

Hanneshängt
Hannes hängt – Foto: privat

Andererseits darf man sich freuen, dass er trotz Sturm auf dem Dach geblieben ist 🙂

Aber nun mehr Informationen:

Beginn ist am Samstag um 9.45 Uhr für die erste Reitergruppe. Wer möchte kann sich ab diesem Zeitpunkt am Reitplatz ansehen, wie unsere Starter sich durch ihre ersten Aufgaben „quälen“ müssen. Ich bin überzeugt, dass es auch ein paar tolle Heißbären-Kostüme zu sehen gibt! Ich bin schon gespannt auf die Kreativität unserer Starter! Die letzten Jahre war da schon einiges geboten!

Dieses Jahr schicken wir unsere Heißbären erst in den Trail und dann auf die Strecke. Unterwegs werden sie natürlich auch versorgt, natürlich nur falls sie den richtigen Weg finden … es wird nämlich nach Karte geritten.

Am Zykloopenhof gibt es durchgehend Kaffee und Kuchen, ab ungefähr 14.30 Uhr wird der Grill angeschürt. Ab da gibt es dann auch heisse Würstchen und kalte Salate – und was das Buffett sonst noch so hergibt. Ich lasse mich da selber auch überraschen! Allerdings ist bei uns noch keiner verhungert oder verdurstet. So viel steht schon mal fest. Wir stellen wieder Spenden-Büchsen auf, da kann sich jeder am Essen/Trinken beteiligen, damit unsere Unkosten gedeckt werden.

Falls davon was übrig bleibt stecken wir das Geld dieses Mal in den Neubau des Zykloopenhofes. Kommt vorbei und guckt Euch an wie weit wir schon sind. Johannes ist auch gerne zu Führungen bereit. Auf jeden Fall gibt es noch minimal was zu tun. Dächer bauen zum Beispiel. Und Wände für die Dächer drum herum. Aber Johannes und Sascha sind schon gut dabei. Vielleicht rollt auch demnächst der nächste Arbeitstrupp der „offiziellen“ Baustelle wieder an. Es bleibt immer spannend bei uns!

PS: Für die Starter: Der Zeitplan geht spätestens morgen mit den weitern Infos per Email an Euch raus 🙂

PPS: Für Alle: Warm anziehen nicht vergessen!

 

 

 

Klickertraining mit Anja?

12. Januar 2017:

Klickertraining mit Anja Anfang Januar – (Teil 2)

Leute seid gewarnt: Es wird jetzt hier wieder hart und ganz unspektakulär geklickert. Allerdings nur mit „Anja“. Jacinto hat sich gerade so ein bisschen ausgeklinkt, ich versuche zwischendurch immer mal wieder die Bindung Jacinto-Klicker-Nase-Target zu finden, aber so insgesamt läuft das noch nicht annähernd rund. Vielleicht mag er auch einfach die Leckerlies nicht. Man weiß es nicht. Wenn ich mit dem Klicker-Zeug ankomme guckt er wie ein Zug ohne Licht im Tunnel bei Nebel. Ich warte auf den Tag, an dem er das „Tuten“ anfängt. Darum sammle ich lieber erst noch ein bisschen Erfahrung mit dem Drachenpony und lasse es mit Jacinto momentan gaaaaanz langsam angehen.

Dafür hat sich beim Drachenpony einiges gelöst. Das Drachenpony macht jetzt die Berührung Nase-Target (inzwischen auch meine Hand, nicht nur die grüne Fliegenklatsche) zuverlässig in alle Richtungen und von allen Seiten im Stehen mit. Nach oben mag sie nicht so gerne, aber dafür gut auch nach unten. Hals nach unten ist auch so ein Ding, was sie eigentlich nicht mag. Resi mag viele Dinge NICHT. Anfassen lassen zum Beispiel. Sie bietet „anfassen lassen“ an (aber grundsätzlich nur frei im Auslauf, wenn sie selber zu einem her kommt), aber immer mag sie es nicht. Streicheln gehört auch nicht zu ihren Favoriten. Igitt! Kuscheln nur ganz selten. Sie ist echt speziell. Und das macht sie aber auch so charmant. Wenn sie dann nämlich aus ihrer Welt auftaucht und Interesse zeigt, dann ist sie so dermaßen putzig, dass man ihr alles nachsieht.

Nach einer gefühlt ewigen Zeit Klickern mit „Touch“ ohne Bewegung sind wir jetzt einen Schritt weiter. „Touch“ geht jetzt auch mit Hinlaufen. Auf diesen Schritt bin ich ziemlich stolz, weil gerade das Bewegen für das Drachenpony ein schier unüberwindbares Hindernis war. Sie hat so furchtbar lange überlegt und gezögert diesen Schritt zu machen, da hätte man ganze Eier hart kochen können in der Zwischenzeit. Ach, was soll ich sagen, ganze Hühner sind in der Zeit erwachsen geworden und haben selber Eier gelegt! Aber letztendlich hat sie sich getraut und inzwischen klappt es auch zuverlässiger und schneller.

In dem heutigen Filmchen sieht man sehr schön wie lange sie nachdenkt und wie sparsam sie sich insgesamt bewegt. Resi bewegt sich sowieso nicht schnell. Also am Boden ohne Reiter. Das sind alles äußerst konzentrierte Bewegungen, da wird jeder Schritt abgeschätzt und die Körperhaltung verändert sich auch nicht wirklich. So läuft sie aber auch frei im Paddock Trail. Das Pony ist ein bisschen anders.

Resi funktioniert glaube ich so: Sie erkennt: „Ah… die Alte will was von mir.“ – Das erkennt man an gespitzten Ohren und dem Blick auf den Gegenstand. Dann rattert das Resi-Gedankenprogramm los. Eine endlose Liste an Pro und Contra läuft in ihrem Gehirn auf und ab – oder was auch immer da in ihr drin passiert. Dabei erstarrt sie zu einer Salzsäule. Vielleicht nimmt sie auch Kontakt zu Außerirdischen auf und fragt die um Rat. Man weiß es wirklich nicht. Wenn der Denkprozess fertig ist guckt sie so, als ob sie unbeteiligt daneben stehen würde, zuckt mit einem Gliedmaß und wenn dann keine Schimpfe kommt, traut sie sich endlich einen Schritt nach vorne zu machen. Manchmal erkennt man davor noch ein Kauen oder Schlecken. Aber das nur bei ganz harten Denkprozessen.

Von daher bin ich super stolz auf das Pony, dass es sich endlich traut diese Entscheidungen auszuführen. Und ich habe kein Problem mich auf ihr Tempo einzulassen. Das entschleunigt mich auch ein bisschen. Wir Fino-Reiter sind ja immer so hektisch. Bis Anja mir mal im Trab oder Galopp hinterher springt und wendig und energetisch rumspackt dürften noch Jahrzehnte vergehen. Aber Frauchen wird auch nicht jünger und kann daher gut mit konzentriert-bedachten Bewegungen leben 🙂 Ich sehe uns schon zusammen Freiarbeit machen …. ich mit Rollator und Sauerstoffflasche und Resi mit grauen Haaren und Hängebauch.

Vielleicht ist irgendwo in Resis Urahnen auch ein Faultier mit drin. Man weiß es nicht.

Buchempfehlung?

09. Januar 2017:

 

„So lernen Pferde“ – Viviane Theby
Müller Rüschlikon – ISBN 978-3-275-01804-8 aus dem Jahr 2011

coverpferde

Ich gebe zu: lange habe ich keine Pferdebücher mehr gelesen. Sie haben mich irgendwie total gelangweilt, meinetwegen auch übersättigt. Die meisten versprechen sensationellen Inhalt mit reißerischen Titeln und letztendlich kann ich nicht so wirklich viel Information daraus ziehen. Also habe ich mich auf die Lektüre von Thrillern und blutigen Serienkiller-Bücher versteift. Vielleicht hatte ich auch einfach eine schlechte Auswahl. Man weiß es nicht. Jedenfalls ist mir neulich wieder einmal ein Pferdebuch untergekommen. Mit dem wenig reißerischen Titel: „So lernen Pferde“. Das ist doch mal was Grundsätzliches. Klingt gut.

Und mal was Grundsätzliches zu Lesen ist nie verkehrt. Nachdem ich gelegentlich gefragt werde, was ich für Pferdebücher empfehlen kann, schreibe ich jetzt einfach mal darüber wenn mir eines unter kommt. Schließlich mussten wir in der Schule auch die allseits beliebten „Inhaltsangaben“ schreiben. Und die Bücher waren nicht immer so prickelnd … ich erinnere mich mit Grausen an das lustig-freche „Beim nächsten Mann wird alles anders!“ in dem mir übrigens nur noch der Doppelname: Frau Lamar-Schadler hängen blieb … während meine Schwester in der selben Klasse den „Tuareg“ lesen durfte. Da lernt man wenigstens, wie man mit einem Kamel in der Wüste überleben kann. Ist nicht appetitlich, auch nicht wirklich vegan, schon gar nicht für das Kamel, aber es hat sich mir eingeprägt. Aber ich schweife ab.

Viviane Theby ist Tierärztin für Verhaltenstherapie. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Tieren und weiß inzwischen wie Tiere lernen (www.tierakademie.de). Von ihr gibt es im Internet übrigens auch ein paar sehr informative Klicker-Videos. In dem Buch geht es um Lerntheorie. Klingt ziemlich trocken, aber letztendlich ist es das gar nicht. Es geht darum, wie man mit Prinzipien der Lerntheorie Verhalten ändern kann. Frei nach dem Motto: „Gewalt beginnt dort, wo Wissen endet.“ (Albert Einstein)

Wenn man versteht, wie Pferde lernen, dann braucht man sich nicht mehr nach irgendwelchen Trainer-Gurus richten. Man sucht sich einfach die guten Ideen zusammen, kombiniert sie mit dem Wissen über Lernen und *pling* funktioniert es auch mit dem eigenen Pferd. Also zumindest theoretisch. Aber es schadet nicht, mal über die ganzen Methoden nachzudenken, die einem so offeriert/praktiziert werden, und ob sie so überhaupt (für einen selbst) Sinn machen. Also das berühmte über den Tellerrand schauen.

Man sollte sich immer vor Augen führen: In erster Linie ist das Pferd ein Fluchttier. Es wird immer vor einer potentiellen Gefahr flüchten und sich dann aus sicherer Entfernung alles ansehen. Sofern die Gefahr es nicht gefressen hat. Zweitens: Das Pferd ist ein Gruppentier. Mehrere Augen sehen mehr. Und eine Pferdegruppe funktioniert durch Zusammengehörigkeitsgefühl und eine Art Freundschaft. Jeder respektiert den anderen. Das ist doch schon mal eine schöne Idee. Konflikte werden nicht immer offen ausgetragen, oft geht das Pferd einfach weg (oder fügt sich … dem Ranghöheren oder dem Menschen). Der Mensch ist ein Jäger. Das Pferd ist ein Beutetier. Also sollte der Jäger Mensch ruhig mal über sein Verhalten nachdenken und sich überlegen, was macht ein Fluchttier in der Situation?

Lernen funktioniert über das Gesetz der Wirkung: Ein Verhalten, das sich lohnt, wird künftig häufiger gezeigt. Ein Verhalten, das sich nicht lohnt, wird weniger häufig gezeigt. (Edward Lee Thorndike). In dem Buch kann man nachlesen, wie operantes und klassisches Konditionieren funktioniert, was Verstärker und Strafe ist. Was Habituation (Gewöhnung) und Sensibilisierung sind und welche Bereiche im Gehirn bzw. im Nervensystem für was zuständig sind.

Frau Theby beschreibt mit vielen schönen Beispielen wie man bestimmtes Verhalten erlernen kann und was Pferde motiviert hält. Sind wir doch mal ehrlich, vieles, was unsere Pferde gelernt haben mussten sie über „Druck“ erlernen. Sprich: Du machst das nicht, dann gibts eins auf die Ömme. Das so Erlernte funktioniert natürlich auch, aber das Pferd lernt dabei auch eine Art Kadavergehorsam und verliert vielleicht auch den Spaß an der Mitarbeit. Stichwort „erlernte Hilflosigkeit“. Meine Idealvorstellung von einer Pferdebeziehung ist eine Art Partnerschaft, in der jeder mal gute und schlechte Momente haben darf. Gut, ich bleibe der Chef, weil ich entscheide ja wann ich mit dem Pferd etwas unternehme, aber ich möchte auch, dass meine Ponys freudig und gespannt mitarbeiten. Ihr wisst was ich meine…

Die Begriffe Kommando und Signal werden in dem Buch schön erklärt. Ein Kommando kommt nicht umsonst aus dem militärischen Sprachduktus. Wenn man es nicht befolgt, gibts hinterher Ärger. Das Gegenteil wäre das Signal. Hier wird erst ein Verhalten trainiert und belohnt/positiv Verstärkt, dann erst wird das Signal eingeführt. Das Signal bleibt immer gleich. Wenn man es nicht befolgt, hat man einfach seine Chance vertan. Wenn man ein Kommando nicht befolgt, gibt es Druck. Beispiel aus dem Thriller-Bereich: „Halt! Oder ich schieße!“ … bleibt man da nicht stehen, liegt man eben erschossen am Boden. Blutend. Und im schlechtesten Fall mit starren Augen.

Das Buch endet mit einem anschaulichen Praxisteil der Pferdebesitzern mit Pferden, die in ihren Grundmanieren noch … sagen wir es höflich … arbeiten müssen … Hilfestellung bietet. Hier werden grundlegende Dinge wie Halfter anziehen, Stehen bleiben und Putzen lassen in kleinen Schritten beschrieben und wie ich ein Pferd ohne Druck dazu bringe das zu lernen.

Insgesamt hat mich das Buch gut gepackt. Es erklärt Begriffe, die man gerne einfach so benutzt, ohne mal genauer dahinter zu sehen. Es beschreibt Lernverhalten, Lerntheorie und führt einen so automatisch ans Nachdenken und Überdenken. Und man fängt an seine Ziele in kleine Häppchen zu zerteilen. In kleinen Schritten zum Erfolg, dann hat man mehr davon 🙂

Von daher kann ich das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen!

 

Heissbärencountdown?

7. Januar 2017:

Noch zwei Wochen bis zum Heissbärenritt! Johannes hat sich selber eine „klitzekleine“ Challenge gesetzt. Ich bin gespannt, ob er das noch hinbekommt! Schließlich brauchen wir ja einen Platz zum Feiern. Doch seht selber:

Platz zum Feiern
Wildromantisch-Zugiger-Art-Kokel-Dekor-Platz zum Feiern? – Foto: privat

Das ist die ehemalige Werkstatt/Garage. Schaut noch ein bisschen wildromantisch-angekokelt aus. Bisher hatten wir hier Heu gelagert. Das haben die Ponys aber schon aufgegessen, also wird es jetzt ein Feier-Platz.

Garage

Was wird das wohl? – Foto: privat

Ich bin gespannt, ob das noch ein schöner Platz zum Feiern wird – aber ich glaube, Johannes zieht das eiskalt durch und Ihr werdet den Platz am 21.01.2017 nicht wieder erkennen 🙂

Bei den Paddock-Trails hat sich auch etwas getan. Nachdem die Jungs-WG aus einem Haufen Ponys besteht, die tagtäglich mit tödlichem Männerschnupfen-Problemen zu kämpfen haben – sprich: Weichei-Wallache – dürfen sie ab sofort im bereits wieder aufgebauten Carport des Wohnhauses wohnen. Da hat Johannes unseren armen Milchbubis ein überdachtes und gemütliches Strohbett eingerichtet. Sozusagen ein Interim-Bau bis es mit den geplanten Gebäuden weiter geht. Man braucht nicht extra erwähnen, dass die Jungs begeistert sind.

Sam
Goldgelbes Sonnen-Strohbett im Carport – Foto: privat

Die Jungs-WG hat auch Zuwachs bekommen. Gestern wurden „Gladi“ und sein neuer Kumpel „Troy“ in die Herde integriert. „Universo“ war die letzten Wochen zum „Arbeitsurlaub“ unterwegs und kam ebenfalls heute wieder zurück in die Herde. Integration funktioniert bei uns so: Tür auf, Ponys rein, Tür zu, Fotos machen. Fertig.

Die Trails bieten genug Platz zum Ausweichen und Verteilen. So ist die neue Rangordnung, bzw. der Herdenfrieden in spätestens zwei Tagen wieder auf Normalzustand. Natürlich wird das überwacht, aber wir haben festgestellt: Die machen das schon. So finde ich es auch stressfreier, wie immer mal wieder halbstündiges oder stundenweises reinlassen in die Herde und dann wieder raus nehmen. Das hin und her macht viel mehr Stress, wie einmal größerer Stress. Die Ponys müssen es ja sowieso irgendwann miteinander ausmachen.

Herde
Troy, Gladi und Universo im Trail – erst mal ne Runde rennen! – Foto: Yvi Tschischka

Klickertraining mit Anja?

06. Januar 2017:

Wie schon im letzten Blogpost schriftlich festgehalten bin ich grad hart am „Klickern“. Wobei das „Klickern“ sich momentan in einem semi-unprofessionellem Koordination-Klick-Pony-Was-Will-die Olle-eigentlich-Stadium befindet. Aber egal. Hauptsache Spaß. Und den hatten Yvi und ich auf jeden Fall .-)

Hier zeigen wir eigentlich:

  1. Konditionierung auf den Klicker.
  2. Konditionierung auf das Target (Fliegenklatsche) über freies Formen noch ohne Signal – Signalwort „Touch“ kam dann erst die nächsten Male dazu.
  3. Wer Anja ist.
  4. Alberne Hühner mit laufendem Pony im Roundpen. Ganz fürchterlich.
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