Del Cavador

IDMG2017 – Zwei Finos wie Pech und Schwefel?

24.08. bis 27.08.2017

IDMG 2017 – Holzpferdekumpel – Lena Strothmann Photographie

Endlich war es wieder so weit: IDMG-Zeit! Auf dieses Turnier freuen wir uns jedes Jahr, weil es einfach Spaß macht mit so vielen verschiedenen Gangpferderassen und Gangpferdemenschen zusammen ein paar schöne Tage zu verbringen. Dieses Jahr kam noch der Bonus neue Lokation dazu. Yvi und ich waren nämlich noch nie in Birrekoven und schon ganz gespannt den Hof von Ingrid Pinnecke-Arenz in Alfter (Bonn) kennen zu lernen.

Um erst mal in Ruhe ankommen zu können und um selber die Gelegenheit zu haben die Umgebung zu erkunden sind Yvi und ich bereits Mittwochs angereist, obwohl erst Donnerstag Nachmittag unsere erste Prüfung stattfand. So ein Turnier ist für uns immer „Urlaub“ – also Zeit fern von zu Hause mit anderem Tagesablauf – weil für „richtigen“ Urlaub reicht es dann halt einfach nicht mehr. Und Urlaub ohne Pferde ist ja auch irgendwie kein richtiger Urlaub!

Wir sind also gut durchgekommen (Danke A3 – kein Stau! – Danke Marc-Uwe Kling und dem Känguru, welches uns unterwegs gut unterhalten hat). Die Ponys durften in ihre Turnierunterkunft einziehen. In der kleinen Reithalle waren großzügige Panel-Boxen aufgestellt und Jacinto und Diosa durften dort wohnen. Zu Essen gab es lecker Heulage, die vor allem Jacinto sehr gut geschmeckt hat. Ich glaube das war das erste Turnier, an dem er nichts abgenommen hat, sondern vielleicht sogar eher zugenommen hat. Auf jeden Fall haben sich die Ponys wohl gefühlt! Das ist die Hauptsache!
Positiv fand ich auch alle Helfer am Hof: Alle haben super mitgedacht und reibungslos für einen perfekten Ablauf des Turniers gesorgt.
Nachdem die Ponys betüddelt waren ging es für uns erst mal ins Hotel und die Gegend checken. Wir mögen es ja beide sehr gerne in der Fremde erst mal zum Einkaufen zu gehen und zu gucken, was es unterschiedliches gibt, oder wie andere EDEKAs* so aussehen. Und in NRW kann man bis 22 Uhr einkaufen gehen! Ding-Ding-Ding! Perfekt! Ich bin ja eher ein Spät-Mensch. Also Morgens machmal aktiv, aber Sozial-Kontakte sollte man mir erst später am Tag angedeihen lassen. Also ist Abends einkaufen perfekt für mich.

Am Abend sind wir noch eine Runde durch den Wald mit den Ponys gedreht und haben versucht eine Aussichtsplattform zu finden, um von Birrekoven aus über Bonn und den Rhein blicken zu können. Haben aber nichts entdeckt, außer schönem Wald und ganz viel Idylle.

Nirgends ist man sicher! – Foto: Privat

Der Donnerstag war dann erster Prüfungstag. Ganz gechillt erst am Nachmittag, so konnten wir schön den anderen Startern zusehen und uns der Aufnahme isotonischer Getränke** widmen und dabei in der Sonne herumhängen und mit Leuten quatschen. Zwischendurch sind wir noch unsere Dressur-Prüfungen geritten: Diosa und Yvi die Mittlere Rittigkeit und Jacinto und ich die Schwere Rittigkeit. Ja, Schwamm drüber … Frau Sumpf ist durch die Prüfung „gemöht“ *** und Herr Zwerg durch die Prüfung gehops-trallalat****. Aber wir wollten unbedingt bei der diesjährig erstmalig stattfindenden „Gaited Working Equitation“-Wertung mitmachen. Die besteht aus der Rittigkeit Mittel oder Schwer, dem Schweren Trail und einer Gangprüfung. Und ich finde die Idee Super, weil es einfach Spaß macht und die Vielseitigkeit der Pferde unter Beweis stellt. Und ich hoffe, dass diese Idee weiter ausgebaut wird. Zum Beispiel mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. An diesem ersten Versuch starteten jedenfalls 11 Teilnehmer – was dem Schweren Trail eine so hohe Starterzahl wie noch nie einbrachte 🙂 und eine Menge Spaß gemacht hat. Wir haben uns nämlich untereinander gut verstanden und hatten ziemlich viel Spaß auch abseits der Prüfungen.

Freitag und Samstag waren dann Vorentscheidungstage. Diosa und Yvi sind in der Naturtölt und in der Pleasure Gang gestartet. In der Pleasure konnte sie sich den Platz für das A-Finale sichern. Jacinto lief in der offenen einfachen Töltprüfung. Da haben wir es sogar in das A-Finale geschafft. Keine Ahnung wie, denn Jacinto fand den Boden vor und auf der Ovalbahn ätzend. Kleine Steinchen. Es war sowieso ein Wunder, dass Frau Sumpf auf dem Boden so toll gelaufen ist. Sie ist nämlich komplett unbeschlagen und rumpelt tatsächlich über alles drüber. Das Pony ist unverwüstlich.

Was uns am Samstag auch super gefallen hat war die leider einzige****** Paso Fino Prüfung am Turnier – die Country Pleasure. Nachdem das für uns eher ein Zeigen der Finos war (weil eine Prüfung mit zwei Leuten ist keine Prüfung, schon gar nicht, wenn einem beide Ponys gehören, dann gewinnt man immer! :-)) wollten wir ein ganz hartes, ungewöhnliches Workout, damit wir einfach ein bisschen die Vielseitigkeit der Pferde und der Prüfungs-Möglichkeiten demonstrieren können. Wir durften also Tölt um die Richterzelte zeigen, Sounding-Bord mit Stehen Bleiben, Auf- und Absteigen und Rückwärtsrichten. Und die Prüfung hat so total Spaß gemacht! Unsere Ehrenrunde im Galopp hat das dann noch abgerundet. Richtig gut. Dafür ist unsere Sportwartin Britta Mülle extra für uns angereist, um die Prüfung zu ehren 🙂

Foto: Ellen Vierhaus

Der Samstag Vormittag war auch dem Trail vorenthalten. Sprich um 8 Uhr am Turniergelände sein und mit Stephan Vierhaus den Parcours abgehen. Lustig wie immer. Der Trail geritten war auch nicht so schlecht. Jacinto hat mehr ordentlich gemacht wie in Hünxe – gut das Stangen-L hat er komplett zerstört. Die Brücke hat er natürlich NICHT betreten, aber diesmal sind wir wenigstens durch das Tor gekommen und Jacintos Sprung war der Beste. Und meine Bögen und Slaloms fand ich auch sehr gut. Der Stier war auch getroffen und ich habe mir auch extra Mühe gegeben dabei Böse zu gucken*****. Das soll man nämlich 🙂 Diosa war auch sehr gut. Sie hat alles gemacht. Yvi war zwar nicht so zufrieden, weil Frau Sumpf immer nach Jacinto geschielt hat und demnach unkonzentriert war, aber es hat immerhin für einen 3. Platz in der Gesamtwertung gereicht. Da kann man doch nicht Meckern!
Auf jeden Fall ein großes Dankeschön an Stephan Vierhaus für diesen Trail-Parcours und für die Idee mit der Gaited Working Equitation – und dank Signum Sattelservice hat jetzt jedes meiner Ponys so eine schicke, prollige Gaited Working Equitation-Satteldecke. Es gab nämlich für jeden Starter vorab schon mal so eine schöne Satteldecke. Läuft. Mehr wollte ich gar nicht.

Trail Schwer – Motiv Böser Blick am Stier – Foto: Rico Abendroth

Den Workshop mit Andrea Jänisch und Stephan Vierhaus am Sonntag konnten wir leider nicht besuchen, weil Yvi noch eine Prüfung geritten ist. Schade. Das war super interessant und wäre sehr lehrreich gewesen. Nach Yvis Pleasure Prüfung durfte ich mit Jacinto noch mal die Brücke am Trail versuchen – und mit Sumpf zusammen ist er dann drüber. Jacinto und ich haben auf jeden Fall eine Menge Hausaufgaben.

Nachdem wir dann eigentlich nur noch auf die Gesamtehrung gewartet hätten, haben wir beschlossen schon am Nachmittag nach Hause zu fahren, um nicht mitten in der Nacht noch mit Hänger und Ponys herum rangieren zu müssen, sondern gemütlich fahren zu können. Außerdem waren wir nach vier vollen Tagen doch etwas Platt!

Foto: Lena Strothmann Photography

Aber es hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht. Es war ein super organisiertes Turnier an einem sehr schönen Hof mit Blick über Bonn. Einziges Manko: Die blöden Steinchen auf der Bahn. Aber Versorgung, Organisation, Spaßfaktor und isotonische-Getränke-Versorgung waren Topp! Vielen Dank an alle Helfer, alle Beteiligten, alle Teilnehmer und alle Gäste. Ihr seid alle Fantastisch!
Und wir haben eine Menge neue Leute kennen gelernt – und viele „alte“ Leute getroffen – vielen Dank dafür. Und damit freuen wir uns auf nächstes Jahr! Und darauf alle wieder zu sehen!

#wirliebengangpferde #youhavetobeinintowinit #IDMG2017

Guckst Du hier ganz viele Fotos: Lena Strothmann + Marina Wroblowski + Ellen Vierhaus + Interessengemeinschaft Gangpferde (Fotos: ganz viele verschiedene Alben)

 

*         willkürlich ausgewählter Name – es gibt auch noch E-Center, ALDI, Norma, Lidl, Rewe, Tengelmann, Plus … ne Plus gibts nicht mehr, die sind den Schleckers in die ewigen Jagdgründe gefolgt ….
**       Radler und Kölsch
***     Das Pony entwickelt in seiner Schwangerschaft eine irrationale Angst alleine gelassen zu werden und artikuliert das lautstark und andauern in die Öffentlichkeit. Gerade auch dann wenn es KEINER hören möchte.
****   Gangsalat. Passgurke. Schrecklich unlocker. Dafür schaut es nett aus und kann gut fressen.
***** … hat ihr wahres Gesicht gezeigt …..
******    Leute, kommt unbedingt auch mit Euren Paso Finos zur IDMG – es macht Spaß!

 

Turnierstatistik für Diosa und Jacinto: 
Diosa:
Pleasure Gang:  3. Platz (6) – Wertnote: 5.87
Naturtöltprüfung: 12. Platz (15) – Wertnote:  4,97
Country Pleasure: 1. Platz (2) – Wertnote: 6.0
Mittlere Rittigkeit: 10. Platz (14) – Wertnote: 4,25
Trail Schwer: 3. Platz (13) – Wertnote: 6,28

Jacinto:
Einfache Töltprüfung: 8. Platz (14) – Wertnote: 5,67/5,03
Country Pleasure: 2. Platz (2) – Wertnote: 5,0
Schwere Rittigkeit: 9. Platz (11) – Wertnote: 4.46
Trail Schwer: 10. Platz (13) – Wertnote: 4,44

Gaited Working Equitation-Wertung:

GWE-Wertung – Quelle: IGV-Online

 

Und damit bleibt nur noch zu sagen: Wir sehen uns nächstes Jahr zur IDMG 2018!

Die IDMG2017 Kaffeebecher gab es für jeden Teilnehmer mit der ersten Füllung umsonst – Foto: privat

Heidegeister?

18. bis 20. August 2017:

Dieses Wochenende stand unter dem Zeichen Heidegeister und Fotoschnicksen … oder heißt es Heidschnucken und Fotogeister? Jedenfalls habe habe ich Yvi in die schöne Südheide begleitet. Wir waren schon total beeindruckt von den schnurgeraden Straßen die dort hin führen. Über 50 km schnurstracks gerade aus. Ein ganz anderes Fahrgefühl. Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, erkannt haben, dass wir im Niemandsland was WLAN und Telefonverbindungen betrifft gelandet sind und diesen Schock verdaut hatten, sind wir erst mal Heide gucken gegangen. Wir haben den Nachmittag mit dem Besuch dreier verschiedener Heideflächen verbracht und waren sehr angetan von der schönen Gegend. Pferde gibt es hier wie Sand am Meer. Alle Nase lang fährt ein Pferdehänger vorbei. Überall sind Ställe und Reiterhöfe. Die Heide ist durchzogen mit Naturhindernissen und schönen Reitwegen. Ein richtiges Reiterparadies! Und die Heide riecht ziemlich angenehm.

Die schöne Heide – Foto: privat

Am Abend erreichten Lina und Olaf mit den beiden Paso Peruano-Wallachen Pablo und Volantin das Hotel. Hier kann man nämlich auch super mit Pony Urlaub machen! Nach einem gemütlichen Abendessen in der Alten Fuhrmanns-Schänke und einem abschließendem Heidegeister-Umtrunk ging es dann aber erst mal schlafen. Der Samstag sollte mit einem Morgenshooting beginnen. Nix mit Ausschlafen und rumgammeln.

Unser Morgen-Shooting Pony hat dann allerdings kurz vor dem besten Morgen-Sonnenstand beschlossen, lieber nicht fotografiert zu werden und flitzte Richtung Kumpel nach Hause. Gottseidank ist er uns im Naturschutzgebiet Südheide nicht verloren gegangen. Stellt Euch mal vor, er würde jetzt als lebender Heidegeist umher tölten und Nachts heimlich in Koppeln einbrechen, Möhren klauen, sogar andere Ponys befreien und eine Herde Geisterponys um sich sammeln. Robin Hood, König der Möhren! 🙂 Aber alles ist gut gegangen, wir haben den Geist schnell wieder eingesammelt (er hat ja auch Spuren gelegt … er ist halt doch ein gutmütiger Geist), aber das Zauberlicht konnten wir nur im vorbei huschen wahrnehmen.

Am Vormittag besuchten uns noch Nadine und Celine Schuhmacher mit ihrer Rocky Mountain Horse Stute Nikki zum Shooting. Die hübsche Scheckstute haben wir ja schon letztes Wochenende in Hünxe kennen gelernt. Nach einem entspannten Shooting sind Yvi und ich erst mal WLAN und Kaffee suchen gefahren. Zwei starke Suchtmittel. Dabei war gleich etwas Sightseeing angesagt, wenn man schon mal da ist, kann man ja ein bisschen gucken.

Guckt Euch ein ähnliches Bild bei Yvi Tschischka Photography an im Vergleich 🙂 – Foto: privat

Den späten Nachmittag versüßten uns dann Sabrina Scherweit mit ihrer Familie, „Dotty“-Pony und Kentucky Mountain Horse „Honey“ ebenfalls zum Shooting. Honey hat mit ihrer schönen Farbe übrigens perfekt in die Heide gepasst. Die letzten Abendsonnenstrahlen nutzen Lina und Olaf für Post-Wedding-Fotos mit (und ohne) ihren beiden Peruanos. Bei Yvi gibt es die Profi-Fotos zu sehen – guckt mal bei Ihr rein. Bei mir gibt’s dafür nur nett geknipste Bilder. Ich versuche mich momentan ein bisschen im Einstellungen finden und nicht im Automatik-Modus zu fotografieren. Aber keine Angst, ich werde kein Fotograf 🙂 Nachdem auch das letzte Sonnenlicht ausgenutzt war, wurde der Fototag dann noch mit einem Besuch beim Griechen mit viel Quatschen – natürlich über Pferde – beendet. Nachdem es in der Heide eher ruhig zugeht und nicht bis ultimo Essen gibt, muss man den Tag über schon planen. Aber dafür eignet sich die Heide wunderbar zum Abschalten und Ausruhen. Was mich dort auch sehr beeindruckt hat sind die Sterne – die sieht man dort wunderbar ohne störende Großstadt-Lichter.

Honey und Sabrina in der Heide – Foto: privat

Am Sonntag standen dann noch einmal Volantin und vor allem Pablo vor der Kamera – diesmal im traditionellen peruanischen Outfit. Allerdings haben wir erst ausgeschlafen und gemütlich gefrühstückt. Ein bisschen Urlaub braucht der Mensch ja schließlich auch 🙂 Eines kann ich schon mal sagen: ich mag die Heide. Es hat etwas ziemlich beruhigendes in ihr herum zu sitzen, den Bienen zuzuhören, dabei den Geruch einzuatmen und den Blick schweifen zu lassen.

Am Nachmittag durften wir noch bei Scherweit’s Mountain Horses Station machen und Sabrina und Steffens Hof besuchen. Ein Träumchen sag ich! Wir durften bei einem Ausritt den stufenlos verstellbaren Naturtölt der Mountain Horses genießen. Das sind wirklich tolle Pferde, schöne Farben und klare Köpfe. Die perfekten Begleiter für alle Lebenslagen. Leider ging es für uns dann wieder zurück auf die Autobahn, um nach Hause zu fahren. Ich sag nur A7, du Quell unerklärlich stockenden Verkehrs, gerade zwischen Hannover und Kassel – ich liebe es … NICHT. Jedenfalls dauerte es ein bisschen bis die 440 km geschafft waren und sogar ich als Hardcore-Autofahrer war dann doch geschafft. Aber es hat sich gelohnt! Ein tolles Wochenende mit ganz lieben Menschen, neuen Eindrücken und in schöner Kulisse. Was will man mehr?

Celine und Nikki – Foto: privat

 

Peruano Luces del Norte
Scherweit’s Mountain Horses

Gaited Working Equitation in Hünxe?

12./13. August 2017:

Drachenpony in Entspannt – Foto: Yvi Tschischka

An diesem zweiten Augustwochenende besuchten Yvi und ich erstmals Familie Vierhaus in Hünxe (NRW). Dort fand das zweite Turnier auf dem neuen Hof statt. Und zwar ein Gaited Working Equitation & Working Equitation Turnier. Also Dreigänger (Leistungsklasse WA) und Tölter (in zwei Leistungsklassen: Mittel und Schwer) zusammen. Für das „kleine“ Hausturnier fanden sich knapp über 40 Starter ein. Als Richter konnten wir uns auf Günter Schulz freuen.

Yvi hatte die Kamera im Gepäck und ich das Drachenpony und Jacinto. Für Jacinto sollte es ein Test für die IDMG werden – dort habe ich ja leichtsinniger Weise die Schwere Rittigkeit und den Schweren Trail genannt, um in die Gaited Working Equitation-Wertung zu kommen. Komplettiert wurde die Nennung mit der „Einfachen Töltprüfung“ und dem „Speedtrail“. Ambitioniert, aber man lebt nur einmal – da kann man schon mal über seine Verhältnisse hinaus nennen. Das Drachenpony „durfte“ einfach so mitkommen, damit Jacinto nicht alleine Hänger fahren muss. Und weil es schon dabei war, durfte es auch zwei Prüfungen starten. Ansonsten hätte es sich wahrscheinlich nicht aus der Nähe des Heunetzes wegbewegt. Das Drachenpony verteidigt Ihr Essen nämlich ziemlich gut. So sieht sie leider auch aus. Also der Plan: Etwas Bewegen zwischendurch schadet nicht. Nachdem Gangprüfungen mangels fehlendem „zweiten“ Gang nicht in Frage kommen, musste das Drachenpony den mittleren Trail und den Speedtrail machen. Da lässt sich das als Einziges erfolglos kaschieren.
Nachdem wir eine Anreise von 409 km einfach haben, sind wir bereits Freitag Vormittag losgefahren, um rechtzeitig anzukommen und um den Ponys ein bisschen Ruhe vor dem Trubel zu gönnen. Wir hatten einen schönen festen und halb überdachten Paddock mit einem großen Baum, und dem Heulager gleich im Rücken. Perfekt. Den Hänger konnten wir auch direkt dort parken. Wunderbar.

Der Samstag als erster Turniertag startete leider feucht von oben. Regen. Bäh. Mein Telefon hat es optimistisch als „Niesel“ bezeichnet, was doch etwas untertrieben war. Aber egal, die gute Stimmung war nicht sonderlich beeinträchtigt, es gab ja trockene Sitzgelegenheiten, Kaffee, Kuchen und für uns Vegetarier den neusten Trend: Senfbrötchen 🙂 Den Vormittag über lief also das große Starterfeld der Dreigänger Worker Dressur (ich glaube 27 Starter), gefolgt von der Mittleren Rittigkeit (12 Starter) und der Schweren Rittigkeit (6 Starter). Wobei die Starterzahlen bestimmt nicht genau stimmen – Zahlen und ich mögen uns ja bekannter Weise nicht so.

Schwere Rittigkeit bei Regen – Foto: Yvi Tschischka – Es ist übrigens ziemlich genial seinen hauseigenen Turnierfotografen dabei zu haben 🙂 – Danke Yvi!

Jacintos und meine große Feuerprobe war die Schwere Rittigkeit. Und sie lief richtig gut. Nachdem Jacinto am Vorabend beim Abreiten so dermaßen einen auf Durchzug geschaltet hat und überhaupt nicht mehr klar Schritt gegangen ist – das Drachenpony dafür eine ganze Zirkelrunde Tölt gezeigt hat, war ich schon kurz davor, die Ponys einfach auszutauschen! Der Zwerg hat eine unerklärliche Ablenkung im Kopf durch ein Maultier namens „Bifi“ entwickelt. Jedes Mal, wenn Jacinto Bifi gesehen hat, war er durch und hat alles vergessen. Seine Contenance. Seine Erziehung. Wie stehen bleiben geht. Sehr seltsam. Wir müssen Diosa mal lange Ohren ankleben und gucken, wie er darauf reagiert. Ich habe das Pony noch nie so dauerhaft abgelenkt gesehen. Aber während der Rittigkeit war Bifi nicht da und Jacinto hat doch eine ganz passable Leistung gezeigt – wir wurden sogar Zweiter nach Kaja Stührenberg mit ihrem Nuno. Hierfür gab es übrigens eine schicke Satteldecke mit „Gaited Working Equitation“ Bestickung von der Firma Signum Sattelservice. So eine wollten wir nämlich gewinnen, damit jedes Pony eine hat. Auf der IDMG gibt es diese schicken Schabracken nämlich auch für jeden Starter, die die „Gaited Working Equitation“ überhaupt startet. Super oder? Und nachdem dort Diosa und Jacinto dabei sind, musste noch eine für das Drachenpony gewonnen werden. Erledigt. Die To-Do-Liste war damit also schon voll: Hof von Vierhausens besuchen, die Schwere Rittigkeit testen und eine Satteldecke gewinnen. Läuft.

Jacinto hat mich dann gleich noch in der anschließenden „Einfachen Töltprüfung“ überrascht, die hat er nämlich gewonnen. Keine Ahnung wie das kam, aber es hat mich gefreut! Wir hatten anscheinend noch genügend Bifi-Energie intus, die raus musste 🙂

Speedtrail Resi – Foto: Yvi Tschischka

Am Abend fand dann der Speedtrail statt. Drachenponys erster Auftritt. Und ich glaube sie hat gut Stimmung verbreitet. Auf so eine sehr explosive und „Wasistdas??“-Weise, aber Stimmung. Und sie war richtig gut! Also, bis auf den Teil, wo sie an Seitwärts und Tor „festgefroren“ ist, und ich mich dann noch verritten habe, aber der Rest war Bombe. Tonnen, Sprung, „Gummimatten“-Steg, Slalom, da kann man nicht meckern. Das Pony springt sogar an den Slalom-Pylonen fliegende Galoppwechsel! Alter Falter sag ich da nur!
Jacinto war leider nicht ganz so gut, er war ziemlich durch und überreizt, eigentlich hätte ich die Prüfung schon eher abbrechen müssen. Nachdem er nicht gesprungen ist, war mir eigentlich klar, dass er gerade nicht mehr wirklich „anwesend“ war. Aber wir haben noch einen sauberen Absprung hinbekommen und der Zwerg war dann auch relativ schnell wieder klar, als die beiden zusammen am Heunetz gemümmelt haben.

Sprung Jacinto im Schweren Trail – Foto: Yvi Tschischka

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Trails. Stephan hat auf seiner großen Reitwiese einen gigantischen Trail aufgebaut. Früh um 8 Uhr morgens war allgemeine Begehungen. Ich mag ja die Begehungen mit Stephan, die sind immer so unterhaltsam. Und dann ging es schon los mit dem großen Block der Dreigang-Starter im Trail. Einreiten, Bergauf ins dunkle Gebüsch, Glocke klingeln, wieder runter reiten, einen Natursprung, Garrocha aufnehmen und den Stier … äh … den Ring stechen, Garrocha wieder ablegen (im Schweren dann mit Garrocha weiterreiten) durch den Tonnen-Slalom (es heißt glaube ich korrekt Parallel-Slalom), dann in eine Gasse einreiten, und rückwärts raus (im Schweren Trail rückwärts einparken und rückwärts durch die Gasse), den Slalom anreiten, direkt gefolgt von einem Holzsteg in zwei Breiten (mit Fröschen an der Seite :-)), Seitwärts treten direkt nach dem Steg (im Schweren Trail in beide Richtungen), großer Bogen zu einer Silo-Ballen-Acht, das Tor (wahlweise Eisen-Tor oder Seil-Tor), Stangen L mit Glocke (vorwärts rein und rückwärts raus) – damit war Dreigang und Mittlerer Trail komplett, der Schwere Trail durfte noch mal über den Sprung und ins Gebüsch zum Glocke klingeln. Also definitiv machbar. Wenn die Ponys alles gut beherrschen. Zwischen den Hindernissen sollte Gang/Trab gezeigt werden. Jedenfalls war unser Richter Günter Schulz den ganzen Tag mit dem Trail beschäftigt. Wir konnten schön in der Sonne rumlungern und zusehen. So lässt es sich an einem Sonntag gut aushalten!

Ringstechen mit dem Zwerg – Foto: Yvi Tschischka

Meine beiden Ponys waren am Nachmittag dran. Das Drachenpony hat sich richtig gut geschlagen. Dafür, dass es nur zur Übung mitlaufen sollte, hat es sich sogar im Mittelfeld platziert, was mich natürlich sehr gefreut hat. Sie war sehr aufmerksam und fokussiert, aber auch sehr aufgeregt, aber immer kontrollierbar. Wir haben sogar ein bisschen schönen lockeren Tölt gezeigt. Jacintos Trail war nicht so gut, er war sehr aufgeregt. Es ist halt doch ein Glücksspiel bei ihm. Basics, die wir zu Hause geübt haben wie zum Beispiel das Tor, haben nicht funktioniert. Anscheinend muss ich das zu Hause noch einmal anders üben. Also die Übung mehr auseinanderfrickeln. Auswärts zeigen sich die Schwächen halt einfach gnadenlos. Dann hat man wieder was zum Üben. Der ewige Kreislauf 🙂 Auf den Steg ist er auch nicht drauf, aber auch das ist so ein Glücksspiel bei ihm. Entweder es funktioniert beim Anreiten, oder das wars. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Und es ist noch deutlich Luft nach Oben für einen ruhigen, korrekt gerittenen Trail. In der Schweren Wertung waren neben Jacinto (Platz 3 übrigens ….) noch Maren mit Bajar und Kaja mit Nuno, die beide einen wesentlich besseren Trail hingelegt haben! Toll gemacht Ihr Vier!

Racing Resi im Trail – die Signum Sattelservice Decke passt doch super zum Kopfstück oder! –  Foto: Yvi Tschischka

Dann war schon Abschlussrunde und das Turnierwochenende war schon wieder vorbei! Yvi und ich sind aber noch bis Montag geblieben, weil ich mir die lange Fahrt in der Nacht nicht antun wollte und weil Yvi ja noch ein paar Models vor der Kamera hatte. Da sind richtig schöne Bilder bei rum gekommen 🙂

Fazit: Ein richtig tolles „Haus“-Turnier. Vielen Dank an Familie Vierhaus fürs Organisieren, Veranstalten, Versorgen, Spaß haben lassen – und natürlich auch ein dickes Dankeschön an alle fleißigen Helfer, denn ohne die geht nämlich gar nichts – und an alle Teilnehmer und Besucher. Die 409 km haben sich auf jeden Fall gelohnt! Und wir kommen bestimmt wieder! Es war richtig schön bei Euch und wir hatten ganz viel Spaß!

Die Spannung steigt?

07. August 2017:

Die Spannung steigt – ab Freitag startet unsere F-O-E-Tour. Klingt geheimnisvoll oder? Bedeutet aber Yvi und Christine fahren drei Wochenenden am Stück an Orte, an denen sie vorher noch nie gewesen sind. Also „F“-antastische „O“-rte „E“-rkundungs-Tour. Wir starten dieses Wochenende mit der Teilnahme am Working Equitation Turnier von Gangpferde Vierhaus in Hünxe, nächstes Wochenende treffen wir uns zum Shooting in der Heide und dann geht es mit den Ponys zur IDMG nach Birrekoven. Andere Menschen fahren zwei Wochen in den All-Inclusive-Urlaub – ich habe Ponys.

Das mit der Working Equitation fand ich schon längere Zeit faszinierend, dachte aber immer: mit deinen hippeligen Finos brauchst Du damit gar nicht erst anfangen. Aber durch stete „Berieselung“ auf Messen und nach dem Horsemanship-Tag in Aegidienberg mit der Demo von Andra Jänisch, die dort einen WE-Trail vorgestellt hat und die „Regeln“ erklärte, haben wir zu Hause auch mal ein bisschen ernsthafter das Üben angefangen. Für mich gehört die Abwechslung zwischen Trail-Aufgaben und „normalem“ Reiten auch schon immer zum alltäglichen Training dazu.

Speziell haben wir „Tor“ durchreiten geübt. Das hat mich schon immer geärgert, dass ich das nicht kann. Wir haben seit Anfang des Jahres ein ordentliches Reitplatz-Tor und damit gab es keine Ausreden mehr, das nicht zu können. Mein Training fängt also meistens schon damit an, dass ich am Putzplatz aufs Pferd steige und in den Reitplatz hinein reite. Das war gerade für Jacinto eine richtig gute Übung. Der ist mir vorher immer am Tor rumgehampelt wie Hans im Glück auf Speed mit Turbolader im Hintern. Aber die regelmäßige Übung lässt uns jetzt zumindest das heimische Tor im Griff haben. Im wahrsten Sinne des Wortes. Gespannt bin ich auf fremde Tore!

Weiter habe ich mit Jacinto auch das Problem, dass er keine Geduld hat. Er will alles gleich erledigen und aus gruseligen Situationen ganz schnell wieder raus. Also Stangen-L zum Beispiel. Reinreiten geht gerade noch, dann entdeckt er, dass er von Stangen umzingelt ist und rumpelt wieder heraus. Mit dem Übungsansatz  gaaaaanz laaaangsam komme ich da nicht weiter. Jacinto verspannt sich und „explodiert“ sozusagen. Wenn ich die Übungen jetzt aber ein bisschen schneller verlange, dann baut sich bei dem Zwerg die angestaute Energie gar nicht so auf, bzw. bis er wieder draußen ist, ist alles vorbei und er kann sich wieder entspannen und bleibt so auch bei gefordertem langsamerem Tempo oft entspannter. Komische Welt, in der er da lebt. Aber da muss man auch erst mal dahinter kommen.

Jedenfalls traue ich mich dieses Jahr ernsthaft an gerittene Trails mit dem Zwerg. Seinen ersten hat er ja in Friedberg schon ganz toll gemeistert. Sehen wir mal, ob das ein Zufalls-Treffer bleibt, oder ob der Zwerg jetzt insgesamt ruhiger und gelassener geworden ist. Jetzt brauchen die Ponys nur noch einen Besuch vom Hufschmied und dann können wir loslegen. Ich hoffe ja seit über einer Woche, dass die Eisen noch halten. Sie klappern gar furchtbar, aber bis jetzt ist alles noch dran! Ich bin auf jeden Fall ziemlich gespannt, wie die beiden Nicht-Alte-Hasen-Trail-Ponys in fremder Trail-Umgebung drauf sind.

Ach ja, und an die schwere Rittigkeit wagen wir uns auch erstmalig heran … Es ist also ein Jahr der spannenden Neuentdeckungen bei uns 🙂

Also hier mal eine kleine gefilmte Versuchsanordnung:

Drachenpony-Update?

01. August 2017:

 

Zeit für ein kleines Drachenpony-Update. Momentan haben wir ziemlich viel „Spaß“ mit den verschiedensten Trail-Hindernissen. Nach dem letzten Kurs mit John Palaez im April habe ich zusätzlich zu den Tipps, die ich dort bekam, angefangen Frau Resi mit abwechslungsreichen Dingen abzulenken. Neben kurzen Reprisen „schnelleres“ Tempo auf nicht zu großen Zirkeln/Volten baue ich immer wieder Trailaufgaben ein. Das kann sein seitwärts über eine Stange. Hinreiten an ein Tor. Die Wippe. Pylonen. Teppich am Boden. Reiten mit einer Gardinen-Garrocha. Da muss das Drachenpony nachdenken und wird abgelenkt. Gut, wir üben auch für das Turnier in Hünxe, da muss Resi nämlich mit. Damit sie raus kommt und in „Reise-Routine“ bleibt.  Aber letztendlich habe ich festgestellt, dass sie Dinge gerne voraus nimmt und dann Gangsalat und Hopsereien und Abläufe einbaut, anstatt aufzupassen, was ich eigentlich gerade von ihr will. Sie zieht ihr Ding durch, ohne Rücksicht auf Verluste.

Problem zwei ist, dass sie so ziemlich alles nach dem Motto: „Augen zu und durch“ angeht. Also wirklich alles. Von daher hilft ihr das langsame erarbeiten von Aufgaben auch etwas, um vielleicht einmal eine Idee davon zu bekommen, dass nicht das Erledigen der Aufgabe Ziel ist, sondern der Weg. Schritt für Schritt. Oft sieht das sehr hektisch und nervös aus. Und oft ersteckt sich diese Idee auch von zwei, drei langsamen Schritten am Anfang und dann wird weiter gehechtet, als ob der Teufel hinter ihr her ist. Was Frau Resi schon für Flitze-Abgänge von der Wippe gemacht hat darf man gar nicht zeigen. Aber ich rechne ihr hoch an, dass sie immer doch an jedes Hindernis heran geht. Zwar pustend und skeptisch, aber ganz oft ist sie doch unter der nervösen Fassade sehr neugierig und mutig. Man muss sie nur lassen. Oder zwischendurch vor sich selber retten. Und sie braucht wie Jacinto auch zwischendurch die Möglichkeit die angestaute Energie einfach durch schnelleres Tempo heraus zu lassen. Da reicht schon eine schnelle Volte oder eine halbe Runde schneller, dann geht es wieder. Dann wird wieder das Hindernis angegangen und man kommt einen „langsamen“ Schritt weiter. Irgendwann summiert sich das dann zu einem ganzen „langsamen“ Hindernis.

Gut, jetzt stellt sich die Frage: Muss ich das Pony überhaupt reiten? Wozu tue ich mir das immer wieder an? Insgeheim glaube ich schon, dass sie gerne arbeitet. Sie findet Lob nämlich auch ganz toll. Aber Lob gibt es nur, wenn sie nichts vorneweg nimmt und aufpasst. Frau Drachenpony ist ein Adrenalin-Junkie. Sie wird innerhalb von 0,01 Sekunden zum Tornado. Entspannen ist da schwierig. Aber mit der Zeit haben wir immer mehr Phasen, wo sie sich vom Wirbelsturm wieder zurück zum Schlapp-Schlurch-Pony holen lässt. Wir machen klitze-kleine Fortschritte. In den letzten Monaten hat sie keine unerklärlichen Aussetzer mehr im Gelände gehabt. Wir hatten sogar manchmal 50 Meter „schneller“ und dann wieder Schritt. Am Platz gibt es momentan nur noch kleine Aussetzer und keine kompletten Hirnabschaltungen mehr.

Ich konfrontiere sie mit ziemlich vielen Dingen, die sie gruselig findet, aber das hilft ihr (und mir bestimmt auch) weg von erlernten Mustern beim Antraben/Antölten zu kommen. Wenn sie sich nämlich auf gruselige Dinge konzentriert, dann klappt das mit dem „zweiten“ Gang oft ganz natürlich. Vielleicht bauen sich ja so Brücken in ihrem Gehirn, dass die „zweite“ Gangart doch nicht so schlimm ist. Gut, es macht ihr auch Stress sich mit „neuen“ Dingen zu beschäftigen, aber das Risiko gehe ich ein. Je mehr sie kennen lernt, desto weniger Stress hat sie auch.

Ich habe mir reiflich überlegt, ob ich ein Filmchen von ihr geritten zeigen soll. Schließlich sieht es schon sehr komisch für Otto-Normal-Reiter aus. Mir ist es aber letztendlich total Wurst, ob da irgend welche Menschen (die weder mich noch meine Pferde in Echt kennen) meinen, das wäre irgendwie schlecht oder falsch. Frau Resi ist speziell. Und wenn wer glaubt es besser zu können: der darf gerne Kontakt mit mir aufnehmen. Motto: Da sind die Zügel – ich halte die Kamera: los gehts. Aber ich checke, ob derjenige eine Haft- und Unfallversicherung hat. 🙂

Ich zeige zwei Filmchen, in denen man bestimmt eine Menge auszusetzen weiß, aber in denen man auch schöne Sequenzen von Frau Resi sieht. Und im Trail-Film sieht man sie sogar am ganz langen Zügel eine komplette Runde schön laufen und durchparieren. Und das sind so die Momente, in denen ich glaube ich sitze auf einem komplett anderen Pferd. Und so süchtig Resi nach den Adrenalin-Momenten ist, so süchtig bin ich nach den entspannten Resi-Momenten. Vielleicht gibt es ja doch irgendwann noch eine Angleichung an unsere jeweiligen Wünsche? Das wäre doch schön. Und so lange reite ich das Drachenpony weiter.

 

 

 

Wippen mit Frau Sumpf?

17. Juli 2017:

Unser Dieter hat ja eine ganz tolle Wippe für die Ponys gebastelt. Sie ist ziemlich schwer, wippt ziemlich hoch und kann auf Rollen auch von schwachen Frauen transportiert werden (wenn sie zu zweit sind). Wir haben sie am Reitplatz „aufgebaut“ und sind seit ungefähr zwei Wochen fleißig am „Wippen“ üben.

Die Ponys haben ganz unterschiedlich darauf reagiert. Diosa die coole Socke ist sofort drüber geschlappt. Einzig die Höhe und die Reifen waren dem Pony etwas suspekt. Aber wenn man diese Wippe kann, kann man glaube ich alle Wippen! Und ein kleines Manko hat unsere Wippe auch, sie ist leicht unwuchtig und kippt sofort zurück auf eine Seite. Aber wie gesagt, kann man diese Wippe, kann man alle Wippen! 🙂

Zuerst zeige ich mal was wir gestern mit Frau Sumpf auf der Wippe veranstaltet haben!

 

„Es war einmal….“?

15. Juli 2017:

 

Nachdem wir schon letztes Wochenende unterwegs waren, dachten wir uns: Hey, da geht doch dieses Wochenende auch gleich noch einer! Ein bisschen Abwechslung braucht der Mensch ja. Deshalb sind Diosa, Yvi, Jacinto und ich heute nach Langenzenn gefahren zum ersten Orientierungsritt des PSV Langenzenn-Wittinghof. Unsere Startzeit war richtig spät am Nachmittag, was total ungewöhnlich für einen Orientierungsritt ist. Ich hatte sogar noch Zeit Vormittags mit dem Drachenpony eine Runde im Gelände zu drehen.

Nach unserer Ankunft haben wir erst mal die Lage gecheckt und geguckt, wo es die wichtigen Dinge gibt: also Klo und Kaffee. Gestärkt und erleichtert konnten wir die Ponys in aller Ruhe fertig machen und Fliegensicher verpacken. Nachdem wir letztes Wochenende so geplagt wurden haben wir das volle Programm aufgefahren: Fliegenspray, Fliegendecke und Ohrenhäubchen. Obwohl es heute, dank annehmbaren Langärmel-Temperaturen gar nicht nötig gewesen wäre. Aber man weiß nie. Und schon sind wir auf die schöne Strecke durch den tollen Sandbodenwald bei Nürnberg gestartet. Übrigens war das Thema des Rittes „Es war einmal …. „ – mit dem Thema Märchen hat man mich immer sofort. Märchenritte sind immer toll! Erwünscht war zwar Verkleidung, aber wir waren da irgendwie uninspiriert. Es waren aber ganz tolle Verkleidungen am Start – total super!

Am Anfang bekamen wir Instruktionen und ein rohes Ei in die Hand gedrückt. Das sollten wir am Ende des Rittes wieder heil abgeben. Gut, dass ich noch meinen Kaffeebecher in der Hand hatte. Das Ei wurde also in eine leere Taschentuchpackung gesteckt, mit Taschentuch umwickelt und in dem Becher deponiert. Perfekt. Wir haben es heil wieder nach Hause gebracht. Insgesamt gingen nur zwei Eier ganz kaputt und eines hatte einen Sprung. Die Wertung dieses Rittes war Paarweise und insgesamt gingen (soweit ich richtig mitbekommen habe) 23 Paare an den Start.

Die zehn Kilometer lange Strecke führte gut markiert durch den Wald, unterbrochen von mehreren Stopps. Gleich am Anfang durften wir in unserer Paradedisziplin „Klopapier“-Reiten glänzen. Slalom im Paarreiten durch die Pylonen mit ungefähr sechs Blatt Klopapier dazwischen. Luxus pur – sind wir doch höchstens drei Blatt gewöhnt. Das mit den Pylonen könnten wir allerdings auch in unsere Paarreiten-Aussortierung mit einbauen!

Fliegenvermummt unterwegs bei den sieben Geißlein – Foto: privat

Kaum hatten wir uns an den schönen Wald gewöhnt kam schon der zweite Stopp: Dosenwerfen. Diesmal auf Zeit und die Zeit läuft unbarmherzig bis alle Dosen vom Tisch geschossen sind. Das durfte Yvi erledigen, die ja schon letztes Wochenende nahezu fast getroffen hatte. Und sie hat sogar alle Dosen vom Tisch gefegt … also gemächlich, aber immerhin! Weiter ging es durch den schönen Wald. Hier haben wir die dritte Station, eine unbemannte Rätselstation übersehen. Auch auf dem Rückweg sind wir hier nicht mehr fündig geworden. Aber egal.

Die nächste Station war dann „Tischlein Deck Dich“ in ganz gemein. Zwischen zwei Bäumen waren Seile gespannt mit Apfelstückchen dran, die man ebenfalls auf Zeit mit dem Mund ohne Hinzulangen fangen musste. So was mag ich ja gar nicht, weil ich essenstechnisch voll Etepetete bin, aber das ist gar nicht so einfach! Schlüpfrige kleine Scheißerchen, um es mal mit einem einem Filmzitat zu sagen! Die Ponys haben sich jedenfalls über die Äpfel gefreut.

Und weiter ging es durch den Wald. Die nächste Station waren der „Wolf und die sieben Geißlein“ – sieben Steine vom Pony aus in einen Eimer werfen, natürlich auf Zeit! Hier durfte ich mal wieder meine spärlich vorhandenen Wurfkünste einsetzen.

Als nächstes kam eine Stopp, bei dem man eine vorgegebene Strecke so langsam wie möglich Galoppieren sollte. Das durften Yvi und Diosa machen, wobei die ganz schön flott unterwegs waren. Dann blieb ein schönes Stück reiten durch den Wald zurück zum Hof übrig. Hier haben wir uns noch mit dem mitbekommenen Fragebogen beschäftigt. Hier gab es ein paar Reiter- und viele Märchenfragen zu beantworten. Und eine Frage zum Schuh des Manitu! Zu dem Film können Yvi und ich ja alle Fragen beantworten, weil wir das Hörspiel im Auto oft bei langen Strecken exzessiv hören.

putzige Details – Foto: privat

Am Springplatz gab es dann noch eine Fino-Spezial-Disziplin: Wasserkrug im Trab/Tölt um eine vorgegebene Strecke transportieren und möglichst wenig verschütten. Yvi und Diosa haben das perfekt demonstriert. Dafür musste ich mir dann die Augen verbinden lassen und mich durch eine Stangengasse mit mehreren Ecken „führen“ lassen. Also Yvi auf Diosa geritten, die mich „nebenbei“ durch die Gasse manövriert. Das fand ich ziemlich spannend und das hat auch ziemlich gut geklappt. Sofern man mir nicht Begriffe wie „links“ und „rechts“ zuruft funktioniert das auch ganz gut.

Regenbogenkuchen ❤ – Foto: privat

Nachdem wir die Ponys versorgt hatten durften/mussten 🙂 wir noch zum Abschluss auf dem Fischteich im Schlauchboot paddeln. Natürlich wieder auf Zeit. Das gibt glaube ich Muskelkater in den Oberarmen! Die Ponys konnten in einem Paddock ausruhen und wir haben uns an der Salatbar vergnügt und ein bisschen Kuchen gegessen. Leider hat es bis zur Siegerehrung ziemlich lange gedauert und wir hatten dann irgendwie ein kleines Durchhänge-Müde-Kaputt-Tief. Wahrscheinlich zu wenig Koffein im Blutkreislauf. Aber insgesamt war es ein sehr gelungener erster Orientierungsritt. Wir hatten Spaß, die Strecke hätte gerne noch länger durch den schönen Wald führen können und das Orga-Team und alle Helfer waren nett und gut gelaunt. Was will man mehr?

Übrigens sind wir auf Platz 16 gelandet – aber halt auch ohne Verkleidung und mit einer fehlenden Station. Aber es kommt ja nicht darauf an zu gewinnen, sondern Spaß zu haben – und den hatten wir auf jeden Fall! Und ich mag die Gegend um Nürnberg mit diesem tollen Wald und den schönen Wegen, schon alleine deshalb lohnt es sich den Hänger zu packen.

Shoppen in Grauen Wänden?

Juli 2017:

Es ist mal wieder Zeit für ein kleines Stall-Update – bzw. eher Shop-Update! Das mit dem Shop wird jetzt nämlich so langsam ernst. Wir erinnern uns: Im Winter haben die Bauarbeiter das Fundament und die Bodenheizung gelegt. Dann kam lange nichts als Regen, Sonne und Wind und im Juni hat sich dann wieder einiges getan. Somit fängt auch das letzte „Wiederaufbau“-Gebäude an langsam in Form zu kommen – der Paso-Shop!

Wir freuen uns! Ich hoffe ja auf einen kuschelig warmen Fußboden im Winter, dass ich zwischen zwei Ponys bei einem koffeinhaltigem Heißgetränk meine Latschen aufwärmen kann 🙂 … oder wahlweise im Sommer gut gekühltes Schöfferhofer Grapefruit süffeln kann (… kleiner Insider …)!

Shop von Innen – ohne Dach – Foto: privat

Es ist immer lustig zu beobachten, dass die Gebäude immer zuletzt erst das Dach aufgesetzt bekommen. Jedenfalls hatten es die Jungs nicht leicht in der ersten Hitzewelle auf der Baustelle. Respekt dafür.

 

Shop in Grau von außen. Das ist übrigens der Blick vom „unteren „Stall aus – Foto: privat

Auf jeden Fall wird es ein funktional-schönes Gebäude. Ich bin schon gespannt auf den Innenausbau 🙂

 

nochmal der selbe Blick, diesmal mit Dach 🙂 – inzwischen sind auch schon Fenster drin – Foto: privat

Blick hier wäre (v.l.n.r.): „Aufenthaltsraumtür“, 2 Toiletten-Türen, Lager- und Shop-Tür. Der Shop bekommt nämlich jetzt ein Lager und ein Büro. Mit ganz viel Licht. Und wie gehabt mit Blick auf die Männer-WG.

Von Drinnen, Shop-Raum, Blick auf Lager (noch Wandlos) und zukünftiges Büro (mit Fenster) – Foto: privat

Sieht doch schon mal fast gemütlich aus oder? Auf jeden Fall wollte ich Euch den Roh-Zustand schon mal zeigen. Schließlich kann das ja bei uns immer mal zwischendurch ganz schnell gehen!

 

„Innenausbau“ von der anderen Seite aus. – Foto: privat

Also drückt uns die Daumen, dass auch dieser Abschnitt bald reibungslos fertig wird! Ich bin mir sicher, es gibt eine Einweihungsfeier für alle, die live mit dabei sein möchten  … und ich hoffe noch in diesem Jahr! 🙂

 

 

Orientierungsritt in Eisingen?

09. Juli 2017:

Heute waren wir wieder einmal Orientierungsritt-Technisch unterwegs. Diesmal sogar mit Jungspund-Beistand. Universo del Gavilan durfte mit Nadine heute seinen allerersten Orientierungsritt bestreiten. Und der Bubi hat das richtig gut gemacht. Gut, wenn er gekonnt hätte, hätte er sich ein paar mal ordentlich in die Hose gemacht, aber er hat alle Aufgaben trotzdem sehr fleißig und zuverlässig gemeistert. Eine gute Grundausbildung und behutsames und ruhiges Heranführen an verschiedene Aufgaben machen sich einfach immer bezahlt. Und die beiden alten Hasen Diosa mit Yvi und Jacinto mit mir sind ja auch gute Vorbilder. Meistens zumindest. Wir hatten eine frühe Startzeit, so konnten wir noch vor der großen Hitze den Großteil der Geländestrecke absolvieren. Es ging wieder sehr gut markiert zirka 15 km rund um Eisingen. Eine schöne, abwechslungsreiche Strecke mit Wald und Feldern. Und zwischendurch immer ein bisschen Wind und Schatten – also optimal.

Universo beim Schießen – Foto: privat

Zwischendurch gab es auch ein paar Stopps mit kleinen Aufgaben. Der Erste war natürlich der Klassiker schlechthin: Dosenwerfen vom Pferd aus. Eine Aufgabe, bei der ich grundsätzlich daneben schieße. Yvi übrigens auch. Nadine trifft immer ganz gut, die kann auch gut mit Pfeil und Bogen schießen. Oder mit Messern. Oder mit beidem gleichzeitig 🙂

Ohrenhäubchen für Alle! – Foto: privat

Dann ging es noch etwas auf und ab durch die schöne Landschaft bis zum alten Springplatz. Hier gab es Getränke und einen Snack für die Reiter und Aufgaben für die Ponys. Als erstes durften wir mit einem Cacher acht Badeentchen, einen Fisch und einen Frosch aus einem „Teich“ retten. Gut, dass wir neulich erst mit Besenstil in der Hand auf dem Reitplatz geübt haben. Hier haben alle Ponys gut mitgemacht. Jacinto immer in Bewegung, Diosa stoisch stehend und Universo hatte mehr Angst vor dem Stecken als vor den Enten. Also alles im grünen Bereich. Anschließend durften wir einen kleinen Natursprung versuchen und mussten durch drei Pylonen-Tore einen großen Zirkel galoppieren. Alles machbar. Dabei hat Universo sogar die ersten Galoppsprünge entdeckt. Das hatte er bisher nämlich noch nicht im Repertoire.

Sonnenbrillen-Wasserkrug-Trabstangen Foto: Privat

Weiter ging es über die nächste Anhöhe und dann erst mal über zwar löchrige, aber schöne Feldwege. Am Waldrand entlang konnten wir ein schönes langes Stück schön Tölten und sozusagen Kilometer fressen.
Kurz vor Ende gab es dann noch einen Stopp mit verschiedenen Fragen, die aber auch nicht allzu schwer waren. Zum Beispiel: „Nenne drei Teile einer Trense“, „Nenne drei Teile eines Sattels“ und „Nenne drei Giftpflanzen“. An der Reithalle der Pferdefreunde Eisingen zurück war dann noch ein Trail aufgebaut. Hier hatten wir zwar etwas Stau bis wir dran waren, aber auch eine schöne schattige Bank zum Ausruhen.
Der Trail war dann auch gar nicht so schlimm. Als erstes bekamen wir einen Krug Wasser in die Hand gedrückt und sollten damit Stangen übertraben. Äh … ja … das Schwierigste daran ist übrigens bei Fino-Reitern (die die Champagner-Tölt-Klassen immer mitmachen, um Gratis Sekt abzugreifen…) eigentlich, dass man nicht versucht den Krug mit dem Regenwasser leer zu trinken, so wie man das in der Prüfung gewohnheitsmäßig mit dem Sektglas macht.

Bank kehren – Foto: Privat

Dann haben wir uns mit der Luftballon-Gasse durchgemogelt, und sind einfach hintereinander durch die Gasse. Die war übrigens am gruseligsten, weil da so blaue Gymnastikmatten am Boden lagen. Flattertor = Schnarch, kein Problem. Witzige Idee war die Bierbank, die man mit einem Besen abkehren sollte. Das war mal was komplett Neues. Und der Klassiker schlechthin: Tisch decken! Diesmal in der Version von einem Tisch auf den nächsten Decken, aber mit Wasser in der Blumenvase. Hier hatte Jacinto auf jeden Fall seine guten fünf Minuten. Streber-Zwerg!
Danach haben wir die Ponys erst einmal nach Hause gebracht und uns selber auch ein bisschen abgekühlt. Es hat nämlich schon wieder ekelig-schwüle über 30°. Zur Siegerehrung sind wir dann gerade noch rechtzeitig zurück gekommen. Jacinto war dieses Mal der Streber der Gruppe mit Platz 22 und Diosa und Universo folgten ein paar Plätze danach. Insgesamt waren um die dreißig Starter dabei. Also ein kleiner, aber feiner Orientierungsritt, den wir auf jeden Fall wieder besuchen würden und der uns viel Spaß gemacht hat. Vielen Dank an die Organisatoren der Pferdefreunde Eisingen – wir sehen uns bestimmt nächstes Mal wieder!

Lechleite 2017 – Ich war dabei?

Mein Leihpony Anastasia am Board – Besitzer: Britta Mülle – Foto: Yvi Tschischka ❤

23. bis 25.06.2017

 

Donnerstag: 
Hitzewelle in Deutschland – was machen Yvi und Christine? Genau, Hänger packen und mit den Ponys ab auf die Autobahn. Bei 35° im Schatten. Bekloppt. Wir waren aber präpariert. Der Hänger war auf Durchzug gestellt, Reservewasser im Auto und der feste Wille nicht im Stau stehen zu bleiben, weil dann wäre es tödlich geworden. Während der Fahrt ist es erstaunlich angenehm da hinten. Es war doch eine gute Idee damals für die Ponys einen hellen Großpferdeanhänger zu kaufen, da zirkuliert mehr Luft. Die Ponys jedenfalls haben die Fahrt super überstanden und haben kaum geschwitzt. Aber vor allem Jacinto musste erst einmal ausgiebig wälzen und im hauseigenen Bach plantschen gehen.

Ziel war Islandpferde Lechleite in Friedberg bei Augsburg. Den Hof von Familie Frisch kennen wir ja schon, hier fanden schon einige feine Turniere statt. Dieses Jahr wieder unter dem Motto „Isi&Fino“ zusammen mit den Isländern, wie ich finde passt das sehr gut zusammen. Unser Starterfeld war mit knapp 20 Pferden ziemlich erlesen, aber auch wenig Pferde und dafür umso motiviertere Menschen können viel Spaß haben. Im Vergleich: bei den Isis waren es um die 80 Starter.

Wir sind bereits so früh angereist, um den Ponys noch ein bisschen Ruhe zu gönnen und den Freitag nicht ganz so stressig zu gestalten. Das Abenteuer des Tages fand dann im Finden unseres Hotels statt. Wir hatten diesmal ein Hotel direkt in Friedberg gebucht, eine umgebaute Villa im Industriegebiet – und es erst mal nicht gefunden … es liegt nämlich ganz unscheinbar am Ende einer Einbahnstraße umgeben von Industrie und dort vermutet man dieses Juwel eigentlich nicht. Mit dem Hotel waren wir diesmal sehr zufrieden.

Abends haben wir auch erstmalig einen Blick in die Stadt Friedberg geworfen und es ist wirklich idyllisch da – und eigentlich auch ziemlich groß. Wir haben zufällig einen Italiener gefunden, der uns noch warmes Essen gezaubert hat und dort haben sich dann nach und nach eine gute Runde Fino-Leute versammelt. Nicholas Burgos (unser Richter vom letzen Jahr hatte spontan beschlossen einfach just for Fun in Deutschland vorbei zu sehen und hier Spaß zu haben). Ein amerikanisches Ehepaar (Kunden unserer Richterin Sharon) aus den Staaten sind auch „einfach so“ vorbei gekommen, um die Show zu sehen. Was ich einfach erstaunlich und super finde! Auch die liebe Yvonne Bowen hat es sich nicht nehmen lassen, den Weg aus England hier her zu finden. Man könnte also durchaus sagen: Wir hatten internationales Publikum 🙂 Schön war auch, dass die Schweizer mit dabei waren: Claudia Greb kam mit zwei Pferden und Christian und Heidi leider ohne Pferde, aber dafür mit Wohnmobil und guter Laune.

Jacinto in Action – Foto: Yvi Tschischka

Freitag:
Das Turnier startete am Freitag Nachmittag mit der Einsteigerprüfung und der Pleasure Schooling, gefolgt von der Ausdauertölt. Dauerbrenner hier Helmut und Amapola, die mal wieder die Pole Position erritten haben. Jacinto und ich sind diese Prüfung auch gestartet. Und ich muss sagen, ich war sehr zufrieden mit Jacinto. Er hat sich gut geschlagen, hatte ein konstantes Tempo (nämlich immer hinter Encantador :-)) und auch eine konstante Gangart. Zwar kein super-duper-Tölt, sondern eher passig verschoben, aber konstant, das ist deutlich mehr, als letztes Jahr drin war. Von daher war ich durchaus zufrieden mit der Leistung. Ich möchte irgendwann für ihn ein Tempo finden, was schöner Tölt ist, aber trotzdem locker geritten ist. Ich möchte ein entspannt töltendes Pferd haben, damit ich auch in den anderen Gangarten Entspannung habe. Was ziemlich schwierig ist. Aber zumindest habe ich die meiste Zeit schon mal ein Pony, was entspannt ist. Und zwar in allen Lebenslagen. Richter-Technisch tut sich auch einiges bei uns: Claudia Metting war als Richter-Azubi die ganzen Tage mit Sharon Londono fleißig am Üben. Sharon hat gewohnt souverän gerichtet und auch zu jeder Prüfung ein Statement abgegeben. Außerdem hatte sie auch richtig viel Spaß mal wieder in Deutschland zu sein.

Am Abend war dann gemütliches Zusammensitzen an der Lechleite angesagt mit Sekt und einem ziemlich gutem Catering, die uns freundlich und lecker durch die Turniertage gebracht haben. Und das Brot mit diesem Radieschen-Aufstrich war mega-lecker. Bestimmt ein Thermomix-Rezept 🙂 Und ich habe gelernt, dass Croissants in Friedberg „Bamberger“ heißen. HmHm.

Am Abend durfte ich dann noch „Freisting“ und Anna-Lena kennen lernen. „Freisting“ ist das Reitbeteiligungspferd von der lieben Ann-Christin von Ponyliebe. Freisting und Anna-Lena hatten ein Shooting bei Yvi und nachdem die fiesen kleinen Mücken so dermaßen bissig waren, war das kein Spaß als Helfer im Gras zu hocken. Aber Freisting machte das so perfekt: Kamera an – Ohren vor, dass wir das Shooting in Rekordzeit im Kasten hatten. Auf der Bahn haben wir dann auch noch ganz tolle Bilder mit untergehender lila Sonne gemacht. Also Yvi, ich saß nur daneben und habe gutes lokales Bier gezischt. 🙂

Islandpferde Lechleite – Auf die Details kommt es an! 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Samstag:
Samstag war dann mein Hardcore-Prüfungstag. Yvi und Diosa starteten mit der Dreigang (die ich leider nicht gesehen habe, weil ich mit Jacinto abreiten war). Meike hat aber netter Weise für mich ein bisschen mitgefilmt und es sah richtig gut aus. Wir brauchen unbedingt Fliegenhauben für die Ponys. An der Lechleite wohnen ganz fiese kleine Mücken – scherzhaft Griebelmücken genannt – aber wahnsinnig nervig …. die gibt es bei uns nicht. Man findet doch immer noch neue Optimierungsmöglichkeiten für seine Turnierkiste. Da nutzten auch drei verschiedene Sorten Fliegenspray nicht mehr. Wir hatten nämlich praktischer Weise ein Fliegenspray gewonnen. Hat aber ehrlich gesagt auch nicht viel geholfen. Eigentlich hilft wirklich fast nichts, außer vielleicht hinter Tine und ihrer Knoblauch-Fliegenspray-Fahne her reiten. Das betäubt zumindest ein bisschen. Und zwar alles.

Springfino … der Hut ging dann doch verloren 🙂  – Foto: Yvi Tschischka

In meiner ersten Prüfung, der Country Pleasure L2 dachte ich mir, ich muss die Prüfung gleich wieder verlassen, weil Jacinto gar so hoppelig unterwegs war. Aber nach dem Handwechsel lief er sich einigermaßen ein und ich dachte mir, bleibste halt als Kanonenfutter für Tine und Yvi mit drin. Die Dressur B war dann dafür relativ gut – wir wurden sogar wieder erwarten mal nicht letzter, sondern zweiter! Dann durfte ich mit Anastasia die Pleasure starten. Vielen Lieben Dank noch mal Britta, dass Du mir die Gelegenheit gegeben hast, ein absolut geniales und arschgeil töltendes Pony unter dem Popo zu erleben. Die Energie dieses Pferdes ist absolut mega. Mit Anastasia hatte ich in der Pleasure das Board meines Lebens. Die Platzierung war mir dann schon komplett egal – der Reiz besteht darin ein fremdes Pferd so in einer Prüfung so vorzustellen, als ob man es ständig reitet. Also auf feine Übergänge achten und so weiter. Jedes Pferd tickt anders und ich genieße es fremde, toll gerittene Pferde auszuprobieren. Und in der Pleasure waren dann auch tatsächlich Knock-out-Workouts gefragt. Und das macht mit einem tollen Pferd auch wirklich Spaß.

Am Nachmittag hatten Tine und ich noch die Versatility. In dieser Prüfung werden Galopp, Zirkel im Galopp und ein Gehorsamssprung abgefragt. Diese Prüfung lief Gangtechnisch eigentlich richtig gut. Und der Sprung ist sowieso immer wieder Spaß. Jacinto zieht auf das Ding zu, als ob es ein 1,80 m Oxer wäre. Aber er übertreibt gerne ein bisschen. Jacinto war insgesamt entspannt und ich war erstaunt, dass er mit zunehmender Turnierdauer immer Besser wurde. Was ich als gutes Zeichen werte. Früher war er am ersten Tag gut und wurde dann konstant immer schlechter. Jetzt ist es umgedreht. Auch hat er dieses Mal nur sehr wenig abgenommen. Anscheinend haben wir es geschafft ihn möglichst wenig zu stressen. Läuft bei uns.

Yvi und Diosa in der Western Pleasure – Foto: „geklaut“ von Rico Abendroth (Dankeschön!)

Yvi und ich haben dann noch am Trailplatz den ersten beiden Fino-Reiterinnen im Isländer-Starterfeld zugesehen. Der Trail war nämlich auf zwei Tage verteilt, weil es eine gemeinsame Prüfung für Isis und Finos war. Dort hatten wir ziemlich viel Spaß, bis wir den Trail auswendig konnten. Als Fan-Kurve hatten wir dann zusammen mit Nico Alex in der „3 aus 5“-Prüfung angefeuert, die als einziger Fino hier mitgemischt hat. Ihr „Leihpony“ Aprendiz ist aber auch ein schnuckeliger Kerl. Und so Gewinnfreudig 🙂 Aperendiz hat bis auf die „3 aus 5“ alles gewonnen was er gestartet ist. Und der Speedpass der Isländer ist auch immer ziemlich spannend zu sehen. Diesmal auch als Wett-Variante. Die Wette hat übrigens unser USA-Besucher gewonnen 🙂 Yvi und ich wurden während dessen von Laura angequatscht, die schon immer mal Fino ausprobieren wollte. Sie ist die Besitzerin des ganz tollen Island-Schimmels „Ólafur“, der mir in der Fünfgang aufgefallen ist, als ich mit Tine zum Abkühlen meines geschwollenen Fußes im Bach stand. Wir vereinbarten für den nächsten Tag einmal Isländer Reiten gegen Fino Reiten. Das Angebot mit dem Pass auf einem weißen Isländer war nicht zu toppen! 🙂

Am Abend waren auch noch ein paar Prüfungen. Die „Switch it“ – in der Pferde getauscht wurden und wo leider nur ein Fino mitgemacht hatte (das aber mit „Heimvorteil“ …. weil Tine zu Hause nämlich auch noch einen Isländer hat :-)). Die Classic Fino mit schön anzusehenden Pferden und einer Jojo, die erstmalig auf Shakira saß, erstmalig in Zamarros und dann gleich ins Turniergetümmel mit erstmaliger Classic Fino geschmissen wurde. Respekt Jojo 🙂 Die Classic Fino wurde übrigens von Anastasia, dicht gefolgt von Amistad und Britta gewonnen. Stan hat sie wirklich toll vorgestellt. Yvi hatte dann noch mit Tine zusammen die Western Pleasure. Es macht immer wieder Spaß dieses Prüfung zu reiten oder sie zu sehen. Es ist die perfekte Prüfung für Frau Sumpf.

Anschließend gab es dann Showprüfungen: Viertaktprüfung, Sekt-Tölt (feucht-fröhlich wie immer), Paarreiten (unter anderem Tine und ich – Yvi und Anna-Lena) und die Kostümklasse. Die Isländer haben wirklich mal echt geniale Kostüme gezaubert – unser Foto-Pony Freisting ging als Darth Vader – dieses dunkle Graufalbpony mit schwarzem Darth Vader und pinkem Lichtschwert und pinker Beleuchtungskette um den Hals. Alter Schwede. Auch die andern Verkleidungen waren mega. Eine Giraffe, ein genialer Pfau, ein Leuchtkugel-Pony … da waren richtig genial-kreative Sachen dabei! Nicht einfach nur ein Kostüm übergeworfen!

Sonntag:
Letzter Turniertag! Leider … dieses Turnier hat nämlich richtig viel Spaß gemacht. Die Stimmung war positiv, familiär, locker, lustig. Richtig schön. Die Ponys haben sich wohl gefühlt. Jacinto hat einen neuen besten Freund namens „Tabu“ – die waren sehr unzertrennlich nebeneinander in den Boxen gestanden 🙂 Die Organisation war topp. Was will man mehr? Aber erst mal durften wir noch ein bisschen reiten. Und zwar den Trail.
Um es kurz zu machen: Jacinto hat den Trail seines Lebens hingelegt. Nachdem mein allererster Turnierstart mit ihm vor 12 Jahren ein Trail war, an dem Jacinto an einer Plastikfolie am Boden komplett mit den Nerven durch war und dieser Trail damals eine Lachnummer und Nullnummer ohne Ende war, bin ich nie wieder Turniertrail gestartet. Bis gestern. Dieser Trail war wirklich der Trail seines Lebens. Er begann auch mit einer Plastikfolie am Boden …. und über die ist er drüber marschiert, als ob da nichts läge. Stangen L (wie gewohnt etwas hektisch, aber sauber glaube ich – das geht immer so schnell bei ihm), absteigen auf eine Bank, Pony drumherum lotsen, wieder aufsteigen (Brav wie ein Brauereipferd). Im Tölt durch die ganze Bahn wechseln. Mitte der kurzen Seite einhändig reiten, Slalom um die Stangen. Mitte der kurzen Seite wieder beidhändig. In der Ecke angaloppieren, bei „K“ Schritt. Topp gemacht von Herrn Zwerg! Und dann noch durch ein Schaumgummi-Tor mit Flattertor reiten (ohne zu zögern!!!!) und noch einmal eine Runde Tölt einhändig, auf die Mittellinie und Grüßen. Also ein durchaus anspruchsvoller, aber auch rittiger Trail. Jacinto hat sich eine 6,7 erritten und war damit sogar noch besser wie Diosa (6,5) – was mir ja ein bisschen Leid tut, nachdem Frau Sumpf das geborene Trail-Pferd ist, aber ich hoffe meine beiden Ponys machen sich ab jetzt ein bisschen gegenseitig Konkurrenz. Kann natürlich auch sein, dass Herr Zwerg nur ein hitzebedingtes Blackout hatte und das nächste Mal gewohnt hektisch und ängstlich vor allem stehen bleibt. Das ist immer so ein schmaler Grat. Aber gefreut hat es mich jedenfalls wie Hulle. In der Gesamtwertung mit Isländern zusammen wären wir sogar auch 2. oder 3. geworden – immerhin von ich glaube 17 oder 18 Startern. Sowas freut mich dann schon. Und über den Lechleite-Holzpferdchen-Pokal habe ich mich auch riesig gefreut.

Anschließend haben wir unsere private „Switch-it“ veranstaltet. Laura durfte erst Diosa und dann sogar Jacinto ausprobieren, was richtig gut geklappt hat. Wir durften dann ihren schicken „Oli“ ausprobieren. Was ziemlich genial war. Er ist fein geritten, macht Spaß und das mit dem Pass ist ja mal echt genial. Vielen Dank noch mal für dieses Erlebnis!
Als krönenden Turnier-Abschluss durfte ich noch einmal Anastasia in der Best of Traditional Pleasure vorstellen. Da wurden wir aber leider letzter, weil unser Schritt nicht so gepasst hat und Rückwärts am Rail war auch eher suboptimal … und es hilft auch nicht wirklich immer direkt unter den Lautsprechern anhalten zu müssen, aber mal ehrlich: Wer braucht schon Schritt, wenn er so genial Töltet? 🙂
Jedenfalls hat sich die Reise und das Durchhalten in Affenhitze und das Beißen lassen von den Fliegen auf jeden Fall gelohnt. Wir hatten vier schöne Tage mit Erholungseffekt und freuen uns schon auf das nächste Turnier!

Anastasia macht so viel Spaß! Übrigens konnte ich das Turnier Funktionsshirt von Ariat jetzt mal richtig testen – sieht gut aus und kühlt gut – gibts über Nadine im Paso Shop  – Foto: Yvi Tschischka

Noch einmal einen herzlichen Dank an Alle die geholfen haben das Turnier zu diesem schönen Ereignis zu machen – stellvertretend für den PFAE Britta und Gerd Mülle, Meike Wolf, Alex Rau und Familie, den Ringstewarts Willi Bodenhangen und Helga Bayer, Jürgen Töpper für die Sponsoring-Orga, allen Sponsoren, der Familie Frisch und dem ganzen Lechleite-Team inclusive Rudolf Heemann an der Rechenstelle. Und jedem der dabei war und ein Teil des Teams #wirliebengangferde ist! Wir sehen uns!

„Angeberstatistik“ fürs Protokoll:

Jacinto und ich:
Ausdauertölt – 4. Platz (von 4)
Country Pleasure L2 – 3. Platz (von 3)
Dressur B – 2. Platz (von 4)
Trail – 1. Platz (von 4)

Diosa und Yvi:
Country Pleasure L2 – 1. Platz (von 3)
Dreigang – 3. Platz (von 5)
Western Pleasure – 2. Platz (von 2)
Trail – 2. Platz (von 4)

Anastasia und ich:
Pleasure – 3. Platz (von 5)
BoT Pleasure – 5. Platz (von 5)

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