Tageskurs?

17. September 2016:

Heute hatten wir Stan Paul für einen Tageskurs am Zykloopenhof. Unterricht ist ja immer gut und sich zwischendurch neue Inputs zu holen, oder einfach einen Trainer auf seine Arbeit mit dem Pferd gucken zu lassen schadet nie. Von daher hatte Yvi den Kurs mit Stan organisiert. Für mich natürlich eine feine Sache, weil einfach zum Stall fahren und reiten. Prima Idee Yvi!

Wir hatten ja jetzt wochenlang elend warmes Wetter, von daher war natürlich ausgerechnet heute ein Tag mit 100 % Regenwahrscheinlichkeit und unangenehmem Starkregen angesagt. Aber der Wettergott hatte Erbarmen mit uns und wir hatten angenehme Reittemperaturen und am Ende hat es dann doch noch das Regnen angefangen. Aber durchaus so, dass es noch akzeptabel war. Ein paar Zaungäste haben sich auch eingefunden, inclusive einer netten Erick-Überraschung! Erick bringt immer gute Stimmung mit.

Gelernt haben wir natürlich auch. Resi hat den Kurs begonnen und sich sehr gesittet präsentiert. Wir haben ja immer noch das Problem, dass ein vernünftiges „Schneller“ nicht möglich ist. Ich probiere jetzt sie in der „Hinterhand zu entspannen“. Ich kann es wirklich nicht beschreiben, aber ich habe jetzt ein Gefühl, was ich zu tun habe um Explosionen zu entschärfen bevor sie entstehen. Es ist Schwierig zu beschreiben, aber Reiten bedeutet für mich immer ein Gefühl zu bekommen, für das was richtig ist. Damit kann ich weiter arbeiten. Theoretische Erklärungen helfen mir nicht wirklich weiter, die verwirren mich nur. Von daher ist es wirklich wichtig jemanden zu haben, der eine Ahnung vom Thema Paso Fino hat und einfach mal drauf guckt.

Diosa und Yvi haben sich dann angeschlossen und daran gearbeitet den Trab und Tölt sauber voneinander zu trennen. Diosa fängt gerne im Trab das Tölten an, wenn ihr das Traben doch zu blöd wird. Dazu gab es auch einige sinnvolle Übungen von Stan mit denen die beiden jetzt weiterarbeiten können.

Für Jacinto habe ich ebenfalls gute Tipps mitbekommen. Ich muss versuchen ihn mehr in einem Rahmen zu halten, dann fällt ihm das Tölten leichter. Back to the Basics sozusagen. Den Pferden Sicherheit geben. Der Rest kommt dann von ganz alleine. Ich bin gespannt. In den letzten Monaten habe ich ja schon gemerkt, dass sich wieder ein zu schneller Schritt eingeschlichen hat und ich mich zu sehr auf seitliche Biegung konzentriert habe, anstatt einfach mal gerade aus zu reiten. Also Dinge, die ich schon so oft gehört habe, die aber immer wieder in Vergessenheit geraten. Immer das Selbe mit mir🙂 Konzentriertes Arbeiten ist halt doch wichtig.

Was waren noch für Pferde dabei? Zwischendurch hatten wir einen Traberwallach von Außerhalb zur Bodenarbeit. Vom Zykloopenhof waren mehrere Reiter dabei. Ein Quarter-Wallach, eine Stute, die das erste Mal mit Bosal geritten wurde und unseren neusten Neuzugang spontan zur Bodenarbeit. Ich denke doch, dass jeder etwas mitgenommen hat, an dem er jetzt weiterarbeiten kann und fand es richtig schön, mit euch Stall-Kollegen so einen Tag zum gemeinsamen Lernen zu haben. Auf Deutsch: War schön mit Euch!

Ein Dickes Dankeschön an Stan und Johanna fürs vorbeikommen. An Yvi fürs Organisieren. An Nadine fürs Pizza holen und an Nadine und Johannes fürs zur Verfügung stellen des Zykloopenhofes. Das müssen wir unbedingt wiederholen. Und das gute an Stan Paul ist, er ist einfach universell einsetzbar. Egal ob Tölter oder Dreigänger, Jungpferd oder gestandenes Pferd. Er kann eigentlich immer weiterhelfen!

Und nächstes Wochenende geht es gleich wieder zum Lernen …. denn das ist dieses Jahr definitiv zu kurz gekommen!

Shortcut?

September 2016:

Ganz kurz, noch einen Shortcut eingeworfen: Wir waren ja Ende August auch noch in Aschaffenburg bei Terra und Jürgen. (Häschtagg: FarmTour :-)) Im Rahmen einer Life-Vorstandssitzung (heutzutage läuft das ja über Skype, da braucht man nicht mehr so oft durch die verstopften Autobahnen dieser Republik zu geistern – aber zwischendurch tut es auch mal gut den Vorstand in „Echt“ zu sehen … ) haben wir uns alle an der hessischen Grenze getroffen und natürlich gleich die Gelegenheit genutzt dort mal den Hof anzuschauen.

Mir hat es total gut gefallen – die Ponys wohnen dort nämlich fast in einer eigenen Wohnung. Der Offenstall hat nämlich mehrere „Zimmer“, was natürlich tolle Ausweich-Räume schafft und ist optimal durchorganisiert. Und sowieso ist der Hof super gelegen. Allerdings muss man an diesem furchterregendem, riesigen Wachhund vorbei, mit dem ich unbedingt ein „Selfie“ machen musste🙂

Furchterregender Wachhund

Furchterregendster Wachhund ever – Schnappschuss  …. und ich durfte sie nicht mit einpacken! – Foto: Yvi

FarmTour 2016?

03. – 04. September 2016:

Ein Ziel von mir ist es ja möglichst viele Paso Finos einmal zu Hause zu besuchen. Das ganze nennt sich dann Farm-Tour. Und wenn Yvi dabei ist, dann nennt man das Foto-Farm-Tour. Wir haben ja schon ziemlich viele Paso Finos besucht, aber einige fehlen noch. Am letzten Wochenende hat es endlich einmal bei Sarah und ihrer Familie geklappt. Sie besitzen sechs ganz unterschiedliche Paso Finos. Die wohnen in einer großen Offenstall-Anlage und haben dort ihren eigenen kleinen Bereich. Ein Stall im Stall sozusagen. Es ist sehr schön dort.

Nachdem das Wetter für Sonntag Gewitter angesagt hatte, haben wir das große Fotoshooting mit allen Paso Finos in Ludwigsburg und den beiden putzigen Isländern, die auch am gleichen Stall stehen, direkt nach unserer Ankunft begonnen. Acht Pferde zu fotografieren ist schon eine Hausnummer. Begonnen hat Yvi  mit Portrait-Fotos. Das hat dank perfektem Pferde-Bring-Management super geklappt. Anschließend Freilauf-Fotos einzeln und in der Gruppe, unterbrochen von einem Mittagspäuschen, welches wir am Reiterstübchen am Stall verbracht haben. Sarah weiß um meine Leidenschaft für eine Stuttgarter Schokoladenfabrik und versorgt mich passender Weise direkt aus dem Werk mit Ritter Sport. Sarah – irgendwann muss ich mich aufs Pferd rollen lassen!

Geronimo

Geronimo de la Suiza – Foto: Yvi Tschischka

Dann hieß es warten auf das perfekte Abendlicht und so sind wir in der Zwischenzeit zum Abkühlen zu Sarah gefahren. Ich mag ja Wohnungen mit vielen Bücherregalen. Und Schildkröten. Sarah hat Beides. Am Abend fotografierte Yvi dann noch Sarah und ihre Herz-Dame Milli. Wieder mal sehen die Fotos so aus, als ob sie direkt einem Märchenwald entsprungen sind, aber tatsächlich war es eine schlichte Apfelbaum-Wiese in Stallnähe.

Holla

Holla-die-Waldfee-Sarah🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Nachdem die Ponys dann versorgt waren ließen wir den Abend noch bei Sarahs Eltern mit lecker Essen und Pferdegesprächen ausklingen. Der Sonntag war dann tatsächlich wettertechnisch nicht fotogünstig. Das störte uns aber nicht im Geringsten. Wir haben noch Paso Fino Probereiten in der riesigen Reithalle des Hofes gemacht. Es ist immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich die einzelnen Pferde doch sind, obwohl sie einer Rasse angehören.

Auch das macht mich immer wieder neugierig – jeder Paso Fino hat seinen speziellen Tölt. Das wäre eigentlich mal eine coole Idee für „Wetten daß?“ gewesen: Ich wette, dass ich 50 verschiedene Paso Finos mit meinem Popo am Tölt erkennen kann! Super Idee oder? Schwierig nur, weil alle Pferde so weit auseinander wohnen und es „Wetten daß?“ nicht mehr gibt. Ich war schon immer meiner Zeit hinterher. Aber irgend was ist ja immer…. Auf jeden Fall hatten wir eine gute Zeit in Ludwigsburg. Vielen lieben Dank für die Einladung an Sarah und ihre Eltern. Wir kommen bestimmt wieder!

 

Stan kommt nächstes Wochenende:

Stan-Kurs

Stan-Kurs am Zykloopenhof – 17.09.2016

Nächste Woche, am Samstag den 17.09.2016, findet erstmals ein Kurs mit Stan Paul bei uns am Hof statt. Nachdem der Termin mehrfach verschoben werden musste, klappt es jetzt endlich. Wir sind ja froh, dass unser Reitplatz oder das neue Roundpen nicht mit abgebrannt ist, sonst wärs wieder nix geworden. Übrigens, wer Zeit und Lust hat zum Zuschauen vorbei zu kommen ist herzlich eingeladen. Es geht bei uns ab 10 Uhr los. Mit dem Drachenpony. Zeitgleich findet auch bei Rancho Paraiso in Frankenwinheim ein Tag der offenen Tür statt. Hier kann man ab 13 Uhr ein buntes Programm erleben.

Hausarbeit?

27. August 2016:

Es ist wieder Zeit für eine Geschichte. Direkt aus dem Leben. Momentan ist es ja etwas ruhiger, keine Katastrophen, keine Dramen, nix. Nur Sommerhitze. Da ist mir heute diese kleine Geschichte eingefallen:

Ich komme müde von der Arbeit nach Hause. Als ich die Tür öffne flüchtet eine rattengroße Staubfluse unter das Bett. Ich denke: „Uh… da müsstest Du wohl doch unbedingt mal wieder grob durch putzen…“ Ich denke nach. Versetze mich in die Situation der Staubratte. Die denkt sich wahrscheinlich: „NEIN! Lass mich bitte in meinem natürlichen Lebensraum weiterexistieren! Hm. Naja. Es ist ja schon so spät. Also Putzen heute gestrichen. Füße hochlegen, Schlepptop an und ab aufs Sofa.
Beim Putzen und mir ist das ja so: Wenn ich gestresst bin neige ich zu wahren Putzorgien. Meditatives Putzen nennt man das. Physisches Reinigen und dadurch psychisches Reinigen. Da bin ich dann rigoros und gründlich. Aber momentan geht es meinem Seelenleben eigentlich ganz gut, also keine Putzorgien. Schwierig finde ich es im normalen Gemütszustand den Staubwedel zu schwinden. Wobei ich habe gar keinen Staubwedel. Die sind immer so staubig. Irgendwann merke ich dann aber doch: Putzen wäre doch mal angebracht. Staubratten-Schutz hin oder her.

Ich raffe mich auf. Fangen wir mit dem Boden an. Die Staubratten zittern, als ich den Staubsauger anschleppe. Andererseits macht es ja keinen Sinn den Boden sauber zu haben und dann erst abzustauben oder sonst was zu putzen. Fällt ja wieder Dreck auf den Boden. Ich schaue aus dem Fenster. Dabei fällt mir auf, dass man noch den Regen vom Frühjahr dort erkennen kann. Sonst fast nix mehr. Also erst mal Fenster putzen. Die Blumen müssen vom Fenstersims. Dabei fällt mir auf, ist ja gar kein Platz mehr für die Wurzeln in den Töpfen. Die armen Pflanzen. Hm.

Ich packe eine eingekerkerte Pflanze, schleppe sie in den Garten und topfe um. Dabei fällt mein Blick auf den Kräutergarten. Pfefferminze! Oh! So ein frisch gebrühter Pfefferminztee wäre jetzt toll. Ich sammle Minze und gehe zum Wasserkocher. Ups. Der gehört auch mal entkalkt. Erst mal Wasser kochen. Man soll ja viel Trinken. Minztee ist gebrüht. Der Wasserkocher bekommt eine Essigfüllung. Läuft ja mit dem Putzen. Darum mache ich erst mal Pause. Wenn wir schon mal dabei sind, die Sofakissen könnten auch mal eine Erfrischung gebrauchen. Ich schlürfe Tee, blättere in ein paar Zeitschriften. Dort zeigen sie Bilder von toll aufgeräumten Kleiderschränken. Wenn man die Klamotten nach Farbe sortiert sieht das ja schon toll aus. Und man findet alles so schön.

Ich beschließe spontan dem Kleiderschrank eine Erneuerung zu gönnen. Ich reiße ihn auf und verharre regungslos. Warum ist da eigentlich so viel drin? Warum finde ich nie was zum Anziehen, aber das Ding ist proppenvoll? Komisch. Vielleicht wäre es sinnvoll erst mal Sachen auszusortieren. Ich mache Häufchen am Boden. In dieses knappe T-Shirt komme ich eh nicht mehr rein. Und diese Hose da … wann hatte ich die das letzte Mal an? Die Hose hat übrigens ein dezentes Schlangenmuster und unten Schlag. Die mochte ich immer gerne. War aber schwierig zu Kombinieren. Hm. War das damals 1994, auf diesem Konzert, als das alles etwas eskaliert ist … wo … ähm …? Egal. Ich versuche mich reinzuquetschen. Es funktioniert nicht. So ein Mist. Diät wäre auch mal wieder angesagt.

Dabei fällt mir der Küchenschrank ein, in dem ich auch die Naschsachen bunkere. Der wird jetzt aufgeräumt und entschlankt. Irgendwo muss man ja anfangen. Ich verteile das Geschirr großzügig im Raum. Man, da ist ja auch Staub dran. Wie kommt der Staub in den Schrank? Die letzten großen Rätsel der Menschheit. Meine Tassensammlung könnte auch mal reduziert werden. Aber die Tassen erinnern mich an schöne Gelegenheiten, oder an die Menschen, die sie mir geschenkt haben. Ich schwelge in Erinnerungen.

Der Tee schlägt an. Ich muss Pipi. Puh…. das Klo könnte auch mal geputzt werden. Ich schaue mich im Bad um. Mensch, DAS muss dringend mal dran kommen. Ich putze das Klo, scheuere die Dusche und das Waschbecken. Weil ich schon mal dabei bin versuche ich mich am dezenten Schimmel, der sich an den Fugen des Waschbeckens bildet. Wusstet Ihr, dass es da so einen Putzschwamm aus irgend einem wahrscheinlich giftigen Plastik gibt, den man nur nass machen muss und der ganz ohne Putzmittel alles sauber kriegt und sich dabei aber auflöst? Ich bin begeistert von dem Ding, habe aber auch etwas Angst davor. Ich scheuere Stellen damit, die schon lange kein Tageslicht mehr gesehen haben. Wow. Dann packt mich der Rappel. Ich verteile die Baduttensilien im Raum. Die Schränke gehören ausgewischt. Es ist der totale Wahnsinn.

Während es trocknet gehe ich am Bett vorbei. Da ist noch die dicke Biberbettwäsche mit den Weihnachtsmotiven drauf. Und das im August. Kann es sein, dass ich mal wieder die Bettbezüge wechseln müsste? Verdammt. Ich schleppe alles zur Waschmaschine. Das dauert jetzt. Aber frisch bezogenes Bett in Kombination mit frischem Schlafanzug ist das Größte überhaupt. Das brauche ich heute Abend. Und dann schön reinkuscheln und was lesen. Herrlich!

Mein Bauch knurrt. Hunger. Ok. Ich war ja schon fleißig. Essen wir was. Ich mache mir einen Salat – die Diät muss ja mal angefangen werden. Dazu gibt es Pizza. Als Nachtisch Eisschokolade. Hm. So gesund. Ich fühle mich dann doch irgendwie vollgefressen. Es heißt ja, nach dem Essen sollst Du ruhen, oder 1000 Schritte tuen. Ich überlege kurz. Schleppe mich zum Sofa. Ach, es wird schon noch eine Folge meiner momentan geguckten Serie drin sein, dann mache ich weiter mit dem Putzen.

Die Folge endet natürlich mit einem üblen Cliffhänger. Verdammt. Ich muss weiterschauen! Ich will jetzt wissen, wie das ausgeht. Ungefähr fünf Folgen später ist die Staffel zu Ende geguckt. Ich bin zufrieden. Jetzt ist ja auch schon so spät. Da kann ich ja gemütlich ins Bett gehen.

Ich sehe auf. Das Grauen erfasst mich. Staubsauger, Blumen, Geschirr, Klamotten, Schrankinhalt, dazwischen Tassen und Blumenerde. Alles am Boden verteilt. Das Bettzeug noch in der Waschmaschine, das mit dem Trockner hab ich total vergessen. Im Bad Chaos pur. Eingetrocknete Stückchen dies Wunderschwammes glänzen romantisch im Funzellicht der Sparbirne. Ich seufze. Das hat man davon, wenn man sich vornimmt mal zu Putzen. Alles sieht hinterher noch viel Schlimmer aus. Ich darf mich einfach nicht so ablenken lassen!

Ich schnappe mir eine Decke und schlafe in meinen Putzklamotten auf der Couch ein. Muss ich morgen wohl noch mal ran. Mann, das wird wieder ein Tag, an dem mich auf der Arbeit alle fragen: Was ist denn mit Dir los? Harte Nacht oder was? Wenn die wüssten …. wenigstens die Staubratten unterm Bett freuen sich, dass sie noch ein bisschen Schonfrist haben.

Drachenponys Nachtmusik?

18. August 2016:

Der Kampf mit der Technik. Aber so einigermaßen hab ich es geschafft…

Wer möchte kann jetzt den Trail mit Frau Resi geritten als Filmchen angucken. Die Musik ist keine Absicht, ich brauchte nur etwas, um den Originalton zu überdecken. Aber irgendwie wirkt es so voll Comic-haft und damit schon fast wieder originell.

Von Drachen und Zwergen?

12. bis 14. August 2016:

Auf dieses Event habe ich mich lange gefreut. Erst einmal, weil es einfach schön ist nach Aegidienberg zu fahren. Zum Zweiten markiert der August für mich persönlich einfach eine positive Wende für dieses Jahr. Es geht jetzt wieder aufwärts. Das habe ich so beschlossen und bisher funktioniert es echt gut. Zur 22. Internationalen Deutschen Meisterschaft im Gangreiten (IDMG) musste natürlich Jacinto „Zwerg“ wieder mit und als Premiere durfte La Respuesta „Resi“ aka das Drachenpony mitfahren. Eigentlich war der Sinn daran Frau Resi etwas zu stressen, um eine gewisse Abspeckung ihrer Figur vorzunehmen und natürlich um eine Begleitung für den Zwerg dabei zu haben. Das Schecktier durfte aufgrund von eventueller Schwangerschaft zu Hause bleiben. Obwohl der schwere Trail wäre echt ideal gewesen für das Schecktier! Genau ihr Ding. Aber fangen wir erst mal von vorne an.

Donnerstag war Anreisetag für uns. Wir hatten wieder unsere tollen Boxen vom letzten Mal – weg vom Schuss, aber toll zum Erholen für die Ponys. Leider hat es das Regnen begonnen, als wir am Nachmittag übers Gelände geschlendert sind und die ersten Leute getroffen haben. In Aegidienberg muss man wettertechnisch immer mit allem rechnen, aber mindestens mit einem Tag Regen. Darum hatten wir auch die dicken wasserdichten Wintermäntel dabei, die echt dringend nötig waren. Um dem Regen eine Chance zu geben wieder aufzuhören sind wir erst mal ins Hotel gefahren, waren kurz Einkaufen und noch einen überteuerten Kaffee am Starbucks an der Autobahn-Raststätte Farnbach trinken. Der neue Ford fährt sich einfach sensationell und hatte noch nicht so viel Gelegenheit ohne Hänger auf der Autobahn. Ich bin begeistert von dem Auto.

Anschließend war es aber immer noch nass von oben. Trotzdem in den Sattel, den Ponys die neuen Gegebenheiten zeigen. Es waren sogar ein paar Schritte Tölt mit dem Drachenpony auf der Bahn möglich. Jacinto ist insgesamt nicht in Hochform, aber nachdem ich seit dem letzten Turnier doch mehr zum Reiten gekommen bin, war ich zumindest mit der Gymnastik zufrieden. Ziel dieses Turniers war nicht irgendetwas zu gewinnen, sondern einfach nur mit Ponys Spaß haben, ein paar Dinge auszuprobieren und die Paso Finos auf der IDMG zu vertreten. Wir waren nämlich dieses Jahr leider die Einzigen. Parallel war nämlich das große Turnier auf der Swiss Paso Fino Farm bei Familie Greb, welches natürlich als Fino-Magnet fast alles angezogen hat. Für mich hat aber die IDMG eine größere Tradition mit vielen schönen Erinnerungen, deshalb habe ich mich für dieses Turnier entschieden. Wobei ich in der Schweiz auch sehr schöne Erlebnisse hatte und sehr gerne dort bin.

Kurz und gut: nach dem Reiten und Bahn zeigen waren wir durchgefroren und darum haben wir den Rest des Abends im hoteleigenen Restaurant und im Zimmer verbracht. Wir haben uns dieses Jahr im Hotel am Markt einquartiert, nachdem auch unsere Traber-Julia dieses Jahr nicht mit dabei war. Eigentlich wollte ich mit Frau Resi unbedingt noch am Langen Zügel auf den Fino-Strip in der Ovalbahn, aber irgendwie hat das nasse Board und die Nässe mich davon abgehalten hinter dem Pony herzulaufen. Also Risiko für meine „Kür“.

Jacinto in Aegidienberg

Jacinto in Aegidienberg – man beachte im Trab! – Foto: Yvi Tschischka

Am Freitag starteten alle Rittigkeiten, Dressuren, Trails und Horsemanship-Prüfungen. Abends gab es die ersten Ovalbahnprüfungen. Der Wettergott meinte es echt gut mit der IDMG und die Sonne brachte mich die nächsten drei Tage auf jeden Fall ordentlich zum Schwitzen. Mit Jacinto bin ich die Mittlere Rittigkeit gestartet und er hat sich richtig gut geschlagen. Sie war meines Empfindens nach noch besser wie die vom letzten Jahr. Also richtig gut. Einzige Verbesserung: Tölt. Da hat es geholpert, aber das ist momentan unser Grundproblem. Von daher war ich richtig zufrieden.

Um 14 Uhr haben wir unsere Ponys für ein Seminar der Paso Peruanos mit Mimi Busk-Downey (PP-Züchterin und Richterin aus Kanada) zur Verfügung gestellt. Das Drachenpony diente als Anschauungsmaterial für die Arbeit am kolumbianischen Bosal und Flexen. Mimi arbeitet nämlich selber sehr viel damit. Es war interessant, dass Dinge, die für uns Fino-Reiter eigentlich normal sind, auch von anderen Trainern gerne eingesetzt werden. Auf jeden Fall fand ich es sehr schön, dass im Rahmen der IDMG eine Paso Peruano-Meisterschaft stattfand und die Möglichkeit für ausführliche Seminare und Frage-Runden gegeben war. Und die Richterin fand ich ziemlich nett und vor allem wohltuend bodenständig.

Am Nachmittag war dann der erste Auftritt vom Drachenpony im leichten Trail geritten. Ich habe ja mit allem gerechnet, aber nicht, dass sie das so schön mitmacht. Sie sah zwar wohl so aus wie kurz vor der Explosion, hat aber super aufgepasst. Sie hat sich sogar einen Klappersack anreichen lassen ohne zu explodieren! Einzig auf den grell-gepunkteten Teppich ist sie nicht drauf gegangen. Aber mal ganz ehrlich: DAS kann ich verstehen. Dieses Ding hätte ich auch nicht betreten🙂 Sie war toll! Letztendlich hat ihr das einen vierten Platz (von neun Startern) eingebracht mit einer Durchschnitts-Wertnote von 7. Yvi hat gefilmt und ich zeige Euch noch das Video. Wer Resi in Action kennt wird erstaunt sein. Wer noch nie einen „durchgeknallten“ Fino im Aufregungsmodus gesehen hat mag vielleicht abgeschreckt sein, aber ich fand es war eine echt gelungene Leistung.

Jacinto Lieblingsplatz

Jacintos Lieblingsplatz – ausnahmsweise im wachen Zustand – Foto: Yvi Tschischka

Jacinto hat beim Warten unter seinem Lieblingsbaum auch zwei Mädels für seinen Fanclub gefunden. Die beiden Mädels sind auch geritten und immer wenn der Zwerg irgendwo aufgetaucht ist hat man ein helles „Der Zwerg!!!!“ gehört und schon hatte er zwei Mädels an der Backe. Total süß! Am Abend startete Yvi mit Jacinto noch in der Freizeitreitertölt. Auch eine Premiere, Jacinto im Turnier mit einer anderen Reiterin. Ich finde Yvi und Jacinto haben sich toll geschlagen und ein sehr schönes Bild abgegeben.

Samstag:
Ein erneuter sonniger Tag am Gestüt von Familie Feldmann – meine erste Prüfung startete um acht Uhr morgens. Nach einer echt schlechten Nacht (ich schlafe einfach schlecht in fremden Betten) war es echt Balsam für die Seele früh morgens in der Sonne auf dem Pony an der Ovalbahn zu stehen und den ersten Gruppen zuzusehen. Ich hatte spontan die Mehrgang für Freizeitreiter nachgenannt, nachdem die Fino-Prüfungen nicht zustande gekommen sind. Die Idee war einfach mal unter Turnierbedingungen zu checken, ob ich Jacinto in einer Prüfung traben kann. Natürlich kommt man da nicht gegen den schwungvollen Trab von anderen Gangpferderassen an, aber ich wollte einfach mal für mich testen, ob Jacinto trabt. Und ja er tut es. Allerdings nicht sicher und ausdauernd, aber ich kann es auf der langen Seite zumindest abrufen und halten. Von daher ist das noch ausbaufähig. Vor allem, weil er lange überhaupt keinen Trab unterm Sattel gezeigt hat.

Nachdem die Ponys dann versorgt waren ging es erst einmal zurück ins Hotel zum Frühstücken und dann gemütlich dem Turniertreiben zusehen. Inzwischen sind auch Nadine und Johannes vom Zykloopenhof als Zuschauer in Aegidienberg eingetrudelt, um sich auch mal eine Auszeit zu gönnen. Johannes hat sich bestimmt einige Anregungen für den Neuaufbau zu Hause mitgenommen. Nadine hat dann auf den Zwerg aufgepasst (der übrigens sehr gerne am Hang an der Ovalbahn im Schatten steht und herumdöst), damit Yvi Fotos vom Drachenpony in der Präsentation am langen Zügel machen konnte. Das war für mich wirklich eine gelungene Prüfung, vor der sogar ich etwas nervös war.

Mission completed!

Mission completed! – Drachenpony in Action – Foto: Yvi Tschischka

Ich habe ja mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass Resi das so souverän durchzieht. Meine Musik „Mission Impossible“ war übrigens in einer Art Vorahnung ausgesucht. Aber die Mission war total completed! Resi war von Anfang an aufmerksam, hat auf die leichtesten Hilfen reagiert, ist schön getöltet und ist ohne zu zögern über das Sounding Board marschiert, als ob sie noch nie was anderes gemacht hätte (aufgemerkt: ungeübt!). Einzig an der Acht gab es einen kurzen Ruckler. Danach konnte sie sich nicht mehr beherrschen und hat gedreht, aber das hat perfekt gepasst, ich habe es einfach eingebaut und gegrüßt. Das Pony ist anscheinend ein Adrenalin-Junkie. Wenn es jetzt noch unter dem Sattel laufen würde, könnte es ganz viel Adrenalin haben, aber irgendwie ist es mir noch nicht gelungen, das in ihren Kopf zu kriegen. Jedenfalls wirklich toll. Schade, dass die beiden anderen Teilnehmer ihre Pferde zurückziehen mussten, so dass wir diese Prüfung nur zu zweit bestritten haben. Damit ist das Pony formell also Vize-Deutscher Meister in der Präsentation am langen Zügel. Klingt natürlich besser, als zweiter von zwei🙂

Resi

Respuesta am Board – ich bin mal auf das Bild von vorne von Dagmar Heller gespannt🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Ich bin wirklich froh darüber mich mal in diese Klasse getraut zu haben. Es ist eine sehr schöne Prüfung, man weiß nur nicht wirklich, was genau den Ansprüchen genügt. Es wäre einfacher ein paar Pflichtteile einzubauen und das Augenmerk mehr auf für alle Pferde nachvollziehbaren Basis-Aufgaben zu legen. Dann würden sich vielleicht auch wieder mehr Starter in diese Prüfung trauen. Da sind sich einige bestimmt unsicher, was man zeigen darf/kann/soll. Ähnlich wie in der schweren Rittigkeit. Wobei die eigentlich gut besucht war und die übrigens ganz sensationell von Christiane Kress und Lowland’s Blue Rythm gewonnen wurde. Eine wunderbare Vorführung, in der ich fast Pippi in den Augen hatte, weil es so schön war.

Am späten Nachmittag startete ich dann mein erstes Zwischenfinale und zwar in der Pleasure Gangprüfung. Der Sinn von Zwischenfinalen erschließt sich mir persönlich nicht so wirklich, grad wenn sowieso nur 8 Starter in der Prüfung genannt sind, aber es war mal eine neue Gegebenheit, sein Pony alleine auf der Ovalbahn zu zeigen. Wobei ich mir vorstellen kann, dass das für die Zuschauer unendlich langweilig sein muss, immer nur ein Pferd auf der Bahn zu sehen. Mehr Aktion gibt es natürlich in Gruppen-Prüfungen. Für die Richter ist es natürlich einfacher ein Pferd einzeln unter die Lupe zu nehmen. Da sieht man mehr. Jedenfalls war ich ganz zufrieden mit Jacintos Leistung, wobei ich sagen muss, Tölt ist momentan eher nicht seine Stärke. Da braucht es ganz dringend wieder mehr Training. Er läuft dieses Jahr eher im Holper-Modus, statt schönem lockeren Tölt. Aber wenn es einen Preis für die meisten Gangwechsel innerhalb von zehn Metern geben würde, den würden wir locker gewinnen. Sogar mit Gängen, die es gar nicht gibt.

Galopp

Jacinto im Galopp, den er gerne sehr mutwillig interpretiert …. *hust* – Foto: Yvi Tschischka

Am Abend gab es dann nach den Siegerehrungen für die Prüfungen vom Freitag einen Südamerikanischen Abend mit einer 3-Mann-Band und landestypischen Gerichten organisiert vom Paso Peruano Europa e.V.. Es gab Enchiladas, Papas á la Huancaina, Maissuppe und Mojito-Bowle. Alles sehr lecker und eine echt schöne Idee!

Sonntag:
Der Sonntag startete dann wieder sehr sonnig und für uns komplett Stressfrei. Gemütlich Frühstücken, Auschecken und nachdem die Ponys versorgt waren wieder genügend Zeit, um bei den Prüfungen zuzusehen. Und um sich im fantastisch-gemütlichen Hofcafé des Gestüts einen Milchkaffee zu gönnen. Da gab es übrigens auch lecker Frühstück in stilvollem Ambiente. Das Café ist echt einen Besuch wert. Wer von Euch mal in Aegidienberg ist muss unbedingt eine von den Torten probieren! Ihr werdet begeistert sein. Apropos Catering: Das war dieses Jahr auch wieder topp. Auch für Vegetarier eine tolle Auswahl – ich sag nur sensationelle Tomatensuppe, Salate, Gemüse-Sticks mit Soße zum Dippen und Joghurt mit Früchten neben den obligatorischen Pommes. Man kann also getrost von Ovalbahn zu Cateringzelt pendeln ohne dass einem Langweilig wird.

Auch gab es wieder einige Shops zu bewundern. Yvi konnte ihren Gutschein von der Equitana Open Air bei Gangsalat einlösen, ich habe mir tolle Alpaka-Socken gegönnt. Ich hab ja einen Faible für gute Wolle. Insgesamt war es wieder ein richtig schönes Turnier bei der Familie Feldmann – super Organisation und reibungsloser Ablauf, auch wenn der Zeitplan manchmal hinterher gehinkt ist, aber so hat man mehr Zeit zum zugucken.

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Der Zwerg und sein Doppelgänger! – Foto: Yvi mit Handy

Am Nachmittag habe ich noch mal das gelbe Pony rausgeschleift, damit er noch beim A-Finale der Pleasure-Gangprüfung mitlaufen konnte, oder eher musste. Eigentlich hätte ich mir das sparen können, Jacinto war müde und hat nicht wirklich eine gute Leistung gezeigt, aber irgendwer muss ja auch die hinteren Plätze füllen, was wir ja dieses Jahr dank suboptimalem Tölt und wunderbar gezeigtem Kreuzgalopp konsequent durchgezogen haben. Aber mal ganz ehrlich, wer von Euch hat schon mal drei komplette Null-Noten erritten? Muss man auch erst mal schaffen. Aber egal, ich bin sehr zufrieden mit meinen beiden Ponys. Sie haben sich in ihrem derzeitigen Rahmen echt richtig gut ins Zeug gelegt und alles souverän über sich ergehen lassen. Vor allem auf das Drachenpony bin ich sehr stolz. Meine Befürchtung war ja ein Pony, was komplett durch den Wind ist, sich durch die Bahn hüpft und sämtliche Trail-Hindernisse mittels Feueratem pulverisiert. Aber sie hat komplett das Gegenteil gezeigt. Wahrscheinlich hat sie an dem Turnier sogar noch zugenommen. Aber beide waren dann doch relativ k.o. im Hänger gestanden und nach vier Stunden Autobahn waren wir dann auch wieder zu Hause, wo sich nach einer Dusche erst mal ausgiebig in den Sand geschmissen wurde.

Vielen Dank an die IGV für die Organisation dieses schönen Turnieres und an die Familie Feldmann, dass sie ihre schöne Anlage wieder zur Verfügung gestellt haben. Nächstes Jahr findet die IDMG dann vom 24. bis 27. August in Birrekoven statt. Ein Gestüt, dass wir noch nicht kennen, uns aber schon darauf freuen da auch endlich einmal hin zu kommen.

 

Statistik-Ergebnisse (für alle, die es interessiert – aber in erster Linie für mich, damit ich es nachlesen kann. Ihr wisst schon … schleichende Demenz):
Mittlere Rittigkeit – Jacinto und ich – 3. Platz (8 Starter)
Freizeitreitertölt – Jacinto und Yvi 16. Platz (20 Startern)
Mehrgang Freizeitreiter – Jacinto und ich – 17. Platz (18 Starter)
Pleasure Prüfung – Jacinto und ich – 5. Platz (6 Starter)
Trail leicht – Resi und ich – 4. Platz (9 Starter)
Präsentation am Langen Zügel – Resi und ich – 2. Platz (2 Starter)

 

Also wie gesagt, ich hoffe noch auf ein paar schöne Bilder von http://www.dagmar-heller-foto.de – die ich immer Abends noch im Hotel getroffen habe und die mit Fotos machen den ganzen Tag einen echten harten Knochenjob erledigt hat. Grandioses Durchhaltevermögen!

Und das Video vom Trail versuche ich auch noch in ordentlicher Qualität hochzuladen. Mal sehen. Falls wer die Präsentation am Langzügel von uns zufällig gefilmt hat, würde ich mich echt freuen, wenn mir das jemand zuschicken würde!

By-By-Schu-Schu-ki?

23. Juli 2016:

Die Schu-Schu-ki-Saga geht in die dritte Runde. Lustig ist, dass ich in letzter Zeit immer mal wieder anfeuernde Mitteilungen bekommen habe, wenn wir im Schu-Schu-ki auf der Straße gesichtet wurden – das hat Spaß gemacht! Aber jetzt genießt erst mal den dritten Teil des Dramas:

 

Der Schu-Schu-ki und ich haben Frieden geschlossen. Nach dem letzten Werkstattbesuch war meine Auto-Welt wieder in Ordnung. Die Werkstatt hat einen erklärbaren Grund für den ganzen Ruß gefunden und dieser wurde behoben. Wir reden übrigens von einem fünf cm langem Riss im Turbo-Zulade-Dingens-Schlauch, wohl nicht sofort sichtbar. Kann ja mal sein, das so was über einen längeren Zeitraum den Rußpartikelfilter zum kompletten Verschluss und zum Bilden von stalagmitenartigen, hübsch anzuschauenden Formationen um den Filter herum bringt und nebenbei Prüfsonden zum kompletten verschmoren. Was weiß ich schon, ich bin ja nur eine blonde Frau in der Welt des Werkstatt-Slang. Da ist man froh, wenn man den Kern des Problems überhaupt umreißen kann.

Seitdem gibt der Schu-Schu-ki keine komischen Geräusche mehr von sich und vor allem kein reduzieren der Motor-Leistung aus heiterem Himmel. Und auch nicht dieses orangene Warnlämpchen, welches eigentlich aussieht, wie ein hämisch grinsendes Gesicht, in das man sofort ganz feste hineinschlagen möchte. Frieden.
Nach ausführlicher „Probefahrt“ – 200 km Autobahn just vor fun aber trotzdem nervenzerreißend – war ich so weit dem Schu-Schu-ki wieder einen vollen Pferdehänger anzuvertrauen. Die dringend anstehenden Hängerfahrten hat der Schu-Schu-ki auch bravourös gemeistert. Ebenfalls diese unmenschlichen Temperaturen mit 37° in Hünfeld. Alles Super. Frieden. Ich begann mich zu entspannen.

Komplett entspannt bin ich also letzten Samstag zur Arbeit gefahren. Ich stehe an der Ampel und in meinem Blickfeld geht ein oranges Licht auf. Es grinst mich an. Es verhöhnt mich regelrecht. Ich starre auf meine Anzeige. Blinzle. Schaue nach oben. Blinzle noch einmal. Schaue zurück. Es ist immer noch da. Diese fröhliche Fehleranzeige. Ich Blinzle. Starre nach draußen. Das kann doch nicht sein. Kurzfristig überlege ich, ob ich nicht Gas geben soll und den Schu-Schu-ki einfach gegen die Ampel knallen soll, damit Ruhe ist. Entscheide mich aber zu Blinzeln und die Übelkeit in meinem Bauch zu ignorieren. Ich bin dann erst mal weiter zur Arbeit gefahren. So zusätzliches Geld kann ich wohl jetzt grade gut gebrauchen.

Um mich nicht lange mit Montagmorgenverkehr, Telefonaten mit Werkstatt-Angestellten oder mürrischen Meistern aufzuhalten, stellte ich das reduziert laufende Auto-Monster Sonntags einfach mahnend vor der Werkstatttür ab. Schluss mit Lustig. Es folgten Tage des Hoffen und Bangen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer in mir wollte einfach glauben: „Da ist bestimmt nur ein Marderschaden drin. Das wäre doch toll.“ Doch tief in meinem Kopf wusste ich wohl: „Der Karre kannst Du nie wieder vertrauen“. Was passiert, wenn ich wieder mit Pferdehänger unterwegs bin und das grinsende Licht leuchtet auf und reduziert den Motor? Will mich dieses Auto langsam zermürben? Nie wieder stressfreies Wegfahren? Nie wieder Kasseler Berge im strömenden Regen? Immer schauen, wo ist die nächste Werkstatt (auch wenn die sowieso nichts machen können)? Auf Deutsch: Das Vertrauen war weg. Komplett. Es ist in sich zusammengefallen wie ein Kartenspielhaus beim Hauch der Andeutung einer Zugluft.

Meine beiden Werkstätten telefonierten hin und her, es wurden sogar die Hersteller der Ersatzteile mit einbezogen. Ich verfolgte das Ganze mit einer gewissen gedämpften Stimmung. Ich möchte sogar sagen Hoffnungslosigkeit. Tief im Innern ahnte ich wohl: ich besitze ein graues Auto, mit dem ich nicht mehr das anfangen kann, was ich brauche. Also auf Deutsch: Ich bin aufgeschmissen.

Die Bestätigung kam Mittwoch. Es wurde mir die Nachricht überbracht: „Er läuft wieder!“ Kurzfristig war ich glücklich. Aber keine Bange, das dauerte ungefähr 5 Millisekunden an und hat sich sofort wieder komplett verflüchtigt, als der Mann mit dem nächsten Satz begann: „Ich musste letztendlich gar nichts machen. Da ist ein zweites Lämpchen angegangen und dann beim Fahren und blablabla … kurz und gut: Es kommt und geht wann es lustig ist“. Ich musste hart lachen. Dieses Jahr will mich echt verarschen. Eigentlich Respekt an den Schu-Schu-ki. Er hat es geschafft zwei Werkstätten komplett zu verarschen. Drama-Queen passt da echt gut. Er sollte als Mahnmal auf ein Podest gestellt werden und jungen Automechaniker-Lehrlingen die Furcht lehren. Sehet, da ist ein Mahnmal – Technikfehler in der Selbstschleife. Es wird halt nichts mehr für die Ewigkeit gebaut.

Was soll ich sagen. Es muss ein neues Zugfahrzeug her. Nach schlaflosen Nächten, in denen ich einen teuflischen Bankraubplan ersann und nebenbei noch nach geeigneten Ersatzkandidaten zum Thema Zugmaschine googelte, war ich geläutert. Der Schu-Schu-ki und ich gehen ab sofort getrennte Wege. Mein Unvernunftsgen machte sich kurz bemerkbar, als ich einen Termin zur Probefahrt mit dem nagelneuen Fiat Fullback vereinbarte. Ein schwarzer diesel-schnurrender, kraftprotzender, feuchter Pickup-Traum, der total unvernünftig gewesen wäre, aber dafür echt was fürs Ego. Vorsichtshalber habe ich die anderen Pickup-Kandidaten nicht mehr angetestet und mich für tatsächlich in Frage kommende Autos interessiert. So welche, mit denen man auch noch in Parkhäuser rein kommt, ohne das Parkaus niederzuwalzen. Also weniger lang und weniger teuer. Auch in der Steuer. Sorry, dieser Reim musste jetzt sein.

Donnerstag: per Zufall in Form von Johannes entdecke ich, dass es in meiner Heimatstadt einen Ford Händler gibt. Es ist doch immer gut, wenn man sich zu Hause gut auskennt. Ich fahre spontan nach der Arbeit hin um mich über den Kuga zu informieren. Der darf nämlich noch einen Pferdehänger ziehen. Nur zur Information, selbst wenn ich mein Herz an Suzuki verloren hätte, hätte ich Pech gehabt. Das Nachfolgemodel vom Grand Vitara darf nämlich nur noch 1700-1800 kg ziehen. Damit ist es raus. Unter anderem. Der Werkstattmann besteht drauf, dass ich den Kuga über Nacht mit zum Probefahren nehme. Gerissener alter Fuchs. Der Schu-Schu-ki bleibt alleine auf dem Parkplatz stehen. Und es tut mir nicht leid.

Freitag: Der gerissene Fuchs hat recht gehabt. Man gewöhnt sich sehr schnell an einen Automatik. Das Auto hat alles, was ich brauche. Frauen legen da ja Wert auf Sitzheizung (ja auch bei 32°C im Schatten), Becherhalter und Anhängerkupplung. Technikkram und Extragedöns sind für uns nur unwesentliche Zugaben. Ich kaufe das Auto. Dank des Banküberfalles bin ich ja gerade flüssig. Der Schu-Schu-ki begleitet mich jetzt noch ein paar Tage, bis das neue Auto fertig ist. Ich habe still einen Status-Quo mit ihm ausgehandelt. Er leuchtet nicht und ich ziehe keinen Pferdehänger. Hoffentlich funktioniert es. Und wisst Ihr was? Das neue Auto wird wieder einen richtigen Namen bekommen. Ich nenne ihn einfach „Harrison“.*

* Entschuldigt bitte auch diesen flachen Witz. Aber ich glaube, der ist tatsächlich so schlecht, dass es schon wieder gut ist. Ich werde dann mal weiter berichten, was ich mit der Technik in „Harrison“ so alles erlebe.

Auf den Hund gekommen - Foto: privat

Statt auf einen grünen Zweig auf den Hund gekommen … der Schu-Schu-ki und ich – Foto: privat