Del Cavador

Fino-Bond on Tour?

Orientierungsritt in Nenzenheim am 15.09.2019

Frau Sumpf an der Klettball-Gummiband-Zielscheibe! – Foto: privat

Heute waren Yvi und ich mit Diosa und Jacinto in Nenzenheim – hier wurde von den Pferdefreunden Nenzenheim wieder der legendäre Orientierungsritt veranstaltet, der alle zwei Jahre stattfindet. 

Die Strecke war insgesamt 22 km lang und in zwei Schleifen angelegt, so dass man zur Mittagspause wieder am Startpunkt am Reitplatz ankam. So hatten die Zuschauer die Gelegenheit bei den Stationen 5 und 6 am Reitplatz bei Kaffee und Kuchen im Schatten zu sitzen und zuzuschauen. 

Übrigens Apropos Catering: Sensationell: Es gab frisch gemachte Pizza und Flammkuchen! Und leckere belegte Brötchen und Käsestangen neben Kuchen und Kaffee und ich glaube auch Gebratenes, aber das interessiert uns Vegetarier ja nicht 🙂 Uuuund ganz sensationell: Eis! Perfekt für das hoffentlich letzte heiße Wetter an diesem Sonntag! Catering-mäßig legt Nenzenheim da eine ganz hohe Latte vor! Und das gute Mönchshofer Radler 🙂 Wir haben uns natürlich durchgeschlemmt! 

Aber erst mal sind wir die Strecke geritten. Erst die „Arbeit“, dann das Vergnügen 🙂 Per Karte ging es auf die Vormittagsrunde (die Mühlen-Runde) mit zwei Stationen. Station 1: eine Gasse mit Motorrad-Reifen, begrenzt von zwei Stangen durchreiten, ohne neben raus zu kommen – dafür hatte man eine Minute Zeit. Übrigens hat das mit den Wartezeiten bei uns ganz super geklappt, wir mussten an keiner Station übermäßig lange warten – das war perfekt für die Ponys, die heute sehr flott drauf waren und wir die Strecke fast im Distanz-Modus absolviert haben. Die beiden hatten richtig Spaß an der ausgedehnten Gelände-Tour. 

Weg vor der Nierenmühle – Foto: Privat

Station 2: meine persönliche Lieblingsstation, weil man da nach Herzenslust mit einer Wasserpistole rumballern konnte 🙂 Natürlich nicht wahllos, es galt mit der Pistole einen Plastikbecher, der an einer Schnur befestigt war nach vorne zu schießen – ähnlich wie Wattebäuschchen-pusten nur halt mit Becher an Schnur und mit Wasser. Schwierig zu erklären, aber war sehr lustig. Vor allem weil die Ponys das System irgendwie nicht ganz so lustig fanden wie wir. Da half auch ein anfeuerndes Wasserschießen auf die Ponys nicht wirklich …. Aber auf jeden Fall haben sich die Nenzenheimer auf dem ganzen Ritt tolle Stationen ausgedacht! 

Wir haben dann statt Mittagspause die drei Aufgaben am Reitplatz erledigt, um noch vor der großen Hitze den größten Teil der Strecke zu schaffen. Am Roundpen war ein Ständer aufgebaut um den eine Longe gewickelt werden musste – vier Runden herum und vier Runden wieder zurück abwickeln innerhalb von einer Minute. Das mit der Minute entzerrt wirklich viel Stau. Übrigens die perfekte Übung für die wendigen Finos! Das haben beide Ponys super gemacht. So etwas hatten wir schon mal in einem IDMG-Trail in Aegidienberg gemacht. 

Am Reitplatz gab es drei Trailhindernisse zu absolvieren: Tor, Wippe und ein Bällebad, in dem das Pony geparkt werden musste, um dann mit einem Cacher die Bälle in einen Behälter zu geben. Da hatten wir auch wieder eine Minute lang Zeit. Sehr spannend. Also nicht für Diosa – die alte Streberin hat alles super vorbildlich gemacht. Vom Tor und Jacinto reden wir lieber mal nicht, von den Bällen und Jacinto sollten wir auch nicht wirklich reden … er sabbt nämlich immer total vertrauenswürdig überall rein – so auch in das Bälle-Bad. Und als ich dann den Cacher in der Hand hatte, hat er bemerkt, worin er steht und ist erst mal seitlich ausgebrochen und hat dabei das Bällebad zerstört. Räusper. Hust. 

Von der Wippe reden wir auch lieber nicht – obwohl die sehr toll war. Aber mehr als zwei Füße geführt waren nicht drin. Aber da zwinge ich den Zwerg auch nicht – Jacinto lässt sich nämlich zu nichts zwingen, wenn er irgend etwas partout nicht will. Und man muss ja auch nicht alles können. Dafür habe ich ja Diosa 🙂

Nächste Station war neben dem Reitplatz aufgebaut: Fähnchen in Pylonen versetzen in zwei Durchgängen. Klingt kompliziert, ich kann es nicht erklären, aber es ist eigentlich ganz einfach. Auch eine tolle Übung für Jacinto und Diosa. Klein und wendig sein hilft da enorm!

Frau Sumpf im Fahnen-Slalom. Foto: privat

Dann sind wir statt Mittagessen weiter auf die Strecke gegangen – die Nachmittagsstrecke oder Herrensee-Runde. Meine Lieblingsrunde mit schmalen Wegen durchs Gelände und den Wald – und schönen Wiesenstrecken am Waldrand entlang. Hier warteten ebenfalls wieder zwei Stationen auf uns. Am Rastplatz am Geißberg ein Stangen-Slalom. Hier gab es drei Schwierigkeits-Stufen: Einfach vorwärts durchreiten. Eine vorwärts, seitwärts treten, die nächste Rückwärts und so weiter, oder einfach alle Stangen in Rückwärts machen. Von Diosa sehr schön demonstriert. Die Streberin.

Station 4 war dann der Wurfgummi: Auch einen tolle neue Idee: Ein Gummiband zwischen zwei Bäume gespannt in ungefähr Pferdehöhe, eine Zielscheibe dahinter und wir mussten hinreiten, das Gummiband vom Pferd aus per Seitengang spannen und dann die Klett-Bälle auf die Zielscheibe flutschen lassen. Sagen wir mal so: Zielen war noch nie so unsere Stärke 🙂 Aber es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Und der ein oder andere Ball ging auch in die ungefähre Richtung der Zielscheibe – also wenn man Gebüsch und umstehende Menschen mitzählt.

Und zurück ging es für uns Richtung Reitplatz, wobei wir uns glaube ich am Rückweg etwas vertan haben und nicht ganz den korrekten Weg das letzte Stück durch Nenzenheim genommen haben. Das war etwas verwirrend, aber hat uns jetzt nicht so wirklich gestört, weil zwischendurch immer mal wieder Gruppen die Strecke „abgekürzt“ haben. 

Schöne Waldstrecken – gut für die Seele! – Foto: privat

Zurück am Reitplatz und Parkplatz haben wir erst mal die Ponys versorgt und uns ein kühles Getränk besorgt – und ein großes Eis! Unser Luxus war, dass die Ponys 10 km weiter wohnen und wir sie schnell nach Hause bringen konnten. Da hatten die nach einer ausgiebigen Dusche die Gelegenheit den restlichen Sonntag im heimischen Paddock-Trail zu verbringen. Wir haben es sogar geschafft den Hänger mal Grundzureinigen (der Tipp ist übrigens Scheuermilch … kleiner Insider 🙂 – danke Lina), bevor wir wieder zurück nach Nenzenheim und zur Pizza mit Siegerehrung gefahren sind. 

Und die hat sich gelohnt – erst mal wegen der Pizza und zweitens weil es für jeden der 60 Teilnehmer auch ein Geschenk gab. Neben einer schönen Stallplakette durfte sich jeder vom Gabentisch eine Belohnung aussuchen. Yvi hat sich den 3. Platz gesichert (direkt vor Bianca und Diosas-Ex-Lover Kapoho – der unter anderem ebenfalls dabei war) und hat sich zur Abwechslung ein Fino-Bosal ausgesucht. Jacinto hat sich immerhin Platz 16 erpunktet und wir haben uns Reithandschuhe für den Winter ausgesucht. Die kann man immer gebrauchen. Also mal wieder ein gelungener Ritt in Nenzenheim! Und wir haben natürlich wieder nette Leute getroffen zum Quatschen. Und es waren insgesamt sechs Paso Finos am Start! 

Rumgeblödel an Station 2 – Mein Name ist Bond, Fino Bond! – Foto: privat

Strecke: 1* – sehr viel Spaß an der und in der Strecke – teils Karte, markante Punkte markiert, teils musste man mitdenken – die sehr schön abwechslungsreich um Nenzenheim geführt hat. Einzig die Kreuzpunkte mit der ersten Runde waren aber etwas verwirrend. Das kann aber auch an unseren ausgedörrten Gehirnen gelegen haben.

Stationen: 1* – ausgefallen und abwechslungsreich!

Catering: 1* – das Eis war perfekt! Die Pizza eine super Idee!

Logistik: 1* – Parkplatz groß genug, Wasser für die Ponys, fester Klowagen, kleine Wege;

Leute: 1* – immer freundliche und lustige O-Ritt-Helfer auf der Strecke und am Verkauf. Super!

Wir kommen immer wieder gerne nach Nenzenheim und freuen uns schon in zwei Jahren auf den Ritt!

IDMG 2019 – Goldmädels?

Die 25. IDMG 2019 in Wemding

Josef’s Walkaway Farm in Wemding im Sonnenuntergang – Foto: privat

05.09. – 08.09.2019:

Wer uns auf Facebook folgt hatte schon die Gelegenheit ein paar Filmchen von unseren Ritten auf der IDMG mit Diosa und dem Drachenpony zu sehen. Ich bin sehr stolz auf die Ponys! (und auf Yvi) (und überhaupt!)

Die 25. IDMG fand dieses Jahr endlich einmal im Süden von Deutschland statt, auf einer Anlage, die uns Paso Finos bereits von schönen Fino-Turnieren bekannt war: Josef’s Walkaway Farm in Wemding. Meine Mutter sagt immer: die Fuchsien-Stadt – ich sage, die Stadt im Ries, zu der ich noch nie auf der gleichen Strecke hingefahren bin – irgendwie verändert sich der Weg dorthin und vor allem der zurück immer. Übrigens auch der Weg in unser Hotel – der war sehr idyllisch – zwei Ortschaften waren aufgebaggert, so dass wir uns erst nicht getraut haben da durch zu fahren, und dann ging es lustig am Waldrand auf einer Schotterpiste entlang. Abenteuerlich, aber wozu fährt man einen Allrad? Das kommt vor allem im Dunkeln super vertrauensvoll rüber 🙂 Gerade wenn einem noch urzeitliche Tiere im Dunkeln über den Weg laufen …. Aber das Hotel war sehr schnuckelig und holzig-gemütlich – diesmal mit Gemeinschaftsraum (und gefülltem Getränke-Kühlschrank) und einer Sonnenterrasse (auf der der Morgen-Kaffee vor dem Frühstück gleich noch mal besser geschmeckt hat). 

Jedenfalls haben wir uns gefreut einmal nicht rund 350 km zu einem Turnier zu fahren, sondern nur knapp 150 km einfach. Und was uns noch gefreut hat: es waren insgesamt 12 Paso Finos! Wir waren eine richtig tolle Truppe! Es war richtig schön mit so vielen Fino-Leuten ein IGV-Turnierwochenende zu verbringen! Ich fand es richtig prima, dass Ihr alle dabei wart! Und wir haben alle miteinander mitgefiebert – richtig schön! Da werd ich ganz sentimental!

Nach der Präsentation am Langen Zügel – Foto: Nano H.-H.

Den Donnerstag haben wir genutzt um uns einzurichten, die Bahn zu testen und den Ponys ein bisschen Eingewöhnungszeit zu geben. Und wir haben einen ganz tollen Sonnenuntergang in Wemding erlebt! Das Liebe ich so am Spätsommer und Herbst – diese mega Sonnenuntergänge. Und wir haben die nette Frau vom Catering leer gegessen: vegetarische Burger, vegetarische Hot Dogs (!!!!!) und dieser Nudelsalat! Perfekt. Gutes Essen und Kaffee sind sehr wichtig bei einem Turnier. Kaffee gab’s übrigens wieder von der IGV spendiert – sehr gute Anschaffung diese große Kaffee-Maschine 🙂 

Freitags war dann irgendwie ein anstrengender Reit-Tag: Diosa hatte die Schwere Rittigkeit, das Drachenpony die Mittlere Rittigkeit, beide die Präsentation am langen Zügel und Diosa noch die Pleasure Gangprüfung. Dazwischen waren wir natürlich am Mitfiebern für die anderen Fino-Reiter: Nico, Anna, Magdi, Franziska, Sabrina, Kathinka, Nano, Tine, Alex, Isi, Vicki. Und wir hatten ja noch den Turnier-Allround-Betreuungs-Service von Nano und Carino (nachfolgend nur noch „die Prinzessin“ genannt :-)) angeboten und durchgezogen! Den Abend haben wir ganz verhungert beim Italiener in der Stadt ausklingen lassen – sehr zu empfehlen. 

Ganz viele Finos! – Foto: privat oder Anna 🙂

Samstag war dann Trail-Tag – und leichter bis nerviger Regen-Tag. Aber besser wie 35° ohne Schatten, ganz ehrlich. Der Samstag war auch der Tag, an dem die meisten Fino-Freunde zum Zuschauen und mitfiebern dabei waren. Richtig schön! Und wir haben unseren jüngsten Fino-Nachwuchs endlich mal live gesehen – und Sarah war so stolz auf ihren Arandano, der die Pleasure gewonnen hat. Und das Drachenpony hat die Performance durchgehalten! Ich war so stolz ❤

Noch mehr Finos! – Foto: WhatsApp-Fundus!

Am Nachmittag fanden dann die Trails statt. Die Walkaway Farm hat einen ganz tollen Trail-Platz mit tollen Naturhindernissen und schicken großen Wippen und Hängebrücken, kleinen Hügeln und Wassergräben. Ich bin hart verliebt in den Platz – und hatte richtig Bock da den Trail zu starten! Und er war richtig gut! Diosa hat einen souveränen schweren Trail gezeigt und das Drachenpony einen richtig tollen Mittleren Trail – und Nano einen super souveränen Siegesritt im Mittleren Trail mit der Prinzessin gebracht! Erst nervös wie Hulle sein und dann so gechillt da durch rauschen Nano!!!! Super! Alles richtig gemacht!

Diosa und Yvi im schweren Trail – Foto: Ellen Vierhaus

Der Abend war dann leicht nostalgisch. In der Abendveranstaltung erzählte Kurt von 25 Jahren IGV und der Entwicklung und den ganzen Erlebnissen, den waren die Ehrungen der Rittigkeiten und Trails, Carina Heller hat aus ihrem neuen Buch vorgelesen (sehr schön im Dunkeln auf dem Sofa in der Reithalle sitzend), Stephan Vierhaus hat einen gänsehauttollen Auftritt im Dunkeln mit seinem Pescador und der Feuer-Nummer abgeliefert, hinterher gab es noch eine Champangner-Töltprüfung im Dunkeln auf dem Soundingboard (souverän von Kathinka und Ensueno gewonnen!) – dann sind wir ins Hotel abgedüst, weil anstrengend und müde und kalt und Kopfweh – verpasst haben wir noch den SpeedTrail, Sara Seifert mit ihrem tollen Isländer und die Cutting Demo von den Foxtrottern und Musik und Bowle gab es auch noch. Eine richtig schöne Veranstaltung. Alle sitzend in der Reithalle, drumherum Kerzenlichter auf der Bande – sehr stimmig und sehr schön! Die Gangpferdefamilie ist doch eine richtig schön gewachsene Familie, auf die man sich eigentlich immer verlassen kann, auch wenn es mal nicht ganz rund läuft. Letztendlich wird alles gut.  

Der Sonntag war für mich dann gechillt – Drachenpony und ich hatten keine Prüfung mehr. Ich bin sie nur noch einmal auf der Bahn geritten, um ein bisschen Routine zu bekommen, was gut geklappt hat. Diosa und Yvi hatten noch die Country Pleasure – diesmal wieder mit Tine und Mina zusammen – und nach einer spannenden Prüfung konnte dieses Mal Yvi gewinnen. Wir hatten Zeit ein paar mehr Bahn-Prüfungen zu sehen und noch ein bisschen mit den Leuten zu quatschen. Blöderweise hatte ich starke Kopfschmerzen und habe dringend versucht wieder klar zu werden, um die Ponys sicher nach Hause zu bringen. Mein Geheimrezept: Momo, der Hund von Ellen Vierhaus 🙂 

Insgesamt war es eine sehr schöne IDMG – leider etwas mau besucht, aber dafür um so familiärer. Positiv war, das so viele Paso Finos da waren. Und die Stimmung war sehr schön. Wir haben viele Gangpferdefreunde getroffen, uns mit vielen Reitern mitgefreut und hatten echt eine schöne Zeit in Wemding! 

Drachenpony in der Performance – Foto: Anna-Maria Steinert

Angeber-Statistik der Goldmädels: 

Diosa und Yvi:

  • Schwere Rittigkeit 8. Platz (von 9)
  • Pleasure Gang 6. Platz (von 8)
  • Schwerer Trail 1. Platz (von 8) und damit Deutscher Meister
  • Präsentation am langen Zügel 2. Platz (nach dem Drachenpony)
  • Country Pleasure Paso Fino 1. Platz (nach Mina)

Wertung Gaited Working Equitation Schwer: 4. Platz (weiß nicht mehr wie viele!)

Wertung Gangpferd des Jahres: 2. Platz punktgleich mit der Gewinnerin! – und damit der Paso Fino, der bis dato am Höchsten in diese Wertung aufgestiegen ist!

Drachenpony und Christine:

  • Mittlere Rittigkeit – 8. Platz (von 9) 
  • Präsentation am Langen Zügel 1. Platz (von 2) – und damit Deutscher Meister
  • Performance Paso Fino 3. Platz (von 4)
  • Mittlerer Trail 2. Platz (von 4)

Wertung Gaited Working Equitation Mittel: 2. Platz (von 2)

Wertung Freizeit IGV 2019: 7. Platz (von 48)

Drachenpony im Trail

Diosa im Trail

Drachenpony Performance

… übrigens scrollt gerne durch Facebook – da gibts noch ein paar Posts und Filmchen zur IDMG zu entdecken 🙂

Therapiesitzungen in Hünxe?

09. bis 11.08.2019:

Hofturnier Gaited Working Equitation in Hünxe oder: wie Bekloppt können Reiter eigentlich sein?

Ein Highlight unseres aktiven Reiterjahres ist auf jeden Fall das Hofturnier der Familie Vierhaus in Hünxe – von uns einfach locker 409 km entfernt. Also auf Deutsch: wie Bekloppt muss man sein, um für ein kleines Hausturnier so weit zu fahren? Antwort: Ziemlich! Aber wir haben immer einen Mords Spaß dort! Dieses Jahr ist unsere kleine Therapie-Gruppe mit drei Pferden und vier Menschen aufgeschlagen. Schließlich wächst man nur durch Herausforderungen über sich. 

Siegerrunde Gesamtwertung mit Stier – Foto: Wiebke Vierhaus

Wir hatten dieses Jahr wieder unseren Quoten-Tinker Ponymann mit Lina und Julia dabei und für die Gangpferde erstmalig Diosa mit Yvi und das Drachenpony mit mir. Das Drachenpony hat sich seit dem Sommer über so gut gemacht, dass ich mir gedacht habe: Warum nicht sie mitnehmen? Sie läuft inzwischen zu Hause so sicher und entspannt – das testen wir jetzt mal mit etwas mehr Aufregung. Gut – jetzt fragen sich bestimmt viele Leute: Warum schleppt die Frau dieses aufgeregte, gestresst wirkende Pony mit auf Turnier? Weil es meine persönliche Herausforderung ist – und weil das Pony eigentlich gerne unterwegs ist. Sie fährt gechillt Hänger, fühlt sich sofort in fremden Boxen heimisch, benimmt sich einwandfrei am Boden – und ist halt leider ab und an sehr gestresst beim Reiten vor Publikum.  

Nachdem ich einfach die Aussage nicht akzeptieren kann, dass dieses Pferd sich niemals ordentlich reiten lassen wird ist es mein persönliches Anliegen das zu Wiederlegen. Wir haben nämlich inzwischen ein Tempo Tölt! Und sie ist die ganze Zeit mental bei mir geblieben – mit kleinen Aussetzern und ein paar Stress-Situationen, aber das Drachenpony war einfach nur toll! Sie passt auf was ich möchte, versucht es, kann es aber teilweise einfach nicht halten, weil sie dann wieder einen riesengroßen Adrenalinschub bekommt – aber sie bleibt bei mir. Ich bin alle drei Prüfungen gestartet und habe alle drei Prüfungen beenden können – ohne Totalausfälle.

Und mit Totalausfällen meine ich Verletzte, verbrannte Erde und umgemähte Zäune. Was noch deutlich zu sehen war: Stress im Schritt – teilweise Einfrieren und leichtes Hopsen. Aber sie hat mir trotzdem unter Stress weiter zugehört und hat sich immer wieder gefangen. Das sieht bestimmt für Zuschauer und Fino-Fremde aus wie komplett gestresst und gruselig – aber es fühlt sich anders an. Und Festfrieren und erst mal Atmen und Nachdenken und dann wieder ordentlich weiter laufen finde ich weniger gefährlich wie wildes Bocken, Steigen und unkontrolliertes Losrennen. Und das Pony war die ganzen drei Tage super motiviert – sogar nach unserer anstrengenden Nach-Hause-Fahrt war sie am nächsten Tag freudig im Paddock am Tor gestanden und wollte mitkommen und arbeiten! Sie hat den Spaß am geritten werden wieder gefunden – so vermittelt sie mir im Alltag den Eindruck – was mich maßlos begeistert und freut! Aber erst mal von Anfang an!

Der „Pferch“ im GWE-Trail – Foto: Wiebke Vierhaus

Wir haben wieder schöne Boxen beziehen dürfen und die Ponys hatten Zeit zum Ankommen. Wir haben in der Zwischenzeit wieder unser tolles Hotel vom letzten Jahr bezogen. Den Abend haben wir genutzt den Ponys in der Reithalle noch etwas Bewegung zu verschaffen, bevor wir zu unserem Voerdener Lieblings-Pizza-Dienst zum Abendessen holen eingefallen sind. Sven hatte wohlweißlich Urlaub genommen und war nicht da, aber wir wurden trotzdem wiedererkannt. Grüße an Sergio – DEM Pizza-Dreher unseres Vertrauens!

Der erste Turniertag war für die Dreigänger reserviert. Ponymann und Lina waren letztes Jahr schon mit dabei und der Ponymann blieb in lebhafter Erinnerung, weil er sich im Trail nach dem „Pferch“ wild flüchtend vom Acker gemacht hatte. Es gibt anscheinend in Hünxe seit letztem Jahr den feststehenden Begriff „den Tinker machen“, wenn ein Pferd durchgeht. Also war die Therapie genau diesen Trail wieder zu gehen und wenn das Pony noch mal „den Tinker gemacht“ hätte, dann hätte er echt wirklich Ärger bekommen. Aber der Ponymann ist ein kluges Pony und hat den Trail (zwar in der „falschen“ Gangart, weil nur im Trab statt im Galopp) sauber gemeistert – er war kooperativ und aufmerksam und Lina ist am Ende sogar zum Ausgang hin angaloppiert und so durch die Ziellinie gekommen. Wir waren so Happy! Das gab erst mal eine Runde Freudentränen bei uns allen. Voll die Therapiesitzung, dieses Turnier!  

Toller Tinker auf Brücke – Foto: Wiebke Vierhaus

Am nächsten Tag waren dann die Finos dran. Beide in der Mittleren Wertung. Diosa und Yvi sind übrigens Streber – aber das ist ja nichts Neues – Diosa hat die Mittlere Rittigkeit mit dem zweiten Platz beendet. Die einfache Töltprüfung mit dem Dritten Platz und den Mittleren Trail mit dem zweiten Platz und war somit in der Gesamtwertung Zweite. Also kein Therapie-Potential – da kann man nur noch am Finetuning arbeiten 🙂 Sprich weniger sumpfige Momente, mehr kooperative Momente, ansonsten schaut Frau Sumpf immer sehr hübsch aus. Außer sie zerstört sich ungefähr fünf Minuten vor dem Aufsitzen die komplett schöne Flechtfrisur und schaut dabei so, als ob sie dafür auch noch Lob möchte. Typisch Sumpf halt. 

Diosa und Yvi in der Rittigkeit – Foto: Wiebke Vierhaus

Vor dem Einreiten meiner Dressur mit dem Drachenpony dachte ich, das schafft das Pony rein emotional niemals – sie war sehr „on Fire“ beim hinreiten an den Dressurplatz und in der ersten Runde auf dem Dressurplatz. Da saßen Menschen und es lief Musik! Aber wir haben es geschafft und das wollte ich – einfach mal durchkommen mit einem Tempo Tölt! Und wir waren sogar Vorletzter! Von daher schon Ziel mehr als erreicht. 

Drachenpony in der Rittigkeit – Foto: Wiebke Vierhaus

Die einfache Töltprüfung konnte ich gar nicht einschätzen. Die hatte ich ehrlich gesagt auch gar nicht auf dem Schirm. Alle Starter in einer Gruppe auf dem großen Trailplatz. Das Einreiten war von daher auch eher gruselig für Resi – im spannigen Schritt mit Festfrieren haben wir die erste halbe Runde absolviert. Dann hatten uns alle Teilnehmer überholt und Resi hatte sich mit der Situation angefreundet und von da an lief sie. Vier Phasen Tölt – die ersten beiden sogar sehr gut, wie eine kleine Tölt-Nähmaschine! 

Ich war ziemlich begeistert – die beiden Phasen mit dem beliebigen Tempo Tölt waren nicht so gut, aber immerhin war es kein Komplett-Reinfall – es war einfach dann genug. Hier wurden wir dann zwar Letzter, aber hier hat wieder das Therapie-Ziel: Einmal eine Gangprüfung mit dem Drachenpony starten und durchkommen gegriffen. Ich war hart ergriffen und es gab wieder Gruppen-Tränen. Mann, Mann, Mann, auf meine Alten Tage werde ich noch sentimental. 

Glockengasse im WE-Trail – Foto: Wiebke Vierhaus

Der anschließende Trail war dann nur noch Spaß – ich habe mich an tollen Phasen erfreut – Resi hat alle Hindernisse angegangen. Wir haben nicht alle komplett geschafft, aber wir sahen wenigstens am Spektakulärsten aus! Kritisch waren eigentlich nur „Kiesbett“ – da sind wir kurzzeitig Festgefroren. Man weiß nicht, ob Resi mir damit suggerieren wollte, dass sie gerne einen Cocktail am Strand haben wollte – oder was auch immer! Nach dieser kurzen Atem-Pause hat sie dafür den „Slalom“, den „Berghang“, die „Tonnen-Acht“ und die „Glockengasse“ am Stück super gemeistert. Kritisch wurde es dann erst wieder beim „Ringstechen“ – Garrocha aufnehmen hatte ich vorsichtshalber zu Hause nicht geübt. Danach war sie etwas aufgedreht, von daher hat das „Tor“ nicht so ganz geklappt, aber wir sind anständig durch gekommen. Die „Seitwärtsstange“ hat dafür super geklappt – das war letztes Mal noch ein Problem – Schenkelgehorsam nach einer Aufregungsphase? Vergiss es! Aber an dem Tag: Ok, mach ich. Von daher war ich super Stolz. Wir sind sogar nur Vor-Vorletzter geworden und in der Gesamtwertung insgesamt Vorletzter! Ha! Das ist Besser wie mit Jacinto! 🙂 

Drache war anscheinend doch mit allen Beiden auf der Brücke! 🙂 – Foto: Wiebke Vierhaus

Von daher Ja! Es ist bekloppt Unmengen von Geld auszugeben, um mit Ponys durch die Gegend zu fahren und sich einfach nur über geschaffte Prüfungen zu freuen. Ja, es ist bekloppt Pferde zu besitzen – aber es ist gleichzeitig auch das Schönste überhaupt! Man wächst an sich und seinen „Problemen“ indem man an ihnen arbeitet – und wenn dann alles funktioniert ist das das Beste Gefühl überhaupt. Ich glaube neben Karma fest daran, dass sich Pferd-Reiter-Beziehungen unter extremen Situationen und in der Fremde sehr festigen. Und man nur dann eine Chance hat ein gutes Team zu werden, wenn es auch Außerhalb klappt. Zu Hause funktioniert Vieles, aber die wahren Knackpunkte kommen immer erst Auswärts zum Vorschein und dann hat man wieder etwas, an dem man Arbeiten kann. 

Von daher war uns die lange Anreise wert, wir haben wieder viel erlebt – hatten eine tolle Zeit in Hünxe, haben viel gelacht, viel gesehen, neue Menschen kennen gelernt und hatten eine kurze Auszeit vom Alltag und kamen motiviert und therapiert wieder nach Hause. Ach ja und Müde natürlich auch – aber es gibt wieder tolle neue Geschichten und Erlebnisse und die kann einem keiner Nehmen. Auch nicht Charly, der Nachts um 4:13 Uhr von Samstag auf Sonntag im Hotelhof noch volltrunken Lieder geschmettert hat, bis Lina ihn unsanft daran erinnert hat, dass doch Nachts wäre und Leute schlafen wollten. Aber wir haben hoffentlich früh morgens genügend Lärm gemacht, um auch Charly im Gegenzug die „Nacht“ zu versauen. Aber wahrscheinlich hat er noch seelig im Alkoholrausch geschlummert. 

Vielen Dank an Familie Vierhaus, dass Ihr wieder so ein schönes Turnier veranstaltet habt und vielen Dank für die schönen Boxen, in denen sich die Ponys sehr wohl gefühlt haben. Vielen Dank an alle Helfer (und an Mats für die Senfbrötchen :-)) und an alle andern Teilnehmer, die die Mühen eines Turnieres immer wieder auf sich nehmen und damit aktiv dafür sorgen, dass wir alle eine gute Zeit haben können. Und vielen Dank auch an Lena und ihre Luna, bei deren Fotoshooting ich NICHTS machen musste, weil das Pony so fixiert auf die grüne Futterschüssel war – das hat schon für schön gucken mit gespitzten Ohren gereicht! Und an Wiebke und Ellen, deren Ponys Yvi auch fotografiert hat und die laufen zu sehen immer wieder ein Vergnügen ist! 

Ausdrucksstarke Frau Sumpf! – Foto: Wiebke Vierhaus

Mal sehen, was wir nächstes Jahr so therapieren müssen – dann kommen wir wieder, wenn wir dürfen! 🙂 Ein neues Opfer haben wir ja: Julia, Linas perfekte Beifahrerin hat ja auch noch kein Gangpferdeturnier mitgemacht …. Hmmmmmmm 🙂 Ich merke da gibt es Potential! 🙂 *händeaneinanderreibgeräusch*

Dettelbachorittpremiere?

03. August 2019:

Heute waren wir ganz Speziell unterwegs, nämlich schon wieder bei einem Orientierungsritt – aber diesmal bei einer Premiere. Der Dettelbacher Reitverein hatte zu seinem allerersten Orientierungsritt geladen. Ich finde es schön, wenn traditionelle Vereine, die eigentlich eher für ihre Turniere bekannt sind, sich auch dem Freizeitreiter-Sektor zuwenden und für die vielen Feld-Wald-und-Wiesen-Reiter etwas anbieten. Und das haben die Dettelbacher sehr gut gemacht. Wir hatten eine sehr schöne Strecke (15 km), die wir nach Karte reiten mussten und dabei noch Buchstaben „einsammeln“ mussten für ein Lösungswort, abwechslungsreiche Stationen mit Aufgaben für Pferd und Reiter und ein super Catering – was will man mehr! 

Ponymann checkt, ob der Regenschirm ordnungsgemäß aufgefaltet wurde …. – Foto: privat

Aber von Anfang. Angekommen sind wir (Lina + Ponymann, Yvi + Diosa und ich + Jacinto) im Regen – ganz ehrlich: momentan bin ich lieber im Regen unterwegs als bei 35° im Schatten! Der Regen hat sich dann übrigens auch verzogen und wir sind trocken zurück gekommen.

Beginn war in der Reithalle mit ein paar Trailaufgaben: einen Regenschirm nehmen mit Pferd führend über zwei Softstangen balancieren, an eine Aufstieghilfe laufen und mit Schirm in der Hand von Rechts aufsteigen. Mit Schirm in der Hand zu einer Art Tonne reiten, den Schirm darauf zugeklappt ablegen. Einen Korb mit Geschirr aufnehmen, zu einem Biertisch reiten, den Tisch vom Pferd aus decken. Immer eine sehr lustige Übung übrigens …. und dann noch durch einen Flattervorhang reiten. 

Frau Sumpf möchte ein „U“ kaufen – für „Ungeheuerlich!!!!“ – Foto: Yvi

Dann durften wir raus in den Regen und die Strecke mit der Karte in der Hand abreiten und dabei nach Buchstaben für das Lösungswort Ausschau halten. Anfangs war das eine etwas rutschige Sache dank dem Regen, aber wir hatten trotzdem unseren Spaß auf der Strecke. 

Zwischendurch gab es relativ viele Stationen zu absolvieren. Bei der Ersten gab es etwas für uns Reiter: Dinge erfühlen, Wissens- und Rätselfragen und ein keines Denkspiel. Das Denkspiel hatte es in sich!

Die zweite Station war auch schon die Mittags-Station, aber bevor wir etwas Trinken und Essen durften – übrigens das beste Käsebrötchen, was ich auf einem O-Ritt jemals bekommen habe! 🙂 – gab es noch Aufgaben zu erledigen. Bälle mit einem Schlauch ansaugen und in einen anderen Bottich bugsieren und die Ponys passgenau auf vier Bierdeckel abstellen. Zwergs beste Übung übrigens 🙂 Dafür haben Yvi und Lina bei den Bällen abgesahnt. Und noch ein paar Fragen beantworten. 

Dann gab es wieder ein schönes Stück zu reiten, bevor wir an eine Station kamen, an der wir mit einer Longierpeitsche Dosen von einem Tisch schlagen mussten – natürlich auf dem Pferd sitzend 🙂 und auf einem Tennisschläger einen Tennisball durch Slalom-Hütchen bugsieren durften. Nur im Schritt, aber trotzdem die Paradeübung für Finos 🙂 Und es gab wieder Fragen! Wie viel Trinkt ein Pferd pro Tag? Was ist ATP? Und was ist die Steigerung von Buchstabensuppe? Na? Wer weiß die Lösung? 

Dann näherten wir uns schon wieder dem Reitverein. Zurück durch einen lauschigen Bachweg zur nächsten Station. Wäsche aufhängen. Aber nicht irgend welche Wäsche, sondern was man selber so am Körper trug. Also landeten Helm, Jacke, noch eine Jacke, diverse T-Shirts und bei Diosa und Yvi sogar das Kopfstück und die Zügel auf der Leine. Wo soll das Pony denn schon hin? Dann durften wir noch im Bach Bälle mit einem sehr schweren Cacher aufsammeln und … natürlich Fragen beantworten! Dann ging es noch ein kurzes Stück zurück zum Reitverein und noch einmal in die Halle zu einem neuen Abschluss-Trail. 

Unprofessionelles Hochkant-Filmchen vom Wochenende 🙂 – Weil ich es kann!

Über eine blaue Decke reiten. Zwischen zwei Sprungständer reiten, anhalten und einen Ball umsetzen. In ein Stangenviereck reiten, eine viertel Drehung machen. Trabstangen. Pylonenslalom (wäre im Galopp richtig schwer gewesen, weil sehr eng). Eine Rückwärtsgasse und noch mal ins Viereck reiten. Pony abstellen, absteigen, stehen lassen und einmal ums Viereck herum laufen. Ohne dass das Pony einem folgt. Zwerg konnte erst dann dazu bewogen werden stehen zu bleiben, als ich ihm angedroht habe, dass er, wenn er nicht augenblicklich stehen bleibt nach Hause laufen muss. Das hat wohl geholfen 🙂 Die andern beiden Ponys dagegen waren wieder Streber! Und dann mussten wir noch Hufeisen-Werfen machen in mit Kreide auf den Boden gemalten Punktefeldern. Und natürlich unser Lösungswort abgeben. Was ziemlich schwierig ist, wenn man tatsächlich einen falschen Buchstaben aufgesammelt hat. Aber wir konnten das Problem lösen 🙂 

Wir haben dann erst mal ganz gemütlich die Ponys nach Hause gefahren und alles in Ruhe aufgeräumt, bevor wir wieder zurück nach Dettelbach gefahren sind und sogar noch die letzten Reiter mitbekommen haben, bevor wir ganz gechillt lecker Grillkäse mit tollen Salaten essen konnten und dabei der Siegerehrung zuhören konnten. Yvi war mit Diosa dieses Mal wieder unsere Streberin mit dem 11. Platz – Lina mit Ponymann und ich mit Jacinto haben zusammen den 21. Platz belegt. Es gab viele Doppel-Plätze. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Starter jetzt tatsächlich dabei waren, aber so um die 40 waren es bestimmt. Auch gab es schöne Preise, die man sich aussuchen durfte. Erster wurde übrigens Andrea, unsere ehemalige Mitreiterin vom letzten O-Ritt in Eisingen, die wir hier wieder getroffen haben! 🙂

Einziges Bild, wo fast alle zusammen drauf sind – also zumindest Zwergs Kopf mit drauf ist 🙂 – Foto: Privat und Hochprofessionell … nicht

Wir hatten einen schönen Tag mit den Ponys und hoffen es gibt auch einen zweiten Orientierungsritt in Dettelbach – da sind wir dann ganz bestimmt wieder mit dabei! 

Eisingen gerockt?

21. Juli 2019:

Heute waren wir endlich wieder einmal auf einem Orientierungsritt. Ich war früher (als ich noch kein eigenes Pony hatte) immer sehr begeistert von den tollen braven Ponys bei solchen Ritten. Es war immer mein Ziel selber ein Pony zu haben, mit dem ich auf solchen Ritten Abenteuer erleben und Spaß haben kann. Und heute war endlich wieder einmal so ein Tag! 

Yvi die alte Basketballerin …. – Foto: privat

Unterwegs mit lieben Freunden (Yvi und Lina) und den Ponys (Jacinto, Diosa und Ponymann) – was will man mehr? In Eisingen waren wir ja schon ein paar Mal (aber heute das erste Mal mit Lina) und mir gefällt die Reitgegend dort immer besser – jedes Mal wundere ich mich wie zwischen Autobahn und zwei Bundesstraßen doch noch so viel schönes Gelände passt ohne dass man merkt Nahe an einer Stadt zu sein!

Wir waren eigentlich zu dritt unterwegs, haben aber spontan noch eine Reiterin (Andrea und Luna) aufgesammelt und mitgenommen. Wir starteten mit dem Parcours in der Reithalle: Enten fischen, eine Flatter-Ballon-Gasse durchqueren und Ringe von einem „Baum“ pflücken und an einen Hutständer hängen. Zwerg dachte gleich es gibt statt Enten Äpfel zu fischen und ist freudig an den Wasserbottich hin und hat enttäuscht zwei Plastikenten mit den Zähnen herausgefischt, nur um zu merken: keine Äpfel! Mist! Manchmal bin ich doch stolz auf das Pony 🙂 Essen kann er jedenfalls – aber alle Ponys haben die gestellten Aufgaben toll erledigt und so konnten wir uns auf den eigentlichen Weg machen – und zwar genau ein Stück weiter bis zum Außenreitplatz. 

Dort erwarteten uns schon die nächsten Aufgaben: Wasserbomben zielgerichtet in Eimer werfen … ratet wer alle Bomben in den höchstbepunkteten Eimer geschafft hat? Jupp. Frau Griebel! Dann gab es Basketball-Werfen in einen Korb vom Pony aus  – drei Versuche — Yvi wird immer besser im Werfen! Also im Treffen eigentlich – Werfen kann sie schon ganz gut, nur das Zielen hapert ein bisschen 🙂 Und ein Schaukelpferd durften wir durch eine Stangengasse ziehen – auch hier war der Zwerg sehr vorbildlich. Anscheinend hat er sich das mit der Gasse aus Eichenzell gemerkt und hat seine Aufgabe gleich sehr cool erledigt. 

Dann konnten wir endlich auf die Strecke gehen – Bergauf – Bergab um Eisingen bis zum ehemaligen Springplatz. Zuvor gab es noch eine kleine Station, bei der wir über eine Plastikplane reiten mussten und dabei einen Rappel-Sack transportieren mussten. Eine unserer leichteren Übungen. An der Mittagsrast angekommen freuten wir uns erst einmal über ein Käsebrötchen und vor allem über eine kühle Apfelsaftschorle. 

Die Ponys durften ein bisschen Grasen und dann gingen die Aufgaben schon weiter: Wäsche aufhängen (ein Klassiker der Orientierungsritt-Aufgaben) – leicht erschwert durch leichte Textilien und einen frischen Wind 🙂 Und einen kleinen Sprung an dem Luftballons für Irritation sorgten. Aber nicht bei uns – alle vier haben wir unsere Aufgaben erledigt und konnten weiter reiten.

Kleines Erinnerungsfilmchen … wir hatten Spaß 🙂

Jetzt folgte eine große Schleife einfach nur Reiten, schön über die Felder zwischen Waldbrunn, Waldbüttelbrunn und Eisingen – eine echt schöne Reitgegend! Jacinto ist vorneweg gedappelt und ich war richtig zufrieden – zufrieden mit der Welt, mit dem Leben und Überhaupt. Genau deshalb habe ich immer ein eigenes Pferd gewollt – um die Natur zu durchstöbern, schöne Landschaften sehen und Zeit genießen – und genau das habe ich heute mit einem extrem entspannten Pony und tollen Menschen gehabt. Und als Bonus hat das Pony heute noch alles mitgemacht, was ich ihn angefragt habe. Jacinto hat heute als Herdenchef fungiert, er hat Sicherheit gegeben, er hat alle Aufgaben richtig toll bewältigt und er hatte selber noch Spaß und ist zufrieden vor sich hin gelaufen. 

Kurz vor Rückkehr bei den Pferdefreunden Eisingen gab es noch eine kleine Station: Dosen werfen. Hier war allerdings eher die Schwierigkeit die Dosen rechtzeitig zu bewerfen, bevor der Wind sie von alleine von dem Tisch gepustet hat. Zurück an der Reithalle haben wir erst mal die Ponys versorgt und ein bisschen Grasen und Trinken lassen, bevor wir sie zur Siegerehrung auf den Hänger gepackt haben. Das war auch neu für mich – Ponys einfach auf den Hänger stellen und stehen lassen. Für Turnierreiter Normalität, für uns Premiere. Aber sie waren auch sehr zufrieden einfach nur herumstehen zu dürfen und sich am Heu im Hänger zu bedienen. Müde aber  glücklich würde ich sagen. 

Wir haben uns dann zur Siegerehrung in die Reiterstube gesellt. Und ich muss jetzt ein bisschen angeben: Jacinto hat doch tatsächlich dieses Mal besser abgeschnitten als Diosa! Diosa war nämlich „nur“ 5. und Jacinto tatsächlich der Zweite von ich glaube sogar rund 45 Startern. Lina war auch unter den ersten dreißig. Es gab wieder tolle Preise in einer Josera-Papptüte:  Futterproben, Leckerlies, Bonusscheine eine Schleife und ein Pokal und als zweiter Preis ein schwarzes Knotenhalfter, passend dazu geflochtene Zügel und einen Gutschein für eine Trainingsstunde bei Cindy Schwind. In Yvis Beutel war ein toller 1,7 l Wasserkocher in türkis drin. Was bei Lina noch drin war weiß ich jetzt gar nicht, aber sie hat sich so sehr über ihre erste eigene selbstverdiente Schleife bei einem Orientierungsritt gefreut, da ist alles andere schon Nebensache. 

Die Crew unterwegs – Foto: privat

Auf jeden Fall war es wieder ein super organisierter, sehr schöner und vor allem sehr erfolgreicher Orientierungsritt in Eisingen gewesen! Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr! Und ich hoffe dieses Jahr noch den einen oder anderen Orientierungsritt starten zu können! Das macht nämlich immer richtig Spaß!

Equitana Open Air 2019?

05.07. bis 07.07.2019:

Mannheim – Achtung heiß und staubig!

Nachdem wir letztes Wochenende in Eichenzell unterwegs waren, ging es für Yvi, Diosa, Jacinto und mich bereits am Donnerstag wieder „on the road again“. Dieses mal sind wir nach Mannheim gefahren zur dort erstmalig stattfindenden Equitana Open Air auf dem Maimarktgelände. Hier haben wir im Rahmen des dort stattfindenden IGV-Turniers mit unseren Paso Finos an der Messe teilgenommen. Nebenbei hatte man natürlich auch an vielen Verkaufsständen die Möglichkeit Nützliches (und Unnützes) für die Ponys zu kaufen. Insgesamt waren an diesem Wochenende 17.000 Besucher auf der Messe. 

Unsere Anfahrt haben wir auf Donnerstag gelegt, weil wir den Ponys und uns auch noch etwas Eingewöhnungszeit geben wollten. Außerdem braucht es immer ein bisschen, bis man sich auf neuem Gelände zurecht findet. Schließlich wollen wichtige Dinge erkundet werden: Wo ist das nächste Klo? Wo gibt es Wasser und Waschgelegenheiten für die Ponys? Wen muss ich erpressen, um an das beste Heu zu kommen? (Grüße an den netten Heu-Mann, den wir schon aus Hannover kennen :-)) Wo sind die nettesten Security-Leute? (Grüße an den Security-Mann, der uns mit Insider-Storys und Yvi mit einem eisgekühlten Wasser versorgt hat .-)) Wie sind die kürzesten Wege? Wo stehen unsere Messe-Kumpels? (Grüße ans Camping-Lager :-)) Wo ist der nächste Eistee-Stand? (Grüße an die Cocktail-Bar mit dem echt guten Stoff!!!) An welchem Essenstand ist die kürzeste Schlange, und warum? (Flammlachs-Fetisch entdeckt) Wie komme ich mit den Ponys an die Oval-Bahn? Gibt es Abreiteplätze mit Schatten? Das sind alles wichtige Dinge, die erkundet werden müssen, um ein Überleben auf einer Messe wahrscheinlich machen. 

Weil Messe ist echt anstrengend. Und Mannheim war nochmal anstrengender, weil das Maimarkt-Gelände sich an den laufenden Messetagen in einen verflucht sonnigen und staubigen Hexenkessel verwandelt hatte. Der uns wahrscheinlich mehr zu schaffen gemacht hat, wie den Ponys. Die haben alles super entspannt weggesteckt. Yvis und mein Kreislauf sind an verschiedenen Tagen abgekackt, aber „the Show must go on“. Nur die Harten kommen in den Garten. Auch im Sommer. Gottseidank wurde das Wetter wieder „schlechter“ am Sonntag, so dass ein Durchatmen und eine gute Heimreise möglich war. Wer will schon sein Pony bei 35° auf der Autobahn haben? Niemand….. 

Aber zurück zum Anfang: Wir sind gut angekommen und wurden erst mal gefragt, ob wir zur Friesen-Quadrille gehören. Das war so ziemlich die häufigste Frage, die man an dem Tag gestellt bekam. Es fand nämlich ein geglückter Weltrekord-Versuch in Mannheim statt: 132 Friesen in einer Quadrille! Schwarze Pferde, wohin man nur schaut! Und ständig haben die Friesen irgendwo Gelände blockiert und wir mussten warten – und das dauert, bis 132 Friesen an einem vorbei ziehen ….  aber Glückwunsch an alle Teilnehmer, dass es so gut und Erfolgreich geklappt hat! 

Wir testen die große Ovalbahn am Maimarktgelände – Foto: Ellen Vierhaus

Den Nachmittag haben wir genutzt, um unser Hotel zu beziehen und die relevante Umgebung zu erkunden. Mannheim ist wirklich eine leicht seltsame Stadt, zumindest Verkehrstechnisch. Ich habe das System dort nicht so ganz verstanden, aber ansonsten fanden wir die Gegend hier sehr schön. Unser Hotel war etwas außerhalb in Ladenburg gelegen. Ein idyllisches Städtchen – mit einem sehr leckeren Döner-Laden und einer putzigen Altstadt. Und Störche! Das Navi hat uns leicht seltsam geleitet und wir sind an einem Acker vorbei gekommen, auf dem bestimmt 20 Störche nach irgend etwas essbarem gesucht haben. So nah war ich noch nie an einem Storch dran! Sehr faszinierend. Auf dem Rückweg zum Gelände gab es eine Eisdiele, Apotheke, Bank, Supermarkt und Tankstelle – alles was Frau zum Überleben braucht! Ihr seht schon, wir konzentrieren uns auf die relevanten Dinge des Lebens: meistens Essen und Trinken 🙂 Yvi ist inzwischen noch ein Level weiter und versteckt in meinem Auto Essen, damit sie immer etwas dabei hat. 

Apropos Essen, nachdem alle Teilnehmer nach und nach eingetrudelt sind und wir die geniale Turnier-Töltbahn am Abend ausprobiert hatten, damit die Ponys noch ein bisschen Bewegung bekamen, waren wir noch mit Alex und Vicki bei einem sehr leckeren Vietnamnesen in der Nähe essen. Inzwischen bin ich komplett schmerzbefreit, was Essen gehen in vollgeschlonzten und vollgeschwitzten Stallklamotten angeht. Dieses eher noble Restaurant, oder in einer Schloss-Kulisse, völlig egal: Frau Griebel taucht überall in Arbeitshosen und einer dezenten Staub- und Schweiß-Schicht auf. Und wisst ihr was? Es fällt überhaupt nicht auf. Wobei ich eigentlich schon gerne geduscht irgendwo auftauche, aber Messe und Turnier sind einfach echte Ausnahmesituationen. Und die Menschheit um einen herum ignoriert echt viel weg. 

Am Freitag ging dann die Messe und das Turnier los. Im Rahmen der EOA war die IGV Partnerverband und hatte die Gelegenheit ein Turnier auf der Ovalbahn während des Messebetriebs zu veranstalten. Nebenbei durften wir noch Rasse-Präsentationen zeigen und wir hatten einen schönen Stand, an dem es immer frischen Kaffee für die Mitglieder gab! (Danke an Caro Jost-Kilbert! :-)). Freitag war unser Haupt-Reit-Tag. Diosa startete im schweren Trail in der Gaited Working Equitation Wertung, Jacinto im Mittleren Trail. Der Trail war übrigens sehr schön – ein herzliches Dankeschön an Stephan Vierhaus, der dafür alles organisiert (und improvisiert) hat! Ein sehr anspruchsvoller Parcours, aber fair. Naja sagen wir mal so: Diosa und Yvi haben sich super geschlagen und Jacinto hat sich für seine Verhältnisse auch super geschlagen – nur Frauchen ist leider zu Doof, um einfache Regeln zu beachten.

Ich bin nämlich disqualifiziert worden, weil ich leider zu blöd bin. Nach dem Klingeln darf man die einzelnen Trail-Hindernisse nicht mehr durchkreuzen. Und was macht die doofe Frau Griebel, direkt nachdem man ihr noch direkt gesagt hat: „Reite nicht durch die Hindernisse!“ … äh … ja … genau … sie dreht um, reitet durch den Slalom. Blödheit gehört einfach bestraft. Wir durften den Trail aber dennoch reiten. Unbewertet. Und er war sehr gut für Jacintos Verhältnisse! Bis auf die Brücke, die er gruselig fand und das Tor, dass wir äußerst unelegant wieder geschlossen haben bin ich zufrieden. Unsere Dressur lief eigentlich auch ganz gut. Diosa hatte dann noch die Präsentation am Langzügel, in der sie ganz toll gezeigt hat, dass sie NICHT auf Yvi aufpasst und satt dessen ganz toll Steigen kann. Und zwar zu jeder Gelegenheit …. Anna hat sich vor Lachen gar nicht mehr halten können 🙂 Aber egal. Strebermäßig kann ja jeder. Fast alle Finos zusammen waren dann noch am Nachmittag in der Country Pleasure zu sehen. Hier hat Herr Zwerg wieder mal seinen letzten Platz verteidigt. Aber auch egal, das Pony lief für seine Verhältnisse toll – finde ich zumindest. 

Übrigens hatten wir dieses Mal sensationelle sechs Paso Finos an einem IGV-Turnier! Claudia Metting und Emily mit „Gitana“ und „Exelencia“, Alex Rau und Vicki mit „Aprendiz“ und dem süßen Trote y Galope Hengst „Tabu“ und eben „Diosa“ und „Jacinto“. Und vielen Dank auch an alle Fino-Freunde, die ohne Pferd auf der Messe vorbei geschaut haben und uns unterstützt haben – sei es mit Fino-Strip fahren, Standbetreuung (Terra und Jürgen), Zuschauen, Anfeuern, Heucobs-Tragen (Danke Katja :-)). Und einen ganz besondern Dank an unsere Zykloopenhof-Truppe, die am Samstag zum Anfeuern und Spaß haben da waren! Ihr seid sowieso die Besten! 🙂

Fast alle Finos auf der Equitana Open Air (Tabu und Vicki fehlen) – Foto: Ellen Vierhaus

Am Samstag hatte ich mit Jacinto nur eine Prüfung zu reiten: Die PV Versatility – eine Kombiprüfung für Paso Pferde, angelehnt an unsere Versatility-Prüfung mit ein paar Rittigkeitselementen drin. Eine echt spannende Prüfung, die zu reiten sehr viel Spaß gemacht hat. Jacinto hat die schönste Acht überhaupt hingelegt und ist ohne zu zögern gesprungen. Auch hatten wir richtigen Galopp – den musste ich zwar nach einer Runde korrigieren, aber auch das war machbar. Benehmen: Topp – Bewertung: Fragwürdig. Aber egal. Schließlich sind wir schon gewohnt den letzten Platz zu haben 🙂 

Galopp in der Versatility – Foto: Danny Hucko

Diosa ist am Samstag in einer Rasse-Präsentation mitgeritten, die gewohnt flockig und informativ von Stephan Vierhaus geleitet wurde. Jacinto und ich haben vom Zaun aus zugesehen. Übrigens Apropos Zaungäste! Wir haben Manuela Feiler mit Ihren beiden Ponys getroffen. Wir hatten einen genialen Kurs mit ihr im März bei uns am Zykloopenhof – und unsere Pony-Kombination passt ja mal sowas von oder? 🙂 Überhaupt ist so eine Messe immer eine tolle Gelegenheit alte Messebekannte wieder zu treffen oder neue Freundschaften zu knüpfen. Auf jeden Fall freut es mich auch, dass wir Saskia vom Equiteam eine Freude machen konnten, indem wir sie einfach mal am Sonntag auf Frau Sumpf gesetzt haben und sie tatsächlich ein gutes „Töltverhältnis“ gezeigt hat. Ich bin schon sehr gespannt auf meine Bestellung 🙂 

Manuela und ihre Ponys! – Foto: privat

Den Samstag Abend haben wir versucht mal etwas früher ins Bett zu kommen und sind relativ zeitig nach dem Auftritt des IGV-Showteams in der Abendshow abgehaut in unser Hotel. Allerdings war es da mit Nachtruhe auch nicht so wirklich umsetzbar, weil wir mitten in der Nacht durch Lichter, schwere Stiefeltritte und uns unheimlich bekannt vorkommenden Funkgerät-Piepsgeräuschen und dem Geräusch eines laufenden Dieselmotors aufgewacht sind. Wir hatten Feuerwehrleute im Hof, die lautstark nach einem schwelenden Kamin oder ähnlichem gesucht haben. Durch unser persönliches Hof-Feuertrauma schleichen sich da in der Nacht schnell verdrängte Ängste und Erlebnisse an die Oberfläche und so war auch nichts mit gut Schlafen für den Rest der Nacht drin. Aber Gottseidank ist das Hotel nicht abgebrannt und auch sonst hat nichts gebrannt. Das wäre in dem kleinen Städtchen wohl Eskalation pur geworden. Wir haben aber schon mal überlegt, falls wir evakuiert werden, was wir mitnehmen dürfen. Yvi wollte unbedingt die Kamera mitnehmen und mir war irgendwie seltsamer Weise wichtig, meine vollgeschwitzte dünne Turnierreithose mitzunehmen. 

Diosa und Yvi in der Rassepräsentation – Foto: Danny Hucko

Jedenfalls waren wir alle dankbar, dass der Sonntag etwas kühler war. Diosa und Yvi mussten noch mal konzentriert an den Start für ihre Schwere Rittigkeit und die Pleasure Gangprüfung, die gar nicht mal so schlecht waren. Jacinto hat frei bekommen, außer ein bisschen geführt werden auf dem Gelände und Beine kühlen. Irgendwie hat mir sein dunkles Bein hinten nicht gefallen, das war leicht geschwollen. Wir hatten noch einen schönen letzten Messe-Tag mit viel Eistee, einem letzten Flamm-Lachs auf Salat, wunden Füßen und tapferen Ponys. Ich bin unheimlich stolz auf meine beiden Ponys, die die letzten zwei Wochenenden so gut weggesteckt haben. Die für uns immer alles geben (wenn sie uns auch manchmal vorführen …. und damit meine ich speziell Frau Sumpf :-))) aber letztendlich so tolle Weggefährten sind, auf die man sich im Ernstfall immer und überall verlassen kann. Ponys die im Alltag Spaß machen und auf die ich mich jeden Tag freue. Genau das habe ich mir nämlich immer gewünscht, als ich mir mein erstes eigenes Pferd gekauft habe. Und jetzt habe ich drei davon. Was braucht man mehr?

Vielen Dank an alle im Organisations-Team der IGV – die sich die Nerven und Füße aufgerieben haben für dieses Event: Ihr alle seid die Besten und reibt Euch immer wieder für die Gangpferde die Nerven auf: Danke! Dank solcher Menschen bleibt die Gangpferdeszene lebendig – und natürlich auch Danke an alle, die ihren Teil dazu beigetragen haben, indem sie mit Pferd gekommen sind und natürlich auch an alle Zuschauer, die uns besucht haben! 

Und Danke auch an die zu Hause gebliebenen, die mir das Drachenpony so schön versorgt haben! Das hat nämlich beschlossen erst mal komische Pusteln zu bekommen und allergisch anzuschwellen, bevor sie sich dann noch eine Verletzung am Bein zugezogen hat und täglich gekühlt werden wollte. Jetzt weiß ich übrigens auch, dass sie in einem Eimer mit Wasser stehen kann. 🙂 Ich brauche einen größeren Transporter, dass ich alle Ponys mitnehmen kann. Das wäre einfacher für meine Nerven! 🙂 

Eistee-Junkies – Foto: Ellen Vierhaus

Wir freuen uns schon auf die nächsten Events – aber jetzt müssen wir uns erst mal ein bisschen erholen! 

Ergebnisse für Diosa und Yvi:

  • ††Trail Schwer – Platz 2 (von 8 – Wertnote: 6,8)
  • Pleasure Gangprüfung – Platz 2 (von 4 – Wertnote: 5,43)
  • PF Country Pleasure – Platz 3 (von 5 – Wertnote: 5,8)
  • Präsentation am langen Zügel – Platz 4 (von 5 – Wertnote: 4,2)
  • Rittigkeit Schwer – Platz 6 (von 12 – Wertnote: 5,24)
  • Platz 4 in der Sportwertung!
  • Platz 3 in der Working Equitation Wertung! 

Ergebnisse für Jacinto und Christine: 

  • PV Versatility – Platz 4 (von 4 – Wertnote: 4,79)
  • PF Country Pleasure – Platz 5 (von 5 – Wertnote: 5)
  • Rittigkeit mittel – Platz 9 (von 11 – Wertnote: 4,55)
  • Trail Mittel – 0 (von 10) – Disqualifiziert weil zu doof! 🙂

EPFC 2019 – Schloss Fasanerie?

28. bis 30.06.2019:

Dieses Wochenende war es wieder so weit: Turnier-Zeit für die Paso Finos! Das Turnier-Highlight für uns Fino-Reiter, der EPFC 2019 in Fulda/Eichenzell. Diesmal residierten wir ganz herrschaftlich auf der Anlage des Reitclubs Fulda auf dem Schloss Fasanerie – eine richtig schöne Anlage mit einem ganz tollen Park.

Richter waren dieses Jahr wieder Anna Eschner und Nicholas Burgos (USA), die uns wieder gekonnt und mit Humor durch die Prüfungen geführt haben. Ebenso war Daniel Sewing als routinierter Turniersprecher wieder mit von der Partie. Es war ein rundum gelungenes Turnier – einen ganz herzlichen Dank an Britta und Gerd Mülle und alle fleißigen Helfer! Da steckt so viel Detail-Liebe und Organisationswahnsinn hinter so einem Turnier, um alles so reibungslos ablaufen zu lassen: Hut ab! 

Ganz tolle Erinnerungsholzpferdchen für jeden Starter! – Foto: privat

Einzig die Sonne hat es etwas zu gut mit uns gemeint: Am Sonntag herrschten Temperaturen bis zu 38° am Nachmittag – aber die Ponys haben es alle super weggesteckt und wir waren sehr froh um die große Reithalle – die wenigstens Schatten gespendet hat, auch wenn die Luft dort drinnen sehr saunaartig war. Aber trotz allem haben alle Ponys ihr Bestes gegeben! Und auch das Publikum hat tapfer durchgehalten. 

Für Yvi und mich waren es drei sehr anstrengende, aber auch sehr schöne Tage. Wir sind mit Diosa und Jacinto angereist und Yvi hat neben dem Turnier auch noch 11 Foto-Shootings gemacht. Sprich wir sind die ersten beiden Tage nicht wirklich zur Ruhe gekommen. Ich habe erstaunlich wenige Prüfungen gesehen, bin dafür viel durch den schattigen Park gelaufen 🙂 Aber die Fotos haben es in sich – auf der Anlage sind so tolle Fotoecken – lasst Euch überraschen von den Ergebnissen! 

Steigender Hengst vor Schloss als kleiner Teaser – Das Foto, das Yvi gemacht hat ist dafür Mega! Ich zeig es Euch, wenn es veröffentlicht wird 🙂 – da sieht mann dann, warum genau es sich lohnt einen Fotografen zu engagieren! – Foto: privat

Zeit blieb aber bei dem Turnier-Coaching mit John Pelaez mitzumachen – sonst wären wir wahrscheinlich am Freitag vor dem Prüfungsbeginn gar nicht aufs Pferd gekommen! 

Mit dem Hotel hatten wir dieses Wochenende auch einen Jackpot! Nicht nur tolles Frühstück:  Buffett mit Spiegelei/Rührei/gekochtes Ei, Fisch … und Schockostreuseln für aufs Brot!!! – leider keine Erdnussbutter (kleiner Insider….), dafür ein angenehmes, sauberes Zimmer – als Bonus gab es sogar noch einen Balkon dazu. Next Level Hotel sag ich nur 🙂 Sehr angenehm. Wir sind gespannt, ob sich das noch toppen lässt!

Das Turnier war wieder sehr familiär – eine kleine, aber feine Starterzahl, aber dafür ganz viel Herzblut. Was mir sehr positiv aufgefallen ist und was mir auch von Zuschauern zugetragen wurde: Alle haben miteinander mitgefiebert, es wurde füreinander gefreut. Es herrscht ein ganz anderes Klima wie bei „normalen“ Turnieren. Aussage einer Zuschauerin, die ganz alleine vorbei kam: „Das war richtig schön! Alle waren so nett miteinander! Da komm ich wieder mal vorbei! Man kann sich auch richtig gut unterhalten.“ Wir arbeiten natürlich jetzt daran, dass sie nächstes Mal einfach ihr Pony mitbringt …. dann ist es nämlich noch schöner 🙂 Gefreut hat mich auch, dass wieder neue Mensch-Pferd-Kombinationen dabei waren. Ich kann wirklich nur jedem Paso Fino-Besitzer empfehlen: packt Eure Ponys ein, bringt sie mit auf Turnier, das schafft ihr alle! Und es macht so viel Spaß. Niemand muss perfekt sein – es reicht einfach dabei zu sein und Spaß zu haben! Niemand reißt einem den Kopf ab, im Gegenteil: jeder hilft jedem. In dem Zug noch mal ein dickes Dankeschön an Nano, die mir mein Glücksrad „repariert“ hat, nachdem ich es in der Prüfung „verloren“ hatte – die Schnalle ging auf und mein Pony hatte auf einmal nichts mehr am Kopf 🙂 Das ist mir auch noch nicht passiert – aber wir haben jetzt ein schickes Unikat-Glücksrad! Von daher war es das Wert 🙂 Und alles was passiert ist eine Klasse Übung, um Dinge an sich und seinem Pferd zu entdecken, an denen man dann zu Hause ein bisschen weiter trainieren kann. 

Neugieriges Pack linst nach den anderen Trail-Teilnehmern 🙂 – Foto: Claudia K.

Ich habe mich jedenfalls für so viele Menschen gefreut – und war auch mit der Leistung meiner eigenen Pferde sehr zufrieden. Nachdem ich einen jungen Halbbruder zu Jacinto gesehen habe sind mir wieder ganz viele Dinge eingefallen, mit denen ich und Jacinto am Anfang „gekämpft“ haben und die ich komplett verdrängt hatte. Ich kann wirklich so stolz sein auf mein Pony, auch wenn ich immer wieder hart am Zweifeln bin. Er ist eigentlich genau das Traumpony geworden, dass ich wollte: Zuverlässig im Umgang, Geländesicher, macht für mich, was er soll (meistens zumindest) – und wenn er mal austickt, weil sein Gehirn nicht mitmacht oder er Dinge einfach nicht versteht, dann ist das auch in Ordnung. Letztendlich lässt er sich inzwischen immer wieder sehr schnell zurück holen auf einen Entspannungszustand. Das war früher nicht möglich. Ich bin stolz auf mein Pony. 

Line-Up in der Reithalle – Foto: privat

Er gibt so viel für mich und wir trainieren momentan wieder sehr intensiv am Thema taktklaren Tölt. Ein Thema was mich bei Jacinto schon viel Verzweiflung gekostet hat – es ist einfach nicht so leicht, wenn man ein Pferd hat, was so schnell die Gangarten verschiebt und das kein Gang-Professor ist. Aber es ist Anna Eschner aufgefallen, dass wir Fortschritte gemacht haben. Und wir sind gelobt worden. Es ist mir tatsächlich viel mehr wert, insgesamt weiter zu kommen. Die Konventionen 1. Platz oder 3. Platz ist bei einem kleinen Turnier doch eigentlich egal. Jacinto und ich haben es jedenfalls konsequent durchgezogen immer „Letzter“ zu sein. Aber wenn man das anders formuliert, klingt es nach: ein Zweiter, zwei Dritte, ein Vierter und ein Fünfter Platz – also immer in der Platzierung. Kann man auch sagen 🙂 Wie gesagt: mir war wichtig, dass er die drei Tage im Kopf klar bleibt und motiviert mitmacht. Das hat er – er hat seine Tölt-Leistung im Verlauf des Samstags (da durften wir drei Mal starten) kontinuierlich gesteigert und das fand ich super. Außerdem starte ich gerne Prüfungen, weil man einfach immer lustige Abreiteplatz-Gespräche hat und im Line-Up mittendrin, statt nur dabei ist 🙂 Wie mit der alten Fight-Club-Regel gesagt: „Was auf dem Abreiteplatz besprochen wird, bleibt auf dem Abreiteplatz!“ 

Lustigste Kostümklasse Ever! – Spaß muss sein! – Foto: privat

Diosa und Yvi haben eine richtig gute Dressur-Kür hingelegt. Im Vergleich zu unserem Probelauf am letzten Feiertag in der Reithalle war das sowas von souverän und sauber – da kannste nix sagen! Mein Sieger der Herzen sind die Beiden auf jeden Fall! Auch im Trail war sie sehr souverän. Frau Sumpf hat es einfach drauf. In der Dreigang lief es nicht so glatt, aber Frau Sumpf mag einfach keine Reithallen. Wahrscheinlich, weil sie so klein ist und nicht über die Bande gucken kann. Das neugierige Stück. Im Stallzelt hängt sie jedenfalls immer mit dem Kopf draußen, guckt schlecht gelaunt, hat aber immer alles im Blick und das gefällt ihr glaube ich sehr gut 🙂 Wahrscheinlich stiftet sie die anderen Ponys auch zu irgend einem Unsinn an. Und sie kommentiert auch ziemlich viel mit ihrem „Möhöhöö“. Weil sie so gut mitgemacht hat und wir sie schonen wollten für nächstes Wochenende in Mannheim durfte sie dann nach der Dressur-Kür den Rest des Turniers chillen. Die Western-Pleasure wurde gestrichen um Kräfte zu schonen. Und am Sonntag hat Yvi einfach die Gelegenheit genutzt, um etwas Langzügel-Arbeit während der Abschluss-Barrida zu machen, um in Turnier-Atmosphäre zu üben. Weil nach dem Turnier ist vor dem Turnier 🙂 und wir freuen uns schon darauf einige „Verrückte“ nächstes Wochenende in Mannheim wieder zu sehen!

Motivierte Turnier-Ponys 🙂 – Foto: privat

Übrigens hat mich das Turnier auch sehr motiviert. Ich habe mir am Sonntag die Best of Traditional Klassen angesehen, die wirklich mit sehr starken und tollen Pferden besetzt waren – Respekt Leute! Ich habe John mit Dinamica von Britta in der Performance reiten sehen – das hat mich so motiviert. Das war ehrlich gesagt mein Highlight – Das Board von Dinamica – weil ich weiß, was für eine tolle Arbeit John mit seiner ruhigen Art in kurzer Zeit geleistet hat. Und es hat mich motiviert mit einem Performance Pferd eine Performance zu reiten – ich will unter Turnierbedingungen eine Figure-8 und ein geiles Board reiten – Komisch, was für Dinge einen manchmal motivieren oder? … mal sehen, ob wir das irgendwann schaffen!

Die süßeste Verführung, seit es Zimtschnecken gibt! – Foto: privat

Turnierstatistik Yvi und Diosa:

  • Dreigang 3. Platz (4)
  • Dressur Kür 2. Platz (4)
  • Trail 3. Platz (5)

Turnierstatistik Jacinto und Christine:

  • Dreigang 4. Platz (4)
  • Trail 5. Platz (5)
  • Versatility 3. Platz (3)
  • Western Pleasure 2. Platz (2)
  • Country Pleasure (Level 2) – 3. Platz (3)

Toxische Menschen?

Gefangen in der eigenen Destruktivität

26. Juni 2019:

Ein Thema über das ich momentan viel nachdenke sind toxische Menschen. Das hat nicht besonders viel mit Pferden zu tun. Aber Menschen findet man auch am Reitstall. Vielleicht kennt der eine oder andere von Euch den Begriff „toxische Menschen? Oder leidet gar selber unter ihnen? Ich selber bin auch schon an solche kräftezehrenden Vertreter der Spezies Mensch geraten. Dummerweise glaube ich immer sehr lange an das Gute im Menschen. 

Meine beste Freundin hat momentan so ein Exemplar als Vorgesetzte. Die Chefin ist ein kompletter Terror-Zwerg, manipuliert, macht ihre „Untergebenen“ nieder, auch gerne per lautstarkem Anschiss vor größeren Menschengruppen – das ist gerade deshalb (nicht) lustig, weil es ein Dienstleistungsbetrieb ist, deren größte Sorgfalt auf „macht es den Gästen so schön wie möglich“ liegt. Tja. Sie ist extrem anstrengend, ändert ständig ihre Regeln, steht mit ihren Intrigen dauernd im Mittelpunkt und fühlt sich ständig als Opfer. Man weiß nie, wann etwas richtig ist und wann nicht. Sie nimmt überhaupt keine Rücksicht. Sie raubt meiner Freundin die komplette Energie. Es ist ein richtiger Teufelskreis. Und meine Freundin leidet darunter, weil sie ein sozialer und feiner Mensch ist. 

Die Crux an der Sache ist, man merkt zuerst nicht, dass man sich in den Fängen eines toxischen Menschen befindet. Es setzt schleichend ein. Diese Menschen haben es extrem gut drauf ihr Umfeld so geschickt zu manipulieren, dass man gar nicht merkt wie befangen man ist. 

Wie erkennt man jetzt einen toxischen Menschen?

  • Sie tun Dinge, die Ihnen einfach nicht zustehen und zu denen sie kein Recht haben. Sie verhalten sich grenzüberschreitend und übergriffig. Sie erregen furchtbar gerne Mitleid und versinken hingebungsvoll in der „Opfer-Rolle“. Sie entschuldigen sich auch nicht. Weil SIE haben ja alles richtig gemacht. Schuld haben IMMER die Anderen. 
  • Sie haben selten Schuldgefühle, wenn sie andere verletzt haben. Sie haben konkrete Erwartungen an Dein Verhalten, ohne diese Erwartungen anzusprechen. Hältst Du Dich nicht an diese unsichtbaren Erwartungen, wirst Du dafür bestraft.
  • Sie haben immer Recht, andere Unrecht. Sie sind oft verbohrt, uneinsichtig und unbelehrbar. Sie sind gar nicht daran interessiert die Sichtweise des Anderen zu verstehen, oder gar ihr eigenes Verhalten zu ändern. 
  • Sie beginnen oft Streit, anstatt ein klärendes Gespräch zu führen. Es wird immer wieder auf Dingen herumgehackt, die längst geklärt schienen. Man dreht sich einfach andauernd im Kreis. 
  • Sie lügen um ihre Interessen durchzusetzen. Sie lassen Informationen weg, erfinden neue dazu, streuen Gerüchte. Man kann auch einfach sagen sie sind Meister der Manipulation und Fürsten der emotionalen Erpressung. Sie erzählen Dir, was Du hören willst. 
  • Sie verhalten sich oft eifersüchtig und missgünstig. Wenn Sie es nicht bekommen – dann keiner. Dann wird es lieber kaputt gemacht. Ganz dramatisch ist das natürlich in einer Beziehung oder bei gemeinsamem Vermögen/Firmen. 
  • Sie nehmen keine Rücksicht auf die Bedürfnisse und Gefühle von anderen. 
  • Sie hinterlassen ein Gefühl von Erschöpfung und Müdigkeit. 

Natürlich ist nicht jeder, der solche Verhaltensmuster zeigt ein Toxischer Mensch – jeder von uns bedient sich manchmal der einen oder anderen Range von toxischen Verhaltensmustern. Echte Toxische Menschen zeigen jedoch sehr viele dieser Verhaltensmuster über längeren Zeitraum – immer wieder in neuen Varianten. Sie sind Meister darin. 

Was hilft also?

Ich muss erst einmal erkennen, wann ich es mit einem toxischen Menschen zu tun habe. Und das dauert erstaunlich lange, bis man es selbst begreift. 

Wie soll ich mich verhalten?

Auf Abstand gehen. Nimm die Dinge, die Dir der Toxische Mensch sagt nicht zu Herzen. Das ist sehr schwierig (und lässt sich wirklich auf dem Papier super leicht sagen), aber solche Menschen leben von emotionalen Reaktionen. Sie saugen Deine emotionale Energie ab und nähren sich daran. Deshalb wirst Du Dich im Umgang mit ihnen auch jedes Mal schlechter fühlen. 

Achte darauf klare Ansagen zu machen. Nur Fakten und die Konsequenzen. Keine Interpretationsspielräume zulassen. Keine Emotionen. Keine Bewertungen. Nur Fakten. Achte darauf: Dein Mitgefühl wird ausgenutzt. Setze Dir klare Ziele und komme von denen nicht ab. Lass Dir kein schlechtes Gewissen einreden. Wenn Du feste Ziele hast, brauchst Du kein schlechtes Gewissen, weil Du nach menschlichen und sozialen Maßstäben handelst. Agiere statt zu reagieren. 

Der Toxische Mensch wird keine Ruhe geben, bis er sein „Ziel“ erreicht hat. Sei nicht das Ziel. Nimm ihm den Wind aus den Segeln. Sprich mit anderen Menschen in Deinem Umfeld. Hole Dir Meinungen ein. Hör auf Deine Mitmenschen. Sie erkennen einen toxischen Menschen meistens eher und besser wie man selber. 

Man kann toxische Menschen nicht verstehen – die Psyche ist sehr kompliziert. Dafür gibt es Menschen die mehrere Jahre studiert haben und Psychologen genannt werden. Zerbrich Dir nicht für die den Kopf. Es funktioniert nicht. 

Es fühlt sich irgendwie so an, wie wenn man mit einem Alkoholiker zusammen lebt. Dieser wird immer wieder Rückfällig, beteuert, dass er es schaffen wird, erschafft eine komplette Traumwelt um sich herum. Und alle anderen sitzen hilflos dabei, leiden und warten letztendlich auf den endgültigen Zusammenbruch. Erst wenn der kommt und die Person tatsächlich realisiert, dass etwas nicht stimmt, kann eine Heilung eintreten. Und selbst dann ist es noch ein langer Weg. Die betroffene Person muss es von sich aus wollen. Aber sie wird es niemals ohne professionelle Hilfe schaffen. Weder der Alkoholiker, noch der Mensch der psychologische Betreuung benötigt. 

Warum heute so ein ernstes Thema? Weil es mich beschäftigt. Weil ein Blog eine Art Tagebuch sein soll. Weil ich auf meinem Blog nachdenken kann, über was ich möchte. Weil ich möchte, dass meine Freundin auch von ihrer toxischen Chefin los kommt. Weil ich möchte, dass niemand unter toxischen Menschen leiden muss. Weil wir es einfach alle so schön haben könnten, wenn wir vernünftig miteinander umgehen würden. Weil es so erleichternd ist von toxischen Menschen los zu kommen und wirkliche Gemeinschaft und Rückhalt in einer Gruppe zu erleben. Das wünsche ich uns allen. 

So. Und wer bis hierher durchgehalten hat: Nächstes Mal kommt wieder der ganz normale Pony-Wahnsinn: Für uns geht es nämlich am Wochenende nach Fulda auf das EPFC Paso Fino Turnier und ich freue mich richtig alle Fino Freunde wieder zu treffen. Und ich freue mich darauf John zu erzählen, wie motiviert das Drachenpony momentan ist und wie viel Spaß sie macht – auch wenn ich mich zwischendurch mit solch düsteren Gedanken beschäftigen muss.  

Quellen zum Weiterlesen: arbeits-abc.deGedankenwelt.dezeitzuleben.de

Smart Ride?

Kurs mit John Pelaez in Flieden

14.06. bis 16.06.2019:

Mit großer Vorfreude haben wir auf diesen Termin gefiebert. Nachdem ich vor zwei Jahren schon so begeistert von John als Fino-Trainer war, habe ich mich sehr gefreut, dass er wieder einem Deutschland-Besuch zugestimmt hat. Britta Mülle hat wieder einen Kurs mit ihm im schönen Fliedetal organisiert – trotz Turnier-Vorbereitungsstress (Denkt daran: nächstes Wochenende ist EPFC Paso Fino Turnier in Fulda/Eichenzell!) und Umzugsstress. Vielen, vielen Dank dafür Britta und Gerd! Es ist so schön, dass Du uns immer wieder solche Kurse ermöglichst!

Dieses Mal durften Jacinto und das Drachenpony also jeweils einen vollen Kurs bei John nehmen. Gerade mit Jacinto habe ich immer noch sehr große Probleme mit dem Tölt – momentan verunsichert mich seine Gangmechanik einfach wahnsinnig. Und das Drachenpony ist sowieso eine Neverending Story … vor dem Kurs war sie so richtig angepisst und unmotiviert. Beste Voraussetzungen also! 

Und ich wurde nicht enttäuscht: John Pelaez hat eine tolle Art mit den Pferden. Er macht einfach – komplett ruhig und unerschütterlich. Er straft die Pferde nicht, was ich super finde. Gerade bei meinem USA-Import ist mir das sehr wichtig. Er ignoriert einfach Fehler weg und macht es einfach besser. Keine Ahnung – jedenfalls war das Drachenpony von Anfang an sehr kooperativ und motiviert. Fast schon ein bisschen verliebt. Sie hat sich sofort von John reiten lassen – locker und lässig – Hops- und Renn-Ansätze wurden einfach weg ignoriert und sie lief richtig, richtig gut! Abschnauben im Tölt am Sonntag – kein Problem! 

Jetzt heißt es das Gesehene und Gelernte umzusetzen und richtig nach zu machen. 

Fresspausen sind total wichtig! – Foto: privat

Wir haben etwas am Equipment geändert. Beide Ponys liefen sehr gut mit einer speziellen Hackamore – Danke an Barbara fürs ausleihen! Sie hilft mir und den Ponys einfach eine andere Balance und eine leicht höhere Kopfhaltung zu finden, um den Ponys (oder mir?) den Tölt zu erleichtern. Das Ding ist bestellt und unterwegs. Vielleicht hilft es mir mit Jacinto eine gewisse Sicherheit zu finden. Das würde mich sehr freuen. Natürlich ist ein Wechsel auf eine andere Zäumung kein Allheilmittel und ich möchte damit auch nicht sagen, dass nur durch das Ding alles besser wird. Aber wenn es hilft, kann eine gewisse Zeit mit einem Hilfsmittel die Arbeit für Reiter und Pferd vereinfachen und Dinge verständlicher machen. Vielleicht hilft es auch einfach meiner Psyche? Man weiß es nicht. Reiten ist eine Wissenschaft für sich und diese Paso Finos sind noch mal eine Wissenschaft für sich. Und die Psyche spielt eine große Rolle. Schließlich kann man so ein Pferd schon mit einer Blickrichtung lenken, da spielt der Kopf garantiert auch sehr mit. Ich hoffe ich bekomme mein Kopf-Problem bis nächstes Wochenende einigermaßen gebacken – aber das dürfte wohl Utopie sein. 

Voll professionell angebundener Zwerg, glaubt er bekommt Essen – Foto: privat

Jedenfalls hat mir John wieder sehr viel Zuversicht gegeben. Und das alleine ändert schon vieles. Er hat demonstriert, dass das Drachenpony ja eigentlich auch unter dem Sattel ein smartes Pony ist und dass wir das irgendwann schaffen werden. Das gibt mir enorm viel Auftrieb! Sie braucht Sicherheit und ich brauche Sicherheit. Eigentlich ganz einfach. Wobei er auch gemeint hat, dass sie sich seit dem letzten Kurs verbessert hat. Damals war das so wie jetzt noch nicht möglich gewesen. Meine Arbeit mit den ganz losen Zügeln und den Ausritten am komplett hingegebenen Zügel waren gute Vorarbeit. Eigentlich hatte ich ja schon komplett aufgegeben, dass das jemals noch was wird mit uns beiden. Was in dem Moment vielleicht auch gut war. Jetzt brauchen wir wieder mehr Zügel-Kontakt und da konnte John mir helfen.

Ich bin wieder sehr begeistert vom gesamten Kurs und hoffe John kommt auch nächstes Jahr wieder! Da arbeiten wir dann hoffentlich mit Resi an mehreren kompletten Reithallen-Runden und Feinheiten und nicht nur an kleinen Zirkeln! 

Darf ich vorstellen: Der wahre Chef des Hofes – sieht man gleich am Blick oder?! – Foto: Selfie mit harten Falten

Apropos Reithalle: Wir waren sehr begeistert vom neuen Reithallenboden (der Boden auch von uns – es finden sich immer noch Reste an meinen Stiefeln … *hust*) — überhaupt tut sich einiges im Fliedetal. Wir durften die neuen Besitzer kennen lernen und waren sofort begeistert. Franzi und Andreas werden sehr würdige Nachfolger für den Hof. Und das sage ich nicht nur, weil Franzi auch einen besonderen Schecken besitzt und ganz viele gerettete Hühner, die jetzt im eigenen „Offenstall“ ihren Lebensabend genießen dürfen. Was übrigens ungeheuer beruhigend ist, wenn man denen zuschaut wie sie einfach herum laufen. Wir freuen uns auf weitere Kurse im Fliedetal und auf weitere schöne Tage dort.

Wie immer hatten wir eine ganz tolle Truppe an Kursteilnehmern (und einen tollen Erick, der uns wieder zauberhaft lecker bekocht hat!) – wir haben ganz viele neue Leute kennen gelernt und hatten einfach ein ganz tolles Wochenende! 

PS: Die Motivation des Drachenponys hält auch bereits mehrere Tage nach dem Kurs noch an – ich bin hart begeistert und hochmotiviert. Wir arbeiten in kurzen, sehr guten Einheiten, heute auch mehrfach am Tag (an den meisten anderen Tagen kommt mir da leider mein Job dazwischen ….). 

Hoch im Kurs?

Kurs mit Stephan Vierhaus am Zykloopenhof

18./19.05.2019:

Auch dieses Jahr hatten wir das Vergnügen wieder einen Kurs mit Stephan Vierhaus bei uns am Zykloopenhof zu haben. Dieses Jahr sogar mit einer reinen Gangpferde-Truppe. Und was für eine tolle Truppe! Es hat richtig Spaß gemacht Euch alle kennen zu lernen und Eure tollen Isländer laufen zu sehen!  … und zu sehen, dass wir alle doch irgendwie die gleichen „Probleme“ haben 🙂

Drachenpony entspannt – Frau verwirrt – Foto: Yvi Tschischka

Wir hatten viel Spaß und haben auch viel gelernt. Auf jeden Fall hat sich wieder gezeigt, dass so ein vierter Gang extra diese ohnehin komplizierte Sache mit dem richtigen Reiten nicht wirklich einfacher macht. 

Jacinto und ich hatten am Samstag eine sehr gute Einheit (da sind wir viel guten, entspannten  Schritt geritten) und eine sehr deprimierende Einheit (da haben wir versucht ordentlich zu tölten). Aber Reiten ist ein ständiges Up and Down. Ohne die „downs“ kommt man nicht an die „ups“ – und wer immer „Up“ ist Lügt schlicht und einfach 🙂 

Am Sonntag durfte dann das Drachenpony eine Einheit nehmen. Sie war die ganze Zeit locker und hat gut mitgemacht – ich bin sehr zufrieden.

Durch die anderen Teilnehmer konnten wir wieder schön sehen, wie die verschiedenen Ansätze zum Tölt funktionieren. Und auch von der Bodenarbeit mit den Jungpferden konnte ich mir einiges abgucken. 

Stephan war wieder ein guter „Erklär-Bär“ mit vielen Tipps und natürlich hat er wieder jeden Teilnehmer da abgeholt, wo gerade die Problemstellung war und konnte Lösungsansätze bieten. 

Und ich finde so ein Kurs ist immer ein gute Gelegenheit mit vielen Gleichgesinnten – sei es am eigenen Stall, oder von Extern – eine gute Zeit zusammen mit den Ponys/Pferden zu verbringen.

Vielen Dank an Caro Jost-Kilbert, die unseren Kurs wieder so schön organisiert hat und uns auch wieder lecker verköstigt hat. Und natürlich auch an Johannes und Nadine, die den Zykloopenhof und die Gastboxen zur Verfügung gestellt haben. Wir hoffen doch, dass wir nächstes Jahr wieder einen Kurs organisiert bekommen! 

Denn es lohnt sich immer weiter zu lernen – wobei ich manchmal nicht weiß, ob bei Jacinto nicht Hopfen und Malz verloren ist, aber letztendlich lernt man nicht von den „Guten“ Pferden, sondern von den „Problempferden“. Und mitmachen kann sich bei so einem Kurs jeder trauen, weil wie gesagt, letztendlich haben wir alle die gleichen Problemchen. 

Durfte sie leider nicht behalten 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Mehr Fotos vom Kurs gibt es übrigens noch bei Gangpferde Vierhaus (draufklicken!!) auf der Seite – Yvi war so nett und hat am Sonntag ihre Kamera mit dabei gehabt!
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