Drachenponys Nachtmusik?

18. August 2016:

Der Kampf mit der Technik. Aber so einigermaßen hab ich es geschafft…

Wer möchte kann jetzt den Trail mit Frau Resi geritten als Filmchen angucken. Die Musik ist keine Absicht, ich brauchte nur etwas, um den Originalton zu überdecken. Aber irgendwie wirkt es so voll Comic-haft und damit schon fast wieder originell.

Von Drachen und Zwergen?

12. bis 14. August 2016:

Auf dieses Event habe ich mich lange gefreut. Erst einmal, weil es einfach schön ist nach Aegidienberg zu fahren. Zum Zweiten markiert der August für mich persönlich einfach eine positive Wende für dieses Jahr. Es geht jetzt wieder aufwärts. Das habe ich so beschlossen und bisher funktioniert es echt gut. Zur 22. Internationalen Deutschen Meisterschaft im Gangreiten (IDMG) musste natürlich Jacinto „Zwerg“ wieder mit und als Premiere durfte La Respuesta „Resi“ aka das Drachenpony mitfahren. Eigentlich war der Sinn daran Frau Resi etwas zu stressen, um eine gewisse Abspeckung ihrer Figur vorzunehmen und natürlich um eine Begleitung für den Zwerg dabei zu haben. Das Schecktier durfte aufgrund von eventueller Schwangerschaft zu Hause bleiben. Obwohl der schwere Trail wäre echt ideal gewesen für das Schecktier! Genau ihr Ding. Aber fangen wir erst mal von vorne an.

Donnerstag war Anreisetag für uns. Wir hatten wieder unsere tollen Boxen vom letzten Mal – weg vom Schuss, aber toll zum Erholen für die Ponys. Leider hat es das Regnen begonnen, als wir am Nachmittag übers Gelände geschlendert sind und die ersten Leute getroffen haben. In Aegidienberg muss man wettertechnisch immer mit allem rechnen, aber mindestens mit einem Tag Regen. Darum hatten wir auch die dicken wasserdichten Wintermäntel dabei, die echt dringend nötig waren. Um dem Regen eine Chance zu geben wieder aufzuhören sind wir erst mal ins Hotel gefahren, waren kurz Einkaufen und noch einen überteuerten Kaffee am Starbucks an der Autobahn-Raststätte Farnbach trinken. Der neue Ford fährt sich einfach sensationell und hatte noch nicht so viel Gelegenheit ohne Hänger auf der Autobahn. Ich bin begeistert von dem Auto.

Anschließend war es aber immer noch nass von oben. Trotzdem in den Sattel, den Ponys die neuen Gegebenheiten zeigen. Es waren sogar ein paar Schritte Tölt mit dem Drachenpony auf der Bahn möglich. Jacinto ist insgesamt nicht in Hochform, aber nachdem ich seit dem letzten Turnier doch mehr zum Reiten gekommen bin, war ich zumindest mit der Gymnastik zufrieden. Ziel dieses Turniers war nicht irgendetwas zu gewinnen, sondern einfach nur mit Ponys Spaß haben, ein paar Dinge auszuprobieren und die Paso Finos auf der IDMG zu vertreten. Wir waren nämlich dieses Jahr leider die Einzigen. Parallel war nämlich das große Turnier auf der Swiss Paso Fino Farm bei Familie Greb, welches natürlich als Fino-Magnet fast alles angezogen hat. Für mich hat aber die IDMG eine größere Tradition mit vielen schönen Erinnerungen, deshalb habe ich mich für dieses Turnier entschieden. Wobei ich in der Schweiz auch sehr schöne Erlebnisse hatte und sehr gerne dort bin.

Kurz und gut: nach dem Reiten und Bahn zeigen waren wir durchgefroren und darum haben wir den Rest des Abends im hoteleigenen Restaurant und im Zimmer verbracht. Wir haben uns dieses Jahr im Hotel am Markt einquartiert, nachdem auch unsere Traber-Julia dieses Jahr nicht mit dabei war. Eigentlich wollte ich mit Frau Resi unbedingt noch am Langen Zügel auf den Fino-Strip in der Ovalbahn, aber irgendwie hat das nasse Board und die Nässe mich davon abgehalten hinter dem Pony herzulaufen. Also Risiko für meine „Kür“.

Jacinto in Aegidienberg

Jacinto in Aegidienberg – man beachte im Trab! – Foto: Yvi Tschischka

Am Freitag starteten alle Rittigkeiten, Dressuren, Trails und Horsemanship-Prüfungen. Abends gab es die ersten Ovalbahnprüfungen. Der Wettergott meinte es echt gut mit der IDMG und die Sonne brachte mich die nächsten drei Tage auf jeden Fall ordentlich zum Schwitzen. Mit Jacinto bin ich die Mittlere Rittigkeit gestartet und er hat sich richtig gut geschlagen. Sie war meines Empfindens nach noch besser wie die vom letzten Jahr. Also richtig gut. Einzige Verbesserung: Tölt. Da hat es geholpert, aber das ist momentan unser Grundproblem. Von daher war ich richtig zufrieden.

Um 14 Uhr haben wir unsere Ponys für ein Seminar der Paso Peruanos mit Mimi Busk-Downey (PP-Züchterin und Richterin aus Kanada) zur Verfügung gestellt. Das Drachenpony diente als Anschauungsmaterial für die Arbeit am kolumbianischen Bosal und Flexen. Mimi arbeitet nämlich selber sehr viel damit. Es war interessant, dass Dinge, die für uns Fino-Reiter eigentlich normal sind, auch von anderen Trainern gerne eingesetzt werden. Auf jeden Fall fand ich es sehr schön, dass im Rahmen der IDMG eine Paso Peruano-Meisterschaft stattfand und die Möglichkeit für ausführliche Seminare und Frage-Runden gegeben war. Und die Richterin fand ich ziemlich nett und vor allem wohltuend bodenständig.

Am Nachmittag war dann der erste Auftritt vom Drachenpony im leichten Trail geritten. Ich habe ja mit allem gerechnet, aber nicht, dass sie das so schön mitmacht. Sie sah zwar wohl so aus wie kurz vor der Explosion, hat aber super aufgepasst. Sie hat sich sogar einen Klappersack anreichen lassen ohne zu explodieren! Einzig auf den grell-gepunkteten Teppich ist sie nicht drauf gegangen. Aber mal ganz ehrlich: DAS kann ich verstehen. Dieses Ding hätte ich auch nicht betreten🙂 Sie war toll! Letztendlich hat ihr das einen vierten Platz (von neun Startern) eingebracht mit einer Durchschnitts-Wertnote von 7. Yvi hat gefilmt und ich zeige Euch noch das Video. Wer Resi in Action kennt wird erstaunt sein. Wer noch nie einen „durchgeknallten“ Fino im Aufregungsmodus gesehen hat mag vielleicht abgeschreckt sein, aber ich fand es war eine echt gelungene Leistung.

Jacinto Lieblingsplatz

Jacintos Lieblingsplatz – ausnahmsweise im wachen Zustand – Foto: Yvi Tschischka

Jacinto hat beim Warten unter seinem Lieblingsbaum auch zwei Mädels für seinen Fanclub gefunden. Die beiden Mädels sind auch geritten und immer wenn der Zwerg irgendwo aufgetaucht ist hat man ein helles „Der Zwerg!!!!“ gehört und schon hatte er zwei Mädels an der Backe. Total süß! Am Abend startete Yvi mit Jacinto noch in der Freizeitreitertölt. Auch eine Premiere, Jacinto im Turnier mit einer anderen Reiterin. Ich finde Yvi und Jacinto haben sich toll geschlagen und ein sehr schönes Bild abgegeben.

Samstag:
Ein erneuter sonniger Tag am Gestüt von Familie Feldmann – meine erste Prüfung startete um acht Uhr morgens. Nach einer echt schlechten Nacht (ich schlafe einfach schlecht in fremden Betten) war es echt Balsam für die Seele früh morgens in der Sonne auf dem Pony an der Ovalbahn zu stehen und den ersten Gruppen zuzusehen. Ich hatte spontan die Mehrgang für Freizeitreiter nachgenannt, nachdem die Fino-Prüfungen nicht zustande gekommen sind. Die Idee war einfach mal unter Turnierbedingungen zu checken, ob ich Jacinto in einer Prüfung traben kann. Natürlich kommt man da nicht gegen den schwungvollen Trab von anderen Gangpferderassen an, aber ich wollte einfach mal für mich testen, ob Jacinto trabt. Und ja er tut es. Allerdings nicht sicher und ausdauernd, aber ich kann es auf der langen Seite zumindest abrufen und halten. Von daher ist das noch ausbaufähig. Vor allem, weil er lange überhaupt keinen Trab unterm Sattel gezeigt hat.

Nachdem die Ponys dann versorgt waren ging es erst einmal zurück ins Hotel zum Frühstücken und dann gemütlich dem Turniertreiben zusehen. Inzwischen sind auch Nadine und Johannes vom Zykloopenhof als Zuschauer in Aegidienberg eingetrudelt, um sich auch mal eine Auszeit zu gönnen. Johannes hat sich bestimmt einige Anregungen für den Neuaufbau zu Hause mitgenommen. Nadine hat dann auf den Zwerg aufgepasst (der übrigens sehr gerne am Hang an der Ovalbahn im Schatten steht und herumdöst), damit Yvi Fotos vom Drachenpony in der Präsentation am langen Zügel machen konnte. Das war für mich wirklich eine gelungene Prüfung, vor der sogar ich etwas nervös war.

Mission completed!

Mission completed! – Drachenpony in Action – Foto: Yvi Tschischka

Ich habe ja mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass Resi das so souverän durchzieht. Meine Musik „Mission Impossible“ war übrigens in einer Art Vorahnung ausgesucht. Aber die Mission war total completed! Resi war von Anfang an aufmerksam, hat auf die leichtesten Hilfen reagiert, ist schön getöltet und ist ohne zu zögern über das Sounding Board marschiert, als ob sie noch nie was anderes gemacht hätte (aufgemerkt: ungeübt!). Einzig an der Acht gab es einen kurzen Ruckler. Danach konnte sie sich nicht mehr beherrschen und hat gedreht, aber das hat perfekt gepasst, ich habe es einfach eingebaut und gegrüßt. Das Pony ist anscheinend ein Adrenalin-Junkie. Wenn es jetzt noch unter dem Sattel laufen würde, könnte es ganz viel Adrenalin haben, aber irgendwie ist es mir noch nicht gelungen, das in ihren Kopf zu kriegen. Jedenfalls wirklich toll. Schade, dass die beiden anderen Teilnehmer ihre Pferde zurückziehen mussten, so dass wir diese Prüfung nur zu zweit bestritten haben. Damit ist das Pony formell also Vize-Deutscher Meister in der Präsentation am langen Zügel. Klingt natürlich besser, als zweiter von zwei🙂

Resi

Respuesta am Board – ich bin mal auf das Bild von vorne von Dagmar Heller gespannt🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Ich bin wirklich froh darüber mich mal in diese Klasse getraut zu haben. Es ist eine sehr schöne Prüfung, man weiß nur nicht wirklich, was genau den Ansprüchen genügt. Es wäre einfacher ein paar Pflichtteile einzubauen und das Augenmerk mehr auf für alle Pferde nachvollziehbaren Basis-Aufgaben zu legen. Dann würden sich vielleicht auch wieder mehr Starter in diese Prüfung trauen. Da sind sich einige bestimmt unsicher, was man zeigen darf/kann/soll. Ähnlich wie in der schweren Rittigkeit. Wobei die eigentlich gut besucht war und die übrigens ganz sensationell von Christiane Kress und Lowland’s Blue Rythm gewonnen wurde. Eine wunderbare Vorführung, in der ich fast Pippi in den Augen hatte, weil es so schön war.

Am späten Nachmittag startete ich dann mein erstes Zwischenfinale und zwar in der Pleasure Gangprüfung. Der Sinn von Zwischenfinalen erschließt sich mir persönlich nicht so wirklich, grad wenn sowieso nur 8 Starter in der Prüfung genannt sind, aber es war mal eine neue Gegebenheit, sein Pony alleine auf der Ovalbahn zu zeigen. Wobei ich mir vorstellen kann, dass das für die Zuschauer unendlich langweilig sein muss, immer nur ein Pferd auf der Bahn zu sehen. Mehr Aktion gibt es natürlich in Gruppen-Prüfungen. Für die Richter ist es natürlich einfacher ein Pferd einzeln unter die Lupe zu nehmen. Da sieht man mehr. Jedenfalls war ich ganz zufrieden mit Jacintos Leistung, wobei ich sagen muss, Tölt ist momentan eher nicht seine Stärke. Da braucht es ganz dringend wieder mehr Training. Er läuft dieses Jahr eher im Holper-Modus, statt schönem lockeren Tölt. Aber wenn es einen Preis für die meisten Gangwechsel innerhalb von zehn Metern geben würde, den würden wir locker gewinnen. Sogar mit Gängen, die es gar nicht gibt.

Galopp

Jacinto im Galopp, den er gerne sehr mutwillig interpretiert …. *hust* – Foto: Yvi Tschischka

Am Abend gab es dann nach den Siegerehrungen für die Prüfungen vom Freitag einen Südamerikanischen Abend mit einer 3-Mann-Band und landestypischen Gerichten organisiert vom Paso Peruano Europa e.V.. Es gab Enchiladas, Papas á la Huancaina, Maissuppe und Mojito-Bowle. Alles sehr lecker und eine echt schöne Idee!

Sonntag:
Der Sonntag startete dann wieder sehr sonnig und für uns komplett Stressfrei. Gemütlich Frühstücken, Auschecken und nachdem die Ponys versorgt waren wieder genügend Zeit, um bei den Prüfungen zuzusehen. Und um sich im fantastisch-gemütlichen Hofcafé des Gestüts einen Milchkaffee zu gönnen. Da gab es übrigens auch lecker Frühstück in stilvollem Ambiente. Das Café ist echt einen Besuch wert. Wer von Euch mal in Aegidienberg ist muss unbedingt eine von den Torten probieren! Ihr werdet begeistert sein. Apropos Catering: Das war dieses Jahr auch wieder topp. Auch für Vegetarier eine tolle Auswahl – ich sag nur sensationelle Tomatensuppe, Salate, Gemüse-Sticks mit Soße zum Dippen und Joghurt mit Früchten neben den obligatorischen Pommes. Man kann also getrost von Ovalbahn zu Cateringzelt pendeln ohne dass einem Langweilig wird.

Auch gab es wieder einige Shops zu bewundern. Yvi konnte ihren Gutschein von der Equitana Open Air bei Gangsalat einlösen, ich habe mir tolle Alpaka-Socken gegönnt. Ich hab ja einen Faible für gute Wolle. Insgesamt war es wieder ein richtig schönes Turnier bei der Familie Feldmann – super Organisation und reibungsloser Ablauf, auch wenn der Zeitplan manchmal hinterher gehinkt ist, aber so hat man mehr Zeit zum zugucken.

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Der Zwerg und sein Doppelgänger! – Foto: Yvi mit Handy

Am Nachmittag habe ich noch mal das gelbe Pony rausgeschleift, damit er noch beim A-Finale der Pleasure-Gangprüfung mitlaufen konnte, oder eher musste. Eigentlich hätte ich mir das sparen können, Jacinto war müde und hat nicht wirklich eine gute Leistung gezeigt, aber irgendwer muss ja auch die hinteren Plätze füllen, was wir ja dieses Jahr dank suboptimalem Tölt und wunderbar gezeigtem Kreuzgalopp konsequent durchgezogen haben. Aber mal ganz ehrlich, wer von Euch hat schon mal drei komplette Null-Noten erritten? Muss man auch erst mal schaffen. Aber egal, ich bin sehr zufrieden mit meinen beiden Ponys. Sie haben sich in ihrem derzeitigen Rahmen echt richtig gut ins Zeug gelegt und alles souverän über sich ergehen lassen. Vor allem auf das Drachenpony bin ich sehr stolz. Meine Befürchtung war ja ein Pony, was komplett durch den Wind ist, sich durch die Bahn hüpft und sämtliche Trail-Hindernisse mittels Feueratem pulverisiert. Aber sie hat komplett das Gegenteil gezeigt. Wahrscheinlich hat sie an dem Turnier sogar noch zugenommen. Aber beide waren dann doch relativ k.o. im Hänger gestanden und nach vier Stunden Autobahn waren wir dann auch wieder zu Hause, wo sich nach einer Dusche erst mal ausgiebig in den Sand geschmissen wurde.

Vielen Dank an die IGV für die Organisation dieses schönen Turnieres und an die Familie Feldmann, dass sie ihre schöne Anlage wieder zur Verfügung gestellt haben. Nächstes Jahr findet die IDMG dann vom 24. bis 27. August in Birrekoven statt. Ein Gestüt, dass wir noch nicht kennen, uns aber schon darauf freuen da auch endlich einmal hin zu kommen.

 

Statistik-Ergebnisse (für alle, die es interessiert – aber in erster Linie für mich, damit ich es nachlesen kann. Ihr wisst schon … schleichende Demenz):
Mittlere Rittigkeit – Jacinto und ich – 3. Platz (8 Starter)
Freizeitreitertölt – Jacinto und Yvi 16. Platz (20 Startern)
Mehrgang Freizeitreiter – Jacinto und ich – 17. Platz (18 Starter)
Pleasure Prüfung – Jacinto und ich – 5. Platz (6 Starter)
Trail leicht – Resi und ich – 4. Platz (9 Starter)
Präsentation am Langen Zügel – Resi und ich – 2. Platz (2 Starter)

 

Also wie gesagt, ich hoffe noch auf ein paar schöne Bilder von http://www.dagmar-heller-foto.de – die ich immer Abends noch im Hotel getroffen habe und die mit Fotos machen den ganzen Tag einen echten harten Knochenjob erledigt hat. Grandioses Durchhaltevermögen!

Und das Video vom Trail versuche ich auch noch in ordentlicher Qualität hochzuladen. Mal sehen. Falls wer die Präsentation am Langzügel von uns zufällig gefilmt hat, würde ich mich echt freuen, wenn mir das jemand zuschicken würde!

By-By-Schu-Schu-ki?

23. Juli 2016:

Die Schu-Schu-ki-Saga geht in die dritte Runde. Lustig ist, dass ich in letzter Zeit immer mal wieder anfeuernde Mitteilungen bekommen habe, wenn wir im Schu-Schu-ki auf der Straße gesichtet wurden – das hat Spaß gemacht! Aber jetzt genießt erst mal den dritten Teil des Dramas:

 

Der Schu-Schu-ki und ich haben Frieden geschlossen. Nach dem letzten Werkstattbesuch war meine Auto-Welt wieder in Ordnung. Die Werkstatt hat einen erklärbaren Grund für den ganzen Ruß gefunden und dieser wurde behoben. Wir reden übrigens von einem fünf cm langem Riss im Turbo-Zulade-Dingens-Schlauch, wohl nicht sofort sichtbar. Kann ja mal sein, das so was über einen längeren Zeitraum den Rußpartikelfilter zum kompletten Verschluss und zum Bilden von stalagmitenartigen, hübsch anzuschauenden Formationen um den Filter herum bringt und nebenbei Prüfsonden zum kompletten verschmoren. Was weiß ich schon, ich bin ja nur eine blonde Frau in der Welt des Werkstatt-Slang. Da ist man froh, wenn man den Kern des Problems überhaupt umreißen kann.

Seitdem gibt der Schu-Schu-ki keine komischen Geräusche mehr von sich und vor allem kein reduzieren der Motor-Leistung aus heiterem Himmel. Und auch nicht dieses orangene Warnlämpchen, welches eigentlich aussieht, wie ein hämisch grinsendes Gesicht, in das man sofort ganz feste hineinschlagen möchte. Frieden.
Nach ausführlicher „Probefahrt“ – 200 km Autobahn just vor fun aber trotzdem nervenzerreißend – war ich so weit dem Schu-Schu-ki wieder einen vollen Pferdehänger anzuvertrauen. Die dringend anstehenden Hängerfahrten hat der Schu-Schu-ki auch bravourös gemeistert. Ebenfalls diese unmenschlichen Temperaturen mit 37° in Hünfeld. Alles Super. Frieden. Ich begann mich zu entspannen.

Komplett entspannt bin ich also letzten Samstag zur Arbeit gefahren. Ich stehe an der Ampel und in meinem Blickfeld geht ein oranges Licht auf. Es grinst mich an. Es verhöhnt mich regelrecht. Ich starre auf meine Anzeige. Blinzle. Schaue nach oben. Blinzle noch einmal. Schaue zurück. Es ist immer noch da. Diese fröhliche Fehleranzeige. Ich Blinzle. Starre nach draußen. Das kann doch nicht sein. Kurzfristig überlege ich, ob ich nicht Gas geben soll und den Schu-Schu-ki einfach gegen die Ampel knallen soll, damit Ruhe ist. Entscheide mich aber zu Blinzeln und die Übelkeit in meinem Bauch zu ignorieren. Ich bin dann erst mal weiter zur Arbeit gefahren. So zusätzliches Geld kann ich wohl jetzt grade gut gebrauchen.

Um mich nicht lange mit Montagmorgenverkehr, Telefonaten mit Werkstatt-Angestellten oder mürrischen Meistern aufzuhalten, stellte ich das reduziert laufende Auto-Monster Sonntags einfach mahnend vor der Werkstatttür ab. Schluss mit Lustig. Es folgten Tage des Hoffen und Bangen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer in mir wollte einfach glauben: „Da ist bestimmt nur ein Marderschaden drin. Das wäre doch toll.“ Doch tief in meinem Kopf wusste ich wohl: „Der Karre kannst Du nie wieder vertrauen“. Was passiert, wenn ich wieder mit Pferdehänger unterwegs bin und das grinsende Licht leuchtet auf und reduziert den Motor? Will mich dieses Auto langsam zermürben? Nie wieder stressfreies Wegfahren? Nie wieder Kasseler Berge im strömenden Regen? Immer schauen, wo ist die nächste Werkstatt (auch wenn die sowieso nichts machen können)? Auf Deutsch: Das Vertrauen war weg. Komplett. Es ist in sich zusammengefallen wie ein Kartenspielhaus beim Hauch der Andeutung einer Zugluft.

Meine beiden Werkstätten telefonierten hin und her, es wurden sogar die Hersteller der Ersatzteile mit einbezogen. Ich verfolgte das Ganze mit einer gewissen gedämpften Stimmung. Ich möchte sogar sagen Hoffnungslosigkeit. Tief im Innern ahnte ich wohl: ich besitze ein graues Auto, mit dem ich nicht mehr das anfangen kann, was ich brauche. Also auf Deutsch: Ich bin aufgeschmissen.

Die Bestätigung kam Mittwoch. Es wurde mir die Nachricht überbracht: „Er läuft wieder!“ Kurzfristig war ich glücklich. Aber keine Bange, das dauerte ungefähr 5 Millisekunden an und hat sich sofort wieder komplett verflüchtigt, als der Mann mit dem nächsten Satz begann: „Ich musste letztendlich gar nichts machen. Da ist ein zweites Lämpchen angegangen und dann beim Fahren und blablabla … kurz und gut: Es kommt und geht wann es lustig ist“. Ich musste hart lachen. Dieses Jahr will mich echt verarschen. Eigentlich Respekt an den Schu-Schu-ki. Er hat es geschafft zwei Werkstätten komplett zu verarschen. Drama-Queen passt da echt gut. Er sollte als Mahnmal auf ein Podest gestellt werden und jungen Automechaniker-Lehrlingen die Furcht lehren. Sehet, da ist ein Mahnmal – Technikfehler in der Selbstschleife. Es wird halt nichts mehr für die Ewigkeit gebaut.

Was soll ich sagen. Es muss ein neues Zugfahrzeug her. Nach schlaflosen Nächten, in denen ich einen teuflischen Bankraubplan ersann und nebenbei noch nach geeigneten Ersatzkandidaten zum Thema Zugmaschine googelte, war ich geläutert. Der Schu-Schu-ki und ich gehen ab sofort getrennte Wege. Mein Unvernunftsgen machte sich kurz bemerkbar, als ich einen Termin zur Probefahrt mit dem nagelneuen Fiat Fullback vereinbarte. Ein schwarzer diesel-schnurrender, kraftprotzender, feuchter Pickup-Traum, der total unvernünftig gewesen wäre, aber dafür echt was fürs Ego. Vorsichtshalber habe ich die anderen Pickup-Kandidaten nicht mehr angetestet und mich für tatsächlich in Frage kommende Autos interessiert. So welche, mit denen man auch noch in Parkhäuser rein kommt, ohne das Parkaus niederzuwalzen. Also weniger lang und weniger teuer. Auch in der Steuer. Sorry, dieser Reim musste jetzt sein.

Donnerstag: per Zufall in Form von Johannes entdecke ich, dass es in meiner Heimatstadt einen Ford Händler gibt. Es ist doch immer gut, wenn man sich zu Hause gut auskennt. Ich fahre spontan nach der Arbeit hin um mich über den Kuga zu informieren. Der darf nämlich noch einen Pferdehänger ziehen. Nur zur Information, selbst wenn ich mein Herz an Suzuki verloren hätte, hätte ich Pech gehabt. Das Nachfolgemodel vom Grand Vitara darf nämlich nur noch 1700-1800 kg ziehen. Damit ist es raus. Unter anderem. Der Werkstattmann besteht drauf, dass ich den Kuga über Nacht mit zum Probefahren nehme. Gerissener alter Fuchs. Der Schu-Schu-ki bleibt alleine auf dem Parkplatz stehen. Und es tut mir nicht leid.

Freitag: Der gerissene Fuchs hat recht gehabt. Man gewöhnt sich sehr schnell an einen Automatik. Das Auto hat alles, was ich brauche. Frauen legen da ja Wert auf Sitzheizung (ja auch bei 32°C im Schatten), Becherhalter und Anhängerkupplung. Technikkram und Extragedöns sind für uns nur unwesentliche Zugaben. Ich kaufe das Auto. Dank des Banküberfalles bin ich ja gerade flüssig. Der Schu-Schu-ki begleitet mich jetzt noch ein paar Tage, bis das neue Auto fertig ist. Ich habe still einen Status-Quo mit ihm ausgehandelt. Er leuchtet nicht und ich ziehe keinen Pferdehänger. Hoffentlich funktioniert es. Und wisst Ihr was? Das neue Auto wird wieder einen richtigen Namen bekommen. Ich nenne ihn einfach „Harrison“.*

* Entschuldigt bitte auch diesen flachen Witz. Aber ich glaube, der ist tatsächlich so schlecht, dass es schon wieder gut ist. Ich werde dann mal weiter berichten, was ich mit der Technik in „Harrison“ so alles erlebe.

Auf den Hund gekommen - Foto: privat

Statt auf einen grünen Zweig auf den Hund gekommen … der Schu-Schu-ki und ich – Foto: privat

Sumpfiges?

10. Juli 2016:

Der heutige Tag stand unter dem Motto Familienzusammenführung. Diosas zweites Kind Dea del Cavador verbringt momentan mit ihrer Besitzerin Thora ein paar Wochen in Flieden. Dieses Gelegenheit mussten wir natürlich nutzen, um Fotos von Diosa und ihrer Tochter zu machen. Und natürlich, um uns die „kleine Hexe“ genauer anzuschauen.

Mutter und Kind

Mutter und Kind – unverkennbar❤ – Foto: Yvi Tschischka

Man sieht es mir natürlich nicht an, aber mir geht echt das Herz auf, wenn ich sehe, wie gut sich Dea entwickelt und was für ein tolles Team sie und Thora sind. Und noch mehr freue ich mich zu sehen, was Diosa ihrer Tochter alles vererbt hat. Und es ist sehr spannend zu sehen, wie sie sich vom Gang her entwickelt hat. Da erkennt man den Papa auf jeden Fall raus!

Ich bin schon gespannt Dea wieder laufen zu sehen, wenn wir Diosa wieder abholen kommen. Da hat sich dann bestimmt eine Menge Richtung locker-flockigen-Tölt getan. Momentan steht Dea nämlich erst am Anfang ihrer Reitpony-Karriere. Jedenfalls war es ein lustiger Nachmittag bei Britta und Gerd in Flieden und Yvi und ich durften auch selbst mal auf das Nachwuchspony steigen und ein paar Runden drehen. Das ist schon ein echt gutes Gefühl.

Nebenbei hat mich Britta noch mein derzeitiges absolutes Traumpony Anastasia reiten lassen, von der ich ja restlos begeistert bin. Genau das, was ich mir vorstelle. *seufz* Und Yvi wurde mit einem scheckigen Geburtstagskuchen-Pony mit Kerzen überrascht. Also alles in allem ein perfekter Sonntag!🙂 Vielen Dank Britta! Überraschung gelungen!

Diosa und Dea

Diosa und Dea 2016 – Zuckerschock-Moment oder??? –  Foto: Yvi Tschischka

Jetzt macht Diosa also noch einmal Urlaub in Flieden – diesmal zusammen mit ihrem Kind und die beiden sind jetzt schon wie Pech und Schwefel. Scheckenplage im Doppelpack sozusagen. Und Thora kann schon mal schnuppern, was sie so erwartet. Wir haben ihr nämlich Diosa zu treuen Händen gleich mal zum Tuddeln aufs Auge gedrückt.

Wir waren ja gespannt, wie Mutter und Tochter sich zueinander verhalten. Und mir war glasklar, dass Sumpf ihr „nerviges“ Kind erkennt und erst mal voll ignoriert. Wenn sie sie nämlich nicht erkannt hätte, wäre sie „traschtantenmäßig“ zu ihr hin. Aber das Ignorieren hat mir schon alles gesagt. Dea war total freundlich und hat immer wieder Kontakt gesucht. Sie hat sogar Richtung ehemaliger Milchbar geschnuppert. Von daher ist mir schon immer klar: Pferde erkennen sich untereinander wieder. Garantiert. Da kann mir einer sonst was erzählen.🙂

Also es bleibt spannend!

 

Shortcut?

09. Juli 2016:

Zeit für einen kleinen Shortcut. Jacinto hat inzwischen seine eigenen Termine, die er über mich koordinieren lässt. Er tut sich halt etwas schwer mit dem Aufschreiben und Merken. Jedenfalls wurde das gelbe Pony für ein Foto-Coaching mit Yvi http://www.yvi-tschischka.de auf ausdrücklichen Wunsch gebucht. Lisa und Yvi hatten erst einen Theorie-Teil, dann gleich noch den Praxisteil mit Model und abschließend Bildbearbeitung am Computer. Jetzt zeige ich Euch einfach zwei Bilder von diesem Tag, damit Ihr mal sehen könnt, wie der Zwerg sich in Szene setzen lässt.

Annika und Jacinto

Annika und Jacinto – Foto: Yvi Tschischka

Jedenfalls fühle ich mich als persönlicher Assistentensklave für Mr. Zwerg. Maske, Betreuung, Snack und Brav sein beim Shooting gehen auf mein Konto. Annika, die der Zwerg ja schon ein bisschen kennt, durfte Model spielen und das hat sie doch richtig gut oder?

Übrigens: Zwergs Bisswunde ist wie von Zauberhand verschwunden! Wer weiß noch wo?

Jacinto

Jacinto und Annika von Lisa Förtsch Fotografie

Da sind super Fotos entstanden! Glückwunsch🙂 Jetzt bin ich mal gespannt, was Herr Zwerg demnächst noch so vor hat. Vielleicht wird er ja doch mal berühmt und verdient sein eigenes Geld. Alt genug wäre er ja!

Morgen gibts noch „druckfrische“ Kontaktdaten von Lisa, die übrigens im Nürnberger Raum unterwegs ist.

Schwitzen in Hünfeld?

24. bis 26. Juni 2016:

An diesem Wochenende haben sich Yvi und ich aufgemacht, um beim diesjährigen großen Turnier der Paso Finos in Hünfeld (Hessen) mit dabei zu sein. Der European Paso Fino Cup 2016 (EPFC … ich mag diese Abkürzung!) fand auf der traumhaften Anlage des Reitvereins Hünfeld statt. Kurze Wege, viel Platz, ein großer Rasenplatz mit Ausweichmöglichkeit in die Halle, ein schöner Dressurplatz und traumhaftes Fotogelände außen herum. Perfekt. Natürlich hat es das Wetter auch viel zu gut mit uns gemeint und uns ordentlich schwitzen lassen. Aber erst mal von Anfang an.

Galoppel-Zwerg - Foto: Yvi Tschischka

Galoppel-Zwerg – Foto: Yvi Tschischka

Yvi und ich haben auf der Hinfahrt einen Schlenker nach Flieden gefahren, um Diosa wieder einzusammeln. Die war ja zum Sommerurlaub mit Sello dort und war nicht wirklich „amused“ uns wieder zu sehen. Verräterpony! Jacinto war aber dankbar, dass Frau Sumpf ihn das letzte Stück im Hänger begleitet hat. Durch den Kurzaufenthalt in Flieden konnten wir auch einen dieser nervigen A7-Staus umgehen.
In Hünfeld angekommen gönnten wir den Ponys erst einmal eine erfrischende Dusche und etwas Pause im Stallzelt. Dankenswerter Weise war es das tolle Zelt mit den Fenstern, so konnte wenigstens etwas Luft im Zelt zirkulieren. Es war nämlich am Nachmittag mit bis zu 37°C definitiv zu heiß für Alles. Auf jeden Fall konnte man mich knallrot angelaufen mehrfach deutlich sagen hören: „Ich hasse Sommer!!!!“ Viel zu warm. Also erst mal Hotel einchecken und etwas abkühlen, bevor wir uns dann doch noch mal auf die Ponys geschwungen haben. Schließlich war mit Training in den letzten Wochen nicht wirklich was gegangen. Wir wollten wenigstens den Ponys das Gelände zeigen. Abends ging es dann mit den schon anwesenden Fino-Leuten zum Italiener in die Stadt. Man entwickelt dann doch trotz Hitze einen guten Hunger! Immerhin haben die Nächte gut abgekühlt, so dass die Ponys wenigstens in der Nacht eine Hitzepause hatten.

Fun-Abend - Foto: K. Farkas

Fun-Abend mit viel Sekt – Foto: K. Farkas

Der Freitag startete dann wieder extrem Sonnig. Der korrekte Ausdruck, den ich leider nicht abschwächen kann ist: „Scheißeheiß“. Da konnte mich nur Sarah mit ihrem Not-Paket direkt aus dem RitterSport Werk kurzzeitig von ablenken! Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Tafel „Äffle und Pferdle“-Sonderedition – also nimmer lang, weil die echt gut ist, aber ich hab mich gefreut!

Diosa - Foto: privat

Diosa und Yvi in einer Ehrenrunde – Foto: privat

Nach ausführlichem Herumgammeln auf einer Decke im Schatten, ausführlichem Quatschen mit lange nicht mehr gesehenen Fino-Freunden natürlich auch im Schatten, fanden dann am Nachmittag die ersten Prüfungen statt. Ehrlich gesagt, hatte ich gar keine Lust bei der Hitze zu reiten. Aber wenn man schon mal da ist, schwingt man sich halt in seine Winter-Softshell-Turnierreithose und tut was gegen Cellulite (Hitzeanwendung in der Reithose) und für die Paso Finos (zeigen auf dem tollen Rasenplatz). Auf jeden Fall war ich so super vorbereitet, dass ich sofort gemerkt hatte, als ich mich in der Dressur A verritten habe. Und das gleich am Anfang. Schwamm drüber … Yvi hatte dann gleich anschließend die Viergangprüfung, die eigentlich ganz gut geklappt hat. Diosa ergatterte sich einen zweiten Platz. In der folgenden Ausdauertölt bin ich mit dem Zwerg gestartet. Er hat sich zwar gut eingelaufen, aber die Kondition war dann doch nicht vorhanden, so dass ich die Prüfung abgebrochen habe. Es ist mir dann doch wichtiger, mein Pony einigermaßen bei Laune zu halten und nicht schon am ersten Tag komplett zu erschöpfen. Auf jeden Fall klang der weitere Abend gemütlich am Reitplatz aus. Der Reitverein Hünfeld sorgte für ordentliches Catering und kühle Getränke. Die Ponys hatten nach einer erfrischenden Dusche gutes Heu und leckeren Hafer.

Dreigang - Foto: S. Meier

Dreigang – Foto: S. Meier

Der Samstag war dann wettertechnisch etwas besser. Über Nacht und am Vormittag gab es Regen und es kühlte etwas ab. Für Yvi und mich hieß es die Dreigang zusammen in der Halle reiten. Jacinto hat sich meiner Meinung nach doch gesteigert im Vergleich zum Freitag. Regelmäßiges Reiten lohnt sich doch irgendwie. Er lief in der Dreigang für seine Verhältnisse wirklich sehr schön. Aber irgendwie hatten wir dieses Turnier Platzierungsmäßig kein Glück – also habe ich beschlossen sämtliche letzten Plätze aufzusammeln. Was ja auch ok ist – mir hat dieses Turnier auch so unheimlich Spaß gemacht. Ich hatte viel Zeit zu quatschen, am Abreiteplatz oder während dem Reiten, zwischendurch und überhaupt. Und es hat einfach nur gut getan alle Fino-Freunde wieder zu sehen. Es war einfach irgendwie erholsam. Und regelmäßiges Training muss sich ja auch auszahlen – und wir hatten halt schlicht und einfach keines. Dafür war ich aber sehr zufrieden mit meinen beiden Ponys. Wobei Diosa mit ihrer deutlich sicheren Gangveranlagung einfach weniger Training braucht.

Keine Ahnung mehr

Keine Ahnung mehr, irgendwas wo Tine gewonnen hat🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Was mich richtig gefreut hat, war wieder „neue“ Leute auf dem Turnier zu sehen. Franzi mit ihrer Sierra zum Beispiel habe ich mit Dauergrinsen im Gesicht in Erinnerung – unseren ersten Vorsitzenden habe ich mit seiner Espi und Dauergrinsen (wenn man ihn dran erinnert hat) in Erinnerung. Anja und Martina, die sich so gefreut hat in der Dressur A – so macht das einfach Spaß. Nirvana und Julia waren erstmals dabei. Oder Britta mit ihrer „neuen“ Stute Anastasia (wir versuchen ja immer noch eine Möglichkeit zu finden das Pony heimlich mitzunehmen). Leute mit Freude an ihren Ponys. Das will ich sehen! Und natürlich die Frau mit dem strahlendsten Lächeln überhaupt: Sarah und ihre Francesca🙂 Übrigens ein ganz tolles Pony, Yvi und ich durften es mal Probereiten. Dabei haben wir übrigens auch den besten Überraschungsgast ever am Abreiteplatz entdeckt: George Clooney war als Pappaufsteller mit dabei. Und das nur, weil wir letztes Turnier so in der Kälte und im Regen standen und warteten und dabei laut-zitternd heißen Kaffee serviert von George verlangt hatten. Und was macht unsere beste aller weiblichen Ringstewards? Besorgt uns George! Wenn das nicht Einsatz ist!

Strahle-Franzi - Foto: Yvi Tschischka

Strahle-Franzi – Foto: Yvi Tschischka

Ich habe das Turnier auf jeden Fall auch als sehr harmonisch und freundschaftlich in Erinnerung. Irgendwie sind wir halt doch eine große Familie – in der es immer mal wieder Krach gibt, und nicht jeder mit jedem kann, aber letztendlich freuen wir uns doch immer wieder uns zu treffen. Und wenn wir das bei so schönen Veranstaltungen tun, ist es ja letztendlich egal wer was gewinnt. Wir haben alle tolle Pferde und zeigen sie halt einfach gerne. Übrigens war es mir eine große Ehre mit Tine und ihrer Murmel zusammen, mal wieder selber auf Diosa sitzend, die Western Pleasure zu starten. Eine wirklich unterschätzte Prüfung. Ich finde, es sollten mehr Reiter diese echt lustige Prüfung starten. Tine und ich haben uns jedenfalls fürs nächste Mal schon eine neue Idee ausgedacht. Lasst Euch überraschen, wenn ihr schon nicht mitreiten wollt! Apropos Tine, sie hat gezeigt, dass auch schon Ponys im reiferen Alter immer noch gut dabei sind. Ich glaube Mina hat gefühlt fast jede Prüfung gewonnen und war souveräner Abräumer des gesamten Turniers.

Western Pleasure - Foto: Yvi Tschischka

Western Pleasure, immer wieder lustig – Foto: Yvi Tschischka

Nach der Western Pleasure gab es als Kontrastprogramm noch die Classic Fino, die ich leider verpasst habe. Dabei hätte ich so gerne Sello (Diosas Lover) in Action gesehen. Aber eigentlich war ich dann ganz froh im Stallzelt gewesen zu sein, denn es kam ein richtiger Gewitter-Platzregen herunter, der zwar nicht lange gedauert hat, aber sehr nass war. Aber pünktlich zu den Fun-Prüfungen war das Wetter wieder gnädig!

Paar-Reite-Sieger - Foto: Farkas

Paar-Reite-Sieger – Foto: K. Farkas

Beim Paar-Reiten wurden Yvi und ich zwar von Jürgen und Tine geschlagen, aber die Aufgabenstellung war wieder sehr interessant. Dieses Mal wurden wir aufgefordert als Paare eine Barrida zu reiten. Sebastian Frisch, unser Sprecher, hat sich da mal wieder gut was ausgedacht. Bei der anschließenden Viertaktprüfung bekamen wir Besuch von drei Reitern des Reitvereins Hünfeld, die in der „Wettpause“ eine kleine Showeinlage zeigten und dann auch beim Rest der Funprüfungen mit Spaß dabei waren. Die Viertakt hat übrigens dieses Mal Johanna mit Brujula gewonnen. Hauptattraktion ist ja für Yvi und mich die Copa de Champange. Man kriegt ein Glas Sekt in die Hand gedrückt, wenn man es gut anstellt, wird noch mal nachgeschenkt und dann reitet man mit einem Glas Sekt in der Hand durch die Gegend, kann immer mal dran nippen und am Ende darf man den Rest austrinken und hat dabei gute Laune. Das fand Christian bestimmt auch🙂 Er hatte nämlich am Ende noch das vollste Glas. Ich mag die Fun-Prüfungen.
Der Abend klang dann mit Cocktails und Musik am Cateringzelt aus.

Diosa

Diosa in der Furt – Foto: Griebel

Jacinto

Jacinto in der Furt – Foto: Yvi Tschischka

Der letzte Turniertag war dann der Sonntag. Es gab zwei sehr schöne Horsemanship-Klassen, die Equitation mit drei schicken, jungen Mädels (ob Pferde oder Reiter gemeint sind? … beides natürlich!) und noch die Country Pleasure Level 2, die ich wieder erfolgreich versiebt habe. Wenn ich was mache, dann schon konsequent. Jedenfalls eines meiner schlechtesten Boards ever …. *hust*.In der Mittagspause haben wir in einer tollen Bach-Furt noch eine kleine Foto-Session eingeschoben. Hatte ich schon erwähnt, dass ich das Reitgelände des Reitvereins Hünfeld Klasse fand? Die haben dort eine tolle Vielseitigkeitsstrecke, mit sogar drei Wasser-Furten! Hallo? Mir würde schon eine reichen!
Nach den Best Of Traditional-Klassen hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen – drei sehr entspannte Turniertage haben wir hinter uns gebracht und wir freuen uns schon wieder darauf den ganzen liebenswürdigen Haufen wieder zu sehen! Bleibt nur noch Danke zu sagen, an Britta Mülle und das Team Flieden für die tolle Organisation dieses Events. Danke an den Reit- und Fahrverein Hünfeld, für die gute Aufnahme und dafür, dass sie uns ihren schönen Platz zur Verfügung gestellt haben. Danke an Anna Eschner und Nicolas Burgos als unsere Richter. Danke an Sebastian Frisch fürs moderieren. Danke an alle Teilnehmer und alle Besucher. Wir sehen uns bestimmt bald wieder!

Gelangweilte Sieger

Gelangweilte Sieger🙂 – Foto: Yvi Tschischka

 

Ganz wichtig noch, die Statistik unsere „Erfolge“:
Diosa und Yvi:
Viergang – 2. Platz (4)
Dreigang – 3. Platz (7)
Trail – 3. Platz (5)

Diosa und ich:
Western Pleasure – 2. Platz (2) – man kann auch sagen Letzer!

Jacinto und ich:
Dressur A – letzter (5)
Ausdauertölt – Abgebrochen (6)
Dreigang – Vorletzer (7)
Versatility – letzer (4)
Country Pleasure – letzter (4)

 

Shortcut?

26. Juni 2016:

Übrigens …. am Wochenende habe ich George Clooney getroffen. Er stand da einfach in Hünfeld am Abreiteplatz in seinem schicken Anzug herum. Er muss ganz schön geschwitzt haben🙂

George und ich

George und ich – Foto: privat

Es hat nur für ein Paparazzi-Foto gereicht … aber ein DICKES Danke an Helga, dass sie uns George nach Hünfeld geholt hat🙂

Leider hatte er seine Kaffeemaschine vergessen … naja … Männer!