Del Cavador

Hilfe für den Notfall?

Dimera hatte sich auf der Fohlenkoppel damals eine häßliche Platzwunde an der Nase zugezogen. Die Narbe fand ich immer ganz süß, aber es hätte leicht auch mehr passieren können – Foto: privat

Mai 2018:

Heute geht es um Versicherungen. Langweilig!!! – denken bestimmt einige, aber manchmal muss man sich eben auch um langweilige Dinge kümmern, die einem im Notfall ziemlich viel Rennerei und Kosten ersparen können. Wir sprechen heute über Operationsversicherungen bei Pferden.

Basic-Infos?
In Deutschland gibt es momentan drei große Anbieter für OP-Versicherungen: Allianz, Uelzener und R+V-Versicherung. Bei allen dieser drei Anbieter hat man die Möglichkeit zwischen drei verschiedenen Paketen zu wählen. In der Regel ein Basis-Angebot, ein Mittleres Angebot und ein Premium-Angebot. Preislich fängt das bei unter 10 Euro im Monat an und hört bei ungefähr knapp 40 Euro pro Monat Versicherungsschutz pro Pferd auf.
Natürlich muss man sich genau anschauen, was die jeweiligen Pakete enthalten. Das günstigste Paket enthält eine Beteiligung von 1.500.- € als Bezuschussung für eine Operation, was im Ernstfall nur der Tropfen auf einen heißen Stein an Kosten sein kann. Von daher Augen auf bei der Tarif-Wahl.
Auch die Möglichkeit von Selbstbeteiligungen muss man sich am Besten in einem Rechenbeispiel überlegen. Meistens bringt es im Ernstfall tatsächlich mehr, sich für ein höheres Versicherungspaket ohne Selbstbeteiligung zu entscheiden, hier „spart“ man dann im Ernstfall ordentlich Geld ein. Manchmal werden auch nur Vollnarkosen übernommen. Was ist aber, wenn das Pferd nur eine Standnarkose oder sogar nur eine lokale Sedierung benötigt?
Sind wir mal ehrlich, von einer OP-Versicherung profitieren insbesondere Reiter, die kein Geld für teure Tierarztbehandlungen auf der hohen Kante haben. Wer genügend gespart hat oder reiche Eltern hat ist hier fein raus und kann eigentlich aufhören zu lesen und stattdessen lieber Shoppen gehen. Eskadron hat ja die neue Sommer-Kollektion herausgebracht ….

Alle anderen haben die Qual der Wahl und die kann verwirrend sein. Je nach unterschiedlichem Versicherungspaket kann man auch Nachbehandlungstage für die Tage nach der Operation in der Klinik bekommen, bildgebende Verfahren werden erstattet (Röntgen, CT, MRT, Ultraschall), es werden unterschiedliche GOT-Sätze (Gebührenordnung für Tierärzte) erstattet, teilweise auch regenerative Therapien. Die Gebühren können im einfachen bis dreifachen Satz erstattet werden, je nach Schweregrad und angewendeten Methoden. Eine Erstattung des einfachen Satzes bei günstigen Versicherungen bringt jemandem, der sowieso kein Geld gespart hat im Prinzip überhaupt nichts. Die Kosten für eine Klinikbehandlung beim Pferd rutschen ganz schnell in den finanziellen Bereich, in dem man sich dafür stattdessen schon einen nagelneuen Kleinwagen mit sämtlichem Schnickschnack kaufen könnte. In Sonderlackierung. Mit Glitzer.

Auch das Pferdealter spielt eine Rolle bei Versicherungen. Seit 2016 gibt es zum Beispiel bei der Uelzener keine Altersbeschränkung für die Aufnahme mehr. Auch Pferde, die älter als 12 Jahre sind können noch zur 100%tigen Deckung versichert werden. Früher wurden alte Pferde gar nicht mehr aufgenommen. Und gerade im Alter ist der Verschleiß und die Anfälligkeit ja höher. Es ist ja wie beim Menschen, je älter, desto hinfälliger. Oder verkraftet Ihr etwa lange Partynächte noch genau so, wie damals mit Anfang 20? Also ich auf jeden Fall nicht. 🙂

Warum überhaupt eine OP-Versicherung für Pferde?
Eine OP-Versicherung übernimmt nicht die kompletten Tierarztkosten, die ein Pferd verursacht, aber sie hilft im Ernstfall eine wichtige Entscheidung zu erleichtern, die man sich ohne große finanzielle Rücklagen nicht leisten könnte.

Kolik bei Pferden – das kann schnell tödlich oder super-teuer enden. Resi in der Phase kurz vor dem zweiten Tierarzt-Besuch. Wir sind dann in die Klinik gefahren, weil die Krämpfe nicht besser wurden – Foto: privat

Ein Beispiel: Das Drachenpony hatte im Dezember eine Kolik. Deswegen war unsere Haustierärztin zweimal da und es wurde ein prophylaktischer Aufenthalt in der Tierklinik fällig. Dieser Aufenthalt beschränkte sich auf eine Nacht (weil am nächsten Tag Weihnachten war, deshalb fielen jetzt nicht so exorbitant hohe Kosten an). Eine Operation war zum Glück nicht notwendig. Die hätte ich mir auch gar nicht leisten können.
Eine Kolik Operation kostet je nach Umfang zwischen 5.000 und 12.000 Euro. Das Geld habe ich nicht auf der hohen Kante liegen und ich bin auch nicht gewillt mich wegen einer Pferde-OP in Schulden zu stürzen. Ich hätte mir das Leben meines Pferdes also nicht leisten können. Ich saß in der Klinik, es lag ein anstrengender Tag hinter mir und es war ungewiss, wie es mit Resi weiter geht und ich musste ein Papier unterschreiben, in dem ich auf eine Kolik-Operation verzichte, falls es meinem Pony über die Nacht schlechter gehen sollte. Das ist eine große Entscheidung, die man da fällt. Eine Entscheidung über Leben und Tod. Eine Entscheidung, die mir natürlich nicht leicht fällt, aber die ich mit einem finanziellen Polster hätte abmildern können.

Natürlich muss ich mein Pferd nicht künstlich am Leben erhalten. Ich habe als Tierbesitzer immer noch die Pflicht meinem Pferd ein Leben mit hoher Lebensqualität zu ermöglichen. Dazu gehört auch, dass ich im richtigen Moment die Reißleine ziehen kann und muss, wenn es meinem Pferd nicht mehr gut geht. Dazu gehört aber auch, dass ich die Möglichkeit einer Operation, in Betracht ziehen muss, wenn sie Sinn macht.

Kolik Klinikaufenthalt – wir konnten müdes, aber lebendiges Pony mit nach Hause nehmen – Foto: privat

In meinem Fall hätte ich einer Operation, die den Dickdarm meines Pferdes betrifft gerne zugestimmt. Hier liegt die Überlebenschance ziemlich gut und die Pferde werden meist schnell wieder normal einsetzbar. Prinzipiell: Wenn ich einer Operation zustimme, muss ich mir ja auch immer überlegen, wie geht es danach weiter? Kann ich mein Pferd wieder reiten? Bleibt es für immer eine Kostenfalle?

Nennt mich ruhig herzlos, aber nachdem ich keine Millionen auf dem Konto liegen habe, kann und will ich mir die Bürde für ein chronisch krankes Pferd nicht aufbinden. Ich möchte mit meinen Pferden Dinge unternehmen und Reiten. Ich kann mir kein chronisch krankes Pferd leisten. Irgendwann vielleicht kann ich das finanziell nicht mehr stemmen und dann? Was ist dann mit meinem Pferd? Soll ich es dann in eine ungewisse Zukunft entlassen, indem ich es als „Beistellpferd“ leicht eingeschränkt, aber schweineteuer in einer kostenlosen Internet-Annonce verscherbele?

Die nächste Frage ist nach einer großen Bauch-OP: Wie lange braucht das, bis es wieder verheilt ist? Kann mein Pferd danach im Offenstall leben? Benötigt es Extra-Aufwand? Dauermedikamente? Dauer-Behandlungen? Das sind alles Fragen, die man nicht leichtfertig beantworten möchte, mit denen man sich aber auseinandersetzen muss.

In meinem Fall wäre ich bereit gewesen dem Drachenpony eine Operation zu bezahlen, die Erfolg verspricht. Als Tierarzt kann man eine gewisse Einschätzung abgeben, wo die Kolik liegt und wie der Aufwand ist. Spätestens, wenn der Bauch dann offen ist, wird das ganze Dilemma sichtbar. Klar ist dann noch keine Garantie auf Überleben gestellt, aber mit einer Operationsversicherung im Rücken hätte ich im Dezember diese Möglichkeit gehabt. So blieb mir nur übrig in der Nacht nach Hause zu fahren mit dem unguten Gefühl, dass ich eventuell gerade mein Pony zum letzten Mal Lebend gesehen habe.

Glücklicher Weise ging bei Resi alles gut. Die Kolik konnte durch Magenschlundsonde, Bewegung, Medikamente und Flüssigkeitszufuhr behoben werden. Also durch eine intensive „konservative“ Therapie, die natürlich eine OP-Versicherung nicht abgedeckt hätte. Aber eine konservative Therapie mit einem Tag Klinik und vorheriger Haus-Tierarzt-Untersuchung kostet jetzt nicht die Welt. Versteht mich nicht falsch, ich habe rund 1.500 € nicht einfach zu Hause liegen, aber es fällt einem leichter so einen Betrag anzusparen, zusammenzukratzen, abzuzahlen, als die Kosten einer Bauch-Operation, die zwischen 5.000 und 12.000 € angesiedelt ist. Ohne die Folgekosten. Sowas verheilt ja nicht innerhalb von 10 Tagen, sondern zieht sich bis zu einem halben Jahr hinterher. Das kostet ja auch noch Geld, das bezahlt werden möchte. Und ich bin wirklich nicht gewillt mich wegen meiner Pferde in eine Bank setzen zu müssen und einen Kredit aufzunehmen, den ich dann völlig überteuert abstottere und mir danach nichts mehr leisten kann. Oder einem illegalen Geldverleiher meine Seele zu verkaufen und dann Schläger-Trupps in den Stall geschickt zu bekommen.

Von daher hatte ich Glück. Und hatte mir endlich vorgenommen mich ernsthaft mit dem Thema Pferdeversicherungen auseinander zu setzen. Nachdem ich ja ganze drei Pferde besitze, die schon etwas älter sind, und keines davon Geld scheißt, ist eine OP-Versicherung eine echte Kostenfrage. Ganz ehrlich, wenn ich „nur“ ein Pferd hätte, würde ich vielleicht sogar eine komplette Krankenversicherung für Pferde ausprobieren. Da ist letztendlich alles enthalten wie bei einer Krankenversicherung für Menschen, auch Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen und Wurmkuren zu einem gewissen Betrag. Das wäre eine spannende Erfahrung, aber nachdem so etwas ab über 100.- € im Monat Beitrag kostet, entfällt das in meinem Fall für drei Pferde.

Verletzungen bei Pferden sind schnell passiert – Humpel-Diosa in jungen Jahren – Foto: privat

Versicherungsmakler?
Was ich also suchte war eine Versicherung, die mir im Ernstfall die Möglichkeit bietet Operationen oder ausführlichere Behandlungen zu ermöglichen. Eine große Hilfe ist da eine Versicherungsmaklerin, die einem nicht nur die Versicherung „andreht“, sondern die auch im Ernstfall hinterher für einen da ist.

Yvi (die ja auch für den kleinen Diego Versicherungen benötigt) und ich hatten ein nettes persönliches Gespräch mit Christine Schramm (einer unabhängigen Versicherungsmaklerin aus Würzburg), die extra zu uns an den Stall kam, um uns im direkten Gespräch über unsere Optionen zu informieren. Das finde ich immer besser, wie nur telefonischen Kontakt. Ich sehe Menschen bei wichtigen Gesprächen gerne direkt in die Augen und frage auch gerne nach. Wenn es sein muss auch mehrfach. Christine hat uns ausführlich informiert, unsere Fragen beantwortet und uns nicht in eine bestimmte Ecke gedrängt. Sollten wir unsere OP-Versicherungen in Anspruch nehmen können/sollen wir uns sogar jederzeit an sie wenden. Sie berät uns und unterstützt uns dann. Was ja gerade in Bezug auf komplizierte Verhaltensmuster von Versicherungen sehr viel Wert ist. Gerade wenn man dann sehr aufgeregt ist, weil das geliebte Tier krank ist. Da vergisst man schon einmal etwas, oder ist verwirrt. Von daher bietet mir das eine gewisse Beruhigung. Wobei mir als Mensch, der in einem Krankenhaus arbeitet, eigentlich solche Dinge geläufiger sind, wie bei Menschen, die nicht jeden Tag von bescheuerten Krankheiten und den seltsamen Bezahl-Nicht-Bezahl-Ideen von Krankenkassen umgeben sind.

Meine Wahl?
Ich habe mich für alle drei meiner Ponys für eine OP-Versicherung im mittleren Paket-Segment entschieden. Gerne hätte ich natürlich das Premium-Paket genommen, aber mit relativ alten Pferden ist das echt eine Geldfrage. Aber im mittleren Preissegment bin ich mit meinen Ponys gut aufgehoben. Die wichtigsten Operationen sind versichert. Nicht als Schlüsselloch-Chirurgie, keine Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Hernien-OPs und Gelenk-Chip-Erkrankungen, aber damit kann ich Leben. Auf jeden Fall sind Kolik OPs und operative Frakturbehandlungen versichert (neben einer ganzen Menge anderer Dinge, auch Nicht-Operative Behandlungen) und das ist genau das, was ich für den Notfall wollte. Die Sicherheit, meinen Ponys zu einem akzeptablen Preis mehr bieten zu können.

Mit einer Vertragslaufzeit von 10 Jahren bin ich dann monatlich in in einem Preissegment, das ich stemmen kann. Wir sprechen hier von 20-25 Euro pro Pferd (bei drei Pferden gibt es auch noch einen Rabatt :-)). Das bedeutet ich gebe im Jahr für ein Pferd 240-300 € Versicherungsbeitrag aus. Für drei Pferde sind das 720 – 900 € im Jahr. Eine Kolik-Operation kostet ab 5.000.- € (tendenz steigend) – sprich: ich bin theoretisch günstig gefahren mir eine OP-Versicherung zu leisten. 5.000 € – diesen Betrag erreiche ich in 6 bis 8 Jahren bezahlen der Versicherungsgebühr. Plus „Nachbehandlungs“-Geld hätte ich so rein rechnerisch ungefähr eine Kolik-OP innerhalb von zehn Jahren gezahlt. Ich hoffe Ihr könnt dem Beispiel folgen 🙂

Wenn eines meiner „alten“ Pferde vorher sterben sollte erlischt der Vertrag natürlich. Von daher fühle ich mich jetzt sicherer. Ich bin mein bisheriges Pferdeleben zwar sehr gut gefahren mit Tierarzt-Kosten und auch benötigte ich den Tierarzt meist nur zu Impfungen und Routineuntersuchungen, aber man weiß ja nie, was die Zukunft so bringt. Und die Ponys werden auch nicht jünger. Frau Drachenpony ist jedenfalls nach einer sechsmonatigen Wartezeit für eine Kolik-Operation versichert. Das bedeutet für mich: nächstes Weihnachten kann ich pferdetechnisch ganz entspannt angehen.

Der Klinik-Aufenthalt ist glimpflich verlaufen – Überwachung, Nahrungsaufbau und Rekonvaleszenz in der Krankenbox zu Hause – Foto: privat

Fazit?
Ob OP-Versicherung ja oder nein muss jeder selber entscheiden. Es gibt tolle Möglichkeiten. Ein Versicherungsmakler hilft hier auf jeden Fall weiter. Mir verhilft die OP-Versicherung zu einer gewissen Sicherheit in der Zukunft, da ich nicht die finanziellen Mittel habe, um eine Operation aus der Portokasse zu bezahlen. Konservative Behandlungen bleiben trotzdem „Selbstzahlerleistungen“. Ein gewisses Polster für Tierartzbehandlungen anzusparen bleibt nicht aus. Man lebt mit Versicherung entspannter.

Hier ein paar Links zu OP-Versicherungen:
Hier kann man sich den Preis für eine beispielhafte Versicherung selber ausrechnen

Hier sieht man ein paar Möglichkeiten im Vergleich

Hier die Homepage und Facebook „unserer“ Versicherungsexpertin Christine Schramm

 

Sonntagskind?

25. März 2018:

Unser „neuer“ im Team:

Willkommen Diego del Cavador!

geb. 25.03.2018

Mutter: Diosa del Rio – Fuchsschecke

Vater: El Sello la Rosa – Falbschimmel

Diego del Cavador – ein Tag alt – Foto: privat

Gestern ist er unkompliziert und routiniert geschlüpft. Heute Nachmittag war unsere Tierärztin zur Kontrolle da. Mit dem kleinen Mann ist alles in Bester Ordnung. Die erste Nacht war auch ruhig. Die ersten Ausflüge in die Halle zum Laufen lassen hat er auch schon gemeistert.

Heutiges Tagesziel: Stufe zum Paddock alleine gebacken bekommen: erledigt.

Frauchens um den Finger wickeln: erledigt.

Jetzt muss er  „nur“ noch groß werden! Herzlichen Glückwunsch liebe Yvi zum ersten eigenen Pony!

Räusper – Übrigens …. wie sagt man so schön: Es bleibt nie bei nur einem Paso Fino! 🙂

Fohlenbau?

März 2018:

Abfohlboxen-Bau:

Stufe 1 – Rohbau der Abfohlboxen – Foto: privat

Eigentlich schon total lange überfällig ist eine kleine Bilderreihe von unserem neusten Stallgebäude. Die Weiber-WG war bisher ohne Krankheits- oder Seperationsboxen. Das hat sich jetzt geändert. In den letzten Monaten ist ein kleiner Stall mit großzügigen Boxen und angehängten Paddocks entstanden.

Stufe 2 – Roh-Holzbau im Sonnenuntergang – Foto: privat

Man macht das wie das Haus vom Nikolaus malen: Erst die Wände, dann das Dach 🙂

Stufe 3 – Es regnet. Die zukünftigen Wände liegen im Stall 🙂 – Foto: privat

Die neuen Boxen werden akut erst mal als Abfohl- und Mutter-Kind-Boxen verwendet. Nachdem wir dieses Jahr sogar drei Fohlen haben werden ist das natürlich Perfekt. Jede werdende Mama hat seit ein paar Tagen eine eigene Box und die Ponys können sich gemeinsam auf Ihre Zeit als Mütter vorbereiten.

Stufe 4 – die Wände stehen – jetzt kommt das Dach! – Foto: privat

Johannes achtet auf Sicherheit … ich habe aber eher die Befürchtung, dass er eigentlich gerne eine Hängematte hätte. 🙂

Stufe 5 – Dachbau wird wegen plötzlichem Wintereinbruch unterbrochen – immer diese Überraschungen im Januar … – Foto: privat
Stufe 6 – Johannes macht den Stall von Innen schön – Foto: privat

Innenausbau mit den Obligatorischen OSB-Platten. Frostsichere Tränken und die Aufhängung für Heunetze komplettieren alles. Natürlich gibt es auch eine dicke Stroheinstreu und herausnehmbare Innenwände, damit die Matte schnell gemistet werden kann. Natürlich kann auch Späneeinstreu genutzt werden, aber die Muttis haben jetzt erst mal dick Stroh bekommen. Jeder einen eigenen Rundballen!

Stufe 7 – Fertig! Die Ponys ziehen ein! – Foto: Yvi

Die Ponys sind jedenfalls sehr begeistert von ihren neuen Schlafgelegenheiten. Sie haben Ihre Ruhe, sind aber doch mitten im Geschehen dabei.

Stufe 8 – Frau Sumpf regiert vom neuen Domizil aus – Alles schön Fohlensicher! – Foto: Yvi
Stufe 9 – Die Paddocks werden auch gleich getestet – Foto: privat

Wer genau hinsieht, kann auch den Parkplatz vom Sirius-Hänger erkennen 🙂 Ich freue mich immer noch jedes Mal, wenn ich an ihm vorbei laufe/fahre/reite. Das muss übrigens ziemlich dämlich aussehen. Ich werde dafür schon ausgelacht.

Momentan sind die Stuten also eingezogen. Es braucht noch etwas Fine-Tuning, wenn alles Fix und Fertig ist gibt es noch neue Bilder. Wir warten Quasi jeden Tag darauf, dass das erste Fohlen schlüpft. Ihr könnt ja lustig mitraten: Wer bekommt sein Fohlen zuerst: Frau Sumpf, die süße Schwarze oder die Tinker-Dame? Wetten werden noch angenommen …. – bzw. wir sind froh, wenn alle drei Fohlen gesund auf die Welt kommen.

 

 

Gewinnspielauslosung?

21. Januar 2018:

Diosa im März 2017 – Foto: Frau Sumpfs Sklavin Yvi Tschischka

Es wurde aber auch Zeit! Frau Sumpf hat sich ganz schön lange Bitten lassen, endlich ihr Gewinnspiel auszulosen. Das faule Ding!

Ich habe ihr immer wieder gesagt: „Sumpf, Du musst mal mitmachen jetzt!“

Sie so: „Ach, kratz mir doch lieber den Hintern!“

Ich so: „Na gut, weil Du so schwanger bist … aber dann: Auslosung?“

Sie so: „Noch mehr! Dann vielleicht…“

Ich so: „Seufz“

10 Minuten später ….

Sie so: „Mit den dreckigen Fingern willst Du jetzt die Loszettel halten und ich soll zwei Fressen? Bist Du Jeck? – Das ist doch eklig! Geh weg!“

Ich so: „Du wolltest es doch so!“

Sie so: „Da hast Du mich missverstanden!“

*pupstmirinsgesicht* *gehtweg* *legtsichinsstrohbett*

Ich so: „Danke Sumpf, dass ich Dein Leben bezahlen darf!“

Sie so: „Gerne doch. Wen besser zu manipulierendes hätte ich ja nicht finden können!“

Ich so: „argh..“

Jedenfalls hat Frau Sumpf dann doch noch mitgemacht: Herzlichen Glückwunsch an

Anja und Lena!

Ihr habt beide Gewonnen und schon eine Email von mir bekommen 🙂

PS: Ich passe auch auf, dass Diosa Eure Gewinne einpackt und nicht aus lauter Spaß nur eine Ladung Pferdeäpfel … zuzutrauen wäre es Frau Sumpf nämlich 🙂

Vielen Dank an Alle, die mitgemacht haben: Des Rätsels Lösung ist tatsächlich, wie Ihr alle ziemlich schnell herausgefunden habt: Frau Drachenponys rechte Brustseite im Karo geschoren. Übrigens wachsen diese Stellen sehr spärlich nach. Ich bin mir nicht sicher, ob das an der Decke liegt, oder ob das immer so ist. Bei meinem Glück wachsen dem Pony jetzt große viereckige, weißhaarige Stellen nach. Dann schaut das Drachenpony tatsächlich aus wie ein Flickenteppich!

Arschlochpferd?

07. Januar 2018:

Alleine unter Reitern – Arschlochpferd (Sachbuch), iFuB-Verlag
Das Buch zum Blog von Nika S. Daveron

ISBN 978-3-95936-033-3 (Taschenbuch)

Heute habe ich eine Pferdebuch-Rezension für Euch. Lesen bildet ja bekanntlich und dieses Buch wird als Sachbuch geführt. Es ist also ein sehr ernst zu nehmender Ratgeber für das Leben mit Pferd. Außerdem hilft es im sozialen Umgang mit anderen Reitern. Ganz Ehrlich.

Das „Arschlochpferd“ ist eigentlich eine Seite auf Facebook – momentan flockige 50.000 Likes – die jeden Tag kleine Geschichten über die Reiterszene veröffentlicht. Das bedeutet Reiter lachen gerne. Oder freuen sich insgeheim, wenn einer mal auf die Kac** haut oder Drama passiert. Und es passiert IMMER Drama, auch wenn tatsächlich gar nichts passiert ist. Die Reiterwelt ist eine Fundgrube. Geschichten, die einem entweder ein milde-grenzdebiles Lächeln ins Gesicht zaubern, oder einem mit aufgeklappten Mund, sprachlos-speichelsabbernd (weil Mund offen) zurück lassen. Jedenfalls sehr skuril. Satire und Ironie pur.

Nika S. Daveron hat die Geschichten jetzt gebündelt und in neuer Form als Buch heraus gebracht. Was heißt „jetzt“ – das Buch ist schon zwei Jahre alt. Aber ich habe es jetzt geschenkt bekommen und gelesen. Und möchte auch das neue Buch lesen, welches die Tage heraus kam. Aber habe momentan kein Geld, weil das Drachenpony eine so teure Tierarztrechnung produziert hat. Gemeinheit. Aber zurück zum „alten“ Buch. Das ist so richtig zum Blättern. Und in Farbe und Bunt. So steht es auf dem Cover. Was mich schon zum Lächeln brachte. (Reminiszenz an meine Jugend – das war ein Spruch aus einer Comedy-Serie in Schwarzweiß gedreht …. fragt nicht ….). Ein durchdachtes Buch. Damit hat mich das Arschlochpferd schon mit dem Cover. Wobei das eigentlich der Verlag ist. iFuB-Verlag – In Farbe und Bunt.

Im Buch selber steht die Geschichte von einer Reiterin, ahnungslos wie die Jungfrau Maria und mit einer sehr aktiven, aber eher unproduktiven Gehirnleistung ausgestattet, die auszog, um ein Einhorn (also ein einmalig, tolles, wunderschönes Seelen-Pferd mit Ruhmespotential in Social Media und Turnier) zu kaufen. Und was ihr dabei passiert ist. Wir begleiten die Frau also durch die Höhen und Tiefen des Pferdebesitzertums – angefangen von Pferdeverkaufsanzeigen, Stallsuche, Equipmentkauf, über Reitweisen und Kursbesuche mit Folgen.

Ich möchte jetzt nicht zu viel verraten, aber ich habe dieses Buch direkt nach „Es“ von Stephen King gelesen. Womit ich jetzt nicht King und Daveron vergleichen möchte, aber eine gewisse Parallele gibt es schon: Manchmal möchte man das Buch einfach weglegen, weil man sich denkt: „Ne! Das kann jetzt nicht sein!“ – Bei King aus Grusel-Gründen, bei Daveron weil man als Pferdemensch ständig denkt: „Ne! Das kann jetzt nicht sein!“ Ein Satz, der entweder bedeutet: „Mann ist die doof! Das war doch soooo klar!“ – oder King-esk „Ihr wollt doch alle Fliegen?!“ (Zack! Ab in die Abwasserkanäle mit weniger Körperteilen und mehr tödlichen Bissen im Gesicht als zuvor). Beides ruft also einen gewissen angenehmen Schauer in einem hervor.

Jedenfalls gibt es von mir eine klare Lese-Empfehlung für das erste „Arschlochpferd“-Buch. Und so dick ist es auch nicht. Mit angenehmen knapp 200 Seiten ist es auch für Wenig-Leser ein gutes Buch zum Einsteigen. Also ran an das Buch! Lesen bildet, auch wenn es Lachmuskulatur am Bauch ist.

Und ich bin übrigens eindeutig dafür: das Wort „Schibbi-Schabbi“ muss in den Duden!
Viel Spaß beim Lesen!

Gestelltes Leseszenario mit Tee – Foto: privat

Gewinnspiel?

3. Januar 2018:

Hallo!

Ich bin’s mal wieder, die Diosa! Die nicht mehr ganz so junge Frau und die Fotoschnickse sind grad mit Arbeiten beschäftigt, darum nutze ich die Gelegenheit und bin nett zu Euch.

Es gibt nämlich was zu gewinnen!

Was müsst Ihr dafür tun?

Ganz einfach: Erkennt was auf dem folgendem Bild zu sehen ist!

Was ist das? – Foto: privat

 

Es gibt zwei Gewinn-Packages:
Eine Mütze mit meinem Logo (die Alte braucht das nicht, die soll mal Krank werden und nicht so oft kommen! – bestickt von der Stickkönigin), einen Hamilton Führstrick (der passt farblich nicht in meine Halfter-Kollektion! Das geht gar nicht! Weg damit! den gibt’s übrigens im Paso Shop) und ein Pferdeshampoo (das muss ich dann nicht selber benutzen. Schaum ist nämlich doooof!)

Gewinn-Package 1 – Foto: Diosa

Eine Putztasche (die hat der Zwerg an der IDMG in Birrekoven gewonnen, aber der checkt das gar nicht, wenn ich das an Euch verticke. Der ist ja so minderbemittelt …. boah ey …. außerdem hat er mich neulich genervt. Also mit neulich meine ich in letzter Zeit IMMER!) mit einem Führstrick von Pferdeliebe (den hat die Alte geschenkt bekommen, aber er ist ihr ein bisschen zu kurz. Ihr wisst ja, die bewegt sich nicht mehr so schnell – da braucht die längere Stricke … *Augenroll* – aber schön ist der schon – und er fasst sich richtig gut an … eigentlich Schade drum … aber ich bin heute mal nicht so) ein kleines Shampoo und einem Hufkratzer. Wir wollen ja nicht, dass die mich mit dem Zeug zu Tode pflegen … da müsst Ihr Abhilfe schaffen!

Gewinn-Package 2 – Foto: Diosa

Also, setzt mal Euren Grips in Schwung und überlegt Euch eine Antwort! Ach ja und ein „Like“ bei Del Cavador wäre auch noch knorke  …

Die Antwort kann der Wahrheit entsprechen (Package 1) oder Ihr seid kreativ und erfindet was Schönes (Package 2) – gerne mit einer kleinen Geschichte 🙂 Ich zähle auf Euch! Und bin schon ganz gespannt, was Ihr so erfindet – mir ist nämlich ein bisschen langweilig. Rumlaufen ist bei dem Sauwetter nämlich nicht so prickelnd. Da bleib ich lieber im Strohbett. Da ist das WLAN auch besser.

Eure Diosa

PS: Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Facebook, Instagram oder sonst irgendwas oder irgendwem. Der Rechtsweg ist auch ausgeschlossen. Das sagt man doch immer so. Ihr habt bis 15. Januar Zeit mir hier was zu Posten, oder als Kommentar unter den Blog-Eintrag zu schreiben. Oder Ihr schreibt mir eine Email: diosa@delcavador.de
Ich lose dann höchstpersönlich aus! Oder ich fresse alle Zettel auf und wer übrig bleibt hat gewonnen. Das entscheide ich dann noch … apropos – hängt da wer Heunetze auf??? Ich bin dann mal weg!

Dach überm Kopf?

31. Dezember 2017:

Mir ist aufgefallen, dass ich Euch einen neuen wichtigen Teil vom Zykloopenhof noch gar nicht vorgestellt habe: Die „Bewegungshalle“! Es ist eines der neuen Gebäude und schon jetzt unser absoluter Lieblingsplatz im Winter.

Bewegungshalle – Foto: Sascha

Sie ist ein Platz, in dem man bei Wind und Regen und Dunkelheit mit seinem Pony gepflegt Trainieren kann. Sie heißt nicht Reithalle, weil sie keine schräge Bande hat und auch keine Standardmaße, aber das ist uns egal. Wir lieben sie jetzt schon. Sie ist luftig, hell, windfrei und trocken! Mehr brauchen wir nicht. Absoluter Luxus! Wir genießen es momentan total Weichei-Reiter zu sein und sind mehr in der Halle zu finden, als wo anders. Die Ponys finden es doof. Jetzt können die bekloppten Reiter also auch im Dunkeln gepflegt Ponys quälen. Unverschämtheit.

Bauphase – Sumpf testet. Oder ruht sich aus. – Foto: privat

Wie Ihr seht, ganz einfach konstruiert – eine Bergehalle, die umfunktioniert wurde als Reitgelegenheit. Als Grundstock Naturboden, nochmal feiner Erde-Kies-Gemisch verdichtet, Häcksel drüber und fertig war der Bodenbelag. Als Seitenwände dienen die allzeit beliebten und traditionellen OSB-Blatten.

Rohbau Bergehalle – Foto: privat

Hier noch mal der Rohzustand. Die kleine Tür im Hintergrund ist jetzt unsere Haupt-Eingangstüre. Die großen Schiebetore sind mit Holzplanken in Schienen zur „Bande“ umfunktioniert worden. Man kann sie also nach Belieben wieder entfernen und die Tore (und somit die Halle) für andere Dinge nutzen. Allerdings hoffe ich stark, dass die Halle für nichts anderes mehr benutzt wird 🙂

Licht, trockener Boden, vier Ecken – was braucht der Mensch mehr? – Foto: privat

Was die Größe betrifft – effektiv nutzbarer Raum: 14 x 20 Meter. Sie wirkt aber deutlich Größer. Und wie man sieht, kommen zwei Ponys einem darin richtig verloren vor!

Was war 2017? – Jahreserinnerungen

30. Dezember 2017:

Eigentlich finde ich Jahresrückblicke doof. Aber irgendwie mag ich es mir am Ende des Jahres bewusst zu machen, wie schnell die letzten zwölf Monate vergangen sind, und was letztendlich meine schönsten Erlebnisse waren. Auf jeden Fall war dieses Jahr ein gutes Jahr. Es gab keine großen Probleme, (fast) keine dramatischen Ereignisse und vor allem gab es sehr viel Spaß. Und das war ja das Ziel, von daher: 100 Punkte!

Meine Besten Ponys! – Foto: Yvi Tschischka

Zu meinen Pferdehighlights gehört auf jeden Fall die Messe Jagen-Reiten-Fischen-Offroad in Alsfeld im März. Hier waren wir mit Britta und Gerd Mülle, Johanna und Stan Paul und Terra Mülle und Jürgen Töpper mit sechs Paso Finos im Showprogramm vertreten. Es war (… es IST …) eine lustige Truppe und die Atmosphäre an der Messe war grandios. Vor allem die streng-herzliche Art von Stallmeister Rudi bleibt mir in guter Erinnerung. Wir hatten die Choreografie am Freitag Abend in Flieden noch „nebenbei“ einstudiert und dann am Messewochenende drei mal in der Halle in Alsfeld gezeigt. Es macht einfach nur Spaß, wenn etwas funktioniert und man positive Resonanz zurück bekommt. Nachdem Diosa nächstes Jahr um die Zeit eine runde Babybauch-Kugel schiebt, können wir leider nicht dabei sein. Was mich schon ein bisschen traurig macht.

Flieden im Morgen – Foto: privat

Im April waren wir wieder in Hessen unterwegs. Britta Mülle hat einen Kurs in Flieden mit dem USA-Trainer John Pelaez organisiert. Ich habe mit Jacinto und dem Drachenpony teil genommen und war restlos begeistert. John hat so eine tolle Art mit den Pferden zu arbeiten. Ich konnte wertvolle Tipps für die Arbeit mit beiden Ponys mit nach Hause nehmen. Und das Drachenpony und ich hoffen, dass John unbedingt wieder kommt, dann sind wir auf jeden Fall wieder mit dabei. Wobei das Drachenpony hofft eher auf große Heu-Portionen, als auf Arbeit, aber ich bin da mal nicht so.

Ein weiteres Highlight in diesem Jahr war auch meine „Stunde“ auf Brittas genialer Fino-Stute Anastasia – mein heimlicher Pony-Traum. Wobei heimlich sieht anders aus …. sie hat mir an der Lechleite mein perfektestes Board ever beschert. Hach! Geld müsste man haben! Dann dürfte das Pony sofort bei mir einziehen.

Anastasia und ich an der Lechleite – Töltlokomotive pur! – Foto: Yvi Tschischka

Der Sommer brachte wieder Rekordhitze. Das war NICHT schön. Da bin ich total gelähmt. Schön war, dass wir es dieses Jahr endlich wieder geschafft haben bei ein paar Orientierungsritten mitzumachen. Die bringen immer eine Menge Spaß und man reitet mal wo anders.

Der August brachte einen fantastischen Aufenthalt in Hünxe bei Ellen und Stephan Vierhaus mit ganz vielen lieben Menschen und tollen Erinnerungen. Wir fuhren mit Jacinto und dem Drachenpony dort hin, um das Gaited Working Equitation Hausturnier mitzumachen, und um uns mal endlich den Vierhaus’schen Hof anzusehen. Jacinto und ich haben dort eine ganz passable erste Version einer Schweren Rittigkeit abgeliefert (die wir dann natürlich auf der IDMG in Birrekoven deutlich schlechter, bis ganz grottig gezeigt haben). Aber die erste Version fand ich toll.

Racing Resi im Trail – Foto: Yvi Tschischka

Spektakulär war aber das Drachenpony. Sie hat sich von einer richtig guten Seite gezeigt. Ich bin mit ihr erstmalig den Speed-Trail gestartet. Wenn sie was ist, dann schnell …. Gut, da hatte sie komplette Aussetzer bei Seitwärtsstange und Tor, aber der Rest war einwandfrei. Also sehr explosiv, aber immerhin. Ich bin bei ihr schon froh, wenn sie die Füße am Boden behält und dabei die gewünschte Richtung einhält, ohne sich wild kreiselnd hoch zu pushen.

Versuchsweise durfte sie auch den Mittleren Trail starten und auch hier hat sie erstaunlich gut mitgemacht. Die Turnieratmosphäre hat ihr schon einiges abverlangt, aber insgeheim ist sie irgendwie gerne mittendrin dabei. Auf jeden Fall dickes Lob ans Drachenpony. Auch wenn sich bestimmt mancher Zuschauer gedacht hat: „Was schleppt die Alte dieses bekloppte Pony auf ein Turnier?“ – Mir ist es egal. Nur durch Mitschleifen bekommt sie eine gewisse Routine. Und manchmal (… oder meistens ….) überraschen einen die Ponys in der Fremde positiv und man bekommt für zu Hause neue Impulse und Ideen. Von daher darf sich gerne über das komische Drachenpony amüsiert werden. Hünxe war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis, auf das ich mich auch nächstes Jahr wieder freue!

Schwere Rittigkeit bei Regen – Foto: Yvi Tschischka

Was in diesem Jahr auch ein Highlight war: Der Zykloopenhof! Es ist noch lange nicht wieder in Ordnung, aber die Wiederaufbauarbeiten nach dem Brand schreiten stetig voran. Ein definitives Luxus-Highlight ist unsere neue „Bewegungshalle“ – eine gut beleuchtete, trockene, fantastische Möglichkeit ganz luxuriös die Ponys im Dunkeln, bei Regen, Matsch und Trallala völlig unbeeinträchtigt Arbeiten zu können! Oder sich einfach in der Halle wieder trocknen zu lassen. Beste Idee ever Johannes! Wir geben die Halle nie wieder her!

Ganz akut, freue ich mich natürlich als besonders (teures) Highlight, dass das Drachenpony ihre Kolik und den kurzen Klinikaufenthalt so gut überstanden hat und noch lebt. Diese Dinge führen einem immer wieder vor Augen, wie schnell etwas vorbei sein kann und wie dankbar man für jeden einzelnen Tag mit den Ponys sein sollte. Deshalb auch weiterhin meine Devise: Aus jedem Tag das Beste machen. Und wenn es nur einmal Ponynase streicheln sein sollte. Dankbar sein, dass es sie gibt und dass sie leben. Dann ist der Tag eigentlich schon gerettet.

Diosa und Yvi – Foto: privat

Und nachdem ich grade sentimental bin: Danke auch an Nadine und Johannes Zäh und das gesamte Zykloopenhof-Team. Ich bin froh, dass ich Euch habe.

Fehlt natürlich ganz viel Team auf dem Bild! Anna die Mist-Fee und Bettina die Fütter-Queen zum Beispiel! Und die männlichen Bau-Heimwerker-Feen – außerdem gibt es immer Grund für einen Sekt! – Foto: privat

Und natürlich Danke an meine Beste aller Fotoschnicksen: Yvi Tschischka – die sich so toll um meine Ponys kümmert und Diosa lauter Unsinn beibringt, um das dicke, schwangere Pony bei Laune zu halten.

Perfekter Drachenponymoment – Foto: Yvi Tschischka

Ich freue mich auf 2018 – es wird ein spannendes Jahr. Wir bekommen ein Fohlen! Das dürfte für genügend emotionale Highlights und Lachanfälle sorgen! Und ich hoffe natürlich auch im nächsten Jahr möglichst viele Gangpferde-Freunde mit und ohne ihren Ponys zu treffen und zusammen ganz viel Spaß zu haben!

Weihnachtsmä(h)r(e)?

24. Dezember 2017:

 

Es war einmal eine nicht mehr ganz so junge Frau, die verliebte sich unsterblich in einen Pferdeanhänger aus Aluminium. „Das wird ein gar treffliches Gefährt für meine treuen Ponys sein!“ dachte sie sich. Das alte Gefährt sieht zwar noch gut aus, aber irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen getrennte Wege zu gehen. Und dieser Zeitpunkt war jetzt. Was die Männer-Midlife-Crisis mit flottem Autos und jungen Frauen beschert, bringt die Pferde-Mädchen-Midlife-Crisis anscheinend mit Aluminum-Hängern oder tollen Allrad-Autos. Die jungen Stallmänner dazu sind zu rar gesät.

Also fuhren sie auf der Holper-Autobahn gen Mittelfranken, um den alten gegen den neuen Hänger auszutauschen und auf ihrer Reise gar mannigfaltige Dinge zu erleben. (Beispiel: sprich niemals Mitarbeiter eines McCafes darauf an, dass er Dir ja schon am letzten Samstag einen Kaffee verkauft hat und dass Du sozusagen ein Dejavu hast. Es verwirrt sie total und sie kommen komplett durcheinander. Auch mit Deiner Bestellung.)

Der Deal ging reibungslos über die Bühne, das Pferdemädchen fuhr in der Dunkelheit mit dem neuen Sirius-Anhänger (S75 Aluminium) in den heimischen Hof und freute sich. „Morgen werden wir das Einsteigen in das neue Gefährt ausprobieren!“, dachte sie.

Sirius – Aluboden – Foto: privat
Sirius – die Graue Wand – Foto: privat

Gesagt getan. Ein schlechtgelaunt-geschecktes Ponytier und ein braunes Drachenpony mussten als erste Versuchskaninchen herhalten. Funktionierte reibungslos. Dann mussten die Versuchstiere in der neuen Bewegungshalle noch ein bisschen Bodenarbeit machen. Dabei entwickelte das Drachenpony eine neue Bewegungsform: sägebockartiges Stehen gefolgt von hinlegen in der Reithalle obwohl zwei weiteren Pferden mit darin waren. Alarmstufe Rot!

Schmerz-Drachenpony – Foto: Fotoschnickse

Das Drachenpony hat Schmerzen! Das doofe Drachenpony wahrt viel zu lange seine Fassade. Man merkt sehr schlecht, wenn ihr etwas nicht passt, wenn sie Schmerzen hat, wenn es ihr nicht gut geht. Das ist bei ihr alles mehr ein Ratespiel. Also rief die nicht mehr ganz so junge Frau die Tierärztin ihres Vertrauens, die schon kurze Zeit später mit ihrem silbernen Gefährt in den Hof ritt. Nachdem die nicht mehr ganz so junge Frau noch nie wegen einer Kolik beim Drachenpony bei ihr angerufen hatte, erkannte sie sofort die Dringlichkeit. Das Drachenpony wurde untersucht und war nicht amüsiert aber sehr tapfer.

Schmerz/Krampflöser per Spritze, sich Anfassen lassen, Abhören lassen, die große Hafenrundfahrt und Magenschlundsonde durch die Nase zum entgasen des Magens. Sie lies alles stoisch über sich ergehen. Nach einer gewissen Wartefrist, in der das Drachenpony wieder Schmerzen bekam und sich deutlich quälte, erschien die Frau mit dem silbernen Auto erneut und riet dann doch zu einer Fahrt mit dem neuen Pferdehänger gen Pferdeklinik. Sollte das Drachenpony noch schlechter werden mit den Vitalwerten bekäme man es nicht mehr über die Autobahn in eine Klinik transportiert. Gesagt getan.

Schmusedrachen unter Schmerzmittel – Foto: Fotoschnickse

In der Dunkelheit der Nacht wurde also das Häufchen Drachenpony in das neue Alu-Gefährt gestellt und durch die Nacht transportiert. Ideale Testbedingungen also: Naß, Kalt, Nebel, Nacht. Wobei die nicht mehr ganz so junge Frau ein deutlich positives Fahrgefühl mit dem neuen Sirius-Hänger hat. Allerdings ist er so hoch, dass man weder Ponys noch irgend etwas anderes im Rückspiegel erblickt. Es ist eine graue Wand, man fühlt sich verfolgt von grauem Nichts. Ihre Überlegung geht dahin, dass der Name Sirius deshalb gewählt wurde, weil ja auch Sirius Black in einem Schleier verschwand … ob es da Parallelen zum Potter’schen Universum gibt?

Hängerkamera – schon jetzt ihr Geld wert! – Foto: privat

Jedenfalls erreichten die nicht mehr ganz so junge Frau und die Foto-Schnickse heil die Pferdeklinik. Zur Entspannung der beiden konnten sie das Drachenpony die ganze Zeit in einem kleinen Monitor beobachten, wie es brav hinten im Hänger stand. In der Klinik wurde das Drachenpony, was schon ganz verschreckt, verschüchtert und deutlich erschöpft war noch einmal komplett durchgenudelt. Volles Programm: Ultraschall – dazu hat sie hübsche Karos in ihr Fell geschoren bekommen – die große Hafenrundfahrt, Schmerzmittel, Magenschlundsonde, Infusionskatheter. Intensivüberwachung über die Nacht mit Flüssigkeitsgabe und Bewegung. Wie ein Häufchen Elend stand sie da mit dem ganzen Schlauchkram.

Die nicht mehr ganz so junge Frau konnte gleich mal üben im Dunkeln irgendwo in der Pampas den neuen Hänger abzustellen ohne ihn zu demolieren. Dann sauste sie mit der Foto-Schnickse zurück über die Autobahn nach Hause um ins Bett zu fallen und sich dort weiter zu sorgen.

Banges Warten und einen erlösenden Anruf bekamen sie am nächsten Tag. Die erste Nacht ist geschafft, es wurde nicht schlimmer – also keine Darm-Operation, die sich die nicht mehr ganz so junge Frau sowieso nicht hätte leisten können.

Nachdem diese doofen Feiertage drohten und die Klinik während dieser Zeit keine Pferde entlässt, durften sie das Drachenpony schon wieder mit nach Hause holen.
Kostaufbau dann eben daheim. Das Pony braucht ja in den ersten Tagen ungefähr alle drei Stunden portioniert Essen, Bewegung und einen Trink-Doch-Was-Motivator. Die nicht mehr ganz so junge Frau wird also die Feiertage statt mit Erholen und ausgiebig herumgammeln damit verbringen dem Drachenpony Essen vor den Schlund zu werfen, es zu betutteln, zu bespaßen und sich über seine rektalen Ausscheidungen freuen.

Klinikentlassung – munteres Drachenpony – Foto: Fotoschnickse

In diesem Sinne wünschen wir Euch besinnliche Tage!
Und nicht vergessen: immer schön trinken! Sonst gibt es Kolik!

Testfahrt bestanden Ponys reisen zufrieden in die Klinik und von der Klinik nach Hause  – Foto: privat
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