Del Cavador

Charakterstudien – Drachenpony?

Nachdem Ihr meine Ponys ja überwiegend durch Geschichten kennt oder auf Bildern seht – und Bilder sind immer Momentaufnahmen, die selten den Charakter eines Pferdes komplett beschreiben – dachte ich mir ich stelle Euch einfach mal Stück für Stück meine Ponys und Ihre Eigenheiten vor.

La Respuesta de los Angeles, so lautet „Resis“ kompletter Name, wurde 2012 mein Pony. Ich kannte sie schon seit sie nach Deutschland gekommen ist und nach dem Tod von meinem Nachwuchspony Dimera (Diosas erster Tochter) zog Resi im Sommer bei mir ein. Sie ist und bleibt ein Projekt-Pferd. Eine „gute“ USA-Erziehung und eingefahrene Verhaltensmuster machen es nicht immer leicht mit ihr. Aber sie hat so einen tollen Charakter und in ganz langsamen Schritten taut sie auf und manchmal zeigt sie was für ein tolles Pferd sie sein könnte, wenn sie sich nicht selber so im Weg stehen würde. Der Spitzname „Drachenpony“ kam mit ihrer schicken zackigen Kurzhaar-Frisur. Der Name ist übrigens auch Programm! Irgendwann färbe ich die Zacken mal Feuerrot!

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Perfekter Drachenponymoment 2017 – Foto: Yvi Tschischka PS: Das perfekte Beispiel, was Fotos ausmachen können. Was wie eine fluffige Galopp-Pirouette aussieht, ist eigentlich der Beginn von einer Resi-Typischen-Hopps-Salve 🙂 Aber ich liebe das Foto!

 

15 Dinge über Resi:

♠ Das Drachenpony hat die Fähigkeit sich ganz langsam über das Paddock zu bewegen. Fast zeitlupenartig, wie Katzen, die sich unauffällig anschleichen. Wenn man sich dann wegdreht und kurz danach wieder hinguckt ist sie auf einmal weg. Ist es Zauberei?

♠ Das Drachenpony leidet extrem wenn sie geimpft wurde oder ein Weh-Wehchen hat – aber nur so lange jemand hinsieht.

 

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Schmusedrachenpony weil Bauchweh – 23.12.2017 – Foto: Yvi

♠ Das Drachenpony verteidigt ihr Essen inzwischen sehr vehement. Da wird sie echt zum Drachen!

♠ Das Drachenpony neigt dazu sehr barocke Formen auszubilden. Aber sie ist NICHT FETT!

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Sie ist NICHT FETT!!!! – 2012 – Foto: Yvi Tschischka

 

♠ Das Drachenpony bleibt auch alleine zuverlässig in irgendwelchen Boxen stehen. Sie liebt es eine eigene Box zu haben. Aber nur, wenn da auch was zu Essen drin ist.

♠ Das Drachenpony neigt zu komischen Pusteln, riesengroßen Hautschuppen, komischen Schubberstellen und seltsamen Schwellungen an ihrem Körper. Vor allem, wenn sie sich nicht genügend beachtet fühlt. 

♠ Das Drachenpony mag keinen ekeligen Winter-Regen. Aber das mögen alle drei Ponys nicht. Da bricht dann doch das Südländische Erbe durch.

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Wildes Drachenpony! – Foto: Anne Moorbrink 2017

♠ Das Drachenpony hasst Sattelgurte. Da wird sie zum Schni-Schna-Schnappi!

♠ Das Drachenpony hasst es, wenn man ihre Ohren anfasst. 

♠ Das Drachenpony reagiert sehr extrem, wenn man die Zügel annimmt und schneller reiten möchte. 

♠ Das Drachenpony hasst es wie die Pest, wenn man auf Ihr drauf sitzt und mit komischen Dingen hantiert. Da reicht auch manchmal schon, wenn man nur ein Blatt Papier auffaltet.

♠ Das Drachenpony hat Momente, an dem sie Kuscheln kommt und Tage, an dem sie einen mit Blicken tötet. Das kann minütlich wechseln. 

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Das Drachenpony ist skeptisch 2017 – Foto: privat

♠ Das Drachenpony steht Bombensicher wenn sie steht. Auch wenn sie gerade irgendwie explodiert ist und wie eine Gestörte durch die Gegend gehopst ist.

♠ Das Drachenpony wäre gut im Poker. Sie starrt einen an und man weiß einfach nicht was sie will.

♠ Das Drachenpony ist außerordentlich vorbildlich im Handling. Wenn man sie wo hin stellt, bleibt sie da auch stehen. Das prädestiniert sie als perfektes Foto-Pony. Nur das mit dem Ohren vor wird manchmal schwierig.

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Drachenpony in Entspannt Hünxe 2017 – Foto: Yvi Tschischka

Charakterstudien – Frau Sumpf?

August 2018:

Nachdem Ihr meine Ponys ja überwiegend durch Geschichten kennt oder auf Bildern seht – und Bilder sind ja immer Momentaufnahmen, die selten den Charakter eines Pferdes komplett beschreiben – dachte ich mir, ich stelle Euch einfach mal Stück für Stück meine Ponys und Ihre Eigenheiten vor.

Nummer Zwei in meiner lustigen Pony-Sammlung ist Diosa „Frau Sumpf“ – wobei sie natürlich glaubt, sie ist immer die Nummer Eins. Etwas Anderes kommt natürlich gar nicht in Frage. Das beschreibt auch schon mal sehr schön ihren Charakter. Sie ist die Königin schlechthin. Sie herrscht großzügig und lässt sich bedienen. Aber wenn man ihre Zustimmung erlangt hat, dann macht sie auch ganz viel, um einem zu gefallen. Diosa und ich sind seit 13 Jahren ein Team. Vor sechs Jahren benötigte ich dringend Unterstützung für Frau Sumpfs Größenwahn und seitdem ist auch Yvi ihre Betreuerin – äh … Sklavin meine ich natürlich.

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Diosa schläft auch sehr gerne – man darf ihr dabei huldigen. Das Foto stammt von 2010 – da waren wir beide noch jung! – Foto: privat

20 Harte Fakten über Diosa:

  • Diosa ist die unangefochtene Herrscherin über Ihre Herde. Sie beherrscht diese per Gedankenübertragung. Gewalt ist von ihr aus nur im Notfall nötig. Sie herrscht einfach. 
  • Diosa ist fähig andere Pferde für ihre Zwecke zu Manipulieren. Es ist erstaunlich. 
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Frau Sumpf 2012 bei der Erziehung Ihrer ersten Tochter – Man weiß nicht genau, was sie ihr da beibringen will. Aber man weiß ja wie sehr Kinder nerven können 🙂 – Foto: privat
  • Diosa ist eine Rampensau. Sie liebt es im Mittelpunkt zu stehen und sie fordert es auch ein!
  • Panik oder Angst in Menschenmengen? – Nicht mit Frau Sumpf. Sie weiß, wie man mit Huldigungen umzugehen hat.
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Diosa in Reken IDMG 2010, Foto U. Neddens
  • Diosa sieht man ihre Stimmung immer sehr deutlich in ihrem Gesicht an.
  • Diosa röhrt wie ein Hengst. Sie wurde schon mehrfach verwechselt. 
  • Diosa muss man davon überzeugen, dass es Ihre Idee war, dann tut sie Alles für einen.
  • Diosa ist ein sehr zuverlässiges Reitpferd, wenn man ein Handpferd dabei hat. Da wird nicht gedrängelt und überholt. Frau Sumpf regelt das schon. Natürlich ist sie auch ohne Handpferd ein zuverlässiges Pony!
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Ausritt zu dritt – die Rasselbande (Dimera, Diosa und Jacinto 2009) – Foto: privat – Übrigens an diesem Platz steht heute das Roundpen!
  • Diosa wälzt sich nicht nach dem Waschen, sie schubbert sich im 45° Winkel an der Wand entlang. Wahlweise an anderen Ponys. Aber keine Erde! 
  • Diosa schläft zur Not auch auf Betonflächen, nur um ihr Frühstück nicht zu verpassen! Prioritäten setzen ist Alles!
  • Wenn Diosa sehr kuschelig drauf ist, muss man genau nachsehen. Es könnte sein, dass sie dann Krank ist.
  • Diosa ist ein Clown. Sie liebt es ihre Kunststückchen vorzuführen, um Belohnungen abzustauben. 
  • Diosa lernt sehr gerne Kunststückchen – sie mag Bodenarbeit und Freiarbeit mit Yvi – das ist nämlich nicht so anstrengend wie „richtige“ Reitgymnastik oder anstrengende Dressurarbeit. Bäh!
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Diosa und Yvi Winter 2017/2018 – Foto: privat
  • Diosa hat eine Hängelippe, wenn sie sich wohl fühlt. 
  • Diosa ist ein perfektes Trailpony! Sie ist mutig, unerschrocken und schlappt auf alles Drauf! Teppich liebt sie. Die Wippe ebenso!
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Perfekter Schwerer Trail in Aegidienberg 2013 – Da sind Yvi und Diosa auch Deutscher Meister geworden! – Foto: privat
  • Diosa hatte bisher drei Fohlen. Eine dunkelbraune Stute, eine gescheckte Stute und ein fuchsfalbenes Goldprämien-Hengstfohlen. Sie vererbt also ihren Scheckung nicht dominant weiter.  Dafür aber deutlich ihren Charakter!
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Diosa und Diego – März 2018 – Foto: Annika M.
  • Diosa liebt es den Popo gekratzt zu bekommen. Man merkt sofort, wenn sie möchte, dass man das für sie tut. Auch wenn man ganz schwer von Begriff ist.
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Frau Sumpf hat in Hannover ein Opfer gefunden, dass ihr den Popo kratzt. – Foto: Yvi
  • Warum sie den Namen „Frau Sumpf“ hat, bleibt ein Geheimnis. Es hat jedenfalls nicht mit einer Affinität zu Matsch zu tun. Frau Sumpf ist nämlich eigentlich sehr reinlich.
  • Frau Sumpf liebt Bananen. Und ihre Kraftfutter-Portionen. Überhaupt liebt sie Essen!
  • Frau Sumpf kommentiert gerne Alles und Jeden. Sie ist sehr kommunikativ.
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Diosa im Februar 2017 – Ein Clown! – Foto: Yvi Tschischka

 

Genießen in Gießen?

Reitsportmesse Rhein Main in Gießen

07.-09.09.2018

Ein interessantes Wochenende liegt hinter uns – aber wo fange ich an zu erzählen? Am Besten am Anfang, Freitag früh morgens 🙂 Es ist noch dunkel. Jacinto guckt mich und das Halfter an und denkt sich wahrscheinlich: „WTF?“, läuft aber trotzdem brav mit und lässt sich verladen, so dass Yvi und ich um 6 Uhr morgens bereits on the Road to Gießen sind. Zwei stockende Verkehre und ein paar Baustellen später sind wir noch vor Messebeginn in Gießen und damit auf der Reitsportmesse Rhein Main angekommen. Von den freundlichen Einweisern werden wir auf unsere Parkplätze geschickt und orientieren uns erst mal. 

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Hängerfahr-Zwerg – Foto: privat

Wichtige Dinge sind immer: Ponys gut versorgt? Yupp, Perfekt, in den bereits bekannten Turnier-Zelten mit Fenster nach draußen. Wo ist unser Stand? Wir haben im „Vereinsdorf“ ein Stehtischchen mit zwei Stühlen, netten Kollegen drum herum und Platz für zwei Aufsteller. Wo ist der beste Kaffee-Stand? Ums Eck, direkt neben dem WC, also optimal. Mit frisch gemahlenem Siebdruck-Kaffee, frischem Milchschaum und tollen Sirupsorten zur Auswahl. Wo treten wir auf? Im Louven-Ring, der Weg dorthin ist ganz einfach. Wo sind unsere lustigen Messe-Kollegen mit ihren Ständen? Gut gebündelt und bereit die Sache zu rocken! Hotel? Direkt gegenüber dem Messe-Gelände. Tragischer Weise trennt uns ein unüberwindbarer Zaun. Was echt leichtes Ost-Mauer-Feeling erahnen lässt. Es ist so nah, und dennoch unüberwindbar …. wir müssen trotzdem außen ums Gelände herum fahren, können aber vom Zimmer-Fenster aus die Boxen sehen. 

Unsere Mission? Wir sind im Rahmen der Paso Fino Association Europe auf der Messe vertreten, die erstmalig in Gießen stattfindet und dürfen unsere vier Pferde täglich im Show-Programm vorstellen. Mit dabei sind die Paso Finos „Anastacia“(geritten von Kira, Johanna und Stan), „Martina“ (mit Jürgen), „Camino“ (mit Terra und Anja) und „Jacinto“ (mit mir), begleitet von dem besten Fuß-Volk, was man sich wünschen kann: Britta (auch als Sprecherin am Ring), Yvi und Gerd. Dabei sind Anja und Kira Ihr erstes Messe-Debüt geritten – und haben das wirklich toll gemacht.

Wir hatten insgesamt sehr gute Resonanz, aber auch teilweise in ungläubige Gesichter geblickt. Teilweise ist der „Tölt“ und der Paso Fino immer noch eine echte Fremdsprache im normalen Pferdegeschehen. Von daher lohnt es sich weiter an der Integration dran zu bleiben und diese „komisch laufenden Pferde“ weiter vorzustellen. Die Mission: Irgendwann kennen alle diese Paso Finos! Oder erkennen zumindest töltende Pferde nicht als „unnatürlich“ an 🙂

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Barrida im Louven-Ring – Foto: privat

Die Messe fand an drei Tagen statt und bestand aus 9.000 qm Messe-Gelände, verteilt auf sieben Hallen, drei Auftrittsringen, dabei einer extra für ein Extreme Trail Turnier. Es wurden über 20.000 Besucher erwartet. Wir hatten mit unserem kleinen Stand trotzdem einen guten Platz – und genug Raum um ein Schwätzchen zu halten, Bekannte zu treffen, neue Leute kennen zu lernen und Interessierten den Paso Fino näher zu bringen. Was wir auch mit ein paar tollen Gesprächen getan haben. Nebenbei haben wir uns mit unseren Standnachbarn angefreundet. Vor allem mit den lustigen Leuten vom Kosmetik-Stand von schräg gegenüber und vom LAG-Stand neben dran. Wir haben Süßigkeiten gegen Hand-Behandlungen ausgetauscht und hatten die ganze Messe über topp gepflegte Hände! 

Ansonsten muss ich sagen ist die Messe groß genug, um nicht langweilig zu werden und auch einiges zu beinhalten, was man die ganzen drei Tage lang entdecken kann. Aber doch nicht zu groß, um unübersichtlich zu werden. Man hat den großen Louven-Ring mit durchgängig Show, einen kleineren Ring draußen mit ganztägigen Vorführungen, eine Ecke mit Vorträgen über den ganzen Tag verteilt und den Extrem-Trail-Parcours mit Vorführung und Turnier. Also gut was zu gucken und zu hören, neben dem shoppen. „Shoppen“ waren wir übrigens auch, ein dickes Dankeschön an Filogran mit der großen Farbauswahl an Knotenhalftern (da fällt es ganz schön schwer sich zu entscheiden), Soulhorse (Jasmin, dieses pinke Ungetüm wird meine neue Tack-Transport-Tasche! Und scheiß auf Seriosität – da bin ich jetzt endgültig zu alt für … :-)), dem Equiteam (das Federleicht lässt grüßen! – Danke Saskia!).

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Komplett weg, diese Seriosität …. Pony Vuitton-Tasche von Soulhorse, pink, aber praktisch 🙂 – Foto: privat

Die nette Frau vom Balios-Futter-Stand hat für Jacintos Schlabber-Mahlzeiten gesorgt. Lookri Reithosen haben mich mit einer neuen Winter-Softshell-Reithose in einem grandiosen dunklen Türkis verführt. Ich bin echt so anfällig für diese Reithosen! Und Jennifer vom BEMER-Stand hat Jacinto und mir am Sonntag eine Runde Bemern zuteil werden lassen. Ich bin zwar immer noch unschlüssig, ob ich etwas gemerkt habe und ob es geholfen hat, aber Jacinto hat zumindest die Behandlung über sehr entspannt verbracht. 

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Jacinto lässt sich Weg-„Bemern“ …. – Foto: privat

Apropos entspannt: Jacinto war auf der Fahrt, im Stallzelt und draußen immer sehr vorbildlich unterwegs. Sehr entspannt, alles cool. Nur im Auftritt war kein (oder selten) Schritt möglich. Da hat er sich doch zu sehr aufgeregt. Ich hatte fast einen Classic Fino dabei … aber er kam aus dem Ring raus und war sofort im Entspannt-Modus. Verstehe einer dieses Pony!? Seine Tages-Highlights waren die Mahlzeiten (immer schön schlabbrig, da steht er total drauf – und so bringt man noch extra-Flüssigkeit ins Pony) und die große Heu-Portion, die er für sich alleine hatte.  

Sehr kurios war nur die Abreisesituation. Am Sonntag war dann hinter den Kulissen voll in das Aufbruchs-Chaos am Stallzelt gekommen. Wir hatten zwar einen guten Parkplatz, waren aber komplett eingeparkt mit unserem Hänger, so dass wir uns schon auf eine mega-lange Wartezeit eingestellt haben. Aber das fixe Messe-Team hat tatsächlich gemerkt, dass wir da so leicht ramdösig mit dem Gespann festsaßen und haben uns da raus geholt. Sie wollten zwar, dass ich noch rückwärts einparke, aber Jacinto war dann innerhalb von zehn Sekunden verladen und gesichert und wir konnten los düsen. Alles andere hätte mindestens fünfmal so lange gedauert 🙂 Topp-Team muss ich sagen! Die Helfer waren sowieso immer sehr freundlich und hilfsbereit. Das beruhigt ungemein. Letztendlich kamen wir dann mit der Dunkelheit zu Hause an und so konnte ich den Zwerg glücklich in seine Herde zurück entlassen. 

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Vor dem Auftritt 🙂 – Foto: privat

Auf jeden Fall eine sehr schöne Messe mit einem tollen Team, die es sich lohnt zu entdecken. Wir hatten vier Auftritte, die auch schön geklappt haben und hoffen ein paar mehr Reitern/Menschen/Interessierten die Paso Finos gut Vorstellen zu können. Vielen Dank an Britta Mülle als Sprecherin und für die ganze Messe-Orga 🙂 Gießen ist übrigens auch für Nicht-Reiter eine sehr interessante Stadt, also kann man den nächsten Messe-Besuch auch gut mit einer kleinen Stadt-Erkundigung koppeln. Jetzt geht es für uns aber erst einmal etwas entspannter weiter.    

PS: dieser Blog-Beitrag beinhaltet Werbung, weil Marken-Nennung und Verlinkung ….

Drachenpony-Flashback?

Kurs mit Cary Hardiman

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Heide-Fund in Hessen – Es gibt sie dieses Jahr doch! – Foto: privat (und überbelichtet)

31.08. – 02.09.2018

An diesem Wochenende waren wir einmal mehr im schönen Flieden bei Britta und Gerd Mülle (Paso Finos im Fliedetal). Dort fand nämlich erstmalig ein Kurs mit dem USA-Trainer Cary Hardiman statt. Nachdem er schon ein paar Mal in Deutschland war und alle Teilnehmer sehr begeistert waren, dachte ich mir: „Schadet ja nicht. Probierste einfach mal aus“. Input ist ja immer gut.
Gesagt getan. Nachdem das Drachenpony schon länger nicht mehr unterwegs war und wir gerade für sie gute Ideen gebrauchen können, haben wir sie mitgenommen. Nachdem noch ein Platz im Hänger frei war haben wir kurzerhand auch noch Cadi und Desi mitgenommen. Für Desi war es der erste Kurs mit einem USA Fino-Trainer und die beiden haben das richtig toll zusammen gemacht!

Cadi und Resi sind seit dem Wochenende also allerbeste Freundinnen. Unglaublich, wie die beiden, die sonst nichts miteinander zu tun haben wollen, auf einmal aneinander geklebt haben. Hänger fahren verbindet.

Wie schon gewohnt fand der perfekt organisierte Kurs in familiärer Atmosphäre am Hof von Britta und Gerd statt. Vielen Dank an Euch, dass Ihr Euch immer wieder die Mühe macht, Kurse zu organisieren und uns daran teilhaben zu lassen! Es war wirklich sehr schön bei Euch und wir haben Eure Gastfreundschaft wieder sehr genossen.

Yvi hat natürlich die Kamera dabei gehabt und es entstanden ein paar tolle Bilder bei den drei Shootings. Unter anderem auch von den beiden Sello-Fohlen am Hof von Johanna und Stan Paul, also von Diegos Halbbrüdern. Ich bin spontan in einen von beiden verliebt 🙂

Aber hier wird nicht geträumt, zurück zum Kurs und der Realität!
Cary trainiert seit mehr als zwanzig Jahren Paso Finos und andere Pferde (auch Mustangs, die ja sehr straight in ihren Entscheidungen sein können, wie wir erfahren haben). Speziell interessant fand ich die Mischung, die er uns zu vermitteln versucht. Es ist eine Mischung aus Biomechanischen Ansätzen, klassischen Paso-Fino-Elementen und aber auch den alten französischen Reitmeistern. Also so ganz grob – und ganz und gar nicht professionell von mir zusammengefasst. Das Ganze mit einer Ruhe und natürlichen Autorität, die mich sehr beeindruckt hat.

Wir hatten ganz unterschiedliche Pferde am Start – darunter auch zwei „Gelbe“ – Toni und Cid mit Anna und Nico aus dem Erzgebirge. Mit Nico und Co. hat man übrigens immer eine gute Zeit :-), Cadi, das Drachenpony und drei Fliedener Finos, alle Finos mit jeweils ganz unterschiedlichen (oder doch nicht immer so unterschiedlichen) Problemen. Auf jeden Fall konnte man auch beim Zusehen bei den anderen Teilnehmern viel mitnehmen. Vor allem viel Englisch … es ist ganz schön anstrengend für mich, den ganzen Tag Englisch verstehen zu müssen. Mein Englisch ist echt viel zu schlecht. Daran sollte ich wohl dringend arbeiten! Aber Britta hat wunderbar für uns übersetzt. Wir konnten Cary auch jederzeit unterbrechen und Fragen stellen. Und er hat sich richtig gute Gedanken über die verschiedenen Pferde gemacht.

Am Samstag war ich noch nicht ganz so überzeugt, er konnte mir mit dem Drachenpony zwar gute Ansätze vermitteln und Ideen präsentieren, aber irgendwie war ich frustriert. Nichts, was sich nicht mit einem Ausritt ins schöne Waldgelände wieder richten lässt, aber richtig überzeugt war ich dann erst am Sonntag, als er über Nacht noch mal neue Ideen ausgebrütet hat. Mir war der Samstag etwas zu „Traditionell“ in seinen Ideen. Er hat mir auch klipp und klar gesagt, dass das Drachenpony ein echtes Projekt ist und dass das wahrscheinlich nie was werden wird, weil die Probleme einfach zu tief verwurzelt sind. Das wusste ich schon, aber es von einem USA-Trainer zu hören finde ich sehr beeindruckend.

Cary überlegt sich Dinge, die einem auch als eine Art Hausaufgaben weiterbringen sollen. Er hat sich auch Yvis Bodenarbeit mit Resi angesehen und daraus Ideen gebastelt. Ich bin gespannt, wie wir seine Ideen umsetzen können. Prima finde ich übrigens auch, dass Stan Paul auch immer interessiert beim Drachenpony zusieht. So habe ich in ihm auch noch einmal eine Basis, die unsere Probleme aktiv begleitet und uns helfen kann, wenn gar nichts mehr geht. Das Pony deprimiert mich schon sehr oft, aber sie ist auf der anderen Seite einfach ein so tolles Pony, dass so fein und mutig reagiert. Übrigens wurde ihr Schweif manipuliert in USA, was uns nochmal kräftig hat schlucken lassen. Da kam noch einmal viel Grübelei über Resis Vergangenheit in ihrer Jugend hoch.

Was ich gut nachvollziehen kann, ist auch die Art der Reiterei, die Cary demonstriert. Es geht sehr viel um Schulterkontrolle, Hinterhandkontrolle, Biegung, Stellung und Übungen, die dem Pferd erleichtern sollen, einfach das zu tun, was wir von ihm wollen. Es erinnerte mich sehr stark auch an die Kurse von Stephan Vierhaus (nur in Fino sozusagen … also in schnell :-)) Von daher bin ich sehr glücklich mir diese Kurse ausgesucht zu haben, weil sie sozusagen so perfekt aufeinander abgestimmt waren (unbeabsichtigt). Aber auch ein blindes Huhn findet mal die richtige Richtung!

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Cary in Gait mit entspanntem Drachenpony in einer richtig guten Trainings-Einheit! – Foto: privat

Jedenfalls hatten wir ein tolles Wochenende mit ganz tollen Menschen und endlich mal angenehmen Temperaturen, an denen man mal wieder statt zu schwitzen endlich Schokodrink schlürfen konnte und langärmlige Klamotten tragen konnte. Ich mag den Spätsommer/Herbst. Und ich mag gute Kurse mit netten Menschen und gutem Input!
Aber jetzt wird erst einmal über den Winter geübt und alle Ideen von allen meinen „Reitlehrern“ werden weiter vertieft!

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Die Freiheitsstatue steht übrigens in Hessen – ist klar ne… – Foto: privat aus dem Auto raus 🙂

Charakterstudien?

18. August 2018:

Nachdem Ihr meine Ponys ja überwiegend durch Geschichten kennt oder auf Bildern seht – und Bilder immer Momentaufnahmen, die selten den Charakter eines Pferdes komplett beschreiben – dachte ich mir ich stelle Euch einfach mal Stück für Stück meine Ponys und Ihre Eigenheiten vor.

Nachdem Jacinto und ich seit 17 Jahren eine Zweckgemeinschaft bilden (er verdient kein eigenes Geld, hat immer Hunger und braucht ein Dach überm Kopf – dafür zahle ich seine Miete und er schleppt mich dafür durch die Gegend und hat sich an mich, meine Ideen und Eigenheiten gewöhnt), fange ich einfach mit ihm an!

 

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Jacinto del Gavilan – 2012 – Foto: Yvi Tschischka

 

Tatsachen über Jacinto „der Zwerg“: 

♥ Jacinto hat seinen Spitznamen „der Zwerg“ daher, weil ich ihn besitze seit er zwei Monate alt ist. Damals sagten wir immer: „Wir fahren rüber zum Zwerg“. Der Name ist geblieben. Er passt übrigens auch auf seine Intelligenz. Sein Gehirn scheint manchmal eher „zwergenhaft“ zu sein. Der Hellste ist er  nicht, manchmal überrascht er einen aber trotzdem immer wieder. Essen kann er jedenfalls!

♥ Der Zwerg läuft trotz Hufeisen immer auf dem Grünstreifen. Er fühlt sich sehr leidend, wenn er auf Steinchen laufen muss.

♥ Der Zwerg fährt gerne Pferdehänger. Das hat er schon immer sehr gut gemacht.

♥ Der Zwerg wiehrt wie ein Mädchen, wenn er sich alleine fühlt oder sich benachteiligt fühlt.

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Jacinto das Apfelflecken-Mops-Pony 2017 – Foto: Yvi Tschischka

♥ Der Zwerg hasst Veränderungen. Bei neuen Pferden in der Herde braucht er immer am Längsten, bis er neue Pferde akzeptiert.

♥ Der Zwerg liebt Süßkirschen. Noch viel mehr wie Bananen. Und die sind schon toll!

♥ Der Zwerg fängt sofort das Lahmen an, wenn man ihm lange genug auf sein weißes Bein starrt. Bitte nicht machen, wenn Ihr uns seht!

♥ Der Zwerg liebt alles was man schlabbern kann. Vorzugsweise Mash.

♥ Der Zwerg äppelt meist kurz nachdem man ihn aufgehalftert hat noch im Paddock. Oder wenn man gerade aufgestiegen ist und zwei Runden geritten ist und keine Lust mehr hat abzusteigen.

♥ Der Zwerg liebt Wasser, da stürmt er fast von alleine hinein. Egal ob da Boden drunter ist oder nicht. Das hängt wohl mit dem nicht ganz so großen Gehirn zusammen.

Jacinto in der Pferdeschwemme in Aegidienberg 2013 – Foto: Yvi Tschischka

 

♥ Der Zwerg war schon immer super darin alleine ins Gelände zu gehen. Er würde wahrscheinlich sofort überfahren werden, wenn er wirklich ganz alleine draußen unterwegs wäre. An Straßenübergängen schaut er nämlich grundsätzlich erst in die falsche Richtung und will dann losstürmen. Links-Rechts-Links gucken, überlegen und dann erst laufen ist ihm nicht beizubringen. Gut, dass ich ihn immer begleite.

Ein frühes Tschischka-Foto 🙂 – Jacinto und ich im Gelände 2012

♥ Der Zwerg bleibt in der Fremde ungern alleine. Er wurde noch nie irgendwo vergessen, hat aber immer Angst irgendwo zurück zu bleiben. Hängt wohl auch mit dem Gehirn zusammen. Er vergisst immer wieder, dass ich ihn nie alleine irgendwo zurück lassen würde.

♥ Der Zwerg macht komische Dinge mit seiner Oberlippe, wenn er konzentriert töltet.

… ich übrigens auch 🙂 – Foto: Gangpferde Marina, IDMG 2017 in Birrekhoven

♥ Der Zwerg findet in fremdem Gelände immer wieder zurück zum Pferdehänger. Es ist erstaunlich.

♥ Der Zwerg schnappt sich beim „Apfelspiel“ jeden Apfel innerhalb weniger Sekunden. Er geht für Essen auf Tauchgang!

So, das waren jetzt fünfzehn Dinge über den Zwerg. Ich hoffe, dass ich ihn noch mindestens weitere 17 Jahre als meinen Begleiter habe, weil ohne ihn wäre alles ziemlich doof.

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Jacinto und ich 2017 – Foto: Yvi Tschischka – PS: Für das Ponyliebe-Einhorn-Hoddie hat übrigens Zwerg Model gestanden. Ich habe es aber trotzdem selber gekauft, also unbezahlte Werbung weil ich es toll finde 🙂

 

 

Gaited Working Equitation Trail – Was mache ich da?

Reitbeispiel Gaited Working Equitation Trail Mittel (Hünxe 2018)

Nachdem Yvi wieder so nett war und den kläglichen Versuch meinerseits eine reiterliche Glanzleistung zu vollbringen per Video festgehalten hat, dachte ich mir ich stell das Ganze einfach mal an alle Interessierten zum Angucken zur Verfügung. Ich bin jetzt nicht stolz auf diese Leistung, weil es einfach deutlich besser hätte sein können, aber ich hatte schon definitiv schlechtere Trails abgeliefert. Von daher soll das Video einfach demonstrieren wie so ein Working Equitation Trail aufgebaut ist und was man so für Hindernisse gestellt bekommt. 

Außerdem erklärt Stephan ein bisschen und das hilft vielleicht dem einen oder anderen sich zu überwinden und doch einmal bei einer Gaited Working Equitation mitzumachen. Es macht nämlich  richtig Spaß und die Hindernisse kann man gut zu Hause üben. Bei der Working Equitation kommen auch keine Schreckhindernisse vor, sondern man hat einen Pool fester Hindernisse, aus denen für den jeweiligen Trail etwas ausgesucht wird. Natürlich unterteilt in verschiedene Schwierigkeitsstufen. 

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Dieser Trail war wie gesagt „Mittel“. Dazu gehörte als Packet auch noch die Rittigkeitsprüfung „Mittel“ mit Pflichttölt (also eine Dressurprüfung) und die „Einfache Töltprüfung“ (eine Gruppen-Gangprüfung, in der Tölt im langsamen Tempo und im beliebigen Tempo abgefragt wird). Also nichts Kompliziertes mit Rinderarbeit oder Dingen, die man zu Hause nicht üben kann. Von daher: Traut Euch! 🙂

 

 

Wie war der Trail aufgebaut?

  1. Teil: Gangbewertung (Hier bei mir und Jacinto sehr lateral, aber durchaus ok für Jacintos momentane Verhältnisse. Paar weniger Hopser wären schöner gewesen, hatten wir aber auch schon schlimmer. Vielleicht insgesamt etwas flott unterwegs, aber wir Fino-Leute sind einfach immer etwas schneller unterwegs 🙂 – eigentlich müssen wir alle an mehr Ruhe arbeiten.). 
  2. Pferch: Ein „Rondell“ in dem gerne etwas Raschelndes in der Mitte steht und man schön am Zaun außen entlang reiten soll. Manchmal sind da auch Hühner in der Mitte einquartiert. (Das hat der Zwerg sehr schön gemacht, wir hätten noch etwas mehr außen bleiben können, aber prinzipiell ist er da schön rein, ohne mit der Wimper zu zucken.)
  3. Der Stier: Aufnehmen der Garrocha, Ringstechen und Garrocha mit eingesammeltem Ring richtig rum wieder in der Tonne abstellen. Die Übung erklärt sich eigentlich von selber. (Hier haben wir das ganz schön gemacht. Ohne Zögern angeritten, den Ring erwischt und richtig wieder abgestellt.)
  4. Slalom: Hier werden schöne gleichmäßige Wege um die Slalomstangen abgefragt. Das ist natürlich prima für Paso Finos, weil die schön klein und wendig sind. Die Slalom-Stangen hätten sogar noch enger sein können 🙂 – Aber später bei höheren Schwierigkeitsgraden im Galopp mit Wechseln dazwischen wird es natürlich schwerer. (Auch hier hat der Zwerg das gut gemacht. Ein kurzes Zögern gab es an der „gefährlichen“ Brücke, aber trotzdem fand ich das gar nicht mal so schlecht. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass er während des Rittes abgeschnaubt hat, das ist selten und heißt bei ihm: er ist locker!)
  5. Tor: Ja… die Theorie sagt: Tor anreiten – übrigens fangen die Hindernisse immer mit diesen rot-weißen Begrenzungen an – sprich da ist durchzuparieren und im Schritt weiter zu gehen – Zügel in eine Hand (immer die selbe Hand!), Tor öffnen, durchreiten und wieder schließen. Kann man gut üben. Auch wenn man kein Tor hat. Einfach eine Longe und zwei Menschen hinstellen, dann kann man die einzelnen Schritte gut üben. Was wir auch noch sehr schön im Kurs vor einigen Wochen bei Stephan geübt haben, aber anscheinend doch nicht tief genug gesessen hat 🙂 – aber immerhin besser wie letztes Jahr, da war das Tor von uns noch gruseliger. Jacinto ist aber wenigstens diesmal schön angeritten und stehen geblieben. Das mit dem Öffnen und Druchreiten war zu hektisch, da hätte ich mir mehr Schritt für Schritt gewünscht und dass er wartet, was ich von ihm möchte und nicht Dinge vorweg nimmt. Wahrscheinlich hätte ich mir mehr Zeit lassen sollen und erst mal abwarten sollen, bis Jacinto auch im Kopf „stehen“ geblieben ist, vielleicht hätte es dann besser funktioniert. Deshalb habe ich ihn am Ende am wieder geschlossenen Tor noch etwas stehen lassen und habe noch einmal mit der Hand ans Tor gelangt. Da war Yvi mit der Kamera schon weiter :-). 
  6. Sprung, Wall und Glocke: Eine schöne Aufgabe. Baumstämme muss man im Gelände immer wieder überqueren. Jacinto hatte hier einen leicht anderen Anritt geplant wie ich gedacht habe, darum war das etwas hoppelig – aber er springt mir zuverlässig über Hindernisse. Er hätte auch einfach drüber steigen können. Übrigens darf laut Reglement der Sprung nicht höher sein wie 40 cm. Und diese Höhe schafft ja wohl jeder! Der Wall sollte dann im Schritt erklommen werden. Oben im Gebüsch war eine Glocke gehangen. Dort Stillstehen, Glocke läuten und gesittet im Schritt wieder den Abhang herunter reiten. Alles durchaus machbar. Auch mit nervösen Finos. Durchaus eine Situation, wie man sie im Gelände vorfinden kann. Da hängt dann halt statt der Glocke ein Apfel, den man klauen möchte, oder eine Mütze, die man beim Geländeritt im Gebüsch hängen hat lassen. Ist mir alles schon passiert. 
  7. Seitwärts-Stangen: Seitwärts über Stangen treten ist immer gut. Hier war Jacinto etwas zu hektisch, was auf die Ferne gar nicht mal so schlecht ausgesehen hat, aber er hat ein paar mal „angeklongt“. Immerhin sind wir dieses Mal schön seitwärts drüber, letztes Mal ist er beim Anreiten schon so nervös geworden, dass wir gar nicht drüber gekommen sind. Also: Steigerungspotential erkennbar! 🙂
  8. Die Brücke: Das war eine sehr schöne einfache Brücke. Kein Geländer, schön übersichtlich. Mein Lieblingshindernis. *Ironie* Normal merke ich schon beim Hinreiten: Das wird was, oder das wird nix. Diesmal wars wieder nix. Ich wusste auch, dass er da auch zu Fuß nicht drüber geht. Aber am Tag danach durften wir noch mal auf die Wiese und da hat Herr Zwerg sich zu Fuß schön drüber führen lassen und anschließend hab ich mich einfach drauf geschwungen und bin ohne Sattel und nur mit Halfter drüber geritten. Also echt machbar. Wenn Jacinto das mal unter Turnierbedingungen schafft bin ich echt glücklich. Ich bleibe dran. Die Brücke ist glaube ich eher ein für mich psychologisch schwieriges Hindernis. Wahrscheinlich muss ich einfach mehr Willen ausstrahlen da rüber zu gehen und nicht so schnell mental aufgeben. Eigentlich traurig, aber irgendwie hapert das mit der Brücke und mir. Ich habe mir vorgenommen mehr „fremde“ Dinge zu überqueren. Ein Grund könnte auch sein, dass ich mir das Sounding-Board nicht versauen möchte. Auf das geht er ja zuverlässig und meine unterbewusste Angst ist wohl, dass ich wenn ich das einmal versaut habe es immer versaut ist. Reiter-Psychologie eben. Es liegt aber wohl tatsächlich an mir. Momentan funktioniert die Brücke auf jeden Fall, wenn ich Jacinto einmal darüber geführt habe und dann darüber reite. Aber das geht in der Prüfung ja nicht, weil die Trail-Hindernisse ja vorher gesperrt sind. 

Ich finde das war ein anspruchsvoller Trail, aber nicht zu schwer. Das Augenmerk lag auch auf dem Stil, das heißt insgesamt schöne Wege suchen, Tempo gleich halten, alles sauber absolvieren. Von daher bin ich durchaus zufrieden. Wie ich von der Bewertung her lag, weiß ich gar nicht mehr, aber da waren sehr gute Pferde dabei und ich war vor-vor-letzter. Aber insgesamt deutlich besser, wie im Jahr zuvor. Von daher Ziel erfüllt. Man braucht ja Ziele auf die man hin arbeitet, sonst wird das Leben ja langweilig 🙂

Ich hoffe dieser kleine Einblick hat Euch gefallen und vielleicht traut sich ja der Ein oder Andere auch einmal eine Gaited Working Equitation zu starten. Spaß hat man auf jeden Fall! 

Stephan, Sergio und Steppe?

03. bis 06.08.2018:

 

Gaited Working Equitation Hausturnier bei Gangpferde Vierhaus

 

Letztes Wochenende waren wir in Hünxe zu Gast, ein Termin, auf den wir uns lange gefreut haben, denn es hieß wieder Hausturnier bei Familie Vierhaus mit Working Equitation – für Dreigänger und für Gangpferde! Leider war das Wetter viel zu schön – wir sind bei teilweise bis zu 36° C unterwegs gewesen! Nachdem wir einen langen Anreiseweg hatten, sind wir bereits am Freitag Morgen losgefahren. Gut angekommen bezogen unsere Ponys zwei schattige Paddock-Boxen und konnten sich erst einmal akklimatisieren, während wir unser Hotel aufgesucht haben. Mein erster Schock dort beim Hinfahren: Flachdach! Hitze pur! Aber es entpuppte sich als schnuckeliges Hof-Hotel mit schönen Zimmern, die quasi im Keller gelegen sind, aber in einen tollen Innenhof hinaus gehen, so dass man Abends schön dort sitzen konnte und die Hitze nicht ganz so schlimm war.

Perfekte Unterkunft für Ponymann und Zwerg – Foto: privat

Erleichtert sind wir erst mal Foto-Lokation für Yvi suchen gegangen. Eigentlich gibt es nämlich ein paar Heideflächen in der Umgebung von Wesel, der Traum war, die Ponys dann noch schön in der Heide zu fotografieren. Aber totale Fehlanzeige: Überall verbranntes Land! Alles gelb und vertrocknet, aber überall tolle Sandwege! Seit 1. Mai kein Regen mehr! Wir haben eine einzige Erika-Pflanze gefunden, die leicht lila geschimmert hat. Soviel also zur diesjährigen Heideblüte.

Heideblüte 2018 … oder: Verbranntes Land! – Foto: privat

Abends trafen wir dann noch auf Thora und Fabian, die mit Dea del Cavador ihren ersten Turnierstart in Angriff genommen haben. Dea ist das zweite Kind von meiner Diosa – und es hat mich total gefreut sie wieder zu sehen! Auch der Zwerg hat sie als „kenn ich“ eingestuft, als wir zusammen Abends noch ein bisschen die Ponys bewegt haben.

Jacinto und Dea – erster Kontakt nach 5 1/2 Jahren – Foto: Yvis Handy

Zu unserer Freunde hatte das Hotel den Flyer eines Pizza-Dienstes ausgelegt, und so war klar, was es Abends noch zu Essen geben sollte. Sehr zum „Leidwesen“ des netten Pizza-Teams sind wir also Abend für Abend dort eingefallen und hatten lustige Pizza-Hohl-Gespräche mit Sven und Sergio, die uns Knalltüten glaube ich schon ein bisschen vermissen werden. Dabei bin ich auch dieses Jahr einmal geblitzt worden – ich bin schon gespannt auf das Fahndungs-Foto – es entstand während eines abklingenden Lachflash im Auto. Jedenfalls habe ich die guten Kochkünste der Jungs schon diese Woche vermisst – meine Hüften allerdings nicht 🙂

Das Turnier selber fand Samstag bis Sonntag statt. Es waren drei Prüfungspakete ausgeschrieben: Working Equitation für Dreigänger WA-Angelegt, mit Dressur WA Nr. 1 WED Reglement (für alle, die es genau wissen wollen :-)), eine Dreigang Prüfung und dem Stil-Trail – und für die Gangpferde jeweils Leicht und Mittel mit der IGV-Rittigkeitsprüfung Leicht und Mittel (Tölt), einer einfachen Töltprüfung und einem Stil-Trail. Und das Tolle, dieses Jahr hatten wir sozusagen in jedem Paket ein Pferd am Start!

Dea war mit ihrem ersten Turnierstart in der WE Leicht unterwegs und hat das Ding so was von cool durchgezogen. Sie kommt da ganz nach ihrer Mutter – Aufregung ist ihr völlig fremd. Neuer Platz zum Reiten? Egal. Trail? Na und? So eine gechillte Socke! Sie hat es richtig toll durchgezogen und konnte sich in der Gesamtwertung einen sensationellen zweiten Platz holen! Ich bin stolz wie Bolle! Dea am Turnier laufen zu sehen war sehr emotional für mich. Ich habe mir so gefreut! Die beiden (oder die drei besser gesagt) sind einfach ein tolles Team!

Dea del Cavador in der einfachen Töltprüfung – Foto: Yvi Tschischka

Jacinto und ich sind in der Mittleren WE gestartet. Unsere Dressur war deutlich besser wie die in Rothsee neulich. Jacinto hat aufgepasst, keine Übungen vorweg genommen und war bis auf ein paar seltsame Momente, in denen er in die Ferne gestarrt hat bei mir. Leider kam er etwas tief und seine Gangbild war sehr lateral und er hatte typische Tribulierer drin – aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Ritt. Wir haben eine 5,46 bekommen. Ich habe mich aber Platzierungsmäßig immer auf den hinteren Plätzen bewegt, was egal war – gefühlt war das bisher die beste Dressur in dieser Saison.

Zwerg und ich in der einfachen Töltprüfung – man sieht auch gar nicht, dass es mir in meiner gefütterten Softshell-Reithose zu warm ist 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

In der einfachen Töltprüfung war es sehr müde, hat aber trotzdem tapfer durchgehalten. Dafür hat er dort eine neue Freundin gefunden – Mia Luna de la Noche von Lena – an die hat er sich gehalten, weil er gedacht hat, das wäre der Ponymann, mit dem er ja hier war. Der Zwerg ist halt doch ein bisschen dappig was das Erkennen von Schecken betrifft. Er sieht ja auch in fast jedem Fuchs-Schecken seine Frau Sumpf. Das Kleben am mitgebrachten Kumpel hatten wir dieses Wochenende übrigens gut im Griff. Anscheinend ist der Ponymann dem Zwerg zu anstrengend, weil der immer spielen will. Jedenfalls konnte er gut alleine in der Box bleiben, bis auf etwas erbärmlich-hilfloses Schreien.

Den Trail hat Jacinto auch sehr schön gemeistert – natürlich bis auf das Tor und die Brücke – über die er ja gar nicht drüber gegangen ist. Dabei ist es so eine richtig schöne Brücke! Es ist ja nicht so, dass wir das erst super geübt haben beim Kurs mit Stephan bei uns neulich und dass er das zu Hause beides gut und ruhig gemacht hat. *seufz*
Dafür ist er dann am Montag nach kurzem gruseln ohne Sattel und nur mit Halfter geritten mehrmals über diese Brücke, ohne dass es ihm irgend etwas ausgemacht hätte. Ich liebe ihn trotzdem… Es ist halt der Zwerg.

War ja so klar …. Jacinto geht doch auf die Brücke – Foto: Yvi Handy

Im Dreigang WE hatten wir den Ponymann mit Lina am Start. Die beiden hatten ebenfalls ihren ersten Turnierstart gemeistert und Lina war quasi einfach von uns nach Hünxe mitgeschleift worden, damit der Zwerg nicht alleine so lange Hänger fahren musste. Vor der Dressur war sie Mega-Nervös, was sich dann aber während der Dressur wunderbar aufgelöst hat in ein Dauergrinsen. Perfekt. Auch die Dreigang lief perfekt – der kleine Mistkerl kann nämlich so toll laufen – bis er sich dann entschlossen hat ein bisschen durchzustarten. Anscheinend war ihm noch nicht warm genug. Das Durchstarten hat er dann auch beim Trail beschlossen – so dass Lina den Trail leider nicht fertig reiten wollte, aber sie kennt ihr Pferd am Besten und weiß, wann etwas keinen Sinn mehr macht. Auf jeden Fall hat das dem Ponymann am Montag eine spontane Übungsstunde mit Stephan auf der Trailwiese eingebracht.

Auf jeden Fall hatten wir wieder viel Spaß in Hünxe. Das Turnier war super organisiert, Ellen Vierhaus war dieses Jahr selber Richterin, Stephan Vierhaus natürlich der Sprecher, Wiebke hat während der Prüfungen Fotos gemacht. Die Pferdeunterbringung topp und alle Helfer sind sowieso immer hilfsbereit und freundlich – man muss sich einfach wohlfühlen! Vielen Dank, dass Ihr Euch auch dieses Jahr wieder den Stress einer Turnier-Organisation angetan habt 🙂 Und wir hoffen, dass es bald genügend Regen gibt in Hünxe!

Bild von der Gesamtsiegerehrung – alles Schattenparker! 🙂 – Foto: Lena Schilling (Danke!)

Yvi war natürlich auch dabei – als beste Turnierbegleitung und als privater exklusiver Turnierfotograf. Das hat nicht jeder 🙂 – Yvi hat aber natürlich auch die Gunst der Stunde genutzt und hat zwei Foto-Shootings mit Wiebke und ihrem schönen Borneo gemacht – einmal im normalen Reitoutfit und einmal im Sommerkleid – jeweils in faszinierend zu beobachtender Freiarbeit und mit Halsring geritten. Es ist immer wieder toll Wiebke mit Borneo „arbeiten“ zu sehen. Mit wie viel Leichtigkeit und mit wie viel Begeisterung der Kerl bei ihr ist verursacht jedes Mal Gänsehaut-Feeling. Sonntag gab es noch ein weiteres schönes Halsring-Shooting mit Inga und ihrem bereits älteren Reitpony-Wallach Pikachu, ebenfalls super schön nur mit Halsring geritten. Da sind tolle Bilder entstanden! Dann gab es noch zwei kleine Shootings – Celine und ihre schicke Paint-Stute Nikki, die sich so über den Sieg in der Dreigang-Prüfung gefreut hat (und die tolle Signum-Pferdedecke abgestaubt hat :-)) und das Sieger-Shooting von Yvis gesponsertem Preis für das Turnier wurde auch gleich noch eingelöst.

Wiebke und Borneo – Schick oder? – Foto: Yvi Tschischka Equinephotography

Auf jeden Fall ein sehr schönes, lustiges, emotionales und heißes Wochenende – vielen Dank, an alle, die dabei waren und vor allem Danke an unsere tapferen Ponys, die so schön mitgemacht haben und ohne die vieles in unserem Leben nicht so intensiv wäre. So eine Reise ist schließlich auch Stress. Aber man kommt immer gestärkt und mit neuen Ideen und Erfahrungen wieder nach Hause. Und schon alleine deshalb lohnen sich Reisen.

Zu Hause angekommen hat uns dann übrigens Frau Sumpf die restliche Woche in Trab gehalten. Madame hat sich einen fetten Sonnenbrand an der Schulter geholt. Das kommt davon, wenn man nicht in den Schatten geht (der natürlich zu genüge vorhanden ist), sondern immer da rum lungert, von wo aus man am Besten die Futterstationen und die Menschen, die Füttern im Blick hat. Frau Sumpf muss dringend mal an ihren Prioritäten arbeiten! Aber das ist wieder eine andere Geschichte!

Zykloopenhof 2018?

22. Juli 2018:

Heute habe ich für alle Stallbauer, Ideen-Sucher, Paddock-Trail-Fans, Stallsuchende und „Hofstalker“ eine neue Idee, wie ich unseren Hof aktualisiert vorstellen kann. Nachdem das Ding inzwischen viel zu Groß geworden ist, um in ein paar Fotos in einem Blog-Beitrag gezeigt werden zu können, habe ich mich hingesetzt und ein Filmchen für Euch gebastelt. Da steckt viel Mühe dahinter und ich bin kein Profi, also seid Milde 🙂 Aber man kann sich einen schönen Eindruck über unser Pferde-Zuhause machen, besser als das mit ein paar Fotos möglich wäre.

 

 

Wie viele Paddock-Trail-Gruppen habt Ihr inzwischen?

Inzwischen haben wir auf vier Pferdegruppen aufgestockt. Es gibt die Mädels-Gruppe (für alle zickigen und braven Stuten und auch für Stuten mit Fohlen), die Männer-WG (die Jungs fühlen sich nämlich am Wohlsten OHNE Stuten … :-)), die Rentner-WG (optimale Versorgung für die reiferen Semester oder die schwer-futtrigen Vertreter) und das Pony-Outback (Pony-Wohlfühl-Oase, ohne von den Großen gedisst zu werden).

Wie viele Pferde habt Ihr auf Eurer Anlage?

Öhm… gute Frage. Frag doch lieber was anderes! Mathe war noch nie meine Stärke!!!! Aber so knapp 30 Pferde wohnen am Zykloopenhof. Und ein paar Katzen. Und ein Stallhund („Muffi“) – mit momentan sechs flauschigen Hundebabys!

Was bietet Ihr für eine Pferdeversorgung?

Großzügige Trails mit aufeinander abgestimmte Gruppen. Pro Gruppe gibt es mehrere Unterstellplätze für die Pferde (einer davon ist immer ein Strohbett). Verschiedene Boden-Beläge, wenig Matsch bei Dauerregen. 24/7 Heu/Gras/Stroh auf verteilten Fress-Stationen – wenig Koppel (weil nicht vorhanden), aber es wird Gras zu gefüttert. Außer natürlich bei Rehe-oder sonstigen Erkrankungen. Kompetente Rundum-Versorgung. Kraftfutter einmal täglich, wenn nötig. Seperationsmöglichkeiten bei Krankheitsfällen in jeder Gruppe vorhanden.

 

Und was ist für die Menschen geboten?

Putzplatz mit Pferdewasch-Gelegenheit überdacht. Großzügige Sattelkammern für alle Einsteller. Reitplatz (Trailhindernisse: Wippe/Podest/Stangen/Tonnen/Pylonen/ect) mit Beleuchtung. Bewegungshalle beleuchtet. Roundpen (18 m Durchmesser – ratet mal: auch beleuchtet! :-)). Zusätzlicher Reitplatz in ovaler Form mit „Naturtöltbahn“ drumherum. Heißt drumrum ist ein Grasboden, auf dem man sich vorkommen kann wie auf einer Töltbahn – Voraussetzung: Man muss tölten können und ein bisschen Vorstellungskraft haben :-).

Schönes Ausreitgelände um den Hof herum. In der Nähe haben wir auch eine Bauschutt-Waage, die wir nutzen können. Man kann also super das Gewicht seines Ponys im Auge halten. Subjektiv und auch Objektiv!

Aufenthaltsraum mit Fußbodenheizung (mit Kühlschrank/Spülmaschine/Kaffeemaschine/Getränke). Dort können auch Fußball-WM-Spiele mit dem Beamer geguckt werden, oder Kurse abgehalten werden. Oder zum Ratschen zusammengesessen werden. WC und Duschmöglichkeit mit Matratzenlager. Ein Paso Shop in Reichweite. Total praktisch wenn man Frustkäufe erledigen muss, oder mal eben ein Fliegenspray oder eines der tollen Mähnen-Duftsprays braucht. Oder wenn das Pony sein Halfter ramponiert hat, einfach schnell mal vor in den Shop und shoppen gehen und mit zwei Halftern zurück kommen. Oder mit neuen Zügeln …. – aber Vorsicht bei Shopping-Sucht. Dann könnte es Probleme geben 🙂

Gelegentlich gibt es bei uns auch Vorträge oder Kurse mit kompetenten Pferdetrainern. Zur Zeit haben wir auch einmal wöchentlich einen Geheimtipp-Trainer für Reitstunden (klassisch) bei uns am Hof. Den hat eine Einstellerin mitgebracht und jetzt wird er schwesterlich geteilt :-).

Wir sind eine nette Stallgemeinschaft mit kleinen Macken, aber lustig und halten alle zusammen, wenn es darauf ankommt. Man muss uns mögen, braucht man aber nicht. Jeder kann auch alleine vor sich hinwurschteln, und wenn man will, kann man sich einfach der „Herde“ anschließen. Jeder braucht schließlich auch mal Zeit für sich alleine. Die Zeit beim Pferd ist schließlich Erholung für die Meisten von uns!

Was kostet ein Platz am Zykloopenhof für mein Pferd?

Das besprichst Du am Besten mit Nadine und Johannes Zäh, denen gehört der Zykloopenhof nämlich. Es gibt feste Preise, die Ihr auf http://www.zykloopenhof.de einsehen könnt. Fragt dort nach. Es gibt immer mal wieder offene Plätze.

Das ist jetzt hier keine Werbung oder so – es ist die Dokumentation eines Zeitzeugen. Schließlich muss ja irgendwer den Zykloopenhof dokumentarisch festhalten. Es passiert ja immer etwas bei uns, da kommt man schon mal leicht durcheinander 🙂 Und wenn man mal ein paar Tage weg ist, kann es leicht sein, dass Johannes wieder etwas Neues gebaut hat.

Wer noch mehr Infos über die einzelnen Gebäude des Zykloopenhof braucht: Klickt Euch durch die Rubrik „del Cavador wohnt“ – da sind alle Bauabschnitte dokumentiert. Viel Spaß!

Selbstreflexion und Dekolleté?

Kurs mit Stephan Vierhaus am Zykloopenhof

 

14. – 15. Juli 2018:

An diesem Wochenende hatten wir das Vergnügen, dass ein weiterer Kurs am Zykloopenhof mit Stephan Vierhaus stattfand. Von Jungpferd bis alter Hase waren ganz unterschiedliche Pferde mit dabei. Ein Jungpferd, das Tipps für die zukünftige Arbeit am Boden bekam, fünf Paso Finos, eine Araberstute und einen Ponymann. Schwerpunkt lag dieses Mal bei der Working Equitation und Stephan konnte für Jeden neue Denkanstöße geben, Wissen vermitteln und allen Teilnehmern ein gutes Stück weiter helfen. 

Es ist so wichtig auch einen Blick von „Außen“ auf das Pferd zu bekommen, das fängt übrigens schon beim richtigen Sattelgurt an. Einige von uns mussten direkt lernen, dass unsere Sattelgurte falsch verschnallt sind und die Ellbogengelenke unserer Pferde behindern. *Räusper* So simple Dinge können auch schon ein Grund für eine schlechte Laune beim Pferd sein. Und unsere Pferde erdulden ja sowieso schon heroisch viel menschliche Inkompetenz…

Versuchsaufbau Sonntag Morgen – unser Reitplatz – Foto: privat

Für mich war es der erste Kurs, in dem es nicht nur um das Reiten am Platz ging, sondern auch um die Bewältigung von Trail-Hindernissen. Und für mich persönlich gab es dieses Mal, neben einer ordentlichen Dekolleté-Bräune eine ordentliche Portion Selbstreflexion. Ich bin zu uneindeutig in meinen „Hilfen“ und ich neige dazu hektisch zu werden. Paso Fino reiten verleitet einen ja durchaus hektischer zu werden. Man lässt sich echt viel zu schnell vom Pferd anstecken. Ja, ich muss mir mehr Zeit lassen, erst nachdenken und dann eindeutige Hilfen geben und meine Denkmuster ändern (meist reicht schon die Vorstellung etwas zu tun aus). Jedenfalls deckt so ein Tor, eine Brücke oder eine Garrocha ganz gut sämtliche Schwachstellen in meiner Reiterei auf. 

Wir werden also wieder einmal mehr an der „Langsamkeit“ arbeiten – sprich vernünftiger Schritt und Biegen, Bremsen ohne das Pferd anzuhalten oder am Zügel zu ziehen – aber dem Pferd auch die Möglichkeit lassen, zum Beispiel die Brücke, selbständig zu bewältigen. Die reine Vorstellungskraft bewirkt da echte Wunder. Ich zögere an der Brücke unbewusst, da muss ich kompetenter werden. Ich muss mehr an meiner Körperhaltung arbeiten, Jacinto driftet nach links weg, weil ich schief sitze. 

Beim Drachenpony muss ich eindeutig mehr an der Hinterhand-Kontrolle arbeiten. Die Vorhand lässt sich super bewegen, aber die Hinterhand braucht mehr Koordination. Wir müssen daran arbeiten vernünftig an Tonnen oder Tore heran zu reiten. Resi neigt dazu die Hinterhand wegzudrehen, da muss ich eindeutiger werden. Also ganz viele Hausaufgaben! 

Selbstreflexion ist nötig! – Jacinto und ich im „Linksdrall“ – Foto: Yvi Tschischka

Diosa braucht konditionsbedingt auch wieder mehr Kraft in der Hinterhand und mehr Biegung. Dazu haben wir auch schöne Übungen bekommen. Diego war natürlich noch nicht dabei, aber er war mit Muttern zusammen auf dem Reitplatz und hat durch gutes Benehmen geglänzt. Außerdem haben wir an ihm das „Zigeunermaß“ ausprobiert und prophezeien, dass er ca. 137 cm groß wird. Ich bin gespannt, ob das so ungefähr zutrifft 🙂 

Auf jeden Fall hatten wir sehr viel Spaß und haben neue Freunde für die Übungen der Working Equitation gewinnen können. Außerdem ist ein Kurs super für die Stallgemeinschaft, weil alle längere Zeit zusammen verbringen, zusammen arbeiten und nachdenken und zusammen auch feiern, was wir mit einem schönen ersten Kurstag-Abschluss beim Italiener auch getan haben. Und unsere Stallgemeinschaft macht wirklich Spaß! Vielen Dank an Caro für das Organisieren dieses Kurses und vielen Dank auch, dass Du dafür gesorgt hast, dass wir nicht verhungern 🙂

Wir hoffen, nächstes Jahr wieder einen Kurs mit Stephan bei uns organisieren zu können und freuen uns schon auf neuen Input! 

Ein Blindes Huhn findet auch mal ein Korn?

Rothsee Gangpferde-Hausturnier 2018

07. Juli 2018:

An diesem Wochenende haben wir das Nürnberger Umland unsicher gemacht. Yvi und ich sind zum Hausturnier der Saga-Reitschule Rothsee bei Allersberg gefahren. Nachdem wir schon letztes Jahr eingeladen waren und es terminlich nicht geklappt hat, waren wir dieses Jahr wenigstens mit Jacinto dabei. Das war ein guter Test mit dem gelben Pony, denn er war schon lange nicht mehr alleine unterwegs. Er war sehr entspannt, auch während der Fahrt. Von daher hat sich die Reise schon gelohnt. Aber es kam noch besser.

Die Saga Reitschule von Steffi Jöst und Andreas Weissert liegt sehr schön gelegen. Es gibt dort alles, was man sich wünscht: eine Reithalle mit putzig gestalteter Bahn-Kennzeichnung (dort gelernt hätte ich mir die ganzen Buchstaben gemerkt, so kann ich sie bis heute nicht richtig!), eine nicht zu große und nicht zu kleine Töltbahn mit integriertem Reitplatz und Roundpen und vor allem ein tolles Ausreitgelände drum herum (wurde kurz getestet zum Warmreiten).

Wir wurden herzlich empfangen und Jacinto bekam ein schönes Paddock mit gefüllter Heuraufe für sich alleine. Die Reitschule zeichnet sich aus durch lauter rundherum nette und freundliche Menschen, die wir kennen lernen durften. Natürlich hab ich Depp mir wieder keine Namen merken können – es wird langsam echt schlimm mit meinem Löcher-Gehirn! Es war ein sehr schönes, lockeres und freundschaftliches Turnier, bei strahlendem Sonnenschein. Wie schon letztes Wochenende haben wir Daniel Sewing als Sprecher genießen dürfen und Günter Schulz aus Aegidienberg war als Richter vor Ort. Günter trifft man irgendwie viel zu selten, dabei macht es richtig Spaß mit ihm zusammen zu sitzen – Ich mag seinen trockenen Humor 🙂

Auf jeden Fall hatten wir einen entspannten Tag. Jacinto habe ich im Trail Mittel, Rittigkeit mittel, der Versatility-Tölt und der Pleasure Gangprüfung genannt. Der Trail lief richtig gut – vor allem im Vergleich zum Wochenende vorher (siehe Post – dort kann man ihn als Filmchen ansehen). Yvi war nämlich dieses Mal „Privat“ mit dabei, sozusagen Kamera-Frei (deshalb gibt es auch fast keine Fotos).

In der Mittleren Rittigkeit habe ich ein Gebiss bei Jacinto getestet und weiß jetzt wieder, warum ich normal komplett ohne Gebiss reite. Er hasst es. Er verwirft sich sofort und reagiert in der Fremde total unwirsch auf Gebiss. Was zu Hause auf dem Reitplatz eigentlich ganz gut als Hilfe für eine bessere Haltung funktioniert artet in der „Fremde“ aus in Zähneklappern, Einrollen und Verwerfen im Hals. Gebisse und Jacinto geht anscheinend nicht. Aber ich konnte die Prüfung trotzdem einigermaßen vernünftig fertig reiten – zumindest von der Aufgabenstellung her – die Haltung wurde dann auch besser, als ich den Gebiss-Zügel quasi komplett weg gelassen hatte. Aber es hat mir wieder einmal gezeigt, was das Pony mag und was nicht.

Am Nachmittag, nach einer leckern Stärkung mit Grillkäse und diversen leckeren Salaten – und Kuchen! Kuchen muss sein! (… übrigens habe ich aus Versehen eine Tasse mitgehen lassen, die habe ich beim Ausräumen des Autos gefunden *hust* …) hatten wir dann noch zwei Gangprüfungen. Einmal die Versatility-Tölt (eine Prüfung, ähnlich unserer Horsemanship-Prüfung), wo nach einem Gang-Beurteilungs-Teil, ein Aufgabenteil folgt. Hier mit Tölt um Slalom-Pylonen, einem Stopp zwischen zwei Hütchen mit Rückwärtsrichten und wieder Antölten. Was leidlich gut geklappt hat nach dem Gebiss-Disaster.

Ein weiterer Versuch meinerseits war wieder einmal eine Prüfung mit Galopp zu nennen. Da hat sich die Pleasure Gangprüfung angeboten. Die war auch am lustigsten zu Reiten – ich hatte lauter nette und leicht angeschwippste Reitkolleginnen mit in der Bahn, weil wir nämlich vorher spontan ein Sektchen zusammen getrunken haben. Wir hatten sogar überlegt mit den Sektbechern in die Prüfung zu reiten …. so mag ich das 🙂 Spaß und lockeres Reiten! Mädels, die Prüfung hat echt Freude gemacht! Übrigens weiß ich jetzt auch, dass einhändig geritten wird … das war mir nicht mehr so präsent. Man sollte einfach vor der Nennung mal in die Prüfungsordnung sehen und nachlesen was da steht.

Sektchen vor der Prüfung – Mädels, Ihr seid die Besten! – Foto: Privat

Alle meine Mitreiter waren super nett und jeder hat sich für jeden gefreut. Ich bekam sogar Bahn-Tipps, wo die Bahn tiefer ist, damit ich als Fremdreiter keinen Nachteil habe. Total Lieb! Deshalb hat es mir sogar richtig leid getan, dass Jacinto so super abgeschnitten hat. Es war mir sogar etwas peinlich, als ich dann bei der Gesamtsiegerehrung auch noch Turniersieger geworden bin. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt weiter hinten platziert zu werden, weil alle so nett waren und ich den Anderen die Siege gerne gegönnt hätte!

Nach der Siegerehrung haben wir Jacinto dann noch eine Extra-Portion Schlabber-Futter in seine Heuraufe gestellt, dass er sich noch ein bisschen entspannen konnte und haben noch geholfen die Salate und die Getränke aufzuessen/leer zu trinken und noch ein bisschen beisammen gesessen. Wirklich ein richtig schöner Tag bei Euch in Rothsee! Wir kommen gerne wieder! Aber hoffentlich nächstes Mal mit ein paar mehr Fremd-Reitern! Los Leute! Auf nach Rothsee!!!!

 

Angeberische Turnier-Start-Dokumentation (diesmal tatsächlich voll angeberisch):

Jacinto im: Trail Mittel (4) – 2. Platz
Mittlere Rittigkeit (5) – 2. Platz
Versatility Tölt (3) – 1. Platz
Pleasure Gangprüfung (5) – 1. Platz
Und somit auch noch Gesamtsieger des Turniers … das hat meine nicht wirklich vorhandene Pokal-Sammlung schlagartig ganz schön aufgestockt! Vielen Dank! 

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