Del Cavador

Tag 8 – Diego del Cavador

 13. November 2019:

Die Alte und die Fotoschnickse

Mein drittes selbst gezogenes Fohlen war ein Wunschkind für Yvi – schon die Entstehung war ein lustiger Prozess. Wir haben uns Hengste angesehen, waren mehrfach mit Frau Sumpf auf Sexurlaub – also Frau Sumpf hatte Sexurlaub, wir haben sie nur zu den unmöglichsten Zeiten durch die Gegend gekarrt und ihr ein paar schöne Wochen Urlaub verschafft. Darunter war auch eine mehrwöchigen Mutter-Kind-Kur mit Ihrer Tochter Dea zusammen in Flieden – natürlich mit persönlicher Betreuung …. Wir haben sie umsorgt und beobachtet.

Und dann hat Frau Sumpf dieses mal ganz alleine ein kleines Hengstfohlen bekommen. Diesmal haben wir sie übrigens gegen Ende in die Box gesperrt. Frau Sumpf war so hengstig in ihrer Schwangerschaft – kompletter Hormonüberschuss! Sie residierte in einer großzügigen Boxe mit angehängtem Paddock mit direktem Huldigungskontakt zu den anderen Stuten und durfte in den letzten Wochen immer nur noch unter Aufsicht zurück in ihre Herde. Und sie hat es genossen!

Dieses Mal hat sie mich komplett in die Irre geführt. Nächtliche Kontrollbesuche und ein laufender Kurs mit Stephan Vierhaus bei uns am Hof haben mich mürbe und müde werden lassen. Normal habe ich immer relativ früh am Morgen zuerst nach Frau Sumpf gesehen. Also nach so einer kurzen Nacht, weil ich ja relativ spät auch immer noch mal nach Frau Sumpf gesehen habe. An dem Tag habe ich einfach noch ein bisschen schlafen wollen, weil ich so kaputt war. Fehler. Bis mich Yvi dann angerufen hat und komplett aufgelöst meinte: „Da steht ein Fohlen in der Box!!!! Was soll ich machen!?!“ – Super Frau Sumpf … sie hat wirklich alles im Griff.

Übrigens war zu dem Zeitpunkt auch Thora da – die Besitzerin von Diosas zweitem Kind. Die komplette „Familie“ war also anwesend. Und Frau Sumpf war so verliebt in ihren ersten Sohn! Dem hat sie einiges mehr durchgehen lassen, als ihren beiden Töchtern zuvor! Er ist aber auch ein süßer Pups!

Tag 7 – Hannover 2011

12. November 2019:

Hannover 2011 – Foto: Marina Wroblowski

Ein Foto von Marina Wroblowski aus 2011 – die Paso Finos in der großen Show-Arena auf der Messe Pferd & Jagd in Hannover. Ich bin sehr dankbar, dass Familie Sperber mich und mein Pony damals im großen Trailer mitgeschleift haben.

Es ist tolles Erlebnis mit seinem eigenen Pony in dieser großen Show-Arena zu reiten – Gänsehaut pur! Ich mag dieses Messe sowieso – sie ist kurz vor Weihnachten, es gibt immer irgend ein Chaos mit dem Wetter, die Menschen und das Messe-Team dort sind super. Die Dinge, die wir dort im Hotel und auf dem Messegelände schon erlebt haben sind einfach gute Geschichten.

Man muss bildlich gesprochen einfach „nur“ sein Pony in den Hänger packen, losfahren und darauf warten, dass Dinge passieren – es ist ganz einfach eine gute Zeit zu haben! Man muss sich nur trauen, dann passieren die guten Geschichten von ganz alleine! 🙂

Und nicht zu vergessen: So ein Abenteuer schweißt alle zusammen. Man lacht übrigens schon seit Jahren über meinen kleinen Trinkunfall mit dem Latte Macciato am Frühstückstisch im Hotel in Hannover ….

Übrigens:

Wir sind dieses Jahr auch wieder mit dabei in Hannover und vertreten dort zusammen mit netten Menschen den PFAE – besucht uns doch am Stand der IGV (Internationalen Gangpferdevereinigung)!

Halle 16 – Stand D 16 (direkt gegenüber vom Campus/Blogger-Lounge). In der Nähe gibt es Food-Trucks, First Love Coffee, die Manege Baroque, Working Equitation, und Annica Hansen … das bunte Treiben kann man direkt vom Stand der IGV beobachten und dabei noch Gleichgesinnte treffen!)

Oder täglich im Aktionsring: 13.00 – 13.30 Uhr

oder täglich in der großen Show-Arena

Wir werden wieder Diosa mitbringen – und ihre Tochter Dea del Cavador wird auch wieder dabei sein! Wir freuen uns schon, die beiden wieder zusammen zu sehen! … dass man für diese Familientreffen aber auch immer so weit fahren muss!

Tag 6 – Diosa mit Stehmähne?

Münster 2007, Foto: U. Neddens
Münster 2007, Foto: U. Neddens

 11. November 2019:

Ich finde das sieht so schön aus mit der Stehmähne! Das war in Altenberge 2007 auf der IDMG, wahrscheinlich während der Country Pleasure. Ich mag das Bild, weil es so locker aussieht. Es wirkt, als ob ich einfach so durch die Gegend tölten würde. Mir gefällt es, wenn man den Reitern ansieht, dass sie das was sie tun gerade genießen. Und ich wirke sehr zufrieden.

Das war eines der ersten Turniere, für die ich so weit gefahren bin. Das Foto steht aber auch exemplarisch für die vielen tollen Erlebnisse, die ich allein der Tatsache verdanke, dass ich mir einen Paso Fino gekauft habe. Wenn man sich nämlich auf das Abenteuer Gangpferd einlässt und auf die Menschen, dann erlebt man ganz viele tolle Dinge.

Ich hätte mir zum Beispiel niemals erträumt, so vielen tolle Anlagen zu besuchen und dort Turniere zu reiten, ich hätte niemals gedacht auf Messen die Paso Finos zu vertreten, ich hätte niemals gedacht in einer Abendshow der Equitana Open Air mitzumachen, ich hätte niemals gedacht so viele faszinierende Menschen zu treffen, niemals mein eigenes Fohlen groß zu ziehen. Ich war in meiner Jugend ein sehr schüchternes junges Mädchen – diese Pferdeerlebnisse und Erlebnisse haben mich über die Jahre ziemlich selbstbewußt gemacht. Und dafür bin ich dankbar. 

Tag 5 – Diosa und Dimera?

Diosa und Dimera mit Frauchen – Foto: privat

8. November 2019:

Dieses Foto ist im April 2011 entstanden. Diosa und ihre Tochter Dimera. Ich bin sehr glücklich, dass ich erleben darf, wie meine Pferde zusammen in der Herde aufwachsen und leben können. Damals waren noch alle zusammen in einer gemischten Herde.

Zusehen wie die Ponys sich untereinander verhalten, ist für mich sehr entspannend – ich möchte dass sie die meiste Zeit ihres Tages frei entscheiden können was sie gerade tun wollen: Fressen, Schlafen, Spielen, Herumlaufen, in der Sonne stehen, im Regen stehen, die Nasen zusammenstecken.

Wenn ich heute sehe, wie schön Jacinto mit den Youngstern in seiner jetzigen Herde noch spielt geht mir das Herz auf. Ich möchte ja auch selber entscheiden, was ich tun möchte – von daher gestehe ich das den Ponys auch zu. Sie sind einfach zufriedener, wenn sie dann mal Dinge tun müssen (z.B. Reiten :-)), die sie nicht so toll finden. Ich hoffe sie so lange wie möglich in einer Herde 24/7 im Offenstall/Paddock-Trail halten zu können. Vielleicht geht das irgendwann altersbedingt nicht mehr so optimal. Wer weiß das schon.

Wobei die Stallwahl natürlich jedem selber überlassen bleibt – aber ich würde eher auf Luxus wie Reithalle oder Roundpen verzichten, wenn ich den Ponys dafür ein möglichst freies Leben in einer Herde ermöglichen kann. Sie sind so viel zufriedener und ausgeglichener – eben wie bei uns Menschen auch 🙂

Tag 4 – Dimera del Cavador!

24. März 2009 – Dimera del Cavador – Foto: privat

 07. November 2019:

Dieses Bild ist am 24.03.2009 entstanden – und ich weiß bis heute nicht, wie ich diesen Effekt hinbekommen habe 🙂 Das ist Dimera del Cavador – mein erstes selbstgezogenes Fohlen. Das war eine richtig aufregende Zeit! Die Auswahl des Hengstes, dieses lange Warten auf die Geburt. Dann das erste eigene Fohlen! Es ist ein Wunder … Frau Sumpf hat mir natürlich verwehrt, dass ich selber dabei sein konnte. Typisch.

Nachts hatte Frau Sumpf eine schöne geräumige Box, tagsüber durfte sie noch mit den anderen raus. Sie stand also in der Herde und hat entschieden das Fohlen vormittags ganz alleine zu bekommen. Die Nachbarn von gegenüber haben dann angerufen, das Fohlen sollte doch bei dem Nieselregen bitte lieber rein gebracht werden!

Ich bin von der Arbeit wie eine Irre zum Stall gerast und habe Frau Sumpf um ihr frisch geschlüpftes Fohlen herum tigernd angetroffen. Tja. Frau Sumpf hatte nicht bedacht, dass man nicht gleichzeitig seine Herde abhalten kann und sich gleichzeitig um ein Fohlen kümmern kann. Ein Fehler übrigens, den viele Erstgebärenden machen.

Als ich Sumpf dann in die Box „gerettet“ habe war jedenfalls der Moment, wo sie erstmals und einmalig richtig dankbar gewirkt hat mich zu haben. Sonst bin ich ihr ja eher lästig, aber da war ich ihr einmal hilfreich. Ich war sehr glücklich. Und natürlich war ich auch sehr glücklich über das kleine Ding, was Frau Sumpf da rausgequetscht hatte. 

Tag 3 – Diosa!

Diosa del Rio – Foto: privat

 6. November 2019:

Dieses Foto ist am 02.07.2005 entstanden. Das war der Tag an dem ich entschlossen hatte Diosa del Rio zu kaufen. Dieses Mal hatte ich im vor hinein alles abgeklärt: Stallplatz, Familie informiert, Finanzplan geschmiedet – nur das Pony dazu hat noch gefehlt. „Diosa“, ihre Mutter „Petraca“ und noch zwei weitere Paso Finos „Sofia“ und „Corazon“ standen seit einigen Wochen am Sternberghof als „Scheidungskinder“ zum Verkauf. Sie kamen damals alle in einem Schwung aus Schweden. „Sofia“ wurde ziemlich schnell weiterverkauft nach Irland. „Corazon“ ist im mittelfränkischen geblieben (Grüße an Birgit :-)) und „Petraca“ lebt (hoffentlich) noch in Namibia – sie ist mit ihrer neuen Besitzerin damals ausgewandert und somit ein echtes Buschpony. Diosas Familie kam ganz schön herum! 

Ich hatte mir damals überlegt: „Hm, noch eine Stute wäre nicht schlecht, dann kannst Du mal ein Fohlen ziehen.“ Und einen Schecken wollte ich schon immer haben. Die erkennt man so gut auf der Wiese und verwechselt sie nicht so leicht wie diese ganzen einfarbigen braunen Pferde. 

Damals hatte ich die Wahl zwischen „Diosa“ und „Petraca“ – ihrer Mutter. Diosa hatte mir aber von Anfang an besser gefallen. Sie ist einfach einer der hübschesten gezeichneten Schecken, die ich kenne. Und Diosa mit ihren zwei Jahren war noch komplett roh (und man glaubt es kaum: schüchtern) – und es macht mir einfach sehr viel Spaß mit jungen Pferden zu arbeiten. Ich schweife ab. 

Die Entscheidung: „Kaufe ich „Diosa“ oder nicht?“ hatte ich mir an einen Faktor geknüpft: Wenn dieses Pony jetzt beim ersten bewussten Ansehen mit gespitzten Ohren auf mich zuläuft, dann kaufe ich es. Und genau das ist das Foto 🙂 Ich glaube Doris hat noch nie so schnell ein Pferd verkauft – ich habe direkt auf der Weide einen mündlichen Kaufvertrag eingeschlagen. Wie gesagt, meine Pferdekäufe waren noch nie gründlich überlegt. Aber ich habe keinen einzigen bereut! 

Tag 2 – Tolle Menschen!

Pferd & Jagd 2017 – Selfie von Yvi

 5. November 2019:

Alle tollen Menschen, die ich über die Paso Finos kennenlernen durfte! Das Foto hier von der Pferd und Jagd (war das 2017) steht jetzt nur exemplarisch. Aber ich habe über die Ponys und über meinen Stall schon ganz viele tolle Menschen kennen gelernt. Manchmal begleitet man sich nur ein Stück des Weges und manchmal entstehen ganz tolle Freundschaften daraus.

Auf jeden Fall bin ich sehr dankbar schon so viele tolle Menschen durch die Paso Finos zu treffen! 

Und ich bin dankbar, an einem so tollen Stall zu stehen, an dem ich auch ganz viele tolle Menschen kennen und schätzen gelernt habe.

Ganz besonders hervorheben muss ich natürlich Yvi – mit ihr als Hilfe für meine Ponys und als Freundin haben wir inzwischen richtig viele Dinge erlebt und durchgestanden. Und es ist Einiges an Drama passiert in unserer Zeitleiste. Darum werden wir auch oft ausgelacht, weil wir wie so ein „altes Ehepaar“ wirken.

Also ein kleines Dankeschön, an alle Leute, die ich bisher treffen durfte und ein großes Dankeschön an Yvi – und an meinen Stellchef Johannes, der ein so schönes Zuhause für meine Ponys geschaffen hat.

Tag 1 – Jacinto?

Jacinto 2001 als Fohlen – Foto: privat

04. November 2019:

Dieses Bild entstand im Juni 2001. Das war der Tag, an dem ich Jacinto das allererste Mal gesehen habe. Ich hatte mir damals in den Kopf gesetzt ein eigenes Pferd zu kaufen. Dass das dann ein Paso Fino geworden ist, war purer Zufall – ich wollte ein nicht zu kleines Pony, aber kein großes Pferd. Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar, dass ich mir gerade dieses kleine Pferdchen ausgesucht habe. 

Dazu bin ich ganz alleine Richtung München gedüst. Jacinto stand nämlich dort sozusagen noch als Sperber’scher Außenposten bei Familie Reichenbach, die seine Mama „Fabulosa“ gekauft hatten. Heimlich, still und leise bin ich hingefahren, habe dieses kleine gelbe Pferd um seine Mama herumspringen sehen und dachte mir spontan: „Naja, warum nicht?“ Man muss dazu sagen, alle meine Pferde-Kaufentscheidungen waren recht spontan. Er war schon damals in meiner Erinnerung etwas dappelig.

Am nächsten Tag stand ich bei Doris Sperber und habe einen Pferdekaufvertrag unterschrieben. Ich war also Pferdebesitzer. Das habe ich meiner Familie übrigens nicht gleich verraten, was rückblickend echt keine gute Idee war. Das gab nämlich ziemlich viel Ärger. Andererseits waren sie seitdem froh, meine Entscheidungen mitgeteilt zu bekommen und titulierten mich nur noch als: „Du bist doch sowieso verrückt!!!“ Irgendwas ist immer … 

So kam ich zu meinem ersten Paso Fino. Jacinto wuchs die ersten drei Jahre seines Lebens dann am Sternberghof in der Hengstherde auf. Genügend Zeit für mich, grob zu überreißen, was genau ich mir da gekauft habe und wie man so ein Gangpferd überhaupt bedient – und was für eine tolle „Familie“ man mitbekommt, wenn man sich auf das Abenteuer Paso Fino einlässt! 

November-Callange?

03. November 2019:

Jeden Arbeitstag im November gibt es eine Geschichte.

Ein Blog ist ja ein Platz um Geschichten zu erzählen. Und Geschichten gab es hier in letzter Zeit meiner Meinung nach zu wenige! Von daher habe ich mir selber eine kleine Challange auferlegt: jeden Arbeitstag im November werde ich Euch ein Foto aus meiner schon lange bestehenden Pferde-Foto-Sammlung zeigen und dazu die Entstehungsgeschichte erzählen, oder was für Emotionen das jeweilige Bild bei mir auslöst. Seid Ihr gespannt? Ich bin es jedenfalls!

Geschichten erzählen dazu …. erst mal Kaffee! – Foto: privat und ganz, ganz alt!

Das Foto hier ist auf jeden Fall schon Asbach-Uralt. Das war noch im allerersten Offenstall am Zykloopenhof, damals noch unter Privat-Vermietung. Die Ponys hatten ein gemütliches Sand-Lager unter einem Dach mit schöner Morgensonne (welches dann später übrigens mal im Sturm weggeflogen ist … aber das ist wieder eine andere Geschichte – verbrannt ist es dann auch …), was sie zur ausführlichen Siesta genutzt haben. Wir haben damals viel Zeit im Sand verbracht. Die Ponys haben sich im Liegen so schön kuscheln lassen! Und ich sah auch noch weniger angegriffen aus, als heute! *gg*

Disney-Trauma?

7. Trailritt – Ritt durch den „mystischen Tannenwald“

20. Oktober 2019:

Eigentlich waren wir uns nach dem Wetterbericht für dieses Wochenende schon fast sicher: Wir werden im strömenden Regen reiten! Aber Pustekuchen: bestes Oktoberreitwetter für den 7. Trailritt des Reitclubs Tauberbischofsheim! Zuletzt sind wir da 2013 gestartet, also wurde es einmal wieder Zeit den „Ritt durch den mystischen Tannenwald“ zu besuchen. Wobei ich ehrlich gesagt immer noch stark überlege, warum es Tannenwald heißt – weil durch Tannenwald sind wir gar nicht geritten. Vielleicht kann mich da wer aufklären? 

Mystischer Tannenwaldweg – Foto: privat

Aber dafür hat es hier so tolle Waldwege – ich war ganz verliebt in das Licht, das durch die Blätter gestrahlt hat. Übrigens ist dieses Jahr ein gutes Pilzjahr – was wir schon alleine am Wegesrand gesehen haben, da war einiges dabei. Leider kenne ich mich überhaupt nicht mit Pilzen aus. Wahrscheinlich würde ich mit totaler Zielsicherheit immer die giftigen und ungenießbaren finden. 

Aber egal. Heute waren wir mit dem Drachenpony und Frau Sumpf unterwegs. Empfangen wurden wir schon von einem sehr kompetentem Hänger-Einweiser. Perfekter Parkplatz. Und schon konnten wir die Ponys fertig machen und los ging es. 

Die Damen in der Anmeldung empfingen uns total nett und für mich leider mit dem Satz: „Willkommen in der Welt von Disney!“ – Yvis Reaktion: ein definitiv freudiges Fotografen-Jauchzen, welches normalerweise für tolle Fotolokations oder putzige Tierchen verwendet wird. Meine Reaktion ein eher unglücklicher Blick und ein definitives negatives Stöhnen. Ich hasse Disney. Ich habe ein Disney-Trauma, seit ich in frühester Kindheit gezwungen war Bambi im Kino zu sehen. Der Tod von Bambis Mutter hat mich komplett traumatisiert. Bis heute hasse ich alle Zeichentrickfilme. Bis auf „Biene Maja“ – aber das ist eine andere Geschichte. 

Jedenfalls haben sich ganz viele helfende Hände des Reitclubs TBB ganz viel Mühe gemacht, um die einzelnen Stationen mit ganz viel Liebe zum Detail zu den verschiedenen Disney-Filmen zu gestalten. Das war super viel Arbeit! Insgesamt gab es auf 10 km markierter Strecke sieben Aufgabenstationen und eine Vesperstation, welche wieder toll auf dieser Anhöhe gelegen war, von der man einen super Blick über die Landschaft hat. 

Wir haben mit den letzten beiden Stationen angefangen, die am Reitplatz aufgebaut waren (weil da gerade keiner war). Das war „Der König der Löwen“ – ein Stangen-L mit toller Kulisse, was das Drachenpony auch kurzfristig ein bisschen gruselig fand, aber Löwe gegen Drache … da bleibt wohl außer Frage, wer gewinnt. 

König der „L“Löwen 🙂 – Foto: privat

Die vorletzte Station war „Die Eisprinzessin“ – hier war ein Schneemann aufgebaut, welchem die Arme fehlten. Wir mussten also dafür sorgen, dass er welche bekommt: Hinreiten Jacke, Mütze und Schal anziehen, einen Stecken nehmen, zum Schneemann hinreiten, Stecken in das Armloch setzen, zurück zum Tisch und den zweiten „Arm“ holen und platzieren. Das Ganze innerhalb von 60 Sekunden. Beide Ponys haben das super gemacht – Drachi hat sich sogar noch einen Apfelbutzen von den netten Helferinnen geschnorrt. Bestes Pony. 

Eisprinzessin-Station
Frau Sumpf und die kleine Meerjungfrau-Aufgabe

Dann sind wir zur ersten Station geritten „Der kleinen Meerjungfrau“ – die hing über einer blauen (Meer) Plane in einem Netz mit viel Bling-Bling an einem Seil, welches zwischen zwei Bäumen quer gespannt war. Wir mussten einen Haken nehmen, den in einen Ring unter ihrem „Nest“ einhaken und sie quer über den Weg ziehen auf der Plane. Und dann noch den Haken an einen Baum hängen. Anschließend noch das „Meer“ überqueren. Frau Sumpf hat das übrigens sehr streberhaft erledigt, das Drachenpony auch. Und schon konnten wir auf die gut markierte Strecke gehen. 

Alice Pferdehängerdeko – Foto: privat

Erst einmal genossen wir die schöne Waldlandschaft und die schöne Gegend. Bis wir dann zu „Alice im Wunderland“ kamen. Hier durften wir eine Treppe steigen. Es lag eine „Leiter“ am Boden, bestehend aus Kanthölzern, die nicht umkippen sollten beim darüber reiten. Als Schwierigkeit waren manche „Sprossen“ noch mit Folie unterlegt und in verschiedenen Abständen platziert. Die Leiter an sich war kein Problem für die Ponys, das Nicht-Treffen der Hölzer schon eher – aber beide haben nicht alles umgefegt. 

Alice im Wunderland – Treppe

„Tinkerbell“ war die nächste Station. Hier galt es Feenstaub zu verteilen. Erst mal indem man an eine Bank hinreitet, eine Feen-typischen-Ikea-Deckenaufbewahrung an einer Schnur vom Pferd aus aufnimmt, dieses mit Glöckchen bestückte, ganz schön schwere Ding einmal um eine abgesteckte Strecke schleift und dann unter einer Glöckchen-Flirrenden-Feen-Deko in ein „Goldtöpfchen“ setzt. Also ganz schön anspruchsvoll. Hier wurde sogar Frau Sumpf kurzfristig aus der Ruhe gebracht. Das Drachenpony hatte gleich die Hosen voll. Dinge hinter sich herschleifen war noch nie ihr Ding. Drachenpony hat Dinge gern vor sich um sie zu zerstören – hinter sich macht keinen Sinn. Also bin ich abgestiegen und habe meine Aufgabe zur Sicherheit aller Beteiligten, inklusive der Deko lieber vom Boden aus gelöst 🙂 

Drachi war dann leicht aufgelöst, wir konnten den Weg aber gut fortsetzen. Und nachdem es ein bisschen was zu klettern gab – nämlich den Weg hinauf zur Vesperstation, war sie gleich wieder in ihrem Element. An der Vesperstation gab es Tee/Kaffee/belegte Brötchen und einen Fragenkatalog für uns. Mein Highlight dazu die erste Frage: „Was ist ein Colt/Filly?“ (männliches/weibliches Fohlen auf Englisch) – für uns Fino-Leute kein Problem, aber wir haben dann beim Warten auf die Siegerehrung noch die Mädels aus Markt Bibart getroffen, die haben bei der Frage geschrieben: „Kleine Sammeltierchen für Kinder mit Flügeln“ – eine geniale Antwort – wir haben so gelacht … – ich bin sowieso ein Fan von kreativ beantworteten Fragen. Übrigens liegt der mystische Tannenwald komplett im Edge-Land. Also nix mit Google oder so … falls Ihr Euch fragt, warum keiner googelt – außerdem tut man das nicht! 

Vesperstation … wer weiß, was ein Asyl-Araber ist? – Foto: privat

Gestärkt ging es weiter auf die Strecke. Für uns noch zwei Stationen: „101 Dalmatiner“ und „Aladin“. Bei den Dalmatinern waren zwei Hunde aufgebaut (wenn ich aufgehängt schreibe klingt das nicht so gut glaube ich …..) an denen schwarze Klett-Flecken angebracht waren, die man dann sozusagen umkletten musste. Wieder 60 Sekunden Zeit, was hier ganz schön sportlich war! Frau Drachi hat hierin keinen Sinn gesehen, also musste ich wieder zu Fuß ran – Diosa und Yvi haben bis auf drei alles geschafft. 

101-Klett-Dalmatiner – Foto: privat

Und schon ging es weiter zu Aladins Wunderlampe. Eine für uns fast geschenkte Station 🙂 Aladins Wunderlampe von einem Ständer nehmen und über den „Teppich“ reiten (ein weißer Teppich im matschigen Wald :-)) unter Wolken (tolle Deko an den Bäumen) und wieder zurück. Und schon waren wir wieder am Reitclub-Gelände angekommen. Wir brauchten nur noch unsere Laufzettel abgeben und konnten die Ponys versorgen. Danach haben wir uns erst einmal eine leckere Kürbissuppe gegönnt und noch ein bisschen Ponys in der Sonne trocknen lassen und fressen lassen, bevor wir sie zu einer großen Portion Heu in den Hänger gestellt haben. Die Popos schön in der Sonne, perfekter Muskel-wärmer nach der Anstrengung. So haben wir die Zeit bis zur Siegerehrung gut verbracht. Und mit Kuchen natürlich – ganz viel Kuchen! Warme und Kalte Getränke, Gegrilltes, Kuchen, Kürbis- und Gulasch-Suppe gab es im Reiterstübchen. 

Kürbissuppenliebe – Foto: privat

Insgesamt waren 101 Reiter am Start – die gut gelaunten Meldestellen-Ladies haben mir erzählt letztes Jahr wären es 138 Starter gewesen! Halleluja! Es gab eine Extra Wertung für Kinder und Jugendliche (das waren ungefähr jeweils so 6-8 Starter), einen Ehrenpreis für die weiteste Anfahrt (270 km), den Jüngsten Teilnehmer (6 Jahre) und die größte Gruppe (9 Starter). Bei den Erwachsenen Startern wurden die ersten 30 Starter platziert und bekamen auch einen Preis. Nachdem das Drachenpony zwar sehr kooperativ war, aber ich doch einiges auch zu Fuß erledigt hatte, dachte ich jetzt nicht, dass ich da dabei wäre, aber überraschend hat sich das Drachenpony einen 26. Platz erkämpft! Nicht schlecht für ihren ersten Orientierungsritt seit Jahren! Frau Sumpf und Yvi kamen sogar unter die Top 10 und wurden Neunter! 

Unser Fazit:

Toller Ritt – Wunderschöne Landschaft – Freundliche Helfer – Parkplatzeinweiser Topp – Gut markierter Ritt – Wunderbar detailreiche Deko an den Stationen – Lustige Aufgaben – Bestes Wetter: Topp! 

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