Del Cavador

Hambach oder wer ist hier Schwerhörig?

Unser erster Trailritt dieses Jahr führte uns am 9. Mai 2010 nach Hambach (bei Schweinfurt) auf den schönen Lindenhof. Die Strecke dort war nicht zu lang, gut ausgeschildert und unterwegs mit kleinen Aufgaben bestückt.

So musste man zum Beispiel auf Getränkekisten absteigen und auf der „verkehrten“ Seite vom Pferd wieder aufsteigen, die Pferde einsprühen und sie sollten dabei still stehen, was bei leichtem Nieselregen sowieso kein Problem war. Fragen zur Pferdehaltung mussten beantwortet werden. Die Frager saßen regengeschützt in einem geöffneten Pferdehänger, und viele Pferde haben sich erst gar nicht an die Rampe herangetraut. Diosa ist natürlich auf der Rampe herum gerumpelt und fand es irgendwie komisch einmal nicht in so einen Hänger einzusteigen zu müssen. Sie wäre wohl lieber im Trockenen gestanden. Einen kleinen Sprung mussten wir nehmen und zum Abschluss durch einen gefährlichen Wassergraben plantschen. Die Gefahr waren bunte Luftballons die im Wasser schwammen.

Als Abschluss war noch ein kleiner Trailparcours in der Halle zu absolvieren. Es gab eine Brücke mit weißen Streifen darauf zum überqueren. Eine Geschicklichkeitsübung: an zwei Hindernisständern war ein leicht abfallendes Rohr befestigt. Man musste einen Eimer mit Tennisball drin in die Hand nehmen und vom Pferd aus den Ball in das Rohr werfen, weiter reiten und am anderen Ende den Ball mit dem Eimer wieder einfangen. Gar nicht so einfach dieses Hindernis. Ein Stangentrichter musste rückwärts durchritten werden, eine Drehung darin und rückwärts wieder heraus geritten werden. Dann quietschbunte Babyschwimmreifen vom Pferd aus auf eine Pylone werfen. Und durch eine enge luftballongeschmückte Strohgasse reiten.

Diosa meisterte den Parcours mit gewohnter Lockerheit und kleinen Lacheinheiten. Sie sah nicht wirklich ein, weshalb Nadine als Reiterin die Baby-Schwimmringe werfen sollte und Diosa die Nase da nicht reinstecken sollte.

Jacinto hat sich auch ganz tapfer geschlagen. Er hat zwar die Hälfte der Hindernisse nicht bewältigt, aber für seine Verhältnisse war er richtig ruhig und tapfer.

Es starteten 48 Erwachsene und Diosa mit Nadine wurden 10. in der Gesamtwertung – ein tolles Ergebnis. Jacinto wurde 31., also gab es noch größere Angsthasen wie ihn.

Insgesamt ein sehr schöner Ritt mit viel Abenteuer. Wir waren am Tag davor schon einmal am Lindenhof damit ich sehe, wie ein Distanzritt abläuft. Nadine ist früher selbst Distanzen geritten und kennt daher einige Leute. An dem Trailritt-Tag habe ich deshalb aus Versehen zwei Leute angesprochen, von denen ich dachte es wären die zwei Mädels vom vorherigen Tag gewesen. Die beiden entpuppten sich als nette Reiterinnen (Pferdebesitzerin mit Reitbeteiligung) die mit einem Pferd angemeldet waren. Kurzerhand haben wir beschlossen zusammen die Strecke zu reiten. Bis ich bemerkt habe, dass ich da wildfremde Leute angesprochen habe waren wir schon fast wieder am Hof. Anscheinend werde ich langsam alt und senil. Jedenfalls sorgte ich für noch mehr Lacher – anscheinend höre ich schlecht, obwohl mein Ohrenarzt mir bescheinigt hat, dass mit meinen Ohren alles in Ordnung sei. Jedenfalls habe ich auf diverse Fragen mit komplett anderen Antworten verblüfft. Auf die Frage zum Beispiel: Sind die Finos teuer? Habe ich verstanden sind die Finos Feuer? Meine Antwort war: nur äußerlich, eigentlich sind sie ganz leicht zu handhaben.

Unsere Mitreiterin hat uns mit einem schicken Tinker-Friesen-Wallach begleitet. Vom Tempo her waren wir eigentlich ganz gut passend. Die Finos waren im Schritt schneller, da ist „Mr. Puschelfuß“ hinterher gezottelt. Im Trab hat uns der Tinker-Friese dann überholt und die Führung übernommen. Allerdings hatten wir einen kleinen ungeplanten Reiterwechsel auf der Strecke. Der gemütlicher Tinker-Friese hat vor lauter Galoppfreude seine Reitbeteiligung abgebockt und als guter Tinker auch gleich angehalten und losgefressen. Die arme Frau wurde an dem Tag ganz schön gebeutelt. Erster Ritt, erster Sturz und einen Finger gebrochen. Also zu Fuß weiter zum nächsten Streckenpunkt. Reiterwechsel organisiert. An Reiten mit gebrochenem Finger war nicht zu denken. Reitbeteiligung ins Krankenhaus bringen lassen. Wir und die Besitzerin sind dann weiter den Rest der Strecke geritten.

Auf dem Einritt zum Hof begegnete uns dann Katja Spies, die als unterstützendes Stimmungspersonal am Boden von uns angeheuert war. Sie kannte unsere Mitreiterin, beide waren schon im selben Stall gestanden. So klein ist also die Welt. Insgesamt trotz Pannen und Nieselregen ein richtig schöner Ritt der uns viel Spaß gemacht hat. Die Organisation vom Lindenhof-Team war perfekt. Und wir haben wieder nette Leute kennengelernt und einen schönen Tag mit mit den Pferden erlebt.


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