Del Cavador

Pferd und Jagd 2010 – Hannover

02.12. bis 05.12.2010

Alles rund ums Pferd, um die Jagd und um Hunde gab es vom 2. bis 5.12.2010 in Hannover auf der Messe „Pferd und Jagd“ zu erleben. 700 Aussteller aus 20 Nationen boten ihre Waren und Ideen an. Mit ca. 72.000 Besuchern war die Messe etwas schlechter besucht als im Vorjahr. Das lag aber am plötzlichen Wintereinbruch, der nicht nur die Besucher überraschte.

Wir vom Sternberghof-Team (Doris, Reini, Stan, Nadine und ich) starteten zu Hause bei lauen – 4°C und Sonnenschein und kamen in Hannover bei eisigen -11°C und schneidendem Wind mit Schneegestöber an. Der einzige, der nicht gefroren hat war Reini. Er hat während der Fahrt immer noch lustig Cola mit Eis getrunken. Flugs wurde der Messestand bestückt und unsere Nachbarn begrüsst.

Mir hatte es vor allem der Sommer-Stand angetan. René Sommer hat pünktlich zur Messe einen speziellen Barrock-Sattel fertig gestellt. Ganz schlicht, aber genial. Mein nächster Sattel!

Die verschiedenen Gangpferderassen fanden sich unter dem Dach der IGV in Halle 22 wieder. Neben den Paso Finos waren Paso Peruanos, Töltende Traber, Tennessee Walker,  American Saddlebreds und Töltiberer vertreten. Die American Saddlebreds bestritten außerdem am Freitag ihr Championat 2010. Scherzhalber wollten wir Sinergia als Mini-Saddler mitlaufen lassen, aber Stan hatte seinen Frack nicht dabei.

Natürlich waren auch ganz viele Isländer vertreten. Und damit natürlich auch ganz tolle Stände mit warmen, heißbegehrten Wollsachen. Die Isländer hatten sogar ein Sounding-Board aufgebaut. Ist ganz komisch, wenn man da Isis drüber laufen sieht und nicht unsere Finos. Verkehrte Welt.

Am Donnerstag Abend feierten alle IGV-Stände eine Rassen-Party in unserer Messehalle. Es gab ein kleines Buffett und wir hatten Zeit untereinander ins Gespräch zu kommen.

Unser Fino-Stand bekam ab Freitag noch Unterstützung von Meike und dem Wolfshuus-Team. Netter Besuch von den viel zu wenigen Fino-Leuten im Norden schneite natürlich auch immer mal herein.

Fino-Stand in "Aktion"

Zwei- bis drei mal pro Tag konnten sich die Gangpferde in der großen Showarena präsentieren. Die Paso Finos vertreten durch Policarpa mit Doris, der flotten Sinergia mit Stan und Kapoho mit mir, boten zusammen mit den Paso Peruanos von Mireille van Meer und den Mangalarga Marchadores aus Kreiswald einen guten Einblick in die südamerikanischen Gangpferderassen.

Sinergia, Policarpa und Kapoho

Eigentlich wollte ich Jacinto nach Hannover mitnehmen, aber er hatte es vorgezogen sich zu prügeln und mit dickem Bein zu Hause zu bleiben. Doris hat mir netter Weise ihren Scheckhengst Kapoho geliehen. Der ist übrigens ein ganz einmalig tolles Pferd. Er bestätigt mich einmal mehr in meiner Schecken-Leidenschaft.

Kaja Stührenberg, Marie Wendel und Stephan Vierhaus demonstrierten täglich im Aktionszirkel, dass dressurmäßige Arbeit auch mit Gangpferden sinnvoll ist und funktioniert. Das wissen wir Gangpferdereiter schon lange, aber man wird ja gerne gefragt, ob man diese komischen Trippler auch gymnastizieren und „vernünftig“ reiten kann.

Sogar die Bildzeitung war am Donnerstag da und hat Fotos von uns gemacht. Ich habe dem Fotografen natürlich erst mal nicht geglaubt, dass der wirklich von der Bild kam, aber ich hab das Bild per Email vom Springer-Verlag erhalten, also war es richtig. Leider haben wir es dann nicht in die fertige Zeitung geschafft sondern ein Hund der Frisbee-Scheiben fängt.

Spannend war der Besuch der Gala „Nacht der Pferde“. Fahrschule unter dem Sattel und die Schulquadrille vom Niedersächsischen Landgestüt Celle, Poesie und Akrobatik auf dem Pferderücken, Traumfriesen in Aktion, die Schäferin zu Pferde Anne Krüger, ein rasantes Viererzug-Hindernisfahren, die Thunderguys mit ihren Stunts, Jean-Francios Pignon mit seinen Pferden, Doma Vaquera mit Manolo Oliva und Co. Und natürlich The Horse Man Team – die Jungs die äußerst leicht bekleidet über Hindernisse springen.

Vor allem Jean-Francois Pignon hat mich fasziniert. Er hat die Freiheitsdressur wirklich perfektioniert. Am Sonntag habe ich ihn durch die Stall-Halle laufen sehen mit allen seinen sechs Pferden bei der Abreise. Die Pferde liefen frei und artig hinter ihm her, kein einziges war am Halfter oder wurde geführt.

Auch außerhalb der Messe hatten wir eine Menge Spaß. Unser Hotel hat eine schnuckelige Bar, in der wir am Abend immer noch gesessen haben. Dort haben Doris, Nadine und ich dann die Bekanntschaft eines Musikers aus Manchester gemacht. Kevin von den Herman‘s Hermits. Den haben wir dann auch mit den Finos vollgequatscht und Videos gezeigt. Wahrscheinlich hat der sich gefreut, endlich mal mit „normalen“ Menschen reden zu können anstatt ständig von irgend welchen Groupies belästigt zu werden. Die Groupies kamen dann am nächsten Abend. Es fand ein großes 60-Jahre-Revival-Konzert mit verschiedenen Bands im benachbarten Hildesheim statt.

Die Hermits und Smokie sind in unserem Hotel abgestiegen und damit auch die „Groupies“. Sehr zu unserer „Freude“. Wir konnten nämlich nicht schlafen, weil ständig irgend wer lautstark an unserem Zimmer vorbei gestöckelt ist oder weil Gespräche direkt vor unserer Zimmertür geführt wurden. Um halb drei in der Nacht bin ich dann wie eine Furie mit abstehenden Haaren und äußerst schlecht gelaunt vor die Tür und habe wohl zwei alternde 60-er Jahre Musiker furchtbar erschreckt. Nadine hat dann später noch ein paar Groupies vertrieben, dann blieben noch vier Stunden zum Schlafen übrig. Blöder Weise haben wir uns keine Autogramme besorgt. Vielleicht hätten wir die gut verkaufen können?

Ein kleines Video von den Auftritten – Danke an Nadine Weinmann 🙂

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