Del Cavador

Ganz Gallien ist also von den Römern besetzt?

26. August 2012:

An diesem windigen Sonntag fand wieder der Orientierungsritt der Poenleinsmühle statt.  Dort steht jeder Ritt unter einem bestimmten Motto. Dieses Jahr war es das römische Reich. Entsprechend verkleidet empfingen uns schon die Helferinnen an der Anmeldung und beim Kuchenverkauf. Dort machen wir immer als erstes Halt – Kuchen und Kaffe am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen … oder so ähnlich.

Frisch gestärkt ging es also zum ersten Spiel. Wir mussten Streitwagen ziehen – zu Fuß, ohne Pferd! Das Ding war ganz schön schwer! Und Fragen beantworten. Das mit den Fragen zog sich über jede zweite Außenstation hin. Eine Station Spiele, eine Station Fragen. Und zwar keine langweiligen Pferdefragen, sondern schöne Allgemeinwissenfragen zur römischen Geschichte. Da fängt man an das lang verschollene Schulwissen wieder aus seinem Gehirn zu kramen. Ich finde das aber gut. Es müssen ja nicht immer Fragen über Pferde sein.

Wir sattelten unsere Pferde und wurden auf die Strecke geschickt. Heute hatten wir Jacinto dabei und erstmals Providencia. Die das toll fand neben dem Zwerg, weil sie momentan grad rossig ist. Der arme Zwerg musste also den ganzen Ritt Providencias Annäherungsversuche ertragen. Bei richtig viel Wind gingen wird auf die Strecke. Gut dass ich meine Mütze dabei hatte. So mag ich das Wetter – windig, aber leicht sonnig, Jackenwetter eben. Der Vorteil: man wird nicht von Fliegen oder Bremsen belästigt.

An der ersten Außenstation war gleich unser Geschick gefragt. Einen Schild nehmen, einen Speer nehmen und das Ding vom töltenden Pferd aus in eine Strohballen-Zielscheibe werfen. An dieser Station wurde auch unsere Verkleidung fotografiert. Wir waren auch dieses Jahr nicht verkleidet. Nadine hat zwar mit einer recht windigen Behauptung versucht die Situation zu retten, aber ich glaube nicht wirklich, dass der Mann geglaubt hat, dass sie als nackte Sklavin im römischen Reich gegangen wäre und nur was über gezogen hat wegen des Windes.

Nadine und Providencia – gallische Krieger in Türkis?

Die Strecke führte uns abwechslungsreich durch die schöne Gegend. Mein Favorit war trotz nicht wirklich barhuftauglicher Schotterwege das Waldstück.

An der nächsten Station gab es Fragen zu Beantworten und Bauwerke auf Fotos zu erkennen. Eine Station später, Jacinto war hier fasziniert und abgelenkt von dem Esel, denn die Gruppe vor uns als Handpferd mitgenommen hat, gab es wieder Fragen und der absolute Horror für Leute wie mich: römische Zahlen erkennen und dann auch noch zusammenrechnen. Einigermaßen habe ich das aber hinbekommen. Dann haben wir die Pferde erst mal laufen lassen und die Landschaft genossen.

Beim nächsten Spiele-Stopp mussten wir vom Pferd aus Brot mit einem Paddel aus einem „Ofen“ holen und auf einen Tisch legen. Da hat der Zwerg mal wieder komplett abgeschaltet, das mit dem Paddel war ihm zu viel. Providencia allerdings hat das richtig super gemacht. Weiter ging es durch den Wald zum Mittagsstopp. Die obligatorischen Brötchen und Getränke. Dann weiter zu einer weiteren Spielestation wo wir gleich mit einem Schluck Cervisia begrüßt wurden. Eine nette Idee. Hier mussten wir Würfeln vom Pferd aus.

Windige Gestalten … Fotos: Privat

Dann ging es weiter durch den Saustall (so heißt das Waldstück am Ende tatsächlich!). Über eine Straße, wo der nette Mönch vom Hängerparkplatz uns auch hier sicher über die Straße geleitete. Weiter zur nächsten Station im Wald. Fragen und ein weiteres Spiel: Gegenstände Göttern zuordnen. Sehr kniffelig und gar nicht so einfach vom Pferd aus. Die Gegenstände mussten aus einem Regal genommen werden und dann auf einen Tisch auf die jeweiligen Götternamen gelegt werden. Alles in einer relativ engen Gasse im Wald. Das haben unsere beiden Pferde sehr schön mitgemacht. Nadine wusste eindeutig mehr Sachen den Göttern zuzuordnen. Insgesamt eine witzige Station.

Götter-Krempel … Foto: Privat

Dann war unser Rundweg auch schon fast zu Ende. Die letzte Spielestation war wieder am Reitplatz der Poenleinsmühle. Vorher gab es noch ein paar Fragen zu beantworten. Es war ein kleiner Parcours aufgebaut. Von einem Tisch einen Becher nehmen, zu einem „Aquädukt“ reiten, dort Wasser in den Becher füllen. Was gar nicht so einfach war, weil der Wind das Wasser genau in dem Moment, wenn das Pferd ordentlich dort stand weggeweht hat. Aber witzig gemacht. Mit dem Becher weiter über eine Wippe, durch ein Flatterbandgasse und dann den Becher in einen Krug füllen. Was bei dem Wind auch wieder schwierig war. Die Runde konnte mehrmals gemacht werden bis die Zeit um war. Gerade rechtzeitig zum ersten Regenguss haben wir die Strecke geschafft und konnten unsere Pferde schnell verladen und nach Hause fahren.

Das Tolle bei den Orientierungsritten der Poenleinsmühle ist neben dem Motto und den ganzen verkleideten Reitern, Helfern und Pferden, dass es auch ein Rahmenprogramm für Zuschauer gibt. Am Nachmittag wird Ponyreiten, Kaffee und Kuchen, Reitquadrillien und andere Vorführungen angeboten. So kann man als Reiter ohne schlechtes Gewissen auch das nichtreitende Fußvolk mitnehmen. Abends gab es wieder die leckere geräucherte Forelle, Salate und Gegrilltes. Die Siegerehrung – stilecht aus dem römischen Streitwagen von römischen Imperator … äh … ersten Vorsitzenden Thomas Fischer moderiert, war auch eine geniale Idee. Die Organisatoren hatten sich gewaltig ins Zeug gelegt und für jeden der 42 Starter gab es Sachpreise zu gewinnen. Der erste Platz gewann ein Spanferkelessen für 15 Personen – nicht schlecht oder? Witzig auch: Der letzte Platz bekommt das Startgeld für den nächsten Ritt gesponsert. Ein insgesamt wieder äußerst gelungener 4. Orientierungsritt des Pferdesportvereins Poenleinsmühle. Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!

Fazit: Unsere Pferde haben sich super geschlagen. Jacinto hat sich größtenteils routiniert und vernünftig benommen und konnte sich auf Platz 28 eine neue Massagebürste und ein Futterpröbchen erreiten. Die Überraschung war Providencia, die wir als Ersatz für den lahmenden Fénix kurzfristig mitgenommen haben. Providencia wohnt erst seit vier Wochen bei uns und wurde hier noch nicht viel geritten. Sie hat sich als perfektes Freizeitpferd bewiesen, überall gut mitgemacht, die Spiele ohne zu zögern sicher gemeistert und sich zielsicher mit noch relativ fremdem Reiter auf den 9. Platz getöltet! Eine Spitzenleistung! Wir freuen uns neben Diosa und Fénix, ein weiteres geniales und unkompliziertes Gelände- und Freizeitpferd in unserem Stall stehen zu haben.

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