Del Cavador

Frostige Fortbildung?

10.02.2013:

Am sonnigen Sonntag Morgen, bei frostigen minus neun Grad, machten Yvi und ich uns auf den Weg zum Sternberghof. Dort erwartete uns ein Kurs mit Stephan Vierhaus. Relativ kurzfristig haben sich Doris und Reini Sperber netter Weise als Gastgeber zur Verfügung gestellt. Was bei den Gegebenheiten: schöne Gastboxen, zugfreie Reithalle mit kleiner Heizung, warme Stube zum Aufwärmen und natürlich die Möglichkeit mit den genialen Mittagsmenüs gerade im Winter perfekt ist. Herzlichen Dank an Doris und Reini! Außerdem mussten wir nicht so weit fahren. Ich war schon froh, den festgeeisten Pferdehänger selber befreien zu können!

Diesmal waren die Paso Finos mit sechs Teilnehmern in der Überzahl. Aber auch ein Rocky Mountain Horse und ein Warmblut war dabei. Wir hatten die Möglichkeit eine Stunde am Stück zu nehmen, oder auf zwei Einheiten zu verteilen. Yvi und ich haben uns für zwei Einheiten entschieden. Ich kann mich nicht so lange konzentrieren und wenn ein paar Stunden Zeit vergangen sind kann ich das frisch gelernte besser umsetzen und noch einmal positiv beenden.

Stephan war wieder einmal sehr erfrischend. Erstens mag ich ja seine ehrliche, nordisch-herbe Art – da hört man schon mal so einen Spruch wie: „Freut mich, dass dein Hintern jetzt lockerer ist“. Ich bin eher ein Fan von deutlichen Worten. Kuschel-Weichspül-Könntest-Du-das-nicht-so-machen-Phrasen liegen mir nicht so. Die begreife ich nicht. Man muss deutlich und laut mit alten Frauen wie mir reden, dann kapieren sie auch was zu tun ist.

Stephan hat durch die vielen verschiedenen Gangpferderassen, die er überall sieht und schon geritten ist eine echt gute Übersicht über die verschiedenen Möglichkeiten der Gänge. Gepaart mit schönem Reiten eine echt gute Wahl. Er ist außerdem ein guter „Erklärer“. Man kann auch unheimlich viel mitnehmen, auch wenn man nur als Zuschauer dabei ist.

Bei allen Teilnehmern sah man im Laufe des Tages deutliche Verbesserungen und Stephan ist individuell auf die einzelnen Probleme eingegangen. Er erkennt das Problem und zeigt Lösungswege auf, die man dann zu Hause weiter erarbeiten kann. Wir hatten also einen sehr intensiven Tag am Sternberghof und alle Teilnehmer hatten einen positiven Abschluss und konnten viele Tipps mit nach Hause nehmen.

Fazit für Diosa:

Das Pony hat seit letztem Jahr körperlich umgebaut, so dass der Sattel nicht mehr richtig passt. Und ich hab es nicht gemerkt. Ganz toll. Fremde Augen sehen mehr wie die eigenen Augen im Dauer-Sicht-Modus. Merke: Gründlich hinsehen im Alltag. Man lässt sich leicht vernebeln, durch etwas, was man ständig sieht.

Für die Arbeit mit Diosa haben wir einiges vor Augen geführt bekommen. Diosa hat bekanntlich keine Gangprobleme, eher „Einsichtsprobleme“. Sie drückt sich gerne vor dem Arbeitsteil und versucht sich heimlich in den Bequemlichkeitsmodus zu entziehen. Typisch Schecke.

Fazit für Jacinto:

Seit dem letzten Kurs haben wir deutliche Fortschritte gemacht. Wir haben geübt ruhig in den Tölt hinein zu rutschen. Er neigt dazu alles zu übereilen und dann in den Tölt zu hopsen, verspannt zu laufen und dann Gangsalat zu produzieren. Hat man beim Dreigänger deutlich getrennte Übergänge von Schritt zu Trab, so bleibt beim Tölter – und gerade bei Jacinto – die Möglichkeit über unendlich viele Gangvariationen in echten Viertakttölt zu kommen – oder auch nicht. Jacinto lässt sich innerhalb zwanzig Metern eine große Palette real existierender und nicht existierender Gänge einfallen. Ich hätte das gerne etwas sortierter. Also haben wir mit Jacinto Tempovariationen von Schritt bis Tölt geübt. Je weniger ich mache, desto besser macht das Pony mit. Wir üben also ab sofort wieder einmal einen ganz ruhigen Arbeitstölt zu finden. Und das Pony zu entspannen. Ach ja, und ruhigen, schönen Schritt laufen. Und den Kopf tiefer nehmen. Und alles gleichzeitig. Und LANGSAM!

Erste Versuche auf dem heimischen Platz nach dem Kurs zeigen auch schon Erfolge. Jacinto ist zu Hause deutlich entspannter und knarzt auch nicht die ganze Zeit mit den Zähnen, wie er es unter „Stressbedingungen“ auswärts macht.

Die Überlegungen mit den feurigen Finos und wie man da etwas Ruhe reinbringt, sind natürlich auch für Resi und ihr wildes Gehopse gut!

Fazit der Reiter: Wir kommen wieder!

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