Del Cavador

Wolpertinger im Regen?

25. August 2013:

Dieses Jahr waren wir natürlich wieder mit dabei als der PSV Poenleinsmühle zum 5. Orientierungsritt einlud. Thema dieses Jahr:  „Bayern, des samma mia?“ Wie immer war das Team der Poenleinsmühle bestens vorbereitet – zünftig verkleidete Bayern überall, stets freundlich und gut gelaunt. Einzig und alleine das Wetter versaute uns heuer einen völlig ungetrübten Spaß. Es regnete. Und zwar den ganzen Tag. Und was aber am Erstaunlichsten war: Das hielt den Großteil der Starter überhaupt nicht ab. Es wurde nicht mal in Frage gestellt, ob der Ritt tatsächlich stattfindet. 54 Pferd-Reiter-Paare waren so verrückt sich den Sonntag über vollregen zu lassen. Und alle Helfer ebenfalls – und dabei noch extrem gut gelaunt zu bleiben. Hut ab sage ich da nur! Das spricht schon dafür, wie beliebt der Ritt inzwischen ist.

Gut angekommen, dank Nadines musikalischer Unterhaltung (danke für den Dauerohrwurm Frau Weinmann!!!), verzichteten wir aufs Frühstück und starteten gleich mit unseren Ponys. In der Reithalle waren die ersten Übungen aufgebaut. Frei nach dem Motto „In Bayern gehen die Uhren anders“ galt es Aufgaben im Rückwärts zu erledigen. Rückwärts um Slalom-Pylonen, Rückwärts durch ein Stangen-Dreieck, Rückwärts durch den weiß-blauen Flattervorhang. Dann ging es gleich auf die gut mit Kalkpunkten markierte Strecke. Insgesamt gab es 10 Stationen zu erledigen.

Weißwurstfrühstück im Regen, Foto: privat
Weißwurstfrühstück im Regen, Foto: privat

Station 2:

Zünftiges Weißwurstfrühstück! Der Engel Aloisius erwartete uns schon. Vom Pferd aus durften wir einen Tisch decken: Tischdecke, Besteck, Teller mit Weißwürsterln, die man erst noch aus einem Topf fischen musste, Senf und ein selbstgezapftes Bier, alles musste einzeln angerichtet werden innerhalb von zwei Minuten.

Station 3:

Bierkrugweitschieben. Eine sehr lustige Idee! Es war eine Holzbahn aufgebaut und der Bierkrug sollte punktgenau an Fähnchen mit maximal zu erreichenden Punkten anhalten. Gar nicht so einfach, man brauchte erst den richtigen Schwung. Wer zu wenig drauf hatte, bekam keine Punkte, und wer zu viel drauf hatte, der katapultierte den Bierkrug über den Rand und in ein Strohbett – auch für null Punkte.

Bierkrugweitschiebebahn, Foto: privat
Bierkrugweitschiebebahn, Foto: privat

Station 4:

Hier war unser bayerisches Wissen gefragt. Wie war das doch gleich noch mal? Welcher Regierungsbezirk hat was für Wappen? Peinlich wenn man nicht mal das Wappen von Unterfranken kennt.

Station 5:

Geschichte vom Wolpertinger. Hier durften wir uns die Geschichte vom Wolpertinger anhören und mussten dazu 11 Fragen beantworten. Lustig, weil Yvi bis zur Woche vorher noch nie etwas vom Wolpertinger gehört hatte, und spontan in der Geschichte loslachen musste. Hintergrund: Wir sind letzte Woche ausgeritten und der Zwerg hat sich erschrocken, daraufhin habe ich gesagt: „Ey Zwerg, da hockt schon kein Wolpertinger im Gebüsch!“, und so bekam Yvi mit was ein Wolpertinger ist. Mal abgesehen davon, dass man in Bayern schon wissen sollte was das ist.

Station 6:

Mittagsstopp mit Pferdefußball. Endlich Mittagessen – so ein durchgeweichtes Brötchen schmeckt doch immer noch am Besten wenn man total ausgehungert ist. Dazu noch einen Kaffee und ein Stück Rotweinkuchen und die Welt sieht wieder gut aus. Vorher haben wir schnell noch versucht die Ponys einen Ball in ein Tor schießen zu lassen.

Yvi und Diosa haben Spaß, Foto: privat
Yvi und Diosa haben Spaß, Foto: privat

Station 7:

Hufeisenweitwurf und noch mehr bayerische Fragen. Hier stand praktischer Weise ein Kirschbaum in Pferdemaul-Nähe und so standen die Ponys bombensicher und versuchten Kirschbaumblätter zu angeln, während wir versuchten Hufeisen in die Mitte eines Kreises zu werfen. Hinterher gab es noch ein paar Fragen, unter anderem zum bekanntesten Klabautermann, zu berühmten Persönlichkeiten und zum Thema Fußball.

Station 8:

Brezeln angeln. Mit einer umgebauten Gertenlanze durften wir Brezeln von einer Wäscheleine angeln und in einen Korb legen. Eine der lustigsten Stationen, gab es doch hinterher einen kräftigen Schnaps als Belohnung!

Brezelstechen mit Schnäpschen, Foto: privat
Brezelstechen mit Schnäpschen, Foto: privat

Station 9:

Nägel-Einschlagen. Mit zehn Schlägen einen Nagel in einen Baumstumpf klopfen. Dabei hat es schon ordentlich geregnet.

Station 10:

Hier war es ganz schön anstrengend. Mal abgesehen davon, dass der Regen jetzt richtig loslegte, mussten wir hier einen Maibaum aufstellen! Vom Pferd aus! Habt Ihr das mal probiert? So ein Ding ist schon schwer. Und außerdem ist es ja nicht leicht, wenn die Ponys sehen, dass so ein Baum nach oben geschnellt kommt. Aber alle drei Finos waren erstaunlich cool.

Und trotz dem blöden Wetter haben sie toll mitgemacht, die ganze Strecke über. Wir waren alle richtig stolz auf unsere Ponys, die sich heute dafür eine Extraportion Futter verdient hatten. Im strömenden Regen haben wir dann schnell verladen und sind erst mal Heim gefahren, um die Ponys zu versorgen und um uns kurz aufwärmen und trockenlegen zu können. Dann sind wir wieder zurück zur Siegerehrung gefahren.

Silokunst, Foto: privat
Silokunst auf der Strecke, Foto: privat

Natürlich gab es wieder lecker Essen für die ausgehungerten Teilnehmer. Traditionell die Forelle, Gegrilltes und Kartoffelsuppe. Dieses Jahr hatte ich eine leckere mit Bier gegrillte Forelle mit leckeren Salaten und als Nachtisch noch ein Stück von dem sensationellen Rotweinkuchen.

Jeder der 54 Starter bekam eine Urkunde und einen Sachpreis. Wir hatten eine lustige Sitzrunde und Kawayo und Traber-Julia sind auch noch zu uns gestoßen. Die waren etwas später auf die Strecke gegangen und hatten noch mehr Regen abbekommen, waren aber auch bestens gelaunt und zufrieden mit ihren Pferden. Insgesamt war bei Allen zu spüren, dass das Wetter eher eine sekundäre Rolle spielte, und der Spaß an der Veranstaltung insgesamt an erster Stelle stand. Sonst wären wohl kaum so viele Reiter gekommen! Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr und hoffen nicht, dass es dann zur Abwechslung schon Schnee gibt! 🙂

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