Del Cavador

Schwitzen in Hünfeld?

24. bis 26. Juni 2016:

An diesem Wochenende haben sich Yvi und ich aufgemacht, um beim diesjährigen großen Turnier der Paso Finos in Hünfeld (Hessen) mit dabei zu sein. Der European Paso Fino Cup 2016 (EPFC … ich mag diese Abkürzung!) fand auf der traumhaften Anlage des Reitvereins Hünfeld statt. Kurze Wege, viel Platz, ein großer Rasenplatz mit Ausweichmöglichkeit in die Halle, ein schöner Dressurplatz und traumhaftes Fotogelände außen herum. Perfekt. Natürlich hat es das Wetter auch viel zu gut mit uns gemeint und uns ordentlich schwitzen lassen. Aber erst mal von Anfang an.

Galoppel-Zwerg - Foto: Yvi Tschischka
Galoppel-Zwerg – Foto: Yvi Tschischka

Yvi und ich haben auf der Hinfahrt einen Schlenker nach Flieden gefahren, um Diosa wieder einzusammeln. Die war ja zum Sommerurlaub mit Sello dort und war nicht wirklich „amused“ uns wieder zu sehen. Verräterpony! Jacinto war aber dankbar, dass Frau Sumpf ihn das letzte Stück im Hänger begleitet hat. Durch den Kurzaufenthalt in Flieden konnten wir auch einen dieser nervigen A7-Staus umgehen.
In Hünfeld angekommen gönnten wir den Ponys erst einmal eine erfrischende Dusche und etwas Pause im Stallzelt. Dankenswerter Weise war es das tolle Zelt mit den Fenstern, so konnte wenigstens etwas Luft im Zelt zirkulieren. Es war nämlich am Nachmittag mit bis zu 37°C definitiv zu heiß für Alles. Auf jeden Fall konnte man mich knallrot angelaufen mehrfach deutlich sagen hören: „Ich hasse Sommer!!!!“ Viel zu warm. Also erst mal Hotel einchecken und etwas abkühlen, bevor wir uns dann doch noch mal auf die Ponys geschwungen haben. Schließlich war mit Training in den letzten Wochen nicht wirklich was gegangen. Wir wollten wenigstens den Ponys das Gelände zeigen. Abends ging es dann mit den schon anwesenden Fino-Leuten zum Italiener in die Stadt. Man entwickelt dann doch trotz Hitze einen guten Hunger! Immerhin haben die Nächte gut abgekühlt, so dass die Ponys wenigstens in der Nacht eine Hitzepause hatten.

Fun-Abend - Foto: K. Farkas
Fun-Abend mit viel Sekt – Foto: K. Farkas

Der Freitag startete dann wieder extrem Sonnig. Der korrekte Ausdruck, den ich leider nicht abschwächen kann ist: „Scheißeheiß“. Da konnte mich nur Sarah mit ihrem Not-Paket direkt aus dem RitterSport Werk kurzzeitig von ablenken! Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Tafel „Äffle und Pferdle“-Sonderedition – also nimmer lang, weil die echt gut ist, aber ich hab mich gefreut!

Diosa - Foto: privat
Diosa und Yvi in einer Ehrenrunde – Foto: privat

Nach ausführlichem Herumgammeln auf einer Decke im Schatten, ausführlichem Quatschen mit lange nicht mehr gesehenen Fino-Freunden natürlich auch im Schatten, fanden dann am Nachmittag die ersten Prüfungen statt. Ehrlich gesagt, hatte ich gar keine Lust bei der Hitze zu reiten. Aber wenn man schon mal da ist, schwingt man sich halt in seine Winter-Softshell-Turnierreithose und tut was gegen Cellulite (Hitzeanwendung in der Reithose) und für die Paso Finos (zeigen auf dem tollen Rasenplatz). Auf jeden Fall war ich so super vorbereitet, dass ich sofort gemerkt hatte, als ich mich in der Dressur A verritten habe. Und das gleich am Anfang. Schwamm drüber … Yvi hatte dann gleich anschließend die Viergangprüfung, die eigentlich ganz gut geklappt hat. Diosa ergatterte sich einen zweiten Platz. In der folgenden Ausdauertölt bin ich mit dem Zwerg gestartet. Er hat sich zwar gut eingelaufen, aber die Kondition war dann doch nicht vorhanden, so dass ich die Prüfung abgebrochen habe. Es ist mir dann doch wichtiger, mein Pony einigermaßen bei Laune zu halten und nicht schon am ersten Tag komplett zu erschöpfen. Auf jeden Fall klang der weitere Abend gemütlich am Reitplatz aus. Der Reitverein Hünfeld sorgte für ordentliches Catering und kühle Getränke. Die Ponys hatten nach einer erfrischenden Dusche gutes Heu und leckeren Hafer.

Dreigang - Foto: S. Meier
Dreigang – Foto: S. Meier

Der Samstag war dann wettertechnisch etwas besser. Über Nacht und am Vormittag gab es Regen und es kühlte etwas ab. Für Yvi und mich hieß es die Dreigang zusammen in der Halle reiten. Jacinto hat sich meiner Meinung nach doch gesteigert im Vergleich zum Freitag. Regelmäßiges Reiten lohnt sich doch irgendwie. Er lief in der Dreigang für seine Verhältnisse wirklich sehr schön. Aber irgendwie hatten wir dieses Turnier Platzierungsmäßig kein Glück – also habe ich beschlossen sämtliche letzten Plätze aufzusammeln. Was ja auch ok ist – mir hat dieses Turnier auch so unheimlich Spaß gemacht. Ich hatte viel Zeit zu quatschen, am Abreiteplatz oder während dem Reiten, zwischendurch und überhaupt. Und es hat einfach nur gut getan alle Fino-Freunde wieder zu sehen. Es war einfach irgendwie erholsam. Und regelmäßiges Training muss sich ja auch auszahlen – und wir hatten halt schlicht und einfach keines. Dafür war ich aber sehr zufrieden mit meinen beiden Ponys. Wobei Diosa mit ihrer deutlich sicheren Gangveranlagung einfach weniger Training braucht.

Keine Ahnung mehr
Keine Ahnung mehr, irgendwas wo Tine gewonnen hat 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Was mich richtig gefreut hat, war wieder „neue“ Leute auf dem Turnier zu sehen. Franzi mit ihrer Sierra zum Beispiel habe ich mit Dauergrinsen im Gesicht in Erinnerung – unseren ersten Vorsitzenden habe ich mit seiner Espi und Dauergrinsen (wenn man ihn dran erinnert hat) in Erinnerung. Anja und Martina, die sich so gefreut hat in der Dressur A – so macht das einfach Spaß. Nirvana und Julia waren erstmals dabei. Oder Britta mit ihrer „neuen“ Stute Anastasia (wir versuchen ja immer noch eine Möglichkeit zu finden das Pony heimlich mitzunehmen). Leute mit Freude an ihren Ponys. Das will ich sehen! Und natürlich die Frau mit dem strahlendsten Lächeln überhaupt: Sarah und ihre Francesca 🙂 Übrigens ein ganz tolles Pony, Yvi und ich durften es mal Probereiten. Dabei haben wir übrigens auch den besten Überraschungsgast ever am Abreiteplatz entdeckt: George Clooney war als Pappaufsteller mit dabei. Und das nur, weil wir letztes Turnier so in der Kälte und im Regen standen und warteten und dabei laut-zitternd heißen Kaffee serviert von George verlangt hatten. Und was macht unsere beste aller weiblichen Ringstewards? Besorgt uns George! Wenn das nicht Einsatz ist!

Strahle-Franzi - Foto: Yvi Tschischka
Strahle-Franzi – Foto: Yvi Tschischka

Ich habe das Turnier auf jeden Fall auch als sehr harmonisch und freundschaftlich in Erinnerung. Irgendwie sind wir halt doch eine große Familie – in der es immer mal wieder Krach gibt, und nicht jeder mit jedem kann, aber letztendlich freuen wir uns doch immer wieder uns zu treffen. Und wenn wir das bei so schönen Veranstaltungen tun, ist es ja letztendlich egal wer was gewinnt. Wir haben alle tolle Pferde und zeigen sie halt einfach gerne. Übrigens war es mir eine große Ehre mit Tine und ihrer Murmel zusammen, mal wieder selber auf Diosa sitzend, die Western Pleasure zu starten. Eine wirklich unterschätzte Prüfung. Ich finde, es sollten mehr Reiter diese echt lustige Prüfung starten. Tine und ich haben uns jedenfalls fürs nächste Mal schon eine neue Idee ausgedacht. Lasst Euch überraschen, wenn ihr schon nicht mitreiten wollt! Apropos Tine, sie hat gezeigt, dass auch schon Ponys im reiferen Alter immer noch gut dabei sind. Ich glaube Mina hat gefühlt fast jede Prüfung gewonnen und war souveräner Abräumer des gesamten Turniers.

Western Pleasure - Foto: Yvi Tschischka
Western Pleasure, immer wieder lustig – Foto: Yvi Tschischka

Nach der Western Pleasure gab es als Kontrastprogramm noch die Classic Fino, die ich leider verpasst habe. Dabei hätte ich so gerne Sello (Diosas Lover) in Action gesehen. Aber eigentlich war ich dann ganz froh im Stallzelt gewesen zu sein, denn es kam ein richtiger Gewitter-Platzregen herunter, der zwar nicht lange gedauert hat, aber sehr nass war. Aber pünktlich zu den Fun-Prüfungen war das Wetter wieder gnädig!

Paar-Reite-Sieger - Foto: Farkas
Paar-Reite-Sieger – Foto: K. Farkas

Beim Paar-Reiten wurden Yvi und ich zwar von Jürgen und Tine geschlagen, aber die Aufgabenstellung war wieder sehr interessant. Dieses Mal wurden wir aufgefordert als Paare eine Barrida zu reiten. Sebastian Frisch, unser Sprecher, hat sich da mal wieder gut was ausgedacht. Bei der anschließenden Viertaktprüfung bekamen wir Besuch von drei Reitern des Reitvereins Hünfeld, die in der „Wettpause“ eine kleine Showeinlage zeigten und dann auch beim Rest der Funprüfungen mit Spaß dabei waren. Die Viertakt hat übrigens dieses Mal Johanna mit Brujula gewonnen. Hauptattraktion ist ja für Yvi und mich die Copa de Champange. Man kriegt ein Glas Sekt in die Hand gedrückt, wenn man es gut anstellt, wird noch mal nachgeschenkt und dann reitet man mit einem Glas Sekt in der Hand durch die Gegend, kann immer mal dran nippen und am Ende darf man den Rest austrinken und hat dabei gute Laune. Das fand Christian bestimmt auch 🙂 Er hatte nämlich am Ende noch das vollste Glas. Ich mag die Fun-Prüfungen.
Der Abend klang dann mit Cocktails und Musik am Cateringzelt aus.

Diosa
Diosa in der Furt – Foto: Griebel
Jacinto
Jacinto in der Furt – Foto: Yvi Tschischka

Der letzte Turniertag war dann der Sonntag. Es gab zwei sehr schöne Horsemanship-Klassen, die Equitation mit drei schicken, jungen Mädels (ob Pferde oder Reiter gemeint sind? … beides natürlich!) und noch die Country Pleasure Level 2, die ich wieder erfolgreich versiebt habe. Wenn ich was mache, dann schon konsequent. Jedenfalls eines meiner schlechtesten Boards ever …. *hust*.In der Mittagspause haben wir in einer tollen Bach-Furt noch eine kleine Foto-Session eingeschoben. Hatte ich schon erwähnt, dass ich das Reitgelände des Reitvereins Hünfeld Klasse fand? Die haben dort eine tolle Vielseitigkeitsstrecke, mit sogar drei Wasser-Furten! Hallo? Mir würde schon eine reichen!
Nach den Best Of Traditional-Klassen hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen – drei sehr entspannte Turniertage haben wir hinter uns gebracht und wir freuen uns schon wieder darauf den ganzen liebenswürdigen Haufen wieder zu sehen! Bleibt nur noch Danke zu sagen, an Britta Mülle und das Team Flieden für die tolle Organisation dieses Events. Danke an den Reit- und Fahrverein Hünfeld, für die gute Aufnahme und dafür, dass sie uns ihren schönen Platz zur Verfügung gestellt haben. Danke an Anna Eschner und Nicolas Burgos als unsere Richter. Danke an Sebastian Frisch fürs moderieren. Danke an alle Teilnehmer und alle Besucher. Wir sehen uns bestimmt bald wieder!

Gelangweilte Sieger
Gelangweilte Sieger 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

 

Ganz wichtig noch, die Statistik unsere „Erfolge“:
Diosa und Yvi:
Viergang – 2. Platz (4)
Dreigang – 3. Platz (7)
Trail – 3. Platz (5)

Diosa und ich:
Western Pleasure – 2. Platz (2) – man kann auch sagen Letzer!

Jacinto und ich:
Dressur A – letzter (5)
Ausdauertölt – Abgebrochen (6)
Dreigang – Vorletzer (7)
Versatility – letzer (4)
Country Pleasure – letzter (4)

 

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