Del Cavador

Heißbärenritt 2017?

Heißbären
Fire & Ice! – Heißbärenritt 2017 – Foto: privat

21. Januar 2017:

Dieses Jahr haben wir uns Wettertechnisch voll übertroffen: frostig kaltes Wetter, aber richtig knackig kalt. Als ich früh zum Stall gefahren bin waren es minus 10 Grad! Ich sehe das als ein gutes Zeichen für alle zukünftigen Veranstaltungen in 2017. Die Regenhose bleibt dieses Jahr im Kofferraum, die Sonnenbrille auf dem Kopf. Praktischer Weise haben wir alle Pferdehänger direkt auf der Wiese direkt unterhalb des Hofes unter bekommen, so dass alle Reiter Ihre Ponys quasi in Sicht- und Hörweite hatten. In der ersten Gruppe Starter hatten wir unsere beiden Zykloopenhof-Starter Desireé und Anna und unsere beiden Heißbärenläufer Marita und Markus. Mein tiefster Respekt und ein Kompliment an unsere Fußgänger – ich hätte das nicht geschafft! Für Anna freue ich mich dieses Jahr am Meisten mit. Ihr Herzpferd „Nockel“ (ein 20jähriger Paso Peruano – und zwar genau der, den Johannes im Mai ganz knapp aus den Flammen gerettet hat!) hat die Strecke so toll gemeistert, die beiden kommen aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Da geht mir voll das Herz auf.

Foto: Helmut Weber
unsere Zykloopenhof-Vertretung: Anna und Desi – Foto: Helmut Weber

Dieses Mal haben wir uns an einer neuen Taktik versucht: einen ausgeklügelten Zeitplan entwerfen, den zwischendurch über den Haufen werfen, aber letztendlich am Ende wieder genau im Zeitplan sein. Fragt uns nicht wie das geht, können wir aber. Dadurch, dass wir unsere Starter den Trail gleich am Anfang haben absolvieren lassen, hatte keiner der Starter länger zu warten. Dann durften alle ausgerüstet mit einer Karte auf die Strecke.

Foto: Rene
Feuerlöscher to Go! Christin und Legado im Trail (bestes Kostüm dieses und letztes Jahr) – Foto: René Pirnak

Der Trail war mit Katha und Yvi besetzt. Hier durften die Reiter den „Aufstieg“ meistern. Auf Deutsch: von der „bösen“ rechten Seite aufsteigen. Eine einfache, aber immer noch effektive Übung, um von den Reitern ein Stöhnen oder komische Verrenkungen zu bekommen. Die zweite Aufgabe war der „Schutz von oben“: an einen Regenschirm hinreiten, diesen nehmen, aufspannen und über ein Stangenmikado zu reiten. Natürlich ohne mit den Hufen anzustoßen. Aufgabe drei war der „Feueralarm“: eine Glocke zu läuten (hinreiten an eine Tonne, Glocke aufnehmen, Läuten, wieder hinlegen). Und zum Schluss noch durch das „Tor des Schreckens“: unserem neuen Flattertor reiten.

 

Foto: René Pirnak
Jürgen und Camino – unsere diesjährigen Sieger 🙂 – Foto: René Pirnak

Auf der Strecke war dann die nächste Station von Annika und Sabine die „Löschbälle“. Die Reiter durften versuchen Feuer zu löschen. „Feuer“ war in unserem Fall bemalte Holzklötze und „Löschen“ Tennisbälle, mit denen man die Klötze „umlöschen“ musste. Das war übrigens gar nicht so einfach. Gemeiner Weise hatten wir nämlich dort immer etwas Wind und wer schon mal mit einem Tennisball gezielt hat weiß: Wind ist da nicht wirklich hilfreich.

Löschbälle werfen! - Foto: Helmut Weber
Löschbälle werfen! – Foto: Helmut Weber

Danach ging es erst mal ein Stück durch unsere schöne Landschaft, ganz ohne Aufgaben, nur Zeit zum Reiten und Quatschen. An unserer Mittagsrast, der Hagenmühle in Willanzheim, durften unsere Reiter (und Fußgänger) dann bei Andrea, Dieter und Jonathan die Aufgabe „Mittagstisch“ absolvieren. Also im übertragenen Sinne für die fleißigen Feuerwehrmänner den Tisch decken. Das geht so: man bekommt einen Korb in dem ganz unten eine Tischdecke ist, dann Teller, Besteck, Gläser und ein Vase. Dann muss man vom Pferd aus alles so arrangieren, dass man hinterher einen ordentlich gedeckten Tisch erkennen kann. Das war ganz schön gemein von uns 🙂 Aber zur Belohnung durften die Reiter sich dann in der hauseigenen Brennerei aufwärmen und die Spezialitäten des hauseigenen Hofladens probieren. Natürlich gab es auch heiße Getränke. Und damit meine ich nicht nur heiß von der Temperatur her. Ich habe mir erzählen lassen, es gab dort einen ganz fantastischen Apfelschnaps! Noch einmal vielen Lieben Dank an die Familie Pfannes, die uns diese geniale Mittagspausen-Möglichkeit zur Verfügung gestellt hat! Wir hatten sogar ein richtiges WC! Gerade im Winter wissen Reiterinnen das sehr zu schätzen.

Mittagstisch decken - perfekt gelöst! - Foto: Helmut Weber
Mittagstisch decken vom Pferd aus – Foto: Helmut Weber

Dann ging es durch das schöne Breitbachtal zurück nach Willanzheim und an das Flurdenkmal. Dort warteten als letzte Station Susanne und Hannah mit der „Löschdecke“ auf die Starter. Der Begriff Löschdecke hat wohl im Vorfeld für etwas Panik gesorgt (das werde ich mir natürlich für weitere Ritte merken und wir denken uns in Zukunft schöne Stations-Namen aus, damit keiner erraten kann, um was es gleich geht).

Aber alle Panik war umsonst. „Löschdecke“ heißt einfach nur mit dem Pferd über eine Plastikfolie „trampeln“, damit das Feuer gelöscht wird. Wie immer eine Aufgabe, die von allen Startern sehr gut bewältigt wurde. Und dann konnten die Reiter schon das letzte Stück der Strecke am alten Bahndamm entlang zurück zum Zykloopenhof genießen.

Löschdecke - Foto: Helmut Weber
Löschdecken-Fino – Foto: Helmut Weber

Dort angekommen konnten sie sich dann, natürlich erst nach der Versorgung der Ponys, bei reichlich Essen und Trinken gut in unserer beheizten „Garage“ aufwärmen. Johannes hat auf einer der neuen Betonplatten auch ein richtiges Feuer geschürt. Nadine hat einen Mobilen Shop aufgebaut und es war genügend Zeit für Gespräche oder einfach nur gemütlich da sitzen in der Sonne. Neben unseren fleißigen Reitern hatten wir auch wieder viel Besuch von Freunden, Bekannten und Besuchern aus Nah und Fern.

Stuhlfeuer zum Aufwärmen ! - Foto: Martin
Feuerkraft zum Aufwärmen! – Foto: Martin Barkanowitz

Nachdem alle Reiter ihre Sache auf der Strecke sehr gut gemacht haben, hatten wir uns dieses Jahr als „Preis“ überlegt, jeder bekommt das Gleiche, weil alle Reiter spitze sind! Und zwar was Praktisches, was man wirklich gebrauchen kann. Und bei diesen eisigen Temperaturen ist das im Moment nun mal eine Mütze. Extra für den Ritt „designt“ bekam jeder Teilnehmer (und unsere Helfer auch) eine exklusive Heißbären-Mütze für „heiße“ Ohren. Stilecht im Zykloopenhof-Eimer überreicht mitsamt Urkunde, einer „Pfutter“-Probe Kräuter für Pferde (das übrigens auch als Tee für Menschen konsumiert werden kann), einer Futterprobe Müsli von der Hagenmühle, dem IGV-Jahrbuch (um mal ein bisschen Wissen und Werbung über Gangpferde unauffällig unters Volk zu mischen) und einem Paso Shop Kugelschreiber.

Foto
Alle Preise im Eimer! – Foto: René Pirnak

 

Hervorheben möchte ich einfach aus Statistikgründen noch ein paar Fakten:
Dieses Jahr hatten wir 34 Starter (ohne die sieben Absagen, übrigens alle mehr oder weniger Krankheitsbedingt, wenn man Rutsche-Eisen als Krankheit dazu zählt). Das war ein ganz schön großer und bunter Haufen Pferde und Ponys! Fast schon zu groß! Nächstes Mal gibt es auf jeden Fall eher einen Aufnahmestopp!

Streckenimpressionen - Foto: Helmut Weber
Streckenimpressionen – Foto: Helmut Weber

Gewonnen hat unser Starter mit der längsten Anreise, bei dem es auch noch am knappsten war, ob er auch tatsächlich kommt: Jürgen und Camino von hinter Aschaffenburg (ca. 130 km Anreise) und dann noch mit einem Paso Fino (was natürlich mein Paso Fino-Herz höher schlagen lässt). Und Jürgen: Das ist jetzt doch mal ein super Anreiz für Dich am nächsten Turnier auch mal einen Trail zu starten? *gg*
Apropos, mein Paso Fino-Herz hat sowieso höher geschlagen, denn wir hatten insgesamt acht Paso Finos am Start, was mich total begeistert hat! Davon sogar zwei gekörte und leistungsgeprüfte Zuchthengste. Der Gangpferdeanteil dieses Jahr war sowieso sensationell hoch: acht Paso Finos, acht Isländer, ein Töltender Traber und ein Paso Peruaner (18 Pferde) und dazu sechzehn „normale“ Pferde. Spitze!

Foto: Helmut Weber
Eisbären haben sich auch dazwischen gemogelt! – Foto: Helmut Weber

Dieses Jahr haben wir ebenfalls darauf verzichtet die Jugendlichen extra zu werten. Nachdem wir die Jugendlichen genau so „hart“ bewertet haben wie die Erwachsenen und die Jugendlichen den Erwachsenen grundsätzlich haushoch überlegen sind, da brauchen die Jugendlichen keine Extrabehandlung 🙂

Kostümtechnisch hat Legado del Bosque mit Christin Bachmann, übrigens genau so wie letztes Jahr, den Vogel mit ihrer Idee abgeschossen. Christin und ihre Mutter kamen als Feuerlöscher. Da muss man auch erst Mal drauf kommen! Überhaupt finde ich es immer wieder total faszinierend, was Ihr Euch alles für Kostüme ausdenkt, oder wie schick die Ponys bemalt sind. Ganz großes Kino ist das. Und damit meine ich jeden Einzelnen, der verkleidet kommt!

Unser ältestes Pferd ist dieses Jahr Moritz mit 28 Jahren (Bianca Selzer) gewesen, dicht gefolgt von Hringja mit 27 Jahren, Frekur (24 Jahre) und Sokki (24 Jahre). Also von wegen: Altes Eisen!

So, ich glaube das war genug Statistik! Das ganze Zykloopenhof-Team bedankt sich bei allen Teilnehmern, Sponsoren und Helfern (siehe dazu letzter Blogartikel) und vielen Dank für die nette positive Resonanz, die wir bereits gleich nach Ende des Rittes bekommen haben. Vielleicht sehen wir uns alle nächstes Jahr wieder, wenn es wieder heißt: …. nur die Harten kommen in den Garten! (Eisbären-Motto: 2013 bis 2017)

 

PS: Wir hatten sogar mehrere Fotografen auf der Strecke und am Hof, von denen ich ganz tolle Bilder bekommen habe. Helmut, René und Martin – vielen herzlichen Dank! Die Teilnehmer bekommen den Link in die Dropbox für noch mehr Bilder von mir per Email geschickt, für alle anderen, hier gibts:

Noch mehr Fotos!

 

Foto: Helmut Weber
Schneehase … das hält schön warm!  – Foto: Helmut Weber

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