Del Cavador

Auf die Palme?

17. Juni 2017:

Ich versuche ja eigentlich mich nicht mehr so viel Aufzuregen. In meinem Alter bekommt man gerne Blutdruck- oder Herzprobleme und es ist wirklich absolut unnötig, dass ich mit einem Notarzt und einem Rettungswagen zusammentreffen muss. Der Notarzt möchte das am Allerwenigsten. Glaubt mir. Denn das würde in etwa wie folgt ablaufen:

Ich: „Ich brauche keinen Arzt! Ich kenne Sie doch gar nicht!“
Notarzt: „XXX mein Name, darf ich jetzt Ihren Blutdruck messen?“
Ich: „Haben Sie einen Lebenslauf oder eine aussagekräftige Vita dabei? Was sind Sie überhaupt für ein Arzt?“
Notarzt seufzt: „Frau Griebel, Ihr Blutdruck. Ihre Lippen sind schon ganz blau.“
Ich schaue streng.
Der Notarzt seufzt. „Anästhesist, ich bin Anästhesist, seit 1994.“

Sanitäter mischt sich ein: „Bisschen Sauerstoff vielleicht?“
Ich: „Nur bei pathologischen O2-Werten, damit man das auch gegenüber der Krankenkasse abrechnen kann … Sie haben mir noch kein Blut abgenommen! So geht das nicht!“
Notarzt: „Frau Griebel, sie wollten zuerst meinen Lebenslauf sehen. Sie müssen sich schon entscheiden!“
Ich: „Blut gibts eh nur aus meinem linken Arm. Und nur ein Versuch beim Stechen. Sonst sind Sie raus! Sind Sie sich sicher, dass Sie sich das zutrauen?“
Notarzt: „Also sowas! Ich fahr jetzt seit 30 Jahren Notdienst, aber so was ist mir auch noch nicht unter gekommen.“
Ich rufe: „Aha! Sie sind schlecht vorbereitet!“
Notarzt schaut mich lange an und seufzt dann. Er raunt hinter vorgehaltener Hand zum Sanitäter: „Wir warten einfach bis sie keine Luft mehr bekommt und knallen ihr dann einfach was zur „Beruhigung“ rein.“ Beruhigung setzt er dabei in so in die Luft gezogene Doppelstriche nach oben.

Er lächelt mich an.
Ich: „Ich habe das gehört! Unter Sedierung wird das mit mir auch nicht besser, glauben Sie mir.“
Notarzt verdreht die Augen. Sucht seinen Lebenslauf und drückt ihn mir in die Hand.
Ich: „Da sind Rechtschreibfehler drin. So können Sie den nicht abgeben.“
Notarzt: „Ich will den auch nirgends abgeben, ich bin seit zwanzig Jahren im selben Krankenhaus beschäftigt! Was glauben Sie denn???“
Ich: „Mir wird schwindelig.“
Notarzt: „Na hoffentlich kippen Sie bald ….. äh … NICHT … um. Ich meine: NICHT umkippen.“

Er wischt sich Schweiß aus der Stirn und kruschelt in seinem Koffer herum.
Ich: „Bevor Sie ein Medikament aufziehen und mir verabreichen wollen muss ich das Haltbarkeitsdatum auf der Ampulle prüfen. Das ist Ihnen doch klar oder?“
Er schaut mich lange an.
Ich: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“
Wir starren uns erneut an.
Der Sanitäter kichert.

Ich: „Wenn ich schon abgeschossen werden soll, haben Sie dann wenigstens was hübsch Berauschendes dabei?“
Notarzt: „Frau Griebel, jetzt übertreiben Sie es aber.“
Ich: „Naja, man kann es ja mal versuchen. Und überhaupt, wollten Sie nicht die ganze Zeit schon meinen Blutdruck messen??“

Der Notarzt dreht sich um und knallt seinen Kopf gegen die Tür des Rettungswagens und gibt dabei wimmernde Geräusche von sich. Ich weiß auch nicht was er hat.

Dann überwältigt mich der Sanitäter und ich bekomme was zur „Beruhigung“ gespritzt. Natürlich ohne die Ampulle vorher kontrollieren zu können … ähm …. aber lassen wir das.

 

Bild vom ursprünglichem Stallbau – ich glaube es war Karfreitag 2011 – ungefähr 30° heiß und wir haben Platten verlegt bis wir rotgebrannt waren – Foto: privat

 

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