Del Cavador

Lechleite 2017 – Ich war dabei?

Mein Leihpony Anastasia am Board – Besitzer: Britta Mülle – Foto: Yvi Tschischka ❤

23. bis 25.06.2017

 

Donnerstag: 
Hitzewelle in Deutschland – was machen Yvi und Christine? Genau, Hänger packen und mit den Ponys ab auf die Autobahn. Bei 35° im Schatten. Bekloppt. Wir waren aber präpariert. Der Hänger war auf Durchzug gestellt, Reservewasser im Auto und der feste Wille nicht im Stau stehen zu bleiben, weil dann wäre es tödlich geworden. Während der Fahrt ist es erstaunlich angenehm da hinten. Es war doch eine gute Idee damals für die Ponys einen hellen Großpferdeanhänger zu kaufen, da zirkuliert mehr Luft. Die Ponys jedenfalls haben die Fahrt super überstanden und haben kaum geschwitzt. Aber vor allem Jacinto musste erst einmal ausgiebig wälzen und im hauseigenen Bach plantschen gehen.

Ziel war Islandpferde Lechleite in Friedberg bei Augsburg. Den Hof von Familie Frisch kennen wir ja schon, hier fanden schon einige feine Turniere statt. Dieses Jahr wieder unter dem Motto „Isi&Fino“ zusammen mit den Isländern, wie ich finde passt das sehr gut zusammen. Unser Starterfeld war mit knapp 20 Pferden ziemlich erlesen, aber auch wenig Pferde und dafür umso motiviertere Menschen können viel Spaß haben. Im Vergleich: bei den Isis waren es um die 80 Starter.

Wir sind bereits so früh angereist, um den Ponys noch ein bisschen Ruhe zu gönnen und den Freitag nicht ganz so stressig zu gestalten. Das Abenteuer des Tages fand dann im Finden unseres Hotels statt. Wir hatten diesmal ein Hotel direkt in Friedberg gebucht, eine umgebaute Villa im Industriegebiet – und es erst mal nicht gefunden … es liegt nämlich ganz unscheinbar am Ende einer Einbahnstraße umgeben von Industrie und dort vermutet man dieses Juwel eigentlich nicht. Mit dem Hotel waren wir diesmal sehr zufrieden.

Abends haben wir auch erstmalig einen Blick in die Stadt Friedberg geworfen und es ist wirklich idyllisch da – und eigentlich auch ziemlich groß. Wir haben zufällig einen Italiener gefunden, der uns noch warmes Essen gezaubert hat und dort haben sich dann nach und nach eine gute Runde Fino-Leute versammelt. Nicholas Burgos (unser Richter vom letzen Jahr hatte spontan beschlossen einfach just for Fun in Deutschland vorbei zu sehen und hier Spaß zu haben). Ein amerikanisches Ehepaar (Kunden unserer Richterin Sharon) aus den Staaten sind auch „einfach so“ vorbei gekommen, um die Show zu sehen. Was ich einfach erstaunlich und super finde! Auch die liebe Yvonne Bowen hat es sich nicht nehmen lassen, den Weg aus England hier her zu finden. Man könnte also durchaus sagen: Wir hatten internationales Publikum 🙂 Schön war auch, dass die Schweizer mit dabei waren: Claudia Greb kam mit zwei Pferden und Christian und Heidi leider ohne Pferde, aber dafür mit Wohnmobil und guter Laune.

Jacinto in Action – Foto: Yvi Tschischka

Freitag:
Das Turnier startete am Freitag Nachmittag mit der Einsteigerprüfung und der Pleasure Schooling, gefolgt von der Ausdauertölt. Dauerbrenner hier Helmut und Amapola, die mal wieder die Pole Position erritten haben. Jacinto und ich sind diese Prüfung auch gestartet. Und ich muss sagen, ich war sehr zufrieden mit Jacinto. Er hat sich gut geschlagen, hatte ein konstantes Tempo (nämlich immer hinter Encantador :-)) und auch eine konstante Gangart. Zwar kein super-duper-Tölt, sondern eher passig verschoben, aber konstant, das ist deutlich mehr, als letztes Jahr drin war. Von daher war ich durchaus zufrieden mit der Leistung. Ich möchte irgendwann für ihn ein Tempo finden, was schöner Tölt ist, aber trotzdem locker geritten ist. Ich möchte ein entspannt töltendes Pferd haben, damit ich auch in den anderen Gangarten Entspannung habe. Was ziemlich schwierig ist. Aber zumindest habe ich die meiste Zeit schon mal ein Pony, was entspannt ist. Und zwar in allen Lebenslagen. Richter-Technisch tut sich auch einiges bei uns: Claudia Metting war als Richter-Azubi die ganzen Tage mit Sharon Londono fleißig am Üben. Sharon hat gewohnt souverän gerichtet und auch zu jeder Prüfung ein Statement abgegeben. Außerdem hatte sie auch richtig viel Spaß mal wieder in Deutschland zu sein.

Am Abend war dann gemütliches Zusammensitzen an der Lechleite angesagt mit Sekt und einem ziemlich gutem Catering, die uns freundlich und lecker durch die Turniertage gebracht haben. Und das Brot mit diesem Radieschen-Aufstrich war mega-lecker. Bestimmt ein Thermomix-Rezept 🙂 Und ich habe gelernt, dass Croissants in Friedberg „Bamberger“ heißen. HmHm.

Am Abend durfte ich dann noch „Freisting“ und Anna-Lena kennen lernen. „Freisting“ ist das Reitbeteiligungspferd von der lieben Ann-Christin von Ponyliebe. Freisting und Anna-Lena hatten ein Shooting bei Yvi und nachdem die fiesen kleinen Mücken so dermaßen bissig waren, war das kein Spaß als Helfer im Gras zu hocken. Aber Freisting machte das so perfekt: Kamera an – Ohren vor, dass wir das Shooting in Rekordzeit im Kasten hatten. Auf der Bahn haben wir dann auch noch ganz tolle Bilder mit untergehender lila Sonne gemacht. Also Yvi, ich saß nur daneben und habe gutes lokales Bier gezischt. 🙂

Islandpferde Lechleite – Auf die Details kommt es an! 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Samstag:
Samstag war dann mein Hardcore-Prüfungstag. Yvi und Diosa starteten mit der Dreigang (die ich leider nicht gesehen habe, weil ich mit Jacinto abreiten war). Meike hat aber netter Weise für mich ein bisschen mitgefilmt und es sah richtig gut aus. Wir brauchen unbedingt Fliegenhauben für die Ponys. An der Lechleite wohnen ganz fiese kleine Mücken – scherzhaft Griebelmücken genannt – aber wahnsinnig nervig …. die gibt es bei uns nicht. Man findet doch immer noch neue Optimierungsmöglichkeiten für seine Turnierkiste. Da nutzten auch drei verschiedene Sorten Fliegenspray nicht mehr. Wir hatten nämlich praktischer Weise ein Fliegenspray gewonnen. Hat aber ehrlich gesagt auch nicht viel geholfen. Eigentlich hilft wirklich fast nichts, außer vielleicht hinter Tine und ihrer Knoblauch-Fliegenspray-Fahne her reiten. Das betäubt zumindest ein bisschen. Und zwar alles.

Springfino … der Hut ging dann doch verloren 🙂  – Foto: Yvi Tschischka

In meiner ersten Prüfung, der Country Pleasure L2 dachte ich mir, ich muss die Prüfung gleich wieder verlassen, weil Jacinto gar so hoppelig unterwegs war. Aber nach dem Handwechsel lief er sich einigermaßen ein und ich dachte mir, bleibste halt als Kanonenfutter für Tine und Yvi mit drin. Die Dressur B war dann dafür relativ gut – wir wurden sogar wieder erwarten mal nicht letzter, sondern zweiter! Dann durfte ich mit Anastasia die Pleasure starten. Vielen Lieben Dank noch mal Britta, dass Du mir die Gelegenheit gegeben hast, ein absolut geniales und arschgeil töltendes Pony unter dem Popo zu erleben. Die Energie dieses Pferdes ist absolut mega. Mit Anastasia hatte ich in der Pleasure das Board meines Lebens. Die Platzierung war mir dann schon komplett egal – der Reiz besteht darin ein fremdes Pferd so in einer Prüfung so vorzustellen, als ob man es ständig reitet. Also auf feine Übergänge achten und so weiter. Jedes Pferd tickt anders und ich genieße es fremde, toll gerittene Pferde auszuprobieren. Und in der Pleasure waren dann auch tatsächlich Knock-out-Workouts gefragt. Und das macht mit einem tollen Pferd auch wirklich Spaß.

Am Nachmittag hatten Tine und ich noch die Versatility. In dieser Prüfung werden Galopp, Zirkel im Galopp und ein Gehorsamssprung abgefragt. Diese Prüfung lief Gangtechnisch eigentlich richtig gut. Und der Sprung ist sowieso immer wieder Spaß. Jacinto zieht auf das Ding zu, als ob es ein 1,80 m Oxer wäre. Aber er übertreibt gerne ein bisschen. Jacinto war insgesamt entspannt und ich war erstaunt, dass er mit zunehmender Turnierdauer immer Besser wurde. Was ich als gutes Zeichen werte. Früher war er am ersten Tag gut und wurde dann konstant immer schlechter. Jetzt ist es umgedreht. Auch hat er dieses Mal nur sehr wenig abgenommen. Anscheinend haben wir es geschafft ihn möglichst wenig zu stressen. Läuft bei uns.

Yvi und Diosa in der Western Pleasure – Foto: „geklaut“ von Rico Abendroth (Dankeschön!)

Yvi und ich haben dann noch am Trailplatz den ersten beiden Fino-Reiterinnen im Isländer-Starterfeld zugesehen. Der Trail war nämlich auf zwei Tage verteilt, weil es eine gemeinsame Prüfung für Isis und Finos war. Dort hatten wir ziemlich viel Spaß, bis wir den Trail auswendig konnten. Als Fan-Kurve hatten wir dann zusammen mit Nico Alex in der „3 aus 5“-Prüfung angefeuert, die als einziger Fino hier mitgemischt hat. Ihr „Leihpony“ Aprendiz ist aber auch ein schnuckeliger Kerl. Und so Gewinnfreudig 🙂 Aperendiz hat bis auf die „3 aus 5“ alles gewonnen was er gestartet ist. Und der Speedpass der Isländer ist auch immer ziemlich spannend zu sehen. Diesmal auch als Wett-Variante. Die Wette hat übrigens unser USA-Besucher gewonnen 🙂 Yvi und ich wurden während dessen von Laura angequatscht, die schon immer mal Fino ausprobieren wollte. Sie ist die Besitzerin des ganz tollen Island-Schimmels „Ólafur“, der mir in der Fünfgang aufgefallen ist, als ich mit Tine zum Abkühlen meines geschwollenen Fußes im Bach stand. Wir vereinbarten für den nächsten Tag einmal Isländer Reiten gegen Fino Reiten. Das Angebot mit dem Pass auf einem weißen Isländer war nicht zu toppen! 🙂

Am Abend waren auch noch ein paar Prüfungen. Die „Switch it“ – in der Pferde getauscht wurden und wo leider nur ein Fino mitgemacht hatte (das aber mit „Heimvorteil“ …. weil Tine zu Hause nämlich auch noch einen Isländer hat :-)). Die Classic Fino mit schön anzusehenden Pferden und einer Jojo, die erstmalig auf Shakira saß, erstmalig in Zamarros und dann gleich ins Turniergetümmel mit erstmaliger Classic Fino geschmissen wurde. Respekt Jojo 🙂 Die Classic Fino wurde übrigens von Anastasia, dicht gefolgt von Amistad und Britta gewonnen. Stan hat sie wirklich toll vorgestellt. Yvi hatte dann noch mit Tine zusammen die Western Pleasure. Es macht immer wieder Spaß dieses Prüfung zu reiten oder sie zu sehen. Es ist die perfekte Prüfung für Frau Sumpf.

Anschließend gab es dann Showprüfungen: Viertaktprüfung, Sekt-Tölt (feucht-fröhlich wie immer), Paarreiten (unter anderem Tine und ich – Yvi und Anna-Lena) und die Kostümklasse. Die Isländer haben wirklich mal echt geniale Kostüme gezaubert – unser Foto-Pony Freisting ging als Darth Vader – dieses dunkle Graufalbpony mit schwarzem Darth Vader und pinkem Lichtschwert und pinker Beleuchtungskette um den Hals. Alter Schwede. Auch die andern Verkleidungen waren mega. Eine Giraffe, ein genialer Pfau, ein Leuchtkugel-Pony … da waren richtig genial-kreative Sachen dabei! Nicht einfach nur ein Kostüm übergeworfen!

Sonntag:
Letzter Turniertag! Leider … dieses Turnier hat nämlich richtig viel Spaß gemacht. Die Stimmung war positiv, familiär, locker, lustig. Richtig schön. Die Ponys haben sich wohl gefühlt. Jacinto hat einen neuen besten Freund namens „Tabu“ – die waren sehr unzertrennlich nebeneinander in den Boxen gestanden 🙂 Die Organisation war topp. Was will man mehr? Aber erst mal durften wir noch ein bisschen reiten. Und zwar den Trail.
Um es kurz zu machen: Jacinto hat den Trail seines Lebens hingelegt. Nachdem mein allererster Turnierstart mit ihm vor 12 Jahren ein Trail war, an dem Jacinto an einer Plastikfolie am Boden komplett mit den Nerven durch war und dieser Trail damals eine Lachnummer und Nullnummer ohne Ende war, bin ich nie wieder Turniertrail gestartet. Bis gestern. Dieser Trail war wirklich der Trail seines Lebens. Er begann auch mit einer Plastikfolie am Boden …. und über die ist er drüber marschiert, als ob da nichts läge. Stangen L (wie gewohnt etwas hektisch, aber sauber glaube ich – das geht immer so schnell bei ihm), absteigen auf eine Bank, Pony drumherum lotsen, wieder aufsteigen (Brav wie ein Brauereipferd). Im Tölt durch die ganze Bahn wechseln. Mitte der kurzen Seite einhändig reiten, Slalom um die Stangen. Mitte der kurzen Seite wieder beidhändig. In der Ecke angaloppieren, bei „K“ Schritt. Topp gemacht von Herrn Zwerg! Und dann noch durch ein Schaumgummi-Tor mit Flattertor reiten (ohne zu zögern!!!!) und noch einmal eine Runde Tölt einhändig, auf die Mittellinie und Grüßen. Also ein durchaus anspruchsvoller, aber auch rittiger Trail. Jacinto hat sich eine 6,7 erritten und war damit sogar noch besser wie Diosa (6,5) – was mir ja ein bisschen Leid tut, nachdem Frau Sumpf das geborene Trail-Pferd ist, aber ich hoffe meine beiden Ponys machen sich ab jetzt ein bisschen gegenseitig Konkurrenz. Kann natürlich auch sein, dass Herr Zwerg nur ein hitzebedingtes Blackout hatte und das nächste Mal gewohnt hektisch und ängstlich vor allem stehen bleibt. Das ist immer so ein schmaler Grat. Aber gefreut hat es mich jedenfalls wie Hulle. In der Gesamtwertung mit Isländern zusammen wären wir sogar auch 2. oder 3. geworden – immerhin von ich glaube 17 oder 18 Startern. Sowas freut mich dann schon. Und über den Lechleite-Holzpferdchen-Pokal habe ich mich auch riesig gefreut.

Anschließend haben wir unsere private „Switch-it“ veranstaltet. Laura durfte erst Diosa und dann sogar Jacinto ausprobieren, was richtig gut geklappt hat. Wir durften dann ihren schicken „Oli“ ausprobieren. Was ziemlich genial war. Er ist fein geritten, macht Spaß und das mit dem Pass ist ja mal echt genial. Vielen Dank noch mal für dieses Erlebnis!
Als krönenden Turnier-Abschluss durfte ich noch einmal Anastasia in der Best of Traditional Pleasure vorstellen. Da wurden wir aber leider letzter, weil unser Schritt nicht so gepasst hat und Rückwärts am Rail war auch eher suboptimal … und es hilft auch nicht wirklich immer direkt unter den Lautsprechern anhalten zu müssen, aber mal ehrlich: Wer braucht schon Schritt, wenn er so genial Töltet? 🙂
Jedenfalls hat sich die Reise und das Durchhalten in Affenhitze und das Beißen lassen von den Fliegen auf jeden Fall gelohnt. Wir hatten vier schöne Tage mit Erholungseffekt und freuen uns schon auf das nächste Turnier!

Anastasia macht so viel Spaß! Übrigens konnte ich das Turnier Funktionsshirt von Ariat jetzt mal richtig testen – sieht gut aus und kühlt gut – gibts über Nadine im Paso Shop  – Foto: Yvi Tschischka

Noch einmal einen herzlichen Dank an Alle die geholfen haben das Turnier zu diesem schönen Ereignis zu machen – stellvertretend für den PFAE Britta und Gerd Mülle, Meike Wolf, Alex Rau und Familie, den Ringstewarts Willi Bodenhangen und Helga Bayer, Jürgen Töpper für die Sponsoring-Orga, allen Sponsoren, der Familie Frisch und dem ganzen Lechleite-Team inclusive Rudolf Heemann an der Rechenstelle. Und jedem der dabei war und ein Teil des Teams #wirliebengangferde ist! Wir sehen uns!

„Angeberstatistik“ fürs Protokoll:

Jacinto und ich:
Ausdauertölt – 4. Platz (von 4)
Country Pleasure L2 – 3. Platz (von 3)
Dressur B – 2. Platz (von 4)
Trail – 1. Platz (von 4)

Diosa und Yvi:
Country Pleasure L2 – 1. Platz (von 3)
Dreigang – 3. Platz (von 5)
Western Pleasure – 2. Platz (von 2)
Trail – 2. Platz (von 4)

Anastasia und ich:
Pleasure – 3. Platz (von 5)
BoT Pleasure – 5. Platz (von 5)

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