Del Cavador

Auf die Nuss gekommen?

08. Oktober 2017:

Warum ich auf die Nuss gekommen bin …. es gibt ja genügend Trends, die so durchs Internet und das reale Leben wabern, die mal mehr oder weniger sinnvoll sind. Leggings zum Beispiel. Ein Trend, der zu meinem Bedauern immer wieder hoch kommt. Die Dinger sind zwar ultra bequem, aber jeder, der nicht Konfektionsgröße 34 oder weniger hat sieht darin garantiert aus wie ein Wal bei der finalen Strandung. Und Menschen (wie ich), die zur ersten großen Leggings Zeit groß geworden sind und gleichzeitig Leggings UND Dauerwellenfrisur getragen haben wissen: Nö, da mach ich nicht mehr mit. Da tut man sich keinen Gefallen mit. Niemals wieder! Verbannte und verstaubte Beweisfotos in Schachteln ganz hinten im Schrank sind traurige Zeitzeugen dieser gruseligen Epoche.

So verhält es sich auch mit Wunder-Allheilmitteln. Sie ploppen auch immer mal wieder hoch. Teilweise berechtigt, teilweise gut beworben. Ich sage nur: Natürlich heilen mit Apfelessig, Wunderfrucht Grapefruit, Teebaumöl in der Hausapotheke, Arganöl, Eigenurin – der besondere Saft. Eigentlich warte ich ja auf den Trend: Mit Schokolade wirkungsvoll abnehmen. Oder: „Die 7-Wochen-Bier-Kur“ – Wundermittel für Haut, Psyche und Körper. Aber da wird wohl nichts draus.

Was ich aber seit Neustem entdeckt habe und ehrlich gesagt für meine Verhältnisse jetzt schon ziemlich lang kontinuierlich benutze ist Kokosöl. Eigentlich bin ich auf das Kokosöl gestoßen, als ich meine frustrane Suche nach passenden Fliegenmasken für das Drachenpony gestartet habe. Ich habe gelesen, dass die Fliegen den Geruch der Laurinsäure nicht leiden können. Ein bisschen Internetrecherche und zwei Tassen Kaffee später stand fest: Ich brauche Kokosöl! Und zwar nicht nur für die Ponys, sondern auch für mich.

Wie wirkt es also?
Kokosöl beim Pferd:
Ans Pony geschmiert, was ziemlich leicht geht, weil das feste Öl in der Hand bei Wärme schmilzt, wirkt es stark abweisend gegen allerlei Plagegeister (Zecken, Stechmücken, Bremsen, Milben, Läusen, Kriebelmücken) – durch den Geruch der Laurinsäure, den die Viecher nicht mögen. Außerdem bildet es durch seine Konsistenz einen hautpflegenden Barriereschutz – Kokosöl haftet länger im Pferdefell als andere Produkte. Und es ist gesünder. Ich möchte ehrlich gesagt gar nicht wissen, was die Industrie alles in Pferde-„Pflege“-Mittel kippt. Beim Menschen gibt es da schärfere Richtlinien, aber beim Tier?

By the Way, ladet Euch mal die kleine App „CodeCheck“ herunter und scannt die Inhaltsstoffe der Dinge, die Ihr Euch täglich ins Gesicht und auf den Körper schmiert. Ihr werdet ziemlich erschrecken.

Doch zurück zum Kokosöl beim Pferd! Entzündungen, Ekzeme, Verletzungen und Scheuerstellen heilen bei täglicher Pflege überraschend schnell ab. Es lindert den Juckreiz nach Stichen oder von Ekzemen. Übrigens auch beim Menschen 🙂
Momentan werden die Ponys je nach Bedarf ordentlich mit Kokosöl eingeschmiert. Um die Augen und am Bauch für/gegen die Fliegen. Wobei ich die Wirkung nicht wirklich einschätzen kann, aber zumindest macht es den Biestern durch den Hautschutz das Stechen schwieriger und die Pony-Haut wird zumindest gepflegt.

Das mit dem Zeckenschutz probiere ich mal im Frühjahr, wenn das Gras frisch hoch wächst aus.  Dann schmiere ich mal unterschiedlich hoch die Pferdebeine ein und teste bei zeckenbehafteten Geländestrecken den „Hängenbleib“-Effekt.

Toll ist es als Wundschutz. In der ersten Phase hatte Diosa eine ziemlich tiefe Wunde unterhalb vom Fesselgelenk. Das Pony ist beim Aussteigen vom Hänger ganz blöd hängen geblieben und hat sich eine 4 cm lange, relativ tiefe Wunde geholt. Nach Kompression war die Blutung gestoppt und eine Naht war grenzwertig. Aber damit die Wunde in den nächsten Tagen schön von unten heraus zuheilen konnte (und damit sich keine Entzündungen bilden – bei Dreck, Bewegung, Fliegen) habe ich nach der Wundreinigung immer Kokosöl an die Wundränder gegeben. Und es ist gut verheilt, war nicht geschwollen und hat sich nicht entzündet.

Jacinto hatte zur selben Zeit am hinteren Kronrand eine ordentliche und tiefe Schürfwunde (ca. 3 x 4 cm), bei der das Fell komplett abgelöst war. Auch hier habe ich mit Kokosöl gepflegt, damit die Haut geschmeidig bleibt. Das Fell ist tatsächlich relativ schnell nachgewachsen. Und auch hier hat sich nichts entzündet oder wieder aufgerissen. In dem Zusammenhang bin ich dann auch dazu über gegangen die Hufe der Ponys mit Kokosöl einzuschmieren. Es lässt sich mit den Fingern gut auftragen und es scheint auch lange zu halten. Sehen wir mal, was der Langzeiteffekt bringt.

Auch innerlich soll Kokosöl toll helfen. Die Darmflora verbessert sich, damit wird die Futterverwertung besser. Darmparasiten mögen auch kein Kokosöl (wobei ich jetzt nicht so weit gehen würde und es statt einer Wurmkur einsetzen würde :-)). Und es enthält natürlich viele wichtige Vitalstoffe. Aber innerlich habe ich es bei den Ponys bis jetzt nicht angewendet.

Kokosöl für die Hufe. Der Verkäufer des Öls ist natürlich egal – dieses hier ist ein exemplarisches Beispiel – Foto: privat

Kokosöl beim Menschen:

Dafür aber im Selbststest! Mit Kokosöl wird alles mögliche in der Pfanne angebrutzelt und ich habe mir angewöhnt früh morgens meinen ersten Kaffee mit einem Teelöffel Kokosöl zu verfeinern. Auf Neudeutsch heißt das „Bulletproof Coffee“, gemahnt an die Länder, in denen schwarzer Tee mit Butter als Energielieferant getrunken wird. Und es ist auch furchtbar Hipster und Trendy!
Funktioniert (bei mir ohne Butter) am Schnellsten so: Tasse Kaffee halb voll, Teelöffel mit Kokosöl reinglitschen lassen, mit einem batteriebetriebenem Milchaufschäumer kurz umwirbeln, restlicher Kaffee dazu. Fertig. Schmeckt gut, macht satt, ist gesund, soll eine abnehmpositive Wirkung haben, und am Besten: Die Lippen werden beim Kaffeetrinken super gepflegt und schmecken ganz samtig nach Kokos.

Kokosöl kann man auch vielfältig zur Haut- und Haarpflege, oder sogar bei Akne und Neurodermitis einsetzen. Natürlich funktioniert das mit der Fliegenabwehr auch beim Menschen. Unterstützt mit der inneren Einnahme soll das wahre Wunder wirken. Antioxidantien ist das Stichwort.
Durch die Inhaltsstoffe unterstützt es auch positiv bei Alzheimer, Demenz, Parkinson, Pilzbefall, Läuse/Flöhe, Krebserkrankungen, Herz-/Kreislauferkrankungen, Diabetes und vielem anderen. Es gibt mehrere Studien zur Wirksamkeit von Kokosöl. Es liegt wohl vor allem an den mittelkettigen Triglyceriden (MCT), diese Fettsäuren werden umgewandelt in Ketone, die als Ersatz für die Glukose im Gehirn dienen und dort deren Funktion übernimmt. Alzheimer-Gehirne sind nämlich nicht mehr in der Lage die vom Körper bereitgestellte Glukose zu nutzen. Die Ketone werden aber genutzt. Das ist ziemlich spannend oder?
Zum Nachlesen:
Die Newport-Studie – Erfahrungen einer Ärztin, deren Mann mit 59 Jahren an Alzheimer erkrankte.

Der Löffel Kokosöl ist also auch eine Art Prophylaxe gegen Demenz bei mir. Und vergesslich werde ich auch so schon ordentlich, da brauche ich nicht extra Alzheimer dazu.

Noch ein kleiner Tipp: Man kann sich eine kleine Menge Öl in einen kleinen Creme-Behälter umfüllen, oder in diese kleinen blauen Blechdöschen. So hat man immer Lippenpflege, Hautpflege …. und zur Not auch was zu Essen dabei! 🙂

Kokos-Produkte zum Essen:

Die Kokosnuss schenkt uns übrigens nicht nur das Öl. Es gibt auch noch weitere Produkte:
Kokoswasser: Voll das geypte, überteuerte In-Getränk weil basisch und isotonisch – man wird allerdings Arm dabei, wenn man nicht in einem Land wohnt, in dem man sich die grünen, noch unreifen Kokosnüsse nicht selber von der Palme schlagen kann. Lohnt hierzulande also nur zum Angeben, frei nach dem Motto: „Seht her wie healty und cool hippster-lifestylig ich unterwegs bin!“ Also nix für Pferdebesitzer. Die kaufen lieber Sachen fürs Pony. Schmeckt aber ganz gut.

Kokosmilch: Lecker in der Küche für Suppen, Gerichte und vor allem Cocktails! Ich sage nur Pina Colada oder Swimming-Pool. Zu finden auf jeder gut sortierten Cocktail-Karte in seriösen und unseriösen Bars.

Kokossirup:
Natürlich nicht gesund, weil Sirup, der einfach nach Kokos schmeckt, aber damit kann man seinen Kokosfetisch in Getränken und bei Cocktails ausleben. Und nachdem Cocktails trinken auch nicht gesund ist, fällt das Ganze … also Bar-Besuche mit kleinen Absackern … unter Sozialhygiene. Weil man hängt ja nicht alleine in Bars rum. Also positive Lebenszeit durch soziale Kontakte. Stichwort: Quality Time! *zwinker*

Kokosblütenzucker:
Ersetzt man den „bösen“ weißen Industriezucker durch Kokosblütenzucker ist man ebenfalls auf der guten Seite. Durch den niedrigen glykämischen Index wird er langsam vom Körper aufgenommen und die schlimmen Blutzuckerschwankungen (und damit auch die Heißhungerattacken) werden abgemildert. Nebenbei ist der Kokosblütenzucker auch besser für die Zähne, wir erinnern uns: in dem Kokosöl sind ja auch Inhaltsstoffe, die Karies-Bakterien abtöten.

Kokosmehl:
Gibt es auch noch, soll eine tolle Alternative für diverse Mehle sein. Nachdem ich aber ein küchentechnischer Vollhonk bin kann ich das nicht beurteilen. Das Stichwort hier ist aber „Basisch“ und „kein Cholesterin“, „Glutenfrei“ – und es beeinflusst den Blutzucker nicht, was ja gerade bei Diabetikern sehr interessant ist.

Eine ganz tolle Seite mit vielen Infos und mit Hinweisen auf wissenschaftliche Studien ist: www.kokosoel.info
Stöbert da mal ein bisschen herum! Da finden sich noch viel mehr Anwendungsgebiete!

Nachdem ich den Sommer über mit Kokosöl verbracht habe, bleibt jetzt noch die Frage: Wie krieg ich das Zeug im Winter flüssig, dass ich es weiter schmieren kann? Selbst jetzt im Herbst bröckelt einem das Zeug regelrecht aus den Fingern, bevor es warm genug ist. Ich werde wohl mit kleineren Abfüllungen experimentieren müssen, die durch Körpertemperatur aufgewärmt werden. Oder aber unser Aufenthaltsraum wird bald fertig. Dann kann ich das Zeug auf die Bodenheizung stellen 🙂

Wie steht Ihr zum Thema Kokosöl? Habt Ihr noch Tipps für mich?

— PS: dieser Blogpost enthält keine Werbung – alles selber gekauft, ausprobiert und für gut befunden —

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