Del Cavador

Weihnachtsmä(h)r(e)?

24. Dezember 2017:

 

Es war einmal eine nicht mehr ganz so junge Frau, die verliebte sich unsterblich in einen Pferdeanhänger aus Aluminium. „Das wird ein gar treffliches Gefährt für meine treuen Ponys sein!“ dachte sie sich. Das alte Gefährt sieht zwar noch gut aus, aber irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen getrennte Wege zu gehen. Und dieser Zeitpunkt war jetzt. Was die Männer-Midlife-Crisis mit flottem Autos und jungen Frauen beschert, bringt die Pferde-Mädchen-Midlife-Crisis anscheinend mit Aluminum-Hängern oder tollen Allrad-Autos. Die jungen Stallmänner dazu sind zu rar gesät.

Also fuhren sie auf der Holper-Autobahn gen Mittelfranken, um den alten gegen den neuen Hänger auszutauschen und auf ihrer Reise gar mannigfaltige Dinge zu erleben. (Beispiel: sprich niemals Mitarbeiter eines McCafes darauf an, dass er Dir ja schon am letzten Samstag einen Kaffee verkauft hat und dass Du sozusagen ein Dejavu hast. Es verwirrt sie total und sie kommen komplett durcheinander. Auch mit Deiner Bestellung.)

Der Deal ging reibungslos über die Bühne, das Pferdemädchen fuhr in der Dunkelheit mit dem neuen Sirius-Anhänger (S75 Aluminium) in den heimischen Hof und freute sich. „Morgen werden wir das Einsteigen in das neue Gefährt ausprobieren!“, dachte sie.

Sirius – Aluboden – Foto: privat
Sirius – die Graue Wand – Foto: privat

Gesagt getan. Ein schlechtgelaunt-geschecktes Ponytier und ein braunes Drachenpony mussten als erste Versuchskaninchen herhalten. Funktionierte reibungslos. Dann mussten die Versuchstiere in der neuen Bewegungshalle noch ein bisschen Bodenarbeit machen. Dabei entwickelte das Drachenpony eine neue Bewegungsform: sägebockartiges Stehen gefolgt von hinlegen in der Reithalle obwohl zwei weiteren Pferden mit darin waren. Alarmstufe Rot!

Schmerz-Drachenpony – Foto: Fotoschnickse

Das Drachenpony hat Schmerzen! Das doofe Drachenpony wahrt viel zu lange seine Fassade. Man merkt sehr schlecht, wenn ihr etwas nicht passt, wenn sie Schmerzen hat, wenn es ihr nicht gut geht. Das ist bei ihr alles mehr ein Ratespiel. Also rief die nicht mehr ganz so junge Frau die Tierärztin ihres Vertrauens, die schon kurze Zeit später mit ihrem silbernen Gefährt in den Hof ritt. Nachdem die nicht mehr ganz so junge Frau noch nie wegen einer Kolik beim Drachenpony bei ihr angerufen hatte, erkannte sie sofort die Dringlichkeit. Das Drachenpony wurde untersucht und war nicht amüsiert aber sehr tapfer.

Schmerz/Krampflöser per Spritze, sich Anfassen lassen, Abhören lassen, die große Hafenrundfahrt und Magenschlundsonde durch die Nase zum entgasen des Magens. Sie lies alles stoisch über sich ergehen. Nach einer gewissen Wartefrist, in der das Drachenpony wieder Schmerzen bekam und sich deutlich quälte, erschien die Frau mit dem silbernen Auto erneut und riet dann doch zu einer Fahrt mit dem neuen Pferdehänger gen Pferdeklinik. Sollte das Drachenpony noch schlechter werden mit den Vitalwerten bekäme man es nicht mehr über die Autobahn in eine Klinik transportiert. Gesagt getan.

Schmusedrachen unter Schmerzmittel – Foto: Fotoschnickse

In der Dunkelheit der Nacht wurde also das Häufchen Drachenpony in das neue Alu-Gefährt gestellt und durch die Nacht transportiert. Ideale Testbedingungen also: Naß, Kalt, Nebel, Nacht. Wobei die nicht mehr ganz so junge Frau ein deutlich positives Fahrgefühl mit dem neuen Sirius-Hänger hat. Allerdings ist er so hoch, dass man weder Ponys noch irgend etwas anderes im Rückspiegel erblickt. Es ist eine graue Wand, man fühlt sich verfolgt von grauem Nichts. Ihre Überlegung geht dahin, dass der Name Sirius deshalb gewählt wurde, weil ja auch Sirius Black in einem Schleier verschwand … ob es da Parallelen zum Potter’schen Universum gibt?

Hängerkamera – schon jetzt ihr Geld wert! – Foto: privat

Jedenfalls erreichten die nicht mehr ganz so junge Frau und die Foto-Schnickse heil die Pferdeklinik. Zur Entspannung der beiden konnten sie das Drachenpony die ganze Zeit in einem kleinen Monitor beobachten, wie es brav hinten im Hänger stand. In der Klinik wurde das Drachenpony, was schon ganz verschreckt, verschüchtert und deutlich erschöpft war noch einmal komplett durchgenudelt. Volles Programm: Ultraschall – dazu hat sie hübsche Karos in ihr Fell geschoren bekommen – die große Hafenrundfahrt, Schmerzmittel, Magenschlundsonde, Infusionskatheter. Intensivüberwachung über die Nacht mit Flüssigkeitsgabe und Bewegung. Wie ein Häufchen Elend stand sie da mit dem ganzen Schlauchkram.

Die nicht mehr ganz so junge Frau konnte gleich mal üben im Dunkeln irgendwo in der Pampas den neuen Hänger abzustellen ohne ihn zu demolieren. Dann sauste sie mit der Foto-Schnickse zurück über die Autobahn nach Hause um ins Bett zu fallen und sich dort weiter zu sorgen.

Banges Warten und einen erlösenden Anruf bekamen sie am nächsten Tag. Die erste Nacht ist geschafft, es wurde nicht schlimmer – also keine Darm-Operation, die sich die nicht mehr ganz so junge Frau sowieso nicht hätte leisten können.

Nachdem diese doofen Feiertage drohten und die Klinik während dieser Zeit keine Pferde entlässt, durften sie das Drachenpony schon wieder mit nach Hause holen.
Kostaufbau dann eben daheim. Das Pony braucht ja in den ersten Tagen ungefähr alle drei Stunden portioniert Essen, Bewegung und einen Trink-Doch-Was-Motivator. Die nicht mehr ganz so junge Frau wird also die Feiertage statt mit Erholen und ausgiebig herumgammeln damit verbringen dem Drachenpony Essen vor den Schlund zu werfen, es zu betutteln, zu bespaßen und sich über seine rektalen Ausscheidungen freuen.

Klinikentlassung – munteres Drachenpony – Foto: Fotoschnickse

In diesem Sinne wünschen wir Euch besinnliche Tage!
Und nicht vergessen: immer schön trinken! Sonst gibt es Kolik!

Testfahrt bestanden Ponys reisen zufrieden in die Klinik und von der Klinik nach Hause  – Foto: privat

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