Del Cavador

Gaited Working Equitation Trail – Was mache ich da?

Reitbeispiel Gaited Working Equitation Trail Mittel (Hünxe 2018)

Nachdem Yvi wieder so nett war und den kläglichen Versuch meinerseits eine reiterliche Glanzleistung zu vollbringen per Video festgehalten hat, dachte ich mir ich stell das Ganze einfach mal an alle Interessierten zum Angucken zur Verfügung. Ich bin jetzt nicht stolz auf diese Leistung, weil es einfach deutlich besser hätte sein können, aber ich hatte schon definitiv schlechtere Trails abgeliefert. Von daher soll das Video einfach demonstrieren wie so ein Working Equitation Trail aufgebaut ist und was man so für Hindernisse gestellt bekommt. 

Außerdem erklärt Stephan ein bisschen und das hilft vielleicht dem einen oder anderen sich zu überwinden und doch einmal bei einer Gaited Working Equitation mitzumachen. Es macht nämlich  richtig Spaß und die Hindernisse kann man gut zu Hause üben. Bei der Working Equitation kommen auch keine Schreckhindernisse vor, sondern man hat einen Pool fester Hindernisse, aus denen für den jeweiligen Trail etwas ausgesucht wird. Natürlich unterteilt in verschiedene Schwierigkeitsstufen. 

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Dieser Trail war wie gesagt „Mittel“. Dazu gehörte als Packet auch noch die Rittigkeitsprüfung „Mittel“ mit Pflichttölt (also eine Dressurprüfung) und die „Einfache Töltprüfung“ (eine Gruppen-Gangprüfung, in der Tölt im langsamen Tempo und im beliebigen Tempo abgefragt wird). Also nichts Kompliziertes mit Rinderarbeit oder Dingen, die man zu Hause nicht üben kann. Von daher: Traut Euch! 🙂

 

 

Wie war der Trail aufgebaut?

  1. Teil: Gangbewertung (Hier bei mir und Jacinto sehr lateral, aber durchaus ok für Jacintos momentane Verhältnisse. Paar weniger Hopser wären schöner gewesen, hatten wir aber auch schon schlimmer. Vielleicht insgesamt etwas flott unterwegs, aber wir Fino-Leute sind einfach immer etwas schneller unterwegs 🙂 – eigentlich müssen wir alle an mehr Ruhe arbeiten.). 
  2. Pferch: Ein „Rondell“ in dem gerne etwas Raschelndes in der Mitte steht und man schön am Zaun außen entlang reiten soll. Manchmal sind da auch Hühner in der Mitte einquartiert. (Das hat der Zwerg sehr schön gemacht, wir hätten noch etwas mehr außen bleiben können, aber prinzipiell ist er da schön rein, ohne mit der Wimper zu zucken.)
  3. Der Stier: Aufnehmen der Garrocha, Ringstechen und Garrocha mit eingesammeltem Ring richtig rum wieder in der Tonne abstellen. Die Übung erklärt sich eigentlich von selber. (Hier haben wir das ganz schön gemacht. Ohne Zögern angeritten, den Ring erwischt und richtig wieder abgestellt.)
  4. Slalom: Hier werden schöne gleichmäßige Wege um die Slalomstangen abgefragt. Das ist natürlich prima für Paso Finos, weil die schön klein und wendig sind. Die Slalom-Stangen hätten sogar noch enger sein können 🙂 – Aber später bei höheren Schwierigkeitsgraden im Galopp mit Wechseln dazwischen wird es natürlich schwerer. (Auch hier hat der Zwerg das gut gemacht. Ein kurzes Zögern gab es an der „gefährlichen“ Brücke, aber trotzdem fand ich das gar nicht mal so schlecht. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass er während des Rittes abgeschnaubt hat, das ist selten und heißt bei ihm: er ist locker!)
  5. Tor: Ja… die Theorie sagt: Tor anreiten – übrigens fangen die Hindernisse immer mit diesen rot-weißen Begrenzungen an – sprich da ist durchzuparieren und im Schritt weiter zu gehen – Zügel in eine Hand (immer die selbe Hand!), Tor öffnen, durchreiten und wieder schließen. Kann man gut üben. Auch wenn man kein Tor hat. Einfach eine Longe und zwei Menschen hinstellen, dann kann man die einzelnen Schritte gut üben. Was wir auch noch sehr schön im Kurs vor einigen Wochen bei Stephan geübt haben, aber anscheinend doch nicht tief genug gesessen hat 🙂 – aber immerhin besser wie letztes Jahr, da war das Tor von uns noch gruseliger. Jacinto ist aber wenigstens diesmal schön angeritten und stehen geblieben. Das mit dem Öffnen und Druchreiten war zu hektisch, da hätte ich mir mehr Schritt für Schritt gewünscht und dass er wartet, was ich von ihm möchte und nicht Dinge vorweg nimmt. Wahrscheinlich hätte ich mir mehr Zeit lassen sollen und erst mal abwarten sollen, bis Jacinto auch im Kopf „stehen“ geblieben ist, vielleicht hätte es dann besser funktioniert. Deshalb habe ich ihn am Ende am wieder geschlossenen Tor noch etwas stehen lassen und habe noch einmal mit der Hand ans Tor gelangt. Da war Yvi mit der Kamera schon weiter :-). 
  6. Sprung, Wall und Glocke: Eine schöne Aufgabe. Baumstämme muss man im Gelände immer wieder überqueren. Jacinto hatte hier einen leicht anderen Anritt geplant wie ich gedacht habe, darum war das etwas hoppelig – aber er springt mir zuverlässig über Hindernisse. Er hätte auch einfach drüber steigen können. Übrigens darf laut Reglement der Sprung nicht höher sein wie 40 cm. Und diese Höhe schafft ja wohl jeder! Der Wall sollte dann im Schritt erklommen werden. Oben im Gebüsch war eine Glocke gehangen. Dort Stillstehen, Glocke läuten und gesittet im Schritt wieder den Abhang herunter reiten. Alles durchaus machbar. Auch mit nervösen Finos. Durchaus eine Situation, wie man sie im Gelände vorfinden kann. Da hängt dann halt statt der Glocke ein Apfel, den man klauen möchte, oder eine Mütze, die man beim Geländeritt im Gebüsch hängen hat lassen. Ist mir alles schon passiert. 
  7. Seitwärts-Stangen: Seitwärts über Stangen treten ist immer gut. Hier war Jacinto etwas zu hektisch, was auf die Ferne gar nicht mal so schlecht ausgesehen hat, aber er hat ein paar mal „angeklongt“. Immerhin sind wir dieses Mal schön seitwärts drüber, letztes Mal ist er beim Anreiten schon so nervös geworden, dass wir gar nicht drüber gekommen sind. Also: Steigerungspotential erkennbar! 🙂
  8. Die Brücke: Das war eine sehr schöne einfache Brücke. Kein Geländer, schön übersichtlich. Mein Lieblingshindernis. *Ironie* Normal merke ich schon beim Hinreiten: Das wird was, oder das wird nix. Diesmal wars wieder nix. Ich wusste auch, dass er da auch zu Fuß nicht drüber geht. Aber am Tag danach durften wir noch mal auf die Wiese und da hat Herr Zwerg sich zu Fuß schön drüber führen lassen und anschließend hab ich mich einfach drauf geschwungen und bin ohne Sattel und nur mit Halfter drüber geritten. Also echt machbar. Wenn Jacinto das mal unter Turnierbedingungen schafft bin ich echt glücklich. Ich bleibe dran. Die Brücke ist glaube ich eher ein für mich psychologisch schwieriges Hindernis. Wahrscheinlich muss ich einfach mehr Willen ausstrahlen da rüber zu gehen und nicht so schnell mental aufgeben. Eigentlich traurig, aber irgendwie hapert das mit der Brücke und mir. Ich habe mir vorgenommen mehr „fremde“ Dinge zu überqueren. Ein Grund könnte auch sein, dass ich mir das Sounding-Board nicht versauen möchte. Auf das geht er ja zuverlässig und meine unterbewusste Angst ist wohl, dass ich wenn ich das einmal versaut habe es immer versaut ist. Reiter-Psychologie eben. Es liegt aber wohl tatsächlich an mir. Momentan funktioniert die Brücke auf jeden Fall, wenn ich Jacinto einmal darüber geführt habe und dann darüber reite. Aber das geht in der Prüfung ja nicht, weil die Trail-Hindernisse ja vorher gesperrt sind. 

Ich finde das war ein anspruchsvoller Trail, aber nicht zu schwer. Das Augenmerk lag auch auf dem Stil, das heißt insgesamt schöne Wege suchen, Tempo gleich halten, alles sauber absolvieren. Von daher bin ich durchaus zufrieden. Wie ich von der Bewertung her lag, weiß ich gar nicht mehr, aber da waren sehr gute Pferde dabei und ich war vor-vor-letzter. Aber insgesamt deutlich besser, wie im Jahr zuvor. Von daher Ziel erfüllt. Man braucht ja Ziele auf die man hin arbeitet, sonst wird das Leben ja langweilig 🙂

Ich hoffe dieser kleine Einblick hat Euch gefallen und vielleicht traut sich ja der Ein oder Andere auch einmal eine Gaited Working Equitation zu starten. Spaß hat man auf jeden Fall! 

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