Del Cavador

Equitana Open Air 2019?

05.07. bis 07.07.2019:

Mannheim – Achtung heiß und staubig!

Nachdem wir letztes Wochenende in Eichenzell unterwegs waren, ging es für Yvi, Diosa, Jacinto und mich bereits am Donnerstag wieder „on the road again“. Dieses mal sind wir nach Mannheim gefahren zur dort erstmalig stattfindenden Equitana Open Air auf dem Maimarktgelände. Hier haben wir im Rahmen des dort stattfindenden IGV-Turniers mit unseren Paso Finos an der Messe teilgenommen. Nebenbei hatte man natürlich auch an vielen Verkaufsständen die Möglichkeit Nützliches (und Unnützes) für die Ponys zu kaufen. Insgesamt waren an diesem Wochenende 17.000 Besucher auf der Messe. 

Unsere Anfahrt haben wir auf Donnerstag gelegt, weil wir den Ponys und uns auch noch etwas Eingewöhnungszeit geben wollten. Außerdem braucht es immer ein bisschen, bis man sich auf neuem Gelände zurecht findet. Schließlich wollen wichtige Dinge erkundet werden: Wo ist das nächste Klo? Wo gibt es Wasser und Waschgelegenheiten für die Ponys? Wen muss ich erpressen, um an das beste Heu zu kommen? (Grüße an den netten Heu-Mann, den wir schon aus Hannover kennen :-)) Wo sind die nettesten Security-Leute? (Grüße an den Security-Mann, der uns mit Insider-Storys und Yvi mit einem eisgekühlten Wasser versorgt hat .-)) Wie sind die kürzesten Wege? Wo stehen unsere Messe-Kumpels? (Grüße ans Camping-Lager :-)) Wo ist der nächste Eistee-Stand? (Grüße an die Cocktail-Bar mit dem echt guten Stoff!!!) An welchem Essenstand ist die kürzeste Schlange, und warum? (Flammlachs-Fetisch entdeckt) Wie komme ich mit den Ponys an die Oval-Bahn? Gibt es Abreiteplätze mit Schatten? Das sind alles wichtige Dinge, die erkundet werden müssen, um ein Überleben auf einer Messe wahrscheinlich machen. 

Weil Messe ist echt anstrengend. Und Mannheim war nochmal anstrengender, weil das Maimarkt-Gelände sich an den laufenden Messetagen in einen verflucht sonnigen und staubigen Hexenkessel verwandelt hatte. Der uns wahrscheinlich mehr zu schaffen gemacht hat, wie den Ponys. Die haben alles super entspannt weggesteckt. Yvis und mein Kreislauf sind an verschiedenen Tagen abgekackt, aber „the Show must go on“. Nur die Harten kommen in den Garten. Auch im Sommer. Gottseidank wurde das Wetter wieder „schlechter“ am Sonntag, so dass ein Durchatmen und eine gute Heimreise möglich war. Wer will schon sein Pony bei 35° auf der Autobahn haben? Niemand….. 

Aber zurück zum Anfang: Wir sind gut angekommen und wurden erst mal gefragt, ob wir zur Friesen-Quadrille gehören. Das war so ziemlich die häufigste Frage, die man an dem Tag gestellt bekam. Es fand nämlich ein geglückter Weltrekord-Versuch in Mannheim statt: 132 Friesen in einer Quadrille! Schwarze Pferde, wohin man nur schaut! Und ständig haben die Friesen irgendwo Gelände blockiert und wir mussten warten – und das dauert, bis 132 Friesen an einem vorbei ziehen ….  aber Glückwunsch an alle Teilnehmer, dass es so gut und Erfolgreich geklappt hat! 

Wir testen die große Ovalbahn am Maimarktgelände – Foto: Ellen Vierhaus

Den Nachmittag haben wir genutzt, um unser Hotel zu beziehen und die relevante Umgebung zu erkunden. Mannheim ist wirklich eine leicht seltsame Stadt, zumindest Verkehrstechnisch. Ich habe das System dort nicht so ganz verstanden, aber ansonsten fanden wir die Gegend hier sehr schön. Unser Hotel war etwas außerhalb in Ladenburg gelegen. Ein idyllisches Städtchen – mit einem sehr leckeren Döner-Laden und einer putzigen Altstadt. Und Störche! Das Navi hat uns leicht seltsam geleitet und wir sind an einem Acker vorbei gekommen, auf dem bestimmt 20 Störche nach irgend etwas essbarem gesucht haben. So nah war ich noch nie an einem Storch dran! Sehr faszinierend. Auf dem Rückweg zum Gelände gab es eine Eisdiele, Apotheke, Bank, Supermarkt und Tankstelle – alles was Frau zum Überleben braucht! Ihr seht schon, wir konzentrieren uns auf die relevanten Dinge des Lebens: meistens Essen und Trinken 🙂 Yvi ist inzwischen noch ein Level weiter und versteckt in meinem Auto Essen, damit sie immer etwas dabei hat. 

Apropos Essen, nachdem alle Teilnehmer nach und nach eingetrudelt sind und wir die geniale Turnier-Töltbahn am Abend ausprobiert hatten, damit die Ponys noch ein bisschen Bewegung bekamen, waren wir noch mit Alex und Vicki bei einem sehr leckeren Vietnamnesen in der Nähe essen. Inzwischen bin ich komplett schmerzbefreit, was Essen gehen in vollgeschlonzten und vollgeschwitzten Stallklamotten angeht. Dieses eher noble Restaurant, oder in einer Schloss-Kulisse, völlig egal: Frau Griebel taucht überall in Arbeitshosen und einer dezenten Staub- und Schweiß-Schicht auf. Und wisst ihr was? Es fällt überhaupt nicht auf. Wobei ich eigentlich schon gerne geduscht irgendwo auftauche, aber Messe und Turnier sind einfach echte Ausnahmesituationen. Und die Menschheit um einen herum ignoriert echt viel weg. 

Am Freitag ging dann die Messe und das Turnier los. Im Rahmen der EOA war die IGV Partnerverband und hatte die Gelegenheit ein Turnier auf der Ovalbahn während des Messebetriebs zu veranstalten. Nebenbei durften wir noch Rasse-Präsentationen zeigen und wir hatten einen schönen Stand, an dem es immer frischen Kaffee für die Mitglieder gab! (Danke an Caro Jost-Kilbert! :-)). Freitag war unser Haupt-Reit-Tag. Diosa startete im schweren Trail in der Gaited Working Equitation Wertung, Jacinto im Mittleren Trail. Der Trail war übrigens sehr schön – ein herzliches Dankeschön an Stephan Vierhaus, der dafür alles organisiert (und improvisiert) hat! Ein sehr anspruchsvoller Parcours, aber fair. Naja sagen wir mal so: Diosa und Yvi haben sich super geschlagen und Jacinto hat sich für seine Verhältnisse auch super geschlagen – nur Frauchen ist leider zu Doof, um einfache Regeln zu beachten.

Ich bin nämlich disqualifiziert worden, weil ich leider zu blöd bin. Nach dem Klingeln darf man die einzelnen Trail-Hindernisse nicht mehr durchkreuzen. Und was macht die doofe Frau Griebel, direkt nachdem man ihr noch direkt gesagt hat: „Reite nicht durch die Hindernisse!“ … äh … ja … genau … sie dreht um, reitet durch den Slalom. Blödheit gehört einfach bestraft. Wir durften den Trail aber dennoch reiten. Unbewertet. Und er war sehr gut für Jacintos Verhältnisse! Bis auf die Brücke, die er gruselig fand und das Tor, dass wir äußerst unelegant wieder geschlossen haben bin ich zufrieden. Unsere Dressur lief eigentlich auch ganz gut. Diosa hatte dann noch die Präsentation am Langzügel, in der sie ganz toll gezeigt hat, dass sie NICHT auf Yvi aufpasst und satt dessen ganz toll Steigen kann. Und zwar zu jeder Gelegenheit …. Anna hat sich vor Lachen gar nicht mehr halten können 🙂 Aber egal. Strebermäßig kann ja jeder. Fast alle Finos zusammen waren dann noch am Nachmittag in der Country Pleasure zu sehen. Hier hat Herr Zwerg wieder mal seinen letzten Platz verteidigt. Aber auch egal, das Pony lief für seine Verhältnisse toll – finde ich zumindest. 

Übrigens hatten wir dieses Mal sensationelle sechs Paso Finos an einem IGV-Turnier! Claudia Metting und Emily mit „Gitana“ und „Exelencia“, Alex Rau und Vicki mit „Aprendiz“ und dem süßen Trote y Galope Hengst „Tabu“ und eben „Diosa“ und „Jacinto“. Und vielen Dank auch an alle Fino-Freunde, die ohne Pferd auf der Messe vorbei geschaut haben und uns unterstützt haben – sei es mit Fino-Strip fahren, Standbetreuung (Terra und Jürgen), Zuschauen, Anfeuern, Heucobs-Tragen (Danke Katja :-)). Und einen ganz besondern Dank an unsere Zykloopenhof-Truppe, die am Samstag zum Anfeuern und Spaß haben da waren! Ihr seid sowieso die Besten! 🙂

Fast alle Finos auf der Equitana Open Air (Tabu und Vicki fehlen) – Foto: Ellen Vierhaus

Am Samstag hatte ich mit Jacinto nur eine Prüfung zu reiten: Die PV Versatility – eine Kombiprüfung für Paso Pferde, angelehnt an unsere Versatility-Prüfung mit ein paar Rittigkeitselementen drin. Eine echt spannende Prüfung, die zu reiten sehr viel Spaß gemacht hat. Jacinto hat die schönste Acht überhaupt hingelegt und ist ohne zu zögern gesprungen. Auch hatten wir richtigen Galopp – den musste ich zwar nach einer Runde korrigieren, aber auch das war machbar. Benehmen: Topp – Bewertung: Fragwürdig. Aber egal. Schließlich sind wir schon gewohnt den letzten Platz zu haben 🙂 

Galopp in der Versatility – Foto: Danny Hucko

Diosa ist am Samstag in einer Rasse-Präsentation mitgeritten, die gewohnt flockig und informativ von Stephan Vierhaus geleitet wurde. Jacinto und ich haben vom Zaun aus zugesehen. Übrigens Apropos Zaungäste! Wir haben Manuela Feiler mit Ihren beiden Ponys getroffen. Wir hatten einen genialen Kurs mit ihr im März bei uns am Zykloopenhof – und unsere Pony-Kombination passt ja mal sowas von oder? 🙂 Überhaupt ist so eine Messe immer eine tolle Gelegenheit alte Messebekannte wieder zu treffen oder neue Freundschaften zu knüpfen. Auf jeden Fall freut es mich auch, dass wir Saskia vom Equiteam eine Freude machen konnten, indem wir sie einfach mal am Sonntag auf Frau Sumpf gesetzt haben und sie tatsächlich ein gutes „Töltverhältnis“ gezeigt hat. Ich bin schon sehr gespannt auf meine Bestellung 🙂 

Manuela und ihre Ponys! – Foto: privat

Den Samstag Abend haben wir versucht mal etwas früher ins Bett zu kommen und sind relativ zeitig nach dem Auftritt des IGV-Showteams in der Abendshow abgehaut in unser Hotel. Allerdings war es da mit Nachtruhe auch nicht so wirklich umsetzbar, weil wir mitten in der Nacht durch Lichter, schwere Stiefeltritte und uns unheimlich bekannt vorkommenden Funkgerät-Piepsgeräuschen und dem Geräusch eines laufenden Dieselmotors aufgewacht sind. Wir hatten Feuerwehrleute im Hof, die lautstark nach einem schwelenden Kamin oder ähnlichem gesucht haben. Durch unser persönliches Hof-Feuertrauma schleichen sich da in der Nacht schnell verdrängte Ängste und Erlebnisse an die Oberfläche und so war auch nichts mit gut Schlafen für den Rest der Nacht drin. Aber Gottseidank ist das Hotel nicht abgebrannt und auch sonst hat nichts gebrannt. Das wäre in dem kleinen Städtchen wohl Eskalation pur geworden. Wir haben aber schon mal überlegt, falls wir evakuiert werden, was wir mitnehmen dürfen. Yvi wollte unbedingt die Kamera mitnehmen und mir war irgendwie seltsamer Weise wichtig, meine vollgeschwitzte dünne Turnierreithose mitzunehmen. 

Diosa und Yvi in der Rassepräsentation – Foto: Danny Hucko

Jedenfalls waren wir alle dankbar, dass der Sonntag etwas kühler war. Diosa und Yvi mussten noch mal konzentriert an den Start für ihre Schwere Rittigkeit und die Pleasure Gangprüfung, die gar nicht mal so schlecht waren. Jacinto hat frei bekommen, außer ein bisschen geführt werden auf dem Gelände und Beine kühlen. Irgendwie hat mir sein dunkles Bein hinten nicht gefallen, das war leicht geschwollen. Wir hatten noch einen schönen letzten Messe-Tag mit viel Eistee, einem letzten Flamm-Lachs auf Salat, wunden Füßen und tapferen Ponys. Ich bin unheimlich stolz auf meine beiden Ponys, die die letzten zwei Wochenenden so gut weggesteckt haben. Die für uns immer alles geben (wenn sie uns auch manchmal vorführen …. und damit meine ich speziell Frau Sumpf :-))) aber letztendlich so tolle Weggefährten sind, auf die man sich im Ernstfall immer und überall verlassen kann. Ponys die im Alltag Spaß machen und auf die ich mich jeden Tag freue. Genau das habe ich mir nämlich immer gewünscht, als ich mir mein erstes eigenes Pferd gekauft habe. Und jetzt habe ich drei davon. Was braucht man mehr?

Vielen Dank an alle im Organisations-Team der IGV – die sich die Nerven und Füße aufgerieben haben für dieses Event: Ihr alle seid die Besten und reibt Euch immer wieder für die Gangpferde die Nerven auf: Danke! Dank solcher Menschen bleibt die Gangpferdeszene lebendig – und natürlich auch Danke an alle, die ihren Teil dazu beigetragen haben, indem sie mit Pferd gekommen sind und natürlich auch an alle Zuschauer, die uns besucht haben! 

Und Danke auch an die zu Hause gebliebenen, die mir das Drachenpony so schön versorgt haben! Das hat nämlich beschlossen erst mal komische Pusteln zu bekommen und allergisch anzuschwellen, bevor sie sich dann noch eine Verletzung am Bein zugezogen hat und täglich gekühlt werden wollte. Jetzt weiß ich übrigens auch, dass sie in einem Eimer mit Wasser stehen kann. 🙂 Ich brauche einen größeren Transporter, dass ich alle Ponys mitnehmen kann. Das wäre einfacher für meine Nerven! 🙂 

Eistee-Junkies – Foto: Ellen Vierhaus

Wir freuen uns schon auf die nächsten Events – aber jetzt müssen wir uns erst mal ein bisschen erholen! 

Ergebnisse für Diosa und Yvi:

  • ††Trail Schwer – Platz 2 (von 8 – Wertnote: 6,8)
  • Pleasure Gangprüfung – Platz 2 (von 4 – Wertnote: 5,43)
  • PF Country Pleasure – Platz 3 (von 5 – Wertnote: 5,8)
  • Präsentation am langen Zügel – Platz 4 (von 5 – Wertnote: 4,2)
  • Rittigkeit Schwer – Platz 6 (von 12 – Wertnote: 5,24)
  • Platz 4 in der Sportwertung!
  • Platz 3 in der Working Equitation Wertung! 

Ergebnisse für Jacinto und Christine: 

  • PV Versatility – Platz 4 (von 4 – Wertnote: 4,79)
  • PF Country Pleasure – Platz 5 (von 5 – Wertnote: 5)
  • Rittigkeit mittel – Platz 9 (von 11 – Wertnote: 4,55)
  • Trail Mittel – 0 (von 10) – Disqualifiziert weil zu doof! 🙂

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