Del Cavador

Tag 15 – Vertrauen

22. November 2019:

Jacinto und ich – Jahr keine Ahnung – Foto: Yvi Tschischka privat

Das Bild von Yvi von Jacinto und mir steht für das Vertrauen, was ich in alle meine Ponys setze. Allen dreien vertraue ich zu 100 Prozent. Ich hatte noch nie Angst sie zu reiten und sie wollten mich noch nie loswerden. Sprich keines meiner Ponys hat mich versucht abzubuckeln oder fies herunter zu schmeißen.

Gut mit Jacinto bin ich mal ein einen Graben gefallen. Das war aber nicht dramatisch. Da kam ein Traktor angefahren im Gelände und Jacinto hat sich überlegt, er hat plötzlich Angst vor Traktoren (was dumm ist, weil Johannes bei uns am Hof wie ein Berserker mit dem Traktor herumfährt und meistens damit Futter bringt….) – also ist er ganz dramatisch und in Zeitlupe in den Graben „gefallen“, eher hineingerutscht. Ich hatte gemütlich Zeit abzusteigen und mich über Jacinto hinzustellen, abgestützt an die Wände des Grabens, während Jacinto malerisch darin lag. Das muss wohl sehr komisch ausgesehen haben. Der Traktorfahrer war auch leicht irritiert. Es ist uns nichts passiert. Jacinto hat sich ab dann auch überlegt, dass das viel zu anstrengend ist vor Traktoren Angst zu haben. Das finde ich sehr nett. 

Und mit dem Drachenpony war ich auch einmal am Boden gelegen. Was für Drachi-Verhältnisse echt nicht viel ist. Wir waren damals Ausreiten und Frau Resi hat einmal mehr das Kreiseln und Abspacken angefangen, was auf rutschigem Lehmboden zu dem Ergebnis geführt hat, dass ich auf einmal deutlich tiefer saß. Frau Drachenpony ist einfach ausgerutscht und hat sich hingelegt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber auch hier ist nichts passiert. Ich stand einfach neben meinem Pony. Yvi war etwas irritiert davon, das ich als ihr Gesprächspartner so schnell weg war, aber sonst ist nichts passiert. Das ist dem Drachenpony dann übrigens nicht mehr passiert. Anscheinend hat sie mein Gewicht und die Trägheit ab dann in ihrem Pferde-Physiker-Gehirn immer richtig berechnet und wir hatten keine Um-Fälle mehr, und das Drachenpony neigt zu sehr riskanter Wegführung. Je steiler ein Abhang, desto näher muss sie daran laufen. Sie liebt Klettern und Kraxeln!

Ich vertraue meinen Pferden – sie dürfen auch Dinge selber entscheiden. Ich geben ihnen Zügel im Gelände. Sie sorgen für den sicheren Weg – ich für die Richtung.

Manchmal hilft es die Zügel lang zu lassen und zu vertrauen – sei es auf dem Pferd sitzend oder im Leben. Dinge passieren einfach, man kann sie nicht kontrollieren. Aber man kann entspannter sein, dann tut man sich leichter. 

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