Del Cavador

Piranha-Anjas Persönlichkeit?

April 2020:

Drachi direkt nach Anstrengung IDMG 2019 – Foto: Christian Müllner Tierfotografie

Anhand des Buches: „Die Persönlichkeit Ihres Pferdes“ – Linda Tellington-Jones (siehe hier)

Als nächstes Pony im Buchvergleich ist La Respuesta dran, besser bekannt als das Drachenpony oder Piranha-Anja – Das seltsam-putzige Drachi ist seit 2012 in meinem Besitz. Ich kenne sie aber, seitdem sie in Deutschland ist. Resi wurde 2003 in den USA geboren und hat dort auch eine strenge, professionelle Grundausbildung erhalten, die sie komplett flachgebügelt hat. Um es mal neutral auszudrücken. 

Das Drachenpony ist ein extrem introvertiertes Pony. Sie kommt sehr selten neugierig, oder freudig aus sich heraus wenn Menschen anwesend sind. Das wird jetzt erst besser. Sie ist nicht ranghoch. Sie fühlt sich in einer Box sehr wohl. Da kann man sie auch in der Fremde gut alleine lassen. Sie hat wechselnde Freundinnen in ihrer Herde, mag Fohlen (da kriegt sie sprichwörtlich Milcheinschuss) und ist viel alleine unterwegs und eher mit sich selber beschäftigt. Sie mag es nicht berührt zu werden. Sie mag auch nicht grob geputzt werden. Ich frage immer an, bevor ich sie aus der Herde hole. 

Sie hält auch den größten Individualabstand. Um so schöner ist es, wenn sie ihn bricht und freudig auf einen zuläuft oder von sich aus Kontakt sucht (oder wiehrt!). Sie ist sehr höflich, aber auch skeptisch. Sie möchte es einem gerne Recht machen, schießt dabei meistens übers Ziel hinaus, weil sie oft nicht zuhört, bzw. glaubt zu wissen was verlangt wird und das dann schon mal zeigt. Sie wird sehr schnell sehr hektisch. Sie ist manchmal eine tickende Zeitbombe und steht unter einem enormen Druck. Sie beherrscht sich inzwischen immer besser, weil sie immer mehr vertrauen zu mir fasst (oder langsam lernt, dass sie niemand tötet, oder wir Sachen machen, die sie doch ein bisschen toll findet … man weiß es nicht!). Dafür bin ich ihr sehr dankbar. 

Sie ist unter ihrer Schutzschicht aber ein sehr neugieriges Pony, das gerne spielt und mutig Dinge ausprobiert. Andererseits auch ein sehr ergebenes Pony – was sie aber leider mit viel Schmerz und Druck gelernt hat. Sie spult eingelernte Verhaltensmuster ab. Sie lernt eher in kleinen Schritten und vielen Wiederholungen. Kombinieren von Dingen erlaubt sie sich nicht, weil dann die alte Angst durchbricht. Angst durchbrechen ist ein großes Thema bei ihr. Man sieht aber ein sehr gelehriges Pony, das aufmerksam mitmacht, wenn man beispielsweise Freiarbeit mit ihr macht und sich sehr über Lob freut. Sie ist sehr ambivalent – mal hyperreagibel im Temperament, manchmal totaler Lock-Down mit komplettem Betriebsausfall – aber ein großer Schatz im Umgang und hat so putzige Anwandlungen, dass man ihr überhaupt niemals böse sein kann. Manchmal starrt sie einen an und bewegt sich gar nicht dabei. Man möchte sie am Liebsten schütteln und anschreien: „DRACHI! Sag doch einfach was Du willst!!!! Du bekommst es!!!!“ Das Drachi bleibt übrigens auch bis zu ihrem Tod in meinem Besitz, das habe ich ihr geschworen.

Beurteilung laut Buch:

Das Drachenpony war übrigens mit dem Buch nicht ganz einfach zu beschreiben – es kommt wohl stark auf den Gemütszustand des jeweiligen Fotos an. 

Gerades Profil: ein äußerst unkompliziertes Pferd, das leicht lernt.

Große Ganaschen: Das Pferd scheint intelligent und arbeitswillig zu sein.

Fein ausgebildetes, weiches Maul: Meist ein Pferd mit einer sensiblen Persönlichkeit.

Oder aber

Kleines, abgesetztes Maul: Deutet auf ein eigensinniges Pferd hin. (Manchmal ist das Drachi fast schon dreist. Ein dreistes Monster mit putzigem Gesichtsausdruck dabei ….)

kurze Maulspalte: Ein starrsinniges Pferd, das nur langsam lernt. Meist haben es solche Pferde leichter mit einer gebisslosen Zäumung, etwas einer Art Hackamore. 

Abgesetzte Lippen und Kinnpartie: Hier ist die Lippe durch einen Wulst vom Kinn abgetrennt und setzt sich so klar ab. Dieses Merkmal deutet auf einen vielschichtigen Charakter hin. 

Flache Oberlippe: Im Allgemeinen sind solche Pferde sehr unabhängig, zielstrebig und kümmern sich um ihre eigenen Angelegenheiten.

oder

Steife Oberlippe: Ein nach innen gekehrtes Pferd, das sich nicht sehr für Menschen und seine Umgebung interessiert. 

Nüstern Groß, geöffnet: Dieses Pferd ist sehr aufgeweckt. 

Kinn Spitz und hart: Ein steinhartes Kinn kann bedeuten, dass es sich hier um ein neurotisches Pferd handelt, das unvernünftig ist und sich nur schwer verändert. Es kann widerspenstig sein und hat die Tendenz, mit dem Reiter zu kämpfen. Wenn sich solche Pferde aufregen, wird ihr Kinn steinhart. Falls dieses Beschreibung auf Ihr Pferd zutrifft, versuchen Sie sein Kinn mit Tellington-TTouch wie dem Maul-TTouch weicher zu machen.

Abgesetztes Kinn: lässt auf einen komplizierten Charakter schließen. 

Dreieckiges Auge/Falten über dem Auge: Das Pferd ist unsicher. Wenn ein Pferd diesen Augenausdruck bekommt, während sie mit ihm arbeiten, heißt das, es versteht nicht, was Sie von ihm wollen. 

oder

Dreieckiges Auge: Ein Pferd von Durchschnittlicher Intelligenz. Die Persönlichkeit ist von anderen Charakteristika abhängig. 

Ohren die gerade nach oben gehen und gleich weit auseinander stehen: meist voller Energie und manchmal sogar etwas hitzig. 

Einzelner Wirbel zwischen oder über den Augen: eigentlich unkompliziert.

Tja, eigentlich nicht so wirklich eindeutig. Aber vielleicht hat das Drachi ja auch eine gespaltene Persönlichkeit. 

Bisschen ungünstiges Bild, aber ich mag es – und man sieht das Drachi von der Seite ganz gut. – Foto: Yvi Tschischka Photography (2012?)

„Die Persönlichkeit Ihres Pferdes“?

04. April 2020:

Heute widmen wir uns zur Abwechslung einem Buch, bzw. der praktischen Ausführung des Inhaltes des Buches. Yvi hat es vor einigen Wochen angeschleppt und angefangen Pferdegesichter zu studieren. 

Linda Tellington-Jones/Sybil Taylor – „Die Persönlichkeit Ihres Pferdes“ (Kosmos-Verlag, 1995 – 3. aktualisierte und bebilderte Ausgabe von 2008)

Meinen ersten Kontakt mit Linda Tellington-Jones und der TTEAM-Methode hatte ich bereits mit der Erstauflage um 1995, die ich damals sogar noch in der Städtischen Bibliothek ausgeliehen habe. Dort habe ich übrigens gefühlt sehr viel Zeit verbracht. Vielleicht wollte meine Mutter auch nur ein bisschen Ruhe vor uns und hat uns dort mit den ganzen Büchern, Comics und Hörspiel-Tonbändern stundenweise abgeliefert. Mir sind auch viele Besuche im Kinderspiel-Land des Möbelhauses „Neubert“ in positiver Erinnerung. Die hatten da ein Bälle-Bad und eine Möglichkeit in ein mit Kissen gefülltes Becken zu springen. Man weiß es nicht. Es ist auch ein anderes Thema. 

Dieses Buch und das Buch über die Tellington-Methode haben mich schon damals bei den Welsh-Ponys sehr geprägt. Es eröffnete eine ganz neue spannende Welt! So etwas wie Bodenarbeit war damals noch gar nicht vorhanden – zumindest in meinem traditionell geprägtem reiterlichem Umfeld. Und Dinge wie das Internet und Youtube-Filmchen, über die man alternative Trainingsmethoden aus aller Welt sehen könnte, gab es noch nicht. Sprich: Jeder ist in seiner eigenen Blase gefangen gewesen und hat dementsprechend agiert. Ich wusste aber damals schon: Nur weil man etwas schon „immer so gemacht hat“, muss es nicht gut sein und funktionieren. Mir war schon sehr früh lieber, das Pferd nicht zu stumpfer Befolgung meiner Befehle zu erziehen, sondern ein Team mit dem Pferd zu werden und dem Pferd auch die Möglichkeit zu eröffnen zu verstehen was ich von ihm möchte. Dann arbeitet es nämlich viel motivierter mit. Jedenfalls haben mir die Bücher damals viele Aha!-Momente beschert und sie haben mir viel Stoff zum Nachdenken geliefert. Aber das nur am Rande. 

Es geht um die Persönlichkeit unserer Pferde, und wie sie sich in körperlichen Merkmalen widerspiegeln. Es gibt ja viele Floskeln/Sprüche, wer kennt zum Beispiel diesen hier? „Vier weiße Hufe: Kauf es erst garnicht. Drei weiße Hufe: Behalt es nicht zu lange. Zwei weiße Hufe: Schenk es einem gutem Freund. Ein weißer Huf: Behalt es ein Leben lang.“ 

Tellington-Jones hat Jahrzehntelang Pferdegesichter und Pferdekörper studiert und mit Eigenschaften und Charakterzügen verglichen und damit ein ganzheitliches System erschaffen, mit dem wir unsere Pferde individuell fördern und ausbilden können. Ich finde, jeder Reiter sollte sich einmal mit der Tellington-Methode beschäftigt haben. Mehr möchte ich damit auch gar nicht sagen, weil ich kein Fachmann bin. Was ich aber machen möchte, ist einfach meine Ponys mit den Studien in dem Buch vergleichen und ganz stümperhaft vergleichen was ich selber aus den Gesichtern, Wirbeln und Körpern meiner Ponys lesen kann. Viel Spaß bei meinen Ausführungen. Ich habe mir dazu einfach mehrere Bilder meiner Ponys angesehen, dabei das Buch durchgeblättert und aufgeschrieben was mir aufgefallen ist. Somit enthält dieser Text Zitate aus dem Buch. Es wird spannend!

Fangen wir also mit Jacinto an, meinem ersten eigenen Pferd. Jacinto hat übrigens ein weißes Bein und bleibt dem Spruch zufolge auf jeden Fall sein Leben lang bei mir! 

Jacinto in Sepia im Schilf 2018 – Foto: Yvi Tschischka Photography

Ich fange mit einer kurzen Beschreibung von Jacintos Charakter an, aus meiner Erfahrung mit Ihm beschrieben: 

Jacinto ist ein freundliches Pferd, welches meiner Meinung nach nicht besonders Intelligent ist, aber was er einmal in kleinen Schritten gelernt hat, das behält er. Er ist bei Aufregung sehr temperamentvoll und hektisch. Dinge bringen ihn schon sehr schnell durcheinander. Aber er ist auch sehr zuverlässig und in dem, was er macht schon Charakterstark. Es interessiert ihn oft nicht, was die Anderen machen, wenn er mit seinen eigenen Sachen beschäftigt ist. Er war lange Zeit Herdenchef und im Gelände, oder im Hänger ist er eine Vorbildfunktion für junge Pferde. Die werden von seiner Ruhe und Routine angesteckt. Jacinto ist eher Typ „Eigenbrödler“ – er kann alleine sein, freut sich aber auch über Pferdekumpels. (Da sind wir uns sehr ähnlich). Außer er ist mit Frau Sumpf auf Turnier unterwegs, da ist er ein unmöglicher Kleber! 

Jacinto mag keine Veränderungen. Er fühlt sich am Wohlsten in seiner gewohnten Umgebung, kann aber mit ungewohnten Situationen umgehen, wenn er vertraute Routinen dabei erlebt. Er vertraut dann oft auf meine Führung, bzw. macht Dinge, die er von alleine nicht tun würde mir zu liebe.

Er ist das Pferd, welches den meisten körperlichen Kontakt mit mir sucht. Es gibt ein paar Rituale, die ihm Sicherheit geben. Ich meine damit Körperstellen, die ich berühre und die er dann auch manchmal sucht, wenn es für ihn im Kopf „hektisch“ wird. Seit seiner krankheitsbedingten Rente bettelt Jacinto sehr viel, aber auf eine höfliche, sehr putzige Art. Sein Tageshighlight sind momentan: Bananen! Er fängt schon das Speicheln und Sabbern an, wenn er Menschen in der Futterkammer hantieren hört. Es ist schon ein bisschen süß, aber auch leicht nervig. Aber momentan lasse ich ihm das durchgehen. Obwohl ich sehr oft angetrocknete Bananensabber an meiner Kleidung hängen habe. 

Beschreibung nach dem Buch: 

Kopfform: Gerades Profil mit Elchnase/Gerades Profil: Ein äußerst unkompliziertes Pferd, das leicht lernt. Elchnase: Eine deutliche Vorwölbung des unteren Teils der Nase, weist meist auf ein Pferd mit starkem Charakter hin, das oft auch Leittier einer Herde ist. 

Fast gerades Profil, leichte Elchnase, quadratisches Maul, große Ganaschen: Verlässlich und Selbstbewußt.

mittelgroße – große Ganaschen: durchschnittliche Intelligenz, aber förderbar. (PS: Ich bin mir  nicht sicher, ob die Ganaschen Groß oder Mittelgroß sind.)

Leicht gerundete Maulpartie: Dieses Pferd ist vielleicht etwas starrsinnig und braucht länger, um Neues zu lernen. 

mittellange bis kurze Maulspalte: Starrsinniges Pferd, was nur langsam lernt. Meist haben es solche Pferde leichter mit einer gebisslosen Zäumung, etwa einer Art Hackamore. Mittellang kann man nicht als Alleinstellungsmerkmal charakterisieren. (PS: Jacinto hasst Gebisse!)

bewegliche Oberlippe: Ein Hinweis auf Neugier und das Bedürfnis nach körperlichem Kontakt mit Menschen, beispielsweise an ihnen herum zu knibbeln. Manchmal auch Flappende Unterlippe: Weist auf Nervosität hin oder auf ein Pferd, das übersensibel und unkonzentriert ist. 

normal große Nüstern: Durchschnittliche Intelligenz

Rundes weiches Kinn: Durchschnittliche Intelligenz

großes weiches Rundes Auge: Im Allgemeinen sind solche Pferde willig und vertrauen den Menschen.

Lange Ohren: Das Pferd denkt etwas langsam. Es kann auch leicht launisch sein.

Ohren gerade, gleich weit: voller Energie und machmal sogar etwas hitzig.

Die Augen sind gut zu sehen: Selbstbewußt.

Weiches Aug, offen und klar: Interessiert und voller Vertrauen und Hoffnung. 

Manchmal auch Falten über dem Auge (dreieckig wirkend) – scheint fragend, oder sorgenvoll zu blicken: Das Pferd ist unsicher. Wenn ein Pferd diesen Augenausdruck bekommt, während Sie mit ihm arbeiten, heißt das, es versteht nicht, was Sie von ihm wollen. 

Einzelner Wirbel zwischen den Augen: freundliches Pferd. 

Fazit: Die körperlichen Merkmale passen hier mit dem Charakter zusammen! Spannend! Probiert das doch auch mal bei Euren Ponys aus!

„Tölt Verstehen und besser Reiten“?

28. März 2020:

„Tölt Verstehen und besser Reiten“ – Kaja Stührenberg (Kosmos-Verlag, erscheinen 2011)

Hoch-Professionell-ausgeleuchtetes Foto vom Buch mit meinem Telefon in meinem Bett – Kaffeefleck im Bett somit erfolgreich verdeckt!

Man merkt vielleicht, ich habe mehr Zeit zu lesen! Die Tage habe ich mir endlich einmal ein Buch geschnappt, was ich schon ganz lange durcharbeiten wollte. Kaja Stührenbergs Buch „Tölt Verstehen und besser Reiten“ (erschienen im Kosmos Verlag – 2011). Ich habe mein Exemplar übrigens am Hausturnier in Hünxe gewonnen, als Preis in der Einfachen Töltprüfung mit Jacinto. Kaja und ihr Nuno waren übrigens auch bei dem Turnier dabei. Von daher habe ich das Exemplar sozusagen direkt von der Autorin bekommen und mich auch sehr darüber gefreut! 

Kaja und ich treffen uns entfernungsbedingt sehr selten – meistens jedes Jahr in Hannover an der Messe „Pferd&Jagd“, an der Kaja seit zwei Jahren sehr souverän und sehr kompetent die große tägliche Präsentation der Gangpferde im Aktionsring leitet und in der Manege Baroque das Training von Gangpferden sehr schön erklärt. Es macht einfach Spaß ihr zuzuhören und mit dem Team der verschiedenen Gangpferde dort mit dabei zu sein. Aber nicht ablenken jetzt! 

Worum geht es in dem Buch?

Wie der Name schon sagt, ist das Hauptthema „Tölt“ – ein Thema, was viele Gangpferdereiter schon oft zur Verzweiflung getrieben hat und immer wieder in die Verzweiflung treibt, mich inclusive. Und wer das leugnet, der ist sehr gut in Verdrängung! 🙂 Kaja gibt im ersten Abschnitt des Buches eine Rückblende auf die Geschichte der töltenden Pferde und auch was für Gangpferderassen es überhaupt gibt, oder welche Pferde Töltveranlagung zeigen (und warum), obwohl sie gar keine töltenden Vorfahren haben. Dann wird der Begriff „Viertakt“ erklärt, wie er entsteht und was es für Varianten gibt. „Tölt“ ist also immer nur ein Sammelbegriff für den zusätzlichen Gang, der kein „Pass“ ist. Taktfehler sind ebenfalls ein Thema. 

Der Tölt wird im System der klassischen Reitweisen beleuchtet. Damit meine ich die Skala der Ausbildung und wie der Tölt da hinein passt – wir reden hier von Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichten und Versammlung. Hier kann man sich schon wertvolle Tipps für das Training holen, bzw. man erkennt die Zusammenhänge. Es wird auch die Tragfähigkeit des Rückens und die Gymnastizierung von Gangpferden besprochen (was braucht so ein Pferd um gut im Gang laufen zu können?), bevor der Tölt dann im Verhältnis zu den anderen Gangarten beleuchtet wird. 

Hier kommt die Gangveranlagung, bzw. die Gangverschiebung ins Spiel – auch hier kann man gute Tipps für das Training seines Pferdes ziehen. Oder Verständnis, wie der vom eigenen Pferd produzierte „Gangsalat“ zustande kommt, finden. 

Der Bogen wird dann geschlagen von „Tölt in ausgewählten Lektionen“ (Übergänge, Seitengänge, Piaffe) über die Wichtigkeit des korrekten Sitzes des Reiters im Tölt und was er für Einfluß hat auf das sensible Gebilde „Tölt“, über den richtigen Beschlag und passenden Sattel. Sitzfehler machen sich bei einem Gangpferd in Form von Taktfehlern sehr stark bemerkbar. 

Am Ende des Buches gibt es ein richtiges Literaturverzeichnis, das mir positiv aufgefallen ist, weil ich schon lange keines mehr gesehen habe. Zum Weiterlesen findet man Buchempfehlungen, in denen ich auf jeden Fall stöbern werde und eine Seite mit den gängigen Ganpferde-Adressen (gängige Gangpferdeadressen? Wortwitz kann ich …. nicht). Da kann man sich dann speziell über die einzelnen Rassen informieren.  

Fazit: 

Ich möchte hier nur einen kleinen Einblick geben. Das Buch ist auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung für alle Menschen, die mit dem Begriff „Tölt“ nichts anfangen können – oder gerne mehr damit anfangen wollen würden. Es ist für Leser, die sich einfach der ganzen Zusammenhänge, die das „Problem Tölt“ aufwirft, stellen möchten. Also kurz gesagt, für jeden, der sich einfach einmal rundherum informieren möchte, ohne explizit auf eine spezielle Pferderasse einzugehen. Kaja schlägt den Bogen für alle gangveranlagten Pferde. 

Man bekommt im Buch ein gutes Gefühl für den zusätzlichen Gang vermittelt und einen schönen Überblick, welche Pferde ihn zeigen, was man damit machen kann und wie man Trainingsansätze finden und umsetzen kann. Und Fehlerquellen auszumerzen – oder zumindest zu erkennen, wo der „Fehler“ steckt. Also reinlesen Leute! 

Kaja Stührenberg ist FN Trainerin A Gangpferde und FN Trainerin B Islandpferde. Sie bildet an einem Hof in der Lüneburger Heide Pferde und Reiter aus, gibt Kurse und ist auf Messen und bei Veranstaltungen zu sehen. 

Es gibt übrigens noch ein Buch von Kaja „Gymnastizierung von Gangpferden“ zusammen mit Andra Jänisch, im Cadmos-Verlag erschienen. Das muss ich mir auch noch zulegen, das hatte ich schon einmal geliehen gelesen und fehlt noch in meiner Gangpferde-Bücher-Sammlung. Ihr könnt auch mal bei Kaja Stührenberg auf die Homepage schauen, da kann man noch ein bisschen weiter schmökern. 

PS: Übrigens, wer entdeckt mich in dem Buch, wie ich „Fremdreite“? 

"4 Pylonen & 24 Reit-Ideen"?

Buch: „4 Pylonen & 24 Reit-Ideen“ – Angelika Graf mit Illustrationen von Christine Gräper – erschienen im Angelika Graf Verlag (Edition 2018 – Band 1)

Screenshot des Buchtitels

21. März 2020:

Auf meinem Tablet schlummert schon seit geraumer Zeit ein Buch von Angelika Graf. Nachdem ich mir seit Jahren immer wieder vornehme mehr Sachbücher zu lesen, bekomme ich immer wieder einen Rappel und schaue nach interessanten Sachbüchern und vergesse aber dann sie zu lesen. Ich bin kein großer Sachbuch-Leser – ich merke mir Dinge besser, wenn ich sie auf einem Kurs erfahre und ausprobiere. Aber ein bisschen den Blick über den Gangpferde-Tellerrand zu heben schadet ja nie. Die Tage habe ich also mal wieder mein Kindle durchstöbert und bin an diesem kleinen interessanten Buch hängen geblieben. Auf die Idee da hinein zu schauen hat mich übrigens Diosa gebracht. Yvi übt gerade an besserem Galopp. Gesetztes Angaloppieren und Punktgenaues Timing sind ein Thema – von daher hat mich mein Unterbewusstsein hier wohl aufmerken lassen. 

Das Buch heißt „4 Pylonen & 24 Reit-Ideen“ von Angelika Graf. Es ist momentan übrigens kostenlos bei Amazon Kindle Unlimited erhältlich. Aber ein Blick auf die Homepage Angelika Graf Verlag lohnt sich allemal, weil die Autorin dort noch ganz viele weitere interessante Bücher anbietet – auf der Homepage findet sich ebenfalls ein Blog mit interessanten Übungen aus den Büchern. Also mal reinschauen Leute!

Bis dato wusste ich natürlich noch nicht, wer Angelika Graf ist. Sie ist auf jeden Fall schon mal Autorin dieses interessanten Buches und – auch sehr spannend: einiger bekannten Working Equitation Bücher.  Sie hat sich den Feinheiten des traditionellen Arbeitsreitens verschrieben. Jetzt denken sich wahrscheinlich einige wieder: Moah… die Griebel wieder! Die alte Hohlbirne, die kennt Angelika Graf nicht! Dabei ist das eine ganz bekannte Frau, Wurzeln in der Doma Vaquera, Pionierin der Working Equitation, in der Szene bekannt, praktiziert „Lebendige Reitkultur“, gibt Kurse. Nächstes Mal erzählt sie uns dann wohl was über den „Newcomer“ Pedro Torres! Griebel – beschäftige Dich halt mal mit dem Thema! Dazu muss ich aber sagen: ich kann mir ja nicht mal mehr die Namen aller Menschen bei uns am Stall merken, wie soll ich mir dann noch Menschen aus Büchern merken?  

Ich beschäftige mich jetzt mit dem Buch. Ein paar Ideen daraus werde ich auf jeden Fall ausprobieren, manches geht einfach nicht, weil wir reiterlich dazu nicht in der Lage sind, aber mir gefällt die Idee um Pylonen zu reiten. Da hat man einen guten Fixpunkt. Ich bin sowieso ein großer Fan von Kringeln reiten. Ich liebe es auf einen oberflächlich feuchten Reitplatz zu gehen und dann Figuren in den Sand zu reiten und die immer wieder zu treffen. Ein bisschen „monkig“, aber es macht mich glücklich. Ein bekannter Trainer aus Hünxe würde sagen: „Ja das funktioniert, weil Du da dein Pferd endlich mal in Ruhe lässt, und es einfach machen lässt!“ Er schimpft übrigens öfters mal in meinem Kopf mit mir. Aber das ist sehr gut so.

Was möchte uns das Buch also sagen? 

Es möchte uns Inspiration bei der Arbeit mit dem Pferd anbieten. Zwischendurch streut Angelika Graf immer wieder kleine Einschübe zum Thema Achtsamkeit mit dem Pferd, oder Hintergründe zum Training. Ich denke, dass noch tieferes Wissen in den regulär erhältlichen Büchern „Working Equitation Basics“ und „Working Equitation Trail-Training“ zu finden ist. (Die beiden Bücher habe ich aber (noch) nicht gelesen.)

Das Buch bietet Anleitung zu abwechslungsreichem Training und Übungen, die sich vielfältig und schier unendlich gestalten lassen – und alles nur mit 4 Pylonen. Was sehr praktisch ist. Die Autorin legt besonderes Augenmerk auf die Basisarbeit (aus der dann komplexe Übungen entwickelt werden), auf Gebrauchsreiterei und hat den Fokus auf gesund-erhaltendem gymnastizieren über Jahre hinweg. 

Das Buch startet mit der Aufstellung von 4 Pylonen im Abstand von 15 bis 18 Meter – gerne im Mittelzirkel, so hat man außen herum etwas mehr Freiheit in der Reitbahn. Man kann am Aufstellungsort und in der Größe der Abstände zwischen den Pylonen variieren. 

Frau Graf beschreibt ganz einfache Übungen, die helfen eine exakte Linienführung zu finden und Takt und Rhythmus. Natürlich erst in langsameren Gangarten. Die Übungen werden dann immer Komplexer. Übergänge fließen mit ein, Tritte verlängern oder verkürzen, Biegung, Seitengänge – es ist wirklich richtig spannend, was man alles aus vier popeligen Pylonen herausholen kann. 

Und die Aufstellung funktioniert ganz einfach. Jetzt müssen wir nur noch in der Realität auch perfekte Kringel reiten! 

Fazit: 

Klare Empfehlung das Buch zu lesen und vielleicht auch in die anderen Bücher einzutauchen. Auf jeden Fall ein sinnvolles kleines Buch, das einen auf neue Ideen bringt. 

PS: Werbung weil Buch-Nennung – über Amazon KindleUnlimited kostenlos gelesen (das ich auch selber bezahle)

Arschlochpferd?

07. Januar 2018:

Alleine unter Reitern – Arschlochpferd (Sachbuch), iFuB-Verlag
Das Buch zum Blog von Nika S. Daveron

ISBN 978-3-95936-033-3 (Taschenbuch)

Heute habe ich eine Pferdebuch-Rezension für Euch. Lesen bildet ja bekanntlich und dieses Buch wird als Sachbuch geführt. Es ist also ein sehr ernst zu nehmender Ratgeber für das Leben mit Pferd. Außerdem hilft es im sozialen Umgang mit anderen Reitern. Ganz Ehrlich.

Das „Arschlochpferd“ ist eigentlich eine Seite auf Facebook – momentan flockige 50.000 Likes – die jeden Tag kleine Geschichten über die Reiterszene veröffentlicht. Das bedeutet Reiter lachen gerne. Oder freuen sich insgeheim, wenn einer mal auf die Kac** haut oder Drama passiert. Und es passiert IMMER Drama, auch wenn tatsächlich gar nichts passiert ist. Die Reiterwelt ist eine Fundgrube. Geschichten, die einem entweder ein milde-grenzdebiles Lächeln ins Gesicht zaubern, oder einem mit aufgeklappten Mund, sprachlos-speichelsabbernd (weil Mund offen) zurück lassen. Jedenfalls sehr skuril. Satire und Ironie pur.

Nika S. Daveron hat die Geschichten jetzt gebündelt und in neuer Form als Buch heraus gebracht. Was heißt „jetzt“ – das Buch ist schon zwei Jahre alt. Aber ich habe es jetzt geschenkt bekommen und gelesen. Und möchte auch das neue Buch lesen, welches die Tage heraus kam. Aber habe momentan kein Geld, weil das Drachenpony eine so teure Tierarztrechnung produziert hat. Gemeinheit. Aber zurück zum „alten“ Buch. Das ist so richtig zum Blättern. Und in Farbe und Bunt. So steht es auf dem Cover. Was mich schon zum Lächeln brachte. (Reminiszenz an meine Jugend – das war ein Spruch aus einer Comedy-Serie in Schwarzweiß gedreht …. fragt nicht ….). Ein durchdachtes Buch. Damit hat mich das Arschlochpferd schon mit dem Cover. Wobei das eigentlich der Verlag ist. iFuB-Verlag – In Farbe und Bunt.

Im Buch selber steht die Geschichte von einer Reiterin, ahnungslos wie die Jungfrau Maria und mit einer sehr aktiven, aber eher unproduktiven Gehirnleistung ausgestattet, die auszog, um ein Einhorn (also ein einmalig, tolles, wunderschönes Seelen-Pferd mit Ruhmespotential in Social Media und Turnier) zu kaufen. Und was ihr dabei passiert ist. Wir begleiten die Frau also durch die Höhen und Tiefen des Pferdebesitzertums – angefangen von Pferdeverkaufsanzeigen, Stallsuche, Equipmentkauf, über Reitweisen und Kursbesuche mit Folgen.

Ich möchte jetzt nicht zu viel verraten, aber ich habe dieses Buch direkt nach „Es“ von Stephen King gelesen. Womit ich jetzt nicht King und Daveron vergleichen möchte, aber eine gewisse Parallele gibt es schon: Manchmal möchte man das Buch einfach weglegen, weil man sich denkt: „Ne! Das kann jetzt nicht sein!“ – Bei King aus Grusel-Gründen, bei Daveron weil man als Pferdemensch ständig denkt: „Ne! Das kann jetzt nicht sein!“ Ein Satz, der entweder bedeutet: „Mann ist die doof! Das war doch soooo klar!“ – oder King-esk „Ihr wollt doch alle Fliegen?!“ (Zack! Ab in die Abwasserkanäle mit weniger Körperteilen und mehr tödlichen Bissen im Gesicht als zuvor). Beides ruft also einen gewissen angenehmen Schauer in einem hervor.

Jedenfalls gibt es von mir eine klare Lese-Empfehlung für das erste „Arschlochpferd“-Buch. Und so dick ist es auch nicht. Mit angenehmen knapp 200 Seiten ist es auch für Wenig-Leser ein gutes Buch zum Einsteigen. Also ran an das Buch! Lesen bildet, auch wenn es Lachmuskulatur am Bauch ist.

Und ich bin übrigens eindeutig dafür: das Wort „Schibbi-Schabbi“ muss in den Duden!
Viel Spaß beim Lesen!

Gestelltes Leseszenario mit Tee – Foto: privat

 

PS: Werbung durch Buchnennung zweier selber gekauften Bücher.

Buchempfehlung?

09. Januar 2017:

 

„So lernen Pferde“ – Viviane Theby
Müller Rüschlikon – ISBN 978-3-275-01804-8 aus dem Jahr 2011

coverpferde

Ich gebe zu: lange habe ich keine Pferdebücher mehr gelesen. Sie haben mich irgendwie total gelangweilt, meinetwegen auch übersättigt. Die meisten versprechen sensationellen Inhalt mit reißerischen Titeln und letztendlich kann ich nicht so wirklich viel Information daraus ziehen. Also habe ich mich auf die Lektüre von Thrillern und blutigen Serienkiller-Bücher versteift. Vielleicht hatte ich auch einfach eine schlechte Auswahl. Man weiß es nicht. Jedenfalls ist mir neulich wieder einmal ein Pferdebuch untergekommen. Mit dem wenig reißerischen Titel: „So lernen Pferde“. Das ist doch mal was Grundsätzliches. Klingt gut.

Und mal was Grundsätzliches zu Lesen ist nie verkehrt. Nachdem ich gelegentlich gefragt werde, was ich für Pferdebücher empfehlen kann, schreibe ich jetzt einfach mal darüber wenn mir eines unter kommt. Schließlich mussten wir in der Schule auch die allseits beliebten „Inhaltsangaben“ schreiben. Und die Bücher waren nicht immer so prickelnd … ich erinnere mich mit Grausen an das lustig-freche „Beim nächsten Mann wird alles anders!“ in dem mir übrigens nur noch der Doppelname: Frau Lamar-Schadler hängen blieb … während meine Schwester in der selben Klasse den „Tuareg“ lesen durfte. Da lernt man wenigstens, wie man mit einem Kamel in der Wüste überleben kann. Ist nicht appetitlich, auch nicht wirklich vegan, schon gar nicht für das Kamel, aber es hat sich mir eingeprägt. Aber ich schweife ab.

Viviane Theby ist Tierärztin für Verhaltenstherapie. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Tieren und weiß inzwischen wie Tiere lernen (www.tierakademie.de). Von ihr gibt es im Internet übrigens auch ein paar sehr informative Klicker-Videos. In dem Buch geht es um Lerntheorie. Klingt ziemlich trocken, aber letztendlich ist es das gar nicht. Es geht darum, wie man mit Prinzipien der Lerntheorie Verhalten ändern kann. Frei nach dem Motto: „Gewalt beginnt dort, wo Wissen endet.“ (Albert Einstein)

Wenn man versteht, wie Pferde lernen, dann braucht man sich nicht mehr nach irgendwelchen Trainer-Gurus richten. Man sucht sich einfach die guten Ideen zusammen, kombiniert sie mit dem Wissen über Lernen und *pling* funktioniert es auch mit dem eigenen Pferd. Also zumindest theoretisch. Aber es schadet nicht, mal über die ganzen Methoden nachzudenken, die einem so offeriert/praktiziert werden, und ob sie so überhaupt (für einen selbst) Sinn machen. Also das berühmte über den Tellerrand schauen.

Man sollte sich immer vor Augen führen: In erster Linie ist das Pferd ein Fluchttier. Es wird immer vor einer potentiellen Gefahr flüchten und sich dann aus sicherer Entfernung alles ansehen. Sofern die Gefahr es nicht gefressen hat. Zweitens: Das Pferd ist ein Gruppentier. Mehrere Augen sehen mehr. Und eine Pferdegruppe funktioniert durch Zusammengehörigkeitsgefühl und eine Art Freundschaft. Jeder respektiert den anderen. Das ist doch schon mal eine schöne Idee. Konflikte werden nicht immer offen ausgetragen, oft geht das Pferd einfach weg (oder fügt sich … dem Ranghöheren oder dem Menschen). Der Mensch ist ein Jäger. Das Pferd ist ein Beutetier. Also sollte der Jäger Mensch ruhig mal über sein Verhalten nachdenken und sich überlegen, was macht ein Fluchttier in der Situation?

Lernen funktioniert über das Gesetz der Wirkung: Ein Verhalten, das sich lohnt, wird künftig häufiger gezeigt. Ein Verhalten, das sich nicht lohnt, wird weniger häufig gezeigt. (Edward Lee Thorndike). In dem Buch kann man nachlesen, wie operantes und klassisches Konditionieren funktioniert, was Verstärker und Strafe ist. Was Habituation (Gewöhnung) und Sensibilisierung sind und welche Bereiche im Gehirn bzw. im Nervensystem für was zuständig sind.

Frau Theby beschreibt mit vielen schönen Beispielen wie man bestimmtes Verhalten erlernen kann und was Pferde motiviert hält. Sind wir doch mal ehrlich, vieles, was unsere Pferde gelernt haben mussten sie über „Druck“ erlernen. Sprich: Du machst das nicht, dann gibts eins auf die Ömme. Das so Erlernte funktioniert natürlich auch, aber das Pferd lernt dabei auch eine Art Kadavergehorsam und verliert vielleicht auch den Spaß an der Mitarbeit. Stichwort „erlernte Hilflosigkeit“. Meine Idealvorstellung von einer Pferdebeziehung ist eine Art Partnerschaft, in der jeder mal gute und schlechte Momente haben darf. Gut, ich bleibe der Chef, weil ich entscheide ja wann ich mit dem Pferd etwas unternehme, aber ich möchte auch, dass meine Ponys freudig und gespannt mitarbeiten. Ihr wisst was ich meine…

Die Begriffe Kommando und Signal werden in dem Buch schön erklärt. Ein Kommando kommt nicht umsonst aus dem militärischen Sprachduktus. Wenn man es nicht befolgt, gibts hinterher Ärger. Das Gegenteil wäre das Signal. Hier wird erst ein Verhalten trainiert und belohnt/positiv Verstärkt, dann erst wird das Signal eingeführt. Das Signal bleibt immer gleich. Wenn man es nicht befolgt, hat man einfach seine Chance vertan. Wenn man ein Kommando nicht befolgt, gibt es Druck. Beispiel aus dem Thriller-Bereich: „Halt! Oder ich schieße!“ … bleibt man da nicht stehen, liegt man eben erschossen am Boden. Blutend. Und im schlechtesten Fall mit starren Augen.

Das Buch endet mit einem anschaulichen Praxisteil der Pferdebesitzern mit Pferden, die in ihren Grundmanieren noch … sagen wir es höflich … arbeiten müssen … Hilfestellung bietet. Hier werden grundlegende Dinge wie Halfter anziehen, Stehen bleiben und Putzen lassen in kleinen Schritten beschrieben und wie ich ein Pferd ohne Druck dazu bringe das zu lernen.

Insgesamt hat mich das Buch gut gepackt. Es erklärt Begriffe, die man gerne einfach so benutzt, ohne mal genauer dahinter zu sehen. Es beschreibt Lernverhalten, Lerntheorie und führt einen so automatisch ans Nachdenken und Überdenken. Und man fängt an seine Ziele in kleine Häppchen zu zerteilen. In kleinen Schritten zum Erfolg, dann hat man mehr davon 🙂

Von daher kann ich das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen!

PS: Werbung durch Nennung dieses selbst gekauften Buches.

 

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