Del Cavador

Sentimentalitäten?

11. Juni 2018:

Heute haben wir Sara und ihren Samurai zum Springturnier begleitet. Eigentlich sollte ich sie ja fahren, aber mein Auto musste unbedingt wieder einmal Drama-Queen spielen und den Hänger-Zug verweigern. Long Story, short: Montag sind wir in der Werkstatt.

Jedenfalls hat mich das Turnier an die Anfänge meiner Reiterlaufbahn erinnert und ich bin sentimental geworden. Kann auch sein, dass bei mir langsam altersbedingte Hormonschwankungen einsetzen, die für  pferdetechnische Flashbacks zuständig sind. Oder ich werde langsam dement. Wer weiß das schon. Auf jeden Fall zogen alle meine Pony- und Pferdelieben an meinem inneren Auge vorbei.

Meine erste große Pferdeliebe war ein Welsh A Pony. Ihr Name war „José“ und mit ihr habe ich die  Gegend durchstreift. Bei uns am Dorf gab es einen Mann der Welsh-Ponys hatte. Hier haben wir uns mit kleinen Arbeiten das Reiten verdient. Der Grundstock bestand aus Hof kehren. Kehren kann ich also. Und Misten. Was ich schon an Tonnen von Mist geschaufelt habe! Ein Fußballfeld voll reicht wahrscheinlich gar nicht mehr aus!

José – sie war ein richtiges Buschreiter-Pony! – Foto: gezwungene Mutter 🙂

Später kam dann offizieller Reitunterricht im nahegelegenen Reitverein dazu. Josés letztes Fohlen, ein kleiner Inzucht-Weideunfall, war dann meine erste spezielle Pony-Liebe. Sie war sehr scheu und ich hatte viel Zeit nur in ihrer Box sitzend verbracht, damit sie vertrauen zu mir bekam. „Johanna“ war ihr Name. Sie war auch das erste Pony, dass ich angeritten habe. Johanna war speziell, sie ging Pass. Also quasi mein erstes Gangpferd 🙂 Keine Ahnung, ob das damals komplette Verspannung bei diesem sensiblen, kleinen Pferdchen war, komplette Inzucht, oder ob sie tatsächlich eine Gangveranlagung hatte. Auf jeden Fall träumte ich davon, dass sie im Schuppen hinter unserem Haus einziehen durfte. Tat sie natürlich nicht. Es hieß immer: Wenn Du mal erwachsen bist und selber Geld verdienst, kannst Du Dir ein Pferd kaufen!

Johanna – Die Blässe sieht ein bisschen aus wie bei Diosa oder? – Foto: arme gezwungene Mutter – Wir sind übrigens immer mit relativ kurzen Bügeln geritten, damit die Leute nicht denken, wir seien zu groß für die Ponys 🙂

Jedenfalls wurde sie eines Tages samt ihres Halbbruder-Vaters einfach als Gespann verkauft und war weg. Mein erster großer Verlust. Das hat wahrscheinlich auch meine Einstellung zu Reitbeteiligungen geprägt. Mir wurden oft einfach die Ponys ohne Worte sprichwörtlich unter dem Sattel wegverkauft. Eine harte Schule. So wollte ich zu meinen Reitbeteiligungen nie sein. Von daher bin ich glaube ich eine ziemlich gute Wahl, falls man Reitbeteiligung bei mir sein möchte 🙂 #eigenlobstinktgarnicht

Aber eigentlich kam ich auf die Sentimental-Schiene, weil wir heute Sara begleitet haben. Das erinnerte mich an meine ersten FN Reitschul-Turniere und natürlich die geliebten Schulpferde von damals. Da gab es „Dojan“ ein brauner Holländer und ausgemustertes Springpferd.

Dojan – mein erstes FN-Turnier 1990 – ein Reiterwettbewerb – Foto: gezwungene, auf Turnier geschleppte Mutter

Später kam Bergfee. Bergfee war sehr speziell und sehr flott unterwegs. Wahrscheinlich hat sich da schon meine Liebe für leicht bekloppte Pferde gefestigt. Leider blieb sie nicht lange als Schulpferd. Aber mit ihr hatte ich meinen ersten Wanderritt und 1993 zwei Turnierstarts. Auf diesem Bild wurde ich sogar Erster. Aber ich habe keine Ahnung mehr, wie viele Teilnehmer da dabei waren. Der Pokal steht jedenfalls immer noch in meinem Bücherregal.

Bergfee – Hier baute sich meine Tendenz für spezielle Pferde aus (leider muss ich sagen, dass ich schon damals anscheinend gerne nach links unten gesehen habe …. das ist heute noch so) – Foto: leidende Mutter

Für Bergfee kam Napoleon – ein großer Brauner Wallach. Mit ihm war ich auf jeden Fall einmal bei einer Quadrille im Rahmen irgend welcher Casteller Festivitäten dabei. Das muss 1994 gewesen sein. Soweit ich mich erinnere war Napoleon ein Privat-Pferd, dass dem Reitverein zur Verfügung gestellt wurde. Aber mich interessierte immer das Außen-Herum nicht so sehr, ich war mehr auf die Ponys und Pferde fixiert und wohl eher in meiner eigenen Welt unterwegs.

Napoleon – Auf dem Bild bin ich übrigens schon süße 18 Jahre alt. – Foto: keine Ahnung mehr wer

Aber meine eigentliche große Pony-Liebe war „Charly“, ein Welsh-Reitpony, geboren 1994. Ihn habe ich von Fohlen-Zeit bis ins Reitalter begleitet. Wir hatten eine schöne Zeit, er war sehr temperamentvoll und wirklich eigentlich „mein“ Pony. Mein tiefster Wunsch war, dass er mir gehören sollte. Aber das wurde mir aus unerfindlichen Gründen verwehrt. Also trennte ich mich komplett schwermütigen Herzens von den Welsh-Ponys und rutschte so in die alleinige Welt der Gangpferde. Speziell der Paso Finos. Denn Jacinto trat in mein Leben 🙂

Charly als Fohlen – Foto: wahrscheinlich meine langjährige Reitfreundin Renate 🙂 Wir zwei waren die BFs vom Welsh-Pony-Stall

Aber eigentlich hatte ich mich an dieses Bild hier erinnert: „Goletta“ – im alten Reitverein Trautberg 1993 im Springreiter-Wettbewerb. Was war ich stolz wie Bolle, einen ganzen Parcours geschafft zu haben. Das war damals übrigens ein fünfter Platz. Im Reitverein haben wir auch die Sommerferien verbracht. Da hängen viele schöne Erinnerungen an meine Reiter-Kindheit – Nachtwanderungen, Ausritte, Pommes-Essen – Hach ja! (PS: Claudia! Weißt Du noch!? :-)) – manchmal ist das Leben doch ein Ponyhof!

Goletta – Schulpferd – Foto: meine geplagte Mutter wahrscheinlich …

Doch genug mit Sentimentalitäten – die Realität ist: seit 17 Jahren bin ich selber Pferdebesitzer und hänge mein Herz nur noch an Pferde, die mir selber gehören. Oder an Pferde, die von meinen eigenen Pferden stammen. Die letzten 17 Jahre waren fantastische Jahre! Nicht immer einfach, aber immer hatte ich dieses gelbe, leicht autistische Pony bei mir, was oft nicht richtig läuft, mir viele Sorgen macht(e) und auf dessen Rücken ich mich immer zu Hause fühle: Jacinto! Der mir hoffentlich noch ganz viele Jahre bleibt, weil was ich ohne ihn machen soll weiß ich ehrlich gesagt nicht.

 

Von Spinnen und Kletteraffen?

März 2015:

Willkommen zum dritten Teil meines kleinen Ausfluges über das Thema Geocaching. Heute zähle ich Euch mal ein paar Dinge auf, die man beim Geocachen machen kann, die man im normalen Leben aber niemals-selten freiwillig tun würde. Dinge für denen die Leute einen teilweise echt für bekloppt halten.

Stundenlanges durch die Gegend laufen

Man könnte auch wandern dazu sagen. Eigentlich ein Grund, der gar nicht so bekloppt ist. Wandern ist schön. Es ist gesund, man ist an der frischen Luft. Man sieht etwas. Es ist nur für mich als Reiter etwas unverständlich, weshalb ich zu Fuß gehen muss, wenn ich doch auch ein Pferd unterm Popo haben könnte. Aber es muss ja nicht immer mit Pferd sein. Selber bewegen ist ja auch gesund. Ein Fahrrad ginge theoretisch auch. Aber meines wurde geklaut, als ich 19 war, und seit dem hatte ich keines mehr. Wandercaches oder schöne Tradi-Runden sind perfekt, um sich mal wieder mit Nichtreitern oder Arbeitskollegen zu treffen und unterwegs zu sein. Man kann dabei schön ausgedehnt ratschen.

Komische Verstecke
Komische Verstecke findet man bei ausgedehnten Cache-Touren (Rund um Geiselwind)  – Foto: privat

 

Unauffällig warten

Geocaching sollte ja theoretisch unbemerkt passieren. Das heißt, man darf als Geocacher keineswegs verraten, wo eine Dose versteckt liegt. Sie wäre sonst „gemuggelt“. Muggel sind übrigens normale Menschen, die dieses Hobby nicht betreiben. Das unauffällig sein ist gerade in Stadtgebieten nicht immer einfach. Dementsprechend bringt man sich teilweise in lustige Situationen. Warten ist übrigens in der Gruppe einfacher als alleine. Alleine kommt man gerne in seltsame Situationen. Neulich erst saß ich unter einer Fußgängerbrücke und über mir standen Leute. Sie haben mich nicht entdeckt – hoffe ich zumindest. Was erzählt man Spaziergängern, wenn man unter einer Brücke hervorkommt? „Entschuldigung, ich habe meine Kontaktlinsen verloren. Können Sie mal mitsuchen?“ … äh …

Besonders prickelnd sind auch Situationen, wo man zu „romantischen“ Plätzchen kommt die von nervigen, turtelnden Pärchen besetzt sind. Oder ein Cacher gerade am Versteck „verschwunden“ ist und der zweite Cacher draußen steht und quasi mit sich selber redet. Ich stand zum Beispiel neulich erst an so einem großen Werbeschild und habe mit dem Schild geredet. Also eigentlich mit dem Cacher, der dahinter nicht offensichtlich war.  Zumindest sind die Leute schnell und komisch guckend an mir vorbei gelaufen.

 

Warten
Der wartet hier auch schon länger (gesehen in Wertheim irgendwo im Wald) – Foto: privat

Durch Gebüsche kriechen

Da kommt der Kinderspieltrieb in einem hoch. Aber mal ganz ehrlich, wie bekloppt ist es eigentlich in Büschen und Hecken herumzusuchen, sich durch Dornen zu schlängeln, nur um seinen Namen in so ein doofes Tupperdöschen reinzuschreiben? Wenigstens mögen mich Zecken nicht besonders gerne. Lustig sind auch immer die Situationen, in denen man aus dem Gebüsch gerade wieder herausbricht, dreckig und glücklich, aber die „Muggel“ sehen nur: „Äh…. da kommen zwei Leute aus dem Gebüsch?“ (Zu den jeweiligen Kombis könnt Ihr Euch jetzt selber lustige Gedanken machen – also Mann/Frau, Frau/Frau, Mann/Mann … ganze Gruppen …  )

Volkach
Im Gebüsch (hier in Volkach) findet man oft auch komische Bauwerke – Foto: privat

 

Nachts durch den Wald laufen

Das ist eigentlich total toll. Es erinnert an die Kindheit, geheimnisvolle Nachtwanderungen, Gruselgeschichten, Lagerfeuer. Aber halt jetzt für Erwachsene. Man läuft einer Geschichte folgend durch den Wald. Löst Aufgaben, hat ein bisschen Angst. Das hat was. Manch einer geht halt Samstag Abend in die Disco zum Tanzen, der andere läuft halt mit ein paar Freunden durch den Wald. Jedenfalls weiß ich, was ich lieber mache!

In Röhren klettern

Ab einer gewissen Fund-Zahl wird man als Geocacher auch interessierter an den etwas anderen Caches. Nachdem es so viele Versteckmöglichkeiten gibt, gibt es auch viele „unterirdische“ Caches. Ich weiß noch, mein erster „Röhren“-Cache. Total optimistisch bin ich in den Weinbergen zu einem Aussichtspunkt um einen einfachen Tradi zu suchen. Die Koordinaten der Dose zeigten allerdings mitten auf einen geteerten Parkplatz. Als junger unerfahrener Cacher hat man mit dem Thema „Röhren“ ja noch nicht so viel am Hut. Jedenfalls dauerte die Erkenntnis „Oh! Vielleicht sollte ich mal schauen, ob ich UNTER den Parkplatz komme?“ ein bisschen. Seit dieser Zeit war ich in sind so einigen weiteren Röhren und Wasserabflüssen. Und ehrlich gesagt, so schlimm ist es meistens gar nicht. Oder anders ausgedrückt es zählt dann der Adrenalinspiegel gepaart mit „ist eh schon egal“ und dann wird’s richtig lustig! Inzwischen bin ich auch Besitzer eines Paares Knieschoner. Man weiß ja nie.

Röhren
Irgend wo unter der Erde – Foto: privat

 

Auf Bäumen herumturnen

Seit Neustem beschäftige ich mich mit dem Thema Klettern. Eigentlich habe ich ja Höhenangst.Aber so Caches hängen auch gerne in Bäumen herum. Also wird man zwangsweise damit konfrontiert. Die ersten Baum-Kletter-Versuche mit Sicherung, Seil und kompetenter Anleitung habe ich hinter mir. Und es macht richtig Spaß!

Falls ich mich demnächst mal über einen Abgrund hinweg auf einer Brücke abseile, werde ich davon berichten. Also falls ich überlebe 🙂

Bäume
Mein erster T5er Baum (T5 ist die höchste Schwierigkeitsstufe beim Cachen)! – Foto: Müller

Jedenfalls kann man eines gut erkennen. Dieses Geocaching ist ein Hobby mit vielseitigen Facetten und einem hohen Potential Dinge zu tun, die man sonst nie im Leben getan hätte – oder tun würde!

Auf Deutsch: Es macht richtig Spaß!

Nutrias
Und man trifft putzige Tierchen! – hungrige Nutrias in Möhrfelden – Foto: privat

 

 

Neulich im Steinbruch?

November 2014:

Heute ein weiterer kleiner Einblick in mein Zweithobby. Am Tag der deutschen Einheit war ich mit ein paar netten Leuten unterwegs auf einer ganztägigen Cache-Tour. Ziel war ein verlassenes Dorf in Thüringen. Es ist ein spezielles Dorf, an einem alten Schiefersteinbruch gelegen, der Oertelsbruch. Normalerweise verrät man keine sogenannten Lost Places, aber dieses spezielle Dorf ist inzwischen äußerst bekannt und auch weit entfernt von „verlassen“. Wir haben auf unserer Tour mehrere Touristen, Spaziergänger und mehrere Gruppen Urbexer getroffen. Es ist irgendwie ein gemütliches Miteinander. Die Lokation wird sehr oft fotografiert und dient wohl auch oft als Kulisse für Filmaufnahmen. Wohl in erster Linie für Musikvideos.

Oertelsbruch - Fabrikhalle
Fabrikhalle – wo führen wohl die Schienen hin? – Foto: privat

Das faszinierende an diesem Dorf ist, dass es eine geballte Sammlung verschiedenster leerstehender Häuser ist. Man könnte auch sagen, ein riesengroßer Spielplatz für Erwachsene mitten im Wald. Man kommt an verlassenen einfachen Wohnhäusern, Werkstätten, Lagerhallen, Scheunen und einer gespenstischen Villa vorbei. Gespickt mit einem Ausblick auf diesen wunderschönen See im Bruch.

Blick in den Bruch-See
Blick in den Bruch-See – Foto: privat

Natürlich hat der Vandalismus und das Müll herumliegen lassen die Häuser schon sehr in Mitleidenschaft gezogen. Infantile Graffitis zieren die Wände, dazwischen verstecken sich auch ein paar schöne Arbeiten. Ich bin ja ein großer Fan von gut gemachten Graffitis. Es ist definitiv faszinierend durch die alten Mauern zu streifen. Wenn man sich dann noch verdeutlicht, dass die Häuser bis 2009 noch in Betrieb waren ist es unglaublich ergreifend zu sehen, wie schnell die Natur sich ihr Recht zurückerobert.

Obacht
Witzige Details am Rande – Foto: privat

Teilweise sind die Häuser auch mit einem Stollensystem verbunden. Teile des Bruches sind nämlich noch aktiv und wer in den Stollen aufgefunden wird, sollte sich nicht über eine Strafanzeige wundern. Im zweiten Weltkrieg wurden die Stollen übrigens auch zu Raketentriebwerk-Tests verwendet. Es gibt in der Nähe auch eine KZ-Gedenkstätte. Diese leidvolle und wechselhafte Geschichte macht einen Streifzug durch so ein Gelände noch einmal intensiver. Auch das legendäre Bernsteinzimmer könnte hier irgendwo versteckt worden sein. Jedenfalls ist viel Spielraum für die Fantasie gegeben.

Versteckte Lebensweisheiten
Versteckte Lebensweisheiten – Foto: privat

Und manchmal entdeckt man zwischen Gerümpel und Verfall einen Blick auf ein Arrangement wie das auf dem nächste Foto, mit einem warmen Sonnenstrahl beleuchtet. Das ist fast schon Kunst in meinen Augen. Ich mag das Bild sehr. Auf jeden Fall sind die meisten Dinge einen zweiten Blick wert.

Und manchmal ist es fast schon Kunst!
Und manchmal ist es fast schon Kunst! – Foto: privat

Des mit denne Tupperdösli?

November 2014:

 

Nachdem ich neben den Paso Finos auch noch ein weiteres interessantes Hobby habe, möchte ich den Versuch starten, Euch hier visuell etwas zu beteiligen. Vielleicht interessieren Euch die Bilder oder Geschichten dieser zweiten Aktivität? Gebt mir mal ein Feedback!

Wie viele von Euch wissen bin ich seit einigen Jahren auch als Geocacher unterwegs. Was ist Geocaching? Nun in erster Linie mal so etwas wie eine GPS-unterstützte Schnitzeljagd für Erwachsene. Ein Cacher hat es mal so beschrieben: Leute rennen mit milliardenschwerer Technik bewaffnet (weil GPS-Satelliten im All sind teuer!) durch den Wald, um billige Plastikdöschen zu finden. Da ist was Wahres dran. Man kann die Faszination Geocaching auch nicht wirklich sinnvoll erklären. Es ist wie beim Paso Fino – wer es mal ausprobiert hat ist entweder begeistert oder sagt sich: Was sind das für Spinner! Von daher eigentlich das perfekte Hobby für mich.

Finde den Cache?
Finde den Cache? – Typischer Tradi. Allerdings so auffällig versteckt, dass es schon wieder witzig ist! – Foto: privat

 

Wer mehr darüber wissen möchte, bitte einfach nachgoogeln oder mich direkt fragen. In zweiter Linie ist Geocaching die Möglichkeit Landschaften zu erkunden. Man wird dank schön platzierter Geocaches an Orte geführt, an die man sonst nie gekommen wäre. Man entdeckt tolle Orte, die sich vielleicht hinter einer Ecke verstecken, von der man gedacht hätte: Böh… da wär ich nie hin, weil es so hässlich ist. Und dann schaut man eine Ecke weiter oder verändert einfach den Blickwinkel und entdeckt etwas ganz unerwartet Wunderbares. So habe ich schon ganz viele Flecken Erde in meiner Heimat erkundet und war immer wieder überrascht wie schön es doch bei uns ist. Und in dritter Linie: Man lernt interessante Leute kennen.

Blickwinkel
Blickwinkel verschieben – so wird aus einem langweiligen Kornfeld ein toller Ausblick! – Foto: privat

Geocaching ist unheimlich vielschichtig. Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Caches, vom einfachen „Döschen“ für zwischendurch, über Wandercaches, versteckte/verfallene-Orte (Lost Places), technisch aufwändig gestaltete und gruselige Nachtcaches, Klettercaches, Familienrunden, Rätselcaches, lieblos platzierte Dosen, eigentlich ist alles möglich. Man kann sich je nach Lust und Laune eine Spielart heraussuchen. Natürlich geht das Ganze auch mit den Pferden. Nachdem ich Yvi und Nadine ja schon angesteckt habe reiten wir die passenden Caches in unserer direkten Umgebung inzwischen mit den Ponys an.

Dioas
Diosa untersucht einen Tradi in unserem täglichen Ausreitgelände – Foto: privat

Spaß machen aber vor allem die längeren Caches („Multis“), die einem eine Geschichte erzählen und über mehrere Stationen durch die Natur (oder durch verlassene Häuser) führen. Geocaching kann man auch prima nutzen, um sich fremde Städte mit den Augen der Einheimischen anzusehen. Einfach einen Stadtführungs-Cache raussuchen und loslegen. Man spart sich den Fremdenführer und wird zu den Orten geführt, die wirklich Sehenswert sind. Dank dem cachen habe ich inzwischen auch einige Dinge getan, die ich normalerweise nie im Leben gemacht hätte. Ich bin schon durch Röhren gekrochen, auf Bäume geklettert, habe mir Blasen gelaufen,  bin in verfallenen Häusern/Kellern unterwegs gewesen. Wenn man offen für Neues ist, dann erschließt man sich auch neue Möglichkeiten und neue Welten. Und das ist immer gut.

Ntur
Die Natur erobert sich Lebensräume zurück – Foto: privat

Ich möchte Euch unter dieser Rubrik einfach ein paar Bilder zeigen (manchmal gute, manchmal vielleicht unscharfe) und vielleicht kurze Geschichten dazu erzählen. Es soll Euch einfach teilhaben lassen, an den schönen oder verfallenen oder seltsamen Orten die ich besuche. Das ist nämlich eine ganz faszinierende Welt, unsere Welt auf der wir leben. Und man kann sie nicht nur vom Pferderücken aus erkunden!

 

Leistungsmarsch?

März 2012:

An einem schönen sonnigen Wochenende haben Nadine und ich einfach Fénix und Jacinto eingepackt und sind nach Volkach gefahren. Dort haben wir uns mit Julia und ihrem Töltenden Traber Hucellus getroffen. Wir waren auf einer ganz speziellen Mission – Ziel war es den Leistungsmarsch der Mainfrankenkaserne Volkach zu Pferd abzureiten.

Der Leistungsmarsch geht zurück auf die Zeit, als die Soldaten in der Bundeswehr noch zweimal im Jahr voll bepackt Strecken von 20 km, 25 km oder 30 km zu Fuß laufen mussten. Inzwischen wurde die Marschstrecke reduziert und das Gewicht erhöht, aber zu Fuß bleibt es immer noch eine unangenehme Sache. Jetzt werdet Ihr Euch fragen, was hat Frau Griebel mit der Bundeswehr am Hut?

Der Grund meines Interesses ist ganz einfach: Geocachen 🙂 Genau auf dieser Strecke sind nämlich an ganz idyllischen Stellen kleine Döschen versteckt. Und wenn man sich alle diese Verstecke vornimmt, dann kann man ganz gemütlich eine große Runde reiten und alle ein bis zwei Kilometer ein Döschen heben. Und wenn man das dann noch in der Gruppe mit netten Mitreitern macht ist der Tag gerettet. Man kann unterwegs quatschen, klönen, fachsimpeln, Spaß haben und in wunderschöner Landschaft einen tollen Ritt genießen. Also die perfekte Beschäftigung um Geocachen, Reiten und geselliges Sozialleben unter einen Hut zu bekommen.

Gestartet sind wir direkt an der Kaserne. An den umliegenden Feldwegen bleibt genügend Platz um mit zwei Hängern zu parken. Die Strecke führte uns gut reitbar durch Wald und Flur. Im Wald hatten wir noch die Gelegenheit eine geologische Besonderheit zu bewundern. Eine Sanddüne. In Volkach gibt es eine riesige Sanddüne mitten im Wald. Keine Ahnung wie sie da hin gekommen ist und was sie da macht, aber sie sieht interessant aus. Und der Vorteil ist, dass rund um diese Zone schöne Sandwege zum Reiten da sind.

Sanddüne Volkach

Die Strecke führt gegen Ende auch durch aktives Militärübungsgebiet. Das hinterlässt beim Hindurchreiten einen leicht fahlen Geschmack im Mund. Es könnte von den Sprengstoffresten kommen, die man noch in der Luft riechen kann, aber auch von den aufgebauten Übungsobjekten im Wald. Schützengräben, simulierte Durchfahrten mit Sandsäcken aufgebaut, ein Autowrack. Hier haben wir uns lieber nicht so lange aufgehalten.

Truppenübungsplatz

Weiter ging es an idyllischen Karpfenteichen vorbei. Ich sag nur lecker gebackener Karpfen. Den kann ich nur empfehlen. Allerdings isst man denn nur in Monaten mit „R“ – also September bis April. Den Abschluss dieser schönen Runde machte eine Schleife direkt um die Mainfrankenkaserne herum. Dort bekamen wir auch noch etwas Kultur mit. An einem Punkt steht ein eher seltsam anmutendes modernes Skulptur-Gebilde. Wir haben einfach mal die Beschreibungstafel gelesen und können so sagen, wir wären auch kulturell unterwegs gewesen.

Fazit: Eine spitzen Runde (genau 18,7 km) mit zwei ganz tollen Mitreitern. Nadine als Neucacher entwickelt übrigens ein sehr gutes Gespür für Verstecke. Vielleicht können wir sie noch richtig infizieren. Auf jeden Fall werde ich die Augen weiter offen halten, um öfter einmal eine Geocaching-Runde für Pferde zu finden.

Geocaching?

24. März 2012:

Meine Internetsucht am Pferd wurde inzwischen etwas abgemildert. Böse Zungen behaupten ich hätte eine Sucht durch eine andere ersetzt.

Internet war gestern, heute ist GPS!

Ich habe eine weitere Spielart der technischen Outdoorbeschäftigung entdeckt. Pures Strecken aufzeichnen und nachreiten wird mit der Zeit langweilig. Man braucht ja den gewissen Kick. Meine neuste Passion ist also das Geocachen!

Ja, ich kann mit dieser Reaktion umgehen. Augen rollen, Kopf schütteln, „Kind Du spinnst“-Sprüche – Geocachen macht Spaß! Aber was ist überhaupt Geocachen?

Man meldet sich bei einer Internetplattform seiner Wahl an – die Bekannteste ist www.geocaching.com. Es gibt aber noch viele mehr. Dort legt man sich ein Profil an und hat somit die Möglichkeit auf der ganzen Welt Millionen von kleinen Schätzen (Caches) zu finden. Früher gab es Schnitzeljagd, heute gibt es Geocaching. Die perfekte Verbindung von Natur, Technik und Internet.

Die Kurzversion ist: Man sucht sich einen „Cache“ aus, speichert sich die Daten auf sein GPS oder Telefon, oder druckt sich die Cache-Beschreibung ganz einfach auf Papier aus und zieht los, um am angegebenen Platz ein kleines Tupperdöschen zu finden. Manchmal muss man auf dem Weg zu dem Döschen ein paar Rätsel lösen, die teilweise ganz schön kniffelig versteckt sind. Perfekt also für alle, die als Kinder als Robin Hood, Räuber und Gendarm oder Piraten unterwegs waren. Versteckte Rätsel finden, fast wie in der Kindheit, nur kniffeliger. Genial. In dem Döschen ist ein „Logbuch“ zu finden in das man sich einträgt. Man kann der Internetgemeinde dann mitteilen, dass man diesen Cache gefunden hat und trägt den Fund und eine kleine Notiz ebenfalls auf seinem Geocachingprofil ein. Gut, das klingt jetzt nicht spektakulär. Das ist eben wie Paso Fino reiten, einfach mal ausprobieren und sich anstecken lassen.

Cachen macht  enorm Spaß. Man muss es aber unauffällig tun. Die „normalsterblichen“ Menschen (= Muggel) dürfen nicht mitbekommen, dass man auf der Suche ist. Der Fundort des „Caches“ darf nicht öffentlich preisgegeben werden. Das ist oberstes Geocaching-Gesetz.

Jetzt bin ich also im Herbst schon ein paar Mal mit Jacinto cachen gewesen. Wer das manchmal durchgeknallte Pony kennt, weiß dass „unauffällig“ und „Jacinto“ jetzt nicht gerade kompatibel sind. Wir haben es aber trotzdem ganz gut gelöst. Beim Unauffällig-Verhalten bin ich so schon in einige Gespräche verwickelt worden, und habe so auch schon viel über Paso Finos erzählen können. Toll an so einem Pony ist ja auch, dass man ständig irgend etwas an den Hufen oder Beinen kontrollieren kann und so einen Grund hat „unauffällig“ zu sein. Gut, die Leute denken dann man ist bekloppt, aber das denken die meisten sowieso von mir. Also nichts Neues. Einige Hundebesitzer kennen mich jetzt auch schon, weil ich an bestimmten Plätzen öfters vorbei geritten bin, an denen ein Cache versteckt liegt, an den ich aber so nicht direkt heran kam. Die wenigsten Geocacher sind mit Pferd unterwegs. An manche Stellen kommt man mit Pferd auch nicht wirklich hin. Es ist eher ein Sport für Hundebesitzer oder Kinderbesitzer, oder als kleine Auflockerung für lange Autofahrten. Statt Rasthof kleine Cache-Suche. Perfekt!

Das mit dem Geocachen habe ich jetzt über den Winter erst mal ohne Pferd weiter vertieft. Es gibt nämlich auch so genannte Nachtcaches. Da läuft man dann Nachts mit Taschenlampe durch den Wald. Der tollste Moment ist dann, wenn man verfroren und übermüdet denkt: „Warum mache ich das eigentlich??? Wieso liege ich nicht in meinem Bett?“ dann findet man nach Stunden des Suchens und Rätseln das vermaledeite Döschen und freut sich wie ein kleines Kind über ein verdrecktes Stück Plastik, meistens noch mit krabbelndem Inhalt mitten in der Nacht. Man kommt dann glücklich, dreckig und verschwitzt und mit glänzenden Augen wieder aus dem Wald heraus und freut sich. Ja, ich glaube es sind die kleinen leicht bekloppten Abenteuer, die das Leben lebenswert machen.

Wer mehr Informationen zum Thema Geocachen haben möchte kann sich gerne mit mir in Verbindung setzten.

PS: Heute hat Dimera Geburtstag! So schnell werden aus Fohlen fast erwachsene Pferde! *sentimentalerkleinereinschub*

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