Del Cavador

„Es war einmal….“?

15. Juli 2017:

 

Nachdem wir schon letztes Wochenende unterwegs waren, dachten wir uns: Hey, da geht doch dieses Wochenende auch gleich noch einer! Ein bisschen Abwechslung braucht der Mensch ja. Deshalb sind Diosa, Yvi, Jacinto und ich heute nach Langenzenn gefahren zum ersten Orientierungsritt des PSV Langenzenn-Wittinghof. Unsere Startzeit war richtig spät am Nachmittag, was total ungewöhnlich für einen Orientierungsritt ist. Ich hatte sogar noch Zeit Vormittags mit dem Drachenpony eine Runde im Gelände zu drehen.

Nach unserer Ankunft haben wir erst mal die Lage gecheckt und geguckt, wo es die wichtigen Dinge gibt: also Klo und Kaffee. Gestärkt und erleichtert konnten wir die Ponys in aller Ruhe fertig machen und Fliegensicher verpacken. Nachdem wir letztes Wochenende so geplagt wurden haben wir das volle Programm aufgefahren: Fliegenspray, Fliegendecke und Ohrenhäubchen. Obwohl es heute, dank annehmbaren Langärmel-Temperaturen gar nicht nötig gewesen wäre. Aber man weiß nie. Und schon sind wir auf die schöne Strecke durch den tollen Sandbodenwald bei Nürnberg gestartet. Übrigens war das Thema des Rittes „Es war einmal …. „ – mit dem Thema Märchen hat man mich immer sofort. Märchenritte sind immer toll! Erwünscht war zwar Verkleidung, aber wir waren da irgendwie uninspiriert. Es waren aber ganz tolle Verkleidungen am Start – total super!

Am Anfang bekamen wir Instruktionen und ein rohes Ei in die Hand gedrückt. Das sollten wir am Ende des Rittes wieder heil abgeben. Gut, dass ich noch meinen Kaffeebecher in der Hand hatte. Das Ei wurde also in eine leere Taschentuchpackung gesteckt, mit Taschentuch umwickelt und in dem Becher deponiert. Perfekt. Wir haben es heil wieder nach Hause gebracht. Insgesamt gingen nur zwei Eier ganz kaputt und eines hatte einen Sprung. Die Wertung dieses Rittes war Paarweise und insgesamt gingen (soweit ich richtig mitbekommen habe) 23 Paare an den Start.

Die zehn Kilometer lange Strecke führte gut markiert durch den Wald, unterbrochen von mehreren Stopps. Gleich am Anfang durften wir in unserer Paradedisziplin „Klopapier“-Reiten glänzen. Slalom im Paarreiten durch die Pylonen mit ungefähr sechs Blatt Klopapier dazwischen. Luxus pur – sind wir doch höchstens drei Blatt gewöhnt. Das mit den Pylonen könnten wir allerdings auch in unsere Paarreiten-Aussortierung mit einbauen!

Fliegenvermummt unterwegs bei den sieben Geißlein – Foto: privat

Kaum hatten wir uns an den schönen Wald gewöhnt kam schon der zweite Stopp: Dosenwerfen. Diesmal auf Zeit und die Zeit läuft unbarmherzig bis alle Dosen vom Tisch geschossen sind. Das durfte Yvi erledigen, die ja schon letztes Wochenende nahezu fast getroffen hatte. Und sie hat sogar alle Dosen vom Tisch gefegt … also gemächlich, aber immerhin! Weiter ging es durch den schönen Wald. Hier haben wir die dritte Station, eine unbemannte Rätselstation übersehen. Auch auf dem Rückweg sind wir hier nicht mehr fündig geworden. Aber egal.

Die nächste Station war dann „Tischlein Deck Dich“ in ganz gemein. Zwischen zwei Bäumen waren Seile gespannt mit Apfelstückchen dran, die man ebenfalls auf Zeit mit dem Mund ohne Hinzulangen fangen musste. So was mag ich ja gar nicht, weil ich essenstechnisch voll Etepetete bin, aber das ist gar nicht so einfach! Schlüpfrige kleine Scheißerchen, um es mal mit einem einem Filmzitat zu sagen! Die Ponys haben sich jedenfalls über die Äpfel gefreut.

Und weiter ging es durch den Wald. Die nächste Station waren der „Wolf und die sieben Geißlein“ – sieben Steine vom Pony aus in einen Eimer werfen, natürlich auf Zeit! Hier durfte ich mal wieder meine spärlich vorhandenen Wurfkünste einsetzen.

Als nächstes kam eine Stopp, bei dem man eine vorgegebene Strecke so langsam wie möglich Galoppieren sollte. Das durften Yvi und Diosa machen, wobei die ganz schön flott unterwegs waren. Dann blieb ein schönes Stück reiten durch den Wald zurück zum Hof übrig. Hier haben wir uns noch mit dem mitbekommenen Fragebogen beschäftigt. Hier gab es ein paar Reiter- und viele Märchenfragen zu beantworten. Und eine Frage zum Schuh des Manitu! Zu dem Film können Yvi und ich ja alle Fragen beantworten, weil wir das Hörspiel im Auto oft bei langen Strecken exzessiv hören.

putzige Details – Foto: privat

Am Springplatz gab es dann noch eine Fino-Spezial-Disziplin: Wasserkrug im Trab/Tölt um eine vorgegebene Strecke transportieren und möglichst wenig verschütten. Yvi und Diosa haben das perfekt demonstriert. Dafür musste ich mir dann die Augen verbinden lassen und mich durch eine Stangengasse mit mehreren Ecken „führen“ lassen. Also Yvi auf Diosa geritten, die mich „nebenbei“ durch die Gasse manövriert. Das fand ich ziemlich spannend und das hat auch ziemlich gut geklappt. Sofern man mir nicht Begriffe wie „links“ und „rechts“ zuruft funktioniert das auch ganz gut.

Regenbogenkuchen ❤ – Foto: privat

Nachdem wir die Ponys versorgt hatten durften/mussten 🙂 wir noch zum Abschluss auf dem Fischteich im Schlauchboot paddeln. Natürlich wieder auf Zeit. Das gibt glaube ich Muskelkater in den Oberarmen! Die Ponys konnten in einem Paddock ausruhen und wir haben uns an der Salatbar vergnügt und ein bisschen Kuchen gegessen. Leider hat es bis zur Siegerehrung ziemlich lange gedauert und wir hatten dann irgendwie ein kleines Durchhänge-Müde-Kaputt-Tief. Wahrscheinlich zu wenig Koffein im Blutkreislauf. Aber insgesamt war es ein sehr gelungener erster Orientierungsritt. Wir hatten Spaß, die Strecke hätte gerne noch länger durch den schönen Wald führen können und das Orga-Team und alle Helfer waren nett und gut gelaunt. Was will man mehr?

Übrigens sind wir auf Platz 16 gelandet – aber halt auch ohne Verkleidung und mit einer fehlenden Station. Aber es kommt ja nicht darauf an zu gewinnen, sondern Spaß zu haben – und den hatten wir auf jeden Fall! Und ich mag die Gegend um Nürnberg mit diesem tollen Wald und den schönen Wegen, schon alleine deshalb lohnt es sich den Hänger zu packen.

Orientierungsritt in Eisingen?

09. Juli 2017:

Heute waren wir wieder einmal Orientierungsritt-Technisch unterwegs. Diesmal sogar mit Jungspund-Beistand. Universo del Gavilan durfte mit Nadine heute seinen allerersten Orientierungsritt bestreiten. Und der Bubi hat das richtig gut gemacht. Gut, wenn er gekonnt hätte, hätte er sich ein paar mal ordentlich in die Hose gemacht, aber er hat alle Aufgaben trotzdem sehr fleißig und zuverlässig gemeistert. Eine gute Grundausbildung und behutsames und ruhiges Heranführen an verschiedene Aufgaben machen sich einfach immer bezahlt. Und die beiden alten Hasen Diosa mit Yvi und Jacinto mit mir sind ja auch gute Vorbilder. Meistens zumindest. Wir hatten eine frühe Startzeit, so konnten wir noch vor der großen Hitze den Großteil der Geländestrecke absolvieren. Es ging wieder sehr gut markiert zirka 15 km rund um Eisingen. Eine schöne, abwechslungsreiche Strecke mit Wald und Feldern. Und zwischendurch immer ein bisschen Wind und Schatten – also optimal.

Universo beim Schießen – Foto: privat

Zwischendurch gab es auch ein paar Stopps mit kleinen Aufgaben. Der Erste war natürlich der Klassiker schlechthin: Dosenwerfen vom Pferd aus. Eine Aufgabe, bei der ich grundsätzlich daneben schieße. Yvi übrigens auch. Nadine trifft immer ganz gut, die kann auch gut mit Pfeil und Bogen schießen. Oder mit Messern. Oder mit beidem gleichzeitig 🙂

Ohrenhäubchen für Alle! – Foto: privat

Dann ging es noch etwas auf und ab durch die schöne Landschaft bis zum alten Springplatz. Hier gab es Getränke und einen Snack für die Reiter und Aufgaben für die Ponys. Als erstes durften wir mit einem Cacher acht Badeentchen, einen Fisch und einen Frosch aus einem „Teich“ retten. Gut, dass wir neulich erst mit Besenstil in der Hand auf dem Reitplatz geübt haben. Hier haben alle Ponys gut mitgemacht. Jacinto immer in Bewegung, Diosa stoisch stehend und Universo hatte mehr Angst vor dem Stecken als vor den Enten. Also alles im grünen Bereich. Anschließend durften wir einen kleinen Natursprung versuchen und mussten durch drei Pylonen-Tore einen großen Zirkel galoppieren. Alles machbar. Dabei hat Universo sogar die ersten Galoppsprünge entdeckt. Das hatte er bisher nämlich noch nicht im Repertoire.

Sonnenbrillen-Wasserkrug-Trabstangen Foto: Privat

Weiter ging es über die nächste Anhöhe und dann erst mal über zwar löchrige, aber schöne Feldwege. Am Waldrand entlang konnten wir ein schönes langes Stück schön Tölten und sozusagen Kilometer fressen.
Kurz vor Ende gab es dann noch einen Stopp mit verschiedenen Fragen, die aber auch nicht allzu schwer waren. Zum Beispiel: „Nenne drei Teile einer Trense“, „Nenne drei Teile eines Sattels“ und „Nenne drei Giftpflanzen“. An der Reithalle der Pferdefreunde Eisingen zurück war dann noch ein Trail aufgebaut. Hier hatten wir zwar etwas Stau bis wir dran waren, aber auch eine schöne schattige Bank zum Ausruhen.
Der Trail war dann auch gar nicht so schlimm. Als erstes bekamen wir einen Krug Wasser in die Hand gedrückt und sollten damit Stangen übertraben. Äh … ja … das Schwierigste daran ist übrigens bei Fino-Reitern (die die Champagner-Tölt-Klassen immer mitmachen, um Gratis Sekt abzugreifen…) eigentlich, dass man nicht versucht den Krug mit dem Regenwasser leer zu trinken, so wie man das in der Prüfung gewohnheitsmäßig mit dem Sektglas macht.

Bank kehren – Foto: Privat

Dann haben wir uns mit der Luftballon-Gasse durchgemogelt, und sind einfach hintereinander durch die Gasse. Die war übrigens am gruseligsten, weil da so blaue Gymnastikmatten am Boden lagen. Flattertor = Schnarch, kein Problem. Witzige Idee war die Bierbank, die man mit einem Besen abkehren sollte. Das war mal was komplett Neues. Und der Klassiker schlechthin: Tisch decken! Diesmal in der Version von einem Tisch auf den nächsten Decken, aber mit Wasser in der Blumenvase. Hier hatte Jacinto auf jeden Fall seine guten fünf Minuten. Streber-Zwerg!
Danach haben wir die Ponys erst einmal nach Hause gebracht und uns selber auch ein bisschen abgekühlt. Es hat nämlich schon wieder ekelig-schwüle über 30°. Zur Siegerehrung sind wir dann gerade noch rechtzeitig zurück gekommen. Jacinto war dieses Mal der Streber der Gruppe mit Platz 22 und Diosa und Universo folgten ein paar Plätze danach. Insgesamt waren um die dreißig Starter dabei. Also ein kleiner, aber feiner Orientierungsritt, den wir auf jeden Fall wieder besuchen würden und der uns viel Spaß gemacht hat. Vielen Dank an die Organisatoren der Pferdefreunde Eisingen – wir sehen uns bestimmt nächstes Mal wieder!

„Bitte Lächeln!“?

Orientierungsritt in Nenzenheim 2017

4. Juni 2017:

Nachdem wir irgendwie die letzten zwei Jahre gar nicht mehr bei Orientierungsritten mitgemacht hatten wurde es so langsam Zeit sich mal wieder den Spaß zu gönnen. Durch schöne „neue“ Landschaft zu reiten und dabei lustige Aufgaben zu machen bringt immer Laune. Da war es total praktisch, dass in unserer Nachbarschaft dieses Jahr der 8. Orientierungsritt der Pferdefreunde Nenzenheim stattfand.

Nachdem die letzte Woche so furchtbar-ekelig warm war kam der ersehnte Abkühlungsregen natürlich genau in der Nacht zum Sonntag. Und blieb auch fast den ganzen Sonntag Vormittag. Also reiten im Regen. Unsere Startzeit war relativ früh. Dieses Jahr führte die Strecke in zwei zehn Kilometer-Schleifen immer zum Reitplatz als Ausgangspunkt zurück. Zwischendurch gab es schöne Aufgaben zu erledigen.

Telefonzellen – es gibt sie noch! 🙂 … in echt ist sie jetzt das Wiegehäuschen  – Foto: privat

Yvi war übrigens schon nach dem ersten Kilometer komplett durchnässt. Diosa hatte sowieso keinen Bock auf Rumgeturne im Regen und Zwerg versuchte sich immer gegen den Regen zu drehen. Funktioniert halt nicht wenn der Regen überall runter kommt. Der Zwerg hasst Wasser von Oben oder von der Seite. Von unten ist es toll, aber alle andere nimmt er persönlich. Er ist auch immer der Erste, der sich unterstellt, wenn der Hauch eines Schäuerchens niederkommt. So war die erste Schleife eigentlich eher „Bäh!“ – aber wir hatten natürlich trotzdem Spaß. Wobei Regen in Kombination mit Karte lesen (trotz liebevoller Hinweisschilder) in der ersten Schleife nicht so ganz geklappt hat und wir uns drei Mal einen leicht alternativen Weg gesucht haben. Aber trotzdem haben wir alle Stationen gefunden.

Die erste Station war schon mal sehr spannend: Wir sollten das Gewicht unseres Pferdes plus unser eigenes und des Equipments schätzen und wurden dann gewogen. Yvi und ich hatten uns jeweils um 20 kg überschätzt. Spannend.

Spannend blieb es auch bei der zweiten Station: „Vorsicht Blitzer!“ – Hier sollten wir eine kurze Strecke im Galopp reiten und vorher die Geschwindigkeit schätzen. Ein Stückchen weiter stand ein „Polizeiauto“ inkognito und hat dann „geblitzt“. In doppelter Hinsicht. Einmal die Stundenkilometer und auch noch für jeden Reiter ein schönes Erinnerungsfoto! Total schöne Idee. Hier sind wir auch nur knapp vorbei geschrammt. Meine geschätzten 12 km/h waren tatsächliche 15 km/h. Ich hätte bei meinen ursprünglichen 16 km/h bleiben sollen – Notiz an mich: immer den ersten Gedanken nehmen! Yvi und Sumpf waren etwas flotter unterwegs mit Kickstart, weil Frau Sumpf ja auch ständig irgend wo alleine gelassen wird und voll die Flatter bekommt, wenn der Zwerg sich nicht in ihrer göttlichen Gegenwart befindet. Immer diese klebenden Ponys! Als ob wir sie schon mal wo alleine gelassen hätten, außer bei ihren diversen Lovern.

Dann ging es erst mal durch schönes Gelände zurück zum Reitplatz und eigentlich zum Mittagsstopp. Den haben wir ausfallen lassen, wenn wir mal vom Pferd gestiegen wären, hätten wir nicht weiter gemacht, so nass wie Teile von uns waren 🙂 Also schnell die Trailaufgaben am Platz erledigt. Oder halt auch nicht …

Die waren nämlich schon kniffelig. Es war eine ca. 60 cm hohe Stangengasse aufgebaut und die Aufgabe war, eine quer liegende Stange durch das Pferd weiterschieben zu lassen. Quasi wie Ball schubsen, nur halt in kniffeliger mit einer Stange in ca. 60 cm Höhe. Das haben unsere Ponys beide nicht kapiert, was ich aber auch in Ordnung finde. Normalerweise sollen sie ja vor solchen Stangen Respekt haben und dahinter bleiben. Siehe Hänger-Stange, die ist ja auch fest. Das fanden beide gruselig und mussten es auch nicht auf biegen und brechen durchziehen. Aber auf jeden Fall ist es immer interessant zu beobachten, wie neue Aufgaben aufgenommen werden.

Die zweite Aufgabe bestand darin eine schmale Wippe zu überqueren (schön mit Teppichboden drauf, weil Holz wäre zu rutschig gewesen durch den Regen). Davor und dahinter Dualaktivierungs-Stangen. Fand Jacinto auch gruselig. Er hat sich aber breitschlagen lassen, wenigstens zu Fuß zwei Hufe drauf zu setzen. Bei Jacinto weiß ich schon beim Hinreiten, ob ein Hindernis klappt. Wenn er zögert, macht er es auch nicht. Da fällt er lieber tot um. Und dann fange ich auch keine „Kämpfe“ mit ihm an, weil da verliere ich und es bringt auch nichts. Von daher habe ich kein Problem, wenn es einfach nicht klappt. Nächstes Mal schlappt er vielleicht komplett unbeeindruckt über so eine Wippe drüber. Da dränge ich ihn nicht. Allerdings wäre es natürlich enttäuschend wenn Frau Streber-Sumpf nicht über die Wippe gegangen wäre. Was sie dann auf ihre liebevolle Sumpf-Schnorchel-Theatralische Art auch getan hat.

Podest – die Stimmung ist immer noch gut! – Foto: privat

Also schnell weiter zum nächsten Punkt, dem Roundpen, in dem ein Podest aufgebaut war. Aufgabe: mit zwei Beinen unter dem Reiter drauf. Jacinto wieder: „Huch! Da steht was!!!!“ Also habe ich zu Fuß probiert, das klappt meistens. So auch hier. Aber vom Sattel aus wäre das wieder nix geworden. Frau Streber-Sumpf war natürlich sofort drauf. Podest und Teppiche sind ihre Welt. Die würde bestimmt auch Fahrstuhl fahren. Aber nur, wenn er mit Teppich ausgelegt ist und sich Frau Sumpf schön im Spiegel dabei beobachten kann.

Bei bestem Reitwetter sind wir dann in die zweite Schleife gestartet, die Waldschleife. Nenzenheim hat ja ganz tollen Wald mit schönen Wegen, Hohlwegen, unendlichen Wiesen und Hügeln zu bieten, diese Runde war total Klasse. Wir sind relativ schnell geritten und hatten eine Menge Spaß mit tiefhängenden Zweigen und schöner Aussicht im Wald. Zwischendurch gab es noch eine kleine „Schießbuden“-Station: Bälle abwerfen. Zwerg – Nullrunde. Diosa – auch ein blindes Huhn findet mal zwei Blechbüchsen 🙂

putzige Tölt-Wegweiser im Wald – Foto: privat

Und schon ging es weiter zur letzten Station. Hier waren wieder zwei Spiele aufgebaut. Einmal einer der Klassiker, die ich immer gerne mag. Dinge von A nach B transportieren. Heute Wasser mit einem Schwamm von einem Eimer in einen anderen Eimer bringen. Leichte Ironie bei durchgeweichten Reitern, aber das hat richtig gut geklappt. Geplant war es als Erfrischung bei heißem Wetter.

Und etwas, was ich schon immer mal ausprobieren wollte: Wie reagieren meine Pferde, wenn wir versuchen sie mit einer Angel, an der vorne eine Karotte befestigt ist locken möchten? Aufgabe: mit der Karottenangel eine gerade Strecke ohne Zügel und Schenkel reiten. Sie reagieren übrigens beide nicht drauf. Jacinto hat Angst vor der Möhre. Ihn kann man seitlich damit aber gut vorwärts treiben. Diosa war komplett ignorant. Diosa lässt sich doch nicht von einer Möhre locken. Sie geht dann lieber eigene Wege.

Die letzten zwei Kilometer zurück zum Reitplatz waren dann schnell geschafft und wir waren glücklich durchgehalten zu haben und ganz stolz auf die Ponys, die auf der zweiten Runde echt super mitgemacht haben und sich für uns so ins Zeug gelegt haben. Durch die frühe Startzeit waren wir um halb eins schon wieder fertig und haben erst mal die Ponys nach Hause gebracht und uns trocken gelegt. Frau Sumpf hat sich dann noch beim Ausladen ein bisschen blutig an der Fessel verletzt, aber alles halb so wild. Auf jeden Fall haben sich die Ponys erst mal auf die Wiese verkrümelt und sich dort die Bäuche vollgeschlagen. Übrigens bei schönem Sonnenschein und leichter, frischer Brise. War ja so klar!

Wir sind dann am späten Nachmittag wieder rüber nach Nenzenheim gefahren, um die Siegerehrung zu sehen und unser verspätetes Reiteressen nachzuholen. Die Siegerehrung fand total nach Zeitplan statt und trotz des starken Regens haben sich von 80 angemeldeten Pferden 66 auf die Strecke gewagt. Wobei die Starter ab halb elf ungefähr ja schon gutes Reitwetter hatten. Finde ich aber einen sehr guten Schnitt. Wie sagt man doch so schön? Nur die harten kommen in den Garten, auch in Nenzenheim!

Wir hatten trotz Regen viel Spaß und es war ein sehr schöner Ritt. Diosa ist 33. geworden und Jacinto 39. – was aber eigentlich immer total egal ist, weil Hauptsache die Ponys machen schön mit. Auch wenn es nicht perfekt ist. Braucht es ja auch nicht. Über die „Erinnerungs“-Blitzerfotos haben wir uns sehr gefreut. Das war echt eine Super Idee. Und auch die ersten 20 Platzierten (und Spezialpreise wie Jüngster Reiter, Ältester Reiter, Reiter die alle acht Nenzenheimritte mitgemacht haben) gingen nicht leer aus. Dank tatkräftiger Sponsoren (unter anderem der Paso Shop von unserem Zykloopenhof) gab es schöne Preise zum Aussuchen.

Geblitzdingst! Schöne Erinnerung – Foto: privat

Fazit: Gelungener Orientierungsritt-Wiedereinstieg für uns – Wir kommen immer wieder gerne nach Nenzenheim! Ein großes Dankeschön an die Organisatoren und an alle fleißigen Helfer, die trotz Wasser von oben und so vieler Starter so freundlich und motiviert geblieben sind und Alles mit ganz viel Spaß bewältigt haben. Hier war das Motto nicht um sonst: „Bitte Lächeln!“

Heißbärenritt 2017?

Heißbären
Fire & Ice! – Heißbärenritt 2017 – Foto: privat

21. Januar 2017:

Dieses Jahr haben wir uns Wettertechnisch voll übertroffen: frostig kaltes Wetter, aber richtig knackig kalt. Als ich früh zum Stall gefahren bin waren es minus 10 Grad! Ich sehe das als ein gutes Zeichen für alle zukünftigen Veranstaltungen in 2017. Die Regenhose bleibt dieses Jahr im Kofferraum, die Sonnenbrille auf dem Kopf. Praktischer Weise haben wir alle Pferdehänger direkt auf der Wiese direkt unterhalb des Hofes unter bekommen, so dass alle Reiter Ihre Ponys quasi in Sicht- und Hörweite hatten. In der ersten Gruppe Starter hatten wir unsere beiden Zykloopenhof-Starter Desireé und Anna und unsere beiden Heißbärenläufer Marita und Markus. Mein tiefster Respekt und ein Kompliment an unsere Fußgänger – ich hätte das nicht geschafft! Für Anna freue ich mich dieses Jahr am Meisten mit. Ihr Herzpferd „Nockel“ (ein 20jähriger Paso Peruano – und zwar genau der, den Johannes im Mai ganz knapp aus den Flammen gerettet hat!) hat die Strecke so toll gemeistert, die beiden kommen aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Da geht mir voll das Herz auf.

Foto: Helmut Weber
unsere Zykloopenhof-Vertretung: Anna und Desi – Foto: Helmut Weber

Dieses Mal haben wir uns an einer neuen Taktik versucht: einen ausgeklügelten Zeitplan entwerfen, den zwischendurch über den Haufen werfen, aber letztendlich am Ende wieder genau im Zeitplan sein. Fragt uns nicht wie das geht, können wir aber. Dadurch, dass wir unsere Starter den Trail gleich am Anfang haben absolvieren lassen, hatte keiner der Starter länger zu warten. Dann durften alle ausgerüstet mit einer Karte auf die Strecke.

Foto: Rene
Feuerlöscher to Go! Christin und Legado im Trail (bestes Kostüm dieses und letztes Jahr) – Foto: René Pirnak

Der Trail war mit Katha und Yvi besetzt. Hier durften die Reiter den „Aufstieg“ meistern. Auf Deutsch: von der „bösen“ rechten Seite aufsteigen. Eine einfache, aber immer noch effektive Übung, um von den Reitern ein Stöhnen oder komische Verrenkungen zu bekommen. Die zweite Aufgabe war der „Schutz von oben“: an einen Regenschirm hinreiten, diesen nehmen, aufspannen und über ein Stangenmikado zu reiten. Natürlich ohne mit den Hufen anzustoßen. Aufgabe drei war der „Feueralarm“: eine Glocke zu läuten (hinreiten an eine Tonne, Glocke aufnehmen, Läuten, wieder hinlegen). Und zum Schluss noch durch das „Tor des Schreckens“: unserem neuen Flattertor reiten.

 

Foto: René Pirnak
Jürgen und Camino – unsere diesjährigen Sieger 🙂 – Foto: René Pirnak

Auf der Strecke war dann die nächste Station von Annika und Sabine die „Löschbälle“. Die Reiter durften versuchen Feuer zu löschen. „Feuer“ war in unserem Fall bemalte Holzklötze und „Löschen“ Tennisbälle, mit denen man die Klötze „umlöschen“ musste. Das war übrigens gar nicht so einfach. Gemeiner Weise hatten wir nämlich dort immer etwas Wind und wer schon mal mit einem Tennisball gezielt hat weiß: Wind ist da nicht wirklich hilfreich.

Löschbälle werfen! - Foto: Helmut Weber
Löschbälle werfen! – Foto: Helmut Weber

Danach ging es erst mal ein Stück durch unsere schöne Landschaft, ganz ohne Aufgaben, nur Zeit zum Reiten und Quatschen. An unserer Mittagsrast, der Hagenmühle in Willanzheim, durften unsere Reiter (und Fußgänger) dann bei Andrea, Dieter und Jonathan die Aufgabe „Mittagstisch“ absolvieren. Also im übertragenen Sinne für die fleißigen Feuerwehrmänner den Tisch decken. Das geht so: man bekommt einen Korb in dem ganz unten eine Tischdecke ist, dann Teller, Besteck, Gläser und ein Vase. Dann muss man vom Pferd aus alles so arrangieren, dass man hinterher einen ordentlich gedeckten Tisch erkennen kann. Das war ganz schön gemein von uns 🙂 Aber zur Belohnung durften die Reiter sich dann in der hauseigenen Brennerei aufwärmen und die Spezialitäten des hauseigenen Hofladens probieren. Natürlich gab es auch heiße Getränke. Und damit meine ich nicht nur heiß von der Temperatur her. Ich habe mir erzählen lassen, es gab dort einen ganz fantastischen Apfelschnaps! Noch einmal vielen Lieben Dank an die Familie Pfannes, die uns diese geniale Mittagspausen-Möglichkeit zur Verfügung gestellt hat! Wir hatten sogar ein richtiges WC! Gerade im Winter wissen Reiterinnen das sehr zu schätzen.

Mittagstisch decken - perfekt gelöst! - Foto: Helmut Weber
Mittagstisch decken vom Pferd aus – Foto: Helmut Weber

Dann ging es durch das schöne Breitbachtal zurück nach Willanzheim und an das Flurdenkmal. Dort warteten als letzte Station Susanne und Hannah mit der „Löschdecke“ auf die Starter. Der Begriff Löschdecke hat wohl im Vorfeld für etwas Panik gesorgt (das werde ich mir natürlich für weitere Ritte merken und wir denken uns in Zukunft schöne Stations-Namen aus, damit keiner erraten kann, um was es gleich geht).

Aber alle Panik war umsonst. „Löschdecke“ heißt einfach nur mit dem Pferd über eine Plastikfolie „trampeln“, damit das Feuer gelöscht wird. Wie immer eine Aufgabe, die von allen Startern sehr gut bewältigt wurde. Und dann konnten die Reiter schon das letzte Stück der Strecke am alten Bahndamm entlang zurück zum Zykloopenhof genießen.

Löschdecke - Foto: Helmut Weber
Löschdecken-Fino – Foto: Helmut Weber

Dort angekommen konnten sie sich dann, natürlich erst nach der Versorgung der Ponys, bei reichlich Essen und Trinken gut in unserer beheizten „Garage“ aufwärmen. Johannes hat auf einer der neuen Betonplatten auch ein richtiges Feuer geschürt. Nadine hat einen Mobilen Shop aufgebaut und es war genügend Zeit für Gespräche oder einfach nur gemütlich da sitzen in der Sonne. Neben unseren fleißigen Reitern hatten wir auch wieder viel Besuch von Freunden, Bekannten und Besuchern aus Nah und Fern.

Stuhlfeuer zum Aufwärmen ! - Foto: Martin
Feuerkraft zum Aufwärmen! – Foto: Martin Barkanowitz

Nachdem alle Reiter ihre Sache auf der Strecke sehr gut gemacht haben, hatten wir uns dieses Jahr als „Preis“ überlegt, jeder bekommt das Gleiche, weil alle Reiter spitze sind! Und zwar was Praktisches, was man wirklich gebrauchen kann. Und bei diesen eisigen Temperaturen ist das im Moment nun mal eine Mütze. Extra für den Ritt „designt“ bekam jeder Teilnehmer (und unsere Helfer auch) eine exklusive Heißbären-Mütze für „heiße“ Ohren. Stilecht im Zykloopenhof-Eimer überreicht mitsamt Urkunde, einer „Pfutter“-Probe Kräuter für Pferde (das übrigens auch als Tee für Menschen konsumiert werden kann), einer Futterprobe Müsli von der Hagenmühle, dem IGV-Jahrbuch (um mal ein bisschen Wissen und Werbung über Gangpferde unauffällig unters Volk zu mischen) und einem Paso Shop Kugelschreiber.

Foto
Alle Preise im Eimer! – Foto: René Pirnak

 

Hervorheben möchte ich einfach aus Statistikgründen noch ein paar Fakten:
Dieses Jahr hatten wir 34 Starter (ohne die sieben Absagen, übrigens alle mehr oder weniger Krankheitsbedingt, wenn man Rutsche-Eisen als Krankheit dazu zählt). Das war ein ganz schön großer und bunter Haufen Pferde und Ponys! Fast schon zu groß! Nächstes Mal gibt es auf jeden Fall eher einen Aufnahmestopp!

Streckenimpressionen - Foto: Helmut Weber
Streckenimpressionen – Foto: Helmut Weber

Gewonnen hat unser Starter mit der längsten Anreise, bei dem es auch noch am knappsten war, ob er auch tatsächlich kommt: Jürgen und Camino von hinter Aschaffenburg (ca. 130 km Anreise) und dann noch mit einem Paso Fino (was natürlich mein Paso Fino-Herz höher schlagen lässt). Und Jürgen: Das ist jetzt doch mal ein super Anreiz für Dich am nächsten Turnier auch mal einen Trail zu starten? *gg*
Apropos, mein Paso Fino-Herz hat sowieso höher geschlagen, denn wir hatten insgesamt acht Paso Finos am Start, was mich total begeistert hat! Davon sogar zwei gekörte und leistungsgeprüfte Zuchthengste. Der Gangpferdeanteil dieses Jahr war sowieso sensationell hoch: acht Paso Finos, acht Isländer, ein Töltender Traber und ein Paso Peruaner (18 Pferde) und dazu sechzehn „normale“ Pferde. Spitze!

Foto: Helmut Weber
Eisbären haben sich auch dazwischen gemogelt! – Foto: Helmut Weber

Dieses Jahr haben wir ebenfalls darauf verzichtet die Jugendlichen extra zu werten. Nachdem wir die Jugendlichen genau so „hart“ bewertet haben wie die Erwachsenen und die Jugendlichen den Erwachsenen grundsätzlich haushoch überlegen sind, da brauchen die Jugendlichen keine Extrabehandlung 🙂

Kostümtechnisch hat Legado del Bosque mit Christin Bachmann, übrigens genau so wie letztes Jahr, den Vogel mit ihrer Idee abgeschossen. Christin und ihre Mutter kamen als Feuerlöscher. Da muss man auch erst Mal drauf kommen! Überhaupt finde ich es immer wieder total faszinierend, was Ihr Euch alles für Kostüme ausdenkt, oder wie schick die Ponys bemalt sind. Ganz großes Kino ist das. Und damit meine ich jeden Einzelnen, der verkleidet kommt!

Unser ältestes Pferd ist dieses Jahr Moritz mit 28 Jahren (Bianca Selzer) gewesen, dicht gefolgt von Hringja mit 27 Jahren, Frekur (24 Jahre) und Sokki (24 Jahre). Also von wegen: Altes Eisen!

So, ich glaube das war genug Statistik! Das ganze Zykloopenhof-Team bedankt sich bei allen Teilnehmern, Sponsoren und Helfern (siehe dazu letzter Blogartikel) und vielen Dank für die nette positive Resonanz, die wir bereits gleich nach Ende des Rittes bekommen haben. Vielleicht sehen wir uns alle nächstes Jahr wieder, wenn es wieder heißt: …. nur die Harten kommen in den Garten! (Eisbären-Motto: 2013 bis 2017)

 

PS: Wir hatten sogar mehrere Fotografen auf der Strecke und am Hof, von denen ich ganz tolle Bilder bekommen habe. Helmut, René und Martin – vielen herzlichen Dank! Die Teilnehmer bekommen den Link in die Dropbox für noch mehr Bilder von mir per Email geschickt, für alle anderen, hier gibts:

Noch mehr Fotos!

 

Foto: Helmut Weber
Schneehase … das hält schön warm!  – Foto: Helmut Weber

Eisbären 4.0 ?

16. Januar 2016:

Eisbärendetails
Eisbärendetails – Foto: Y. Riegler

Auch in diesem Jahr gab es am Zykloopenhof wieder einen Eisbärenritt. Für unsere vierte Veranstaltung haben wir uns natürlich wieder etwas Neues ausgedacht. Neues Jahr – neue Strecken. Und zwar eine „Normale“ Strecke mit 12 km und eine „Harte“ Strecke mit 20 km, beides als Kartenritt. Dazwischen Stationen, an denen es kleine fiese Gemeinheiten zu erledigen gab und wieder Fragen für unterwegs zum Beantworten. Im Vorfeld wurden wir geradezu bombardiert mit Nennungen. Der Eisbärenritt scheint inzwischen ziemlich angesagt zu sein! 27 harte Eisbären gingen auf die Strecke. Zehn Reiter auf die „Harte“ und 17 Reiter auf die „Normale“ Strecke.

Eisbären
In unserem Roundpen gibt es Eisbären! – Foto: Y. Riegler

Was mich am meisten gefreut hat, alle kamen gut gelaunt zurück. Gut, später als der Schnee kam, waren die Gesichter etwas eingefrostet, aber das hat der guten Laune wenig anhaben können, oder nur bis zum nächsten Heißgetränk. Besonders gefreut hat mich, als Desi mit Cadencia zurück kam – sie hat so gestrahlt, das war schon Belohnung genug für mich als Strecken-Organisator. Die zwei passen einfach gut zusammen und haben die Herausforderung super gemeistert. Desi war als einzige Starterin von unserem Stall nämlich sozusagen die Testperson. Das restliche Zykloopenhof-Team war fast komplett als Helfer eingeteilt, sei es zum Misten, fürs „Catering“ – welches wieder fest in Mama-Zähs Hand lag (ein Hoch auf die Kartoffelsuppe! – und ein Hoch auf alle Kuchen- und Salatspenden) – oder als Stationen unterwegs. Vielen Dank noch mal an alle unseren fleißigen Einsteller und Freunde, dass Ihr so fleißig und mit Begeisterung dabei wart!

Desi
Desi und Cadencia – unsere ersten Starter – Foto: Y. Riegler

 

Hursti
Im Roundpen musste blind eine Runde geschätzt werden – Foto: Y. Riegler

Ehrlich gesagt habe ich fast gar nichts mitbekommen von dem was rundherum so passiert ist. Ich war komplett mit Anmeldung, Reiter auf die Strecke schicken und dann beim abschließenden Trail beschäftigt, so dass ich weder vom Buffett, noch von den meisten Besuchern etwas mitbekommen habe. Natürlich haben sich einige am Reitplatz sehen lassen, so dass es zumindest für ein paar Worte zwischendurch gereicht hat. Gefreut hat mich, dass wir sogar Besuch aus Flieden hatten – übrigens mit leckerer Tiramisu, die bis auf den letzten Krümel weggegessen wurde! Das weiß ich, weil ich mir eines der letzten Stücke gesichert habe.

Parallelwelten
Auf dem Weg zur zweiten Station – Foto: Nadine Rö

Aber erst mal von Anfang an! Gestartet wurde ab 10 Uhr. Oberhalb des Reitplatzes war meine Anmeldung aufgebaut. Jeder Reiter wurde mit Karte, Anweisungen und Startnummer versorgt und durfte dann die erste „Aufgabe“ meistern. Von der „verkehrten“ Seite aufsteigen. Ein Klassiker. Sorgt immer wieder für großes Aufstöhnen 🙂 Dann ging es weiter zu Yvi an den Roundpen. Hier bekamen die Reiter die Augen verbunden und wurden von Yvi geführt. Ziel war es zu erraten wann genau eine Runde vorbei ist. Wir waren überrascht, wie viele von Euch ziemlich genau mit ihrer Schätzung lagen. Diese Erfolgserlebnisse haben die Reiter natürlich unaufmerksam werden lassen ….. höhöhö … denn an der ersten Station der Strecke „Parallelwelten“ gab es ein böses Erwachen. Es galt nämlich mit Halsring um fünf Eimer zu Reiten. Gemeiner Weise wurde man dann gefragt, was in denn ersten drei Eimern drin lag! Nadine und Verena waren wahrscheinlich die meist gehasste Station 🙂 Es waren übrigens zwei Äpfel, eine Wassertrense und eins von Zwergs Hufeisen.

Sieger
Es gab auch blaue Eisbären 🙂 – Foto – Y. Riegler

Dann führte die Strecke weiter Richtung „Die Milch macht’s“, der Mittagsstation. Unterwegs gab es ein paar Fragen zu beantworten und ein paar Dinge zu finden und zu zählen. Bestimmt gab es auch ein paar erstaunte Spaziergänger, die auf einmal mit einer berittenen Horde verkleideter Eisbären konfrontiert wurden. Dieses Jahr gab es wieder tolle Eisbärenverkleidungen! Die Mittagsrast war dieses Jahr am Hof der Familie Drobek und ihren Kühen. Vielen Dank für die tolle Möglichkeit unseren Mittagsstopp hier durchzuführen! Luxuriöser Weise teilweise überdacht, mit festem Klo und natürlich heißen Getränken, Kuchen und den legendären Eierringen. Dank der Firma Zott konnte Joghurt probiert werden. Auch hatten jeder die Gelegenheit den Laufstall mit den 120 Kühen des Hofes zu besichtigen. Jeder Eisbär musste sich dann noch als Melker versuchen und „Milch“ melken. Die Mittagsstation wurde dieses Jahr wieder souverän von Silvana, Manuela, Hannah und unserem Jonathan geleitet.

Milch
Mittagsrast – Die Milch macht’s – Foto: Helmut Weber

Ab der Mittagsrast teilten sich die Strecken. Die „Normalos“ durften an der gelben Kapelle von Willanzheim vorbei zurück reiten (7 Fenster übrigens), die „Harten“ durften ein Stück zurück und Richtung Hagenmühle aufbrechen. Durchs Breitbachtal (in der Hagenmühle gibt es übrigens leckere Breitbachtalforelle in allen Variationen und auch Pferdefutter) und dann entlang des Waldes bis fast nach Obernbreit, vorbei am Flurdenkmal und zurück Richtung Zykloopenhof. Genügend Zeit die Ponys richtig laufen zu lassen!

Alisa
Unterwegs – Foto: Nadine Rö

Als letzte Station gab es in der Nähe der Bahnunterführung noch die Station „Plastik und Spaß dabei“. Sie wurde von unseren „Omis“ geleitet (das zugehörige Pferd heißt Naomi, wird aber von allen „Na Omi?“ genannt, daher der Spitzname :-)) Hier musste schlicht und einfach eine Plastikfolie überritten werden, was auch fast alle prima gemeistert haben. Auch so ein Klassiker, von dem es sich lohnt das mal zu Hause in Ruhe zu üben. Zurück am Reitplatz gab es noch einen kleinen Abschluss-Trail zu absolvieren. Hier wurde es dann kurzfristig etwas stressig für Yvi und mich, als dann wegen dem Schnee-Wetter mehrere Gruppen gleichzeitig eintrudelten und natürlich nicht lange im Schnee warten wollten. Aber ich hoffe, wir haben es einiger Maßen zügig hinbekommen.

sChe
Schneetreiben – Foto: Y. Riegler

Am Reitplatz gab es noch drei Aufgaben: Transport von Zwergs restlichen drei Hufeisen und einem Staubwedel in einem Eimer einmal rund um den Reitplatz. Stangen überreiten – einmal seitlich und einmal als Stangensalat. Und der rosa Monster-Fußball, den ich als Schnäppchen auf der Pferd und Jagd erstanden hatte, musste in ein Tor geschossen werden. Zugegeben das war ziemlich gemein, gerade als das Schneewehen einsetzte, weil der Ball nämlich durchaus ein Eigenleben bei Wind führt. Aber Yvi und ich haben tatkräftig mitgeholfen. Es ging eigentlich darum, ob die Pferde überhaupt an das rosa Ungetüm hingehen und sich auf Körperkontakt einlassen, was auch tatsächlich funktioniert hat. Zwei Eisbären aus Richtung Karlstadt (wir wollen jetzt keine Namen nennen, gell Julia …. Tina … die Einschleimversuche seitens Freiberger Hursti zählten übrigens nicht mit in die Punktevergabe!) waren sogar so mutig sich das rosa Ungetüm in die Hand geben zu lassen und es ins Tor zu reiten, werfen, was auch immer. Jedenfalls hatten wir viel Spaß am Reitplatz und auch einige Zuschauer, die sich ins Schneetreiben gewagt hatten.

Trail
Konzentration im Trail – Foto: Helmut Weber

Hinterher hieß es für die Reiter Pferde versorgen oder kurz Heim fahren, sich am Buffett stärken und Aufwärmen. Nadine hatte den ganzen Tag im Paso-Shop gut eingeheizt und man konnte sich hier in Ruhe zum Einkaufen und Quatschen und Aufwärmen aufhalten. Übrigens habe ich die Gelegenheit am Abend dann noch genutzt um mir endlich mal einen dicken Reitmantel zuzulegen. Das war eine richtig gute Idee von mir, schließlich soll man sich grad in meinem Alter warm anziehen. Yvi, Silvana und ich errechneten dann flugs die Ergebnisse, was mit eingefrorenen Fingern anfangs gar nicht so leicht ist. Aber wir haben es geschafft und konnten dann schnellstmöglich zur Siegerehrung rufen.

Legado
Christin und Legado – man beachte das Krönchen! – Foto: Y. Riegler

Hierzu erst einmal ein dickes Kompliment an alle Starter, die sich bei Wind und Wetter (und etwas Sonnenschein) auf die Strecke gewagt haben. Aber ganz dickstes Kompliment an unseren jüngsten Starter Moritz Rautenbach (10 Jahre), der mit dem ältesten Pferd, einem Isländer (26 Jahre) unterwegs war und dann noch die lange Strecke geritten ist. Respekt. Seine Schwester Carina (grad mal drei Jahre älter) hat dann noch die höchste Punktzahl überhaupt erreicht und somit den Ritt der „Harten“ -Eisbären gewonnen. Platz zwei ging an Anna Eberth, Platz drei an Monika Link und Christina Hertel.

Strahlebär
Reiten macht Spaß! – Foto: Helmut Weber

Bei den „Normalen“ -Eisbären konnte dieses Jahr Melanie Brückner siegen, dicht gefolgt von den beiden zweitplatzierten Alisa Konrad und Kerstin Flindt. Kerstin hat übrigens letztes Jahr den Eisbärenritt gewonnen. Und der Popo ihres Ponys mit rasiertem Eisbären-Logo drauf ziert übrigens die schönen Pflegespray-Fläschchen die jeder Starter zusammen mit dem obligatorischen Zykloopenhof-Eimer bekommen hat. Drittplatzierte wurde Julia Väth mit ihrem Trabertier. Extra-Geschenke gab es natürlich auch wieder für die weiteste Anreise mit Hänger (90 km), das älteste Pferd (2 mal 26 Jahre) und das beste Kostüm. Was natürlich jedes Jahr extrem schwierig ist, aber dieses Jahr hat Christin Bachmann mit ihrem Hengst Legado den Vogel abgeschossen. Mit rosa Krönchen, Bling-Bling an der Stirn, Bademantel und noch weiteren ganz vielen Details (inklusive Eisbär im Schweif) war das fast nur noch von den Biohazard-Eisbären und dem geflügelten Eisbären zu übertreffen, aber fast Standard ist inzwischen der Start mit Eisbären-Ohren. Und ich finde es immer wieder Klasse! 🙂 Bleibt nur zu sagen: Herzlichen Glückwunsch an die Platzierten und an alle, die mitgemacht haben. Herzliches Dankeschön an alle unsere fleißigen Helfer und an alle die uns besucht haben. Es hat wieder sehr viel Spaß gemacht mit Euch!

Eis
Man beachte die Füße! – Foto: Y. Riegler

PS: Mehr Fotos gibts auf der Facebook-Seite vom Zykloopenhof!

Sind braune Eisbären Matschbären?

17. Januar 2015:

Unser Eisbärenritt ging dieses Jahr schon in die dritte Runde. Auch dieses Mal hatten wir leider nicht das gewünschte Traumwetter mit Minusgraden, leichtem Raureif und sonniger Schneelandschaft, sondern durften uns mit 5° und zwischendurch leichtem Regen auf dezenter Matschbahn begnügen. Aber das hat vierundzwanzig tapfere Teilnehmer nicht davon abgehalten bei uns zu starten. Wie gesagt, nur die Harten kommen in den Garten – und da gibt es doch eine ganze Menge!

erste Startergruppe
Die erste Startergruppe – Isipower pur! – Foto: privat
Aufsteigen
1. Übung – Aufsteigen von rechts! – Foto: YR Fotografie
Hufeisen
2. Übung – Hufeisen werfen! – Foto: YR Fotografie

Dieses Jahr haben wir aus der Eisbären-Cabalgata einen Eisbären-Orientierungsritt gemacht. Jeder Teilnehmer bekam eine Karte, nach der geritten werden musste. Es gab keine Markierungen auf der Strecke, dafür aber ein paar Fragen zu beantworten und Dinge zu zählen. Bevor die Gruppen aber losreiten durften galt es erst einmal zwei Aufgaben zu bewältigen. Die erste war von rechts aufsteigen – was für manche ganz einfach war und für manche völlig ungewohnt. Wer dann endlich oben saß, durfte Hufeisen in einen Eimer werfen. Natürlich mit unterschiedlich schweren Hufeisen, sonst wäre es ja zu einfach gewesen. Dann ging es erst einmal auf die Strecke.

Eisbärenverkleidung
Eisbärenverkleidung – Foto: YR Fotografie

Der Mittagsstopp am Flurdenkmal war besetzt mit vier gutgelaunten Mädels (Danke an Silvana, Manu, Walli und Hannah). Hier gab es zur Stärkung heiße Getränke und Kuchen/Eierringe. Die Reiter durften erst einmal ihre Pferde und Ponys in Eimer abstellen. Dann durften die Reiter selbst noch ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen und mit verbundenen Augen einen Schweif-Pin auf ein Pferdchen mit Zielscheibe stecken.

im Eimer
Pferd im Eimer …. – Foto: Silvana W.
im Eimer
…. oder Eimer im Eimer? – Foto: Silvana W.
Trabertier freut sich
Freches Trabertier!!! – Foto: Silvana W.

Weiter ging die Strecke Richtung Heimat. Nach Überquerung der Straße wartete noch eine weitere Station auf die „Matschbären“. Anna und Jürgen betreuten die Station, an der die Reiter ganz „einfach“ über eine am Boden liegende Plastikfolie reiten mussten. Dann ging es ganz entspannt weiter zurück zum Reitplatz am Zykloopenhof. Hier standen meine Assistentin Anna und ich schon bereit, um die Reiter paarweise durch den Trail-Parcours zu geleiten. Unsere Foto-Frau Yvonne hielt das Ganze auf Bildern fest.

Julia
Julia in Aktion – Foto: YR Fotografie
großes Kino
eleganter trat niemand auf das Podest! – Foto: YR Fotografie
Hilfe
Voller Richtereinsatz! – Foto: YR Fotografie
Monster
Monster-Alarm! – Foto: YR Fotografie

Die Reiter durften ein Podest mit Teppich überreiten (Johannes hatte es am Vorabend schnell noch gebaut – nachdem ich dem letzten mit dem Auto aus Versehen den Rest gegeben hatte und es jetzt in Frieden ruht ….). Ein Besen musste vom Pferd aus aus einem Ständer genommen werden und mit dem Besen auf dem Pferd eine Runde gedreht werden, dann durfte der Besen zurück gesteckt werden. Es galt eine Gasse mit unterschiedlichen Stangen zu durchreiten, wobei möglichst wenig Stangen berührt werden durften. Und am kniffligsten hat sich die Entchen-Station herausgestellt. Auf einem Tisch lag ein Spielzeug-Tier an einer Schnur, die Pferde sollten an den Tisch heran reiten, die Reiter die Schnur nehmen lassen und dann den Tisch umrunden. Dabei sollte das Spielzeug-Klapper-Tier auch eine Runde auf dem Tisch drehen. Eine wirklich schwierige Aufgabe!

Aber alle 24 Reiter haben die Stationen gut gemeistert. Was uns positiv auffiel – es gab keine unschönen Bilder zu sehen, alle Reiter waren fair zu ihren Pferden. Positiv auffällig war auch, dass viele Pferde gebisslos unterwegs waren. Und was natürlich am aller auffälligsten war: Alle Reiter hatten trotz dem feuchtem Wetter und dem ganzen Matsch richtig gute Laune! Ihr seid echt Spitze! Prädikat echte Matschbären. Wir bekamen sogar richtig schöne Eisbären-Verkleidungen zu sehen – ein Team hatte sogar Eisbären und Tatzen in die Pferdepopos geschoren. Das gefällt uns natürlich immer – voller Einsatz!

Schöne Pferdepopos
Schöne Pferdepopos gefallen uns immer! – seht Ihr das Glück fliegen? – Foto: privat

Nach dem Ritt und Pferde verräumen/versorgen konnten sich die Reiter am Hof stärken. Es gab wieder ein reichhaltiges Buffett. Von warmen Getränken, Glühwein, der legendären Kartoffelsuppe, Grillkäse, Grill-Würstchen (danke an unsere Rosi vom Grill), diverse Salate, Brotaufstrich und natürlich Kuchen und Eierringen war alles geboten. Mama Zäh und die fleißigen Kuchen/Salatspender hatten sich wieder selbst übertroffen) Relativ spontan haben wir auch eine Tombola auf die Beine gestellt (danke an Ingrid und Bettina). Und wem richtig kalt war, der konnte sich im Paso Shop aufwärmen und bei Nadine einkaufen oder Sachen besticken lassen. Wen habe ich jetzt noch vergessen? Johannes (Chef-Orga und Parkplatz-Einweiser) und Dieter (Springer vom Dienst und gute Seele), Nanny (Mistfrau im Hintergrund), einfach unser ganzes Stallteam – ihr seid Spitze 🙂

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Vor dem Start –  Foto: privat
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Gute Laune war Startbedingung!!! – Foto: privat

Nachdem alle gestärkt waren und die Ergebnisse fachmännisch von mir ausgerechnet wurden gab es auch eine Siegerehrung. Die ersten drei bekamen kleine Preise aus dem Paso Shop und jeder Teilnehmer bekam einen Zykloopenhof-Eimer mit ein bisschen Goodies-Inhalt. Einen süßen Preis bekam auch die jüngste Teilnehmerin (Rosa), die Gruppe mit der besten Verkleidung (Julia, Jenny und Tina) und die beiden Ponys mit der Eisbären-Rasur (… also die Besitzerinnen Kerstin und Lisa). Die beiden hatten gleichzeitig auch die weiteste Anreise aus Hammelburg. Ach ja, Ihr wollt jetzt bestimmt wissen, wer gewonnen hat oder?
1. Platz ging an Kerstin Flindt
2. Platz ging an Elmar Scheller
3. Platz ging an Christel Velte
Die restlichen Plätze habe ich mit Absicht nicht durchgezählt. Auffällig war aber, dass alle Reiter von erreichbaren 50 Punkten mehr als die Hälfte erreichten. Die meisten lagen so bei 34 bis 46 Punkten. Also auf Deutsch: Alle waren gut!

Und so klang ein weiterer schöner Eisbären-Tag am Zykloopenhof mit gemütlichem Zusammensitzen der Teilnehmer, vieler lieber Gäste und der Helfer unter den Heizpilzen gemütlich aus. Wir sehen uns beim nächsten Eisbärenritt! Mal schauen, was uns da wieder einfällt!

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Paso Finos waren natürlich auch da – Foto: privat
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Die Nachbarn auch 🙂 – Foto: privat
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Mittagsstation – gemeines Schweif-Stechen! – Foto: Silvana W.

PS: Für wen es noch interessiert – die Fragen/Antworten vom Ritt:
Zählt die direkten Jägerstände: 7
Hausnummer: 12
Das „Runde“?: Fußballfeld
Bäume vor der Kapelle: 3
Wer wohnt hier? – Ortolan (Das ist ein Vogel der speziell in Mainfranken in Streuobstwiesen brütet – oder in Italien fett gefüttert wird und dann dort als sogenannte Fettamme gegessen wird. Sehr ekelig. Müsst ihr mal bei Wikipedia nachlesen: Fettamme.)

Fino Halali und Hallihallo?

19. Oktober 2014:

 

Letzten Sonntag waren Nadine/Fénix, Yvi/Diosa und ich/Jacinto einmal ganz exklusiv mit unseren Finos in Schaafheim unterwegs. Der Reit- und Fahrverein Schaafheim lud zur 39. Hubertusjagd ein und es gab erstmalig ein eigenes Tölterfeld. Vielen Dank an Terra Müller und Jürgen Töpper, die die Organisation für unser Fino-Feld so tatkräftig übernommen haben.

Von daher nutzen wir die Gelegenheit und genossen den sonnigen Herbsttag in vollen Zügen. Mit zwei Hängern fuhren wir gen Aschaffenburg. Auf der Autobahn machte sich dann auch unser Hofhund „Taimi“ bemerkbar. Der freche Muff hatte sich beim Verladen einfach heimlich ins Auto geschmuggelt. Gut, dass wir unseren Jürgen als Fußvolk dabei hatten, so hatten beide während der Jagd Unterhaltung. 🙂

Ich muss sagen, es hat richtig Spaß gemacht. Bisher hatte ich noch nicht das Vergnügen bei so einer traditionellen Jagd dabei zu sein. Man kommt an, bekommt gleich ein Glas Sekt in die Hand gedrückt und ständig spielen irgendwo die Jagdhornbläser. Dieser Job ist übrigens der anstrengendste Job bei so einer Jagd. Ständig müssen die Bläser Abblasen oder Begrüßungsblasen. Die Jungs und Mädels haben aber einen guten Job gemacht.

Fuchsjagd
Fuchsjagd-Warm-Up – Foto: Privat (danke fürs knipsen Gerd!)

 

Dann sammeln sich die einzelnen Felder und reiten vor Publikum ein paar Runden auf dem Startfeld, bevor es ins Gelände geht. Hier hatten wir Finos die Möglichkeit, uns vor Publikum zu präsentieren und uns auf dem Sounding Board zu zeigen. Immerhin haben wir es auf zehn Paso Finos gebracht plus einen Paso Peruano. Es war ganz schön was geboten. Und wir wurden vom Fino-ungewohnten Publikum während der ganzen Veranstaltung sehr positiv angenommen. Zwischendurch beantworteten wir auch immer wieder Fragen zu den Paso Finos oder zur Gangart.

Aber natürlich ging es erst mal auf die Strecke. Durch ein traumhaftes Wald-Wiesen-Gelände mit vielen Hindernissen (die wir Finos vorsichtshalber einmal umritten sind) und schönen Töltwegen führte uns die erste Schleife der Tour. Unterbrochen vom obligatorischen Schnaps-Päuschen im Wald wieder mit den Hornbläsern. Viel zu schnell kamen wir wieder am Startpunkt zur „Mittagspause“ an. Hier hieß es erst einmal Kräfte tanken für die nächste Runde.

Auch die zweite Runde verflog viel zu schnell und wir kamen nach insgesamt knapp 13 km zum Startpunkt zurück. Jetzt hieß es nach einer gelungenen Barrida erst einmal Jagd frei und den Fuchs fangen. Den Fuchs spielte in diesem Fall Jürgen Töpper (es gibt ja keine „echten“ Fuchsjagden mehr) und gefangen wurde er ganz knapp von Stan Paul vor seiner Frau Johanna. Die beiden haben sich ganz schön ins Zeug gelegt 🙂 Nach gelungener Verabschiedung am Reitplatz hieß es dann Pferde versorgen und noch ein bisschen am Festgelände zusammensitzen, bevor uns alle der Alltag wieder einholte. Natürlich gab es noch einmal ein Sektchen auf den gelungenen Tag und als Bonus obendrein einen Sonnenbrand auf der Nase. Und das im Oktober!

Ein Rundum schöner Tag, auch wenn ich persönlich gerne noch länger und vor allem schneller geritten wäre. Nächstes Mal schummle ich mich einfach ins Galoppfeld und räume das von hinten auf 🙂 Vielen Dank an alle fleißigen Helfer und an alle Fino-Reiter, die die Fahrt auf sich genommen haben. Wir hatten richtig Spaß 🙂

Um einen Eindruck von der Jagd zu bekommen, guckt doch mal bei http://www.jagdfotos.de vorbei – Martin Diehl war als Fotograf mit dabei!

Martin Diehl - www.jagdfotos.de
Martin Diehl – http://www.jagdfotos.de

Märchenhafte Fahrradtour?

28. September 2014:

Der Orientierungsritt in Gerolzhofen ging dieses Jahr in die 10. Auflage – da durften wir natürlich nicht fehlen. Schon gar nicht, wenn das Thema „Märchen der Gebrüder Grimm“ ist. Dieser liebevoll organisierte Ritt macht jedes Jahr aufs neue Spaß. Und es scheint immer die Sonne! Wir waren dieses Mal sogar zu fünft unterwegs – Diosa/Yvi, Nadine/Fénix, Jacinto/ich und zwei Drahteselreiterinnen. Tapfer haben unsere fleißige Stall-Manuela und ihre Freundin Walli den Ritt auf den Fahrrädern begleitet. Die ganzen 19 km, über Stock und Stein, Berg rauf und runter. Manuelas Kommentar: „Es ging ja nach jedem Berg wieder runter, war nicht so schlimm!“

Fèni treibt die Drahteselreiter an - Foto: privat
Fèni treibt die Drahteselreiter an – Foto: privat

Jedenfalls waren wir eine lustige Truppe und unterwegs trafen wir auch das ein oder andere bekannte Gesicht. Auf der abwechslungsreichen Strecke gab es diesmal zwei Zwischenstopps. Der Erste obligatorisch an der alten Vielseitigkeitsstrecke. Hier durften wir Wäsche aufhängen und über eine Plastikfolie reiten, nachdem wir einen Stock aus einem Sack gefischt hatten. Frisch ging es weiter zum zweiten Stopp nach Vögnitz zum Fuchs’schen Winterdomizil (www.fuchs-bau.net). Rainer hat den Ritt übrigens wieder mit dem Fotoapparat festgehalten. Schaut mal auf seiner Seite vorbei.

Waschweiber on Tour - Foto: Manuela
Waschweiber on Tour – Foto: Manuela
Diosa in ihrem Element - Foto: Manuela
Diosa in ihrem Element – Foto: Manuela

Am zweiten Stopp durften wir durch ein Flattertor reiten und Tischlein-Deck-Dich spielen. Diosa die alte Streberin holte sich äußerst gelangweilt alle Punkte. Jacinto und Fénix benahmen sich auch manierlich und zeigten sich erstaunlich cool. Zurück an der Anlage am Judenfriedhof mussten wir erst einmal ziemlich lange auf unseren Start beim Trailparcours warten. Aber auch die Zwischenzeit konnten wir gut nutzen. Essen, Trinken, Zugucken, Quatschen, was man halt so macht. Die Ponys konnten grasen und fanden das Ganze dann auch nicht so schlimm.

Gut dass Diosa nicht so groß ist ... - Foto: Manuela
Gut dass Diosa nicht so groß ist … – Foto: Manuela
... übrigens, so bekommt man fliegende Untertassen - Foto: Manuela
… übrigens, so bekommt man fliegende Untertassen – Foto: Manuela
Herr Fénix lässt lieber decken - Foto: Manuela
Herr Fénix lässt lieber decken – Foto: Manuela

Der Trail war dieses Jahr insgesamt nicht zu schwierig angelegt. Es kam ganz alleine auf Geschick von Pferd und Reiter an, ohne Fragen, ohne irgend welche anderen Spielchen. Also ein richtig machbarer Parcours, wenn man ein einigermaßen braves Pony hat. Natürlich war alles wieder liebevoll passend zum Thema dekoriert und ausgedacht. Und eine Menge spektakulär verkleideter Märchenteilnehmer war auch zu sehen. Übrigens bekamen die besten Verkleidungen alle einen tollen Preis – einen Gutschein für einen Pferdehaar-Schmuck.

Der böse Wolf ... und die Kuh - Foto: Manuela
Der böse Wolf … und die Kuh – Foto: Manuela
Moppel und Zwerg beim Warten - Foto: Manuela
Moppel und Zwerg beim Warten – Foto: Manuela
Nicht das Brot essen! - Foto: Manuela
Nicht das Brot essen! – Foto: Manuela

Aber zurück zum Trail. Wir durften erst einmal Rotkäppchen spielen und Wein und Brot einsammeln und dann beim bösen Wolf abgeben. Diosa und Féni konnten hier nur ganz knapp davon abgehalten werden das Brot gleich zu fressen. Dann ein kleiner Sprung am Rapunzelturm vorbei zum Goldesel. Den sollten wir am Schweif klingeln, damit er fleißig Gold scheißt. Jacinto fand den Esel übrigens ganz schön gruselig. Also hin ist er, geklingelt hat er auch selber, aber Sinn war ja, dass ich klingeln sollte. So weit ging er dann aber nicht mehr an das seltsame Gefährt heran. Wahrscheinlich hatte er Angst, dass ich den putzigen Esel statt seiner einpacke.

Goldesel! Hilfe!!! - Foto: Manuela
Goldesel! Hilfe!!! – Foto: Manuela
Schneewittchen und die 1000 Äpfel - Foto: Manuela
Schneewittchen und die 1000 Äpfel – Foto: Manuela (dieses mal gibts übrigens voll die Foto-Flut!

 

Weiter zum Froschkönig, wo wir den Brunnen einmal rückwärts umrunden durften. Ein flotter Galopp zum Hänse-und-Gretel Haus im „Wald“, wo es im Schritt über Kreuz-und-Quer-Stangen ging. Bis dann Schneewittchen ohne die sieben Zwerge hier aufgebahrt war. Mit ganz vielen Äpfeln drapiert, die gemeiner Weise an einem Stangen-L lagen. Sinn dieses Spieles war zwischen dem Apfel-Arrangement und Stangen-L die Pferde seitwärts treten zu lassen. Die Pferde waren natürlich irritiert von den Äpfeln. Wie jedes Jahr hat es eine Menge Spaß gemacht. Und es sammelt sich auch immer ganz gut Publikum am Parcours. Nachdem es nicht mehr lange war bis zur Siegerehrung haben wir die Ponys nach einer Fresspause einfach in den Hänger gepackt und uns noch einen Sitzplatz gesucht, um noch ein bisschen zu ratschen.

Dieses Jahr sind wieder knapp 80 Reiter gestartet. Es gab eine Kinder-Wertung, eine Jugend-Wertung und eine Erwachsenen-Wertung mit 55 Startern. Jacinto und Fénix pendelten sich im hinteren Bereich ein, bekamen eine Märchen-Schleife und Leckerlies. Diosa wurde ewig nicht aufgerufen, die alte Streberin. Mit über 90 Punkten (von 100) erreichten Yvi und Diosa sogar den vierten Platz! Wow! Gewonnen haben sie einen Futtertrog in knalligem Giftgrün. Toll haben die beiden das wieder gemacht! Und Yvi hat sich so schön gefreut und es gar nicht geglaubt 🙂

Yvi + Diosa - Foto: privat
Yvi + Diosa – Foto: privat

Jedenfalls freuen wir uns schon wieder auf den nächsten Ritt in Gerolzhofen und sagen ein ganz fettes Dankeschön an das fleißige Orga-Team! Super habt Ihr das wieder gemacht! Bis nächstes Jahr!

Wundervolle Wunderburg?

20. September 2014:

Heute stand wieder ein mal ein für uns neuer Orientierungsritt auf dem Programm und zwar in Marloffstein an der Wunderburg. Yvi und ich haben bei der Gelegenheit auch wieder ein bisschen Farmtour betrieben. Julia und Reinhold haben nämlich im nächsten Dorf ihr schönes neues Zuhause und hier war ein Besuch schon lange überfällig.

Aber zuerst zum Orientierungsritt. Nachdem wir äußerst professionell unseren Theorie-Teil ausgefüllt hatten … „Was meinst Du?“ … „öh…“ … „ok, ich kreuz das mal an, das klingt nett“ …. starteten wir mit dem Parcours in der Reithalle, bevor wir auf die idyllische Strecke gingen. Dort war neben den fast schon traditionellen Hindernissen: Tor, Flattervorhang, Slalom und Plastikplane ein neues Spiel aufgebaut. Ein Starter (also ich mit meiner Rechts-Links-Schwäche) musste ein Elektroauto mit Fernsteuerung bis zu dem Reitpartner (Yvi mit der furchtlosen Diosa) fahren, auf dem ein Korb gebastelt war, in dem ein Metallplättchen lag. Der Reiter sollte dann mit einer Magnetangel das Plättchen rausfischen. Gar nicht so einfach, aber definitiv lustig! Und sehr ungünstig, wenn man unterwegs im Reithallensandboden das Plättchen verliert.

Dann starteten wir auf die Strecke, wo uns weitere fünf Stationen mit jeweils drei Aufgaben erwarteten. Unterwegs sollten wir noch nach wundersamen Dingen Ausschau halten und ein Gedicht mit vorgegebenen Worten erdichten. Wir haben natürlich mehrere wundersame Dinge entdeckt, als die eigentlich abgefragten Dinge: Eimer mit Heu, Äpfeln, Stroh und Hafer. Wir fanden noch mit orangen Raben bemalte Bäume, Besen, die an Bäumen hängen, ein über dem Weg aufgehängtes Tampon (zum Glück unbenutzt!!!), eine Plastikpistole unter einem Baum (wir hofften doch, dass sie aus Plastik war!) und Plastik-Tintenfische am Wegesrand. Öhm … da waren wohl auch die Pfadfinder unterwegs …. Die Stationen waren auf jeden Fall lustig.

Für uns am Spaßigsten war auf jeden Fall die Pantomimen-Station. Hier mussten wir gegenseitig Begriffe erraten, die der Andere nur mit Gesten erklären durfte. Hier war auch ein Teppich ausgerollt, auf dem Zahlen in Kreise gemalt waren und man vorher festlegen musste, in welchen Kreis die Pferde auf jeden Fall mit einem Huf treten würde. Teppichfest sind wir auf jeden Fall. Und Bälle vom Pferd aus in Eimer werfen. Ich sag nur: Schlüpfrige, windanfällige kleine Scheißerchen.

Eine weitere Station war dann die Erste-Hilfe-Station. Stabile Seitenlage und medizinische Versorgung der Pferde im Ernstfall war hier gefragt. Vor der nächsten Station hatten wir ein bisschen Orientierungsschwierigkeiten, aber dank der Vorreiter war der Weg gut „ausgeäpfelt“. Hier durften wir dann mit der Wasser-Pump-Gun einen Ball durch ein Rohr schießen und Sand-Kuchen backen, nachdem wir uns auf dem Pferd sitzend durch Hulla-Hup Reifen gequetscht hatten.

An der vierten Station, an einem Springplatz am Waldrand, war Blind-Reiten gefragt. Yvi dirigierte mich auf Jacinto um zwei Pylonen herum, ich hatten dabei noch einen Joghurt-Becher in der Hand, mit dem ich dann beim jeweiligen erreichen von Diosa/Yvi diese blind mit Joghurt füttern musste. Joghurt auf Reithose ist übrigens bäh. Aber eine spannende Erfahrung. Jacinto war durch das Blind reiten auch nur minimal irritiert.
Hier war auch noch eine Parade-Übung für Finos gefragt – Klopapier-Paarreiten, da waren Yvi und ich ja noch von der Spring Classic in Wemding her im Training. Also kein Problem für uns.

Wunderburg-Wald
Wunderburg-Wald – Foto: Yvis Handy … leider habe ich keine Fotos von uns beim Ritt gemacht. Obwohl ich die kleine Kamera die ganze Zeit mitgeschleppt habe. Schande über  mich!

 

An der letzten Outdoor-Station war dann Wäscheaufhängen gefragt. Leicht abgewandelt in Team-Work. Einer sammelt Wäscheklammern und Aufhängstücke auf, übergibt sie an den nächsten Reiter, der sie dann vom Pferd aus aufhängen muss. Jeweils einzeln. Nach einer gewissen Zeit ging es dann wieder zurück. Also abhängen und wieder abliefern. Hier durften wir auch ein unförmig-großes Plastik-Monster aus einer Tonne fischen, einen Kringel reiten und das riesige Plastik-Teil dem Partner-Reiter übergeben, der dann den Kringel zurück reiten durfte und das Plastik-Teil wieder in der Tonne versenken musste.

Insgesamt ein schöner Ritt, mit fast schon zu vielen Aufgaben (ich hab gar nicht alle erwähnt) an den Stationen. An jeder Station hatten wir etwas Wartezeit, was natürlich auch den Vorteil hat, dass man sieht, was die anderen Reiter so für lustige Sachen produzieren. Zurück an der Wunderburg angekommen hat uns Julia schon mit ihren Ponys Lorenzo und Corrado erwartet und wir sind mit ihr zusammen dann zurück in Julia und Reinholds neues Zuhause geritten, wo wir die Ponys auf der Koppel zwischenparken durften.

Natürlich gab es hier noch die lang erwartete Haus- und Hof-Tour, ordentlich Kaffee und Kuchen bis wir dann wieder zur Siegerehrung an die Wunderburg gebracht wurden. Es gab eine Paar-Wertung und gestartet haben 25 Paare. Das Orga-Team hatte sich definitiv nicht lumpen lassen und hat ein so dermaßen beeindruckendes Sachpreise-Kontingent an hochwertigen Preisen zusammengesammelt, das war echt beeindruckend. Bei den meisten Turnieren bekommt man für den ersten Platz weniger, wie wir hier für den 13. Platz. Wir haben gewonnen: Ein Buch, einen Reithelm, eine Steppweste und Pferdeleckerli, Urkunden und Stallplaketten. Auf die Paso Shop-Goodies haben wir sogar noch verzichtet. Essenstechnisch war auch ganz schön was geboten. Es gab zwei Gerichte, einmal Hähnchen mit Reis und vegetarische Wirsing-Rouladen mit Reis. Mal echt was Anderes und richtig gut. Ein großes Dankeschön an die Veranstalter und die fleißigen Helfer!

Gerade als die Siegerehrung am Laufen war, sprich die ersten Plätze vergeben wurden hat es das Wetter dann nicht mehr ausgehalten. Es hat so richtig derb das Regnen und Gewittern angefangen. Es gab einen wuchtigen Platzregen mit ordentlich Überschwemmung. Jeder, der nicht mit dem Öffnen von irgend welchen Gully-Deckeln beschäftigt war suchte sich ein trockenes Plätzchen und das Naturschauspiel wurde einigermaßen trocken kritisch beäugt. Unterbrochen mit kollektivem Zusammenzucken und erschreckten Aufschreien beim Blitzen und Donnern. Eine der kurzen weniger-Regen-Pausen nutzten wir dann, um schnell an unser Auto und den Hänger zu kommen.

Meldestelle -
verwaiste Meldestelle – aus sicherem Plätzchen heraus fotografiert!

Hier begann dann erst mal das wirkliche Abenteuer. Es gab nämlich eine wirklich abenteuerliche Fahrt runter ins Dorf zu Julia und Reinhold und unseren Ponys. Sturzbäche hatten sich auf den Straßen gebildet, die Gully-Deckel hat es nach oben gedrückt und das gesamte Dorf stand unter Wasser. Land unter sozusagen und wir mit dem Hänger mitten durch. Aber so schnell wie der Spuk kam, ging er auch wieder, als wir ankamen heulten bereits die Feuerwehr-Sirenen los und alles an Helfern und Feuerwehr rückte aus, um die vollgelaufenen Keller wieder leer zu kriegen. Julia und Reinhold haben zum Glück keinen Keller – so war hier alles in Ordnung. Meine Angst war ja, dass Jacinto und Diosa sich beim Gewitter irgendwie panikartig irgendwo ins Mittelfränkische verflüchtigen würden. Aber die beiden waren so cool, ignorierten Regen und Gewitter komplett und hatten nur Fressen im Kopf. Was hab ich doch für brave Ponys!

Die Heimfahrt war dann auch noch etwas abenteuerlich. Nachdem wir Tschüss gesagt hatten und alles einigermaßen trocken verstaut war, kamen wir nämlich mit Hänger und Ponys drin im nächsten Dorf an. Hier stand auch noch alles unter Wasser. Abgesperrt mit Feuerwehr und mords Hallo. Tiefes Wasser auf den Straßen, Gully-Deckel ahoi sag ich nur. Aber alles lief glimpflich ab, wir kamen gut durch und der Rest der Strecke war, bis auf ein bisschen obligatorisches Verfahren in Erlangen, reine Routine. Ich verfahre mich grundsätzlich wenn ich in Nürnberg/Erlangen oder Fürth bin. Das ist schon Standard und gehört einfach dazu.

Auf jeden Fall kann ich eines sagen: In Mittelfranken erlebt man immer was – Lustig war es und wir kommen bestimmt wieder – mit oder ohne Gewitter! Und ich hoffe für alle betroffenen Dörfler, dass das der letzte Keller-Schwemmer-Regen für lange Zeit gewesen ist.

 

PS: Noch unser Gedicht!!! 
Die Sonne scheint, die Vöglein singen – Ein guter Tag, um sich aufs Pferd zu schwingen!
Der Hubba-Bubba kaut sich schwer, fast schlimmer wie ein alter Teddy-Bär.
Auf die Ranch sind wir gespannt, denn sie wird Wunderburg genannt!
 
 
PPS: Unser Ersatz-Gedicht von Frau Z. vom heimischen Stickplatz gedichtet ist natürlich viel schöner!!!!:
 
Die Sonne scheint, die Vöglein singen, ein Tag um sich aufs Pferd zu schwingen.
Stehen hier an ’ner Station und gucken was die andern machen.
Hunger, Durst, ein bisschen schon. Und trotzdem können wir viel lachen.
Der Blick geht auf die Wunderburg, wir wühlen hungrig in den Taschen.
Jooo, Hubba-Bubba, Underberg! Wir haben immer was zum Naschen!
Und ratet, was noch mit dabei? Hokus Pokus, eins zwei drei – 
ein Teddy-Bär, zerquetscht und nass, denn auch Gewitter macht noch Spaß …
Beim Rudelkuscheln auf der Ranch …. 
Hört auf zu Tuscheln … Mensch …. Mensch … Mensch ….
 

 

 

Werbeslogans im Regen aufsagen?

29. Juni 2014:

Heute waren wir wieder in Spaß-Mission unterwegs. Wir sind zum Orientierungsritt nach Kosbach gefahren. Neu dieses Jahr: Es gab ein Motto – „Werbeslogans!“ Und eine neue Strecke. Und für Nadine mit Fénix, Yvi mit Diosa und mich mit Jacinto eine neue Mitreiterin. Wir haben einfach unsere Stall-Julia auf einem von den „neuen“ Islandpferden mitgeschleift. Julia, O-Ritt-Neuling und das Pony erst seit drei Wochen bei uns. Aber die beiden haben das perfekt gemeistert. Man hat nicht gesehen, dass die beiden sich erst so kurz kennen.

Kos
Chaos-Gruppenfoto! – Foto: privat (heute gibts nur verwackelte, teils unscharfe Instant-Fotos! )

Wie immer war die Organisation des O-Rittes topp. Wir hatten dieses Jahr das Glück direkt im Gelände des Reitclubs parken zu können und konnten gleich mit dem Trail beginnen. Zum warmwerden sozusagen. Aufgebaut waren die unterschiedlichsten Stationen: Pferdefußball (Dort hat Jacinto übrigens geflissentlich darauf geachtet, dass immer mindestens vier Meter zwischen ihm und dem Fußball Abstand waren, was natürlich eher kontraproduktiv war. Diosa hat das natürlich schamlos ausgenutzt und ein Tor nach dem anderen geschossen!). Eine Station an der man sich gegenseitig Wäscheklammern anstecken sollte. Die haben die Mädels, die uns die Station erklärt haben glaube ich auch nicht richtig verstanden, aber egal. Ich scheine lustig auszusehen mit zehn Wäscheklammern an der Hutkrempe.

Pferdefussball
Pferdefussball – gar nicht so einfach … – Foto: privat

Eine weitere Station war das Kosbach-Logo geviertelt auf Papier von Weidezaunpfählen holen, zusammensetzen und dann mit dem Pferd noch eine Strecke über zwei Stangen reiten. Dann gab es einen Luftballon-Zirkel in dem unter den Luftballons verschiedene Firmen-Logos hingen. Jeder durfte eine Karte ziehen und musst unter den Luftballons sein Logo herausfinden und dann mit einer Stech-Gerte einen Luftballon zum Platzen bringen. Hin und zurück musste man durch ein Flattertor. Als Vorletztes eine Station, nennen wir sie Eierlauf: fünf Karten mit Pferdeartikeln drauf ziehen, aufs Pony, Slalom über Stangen und um Pylonen, Absteigen, die Artikel den jeweiligen Firmen zuordnen, einen Löffel und ein „Ersatzei“ in die Hand nehmen und den Slalom-Weg wieder zu Fuß mit geführtem Pferd zurück laufen. Alles Stationen, die nicht wirklich problematisch waren.

Und als letztes die Auszieh-Station. Die Ponys mussten in einem Stangenviereck stehen bleiben und jeder Reiter konnte sich auf dem Pferd ausziehen was ging. Bedingung: das Pferd soll im Viereck bleiben und die Kleidung am Boden landen. Yvi und ich haben uns hier zurück gehalten, wir sind zu faul zum wieder anziehen gewesen. Aber Nadine und Julia entblätterten sich sogar fast bis auf Jeans und BH. Aber es sollen sich sogar Leute bis auf die Unterhose ausgezogen haben. Das ist lustig anzusehen, geht mir persönlich dann aber doch etwas zu weit. Hier konnte natürlich wer viel ausgezogen hat auch viele Punkte sammeln.

Auszieh-Station
Auszieh-Station – sorry Mädels, das musste sein! 🙂 – Foto: privat

Nachdem wir uns vom Lachanfall erholt hatten gingen wir dann auf die Strecke. Dieses Jahr nicht die obligatorische Strecke, sondern eine ganz Neue. Ich bin ja immer wieder ein großer Fan vom Erlangener Ausreitgelände. Schöne Sandwege, schöne Reitwege, viel Wald und dank Regenwetter heute keine Fliegen unterwegs. Dabei hatten wir diesmal sogar die Fliegendecken dabei, die wir an der Eisbärenritt-Tombola gewonnen hatten. Der Regen war sowieso das einzige Manko. Immer wieder tuschte es auf uns herab, was die Stimmung schon etwas gedrückt hat, aber wir wurden wenigstens nicht komplett nass. Zwischendurch war es immer wieder schön. Die Strecke wurde wieder von lustigen Stationen unterbrochen. Teilweise mussten wir zwar ein bisschen warten, aber das hängt ja immer davon ab, wie groß die Gruppe vor einem ist.

Die erste Station war im Wald. Veränderte Werbelogos erkennen. Und Sackhüpfen und sich dabei leere Plastik-Flaschen-Logos in einer Gasse merken und die dann auswendig sagen. Um es kurz zu machen, ich kann nicht hüpfen und mir gleichzeitig Dinge merken. Momentan kann ich mir ja nicht mal Namen von Leuten merken, die ich relativ regelmäßig sehe. Nadine hat sich dafür ungefähr 17 Flaschen-Aufdrucke gemerkt. Die Frau ist manchmal echt unglaublich. Und weiter ging es durch den Wald um Erlangen, unterbrochen von Begegnungen mit tapferen Joggern im Nieselregen.

Eierlauf
Eierlauf, entspannte Sache  – Foto: privat

Die zweite Station war dann das Blechdosen-Dreh-Ding, was schon letztes Jahr im Einsatz war. Immer wieder eine Herausforderung. Natürlich sind alle Ponys an das Drehdings hin und haben Blechdosen an der Schnur aufgedreht, bis auf Mr. Jacinto Angsthase. Hier gab es glaube ich auch wieder Fragen zu beantworten, aber mein Gedächtnis lässt mich schon wieder im Stich.

Weiter zur nächsten Station: Wäsche aufhängen. Und „Gegenstände“ in einem Sack ertasten und sagen, was es ist. Dann hatten wir einen schnellen, aber um so lustigeren Ritt an die nächste Station. Dort durften wir mit einem Getränk in der Hand eine Strecke reiten und dabei das Getränk kreisen, über Stangen reiten und Achten machen und zurück traben. Copa de Champane sozusagen, am Ende musste man erschmecken, was im Glas ist. Leider kein Schnäpschen, aber trotzdem lustig. Als nächstes wurden wir dann vom netten Eskort-Service abgefangen, die uns sicher über die Autobahnbrücke geleitet haben. Und schon waren wir wieder in Kosbach und konnten uns, nach der Versorgung der Ponys, gemütlich entspannen und den Hunger stillen. Die Ponys durften wieder in bereitgestellten Paddocks ausruhen und waren mit ihren Heunetzen beschäftigt.

Alles in Allem ein schöner Sonntag in Kosbach. Die Organisation war sehr gut, die Helfer alle freundlich, die Verköstigung lecker. Die jungen Mädels an den Stationen waren zwar manchmal etwas lustlos, aber wenn man den ganzen Tag mehr oder weniger im Regen steht, kann ich das definitiv nachvollziehen. Also alles im grünen Bereich. Gut wäre noch gewesen, dass man vorher publiziert hätte, dass es jeweils an den Stationen die Möglichkeit gegeben hätte, etwas zu trinken. Aber wir sind nicht verdurstet und insgesamt war der Ritt wirklich schön. Trotz Regen. Auch mussten wir nicht lange auf die Siegerehrung warten, die dann sogar bei ein bisschen Sonne stattfinden konnte. Nachdem es einige Doppelplatzierungen gab, schätze ich mal, dass ungefähr 60 Teilnehmer die Strecke absolviert haben. Jacinto war erstaunlicher Weise nicht ganz Letzter, Diosa hat es sogar auf Platz 15 geschafft und Nadine und Julia waren auch irgendwo zwischen Platz 30 und 20 dabei. Letztendlich ist die Platzierung egal, es kommt darauf an, dass wir einen schönen Tag haben und uns eine kleine Auszeit vom Alltag nehmen. Und das haben wir auf jeden Fall getan. Bis nächstes Jahr in Kosbach!

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