Del Cavador

Töltlokomotiven?

März 2012:

Zeit für etwas Paso Fino im Allgemeinen –

erschienen bei http://www.pferd-und-mensch.com – Spezialrassen/Rasseportraits:

Beobachtet man einen Paso Fino auf der Töltbahn denkt man automatisch an kleine Lokomotiven. Wie auf Schienen ziehen sie unbeirrbar ihre Runden im klaren Viertakt Tölt – Bei den Paso Fino Reitern im langsamen Tempo Paso Corto, im schnellen Tempo Paso Largo genannt.

Die Finos sollen nicht durch hohe Beinbewegungen auffallen. Sie begeistern durch gleichmäßige Bewegungen, die kurz und schnell sind. Und ungeheuer bequem. Kleine Schritte verursachen wenig Schwung. Ein weiterer Beweis für die Ruhe ist auch die fast nicht vorhandene Kruppenbewegung. Wo fast keine Bewegung im Rücken stattfindet, kann auch nichts werfen. Eine äußerst bequeme Angelegenheit.

Man sieht es auch am Reiter. Nicht nur am Lächeln, nein man könnte meinen er schwebt dahin. Im Vergleich dazu der trabende Reiter. Hier ist eine deutliche Auf- und Ab-Bewegung erkennbar. Aber der Paso Fino kann neben dem Tölt natürlich auch in den drei Grundgangarten geritten werden. Zusätzlich bieten viele Pferde einen Trabtölt (= Trocha) an. Einige wenige Pferde beherrschen den sogenannten Classic Fino.

Das ist ein ganz versammelter Tölt, bei dem die Beinbewegungen fast schon nicht mehr mit dem bloßen Auge erkennbar sind. Deshalb wird dieser Gang gerne auf einem sogenannten Soundingboard gezeigt. Ein Holzssteg, damit man den klaren Takt hören kann. Das reißt im Ursprungsland Kolumbien und im größten Nachzuchtgebiet USA das Publikum begeistert von den Sitzen. Und ist leider auch der Grund, weshalb der Paso Fino hier in Europa immer noch mit dem Vorurteil des hektischen Tripplers zu kämpfen hat.

Die meisten Paso Finos hier tragen tagein tagaus ihre zufriedenen Reiter bequem durchs Gelände. Man kann mit Paso Finos so unendlich viel mehr machen, als sie nur im Classic Fino über einen Holzsteg schicken. Sie gehen Orientierungsritte, Wanderritte, Distanzen, Trailritte. Sie machen unter dem Westernsattel eine gute Figur, eignen sich hervorragend für die klassische Dressur und vor dem Schlitten fühlen sie sich auch wohl. In England gibt es sogar eine Reiterin die springt mit ihrem Paso Fino ganze Parcours.

Durch die große Vielfalt der Rasse findet eigentlich jeder sein passendes Pferd. Grob eingeteilt werden die Pferde in drei Typen:

Pleasure: Sie sind am häufigsten Vertreten. Es sind die Pferde mit denen ganze Familien Spaß haben – die als Allrounder einsetzbar sind. Sie machen im Wald und auf dem Turnier ein gutes Bild.

Performance: Sie sind temperamentvoller, oft auch sehr sensibel, viel Brio wie wir sagen. Das Brio ist eine Mischung zwischen abrufbarem Temperament und gleichzeitig sanftem Wesen.

Classic Fino: die Showstars unter den Paso Finos. Sie sind die Creme de la Creme, wenn man auf der Suche nach einem äußerst sensiblen Pferd mit überschäumendem Temperament ist.

In Europa gibt es momentan circa 1000 Pferde. Der größte Teil (ca. 700) wohnt in Deutschland, dicht gefolgt von der Schweiz. Vertreten werden die Paso Finos hierzulande durch die PFAE, die Paso Fino Association Europe (www.pfae.org).

Unser Ziel ist es die Paso Finos durch viele unterschiedliche Aktionen bekannter zu machen. Jährlich findet außerdem ein großes Turnier statt, auf dem man aus ganz Europa Pferde bewundern kann. Außerdem möchten wir eine qualitativ hochwertige Zucht erreichen. Auf der Homepage findet man viele Züchter und Trainer, die jederzeit gerne bereit sind ein Probereiten zu vereinbaren und auch gerne bei Problemen oder Fragen zum Paso Fino Auskunft geben. Man kauft nicht einfach einen Paso Fino – man erwirbt damit, wenn man sich darauf einlässt eine ganze Familie!

Außerdem hat die Seite http://www.frankenhorse.de (unter Reitwesen/Gangpferde) einen Artikel von mir über Gangpferde im Allgemeinen gebracht. Dort findet Ihr auch ganz viele schöne Paso Fino Bilder 🙂

Wie war der Kurs mit Peter Kreinberg?

Am Wochenende (6.03. bis 7.03.) waren Jacinto und ich am Sternberghof. Dort traf sich bei frostigen Temperaturen ein kleiner Haufen Lernwilliger zu einem Kurs mit Peter Kreinberg. Pete habe ich bereits auf Messen gesehen und was er da erzählt hat fand ich interessant, logisch und vor allem auch umsetzbar. Er hat eine schöne Art mit den Pferden umzugehen. Ruhig und gründlich. Von daher war ich sehr gespannt was mich bei einem Kurs von ihm erwartet.

Wir waren eine bunte Mischung aus Paso Finos, Mangalarga Marchadore, Isländern, Arabern und einem riesengroßen Warmblut. Alle mit eigentlich unterschiedlichen Kursvorstellungen und Zielsetzungen – ich sage eigentlich, weil sich ziemlich viele „Probleme“ auf simple Art und Weise auf einen Nenner bringen lassen. Pete hat in seinen langen Jahren Reiterfahrung die so genannte „Gentle Touch Methode“ entwickelt. Nachzulesen und nachzusehen übrigens in Buch und Videos. Er schafft es damit wunderbar verschiedene Rassen und Ziele in ein großes Ziel umzusetzen: Feines Reiten in allen Gängen.

Das war auch das Grundmotto dieses Wochenendes. In kleinen Gruppen haben wir an uns und der feinen Kommunikation mit unseren Pferden gearbeitet. Es ist erstaunlich, mit was für einfachen „Tricks“ man sein Pferd auf sich konzentrieren kann. Man spürt ein hochkonzentriertes und aufmerksames Pferd unter sich, wie komplett ausgewechselt, das punktgenau das umsetzt was man gerade möchte. Ein sehr eindrückliches Gefühl. Gerade mit den sensiblen Paso Finos erreicht man auf diese leichte Art viel mehr, als im Hau-Ruck-Verfahren. Anfragen, Antippen und dann Anklopfen. Bildlich gesprochen. Ein weiches Drehen der Hand, ein weiches Mitgehen im Becken, eine Wade die sich im richtigen Moment nach außen dreht, eine Hand die leicht nachgibt. Solche „Tricks“ haben wir gelernt und geübt.

Pete vermittelt sein Wissen auf informative Weise – er schafft es Bilder zu schaffen. Man hat vor Augen, was er erzählt. Vieles was ich sonst höre kann ich nicht umsetzen, weil ich mir nichts darunter vorstellen kann. Mir fehlt das Bild dazu. Kreinberg schafft es komplizierte Dinge einfach zu erklären. Es entstehen Bilder vor Augen. Auf dem Pferd das ganze Umzusetzen ist dann natürlich wieder etwas anderes – wir wurden aber wunderbar in kleinen Schritten zu dem geführt,  was wir erreichen sollten. Reiten lernt man schließlich nur durch Reiten. Die perfekte Mischung aus Theorie und Praxis.

Dieser Kurs hat mir unglaublich viel gebracht und mich dem „feinen“ Reiten ein kleines Stück näher gebracht. Das war bestimmt nicht mein letzter Kurs bei Peter Kreinberg. Vielen herzlichen Dank an das ganze Sternberghofteam, dass uns dieses Erlebnis ermöglicht hat und uns übrigens auch aufs Beste verköstigte.


Wie bediene ich einen Paso Fino?

Nun wissen wir schon was ein Paso Fino ist und wozu man ihn gebrauchen kann. Heute besprechen wir wie man ihn bedient. Das ist schon mal eine ganz schwierige Sache – ungefähr so vielseitig zu beantworten wie Kinder kriegen und großziehen. Jeder hat dazu was zu sagen, weil jeder Mutter oder Kind ist. Im schlimmsten Fall beides.

Was ich damit sagen will ist: man kann einen Paso Fino in jeder X-beliebigen Reitweise fortbewegen. Ist ja auch „nur“ ein Pferd. Es gibt Finos die werden eher „Englisch“ geritten, Finos die mit der Clicker-Methode trainiert sind, es gibt Western-Finos, Leute die sich einfach drauf setzen und los reiten, also freizeitreitermäßig ohne es eingruppieren zu können oder in eine Schublade stecken zu wollen. Es gibt Parelli-Anhänger und Finos unterm Damensattel und natürlich Leute, die sich einfach das Beste aller Arten raussuchen und mixen. Die Möglichkeiten sind sozusagen unendlich.

Will man allerdings dieses Original-Feeling haben mit der leichten Bedienbarkeit, dem Brio-Genuss und dem leicht ein- und ausschaltbaren Temperament, dann sollte man seinen Fino nach Art der südamerikanischen Großgrundbesitzer, bzw. deren amerikanischen Nachfahren reiten. Praktisch ist auch wenn man spanisch spricht – jeder gute Fino-Trainer spricht spanisch. Das ist so eine Entdeckung von mir. Also, als Erstes einen Sprachkurs an der Volkshochschule belegen. Schadet ja nie. Mein Spanisch geht übrigens auch nicht über die Bedeutung einiger Pferdenamen hinaus. Hallo sagen geht auch grad noch. Aber ich kann mir nicht mal ein Getränk auf spanisch bestellen. Allerdings habe ich auch nie behauptet ein guter Trainer zu sein.

Dieser traditionelle Reitstil ist wohl am ehesten mit dem Westernreiten zu vergleichen. Man gibt einen Befehl und das Pferd soll diesen möglichst so lange gleichbleibend schön ausführen bis der nächste Befehl kommt. Der Paso Fino soll im Idealfall in lockerer, natürlicher Aufrichtung ruhig, entspannt und ausbalanciert laufen. Dabei soll man sein spanisches Erbe erkennen und das Pferd elegant aussehen. (Diese beiden Sätze habe ich aus unserer Prüfungsordnung entliehen – wer möchte kann sich dort noch intensiver einlesen www.pfae.org (Paso Fino Association Europa e.V.) und dann Prüfungsordnung 2010).

Der Tölt soll gleichmäßig verteilt sein: Vorder- und Hinterhandaktion sollen gleich „stark“ sein. Das lässt den Tölt nicht so spektakulär und raumgreifend aussehen wie zum Beispiel beim Saddlebred Horse oder beim Isländer, bei denen sofort die hohe Vorhandaktion ins Auge sticht. Dafür haben wir die höhere Töltfrequenz und das macht das Ganze wesentlich bequemer und lockerer und natürlich auf dem Holzsteg, dem Fino-Strip, wesentlich mitreißender anzuhören!

Dazu soll der Fino sich selbst schön tragen, was bedeutet dem Pferd wird beigebracht (oder besser schmackhaft gemacht) seinen Kopf in passender Form selber zu halten. Das heißt dann bei uns: der hat ein gutes Headset. Anglizismen sind ja total angesagt. Auch der Tölt soll locker-flockig von alleine kommen ohne Hilfsmittel einzusetzen oder komplizierte Reithilfen zu geben. Hilfsmittel wie verschieden gewichtete Hufeisen oder Hilfszügel oder zusätzliche Gewichte an den Beinen braucht es in der Regel auch nicht um einen Fino gut tölten zu können. Der Fino hat an sich genug natürlichen Tölt um bei richtiger Gymnastizierung ganz von alleine damit anzufangen. Man fängt mit dem Anreiten an und nach einer Phase im Trab oder Trocha bekommt man den Tölt quasi dazugeschenkt, wenn das Pferd sich sicherer wird, genug Muskulatur aufgebaut hat und ein wenig versammelt werden kann. Die Fohlen tölten auch schon frei auf den Weiden herum. Was man als Fohlen hat tölten sehen, das töltet irgendwann auch unterm Sattel.

Gegen Hilfsmittel im Allgemeinen habe ich nichts einzuwenden, aber sie sollen wie der Name schon sagt „Hilfe“ leisten und nach Verinnerlichung des Erlernten wieder verschwinden. Sonst wären es ja „Dauer(hilfs)mittel“. Außerdem erinnern wir uns an den Großgrundbesitzer an sich, der möglichst bequem von A nach B kommen möchte. Glaubt Ihr, der würde sich die Mühe machen Glocken an die Füße zu schnallen und kompliziertes Zügelwerk einzuschnallen? Das höchste der Gefühle ist ein glitzerndes Vorderzeug, um gut auszusehen. Alles so einfach wie möglich und so bequem wie möglich!

Diese Idealvorstellung vom total sensibel gerittenen Pferd, das auf minimale Zügelhilfen reagiert und alles fast von alleine macht, dabei einen Arbeitseifer und eine Ausstrahlung an den Tag legt, die uns vom Hocker fegt … ist natürlich eine Traumvorstellung. Hinter der Idee verbirgt sich ein Haufen Training, viele Rückschläge und Pferde die einen zur Verzweiflung treiben weil nichts so klappt wie man sich das wünscht. So wie in jeder anderen Reitweise halt auch. Wer ein super gerittenes Pferd haben möchte muss sehr hart daran arbeiten. Und zwar nicht nur am Pferd, sondern auch – und das betone ich besonders: vor allem an sich selber. Wer sich dann aber auf das Abenteuer Paso Fino einlässt, seine eigenen Fehler erkennt und beseitigt und bereit ist immer weiter zu lernen um für sein Pferd das Beste herauszufinden und auszuprobieren, der wird mit einem Pferd belohnt, das immer öfter dem gewünschten Idealbild entspricht.

Am Anfang sind es vielleicht einzelne Momente mit endlos langen Durststrecken dazwischen bis wieder ein Erfolgsmoment erscheint. Aber irgendwann werden die Durststrecken kürzer und die Glücksmomente siegen. Dann ist man dem Reiterparadies ein ganzes Stück näher!

Was ist eigentlich ein Paso Fino?

Wie alle Pferde in Amerika stammen auch die Paso Finos von den Pferden ab, die Christoph Columbus bei seiner zweiten Amerikareise 1493 mit ins Land brachte. Columbus war wohl ein besserer Seemann als Reiter, deshalb mussten die Tiere vor allem bequem und anspruchslos – und natürlich robust sein. So eine Seereise war schließlich anstrengend bis tödlich. Andererseits: wollte Columbus nicht eigentlich den Seeweg nach Indien entdecken?

Von der heutigen Dominikanischen Republik aus verbreiteten sich diese Pferde über den gesamten karibischen Raum und über weite Teile Südamerikas. Um möglichst bequem von A nach B zu kommen wurde damals viel Wert auf die Weichheit der Gänge gelegt. Damit war es dann aber auch noch nicht getan. Die Pferde mussten später auch Großgrundbesitzer-tauglich sein – sprich: der Südamerikaner an sich neigt ja gerne zum „Herumprollen“ (so stellt man ihn sich zumindest gerne vor) – also braucht man ein tolles, schönes, feuriges Pferd mit ordentlich Pfeffer im Arsch, mords Temperament und beeindruckenden Gängen, aber leicht zu bedienen. Temperament sozusagen als Turbogang zuschaltbar. So macht es natürlich Spaß seine Besitztümer abzureiten und Sonntags vor der Kirche standesgemäß aufzulaufen. So ein Großgrundbesitzer hält sich ja nicht mit so Kleinigkeiten auf wie korrektes Reiten lernen. Auf den Schein kommt es an! Deshalb also leicht bedienbar.

Steckt nicht in uns allen ein kleiner Großgrundbesitzer der einfach gut auf seinem Pferd aussehen will? Deshalb sind wir auch so angetan von diesen Pferden – sie haben das spezielle Etwas – Brio genannt. Brio beschreibt die Mischung zwischen Mut, Stärke, Temperament, Charakter, Feuer und gleichzeitig extrem freundlichem Benehmen der Pferde. Sie gehen für „ihren“ Menschen durchs Feuer – und wir lieben sie dafür! Und dabei sind sie so wunderbar vielseitig einsetzbar – jeder kann „seinen“ Fino finden.

Ordentlich reiten lernen muss man natürlich trotzdem. Da mehr Gänge zur Verfügung stehen, ist das auch nicht immer einfach, aber es macht definitiv mehr Spaß! Man kann mit einem Paso Fino neben dem Tölt – der heißt bei uns im langsamen Tempo „Paso Corto“ und im schnellen Tempo „Paso Largo“ und im ganz versammelten Tempo „Classic Fino“ – natürlich auch Schritt, Trab und Galopp gehen. Auch eine Art Trabtölt – „Trocha“ genannt bieten viele Pferde an.

Grob unterteilt werden die Paso Finos hierzulande in drei Typen:
Pleasure – wie der Name schon sagt soll es ein Vergnügen sein, diesen Typ Pferd zu reiten. Der Pleasure-Typ stellt den Großteil aller Paso Finos. Leichtrittige, unkomplizierte Pferde die unermüdlich und zuverlässig ihre Reiter in lockerem, taktreinen Tölt in verschiedenen Tempi durchs Gelände tragen. Sie sind Freizeitpferde, Wanderreitpferde, Arbeitspferde, aber auch stolze und anmutige Turnierpferde. Eben einer für Alles! Finos können Kühe hüten, sind im Distanzsport unterwegs, eignen sich für klassische Dressur, auch für kleine Springparcours sind sie zu gebrauchen. Man findet für alles den richtigen Paso Fino!

Performance – diese Pferde unterscheiden sich vom Pleasure eigentlich nur dadurch, dass sie insgesamt feuriger, akzentuierter und mit mehr Temperament/Brio ausgestattet sind. Sie besitzen mehr Präsenz, Aufrichtung und Ausstrahlung im Showring gepaart mit sehr viel Vorwärtsdrang. Der Performance-Typ ist die Mercedes-S-Klasse unter den Pferden – mehr PS unter der Haube und deshalb eher für fortgeschrittene, feinfühlige Reiter geeignet.

Classic Fino – der Maybach unter den Pferden, um bei den Autovergleichen zu bleiben. Diese Pferde sind die Königsklasse – gezüchtet für den Showring mit einem Tölt der sehr schnell frequentiert ist, mit möglichst wenig Raumgriff. Weil man den Tölt mit bloßem Auge fast nicht mehr erkennen kann, werden die Pferde über ein so genanntes Sounding-Board geschickt – ein Holzsteg, damit man den Tölt taktrein hören kann. Das klingt dann wie ein Dauerbeschuss von einem Maschinengewehr. Tacatacataca…. In Südamerika und den USA reißt es dabei die Gangpferdefreunde regelmäßig jubelnd von den Sitzen. Hierzulande erntet man jedoch eher spöttisches Gelächel angesichts diesem „hektischem“ Getrippel. Aber wer sich mal eingehört hat, den kann so ein „Sound“ nicht kalt lassen – es reißt einen automatisch mit!

Gerade dieses hektische Getrippel macht süchtig – man sitzt relativ erschütterungsfrei auf einem Classic Fino. Man könnte ein Glas Sekt oder seinen Mittagskaffee mitnehmen, es würde nichts verschüttet werden – aber man fühlt mit was für einer Energie und Kraft das Pferd unter einem arbeitet. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Man glaubt das Pferd setzt sich auf die Hinterhand und gibt seine ganze Energie frei. Dabei ist das Pferd aber am kleinen Finger regulierbar. Unglaublich! Wer das einmal erleben durfte will nichts anderes mehr.

Aber fassen wir einfach einmal zusammen: Der Paso Fino ist in erster Linie ein unkomplizierter und vielseitig einsetzbarer Partner fürs Leben. Mit einer Größe von ungefähr 135 bis 155 cm ist es ein handliches Pferd. Man wünscht sich einen korrekten Körperbau mit zierlichem, aber dennoch sehr belastbarem, trockenen Fundament. Farben kann man auch in allen Lackierungen wählen (außer Tigerschecke). Allerdings mögen viele traditionelle Fino-Leute keine Schecken. Das stammt aus einer Zeit, als die ursprünglich aus Puerto Rico stammenden Finos – sagen wir es mal höflich: als nicht ganz so rittig galten und die waren eben meist Schecken oder mit vielen weißen Abzeichen. In den USA und in Europa sind die Schecken inzwischen sehr begehrt. Aber einen bunten Classic-Fino gibt es meines Wissens nach noch nicht.

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