Del Cavador

Tag 8 – Diego del Cavador

 13. November 2019:

Die Alte und die Fotoschnickse

Mein drittes selbst gezogenes Fohlen war ein Wunschkind für Yvi – schon die Entstehung war ein lustiger Prozess. Wir haben uns Hengste angesehen, waren mehrfach mit Frau Sumpf auf Sexurlaub – also Frau Sumpf hatte Sexurlaub, wir haben sie nur zu den unmöglichsten Zeiten durch die Gegend gekarrt und ihr ein paar schöne Wochen Urlaub verschafft. Darunter war auch eine mehrwöchigen Mutter-Kind-Kur mit Ihrer Tochter Dea zusammen in Flieden – natürlich mit persönlicher Betreuung …. Wir haben sie umsorgt und beobachtet.

Und dann hat Frau Sumpf dieses mal ganz alleine ein kleines Hengstfohlen bekommen. Diesmal haben wir sie übrigens gegen Ende in die Box gesperrt. Frau Sumpf war so hengstig in ihrer Schwangerschaft – kompletter Hormonüberschuss! Sie residierte in einer großzügigen Boxe mit angehängtem Paddock mit direktem Huldigungskontakt zu den anderen Stuten und durfte in den letzten Wochen immer nur noch unter Aufsicht zurück in ihre Herde. Und sie hat es genossen!

Dieses Mal hat sie mich komplett in die Irre geführt. Nächtliche Kontrollbesuche und ein laufender Kurs mit Stephan Vierhaus bei uns am Hof haben mich mürbe und müde werden lassen. Normal habe ich immer relativ früh am Morgen zuerst nach Frau Sumpf gesehen. Also nach so einer kurzen Nacht, weil ich ja relativ spät auch immer noch mal nach Frau Sumpf gesehen habe. An dem Tag habe ich einfach noch ein bisschen schlafen wollen, weil ich so kaputt war. Fehler. Bis mich Yvi dann angerufen hat und komplett aufgelöst meinte: „Da steht ein Fohlen in der Box!!!! Was soll ich machen!?!“ – Super Frau Sumpf … sie hat wirklich alles im Griff.

Übrigens war zu dem Zeitpunkt auch Thora da – die Besitzerin von Diosas zweitem Kind. Die komplette „Familie“ war also anwesend. Und Frau Sumpf war so verliebt in ihren ersten Sohn! Dem hat sie einiges mehr durchgehen lassen, als ihren beiden Töchtern zuvor! Er ist aber auch ein süßer Pups!

Tag 7 – Hannover 2011

12. November 2019:

Hannover 2011 – Foto: Marina Wroblowski

Ein Foto von Marina Wroblowski aus 2011 – die Paso Finos in der großen Show-Arena auf der Messe Pferd & Jagd in Hannover. Ich bin sehr dankbar, dass Familie Sperber mich und mein Pony damals im großen Trailer mitgeschleift haben.

Es ist tolles Erlebnis mit seinem eigenen Pony in dieser großen Show-Arena zu reiten – Gänsehaut pur! Ich mag dieses Messe sowieso – sie ist kurz vor Weihnachten, es gibt immer irgend ein Chaos mit dem Wetter, die Menschen und das Messe-Team dort sind super. Die Dinge, die wir dort im Hotel und auf dem Messegelände schon erlebt haben sind einfach gute Geschichten.

Man muss bildlich gesprochen einfach „nur“ sein Pony in den Hänger packen, losfahren und darauf warten, dass Dinge passieren – es ist ganz einfach eine gute Zeit zu haben! Man muss sich nur trauen, dann passieren die guten Geschichten von ganz alleine! 🙂

Und nicht zu vergessen: So ein Abenteuer schweißt alle zusammen. Man lacht übrigens schon seit Jahren über meinen kleinen Trinkunfall mit dem Latte Macciato am Frühstückstisch im Hotel in Hannover ….

Übrigens:

Wir sind dieses Jahr auch wieder mit dabei in Hannover und vertreten dort zusammen mit netten Menschen den PFAE – besucht uns doch am Stand der IGV (Internationalen Gangpferdevereinigung)!

Halle 16 – Stand D 16 (direkt gegenüber vom Campus/Blogger-Lounge). In der Nähe gibt es Food-Trucks, First Love Coffee, die Manege Baroque, Working Equitation, und Annica Hansen … das bunte Treiben kann man direkt vom Stand der IGV beobachten und dabei noch Gleichgesinnte treffen!)

Oder täglich im Aktionsring: 13.00 – 13.30 Uhr

oder täglich in der großen Show-Arena

Wir werden wieder Diosa mitbringen – und ihre Tochter Dea del Cavador wird auch wieder dabei sein! Wir freuen uns schon, die beiden wieder zusammen zu sehen! … dass man für diese Familientreffen aber auch immer so weit fahren muss!

Tag 6 – Diosa mit Stehmähne?

Münster 2007, Foto: U. Neddens
Münster 2007, Foto: U. Neddens

 11. November 2019:

Ich finde das sieht so schön aus mit der Stehmähne! Das war in Altenberge 2007 auf der IDMG, wahrscheinlich während der Country Pleasure. Ich mag das Bild, weil es so locker aussieht. Es wirkt, als ob ich einfach so durch die Gegend tölten würde. Mir gefällt es, wenn man den Reitern ansieht, dass sie das was sie tun gerade genießen. Und ich wirke sehr zufrieden.

Das war eines der ersten Turniere, für die ich so weit gefahren bin. Das Foto steht aber auch exemplarisch für die vielen tollen Erlebnisse, die ich allein der Tatsache verdanke, dass ich mir einen Paso Fino gekauft habe. Wenn man sich nämlich auf das Abenteuer Gangpferd einlässt und auf die Menschen, dann erlebt man ganz viele tolle Dinge.

Ich hätte mir zum Beispiel niemals erträumt, so vielen tolle Anlagen zu besuchen und dort Turniere zu reiten, ich hätte niemals gedacht auf Messen die Paso Finos zu vertreten, ich hätte niemals gedacht in einer Abendshow der Equitana Open Air mitzumachen, ich hätte niemals gedacht so viele faszinierende Menschen zu treffen, niemals mein eigenes Fohlen groß zu ziehen. Ich war in meiner Jugend ein sehr schüchternes junges Mädchen – diese Pferdeerlebnisse und Erlebnisse haben mich über die Jahre ziemlich selbstbewußt gemacht. Und dafür bin ich dankbar. 

Tag 5 – Diosa und Dimera?

Diosa und Dimera mit Frauchen – Foto: privat

8. November 2019:

Dieses Foto ist im April 2011 entstanden. Diosa und ihre Tochter Dimera. Ich bin sehr glücklich, dass ich erleben darf, wie meine Pferde zusammen in der Herde aufwachsen und leben können. Damals waren noch alle zusammen in einer gemischten Herde.

Zusehen wie die Ponys sich untereinander verhalten, ist für mich sehr entspannend – ich möchte dass sie die meiste Zeit ihres Tages frei entscheiden können was sie gerade tun wollen: Fressen, Schlafen, Spielen, Herumlaufen, in der Sonne stehen, im Regen stehen, die Nasen zusammenstecken.

Wenn ich heute sehe, wie schön Jacinto mit den Youngstern in seiner jetzigen Herde noch spielt geht mir das Herz auf. Ich möchte ja auch selber entscheiden, was ich tun möchte – von daher gestehe ich das den Ponys auch zu. Sie sind einfach zufriedener, wenn sie dann mal Dinge tun müssen (z.B. Reiten :-)), die sie nicht so toll finden. Ich hoffe sie so lange wie möglich in einer Herde 24/7 im Offenstall/Paddock-Trail halten zu können. Vielleicht geht das irgendwann altersbedingt nicht mehr so optimal. Wer weiß das schon.

Wobei die Stallwahl natürlich jedem selber überlassen bleibt – aber ich würde eher auf Luxus wie Reithalle oder Roundpen verzichten, wenn ich den Ponys dafür ein möglichst freies Leben in einer Herde ermöglichen kann. Sie sind so viel zufriedener und ausgeglichener – eben wie bei uns Menschen auch 🙂

Tag 4 – Dimera del Cavador!

24. März 2009 – Dimera del Cavador – Foto: privat

 07. November 2019:

Dieses Bild ist am 24.03.2009 entstanden – und ich weiß bis heute nicht, wie ich diesen Effekt hinbekommen habe 🙂 Das ist Dimera del Cavador – mein erstes selbstgezogenes Fohlen. Das war eine richtig aufregende Zeit! Die Auswahl des Hengstes, dieses lange Warten auf die Geburt. Dann das erste eigene Fohlen! Es ist ein Wunder … Frau Sumpf hat mir natürlich verwehrt, dass ich selber dabei sein konnte. Typisch.

Nachts hatte Frau Sumpf eine schöne geräumige Box, tagsüber durfte sie noch mit den anderen raus. Sie stand also in der Herde und hat entschieden das Fohlen vormittags ganz alleine zu bekommen. Die Nachbarn von gegenüber haben dann angerufen, das Fohlen sollte doch bei dem Nieselregen bitte lieber rein gebracht werden!

Ich bin von der Arbeit wie eine Irre zum Stall gerast und habe Frau Sumpf um ihr frisch geschlüpftes Fohlen herum tigernd angetroffen. Tja. Frau Sumpf hatte nicht bedacht, dass man nicht gleichzeitig seine Herde abhalten kann und sich gleichzeitig um ein Fohlen kümmern kann. Ein Fehler übrigens, den viele Erstgebärenden machen.

Als ich Sumpf dann in die Box „gerettet“ habe war jedenfalls der Moment, wo sie erstmals und einmalig richtig dankbar gewirkt hat mich zu haben. Sonst bin ich ihr ja eher lästig, aber da war ich ihr einmal hilfreich. Ich war sehr glücklich. Und natürlich war ich auch sehr glücklich über das kleine Ding, was Frau Sumpf da rausgequetscht hatte. 

Tag 3 – Diosa!

Diosa del Rio – Foto: privat

 6. November 2019:

Dieses Foto ist am 02.07.2005 entstanden. Das war der Tag an dem ich entschlossen hatte Diosa del Rio zu kaufen. Dieses Mal hatte ich im vor hinein alles abgeklärt: Stallplatz, Familie informiert, Finanzplan geschmiedet – nur das Pony dazu hat noch gefehlt. „Diosa“, ihre Mutter „Petraca“ und noch zwei weitere Paso Finos „Sofia“ und „Corazon“ standen seit einigen Wochen am Sternberghof als „Scheidungskinder“ zum Verkauf. Sie kamen damals alle in einem Schwung aus Schweden. „Sofia“ wurde ziemlich schnell weiterverkauft nach Irland. „Corazon“ ist im mittelfränkischen geblieben (Grüße an Birgit :-)) und „Petraca“ lebt (hoffentlich) noch in Namibia – sie ist mit ihrer neuen Besitzerin damals ausgewandert und somit ein echtes Buschpony. Diosas Familie kam ganz schön herum! 

Ich hatte mir damals überlegt: „Hm, noch eine Stute wäre nicht schlecht, dann kannst Du mal ein Fohlen ziehen.“ Und einen Schecken wollte ich schon immer haben. Die erkennt man so gut auf der Wiese und verwechselt sie nicht so leicht wie diese ganzen einfarbigen braunen Pferde. 

Damals hatte ich die Wahl zwischen „Diosa“ und „Petraca“ – ihrer Mutter. Diosa hatte mir aber von Anfang an besser gefallen. Sie ist einfach einer der hübschesten gezeichneten Schecken, die ich kenne. Und Diosa mit ihren zwei Jahren war noch komplett roh (und man glaubt es kaum: schüchtern) – und es macht mir einfach sehr viel Spaß mit jungen Pferden zu arbeiten. Ich schweife ab. 

Die Entscheidung: „Kaufe ich „Diosa“ oder nicht?“ hatte ich mir an einen Faktor geknüpft: Wenn dieses Pony jetzt beim ersten bewussten Ansehen mit gespitzten Ohren auf mich zuläuft, dann kaufe ich es. Und genau das ist das Foto 🙂 Ich glaube Doris hat noch nie so schnell ein Pferd verkauft – ich habe direkt auf der Weide einen mündlichen Kaufvertrag eingeschlagen. Wie gesagt, meine Pferdekäufe waren noch nie gründlich überlegt. Aber ich habe keinen einzigen bereut! 

Tag 2 – Tolle Menschen!

Pferd & Jagd 2017 – Selfie von Yvi

 5. November 2019:

Alle tollen Menschen, die ich über die Paso Finos kennenlernen durfte! Das Foto hier von der Pferd und Jagd (war das 2017) steht jetzt nur exemplarisch. Aber ich habe über die Ponys und über meinen Stall schon ganz viele tolle Menschen kennen gelernt. Manchmal begleitet man sich nur ein Stück des Weges und manchmal entstehen ganz tolle Freundschaften daraus.

Auf jeden Fall bin ich sehr dankbar schon so viele tolle Menschen durch die Paso Finos zu treffen! 

Und ich bin dankbar, an einem so tollen Stall zu stehen, an dem ich auch ganz viele tolle Menschen kennen und schätzen gelernt habe.

Ganz besonders hervorheben muss ich natürlich Yvi – mit ihr als Hilfe für meine Ponys und als Freundin haben wir inzwischen richtig viele Dinge erlebt und durchgestanden. Und es ist Einiges an Drama passiert in unserer Zeitleiste. Darum werden wir auch oft ausgelacht, weil wir wie so ein „altes Ehepaar“ wirken.

Also ein kleines Dankeschön, an alle Leute, die ich bisher treffen durfte und ein großes Dankeschön an Yvi – und an meinen Stellchef Johannes, der ein so schönes Zuhause für meine Ponys geschaffen hat.

Tag 1 – Jacinto?

Jacinto 2001 als Fohlen – Foto: privat

04. November 2019:

Dieses Bild entstand im Juni 2001. Das war der Tag, an dem ich Jacinto das allererste Mal gesehen habe. Ich hatte mir damals in den Kopf gesetzt ein eigenes Pferd zu kaufen. Dass das dann ein Paso Fino geworden ist, war purer Zufall – ich wollte ein nicht zu kleines Pony, aber kein großes Pferd. Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar, dass ich mir gerade dieses kleine Pferdchen ausgesucht habe. 

Dazu bin ich ganz alleine Richtung München gedüst. Jacinto stand nämlich dort sozusagen noch als Sperber’scher Außenposten bei Familie Reichenbach, die seine Mama „Fabulosa“ gekauft hatten. Heimlich, still und leise bin ich hingefahren, habe dieses kleine gelbe Pferd um seine Mama herumspringen sehen und dachte mir spontan: „Naja, warum nicht?“ Man muss dazu sagen, alle meine Pferde-Kaufentscheidungen waren recht spontan. Er war schon damals in meiner Erinnerung etwas dappelig.

Am nächsten Tag stand ich bei Doris Sperber und habe einen Pferdekaufvertrag unterschrieben. Ich war also Pferdebesitzer. Das habe ich meiner Familie übrigens nicht gleich verraten, was rückblickend echt keine gute Idee war. Das gab nämlich ziemlich viel Ärger. Andererseits waren sie seitdem froh, meine Entscheidungen mitgeteilt zu bekommen und titulierten mich nur noch als: „Du bist doch sowieso verrückt!!!“ Irgendwas ist immer … 

So kam ich zu meinem ersten Paso Fino. Jacinto wuchs die ersten drei Jahre seines Lebens dann am Sternberghof in der Hengstherde auf. Genügend Zeit für mich, grob zu überreißen, was genau ich mir da gekauft habe und wie man so ein Gangpferd überhaupt bedient – und was für eine tolle „Familie“ man mitbekommt, wenn man sich auf das Abenteuer Paso Fino einlässt! 

November-Callange?

03. November 2019:

Jeden Arbeitstag im November gibt es eine Geschichte.

Ein Blog ist ja ein Platz um Geschichten zu erzählen. Und Geschichten gab es hier in letzter Zeit meiner Meinung nach zu wenige! Von daher habe ich mir selber eine kleine Challange auferlegt: jeden Arbeitstag im November werde ich Euch ein Foto aus meiner schon lange bestehenden Pferde-Foto-Sammlung zeigen und dazu die Entstehungsgeschichte erzählen, oder was für Emotionen das jeweilige Bild bei mir auslöst. Seid Ihr gespannt? Ich bin es jedenfalls!

Geschichten erzählen dazu …. erst mal Kaffee! – Foto: privat und ganz, ganz alt!

Das Foto hier ist auf jeden Fall schon Asbach-Uralt. Das war noch im allerersten Offenstall am Zykloopenhof, damals noch unter Privat-Vermietung. Die Ponys hatten ein gemütliches Sand-Lager unter einem Dach mit schöner Morgensonne (welches dann später übrigens mal im Sturm weggeflogen ist … aber das ist wieder eine andere Geschichte – verbrannt ist es dann auch …), was sie zur ausführlichen Siesta genutzt haben. Wir haben damals viel Zeit im Sand verbracht. Die Ponys haben sich im Liegen so schön kuscheln lassen! Und ich sah auch noch weniger angegriffen aus, als heute! *gg*

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