Del Cavador

IDMG2017 – Zwei Finos wie Pech und Schwefel?

24.08. bis 27.08.2017

IDMG 2017 – Holzpferdekumpel – Lena Strothmann Photographie

Endlich war es wieder so weit: IDMG-Zeit! Auf dieses Turnier freuen wir uns jedes Jahr, weil es einfach Spaß macht mit so vielen verschiedenen Gangpferderassen und Gangpferdemenschen zusammen ein paar schöne Tage zu verbringen. Dieses Jahr kam noch der Bonus neue Lokation dazu. Yvi und ich waren nämlich noch nie in Birrekoven und schon ganz gespannt den Hof von Ingrid Pinnecke-Arenz in Alfter (Bonn) kennen zu lernen.

Um erst mal in Ruhe ankommen zu können und um selber die Gelegenheit zu haben die Umgebung zu erkunden sind Yvi und ich bereits Mittwochs angereist, obwohl erst Donnerstag Nachmittag unsere erste Prüfung stattfand. So ein Turnier ist für uns immer „Urlaub“ – also Zeit fern von zu Hause mit anderem Tagesablauf – weil für „richtigen“ Urlaub reicht es dann halt einfach nicht mehr. Und Urlaub ohne Pferde ist ja auch irgendwie kein richtiger Urlaub!

Wir sind also gut durchgekommen (Danke A3 – kein Stau! – Danke Marc-Uwe Kling und dem Känguru, welches uns unterwegs gut unterhalten hat). Die Ponys durften in ihre Turnierunterkunft einziehen. In der kleinen Reithalle waren großzügige Panel-Boxen aufgestellt und Jacinto und Diosa durften dort wohnen. Zu Essen gab es lecker Heulage, die vor allem Jacinto sehr gut geschmeckt hat. Ich glaube das war das erste Turnier, an dem er nichts abgenommen hat, sondern vielleicht sogar eher zugenommen hat. Auf jeden Fall haben sich die Ponys wohl gefühlt! Das ist die Hauptsache!
Positiv fand ich auch alle Helfer am Hof: Alle haben super mitgedacht und reibungslos für einen perfekten Ablauf des Turniers gesorgt.
Nachdem die Ponys betüddelt waren ging es für uns erst mal ins Hotel und die Gegend checken. Wir mögen es ja beide sehr gerne in der Fremde erst mal zum Einkaufen zu gehen und zu gucken, was es unterschiedliches gibt, oder wie andere EDEKAs* so aussehen. Und in NRW kann man bis 22 Uhr einkaufen gehen! Ding-Ding-Ding! Perfekt! Ich bin ja eher ein Spät-Mensch. Also Morgens machmal aktiv, aber Sozial-Kontakte sollte man mir erst später am Tag angedeihen lassen. Also ist Abends einkaufen perfekt für mich.

Am Abend sind wir noch eine Runde durch den Wald mit den Ponys gedreht und haben versucht eine Aussichtsplattform zu finden, um von Birrekoven aus über Bonn und den Rhein blicken zu können. Haben aber nichts entdeckt, außer schönem Wald und ganz viel Idylle.

Nirgends ist man sicher! – Foto: Privat

Der Donnerstag war dann erster Prüfungstag. Ganz gechillt erst am Nachmittag, so konnten wir schön den anderen Startern zusehen und uns der Aufnahme isotonischer Getränke** widmen und dabei in der Sonne herumhängen und mit Leuten quatschen. Zwischendurch sind wir noch unsere Dressur-Prüfungen geritten: Diosa und Yvi die Mittlere Rittigkeit und Jacinto und ich die Schwere Rittigkeit. Ja, Schwamm drüber … Frau Sumpf ist durch die Prüfung „gemöht“ *** und Herr Zwerg durch die Prüfung gehops-trallalat****. Aber wir wollten unbedingt bei der diesjährig erstmalig stattfindenden „Gaited Working Equitation“-Wertung mitmachen. Die besteht aus der Rittigkeit Mittel oder Schwer, dem Schweren Trail und einer Gangprüfung. Und ich finde die Idee Super, weil es einfach Spaß macht und die Vielseitigkeit der Pferde unter Beweis stellt. Und ich hoffe, dass diese Idee weiter ausgebaut wird. Zum Beispiel mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. An diesem ersten Versuch starteten jedenfalls 11 Teilnehmer – was dem Schweren Trail eine so hohe Starterzahl wie noch nie einbrachte 🙂 und eine Menge Spaß gemacht hat. Wir haben uns nämlich untereinander gut verstanden und hatten ziemlich viel Spaß auch abseits der Prüfungen.

Freitag und Samstag waren dann Vorentscheidungstage. Diosa und Yvi sind in der Naturtölt und in der Pleasure Gang gestartet. In der Pleasure konnte sie sich den Platz für das A-Finale sichern. Jacinto lief in der offenen einfachen Töltprüfung. Da haben wir es sogar in das A-Finale geschafft. Keine Ahnung wie, denn Jacinto fand den Boden vor und auf der Ovalbahn ätzend. Kleine Steinchen. Es war sowieso ein Wunder, dass Frau Sumpf auf dem Boden so toll gelaufen ist. Sie ist nämlich komplett unbeschlagen und rumpelt tatsächlich über alles drüber. Das Pony ist unverwüstlich.

Was uns am Samstag auch super gefallen hat war die leider einzige****** Paso Fino Prüfung am Turnier – die Country Pleasure. Nachdem das für uns eher ein Zeigen der Finos war (weil eine Prüfung mit zwei Leuten ist keine Prüfung, schon gar nicht, wenn einem beide Ponys gehören, dann gewinnt man immer! :-)) wollten wir ein ganz hartes, ungewöhnliches Workout, damit wir einfach ein bisschen die Vielseitigkeit der Pferde und der Prüfungs-Möglichkeiten demonstrieren können. Wir durften also Tölt um die Richterzelte zeigen, Sounding-Bord mit Stehen Bleiben, Auf- und Absteigen und Rückwärtsrichten. Und die Prüfung hat so total Spaß gemacht! Unsere Ehrenrunde im Galopp hat das dann noch abgerundet. Richtig gut. Dafür ist unsere Sportwartin Britta Mülle extra für uns angereist, um die Prüfung zu ehren 🙂

Foto: Ellen Vierhaus

Der Samstag Vormittag war auch dem Trail vorenthalten. Sprich um 8 Uhr am Turniergelände sein und mit Stephan Vierhaus den Parcours abgehen. Lustig wie immer. Der Trail geritten war auch nicht so schlecht. Jacinto hat mehr ordentlich gemacht wie in Hünxe – gut das Stangen-L hat er komplett zerstört. Die Brücke hat er natürlich NICHT betreten, aber diesmal sind wir wenigstens durch das Tor gekommen und Jacintos Sprung war der Beste. Und meine Bögen und Slaloms fand ich auch sehr gut. Der Stier war auch getroffen und ich habe mir auch extra Mühe gegeben dabei Böse zu gucken*****. Das soll man nämlich 🙂 Diosa war auch sehr gut. Sie hat alles gemacht. Yvi war zwar nicht so zufrieden, weil Frau Sumpf immer nach Jacinto geschielt hat und demnach unkonzentriert war, aber es hat immerhin für einen 3. Platz in der Gesamtwertung gereicht. Da kann man doch nicht Meckern!
Auf jeden Fall ein großes Dankeschön an Stephan Vierhaus für diesen Trail-Parcours und für die Idee mit der Gaited Working Equitation – und dank Signum Sattelservice hat jetzt jedes meiner Ponys so eine schicke, prollige Gaited Working Equitation-Satteldecke. Es gab nämlich für jeden Starter vorab schon mal so eine schöne Satteldecke. Läuft. Mehr wollte ich gar nicht.

Trail Schwer – Motiv Böser Blick am Stier – Foto: Rico Abendroth

Den Workshop mit Andrea Jänisch und Stephan Vierhaus am Sonntag konnten wir leider nicht besuchen, weil Yvi noch eine Prüfung geritten ist. Schade. Das war super interessant und wäre sehr lehrreich gewesen. Nach Yvis Pleasure Prüfung durfte ich mit Jacinto noch mal die Brücke am Trail versuchen – und mit Sumpf zusammen ist er dann drüber. Jacinto und ich haben auf jeden Fall eine Menge Hausaufgaben.

Nachdem wir dann eigentlich nur noch auf die Gesamtehrung gewartet hätten, haben wir beschlossen schon am Nachmittag nach Hause zu fahren, um nicht mitten in der Nacht noch mit Hänger und Ponys herum rangieren zu müssen, sondern gemütlich fahren zu können. Außerdem waren wir nach vier vollen Tagen doch etwas Platt!

Foto: Lena Strothmann Photography

Aber es hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht. Es war ein super organisiertes Turnier an einem sehr schönen Hof mit Blick über Bonn. Einziges Manko: Die blöden Steinchen auf der Bahn. Aber Versorgung, Organisation, Spaßfaktor und isotonische-Getränke-Versorgung waren Topp! Vielen Dank an alle Helfer, alle Beteiligten, alle Teilnehmer und alle Gäste. Ihr seid alle Fantastisch!
Und wir haben eine Menge neue Leute kennen gelernt – und viele „alte“ Leute getroffen – vielen Dank dafür. Und damit freuen wir uns auf nächstes Jahr! Und darauf alle wieder zu sehen!

#wirliebengangpferde #youhavetobeinintowinit #IDMG2017

Guckst Du hier ganz viele Fotos: Lena Strothmann + Marina Wroblowski + Ellen Vierhaus + Interessengemeinschaft Gangpferde (Fotos: ganz viele verschiedene Alben)

 

*         willkürlich ausgewählter Name – es gibt auch noch E-Center, ALDI, Norma, Lidl, Rewe, Tengelmann, Plus … ne Plus gibts nicht mehr, die sind den Schleckers in die ewigen Jagdgründe gefolgt ….
**       Radler und Kölsch
***     Das Pony entwickelt in seiner Schwangerschaft eine irrationale Angst alleine gelassen zu werden und artikuliert das lautstark und andauern in die Öffentlichkeit. Gerade auch dann wenn es KEINER hören möchte.
****   Gangsalat. Passgurke. Schrecklich unlocker. Dafür schaut es nett aus und kann gut fressen.
***** … hat ihr wahres Gesicht gezeigt …..
******    Leute, kommt unbedingt auch mit Euren Paso Finos zur IDMG – es macht Spaß!

 

Turnierstatistik für Diosa und Jacinto: 
Diosa:
Pleasure Gang:  3. Platz (6) – Wertnote: 5.87
Naturtöltprüfung: 12. Platz (15) – Wertnote:  4,97
Country Pleasure: 1. Platz (2) – Wertnote: 6.0
Mittlere Rittigkeit: 10. Platz (14) – Wertnote: 4,25
Trail Schwer: 3. Platz (13) – Wertnote: 6,28

Jacinto:
Einfache Töltprüfung: 8. Platz (14) – Wertnote: 5,67/5,03
Country Pleasure: 2. Platz (2) – Wertnote: 5,0
Schwere Rittigkeit: 9. Platz (11) – Wertnote: 4.46
Trail Schwer: 10. Platz (13) – Wertnote: 4,44

Gaited Working Equitation-Wertung:

GWE-Wertung – Quelle: IGV-Online

 

Und damit bleibt nur noch zu sagen: Wir sehen uns nächstes Jahr zur IDMG 2018!

Die IDMG2017 Kaffeebecher gab es für jeden Teilnehmer mit der ersten Füllung umsonst – Foto: privat

Gaited Working Equitation in Hünxe?

12./13. August 2017:

Drachenpony in Entspannt – Foto: Yvi Tschischka

An diesem zweiten Augustwochenende besuchten Yvi und ich erstmals Familie Vierhaus in Hünxe (NRW). Dort fand das zweite Turnier auf dem neuen Hof statt. Und zwar ein Gaited Working Equitation & Working Equitation Turnier. Also Dreigänger (Leistungsklasse WA) und Tölter (in zwei Leistungsklassen: Mittel und Schwer) zusammen. Für das „kleine“ Hausturnier fanden sich knapp über 40 Starter ein. Als Richter konnten wir uns auf Günter Schulz freuen.

Yvi hatte die Kamera im Gepäck und ich das Drachenpony und Jacinto. Für Jacinto sollte es ein Test für die IDMG werden – dort habe ich ja leichtsinniger Weise die Schwere Rittigkeit und den Schweren Trail genannt, um in die Gaited Working Equitation-Wertung zu kommen. Komplettiert wurde die Nennung mit der „Einfachen Töltprüfung“ und dem „Speedtrail“. Ambitioniert, aber man lebt nur einmal – da kann man schon mal über seine Verhältnisse hinaus nennen. Das Drachenpony „durfte“ einfach so mitkommen, damit Jacinto nicht alleine Hänger fahren muss. Und weil es schon dabei war, durfte es auch zwei Prüfungen starten. Ansonsten hätte es sich wahrscheinlich nicht aus der Nähe des Heunetzes wegbewegt. Das Drachenpony verteidigt Ihr Essen nämlich ziemlich gut. So sieht sie leider auch aus. Also der Plan: Etwas Bewegen zwischendurch schadet nicht. Nachdem Gangprüfungen mangels fehlendem „zweiten“ Gang nicht in Frage kommen, musste das Drachenpony den mittleren Trail und den Speedtrail machen. Da lässt sich das als Einziges erfolglos kaschieren.
Nachdem wir eine Anreise von 409 km einfach haben, sind wir bereits Freitag Vormittag losgefahren, um rechtzeitig anzukommen und um den Ponys ein bisschen Ruhe vor dem Trubel zu gönnen. Wir hatten einen schönen festen und halb überdachten Paddock mit einem großen Baum, und dem Heulager gleich im Rücken. Perfekt. Den Hänger konnten wir auch direkt dort parken. Wunderbar.

Der Samstag als erster Turniertag startete leider feucht von oben. Regen. Bäh. Mein Telefon hat es optimistisch als „Niesel“ bezeichnet, was doch etwas untertrieben war. Aber egal, die gute Stimmung war nicht sonderlich beeinträchtigt, es gab ja trockene Sitzgelegenheiten, Kaffee, Kuchen und für uns Vegetarier den neusten Trend: Senfbrötchen 🙂 Den Vormittag über lief also das große Starterfeld der Dreigänger Worker Dressur (ich glaube 27 Starter), gefolgt von der Mittleren Rittigkeit (12 Starter) und der Schweren Rittigkeit (6 Starter). Wobei die Starterzahlen bestimmt nicht genau stimmen – Zahlen und ich mögen uns ja bekannter Weise nicht so.

Schwere Rittigkeit bei Regen – Foto: Yvi Tschischka – Es ist übrigens ziemlich genial seinen hauseigenen Turnierfotografen dabei zu haben 🙂 – Danke Yvi!

Jacintos und meine große Feuerprobe war die Schwere Rittigkeit. Und sie lief richtig gut. Nachdem Jacinto am Vorabend beim Abreiten so dermaßen einen auf Durchzug geschaltet hat und überhaupt nicht mehr klar Schritt gegangen ist – das Drachenpony dafür eine ganze Zirkelrunde Tölt gezeigt hat, war ich schon kurz davor, die Ponys einfach auszutauschen! Der Zwerg hat eine unerklärliche Ablenkung im Kopf durch ein Maultier namens „Bifi“ entwickelt. Jedes Mal, wenn Jacinto Bifi gesehen hat, war er durch und hat alles vergessen. Seine Contenance. Seine Erziehung. Wie stehen bleiben geht. Sehr seltsam. Wir müssen Diosa mal lange Ohren ankleben und gucken, wie er darauf reagiert. Ich habe das Pony noch nie so dauerhaft abgelenkt gesehen. Aber während der Rittigkeit war Bifi nicht da und Jacinto hat doch eine ganz passable Leistung gezeigt – wir wurden sogar Zweiter nach Kaja Stührenberg mit ihrem Nuno. Hierfür gab es übrigens eine schicke Satteldecke mit „Gaited Working Equitation“ Bestickung von der Firma Signum Sattelservice. So eine wollten wir nämlich gewinnen, damit jedes Pony eine hat. Auf der IDMG gibt es diese schicken Schabracken nämlich auch für jeden Starter, die die „Gaited Working Equitation“ überhaupt startet. Super oder? Und nachdem dort Diosa und Jacinto dabei sind, musste noch eine für das Drachenpony gewonnen werden. Erledigt. Die To-Do-Liste war damit also schon voll: Hof von Vierhausens besuchen, die Schwere Rittigkeit testen und eine Satteldecke gewinnen. Läuft.

Jacinto hat mich dann gleich noch in der anschließenden „Einfachen Töltprüfung“ überrascht, die hat er nämlich gewonnen. Keine Ahnung wie das kam, aber es hat mich gefreut! Wir hatten anscheinend noch genügend Bifi-Energie intus, die raus musste 🙂

Speedtrail Resi – Foto: Yvi Tschischka

Am Abend fand dann der Speedtrail statt. Drachenponys erster Auftritt. Und ich glaube sie hat gut Stimmung verbreitet. Auf so eine sehr explosive und „Wasistdas??“-Weise, aber Stimmung. Und sie war richtig gut! Also, bis auf den Teil, wo sie an Seitwärts und Tor „festgefroren“ ist, und ich mich dann noch verritten habe, aber der Rest war Bombe. Tonnen, Sprung, „Gummimatten“-Steg, Slalom, da kann man nicht meckern. Das Pony springt sogar an den Slalom-Pylonen fliegende Galoppwechsel! Alter Falter sag ich da nur!
Jacinto war leider nicht ganz so gut, er war ziemlich durch und überreizt, eigentlich hätte ich die Prüfung schon eher abbrechen müssen. Nachdem er nicht gesprungen ist, war mir eigentlich klar, dass er gerade nicht mehr wirklich „anwesend“ war. Aber wir haben noch einen sauberen Absprung hinbekommen und der Zwerg war dann auch relativ schnell wieder klar, als die beiden zusammen am Heunetz gemümmelt haben.

Sprung Jacinto im Schweren Trail – Foto: Yvi Tschischka

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Trails. Stephan hat auf seiner großen Reitwiese einen gigantischen Trail aufgebaut. Früh um 8 Uhr morgens war allgemeine Begehungen. Ich mag ja die Begehungen mit Stephan, die sind immer so unterhaltsam. Und dann ging es schon los mit dem großen Block der Dreigang-Starter im Trail. Einreiten, Bergauf ins dunkle Gebüsch, Glocke klingeln, wieder runter reiten, einen Natursprung, Garrocha aufnehmen und den Stier … äh … den Ring stechen, Garrocha wieder ablegen (im Schweren dann mit Garrocha weiterreiten) durch den Tonnen-Slalom (es heißt glaube ich korrekt Parallel-Slalom), dann in eine Gasse einreiten, und rückwärts raus (im Schweren Trail rückwärts einparken und rückwärts durch die Gasse), den Slalom anreiten, direkt gefolgt von einem Holzsteg in zwei Breiten (mit Fröschen an der Seite :-)), Seitwärts treten direkt nach dem Steg (im Schweren Trail in beide Richtungen), großer Bogen zu einer Silo-Ballen-Acht, das Tor (wahlweise Eisen-Tor oder Seil-Tor), Stangen L mit Glocke (vorwärts rein und rückwärts raus) – damit war Dreigang und Mittlerer Trail komplett, der Schwere Trail durfte noch mal über den Sprung und ins Gebüsch zum Glocke klingeln. Also definitiv machbar. Wenn die Ponys alles gut beherrschen. Zwischen den Hindernissen sollte Gang/Trab gezeigt werden. Jedenfalls war unser Richter Günter Schulz den ganzen Tag mit dem Trail beschäftigt. Wir konnten schön in der Sonne rumlungern und zusehen. So lässt es sich an einem Sonntag gut aushalten!

Ringstechen mit dem Zwerg – Foto: Yvi Tschischka

Meine beiden Ponys waren am Nachmittag dran. Das Drachenpony hat sich richtig gut geschlagen. Dafür, dass es nur zur Übung mitlaufen sollte, hat es sich sogar im Mittelfeld platziert, was mich natürlich sehr gefreut hat. Sie war sehr aufmerksam und fokussiert, aber auch sehr aufgeregt, aber immer kontrollierbar. Wir haben sogar ein bisschen schönen lockeren Tölt gezeigt. Jacintos Trail war nicht so gut, er war sehr aufgeregt. Es ist halt doch ein Glücksspiel bei ihm. Basics, die wir zu Hause geübt haben wie zum Beispiel das Tor, haben nicht funktioniert. Anscheinend muss ich das zu Hause noch einmal anders üben. Also die Übung mehr auseinanderfrickeln. Auswärts zeigen sich die Schwächen halt einfach gnadenlos. Dann hat man wieder was zum Üben. Der ewige Kreislauf 🙂 Auf den Steg ist er auch nicht drauf, aber auch das ist so ein Glücksspiel bei ihm. Entweder es funktioniert beim Anreiten, oder das wars. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Und es ist noch deutlich Luft nach Oben für einen ruhigen, korrekt gerittenen Trail. In der Schweren Wertung waren neben Jacinto (Platz 3 übrigens ….) noch Maren mit Bajar und Kaja mit Nuno, die beide einen wesentlich besseren Trail hingelegt haben! Toll gemacht Ihr Vier!

Racing Resi im Trail – die Signum Sattelservice Decke passt doch super zum Kopfstück oder! –  Foto: Yvi Tschischka

Dann war schon Abschlussrunde und das Turnierwochenende war schon wieder vorbei! Yvi und ich sind aber noch bis Montag geblieben, weil ich mir die lange Fahrt in der Nacht nicht antun wollte und weil Yvi ja noch ein paar Models vor der Kamera hatte. Da sind richtig schöne Bilder bei rum gekommen 🙂

Fazit: Ein richtig tolles „Haus“-Turnier. Vielen Dank an Familie Vierhaus fürs Organisieren, Veranstalten, Versorgen, Spaß haben lassen – und natürlich auch ein dickes Dankeschön an alle fleißigen Helfer, denn ohne die geht nämlich gar nichts – und an alle Teilnehmer und Besucher. Die 409 km haben sich auf jeden Fall gelohnt! Und wir kommen bestimmt wieder! Es war richtig schön bei Euch und wir hatten ganz viel Spaß!

Lechleite 2017 – Ich war dabei?

Mein Leihpony Anastasia am Board – Besitzer: Britta Mülle – Foto: Yvi Tschischka ❤

23. bis 25.06.2017

 

Donnerstag: 
Hitzewelle in Deutschland – was machen Yvi und Christine? Genau, Hänger packen und mit den Ponys ab auf die Autobahn. Bei 35° im Schatten. Bekloppt. Wir waren aber präpariert. Der Hänger war auf Durchzug gestellt, Reservewasser im Auto und der feste Wille nicht im Stau stehen zu bleiben, weil dann wäre es tödlich geworden. Während der Fahrt ist es erstaunlich angenehm da hinten. Es war doch eine gute Idee damals für die Ponys einen hellen Großpferdeanhänger zu kaufen, da zirkuliert mehr Luft. Die Ponys jedenfalls haben die Fahrt super überstanden und haben kaum geschwitzt. Aber vor allem Jacinto musste erst einmal ausgiebig wälzen und im hauseigenen Bach plantschen gehen.

Ziel war Islandpferde Lechleite in Friedberg bei Augsburg. Den Hof von Familie Frisch kennen wir ja schon, hier fanden schon einige feine Turniere statt. Dieses Jahr wieder unter dem Motto „Isi&Fino“ zusammen mit den Isländern, wie ich finde passt das sehr gut zusammen. Unser Starterfeld war mit knapp 20 Pferden ziemlich erlesen, aber auch wenig Pferde und dafür umso motiviertere Menschen können viel Spaß haben. Im Vergleich: bei den Isis waren es um die 80 Starter.

Wir sind bereits so früh angereist, um den Ponys noch ein bisschen Ruhe zu gönnen und den Freitag nicht ganz so stressig zu gestalten. Das Abenteuer des Tages fand dann im Finden unseres Hotels statt. Wir hatten diesmal ein Hotel direkt in Friedberg gebucht, eine umgebaute Villa im Industriegebiet – und es erst mal nicht gefunden … es liegt nämlich ganz unscheinbar am Ende einer Einbahnstraße umgeben von Industrie und dort vermutet man dieses Juwel eigentlich nicht. Mit dem Hotel waren wir diesmal sehr zufrieden.

Abends haben wir auch erstmalig einen Blick in die Stadt Friedberg geworfen und es ist wirklich idyllisch da – und eigentlich auch ziemlich groß. Wir haben zufällig einen Italiener gefunden, der uns noch warmes Essen gezaubert hat und dort haben sich dann nach und nach eine gute Runde Fino-Leute versammelt. Nicholas Burgos (unser Richter vom letzen Jahr hatte spontan beschlossen einfach just for Fun in Deutschland vorbei zu sehen und hier Spaß zu haben). Ein amerikanisches Ehepaar (Kunden unserer Richterin Sharon) aus den Staaten sind auch „einfach so“ vorbei gekommen, um die Show zu sehen. Was ich einfach erstaunlich und super finde! Auch die liebe Yvonne Bowen hat es sich nicht nehmen lassen, den Weg aus England hier her zu finden. Man könnte also durchaus sagen: Wir hatten internationales Publikum 🙂 Schön war auch, dass die Schweizer mit dabei waren: Claudia Greb kam mit zwei Pferden und Christian und Heidi leider ohne Pferde, aber dafür mit Wohnmobil und guter Laune.

Jacinto in Action – Foto: Yvi Tschischka

Freitag:
Das Turnier startete am Freitag Nachmittag mit der Einsteigerprüfung und der Pleasure Schooling, gefolgt von der Ausdauertölt. Dauerbrenner hier Helmut und Amapola, die mal wieder die Pole Position erritten haben. Jacinto und ich sind diese Prüfung auch gestartet. Und ich muss sagen, ich war sehr zufrieden mit Jacinto. Er hat sich gut geschlagen, hatte ein konstantes Tempo (nämlich immer hinter Encantador :-)) und auch eine konstante Gangart. Zwar kein super-duper-Tölt, sondern eher passig verschoben, aber konstant, das ist deutlich mehr, als letztes Jahr drin war. Von daher war ich durchaus zufrieden mit der Leistung. Ich möchte irgendwann für ihn ein Tempo finden, was schöner Tölt ist, aber trotzdem locker geritten ist. Ich möchte ein entspannt töltendes Pferd haben, damit ich auch in den anderen Gangarten Entspannung habe. Was ziemlich schwierig ist. Aber zumindest habe ich die meiste Zeit schon mal ein Pony, was entspannt ist. Und zwar in allen Lebenslagen. Richter-Technisch tut sich auch einiges bei uns: Claudia Metting war als Richter-Azubi die ganzen Tage mit Sharon Londono fleißig am Üben. Sharon hat gewohnt souverän gerichtet und auch zu jeder Prüfung ein Statement abgegeben. Außerdem hatte sie auch richtig viel Spaß mal wieder in Deutschland zu sein.

Am Abend war dann gemütliches Zusammensitzen an der Lechleite angesagt mit Sekt und einem ziemlich gutem Catering, die uns freundlich und lecker durch die Turniertage gebracht haben. Und das Brot mit diesem Radieschen-Aufstrich war mega-lecker. Bestimmt ein Thermomix-Rezept 🙂 Und ich habe gelernt, dass Croissants in Friedberg „Bamberger“ heißen. HmHm.

Am Abend durfte ich dann noch „Freisting“ und Anna-Lena kennen lernen. „Freisting“ ist das Reitbeteiligungspferd von der lieben Ann-Christin von Ponyliebe. Freisting und Anna-Lena hatten ein Shooting bei Yvi und nachdem die fiesen kleinen Mücken so dermaßen bissig waren, war das kein Spaß als Helfer im Gras zu hocken. Aber Freisting machte das so perfekt: Kamera an – Ohren vor, dass wir das Shooting in Rekordzeit im Kasten hatten. Auf der Bahn haben wir dann auch noch ganz tolle Bilder mit untergehender lila Sonne gemacht. Also Yvi, ich saß nur daneben und habe gutes lokales Bier gezischt. 🙂

Islandpferde Lechleite – Auf die Details kommt es an! 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Samstag:
Samstag war dann mein Hardcore-Prüfungstag. Yvi und Diosa starteten mit der Dreigang (die ich leider nicht gesehen habe, weil ich mit Jacinto abreiten war). Meike hat aber netter Weise für mich ein bisschen mitgefilmt und es sah richtig gut aus. Wir brauchen unbedingt Fliegenhauben für die Ponys. An der Lechleite wohnen ganz fiese kleine Mücken – scherzhaft Griebelmücken genannt – aber wahnsinnig nervig …. die gibt es bei uns nicht. Man findet doch immer noch neue Optimierungsmöglichkeiten für seine Turnierkiste. Da nutzten auch drei verschiedene Sorten Fliegenspray nicht mehr. Wir hatten nämlich praktischer Weise ein Fliegenspray gewonnen. Hat aber ehrlich gesagt auch nicht viel geholfen. Eigentlich hilft wirklich fast nichts, außer vielleicht hinter Tine und ihrer Knoblauch-Fliegenspray-Fahne her reiten. Das betäubt zumindest ein bisschen. Und zwar alles.

Springfino … der Hut ging dann doch verloren 🙂  – Foto: Yvi Tschischka

In meiner ersten Prüfung, der Country Pleasure L2 dachte ich mir, ich muss die Prüfung gleich wieder verlassen, weil Jacinto gar so hoppelig unterwegs war. Aber nach dem Handwechsel lief er sich einigermaßen ein und ich dachte mir, bleibste halt als Kanonenfutter für Tine und Yvi mit drin. Die Dressur B war dann dafür relativ gut – wir wurden sogar wieder erwarten mal nicht letzter, sondern zweiter! Dann durfte ich mit Anastasia die Pleasure starten. Vielen Lieben Dank noch mal Britta, dass Du mir die Gelegenheit gegeben hast, ein absolut geniales und arschgeil töltendes Pony unter dem Popo zu erleben. Die Energie dieses Pferdes ist absolut mega. Mit Anastasia hatte ich in der Pleasure das Board meines Lebens. Die Platzierung war mir dann schon komplett egal – der Reiz besteht darin ein fremdes Pferd so in einer Prüfung so vorzustellen, als ob man es ständig reitet. Also auf feine Übergänge achten und so weiter. Jedes Pferd tickt anders und ich genieße es fremde, toll gerittene Pferde auszuprobieren. Und in der Pleasure waren dann auch tatsächlich Knock-out-Workouts gefragt. Und das macht mit einem tollen Pferd auch wirklich Spaß.

Am Nachmittag hatten Tine und ich noch die Versatility. In dieser Prüfung werden Galopp, Zirkel im Galopp und ein Gehorsamssprung abgefragt. Diese Prüfung lief Gangtechnisch eigentlich richtig gut. Und der Sprung ist sowieso immer wieder Spaß. Jacinto zieht auf das Ding zu, als ob es ein 1,80 m Oxer wäre. Aber er übertreibt gerne ein bisschen. Jacinto war insgesamt entspannt und ich war erstaunt, dass er mit zunehmender Turnierdauer immer Besser wurde. Was ich als gutes Zeichen werte. Früher war er am ersten Tag gut und wurde dann konstant immer schlechter. Jetzt ist es umgedreht. Auch hat er dieses Mal nur sehr wenig abgenommen. Anscheinend haben wir es geschafft ihn möglichst wenig zu stressen. Läuft bei uns.

Yvi und Diosa in der Western Pleasure – Foto: „geklaut“ von Rico Abendroth (Dankeschön!)

Yvi und ich haben dann noch am Trailplatz den ersten beiden Fino-Reiterinnen im Isländer-Starterfeld zugesehen. Der Trail war nämlich auf zwei Tage verteilt, weil es eine gemeinsame Prüfung für Isis und Finos war. Dort hatten wir ziemlich viel Spaß, bis wir den Trail auswendig konnten. Als Fan-Kurve hatten wir dann zusammen mit Nico Alex in der „3 aus 5“-Prüfung angefeuert, die als einziger Fino hier mitgemischt hat. Ihr „Leihpony“ Aprendiz ist aber auch ein schnuckeliger Kerl. Und so Gewinnfreudig 🙂 Aperendiz hat bis auf die „3 aus 5“ alles gewonnen was er gestartet ist. Und der Speedpass der Isländer ist auch immer ziemlich spannend zu sehen. Diesmal auch als Wett-Variante. Die Wette hat übrigens unser USA-Besucher gewonnen 🙂 Yvi und ich wurden während dessen von Laura angequatscht, die schon immer mal Fino ausprobieren wollte. Sie ist die Besitzerin des ganz tollen Island-Schimmels „Ólafur“, der mir in der Fünfgang aufgefallen ist, als ich mit Tine zum Abkühlen meines geschwollenen Fußes im Bach stand. Wir vereinbarten für den nächsten Tag einmal Isländer Reiten gegen Fino Reiten. Das Angebot mit dem Pass auf einem weißen Isländer war nicht zu toppen! 🙂

Am Abend waren auch noch ein paar Prüfungen. Die „Switch it“ – in der Pferde getauscht wurden und wo leider nur ein Fino mitgemacht hatte (das aber mit „Heimvorteil“ …. weil Tine zu Hause nämlich auch noch einen Isländer hat :-)). Die Classic Fino mit schön anzusehenden Pferden und einer Jojo, die erstmalig auf Shakira saß, erstmalig in Zamarros und dann gleich ins Turniergetümmel mit erstmaliger Classic Fino geschmissen wurde. Respekt Jojo 🙂 Die Classic Fino wurde übrigens von Anastasia, dicht gefolgt von Amistad und Britta gewonnen. Stan hat sie wirklich toll vorgestellt. Yvi hatte dann noch mit Tine zusammen die Western Pleasure. Es macht immer wieder Spaß dieses Prüfung zu reiten oder sie zu sehen. Es ist die perfekte Prüfung für Frau Sumpf.

Anschließend gab es dann Showprüfungen: Viertaktprüfung, Sekt-Tölt (feucht-fröhlich wie immer), Paarreiten (unter anderem Tine und ich – Yvi und Anna-Lena) und die Kostümklasse. Die Isländer haben wirklich mal echt geniale Kostüme gezaubert – unser Foto-Pony Freisting ging als Darth Vader – dieses dunkle Graufalbpony mit schwarzem Darth Vader und pinkem Lichtschwert und pinker Beleuchtungskette um den Hals. Alter Schwede. Auch die andern Verkleidungen waren mega. Eine Giraffe, ein genialer Pfau, ein Leuchtkugel-Pony … da waren richtig genial-kreative Sachen dabei! Nicht einfach nur ein Kostüm übergeworfen!

Sonntag:
Letzter Turniertag! Leider … dieses Turnier hat nämlich richtig viel Spaß gemacht. Die Stimmung war positiv, familiär, locker, lustig. Richtig schön. Die Ponys haben sich wohl gefühlt. Jacinto hat einen neuen besten Freund namens „Tabu“ – die waren sehr unzertrennlich nebeneinander in den Boxen gestanden 🙂 Die Organisation war topp. Was will man mehr? Aber erst mal durften wir noch ein bisschen reiten. Und zwar den Trail.
Um es kurz zu machen: Jacinto hat den Trail seines Lebens hingelegt. Nachdem mein allererster Turnierstart mit ihm vor 12 Jahren ein Trail war, an dem Jacinto an einer Plastikfolie am Boden komplett mit den Nerven durch war und dieser Trail damals eine Lachnummer und Nullnummer ohne Ende war, bin ich nie wieder Turniertrail gestartet. Bis gestern. Dieser Trail war wirklich der Trail seines Lebens. Er begann auch mit einer Plastikfolie am Boden …. und über die ist er drüber marschiert, als ob da nichts läge. Stangen L (wie gewohnt etwas hektisch, aber sauber glaube ich – das geht immer so schnell bei ihm), absteigen auf eine Bank, Pony drumherum lotsen, wieder aufsteigen (Brav wie ein Brauereipferd). Im Tölt durch die ganze Bahn wechseln. Mitte der kurzen Seite einhändig reiten, Slalom um die Stangen. Mitte der kurzen Seite wieder beidhändig. In der Ecke angaloppieren, bei „K“ Schritt. Topp gemacht von Herrn Zwerg! Und dann noch durch ein Schaumgummi-Tor mit Flattertor reiten (ohne zu zögern!!!!) und noch einmal eine Runde Tölt einhändig, auf die Mittellinie und Grüßen. Also ein durchaus anspruchsvoller, aber auch rittiger Trail. Jacinto hat sich eine 6,7 erritten und war damit sogar noch besser wie Diosa (6,5) – was mir ja ein bisschen Leid tut, nachdem Frau Sumpf das geborene Trail-Pferd ist, aber ich hoffe meine beiden Ponys machen sich ab jetzt ein bisschen gegenseitig Konkurrenz. Kann natürlich auch sein, dass Herr Zwerg nur ein hitzebedingtes Blackout hatte und das nächste Mal gewohnt hektisch und ängstlich vor allem stehen bleibt. Das ist immer so ein schmaler Grat. Aber gefreut hat es mich jedenfalls wie Hulle. In der Gesamtwertung mit Isländern zusammen wären wir sogar auch 2. oder 3. geworden – immerhin von ich glaube 17 oder 18 Startern. Sowas freut mich dann schon. Und über den Lechleite-Holzpferdchen-Pokal habe ich mich auch riesig gefreut.

Anschließend haben wir unsere private „Switch-it“ veranstaltet. Laura durfte erst Diosa und dann sogar Jacinto ausprobieren, was richtig gut geklappt hat. Wir durften dann ihren schicken „Oli“ ausprobieren. Was ziemlich genial war. Er ist fein geritten, macht Spaß und das mit dem Pass ist ja mal echt genial. Vielen Dank noch mal für dieses Erlebnis!
Als krönenden Turnier-Abschluss durfte ich noch einmal Anastasia in der Best of Traditional Pleasure vorstellen. Da wurden wir aber leider letzter, weil unser Schritt nicht so gepasst hat und Rückwärts am Rail war auch eher suboptimal … und es hilft auch nicht wirklich immer direkt unter den Lautsprechern anhalten zu müssen, aber mal ehrlich: Wer braucht schon Schritt, wenn er so genial Töltet? 🙂
Jedenfalls hat sich die Reise und das Durchhalten in Affenhitze und das Beißen lassen von den Fliegen auf jeden Fall gelohnt. Wir hatten vier schöne Tage mit Erholungseffekt und freuen uns schon auf das nächste Turnier!

Anastasia macht so viel Spaß! Übrigens konnte ich das Turnier Funktionsshirt von Ariat jetzt mal richtig testen – sieht gut aus und kühlt gut – gibts über Nadine im Paso Shop  – Foto: Yvi Tschischka

Noch einmal einen herzlichen Dank an Alle die geholfen haben das Turnier zu diesem schönen Ereignis zu machen – stellvertretend für den PFAE Britta und Gerd Mülle, Meike Wolf, Alex Rau und Familie, den Ringstewarts Willi Bodenhangen und Helga Bayer, Jürgen Töpper für die Sponsoring-Orga, allen Sponsoren, der Familie Frisch und dem ganzen Lechleite-Team inclusive Rudolf Heemann an der Rechenstelle. Und jedem der dabei war und ein Teil des Teams #wirliebengangferde ist! Wir sehen uns!

„Angeberstatistik“ fürs Protokoll:

Jacinto und ich:
Ausdauertölt – 4. Platz (von 4)
Country Pleasure L2 – 3. Platz (von 3)
Dressur B – 2. Platz (von 4)
Trail – 1. Platz (von 4)

Diosa und Yvi:
Country Pleasure L2 – 1. Platz (von 3)
Dreigang – 3. Platz (von 5)
Western Pleasure – 2. Platz (von 2)
Trail – 2. Platz (von 4)

Anastasia und ich:
Pleasure – 3. Platz (von 5)
BoT Pleasure – 5. Platz (von 5)

HorseManShip auf der A3?

HorseManShip-Turnier  in Aegidienberg 2017

6. Mai 2017:

Ziemlich spontan bin ich gestern bei grandios-nebelig-sonnigem Frühmorgens-Fotoshooting-Wetter über die A3 gedüst um mir endlich einmal das HorseManShip-Turnier in Aegidienberg bei Familie Feldmann anzusehen (und natürlich um meine langjährige Freundin Renate zu treffen, die es schon seit einiger Zeit dort hin verschlagen hat – uuuund um einen Milchkaffee im hofeigenen Cafe zu trinken – der ist nämlich richtig toll!). Das „Turnier“ reizt mich nämlich schon seit zwei Jahren, aber irgendwie gerät es immer in Vergessenheit in meinen Kopf. Damit muss jetzt Schluss sein. Also war der Plan sich endlich mal die Prüfungen anzusehen.

Das HorseManShip-Turnier kombiniert Turnier-Prüfungen am Samstag mit einem wettkampfmäßigen Wanderritt am Sonntag. Also doch eigentlich die perfekte Mischung für uns! Am Samstag standen folgende Prüfungen zur Auswahl: Signalreit-Prüfung, die Horsemanship-Prüfung und Tölt in Harmony in je drei Schwierigkeitsstufen, eine leichte Töltprüfung auf der neuen Ovalbahn (offen + jugendliche) und Trail geführt und geritten auf dem neuen Trailplatz. Alleine schon wegen dem neuen Trailplatz hätte ich am liebsten eins von meinen Ponys dabei gehabt. Da beneide ich die Einsteller und Reiter in Aegidenberg schon sehr um diese Möglichkeit der Übung. Der ist nämlich super-genial geworden.

Doch erst mal von Anfang an. Die Signalreit-Prüfung. Eine sehr interessante Prüfung, die locker und am losen Zügel geritten wird. Spannend. Ideal für junge Pferde, oder Pferde die locker geritten werden. Wobei mir gerade beim nochmal durchlesen auffällt: Was ist, wenn mein Pony nicht Traben kann? …. hm. Die Prüfung beginnt mit „Aufgesessen Stillstehen am losen Zügel“ während der vorherige Reiter die Aufgabe reitet. Ich verlinke Euch mal die Signalreitaufgabe zum nachlesen.

Übrigens ich kann gar nicht sagen, wer was wie wo gewonnen hat, weil ich kein Programmheft hatte – aber herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und tollen Reiter in Aegidienberg 🙂

Die Tölt in Harmony war für mich auch spannend zu sehen. Diese Prüfung war ja schon auf der IGV-Jahresversammlung Thema für einen ganzen Tag mit Demo, den haben wir damals aber leider verpasst. Deshalb war es spannend die Prüfung jetzt geritten zu sehen. Es gibt sie in drei Schwierigkeitsstufen. Die Basic ist eigentlich immer gleich: Es werden schöne Achten auf vorgezeichneten Linien geritten (oder in der mittleren und schweren noch Volten dazu).

Ich meine Hallo? Wie genial und einfach, aber dennoch schwierig ist das denn bitte? Das ist die ideale Prüfung für Paso Finos! Nachdem ich es zu Hause liebe auf einem frischen Reitplatz, der noch feucht ist, meinen eigenen Spuren hinterher zu reiten (also Kringel, Kreisel, Volten, Zirkel, oder Kleeblätter auf den Sand zu „malen“) ist diese Prüfung ideal für meinen Fetisch. Man könnte auch Mandala für Reiter dazu sagen 🙂 Diese Prüfung möchte ich auf jeden Fall auch einmal starten. Sie dauert nicht allzu lange und deckt eigentlich recht schnell die Schwächen im Rhythmus und Takt des Tölt auf (oder halt nicht 🙂 ). Auf jeden Fall spannend. Guckst Du hier.

Die HorsemanshipPrüfung bin ich ja bereits schon selber geritten und ich mag sie immer noch sehr gerne. Sie kombiniert Umgang am Boden, dressurmäßiges Reiten, Gangbeurteilung und Trailaufgaben in einem. Dazu gibt es übrigens ein sehr unterhaltsames Video von Walter Feldmann auf Youtube. Wer mal den Ablauf dieser Prüfung vom „Erfinder“ erklärt haben möchte, das kann ich nur empfehlen.

In der Mittagspause war dann eine Trail-Demo mit Andra Jänisch, bwz. von drei ihrer Reitschülerinnen unter Anleitung in der Halle. Sehr interessant hat Andrea die verschiedenen Trail Hindernisse der Working Equitation erklärt und gezeigt, wie sie angeritten werden, worauf man achten muss und was man im Wettkampf beachten sollte um Zeit zu sparen, oder nicht heraus zu fliegen. Das hat mich schon mal total angefixt mich mehr mit Working Equitation Trail zu beschäftigen, was ich ja sowieso schon immer spannend fand. Ich glaube das Drachenpony hätte da echt Spaß dran. Frau Sumpf sowieso. Die alte Trail-Streberin.

Ovalbahn Aegidienberg (Panorama-Versuch, weil so gigantisch :-)) – Foto: sieht draufgeklickt besser aus!

Am Nachmittag fand dann an der neu „verbreiterten“ Ovalbahn noch die Leichte Töltprüfung für Einsteiger und Jugendliche statt. Alles bei bestem Sommerwetter. Es ist ja nicht so, dass es die Tage vorher einfach nur nass und ekelig und kalt war, nein, jetzt musste man sich auch noch kurzärmlig in die Sonne setzten, weil man es sonst nich ausgehalten hat. Ganz schlimm! Ich glaube ich habe mir eine Erkältung geholt.
Abschließend fand dann noch der Trail geführt und geritten auf dem nigel-nagel-neu gestaltetem Objekt meiner Begierde statt. Da befand ich mich aber schon wieder auf dem Weg nach Hause. Ich war so angefixt von den ganzen Ideen, dass ich unbedingt noch ein Pony reiten wollte. Tja, das hätte auch bestimmt echt gut geklappt. Ich war voll motiviert, der Zeitplan gut. Aber irgendwie kam mir dann eine komplette Vollsperrung auf der A3 dazwischen.
Die haben da eine Brücke abgerissen. Und ich hab das nicht mitbekommen, weil ich statt Radio schön Podcast gehört habe. Super. Also erst mal im Stau stehen auf fünf Spuren und dann im Frankfurter Umland einspurig der ganze Konvoi durch die Pampas. Da ging mal gar nichts. Sehr nervig. Aber nach schon ungefähr drei Stunden war ich wieder auf der Autobahn, hatte etwas von Frankfurts Umland gesehen, Sozialstudien von genervten Autofahrern im Stau betrieben, inclusive Beobachtungen miterleben müssen, wie Männer durchs Fenster in einen Gulli pinkeln und genervten „Ischen“ beim telefonieren zuhören müssen, mal ganz abgesehen von den armen Anwohnern. Wie gesagt, immer wieder schön auf der A3. Reiten war dann leider nichts mehr. Aber mein Bett zu sehen fand ich dann richtig toll!

Trailplatz Aegidienberg (kommt nicht mal annähernd gut zur Geltung….) – Foto: sieht draufgeklickt besser aus!

Fazit: Tolle Prüfungen, gelungene Veranstaltung – ich wünsche den Startern des Wanderrittes noch viel Glück für heute! Und noch mehr Fazit: Wär ich mal mit Pferd gekommen und hätte mitgemacht, wäre ich nicht Samstag Abend im Stau versackt. Da hat man es wieder. Das Schicksal bestraft einen echt hart. Aber ich hoffe für nächstes Jahr ist wieder eine Ausgabe geplant 🙂

PS: Weil der Bericht ohne Pferdebilder ist: Hier sind noch ein paar zu sehen 🙂

https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fmedia%2Fset%2F%3Fset%3Da.1334304119990061.1073741832.1162396423847499%26type%3D3&width=500

Hier sind noch ein paar zu sehen 🙂

 

Hessen Halligalli?

10. bis 12.03.2017:

Britta fragte ob wir nicht Lust hätten mit den Ponys beim Showprogramm der Fachmesse Jagen – Reiten – Fischen – Offroad in Alsfeld mitzumachen. Nachdem wir immer gerne für Neues aufgeschlossen sind und gerne Zeit mit netten Fino-Freunden verbringen haben wir natürlich zugesagt. Ohne eigentlich zu wissen, auf was wir uns einlassen. So wie immer halt 🙂

Die Internet-Recherche zu dieser Messe besagte erst mal nicht so viel. Es ist eine überregionale Fachmesse, die bereits zum 16. Mal in der Hessenhalle in Alsfeld stattfindet. Eigentlich sogar in drei Messehallen mit ungefähr 200 Ausstellern auf 8000 Quadratmetern Plus der Reithalle. Also doch gar nicht so Klein. Neben Jagd und Fischen waren dort auch Falkner mit Greifvögeln, leckere Fischspezialitäten und eine Jagdhundeschau zu finden. Und natürlich ein paar Offroad-Auto Hersteller. Und eine kleine fast unbemerkte Anti-Jagd-Demo mit vier Teilnehmern am Samstag vor dem Haupteingang. Die haben Yvi und ich übrigens bei unserem Mittagessen am Fisch-Stand monoton ihre Protest-Litanei herunter rasseln hören. Naja. Leben und Sterben lassen sag ich da nur. Zumindest waren sie dabei an der frischen Luft gestanden.

Dieses Jahr war der Verband der Pony und Pferdezüchter Hessen e.V. mit der Frühjahrskörung in die Messe integriert und einem bunten Showprogramm im Pferdezentrum. Dort traten wir also mit einer Paso Fino Choreographie mit kleiner Rasse-Vorstellung in den drei Showblöcken auf. Wir waren sechs Paso Finos (Amistad/Britta, Angelita/Johanna, Bandolera/Terra, Camino/Jürgen, Diosa/Yvi und ich mit Jacinto) und natürlich fleißigen Helfern (Gerd, Stan, Ann-Karin und Sonntag noch Heike und Erick, die spontan vorbei gekommen sind). Übrigens Glückwunsch an Marie Wendel zu ihrem schicken Körungs-Siegerhengst Ferdinand (Aegidienberger), den haben wir uns natürlich gleich in „echt“ angeguckt und für sehr schick befunden.

Aber erst mal von Anfang an! Yvi und ich hatten den Freitag schon frei, deshalb sind wir ganz gemütlich erst mal mit den Ponys nach Flieden gefahren. Wie schon mehrfach panisch erwähnt, hatten wir die Choreographie ja noch nicht groß angesehen. Also war gemeinschaftliches Üben am Abend in Flieden angesagt. Das hat erstaunlich gut geklappt, sogar in der kleinen Reithalle mit sechs Finos in fast-echt Geschwindigkeit zu Pferd. Also perfekt. So konnte der Abend gemütlich bei gutem Essen enden. Samstag früh sind wir dann im Konvoi nach Alsfeld aufgebrochen.

Ponys im Zwischendomizil …. warten aufs Essen … auf was sonst? – Foto: privat

Übrigens erlebt man auf der Autobahn immer „lustige“ Dinge. Leute ohne Nummernschild, komisch rauchende Laster auf der Standspur fahrend, obwohl sie so aussehen als ob sie gerade abbrennen würden (und auch so stinken), aber auch ganz toll eine korrekt gebildete Rettungsgasse im Stau. Autobahnfahrten mit Pferdehänger beeindrucken mich immer. Vor allem, wenn ich dann endlich sicher angekommen bin!

In Alsfeld haben die Ponys erst mal ihr Quartier bezogen (komfortable Boxen im Pferdezentrum) und wir haben Rudi den Hausmeister kennen gelernt. Sehr durchgreifender Charakter, aber auch ein ganz Netter. Nur kleiner Tipp: NIEMALS im Parkverbot stehen bleiben. Und wir konnten uns in Ruhe orientieren und schon mal über die Messe schlendern. Yvi hat auch ihr Traumauto gefunden. Leider mangelt es noch an Sponsoren. Aber wenn Landrover sich überlegt ins Sponsor-Geschäft für arme Fotografen und Fino-Besitzer einzusteigen, Yvi und ich wären da sofort dabei. Wir würden auch die Firma LANDROVER ganz oft erwähnen. Und Fotos machen. Yvi hätte ihren übrigens gerne in weiß. Und ich in schwarz. *hust*

Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber ich würde mich natürlich momentan auch super gerne von FORD sponsern lassen, da gibt es ja schon wieder ein tolles Nachfolgemodell meines derzeitigen Pferdekutschen-Vehikels. Welches ich übrigens sehr gerne mag. Automatik als Zugmaschine – warum hatte ich das nicht schon eher? Ok, ich hör jetzt auf rumzuspinnen … aber vielleicht sponsert mir irgendwann mal wer einen Kaffee. Das wäre auch nett 🙂

Zurück zur Messe: Jedenfalls hatte wir enorm viel Spaß vor und hinter den Kulissen. Jacinto und Diosa haben sich beim Warten auf den Auftritt gleich mit zwei knuffigen Shetty-Hengsten (87 cm) angefreundet, die ganz viele Kunststückchen können. Mit einem hab ich gleich herum geknutscht (Er hat angefangen!!!!), da war der Zwerg aber grad nicht dabei, sonst wäre er vielleicht noch eifersüchtig geworden. Die drei Auftritte liefen super – ich bin immer noch ganz begeistert von Jacinto, wie toll er das gemacht hat. Überhaupt, wie toll ich meine beiden Ponys überall hin mitschleifen kann, und wie gechillt die beiden sich verhalten. Egal wie unruhig es um sie herum ist. Das ist echt Gold wert. Diosa liebt es ja sowieso eine Box und mehrere Sklaven um sich zu haben, die sie bedienen und versorgen. Also mich und Yvi in dem Fall. Und wer da sonst noch so vorbei gelaufen kommt. Diosa ist sehr kommunikativ, wenn sie in einer Box steht.

Sonntag war dann unser anstrengender Tag mit zwei Auftritten am Tag. Schade dass ich den Showblock nicht selber sehen konnte (unser Auftritt war immer ziemlich in der Mitte). Aber es war einiges geboten: eine Springstudie, Pferd und Hund, Freiheitsdressur, unsere Shetty-Freunde, Voltegieren, Kaltblüter in Aktion (der Kontrast in der Abreitehalle Fino vs. Kaltblut ist übrigens interessant 🙂 ), Trakehnerhengste in der Dressur, eine Fahrquadrille, Geschicklichkeitsfahren auf Zeit und die American Saddlebred Horses der Familie Güldner, inclusive Christiane Kress in der Dressur. Immer wieder beeindruckend! Und sehr coole Reitmäntel. Wahrscheinlich habe ich jetzt sogar noch Akteure vergessen. Ich werde alt.

Rumtrödeln mit den Shetty-Hengsten …. (also einer ist sichtbar) – Foto: privat

Aber alles lief richtig gut, wir haben gutes Feedback bekommen. Und die Hessenhalle war richtig voller Zuschauer! Auf jeden Fall hat es richtig Spaß gemacht mit dabei zu sein und mit so fantastischen „Kollegen“ diese Choreographie zu reiten. (Auf Facebook als Video ansehen) Als Überraschung hat sich Hausmeister Rudi dann am letzten Auftritt mit einem Tablett voller Sektgläser mit in die Bahn gestellt und nach dem Ritt sind wir alle vorbei geschwirrt und haben uns ein Glas Sekt abgeholt für eine Extra-Runde. Wie gesagt, eine sehr schöne Messe am Pferdezentrum in Alsfeld. Schöne Gespräche, viel Spaß, viel Lachen – ich glaube wir sind bestimmt wieder mal mit dabei 🙂

Ein spezielles Dankeschön geht an Britta und Gerd Mülle und das Team Flieden, die uns während des Wochenendes bei sich aufgenommen haben. Es macht immer wieder Spaß bei Euch. Und natürlich ein dickes Dankeschön auch an alle, die dabei waren und die wir getroffen haben (dieser Blog-Artikel ist übrigens speziell dafür da, morgen früh jemandem beim Kaffee trinken zu erfreuen *zwinker*). Aber die Ponys waren dann am Sonntag Abend doch sehr froh endlich wieder zu Hause anzukommen. Die Hängerfahrt über waren sie doch ziemlich müde – aber in jeder Lage topp brave Hängerfahr-Profis).

Outfit für den Auftritt – Foto: Yvis Handy glaub ich ….

PS: Wer Instagram hat kann zwischendurch unsere Abenteuer live mitverfolgen bei Yvi Tschischka Photography – dort gibts immer mal Live-Storys zwischendurch

Pferd und Jagd 2016?

08.12. bis 11.12.2016:

Wie beschreibt man kurz und prägnant einen mehrtägigen Messeaufenthalt? Abenteuer, Spannung, Spiel und Spaß. Das trifft es wohl am Besten. Teuer und Anstrengend trifft auch zu. Also nicht unbedingt nur shopping-technisch, man will ja auch Essen, Schlafen und hin kommen. Aber es ist ja schließlich nur einmal im Jahr Sommerurlaub.

Pylonen - Foto: Nadine Schumacher
Lebende Figure-8-Pylonen – Foto: Nadine Schumacher

Dieses Jahr waren Yvi und ich wieder im IGV-Team dabei, um die Gangpferde auf der Pferd und Jagd zu unterstützen und zu präsentieren. Dieses Jahr ohne eigenes Pferd, was einerseits ziemlich erholsam ist, weil mehr Zeit um das Frühstücks-Buffett im Hotel zu plündern (und zwar ausführlich – Misten und Pferde versorgen fällt dafür flach), andererseits aber auch ein bisschen traurig. Diosa hätte sich super mit Karlchen verstanden und der Horse Agility-Platz neben dem Stand mit den ganzen Pferde-Spielsachen wäre perfekt für sie gewesen. Aber dazu später!

Wir sind bereits am Mittwoch losgefahren, konnten allerdings erst nach der Arbeit und dem Stalldienst los. Auf dem Weg nach Hannover haben wir noch einen kleinen Abstecher nach Flieden gemacht, um die liebe Britta und mit ihr das PFAE-Material aufzusammeln. Die Fahrt war schon mal ziemlich lustig, auch die Vollsperrung der A7 in Kassel war nicht ganz so tragisch. Mit dem „Schuh des Manitu“-Hörspiel geht alles leichter. Allerdings war die Vollsperrung der Grund, dass wir erst recht spät angekommen sind und nicht mehr zur Messe fahren konnten. Also Planänderung und gleich in unser bewährtes Hotel einquartiert und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Es gehört immer mindestens ein lustig-leckeres Abendessen im hoteleigenen Restaurant mit zum Messeaufenthalt dazu! Und dieses Mal hatten wir sogar mehrere!

Der erste Messetag bedeutet immer: gucken, was hat sich geändert, wo ist alles, wer ist da, sich freuen Leute zu treffen, ankommen, checken wo die besten Essens-Stände und Kaffee-Stände sind. Erfahrungsgemäß nutzt man die ersten beiden Tage, um selber zu schauen, was es Neues gibt. Kleiner Insider-Tipp: Die beiden ersten Tage hat man auch am wenigsten mit Menschenmassen zu kämpfen. Mein Ziel für die Messe war: mindestens eine neue Sache zu entdecken. Das hat sich ziemlich schnell ergeben. Wir haben nämlich Karlchen und Amelie kennen gelernt. Karlchen ist die Ziege von Amelie von „Mein Leben mit Ziege und Co.“ und ein sehr charakterstarker Ziegerich. Gut, man sagt Ziegenbock, aber das klingt nicht so schön wie Herr Ziege. Karlchen kann Kunststücke. Amelie arbeitet mit ihm auch am Langzügel, Seitengängen, und was ihr sonst noch so einfällt und Spaß macht. Sehr sympathisch die Beiden! Diosa hätte sich bestimmt super mit Karlchen verstanden. Er hat nämlich praktische Hörner. Diosa hätte ihn bestimmt dazu gebracht, ihr den Bauch zu schubbeln.

Amelie, Karlchen und Yvi - Foto: Telefon
Amelie, Karlchen und Yvi – Foto: mein Telefon

Und die beiden sind Equiteam-Botschafter. Da komme ich jetzt zu meiner Neuentdeckung! Das Equiteam hat aus Biothane einen multifunktionialen (Kapp)-Zaum gebaut (bis zu 7 Funktionen) und vertreiben auch einen Equizügel – eine Kombi aus Zügel und Halsring. Sehr interessant. Eigentlich hatten die mich als alten Biothane-Fetischisten schon mit „Biothane“, aber alle Produkte klingen sehr spannend. Das testen wir mal! Ich bin schon gespannt (und werde natürlich berichten). Nachdem das Equiteam zwei Preise gewonnen hat, den Innovationspreis und den Leseraward, gab es am Stand Sekt für alle … ein guter Grund, um zu feiern! (… und Sekt abzustauben). Dazu gab es noch eine kompetente und freundliche Beratung, was will man mehr?

Apropos Sekt abstauben … Anika, Jasmin und Ann Christin (Ponyliebe) mit Begleitungen waren auch da (später auch zum Sekt abstauben … 🙂 ) und es gab ein Meet & Greet zusammen mit Yvi Tschischka und ein paar weiteren Fotografinnen und Pferde-Mädels, deren Namen ich mir natürlich gar nicht alle merken konnte. Alzheimer, dein Name ist Griebel… Amelie, Karlchen und Lisa mit Vite Valoo (Ein Pferd zum Verlieben) sind auch kurz vorbei geschneit.

Aber kommen wir mal zurück zu den Gangpferden, deshalb waren wir ja eigentlich da! Jeden Tag gab es im Aktionszirkel in der Halle 17 eine Gangpferdepräsentation. Dabei waren wieder Mangalarga Marchadores, Paso Peruanos, Töltende Traber (Neuer Spitzname von „Mister Who“ ist übrigens „Mister Huiiii“ 🙂 ), die Rocky Mountain Horses, Paso Finos und ein Tennessee Walking Horse. Insgesamt problemlos drei Deckhengste im Ring. Als Paso Fino-Botschafter waren Johanna und Stan Paul mit Angelita und Shakira dabei, wie immer natürlich gewohnt souverän.

Stan und Johanna - Foto: Nadine Schumacher
Stan und Johanna – Foto: Nadine Schumacher

Aber es wurde nicht nur Tölt in der Bahn gezeigt, jeden Tag zeigten Quinta (Paso Fino) und Ostra (Isländer) mit ihren Besitzerinnen Tina und Susanne ihre Arbeit mit Seitengängen und versammelnden Elementen, um den Tölt zu erleichtern in der Manège Baroque. Sehr schön erklärt durch ihre Ausbilderin Kaja Stührenberg.

Manege Baroque - Foto: Telefon
Demo in der Manege Baroque mit Kaja – Foto: mein Telefon

Jeden Abend gab es dann noch im Cavallo-Ring eine Demo über das Thema „Gebisslos ins Gleichgewicht – Bosal meets Gait“. Gelungen moderiert durch Stephan Vierhaus und geritten von Kaja Stührenberg mit ihrem Nuno. Beides äußerst interessante Vorstellungen. Ich hatte danach jedes Mal richtig Lust mich selber aufs Pferd zu schwingen und die gehörten Dinge auszuprobieren, bzw. wieder zu machen. Man vergisst so viele Übungen und Tricks, einfach weil man in seinem Trott gefangen ist. Kompetente Hilfe ist so wichtig. Gerade wenn man mehr als drei Gänge zur Verfügung hat. Übrigens haben sich die Vorstellungen auch sehr gut ergänzt.

Guckt mal hier rein:

Freitag Abend trafen wir uns alle wieder nach der Messe zur traditionellen Stand-Party. Doro sorgt immer so lecker für uns! Sie ist die gute Stand-Fee. Wieder ein Grund um Sekt zu trinken und sich gut zu unterhalten. Natürlich kamen an den verschiedenen Tagen viele Fino-Freunde vorbei (wahrscheinlich habe ich auch gar nicht alle gesehen!). Nico war einen Tag lang da und wollte nichts einkaufen – hat übrigens super geklappt – …. wir haben ihn und seine vielen Tüten dann noch zum Hotel gebracht 🙂 Meike und Florian haben uns zwei Tage lang unterstützt (das war zu kurz!!!!). Britta konnte leider nicht die komplette Zeit bleiben, was schon ein bisschen traurig war. Unsere Traber-Julia war zusammen mit Tina als Überraschung in Hannover. Da muss man extra nach Hannover fahren um sich zu treffen! Wäre ja sonst zu einfach.

Samstag war dann der besucherintensivste Tag. Ich war Zwischendurch beim Klaus von Quittpad. Es ist immer schön, ihn zu treffen. Er ist so knuffig! Und er steht hinter seinem Produkt und ist immer auf der Suche nach Verbesserungen. Bei der Gelegenheit habe ich mir gleich noch ein Quittpad für den Dressur-Sattel vom Drachenpony mitgenommen. So komme ich jetzt auch in den Genuss der neuen frotteartigen Mikrofaser-Unterseite. Wer braucht schon eine große Auswahl an bunten Satteldecken mit großen Logos und Glitzer drauf, wenn er stattdessen so funktional-praktische Sattelpads haben kann? Das erspart einem die Auswahl. Und ist Minimalismus pur. Nur um das mal einfach so gesagt zu haben.

Dann war schon wieder Sonntag. Viel zu schnell ging die Zeit vorbei. Für uns war aber auch die Rückfahrt noch ein Highlight. Erst mal, weil keine Vollsperrung auf der A7 war, und zweitens mal weil wir Thora mit nach „Hause“ genommen haben und so noch einen kurzen Abstecher machen durften, um Dea zu besuchen. Jedes Mal, wenn ich die kleine „Hexe“ sehe, freue ich mich. Und ich entdecke natürlich „sumpfige“ Eigenheiten an ihr. Tolles Pony!

Stand-Team IGV - Foto: Nadine Schumacher
Stand-Team IGV – Foto: Nadine Schumacher

Von daher wieder eine schöne Messe, diese Pferd und Jagd 2016! Mein Dank gilt allen, die mit dabei waren, die geritten sind, die Bodenpersonal waren, die aus der Ferne mitgeholfen haben und alle die Zeit, Geld und Liebe in die wunderbare Welt der Gangpferde stecken und versuchen andere Menschen mit der Faszination des speziellen Ganges anzustecken. Und natürlich alle, die am Stand vorbei geschaut haben (auch ohne Gangpferd!).

 

Technische Fakten Pferd & Jagd 2016:
dieses Jahr 102.000 Besucher 
Die Messe findet jährlich seit 1981 statt
Europas größte Messe für Reiten, Jagen, Angeln
Messegelände Hannover, Hallen 16, 17, 19 – 21, 24 – 26

Von Drachen und Zwergen?

12. bis 14. August 2016:

Auf dieses Event habe ich mich lange gefreut. Erst einmal, weil es einfach schön ist nach Aegidienberg zu fahren. Zum Zweiten markiert der August für mich persönlich einfach eine positive Wende für dieses Jahr. Es geht jetzt wieder aufwärts. Das habe ich so beschlossen und bisher funktioniert es echt gut. Zur 22. Internationalen Deutschen Meisterschaft im Gangreiten (IDMG) musste natürlich Jacinto „Zwerg“ wieder mit und als Premiere durfte La Respuesta „Resi“ aka das Drachenpony mitfahren. Eigentlich war der Sinn daran Frau Resi etwas zu stressen, um eine gewisse Abspeckung ihrer Figur vorzunehmen und natürlich um eine Begleitung für den Zwerg dabei zu haben. Das Schecktier durfte aufgrund von eventueller Schwangerschaft zu Hause bleiben. Obwohl der schwere Trail wäre echt ideal gewesen für das Schecktier! Genau ihr Ding. Aber fangen wir erst mal von vorne an.

Donnerstag war Anreisetag für uns. Wir hatten wieder unsere tollen Boxen vom letzten Mal – weg vom Schuss, aber toll zum Erholen für die Ponys. Leider hat es das Regnen begonnen, als wir am Nachmittag übers Gelände geschlendert sind und die ersten Leute getroffen haben. In Aegidienberg muss man wettertechnisch immer mit allem rechnen, aber mindestens mit einem Tag Regen. Darum hatten wir auch die dicken wasserdichten Wintermäntel dabei, die echt dringend nötig waren. Um dem Regen eine Chance zu geben wieder aufzuhören sind wir erst mal ins Hotel gefahren, waren kurz Einkaufen und noch einen überteuerten Kaffee am Starbucks an der Autobahn-Raststätte Farnbach trinken. Der neue Ford fährt sich einfach sensationell und hatte noch nicht so viel Gelegenheit ohne Hänger auf der Autobahn. Ich bin begeistert von dem Auto.

Anschließend war es aber immer noch nass von oben. Trotzdem in den Sattel, den Ponys die neuen Gegebenheiten zeigen. Es waren sogar ein paar Schritte Tölt mit dem Drachenpony auf der Bahn möglich. Jacinto ist insgesamt nicht in Hochform, aber nachdem ich seit dem letzten Turnier doch mehr zum Reiten gekommen bin, war ich zumindest mit der Gymnastik zufrieden. Ziel dieses Turniers war nicht irgendetwas zu gewinnen, sondern einfach nur mit Ponys Spaß haben, ein paar Dinge auszuprobieren und die Paso Finos auf der IDMG zu vertreten. Wir waren nämlich dieses Jahr leider die Einzigen. Parallel war nämlich das große Turnier auf der Swiss Paso Fino Farm bei Familie Greb, welches natürlich als Fino-Magnet fast alles angezogen hat. Für mich hat aber die IDMG eine größere Tradition mit vielen schönen Erinnerungen, deshalb habe ich mich für dieses Turnier entschieden. Wobei ich in der Schweiz auch sehr schöne Erlebnisse hatte und sehr gerne dort bin.

Kurz und gut: nach dem Reiten und Bahn zeigen waren wir durchgefroren und darum haben wir den Rest des Abends im hoteleigenen Restaurant und im Zimmer verbracht. Wir haben uns dieses Jahr im Hotel am Markt einquartiert, nachdem auch unsere Traber-Julia dieses Jahr nicht mit dabei war. Eigentlich wollte ich mit Frau Resi unbedingt noch am Langen Zügel auf den Fino-Strip in der Ovalbahn, aber irgendwie hat das nasse Board und die Nässe mich davon abgehalten hinter dem Pony herzulaufen. Also Risiko für meine „Kür“.

Jacinto in Aegidienberg
Jacinto in Aegidienberg – man beachte im Trab! – Foto: Yvi Tschischka

Am Freitag starteten alle Rittigkeiten, Dressuren, Trails und Horsemanship-Prüfungen. Abends gab es die ersten Ovalbahnprüfungen. Der Wettergott meinte es echt gut mit der IDMG und die Sonne brachte mich die nächsten drei Tage auf jeden Fall ordentlich zum Schwitzen. Mit Jacinto bin ich die Mittlere Rittigkeit gestartet und er hat sich richtig gut geschlagen. Sie war meines Empfindens nach noch besser wie die vom letzten Jahr. Also richtig gut. Einzige Verbesserung: Tölt. Da hat es geholpert, aber das ist momentan unser Grundproblem. Von daher war ich richtig zufrieden.

Um 14 Uhr haben wir unsere Ponys für ein Seminar der Paso Peruanos mit Mimi Busk-Downey (PP-Züchterin und Richterin aus Kanada) zur Verfügung gestellt. Das Drachenpony diente als Anschauungsmaterial für die Arbeit am kolumbianischen Bosal und Flexen. Mimi arbeitet nämlich selber sehr viel damit. Es war interessant, dass Dinge, die für uns Fino-Reiter eigentlich normal sind, auch von anderen Trainern gerne eingesetzt werden. Auf jeden Fall fand ich es sehr schön, dass im Rahmen der IDMG eine Paso Peruano-Meisterschaft stattfand und die Möglichkeit für ausführliche Seminare und Frage-Runden gegeben war. Und die Richterin fand ich ziemlich nett und vor allem wohltuend bodenständig.

Am Nachmittag war dann der erste Auftritt vom Drachenpony im leichten Trail geritten. Ich habe ja mit allem gerechnet, aber nicht, dass sie das so schön mitmacht. Sie sah zwar wohl so aus wie kurz vor der Explosion, hat aber super aufgepasst. Sie hat sich sogar einen Klappersack anreichen lassen ohne zu explodieren! Einzig auf den grell-gepunkteten Teppich ist sie nicht drauf gegangen. Aber mal ganz ehrlich: DAS kann ich verstehen. Dieses Ding hätte ich auch nicht betreten 🙂 Sie war toll! Letztendlich hat ihr das einen vierten Platz (von neun Startern) eingebracht mit einer Durchschnitts-Wertnote von 7. Yvi hat gefilmt und ich zeige Euch noch das Video. Wer Resi in Action kennt wird erstaunt sein. Wer noch nie einen „durchgeknallten“ Fino im Aufregungsmodus gesehen hat mag vielleicht abgeschreckt sein, aber ich fand es war eine echt gelungene Leistung.

Jacinto Lieblingsplatz
Jacintos Lieblingsplatz – ausnahmsweise im wachen Zustand – Foto: Yvi Tschischka

Jacinto hat beim Warten unter seinem Lieblingsbaum auch zwei Mädels für seinen Fanclub gefunden. Die beiden Mädels sind auch geritten und immer wenn der Zwerg irgendwo aufgetaucht ist hat man ein helles „Der Zwerg!!!!“ gehört und schon hatte er zwei Mädels an der Backe. Total süß! Am Abend startete Yvi mit Jacinto noch in der Freizeitreitertölt. Auch eine Premiere, Jacinto im Turnier mit einer anderen Reiterin. Ich finde Yvi und Jacinto haben sich toll geschlagen und ein sehr schönes Bild abgegeben.

Samstag:
Ein erneuter sonniger Tag am Gestüt von Familie Feldmann – meine erste Prüfung startete um acht Uhr morgens. Nach einer echt schlechten Nacht (ich schlafe einfach schlecht in fremden Betten) war es echt Balsam für die Seele früh morgens in der Sonne auf dem Pony an der Ovalbahn zu stehen und den ersten Gruppen zuzusehen. Ich hatte spontan die Mehrgang für Freizeitreiter nachgenannt, nachdem die Fino-Prüfungen nicht zustande gekommen sind. Die Idee war einfach mal unter Turnierbedingungen zu checken, ob ich Jacinto in einer Prüfung traben kann. Natürlich kommt man da nicht gegen den schwungvollen Trab von anderen Gangpferderassen an, aber ich wollte einfach mal für mich testen, ob Jacinto trabt. Und ja er tut es. Allerdings nicht sicher und ausdauernd, aber ich kann es auf der langen Seite zumindest abrufen und halten. Von daher ist das noch ausbaufähig. Vor allem, weil er lange überhaupt keinen Trab unterm Sattel gezeigt hat.

Nachdem die Ponys dann versorgt waren ging es erst einmal zurück ins Hotel zum Frühstücken und dann gemütlich dem Turniertreiben zusehen. Inzwischen sind auch Nadine und Johannes vom Zykloopenhof als Zuschauer in Aegidienberg eingetrudelt, um sich auch mal eine Auszeit zu gönnen. Johannes hat sich bestimmt einige Anregungen für den Neuaufbau zu Hause mitgenommen. Nadine hat dann auf den Zwerg aufgepasst (der übrigens sehr gerne am Hang an der Ovalbahn im Schatten steht und herumdöst), damit Yvi Fotos vom Drachenpony in der Präsentation am langen Zügel machen konnte. Das war für mich wirklich eine gelungene Prüfung, vor der sogar ich etwas nervös war.

Mission completed!
Mission completed! – Drachenpony in Action – Foto: Yvi Tschischka

Ich habe ja mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass Resi das so souverän durchzieht. Meine Musik „Mission Impossible“ war übrigens in einer Art Vorahnung ausgesucht. Aber die Mission war total completed! Resi war von Anfang an aufmerksam, hat auf die leichtesten Hilfen reagiert, ist schön getöltet und ist ohne zu zögern über das Sounding Board marschiert, als ob sie noch nie was anderes gemacht hätte (aufgemerkt: ungeübt!). Einzig an der Acht gab es einen kurzen Ruckler. Danach konnte sie sich nicht mehr beherrschen und hat gedreht, aber das hat perfekt gepasst, ich habe es einfach eingebaut und gegrüßt. Das Pony ist anscheinend ein Adrenalin-Junkie. Wenn es jetzt noch unter dem Sattel laufen würde, könnte es ganz viel Adrenalin haben, aber irgendwie ist es mir noch nicht gelungen, das in ihren Kopf zu kriegen. Jedenfalls wirklich toll. Schade, dass die beiden anderen Teilnehmer ihre Pferde zurückziehen mussten, so dass wir diese Prüfung nur zu zweit bestritten haben. Damit ist das Pony formell also Vize-Deutscher Meister in der Präsentation am langen Zügel. Klingt natürlich besser, als zweiter von zwei 🙂

Resi
Respuesta am Board – ich bin mal auf das Bild von vorne von Dagmar Heller gespannt 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Ich bin wirklich froh darüber mich mal in diese Klasse getraut zu haben. Es ist eine sehr schöne Prüfung, man weiß nur nicht wirklich, was genau den Ansprüchen genügt. Es wäre einfacher ein paar Pflichtteile einzubauen und das Augenmerk mehr auf für alle Pferde nachvollziehbaren Basis-Aufgaben zu legen. Dann würden sich vielleicht auch wieder mehr Starter in diese Prüfung trauen. Da sind sich einige bestimmt unsicher, was man zeigen darf/kann/soll. Ähnlich wie in der schweren Rittigkeit. Wobei die eigentlich gut besucht war und die übrigens ganz sensationell von Christiane Kress und Lowland’s Blue Rythm gewonnen wurde. Eine wunderbare Vorführung, in der ich fast Pippi in den Augen hatte, weil es so schön war.

Am späten Nachmittag startete ich dann mein erstes Zwischenfinale und zwar in der Pleasure Gangprüfung. Der Sinn von Zwischenfinalen erschließt sich mir persönlich nicht so wirklich, grad wenn sowieso nur 8 Starter in der Prüfung genannt sind, aber es war mal eine neue Gegebenheit, sein Pony alleine auf der Ovalbahn zu zeigen. Wobei ich mir vorstellen kann, dass das für die Zuschauer unendlich langweilig sein muss, immer nur ein Pferd auf der Bahn zu sehen. Mehr Aktion gibt es natürlich in Gruppen-Prüfungen. Für die Richter ist es natürlich einfacher ein Pferd einzeln unter die Lupe zu nehmen. Da sieht man mehr. Jedenfalls war ich ganz zufrieden mit Jacintos Leistung, wobei ich sagen muss, Tölt ist momentan eher nicht seine Stärke. Da braucht es ganz dringend wieder mehr Training. Er läuft dieses Jahr eher im Holper-Modus, statt schönem lockeren Tölt. Aber wenn es einen Preis für die meisten Gangwechsel innerhalb von zehn Metern geben würde, den würden wir locker gewinnen. Sogar mit Gängen, die es gar nicht gibt.

Galopp
Jacinto im Galopp, den er gerne sehr mutwillig interpretiert …. *hust* – Foto: Yvi Tschischka

Am Abend gab es dann nach den Siegerehrungen für die Prüfungen vom Freitag einen Südamerikanischen Abend mit einer 3-Mann-Band und landestypischen Gerichten organisiert vom Paso Peruano Europa e.V.. Es gab Enchiladas, Papas á la Huancaina, Maissuppe und Mojito-Bowle. Alles sehr lecker und eine echt schöne Idee!

Sonntag:
Der Sonntag startete dann wieder sehr sonnig und für uns komplett Stressfrei. Gemütlich Frühstücken, Auschecken und nachdem die Ponys versorgt waren wieder genügend Zeit, um bei den Prüfungen zuzusehen. Und um sich im fantastisch-gemütlichen Hofcafé des Gestüts einen Milchkaffee zu gönnen. Da gab es übrigens auch lecker Frühstück in stilvollem Ambiente. Das Café ist echt einen Besuch wert. Wer von Euch mal in Aegidienberg ist muss unbedingt eine von den Torten probieren! Ihr werdet begeistert sein. Apropos Catering: Das war dieses Jahr auch wieder topp. Auch für Vegetarier eine tolle Auswahl – ich sag nur sensationelle Tomatensuppe, Salate, Gemüse-Sticks mit Soße zum Dippen und Joghurt mit Früchten neben den obligatorischen Pommes. Man kann also getrost von Ovalbahn zu Cateringzelt pendeln ohne dass einem Langweilig wird.

Auch gab es wieder einige Shops zu bewundern. Yvi konnte ihren Gutschein von der Equitana Open Air bei Gangsalat einlösen, ich habe mir tolle Alpaka-Socken gegönnt. Ich hab ja einen Faible für gute Wolle. Insgesamt war es wieder ein richtig schönes Turnier bei der Familie Feldmann – super Organisation und reibungsloser Ablauf, auch wenn der Zeitplan manchmal hinterher gehinkt ist, aber so hat man mehr Zeit zum zugucken.

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Der Zwerg und sein Doppelgänger! – Foto: Yvi mit Handy

Am Nachmittag habe ich noch mal das gelbe Pony rausgeschleift, damit er noch beim A-Finale der Pleasure-Gangprüfung mitlaufen konnte, oder eher musste. Eigentlich hätte ich mir das sparen können, Jacinto war müde und hat nicht wirklich eine gute Leistung gezeigt, aber irgendwer muss ja auch die hinteren Plätze füllen, was wir ja dieses Jahr dank suboptimalem Tölt und wunderbar gezeigtem Kreuzgalopp konsequent durchgezogen haben. Aber mal ganz ehrlich, wer von Euch hat schon mal drei komplette Null-Noten erritten? Muss man auch erst mal schaffen. Aber egal, ich bin sehr zufrieden mit meinen beiden Ponys. Sie haben sich in ihrem derzeitigen Rahmen echt richtig gut ins Zeug gelegt und alles souverän über sich ergehen lassen. Vor allem auf das Drachenpony bin ich sehr stolz. Meine Befürchtung war ja ein Pony, was komplett durch den Wind ist, sich durch die Bahn hüpft und sämtliche Trail-Hindernisse mittels Feueratem pulverisiert. Aber sie hat komplett das Gegenteil gezeigt. Wahrscheinlich hat sie an dem Turnier sogar noch zugenommen. Aber beide waren dann doch relativ k.o. im Hänger gestanden und nach vier Stunden Autobahn waren wir dann auch wieder zu Hause, wo sich nach einer Dusche erst mal ausgiebig in den Sand geschmissen wurde.

Vielen Dank an die IGV für die Organisation dieses schönen Turnieres und an die Familie Feldmann, dass sie ihre schöne Anlage wieder zur Verfügung gestellt haben. Nächstes Jahr findet die IDMG dann vom 24. bis 27. August in Birrekoven statt. Ein Gestüt, dass wir noch nicht kennen, uns aber schon darauf freuen da auch endlich einmal hin zu kommen.

 

Statistik-Ergebnisse (für alle, die es interessiert – aber in erster Linie für mich, damit ich es nachlesen kann. Ihr wisst schon … schleichende Demenz):
Mittlere Rittigkeit – Jacinto und ich – 3. Platz (8 Starter)
Freizeitreitertölt – Jacinto und Yvi 16. Platz (20 Startern)
Mehrgang Freizeitreiter – Jacinto und ich – 17. Platz (18 Starter)
Pleasure Prüfung – Jacinto und ich – 5. Platz (6 Starter)
Trail leicht – Resi und ich – 4. Platz (9 Starter)
Präsentation am Langen Zügel – Resi und ich – 2. Platz (2 Starter)

 

Also wie gesagt, ich hoffe noch auf ein paar schöne Bilder von http://www.dagmar-heller-foto.de – die ich immer Abends noch im Hotel getroffen habe und die mit Fotos machen den ganzen Tag einen echten harten Knochenjob erledigt hat. Grandioses Durchhaltevermögen!

Und das Video vom Trail versuche ich auch noch in ordentlicher Qualität hochzuladen. Mal sehen. Falls wer die Präsentation am Langzügel von uns zufällig gefilmt hat, würde ich mich echt freuen, wenn mir das jemand zuschicken würde!

Schwitzen in Hünfeld?

24. bis 26. Juni 2016:

An diesem Wochenende haben sich Yvi und ich aufgemacht, um beim diesjährigen großen Turnier der Paso Finos in Hünfeld (Hessen) mit dabei zu sein. Der European Paso Fino Cup 2016 (EPFC … ich mag diese Abkürzung!) fand auf der traumhaften Anlage des Reitvereins Hünfeld statt. Kurze Wege, viel Platz, ein großer Rasenplatz mit Ausweichmöglichkeit in die Halle, ein schöner Dressurplatz und traumhaftes Fotogelände außen herum. Perfekt. Natürlich hat es das Wetter auch viel zu gut mit uns gemeint und uns ordentlich schwitzen lassen. Aber erst mal von Anfang an.

Galoppel-Zwerg - Foto: Yvi Tschischka
Galoppel-Zwerg – Foto: Yvi Tschischka

Yvi und ich haben auf der Hinfahrt einen Schlenker nach Flieden gefahren, um Diosa wieder einzusammeln. Die war ja zum Sommerurlaub mit Sello dort und war nicht wirklich „amused“ uns wieder zu sehen. Verräterpony! Jacinto war aber dankbar, dass Frau Sumpf ihn das letzte Stück im Hänger begleitet hat. Durch den Kurzaufenthalt in Flieden konnten wir auch einen dieser nervigen A7-Staus umgehen.
In Hünfeld angekommen gönnten wir den Ponys erst einmal eine erfrischende Dusche und etwas Pause im Stallzelt. Dankenswerter Weise war es das tolle Zelt mit den Fenstern, so konnte wenigstens etwas Luft im Zelt zirkulieren. Es war nämlich am Nachmittag mit bis zu 37°C definitiv zu heiß für Alles. Auf jeden Fall konnte man mich knallrot angelaufen mehrfach deutlich sagen hören: „Ich hasse Sommer!!!!“ Viel zu warm. Also erst mal Hotel einchecken und etwas abkühlen, bevor wir uns dann doch noch mal auf die Ponys geschwungen haben. Schließlich war mit Training in den letzten Wochen nicht wirklich was gegangen. Wir wollten wenigstens den Ponys das Gelände zeigen. Abends ging es dann mit den schon anwesenden Fino-Leuten zum Italiener in die Stadt. Man entwickelt dann doch trotz Hitze einen guten Hunger! Immerhin haben die Nächte gut abgekühlt, so dass die Ponys wenigstens in der Nacht eine Hitzepause hatten.

Fun-Abend - Foto: K. Farkas
Fun-Abend mit viel Sekt – Foto: K. Farkas

Der Freitag startete dann wieder extrem Sonnig. Der korrekte Ausdruck, den ich leider nicht abschwächen kann ist: „Scheißeheiß“. Da konnte mich nur Sarah mit ihrem Not-Paket direkt aus dem RitterSport Werk kurzzeitig von ablenken! Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Tafel „Äffle und Pferdle“-Sonderedition – also nimmer lang, weil die echt gut ist, aber ich hab mich gefreut!

Diosa - Foto: privat
Diosa und Yvi in einer Ehrenrunde – Foto: privat

Nach ausführlichem Herumgammeln auf einer Decke im Schatten, ausführlichem Quatschen mit lange nicht mehr gesehenen Fino-Freunden natürlich auch im Schatten, fanden dann am Nachmittag die ersten Prüfungen statt. Ehrlich gesagt, hatte ich gar keine Lust bei der Hitze zu reiten. Aber wenn man schon mal da ist, schwingt man sich halt in seine Winter-Softshell-Turnierreithose und tut was gegen Cellulite (Hitzeanwendung in der Reithose) und für die Paso Finos (zeigen auf dem tollen Rasenplatz). Auf jeden Fall war ich so super vorbereitet, dass ich sofort gemerkt hatte, als ich mich in der Dressur A verritten habe. Und das gleich am Anfang. Schwamm drüber … Yvi hatte dann gleich anschließend die Viergangprüfung, die eigentlich ganz gut geklappt hat. Diosa ergatterte sich einen zweiten Platz. In der folgenden Ausdauertölt bin ich mit dem Zwerg gestartet. Er hat sich zwar gut eingelaufen, aber die Kondition war dann doch nicht vorhanden, so dass ich die Prüfung abgebrochen habe. Es ist mir dann doch wichtiger, mein Pony einigermaßen bei Laune zu halten und nicht schon am ersten Tag komplett zu erschöpfen. Auf jeden Fall klang der weitere Abend gemütlich am Reitplatz aus. Der Reitverein Hünfeld sorgte für ordentliches Catering und kühle Getränke. Die Ponys hatten nach einer erfrischenden Dusche gutes Heu und leckeren Hafer.

Dreigang - Foto: S. Meier
Dreigang – Foto: S. Meier

Der Samstag war dann wettertechnisch etwas besser. Über Nacht und am Vormittag gab es Regen und es kühlte etwas ab. Für Yvi und mich hieß es die Dreigang zusammen in der Halle reiten. Jacinto hat sich meiner Meinung nach doch gesteigert im Vergleich zum Freitag. Regelmäßiges Reiten lohnt sich doch irgendwie. Er lief in der Dreigang für seine Verhältnisse wirklich sehr schön. Aber irgendwie hatten wir dieses Turnier Platzierungsmäßig kein Glück – also habe ich beschlossen sämtliche letzten Plätze aufzusammeln. Was ja auch ok ist – mir hat dieses Turnier auch so unheimlich Spaß gemacht. Ich hatte viel Zeit zu quatschen, am Abreiteplatz oder während dem Reiten, zwischendurch und überhaupt. Und es hat einfach nur gut getan alle Fino-Freunde wieder zu sehen. Es war einfach irgendwie erholsam. Und regelmäßiges Training muss sich ja auch auszahlen – und wir hatten halt schlicht und einfach keines. Dafür war ich aber sehr zufrieden mit meinen beiden Ponys. Wobei Diosa mit ihrer deutlich sicheren Gangveranlagung einfach weniger Training braucht.

Keine Ahnung mehr
Keine Ahnung mehr, irgendwas wo Tine gewonnen hat 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Was mich richtig gefreut hat, war wieder „neue“ Leute auf dem Turnier zu sehen. Franzi mit ihrer Sierra zum Beispiel habe ich mit Dauergrinsen im Gesicht in Erinnerung – unseren ersten Vorsitzenden habe ich mit seiner Espi und Dauergrinsen (wenn man ihn dran erinnert hat) in Erinnerung. Anja und Martina, die sich so gefreut hat in der Dressur A – so macht das einfach Spaß. Nirvana und Julia waren erstmals dabei. Oder Britta mit ihrer „neuen“ Stute Anastasia (wir versuchen ja immer noch eine Möglichkeit zu finden das Pony heimlich mitzunehmen). Leute mit Freude an ihren Ponys. Das will ich sehen! Und natürlich die Frau mit dem strahlendsten Lächeln überhaupt: Sarah und ihre Francesca 🙂 Übrigens ein ganz tolles Pony, Yvi und ich durften es mal Probereiten. Dabei haben wir übrigens auch den besten Überraschungsgast ever am Abreiteplatz entdeckt: George Clooney war als Pappaufsteller mit dabei. Und das nur, weil wir letztes Turnier so in der Kälte und im Regen standen und warteten und dabei laut-zitternd heißen Kaffee serviert von George verlangt hatten. Und was macht unsere beste aller weiblichen Ringstewards? Besorgt uns George! Wenn das nicht Einsatz ist!

Strahle-Franzi - Foto: Yvi Tschischka
Strahle-Franzi – Foto: Yvi Tschischka

Ich habe das Turnier auf jeden Fall auch als sehr harmonisch und freundschaftlich in Erinnerung. Irgendwie sind wir halt doch eine große Familie – in der es immer mal wieder Krach gibt, und nicht jeder mit jedem kann, aber letztendlich freuen wir uns doch immer wieder uns zu treffen. Und wenn wir das bei so schönen Veranstaltungen tun, ist es ja letztendlich egal wer was gewinnt. Wir haben alle tolle Pferde und zeigen sie halt einfach gerne. Übrigens war es mir eine große Ehre mit Tine und ihrer Murmel zusammen, mal wieder selber auf Diosa sitzend, die Western Pleasure zu starten. Eine wirklich unterschätzte Prüfung. Ich finde, es sollten mehr Reiter diese echt lustige Prüfung starten. Tine und ich haben uns jedenfalls fürs nächste Mal schon eine neue Idee ausgedacht. Lasst Euch überraschen, wenn ihr schon nicht mitreiten wollt! Apropos Tine, sie hat gezeigt, dass auch schon Ponys im reiferen Alter immer noch gut dabei sind. Ich glaube Mina hat gefühlt fast jede Prüfung gewonnen und war souveräner Abräumer des gesamten Turniers.

Western Pleasure - Foto: Yvi Tschischka
Western Pleasure, immer wieder lustig – Foto: Yvi Tschischka

Nach der Western Pleasure gab es als Kontrastprogramm noch die Classic Fino, die ich leider verpasst habe. Dabei hätte ich so gerne Sello (Diosas Lover) in Action gesehen. Aber eigentlich war ich dann ganz froh im Stallzelt gewesen zu sein, denn es kam ein richtiger Gewitter-Platzregen herunter, der zwar nicht lange gedauert hat, aber sehr nass war. Aber pünktlich zu den Fun-Prüfungen war das Wetter wieder gnädig!

Paar-Reite-Sieger - Foto: Farkas
Paar-Reite-Sieger – Foto: K. Farkas

Beim Paar-Reiten wurden Yvi und ich zwar von Jürgen und Tine geschlagen, aber die Aufgabenstellung war wieder sehr interessant. Dieses Mal wurden wir aufgefordert als Paare eine Barrida zu reiten. Sebastian Frisch, unser Sprecher, hat sich da mal wieder gut was ausgedacht. Bei der anschließenden Viertaktprüfung bekamen wir Besuch von drei Reitern des Reitvereins Hünfeld, die in der „Wettpause“ eine kleine Showeinlage zeigten und dann auch beim Rest der Funprüfungen mit Spaß dabei waren. Die Viertakt hat übrigens dieses Mal Johanna mit Brujula gewonnen. Hauptattraktion ist ja für Yvi und mich die Copa de Champange. Man kriegt ein Glas Sekt in die Hand gedrückt, wenn man es gut anstellt, wird noch mal nachgeschenkt und dann reitet man mit einem Glas Sekt in der Hand durch die Gegend, kann immer mal dran nippen und am Ende darf man den Rest austrinken und hat dabei gute Laune. Das fand Christian bestimmt auch 🙂 Er hatte nämlich am Ende noch das vollste Glas. Ich mag die Fun-Prüfungen.
Der Abend klang dann mit Cocktails und Musik am Cateringzelt aus.

Diosa
Diosa in der Furt – Foto: Griebel
Jacinto
Jacinto in der Furt – Foto: Yvi Tschischka

Der letzte Turniertag war dann der Sonntag. Es gab zwei sehr schöne Horsemanship-Klassen, die Equitation mit drei schicken, jungen Mädels (ob Pferde oder Reiter gemeint sind? … beides natürlich!) und noch die Country Pleasure Level 2, die ich wieder erfolgreich versiebt habe. Wenn ich was mache, dann schon konsequent. Jedenfalls eines meiner schlechtesten Boards ever …. *hust*.In der Mittagspause haben wir in einer tollen Bach-Furt noch eine kleine Foto-Session eingeschoben. Hatte ich schon erwähnt, dass ich das Reitgelände des Reitvereins Hünfeld Klasse fand? Die haben dort eine tolle Vielseitigkeitsstrecke, mit sogar drei Wasser-Furten! Hallo? Mir würde schon eine reichen!
Nach den Best Of Traditional-Klassen hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen – drei sehr entspannte Turniertage haben wir hinter uns gebracht und wir freuen uns schon wieder darauf den ganzen liebenswürdigen Haufen wieder zu sehen! Bleibt nur noch Danke zu sagen, an Britta Mülle und das Team Flieden für die tolle Organisation dieses Events. Danke an den Reit- und Fahrverein Hünfeld, für die gute Aufnahme und dafür, dass sie uns ihren schönen Platz zur Verfügung gestellt haben. Danke an Anna Eschner und Nicolas Burgos als unsere Richter. Danke an Sebastian Frisch fürs moderieren. Danke an alle Teilnehmer und alle Besucher. Wir sehen uns bestimmt bald wieder!

Gelangweilte Sieger
Gelangweilte Sieger 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

 

Ganz wichtig noch, die Statistik unsere „Erfolge“:
Diosa und Yvi:
Viergang – 2. Platz (4)
Dreigang – 3. Platz (7)
Trail – 3. Platz (5)

Diosa und ich:
Western Pleasure – 2. Platz (2) – man kann auch sagen Letzer!

Jacinto und ich:
Dressur A – letzter (5)
Ausdauertölt – Abgebrochen (6)
Dreigang – Vorletzer (7)
Versatility – letzer (4)
Country Pleasure – letzter (4)

 

Equitana Open Air 2016?

19. Mai bis 22. Mai 2016:

Donnerstag – Anreisetag:
Um nicht in irgendwelche nervigen A3-Staus festzustecken haben Yvi und ich beschlossen schon relativ zeitig nach Neuss zur Equitana Open Air zu fahren. Das hat auch wunderbar funktioniert – es gab nur bei Düsseldorf stockenden Verkehr. Damit kann ich leben. Nicht leben konnte ich dafür mit einer leuchtenden Warnlampe beim Suzuki. Also Yvi und die Ponys am Messegelände abgesetzt und erst mal die nächste Suzuki-Werkstatt aufgesucht. Der Mann dort dachte wohl eher ich bin der Typ panische blonde Frau mit übergroßem Auto. Gut. Wir nehmen die Warnleuchte also nicht mehr ernst. Sie hörte dann auch zu leuchten auf ohne Hänger dran.

Sumpf im Visier
Sumpf im Visier – Messe-Pause – Foto: privat

Also zurück zur Messe. Alle zehn Paso Finos waren dieses Mal in einem langgezogenem Rennpferde-Außenboxentrakt untergebracht. Viel Platz für uns Fino-Leute und die Ponys hatten schön ihre Ruhe. Das Messegelände war so aufgebaut, wie schon das letzte Mal. Also der IGV-Stand in der Nähe der Töltbahn und auf der anderen Seite nah an dem Essenstand, bei dem es diese genialen Pommes Spezial gibt. Pommes, Röstzwiebeln, spezielle Soße und Mayo. Hmmmm. Sieht zwar extrem ekelig aus, ist aber extrem lecker! Nachdem wir uns einen Überblick verschafft hatten sind Yvi und ich erst mal geritten. Nach ein paar Runden auf der Ovalbahn waren wir erstaunt, wie locker die Ponys drauf waren. Anscheinend hat ihnen ein kleiner Tapetenwechsel auch gut getan. Abends sind wir dann erst mal mit der restlichen Fino-Truppe im Hotel eingefallen und haben dort lecker zu Abend gegessen. Auf das Hotel haben wir uns ja schon seit zwei Jahren wieder gefreut. Großzügige Zimmer und genialstes Frühstücksbuffet ever. Und keine fünf Minuten von der Rennbahn entfernt. Perfekt.

Messe
Messe-Outfit (Suzuki-Verräterauto im Hintergrund) – Foto: Claudia Metting

Freitag – erster Messetag
Nachdem Yvi und ich nicht so gut geschlafen hatten, beschlossen wir einfach zeitiger zur Messe zu fahren. Natürlich erst nach ausgiebigem Frühstück. Die Ponys haben wir mit an den IGV-Stand genommen. Dort konnten sie etwas Fino-Werbung machen und schön in der Sonne Gras fressen. Wir hatten Zeit den Stand aufzumachen, Leute zu treffen, zu Quatschen und später am Vormittag einmal gemütlich auf dem Gelände zu bummeln. Naketano waren ja wieder das, da mussten wir unbedingt mal gucken* (* meint shoppen *hust*) gehen! Ansonsten fand ich eigentlich nichts total spannend Neues auf der Messe. Aber das liegt wohl daran, dass zu Hause eigentlich ein Pferde-Shop da ist, da ist man bestens versorgt mit Neuheiten. Standard war natürlich noch der Stopp am Seiler Stand – da habe ich mir eine neue Turnier-Reithose natürlich aus Softshell gegönnt. Auffällig war, dass schon am Freitag ziemlich viele Menschen die Messe besucht haben, aber das lag wohl am perfekten Bummel-Wetter. Wir Gangpferde hatte heute zwei Auftritte – einmal in der Showarena und einmal auf dem Aktionsplatz. Nachdem wir so viele Finos dabei hatten, haben wir uns abgewechselt. So hatten die Ponys genügend Ruhe und man selber hatte auch genügend „Freizeit“. Yvi und ich waren im Aktionsring dabei. Einziges Manko: Jacinto hatte beschlossen mal wieder nicht stehen zu bleiben, wenn er stehen sollte.

Caro
Caro hält Sumpf bei Laune – Foto: Tschischka

Am Abend haben wir dann die Choreografie für die morgige Abendshow geprobt. Erst zu Fuß, was bestimmt für alle vorbeilaufenden Menschen ziemlich lustig ausgesehen hat. Jeder hatte zwar die schriftliche Choreografie vorab zum Auswendig lernen bekommen, aber zusammen ist das ja dann doch noch mal anders. Glücklicher Weise ergab sich, dass wir das Ding noch einmal in der Showarena abreiten konnten. Terra und Jürgen haben es punktgenau durch die Staus der A3 zur „Generalprobe“ geschafft. Danach waren wir alle schon mal ziemlich erleichtert. Essenstechnisch ging dann natürlich Abends nichts mehr. Bis wir alle fertig waren, war das Hotelrestaurant menschenmäßig überfordert, die Messestände schon zu, also blieb nur Fastfood übrig. Übrigens eine für mich erstmalige und wohl dauerhaft einmalige Erfahrung bei KFC.

Fuß
lustige Fußprobe mit Sekt beschwingt .. äh … ernsthafte Probe meine ich – Foto: Claudia Metting

Samstag – Staub und Menschenmenge
Yvi und ich konnten wieder schlecht schlafen und so folgten wir dem Rhythmus des letzen Tages. Frühstücken, Ponys zum Stand mitnehmen, Standwache halten, Leute treffen, nicht so viel herumlaufen, weil einfach zu viel los war. Unglaublich, was für Menschenmengen den Samstag genutzt haben! Heute hatten wir sogar drei Auftrittszeiten. Wie immer gekonnt moderiert von Stephan Vierhaus. Wir waren zusammen mit den Töltenden Trabern, einer Töltkreuzung, einem Aegidienberger, Isländer, Tennessee Walkern, Mangalarga Marchadores und Paso Peruanos am Start. Also doch einige Gangpferderassen, die man in den verschiedenen Rassepräsentationen der IGV im Vergleich zusammen laufen sehen konnte. Yvi und ich waren 16.20 Uhr im Showring zu sehen.

Zewerg
Zwerg hat alles im Blick – Foto: privat

Nachdem im Rahmen der Messe auch dieses Mal wieder ein IPZV-Turnier abgehalten wurde, gab es auch wieder zwei offene Klassen für Gangpferde. Aufgrund nicht vorhandenen Trainings habe ich beschlossen dieses Jahr Yvi und Diosa in den Trail zu schicken – da braucht es nicht viel Kondition zu. Das war kurz nach dem Auftritt. Yvi und Diosa haben das so souverän gemacht! Ich war total stolz auf die Beiden. Die sind da rein, haben das total cool durchgezogen und sind in aller Seelenruhe wieder raus spaziert. Alle Einzelwertnoten nicht unter 8.0! Letztendlich hat das zum zweiten Platz gereicht. Interessanter Weise hat Diosa dafür einen Gutschein bei „Gangsalat“ gewonnen – der Stand, bei dem ich kurz vor der Prüfung noch schnell eine Gerte für Diosa gekauft habe, weil unsere natürlich nicht greifbar war und Frau Sumpf etwas „Drohung“ vor dem Start gut vertragen konnte.
Yvi und Diosa sind dann noch übers Gelände gebummelt, haben die Signum-Bar entdeckt und haben Kontakte geknüpft. Yvi hat einige Fotografen-Kolleginnen getroffen. Ann-Christin (Ponyliebe-Fotografie) und ihr Freund waren ja auch bei uns im Hotel untergebracht. Und wir lernten Alexandra Evang kennenlernen, die uns zehn Finos am Liebsten sofort zu einem Fotoshooting an den Rheinstrand entführen wollte.

Claudia
Janette und ich am Strahlen während der Show – Foto: Claudias Kamera

Dann war auch schon Zeit für die Vorbereitung auf die Abendshow. Die Paso Finos haben die Show mit zehn Pferden und einer wirklich guten Choreografie über zwei Sounding-Boards eröffnet. Echt Genial, dieses Gefühl, wenn alles funktioniert, man seinen Reitpartner dort trifft, wo man ihn treffen sollte, man Spaß hat und sich noch selber im Großbildmonitor laufen sieht. Adrenalin pur. Das gehört zu den Momenten, an die ich mich bestimmt immer wieder gerne zurückerinnern werde. Vielen Dank an unsere gesamte Fino-Truppe: Britta (Brujula), Gerd, Johanna (Shakira), Stan (Red), Heike (mobile Party-Bar), Erick, Astrid, Benedict, Claudia (Exelencia), Janette (Gitana), Terra (Martina), Jürgen, Meike (Matraca), Flo, Johanna und Kaisy. Es hat wirklich richtig viel Spaß gemacht mit Euch! Jederzeit gerne wieder! 🙂 Der Abend wurde dann noch bei der After-Show-Party an der Rennbahn-Tribüne gefeiert.

Stimmung
Stimmungsbild – Foto: Mirka Nilkens (danke dafür!)

Sonntag – letzter Messetag:
Der Sonntag lief dann ebenso entspannt ab wie die anderen Tage. Der allgegenwärtige Staub der Rennbahn haftet mir glaube ich immer noch in der Nase. Das war so das Eindrücklichste neben der Abendshow, was mich an Neuss erinnert. Gegen Mittag hatten Diosa und Jacinto noch einmal die Ehre im Aktionszirkel die Paso Finos zu präsentieren. Dann hat Yvi ihren Preis vom Trail abgeholt (die Siegerehrung hatten wir leider verpasst). Und dann haben wir uns auf den Weg nach Hause gemacht.

Gerade auch, um genügend Luft wegen dem Suzuki zu haben. Das hat auch gut funktioniert, bis nach gerade mal 100 km die Warnlampe erneut anging. Gefangen zwischen Siebengebirge und noch nicht mal Frankfurt sind wir erst mal auf die Raststätte und haben dem Auto ein Päuschen gegönnt. Und meinen Nerven auch. So hangelten wir uns von erneutem Warnlampen angehen (und dann nicht mehr ausgehen) von Raststätte zu Raststätte bis wir in Würzburg angekommen waren. Da ging dann gar nichts mehr. Nachdem Suzuki dann dauerhaft schwarzen Ruß hinten raus gepustet hat war es vorbei. Meine Nerven waren durch – ich wollte nicht mehr weiter. Ziel war eigentlich um die Würzburger Gegend zu kommen, dann könnten wir uns abholen lassen. Das haben wir dann auch getan Tobi und meine Schwester sind uns retten gekommen. Ponys entladen, Hänger umgehängt, Ponys wieder rein. Sumpf war glaube ich froh über die Pause, sie hat erst mal herzhaft vor den Burger King an die Raststätte gestrullert. Typisch Sumpf halt. Aber die Ponys waren so brav – die haben topp mitgemacht. Und sie waren auch ziemlich erleichtert, als sie das nächste Mal tatsächlich zu Hause aussteigen durften. Wir haben den Suzuki noch an der Raststätte abgeholt und der steht jetzt in der Werkstatt (inclusive dem Messe-Chaos im Auto-Inneren :-)). Ich bin total erleichtert wieder heil zu Hause angekommen zu sein.

Zwerg und Sumpf
Zwerg und Sumpf entspannen sich am Arbeitsplatz – Foto: Claudia Metting

Fazit:
Auf jeden Fall war es wieder eine sehr schöne Messe mit lieben Freunden und neuen Bekannten. Die ganzen Erlebnisse müssen erst noch verdaut werden und werden uns bestimmt noch ein bisschen beschäftigen. Als nächstes ist jetzt erst einmal wieder Zykloopenhof-Reload im Tagesprogramm. Aber wir werden versuchen auch etwas zu trainieren, dass wir im Rahmen des EPFC (dem Paso Fino-Turnier in diesem Jahr!) in Hünfeld im Juni auch ein gutes Bild abgeben werden. Und ich wäre dankbar, wenn das restliche Jahr mit etwas weniger Drama abgehen könnte. Davon habe ich momentan echt genug! Und dem Suzuki-Mann in Neuss wünsche ich mindestens eine schlaflose Nacht  mit wirren Träumen von panischen Frauen in großen Autos und wilden Pferden an den Hals!

PS: Danke an alle Fotografen, deren Bilder ich „gemopst“ habe!

PPS: Ich habe ganz vergessen Thora zu erwähnen!!!! Thora hat uns nämlich auch besucht und wir haben sie „zwingen“ müssen sich mal auf Frau Sumpf zu setzen und ein paar Runden zu drehen. Deas Frauchen hatte Diosa ja noch nie live gesehen – aber es waren ganz viele „Ah!“-Das-kommt-mir-bekannt-vor-Momente dabei 🙂 Die beiden Schecktiere sind sich doch ähnlich! Wir sehen uns bestimmt im Sommer noch einmal mit beiden Ponys zusammen – dann freue ich mich schon auf Mutter-Kind-Bilder! Und darauf Deas Fortschritte live zu erleben!

Teilnehmen am Erfolgskonzept Gangpferdereiten?

03. – 06.12.2015:

 

Auch dieses Jahr war das erste Dezemberwochenende wieder für die Pferd & Jagd in Hannover reserviert. Yvi und ich waren zur Abwechslung ohne eigenes Pony dabei. Diosa durfte zu Hause bleiben. Wobei das Pony wahrscheinlich den ganzen Trubel ganz furchtbar genossen hätte. Auf der Hinfahrt sammelten wir noch Nadine und ihre beiden Fino-Wallache Cuy und Pastiz ein. Pastiz sollte eigentlich mein Leihpony werden. Er hatte aber kurzfristig beschlossen lieber einen auf Hinkebein zu machen und die Tage gemütlich betuddelt in der Box zu verbringen. Nadine war so nett und teilte sich mit mir bei den Auftritten dann ihren Cuy. Vielen Dank nochmal dafür Nadine! Es war dieses Jahr sowieso eine Messe der kurzfristigen Planänderungen. Aber dazu später mehr.

Die IGV bekam dieses Jahr einen taktisch gut gelegenen Stand in der Nähe des Aktionszirkels in der Halle 17. Nachdem wir die Ponys verräumt hatten, halfen wir Doro und dem restlichen Team erst mal Stand aufbauen. Das hat ja immer ein ganz eigenen nüchternen Industriecharme in den Hallen bevor die ganzen Besucher kommen. Dieses Jahr wurde im Rahmen dieser ganzen Terroranschläge relativ viel kontrolliert und gefilzt. Am Sonntag sind aufgrund einer Drohung auch Polizeistreifen durch die Hallen gelaufen. Aber davon darf man sich nicht abschrecken lassen.

Doch zurück zum Stand! Das bewährte Konzept mit den Bartischen mit Informationsmaterial und Sitzgelegenheiten, die zum Quatschen einladen, wurde fortgeführt. Eine nette Einstellerin von Stephan stellte uns Salli-Sattelstühle, Hocker in Sattelform auf Rollen zur Verfügung, die super sind und gerne angenommen wurden. Gerne hätte ich mich mit den Dingern durch die ganzen Hallen rollen lassen, aber  niemand wollte mich fahren!

Direkt gegenüber war ein Händler mit Ariat und Westernsachen, hinter uns gleich der Anfang vom Isländerdorf und neben uns ein sehr unscheinbarer Stand, der uns noch viel Freude bereiten sollte. Das war nämlich ein Naketano-Outlet. Wir waren natürlich erst mal ahnungslos. Dass diese Firma mit den kuscheligen Pullovern existiert wusste ich, aber nicht, dass dieser nicht mal mit Firmenname beschriftete Stand so dermaßen viel Kundschaft anlockt. Es gab sogar Absperrbänder mit Einlass! Auf jeden Fall war es eine wahre Freude den jungen Mädels beim wühlen auf den Tischen zuzusehen. Interessant wurde es natürlich, als dann dieser Stand fast restlos ausverkauft war und nur noch Pullover in der Größe S da waren. „S“ für Kuschelpullover überhaupt herzustellen ist übrigens meiner Meinung nach ein Unding. Die sollen ja bequem sein und nicht aussehen wie Presswurst in Darmfüllung. Also könnte man die Größen „S“ und „XS“ direkt streichen. Mal ganz ehrlich – wer passt da schon freiwillig rein? Oder besser, wer kommt da elegant wieder raus …. jedenfalls sieht man interessante Verhaltensmuster von jungen Käuferinnen so über den Tag verteilt. Klassen von angehenden Verhaltensforschern hätten da ihre wahre Freude dran gehabt. Natürlich haben wir uns auch voll als Fashion-Opfer mit Naketano-Pullovern eingedeckt, aber wir konnten ja quasi schon vor Messe-Öffnung den Stand belagern und uns dann lässig geben.

Der erste Messetag ist immer eine Art Orientierung – Wie läuft etwas ab? Wo muss ich hin? Was gibt es alles? Wer ist noch alles da? Solche Dinge werden da abgecheckt. Man trifft viele nette Leute und Händler, die man von früheren Messen kennt. Ich sag nur, der Ingwer-Man, der Joghurt-Stand (bestes pseudogesundes Essen der Welt!). Man checkt den besten Kaffee-Stand ab, wo gibt es gutes Essen, an das man dann im Messeandrang auch heran kommt? Alles wichtige Dinge für Messe-Teilnehmer. Der beste Kaffeestand war gleich zweimal da – einmal draußen vor Halle 26, die mit den Creppes, und einmal direkt zwischen Aktionsring und Manège Baroque. Sehr praktisch, da sind wir nämlich mehrmals täglich vorbei gelaufen.

Gangpferde auf dem Weg zum Aktionsring - Foto: Thorsten Ruthof
Gangpferde auf dem Weg zum Aktionsring – Foto: Thorsten Ruthof

Auf Messen läuft man sowieso sehr viel. Man sollte gutes Schuhwerk dabei haben. In meinem jungendlichen Leichtsinn habe ich meine guten Laufschuhe zu Hause gelassen, weil ich zu faul war sie sauber zu machen. Solche Sünden straft der Herr sofort. Aber gottseidank war die Firma Quittpad mit ihren fantastischen Einlegesohlen wieder da! Klaus rettete damit meine Füße vor schmerzhaften Blasen. Eigentlich stellt Quittpad ja Sattelunterlagen her. Überhaupt hat Quittpad wieder etwas Neues am Start – eine neue Oberfläche für die Satteldeckenunterseiten. Es sieht aus wie Mikrofaser und sorgt für trockene Pferderücken. Ich bin gespannt darauf, die neue Unterseite auszuprobieren! Gespannt warte ich auch auf die angekündigten Sattelgurte aus dem bewährten Quittpad-Material. Der Prototyp fasst sich schon mal gut an. Es bleibt spannend.

Die Gangpferde hatten insgesamt drei Auftritte pro Tag. Schön konzentriert auf den Nachmittag. Erste Vorstellung war in der Manège Baroque – Marie Wendel mit ihrer Aegidienberger Stute und Stan mit Machiavelli führten ihre Pferde hier unter dem Gesichtspunkten Elemente der barocken Dressur in der Gangpferdereiterei vor, natürlich gekonnt von Stephan Vierhaus moderiert.

Die große Rassenvorstellung war dann immer um 15 Uhr im Aktionsring – alle Gangpferde im Vergleich zusammen im Ring, von Stephan kurzweilig präsentiert. Stephan hat es halt einfach drauf. Die Leute hören ihm gerne zu und er schafft es die Zuschauer zu unterhalten.

Stephan Vierhaus - Foto: Thorsten Ruthof
Halle 17 – Aktionsring – Foto: Thorsten Ruthof

Im Aktionszirkel gab es an den vier Messetagen zwei Paso Finos zu sehen. Angelita mit Johanna und Cuy mit seiner Chefin Nadine oder mit mir. Objektiv oder nicht, ich finde auf jeden Fall die Finos sahen dieses Jahr wieder sehr schick herausgeputzt aus mit Zamarros und traditionellen Zaumzeguen, die Ponys gleichfarbig, die Reiterinnen schick mit Hut und neu gestalteter Fino-Jacke. Die gibts übrigens auch im Shop (www.paso-shop,de) bei Nadine zu kaufen, wer noch nach einem Geschenk sucht, könnte hier Abhilfe finden. Einfach mal Nadine anschreiben!

Cuy und ich - Foto: Thorsten Ruthof
Cuy und ich – Foto: Thorsten Ruthof

Um 16 Uhr gab es dann noch einmal drüben in Halle 25 im Cavallo-Ring Gangpferd zu sehen. Leider erkrankte Nuno von Kaja mit unklarem Fieber am Donnerstag Abend und musste in die Klinik. Stan sprang für Kaja ein – auch im Cavallo-Ring, wo Stan mit einem äußerst geduldigem Machiavelli (er erinnert mich so dermaßen an meine verstorbene Dimera – unglaublich!) zusammen mit Stephan das „Anreiten“, Reiten und gymnastizieren von Pferden mit kolumbianischen Bosal demonstrierten. Auf jeden Fall eine sehr schöne Werbung für unsere Ponys. Auch die Tatsache, dass der Paso Fino ja traditionell gebisslos angeritten wird und somit ja momentan – oder eher eigentlich schon immer – voll im Trend ist. Nuno geht es übrigens wieder gut.

Machiavelli ... so geduldig im Cavallo Ring - Foto: Thorsten Ruthof
Machiavelli … so geduldig im Cavallo Ring – Foto: Thorsten Ruthof

Insgesamt war es wieder eine sehr schöne Messe. Natürlich anstrengend, aber auch schön. Wir trafen viele nette Leute, neue und alte, hatten viel Spaß und irgendwie finde ich, dass das IGV-Team wunderbar harmoniert. Es macht einfach Spaß mit motivierten Gangpferdefreunden egal welcher Rasse zusammen zu sitzen und Gangpferde zu zeigen. Auch dieses Jahr organisierte Doro wieder eine Stand-Party für uns. Das ist auch immer ein schönes Erlebnis. Man hockt Abends zusammen in den leeren Messehallen und hat Zeit für Gespräche. Das Fino-Team in diesem Jahr bestand übrigens aus Stan (Machiavelli), Johanna (Angelita), Britta, Gerd, Nadine (Cuy/Pastiz), Meike, Yvi und mir. Tageweise begleiteten uns auch Flo, Basti, Heike und Eric am Stand. Eric hatte natürlich genügend selbstgemachte Snacks dabei – und es gab schon früh am Vormittag Sekt 🙂 Natürlich wurden wir auch von vielen Fino-Freunden aus ganz Deutschland besucht, was immer wieder schön ist. Besonders gefreut hat es mich auch Deas neue Besitzerin in „Echt“ kennen zu lernen. Überhaupt macht es viel Spaß die verschiedenen Gangpferdefreunde zu treffen.

Teile des Teams am Sonntag - Foto: Thorsten Ruthof
Teams am Sonntag Abend – Foto: Thorsten Ruthof

Unser Hotel war auch wie immer perfekt. Zwar ist das Parkhotel etwas außerhalb gelegen, aber wir kommen immer wieder gerne dort hin. Schon alleine wegen dem Kellner mit seinem trockenen Humor im Restaurant oder wegen dem guten Frühstück. Das fehlt mir übrigens jetzt zu Hause. Gutes Frühstück.

Für die Zahlenfreunde unter uns die Pferd und Jagd 2015 in Zahlen und Stichworten:
100.000 Besucher – 850 Aussteller – Weltrekord Bau des Brandenburger Tor aus Hufeisen – Nacht der Pferde Galashow – Bestes Messewetter – keine Unwetter – keine Kathastrophen

PS: Nächstes Mal muss ich mich mal mit dem Abendshow-Programm beschäftigen. Man hätte nämlich die Gelegenheit berühmten Leuten über die Schulter zu gucken, wenn sie wie Otto-Normal-Reiter am Abreiteplatz ihre Pferde arbeiten. Nur erkenne ich die Leute nicht, weil ich nicht weiß wie sie aussehen! Das muss sich mal ändern!

Um einen kleinen Messe-Eindruck zu vermitteln, habe ich Euch mal ein paar YouTube-Filmchen verlinkt – guckt mal rein – vielleicht entdeckt Ihr auch ein paar Paso Finos? 🙂

ClipMyHorse – Nacht der Pferde 2015:

Halle 17, Salli-Stühle, Finos, Shopping:

ClipMyHorse – Eindrücke:

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