Del Cavador

Stephan, Sergio und Steppe?

03. bis 06.08.2018:

 

Gaited Working Equitation Hausturnier bei Gangpferde Vierhaus

 

Letztes Wochenende waren wir in Hünxe zu Gast, ein Termin, auf den wir uns lange gefreut haben, denn es hieß wieder Hausturnier bei Familie Vierhaus mit Working Equitation – für Dreigänger und für Gangpferde! Leider war das Wetter viel zu schön – wir sind bei teilweise bis zu 36° C unterwegs gewesen! Nachdem wir einen langen Anreiseweg hatten, sind wir bereits am Freitag Morgen losgefahren. Gut angekommen bezogen unsere Ponys zwei schattige Paddock-Boxen und konnten sich erst einmal akklimatisieren, während wir unser Hotel aufgesucht haben. Mein erster Schock dort beim Hinfahren: Flachdach! Hitze pur! Aber es entpuppte sich als schnuckeliges Hof-Hotel mit schönen Zimmern, die quasi im Keller gelegen sind, aber in einen tollen Innenhof hinaus gehen, so dass man Abends schön dort sitzen konnte und die Hitze nicht ganz so schlimm war.

Perfekte Unterkunft für Ponymann und Zwerg – Foto: privat

Erleichtert sind wir erst mal Foto-Lokation für Yvi suchen gegangen. Eigentlich gibt es nämlich ein paar Heideflächen in der Umgebung von Wesel, der Traum war, die Ponys dann noch schön in der Heide zu fotografieren. Aber totale Fehlanzeige: Überall verbranntes Land! Alles gelb und vertrocknet, aber überall tolle Sandwege! Seit 1. Mai kein Regen mehr! Wir haben eine einzige Erika-Pflanze gefunden, die leicht lila geschimmert hat. Soviel also zur diesjährigen Heideblüte.

Heideblüte 2018 … oder: Verbranntes Land! – Foto: privat

Abends trafen wir dann noch auf Thora und Fabian, die mit Dea del Cavador ihren ersten Turnierstart in Angriff genommen haben. Dea ist das zweite Kind von meiner Diosa – und es hat mich total gefreut sie wieder zu sehen! Auch der Zwerg hat sie als „kenn ich“ eingestuft, als wir zusammen Abends noch ein bisschen die Ponys bewegt haben.

Jacinto und Dea – erster Kontakt nach 5 1/2 Jahren – Foto: Yvis Handy

Zu unserer Freunde hatte das Hotel den Flyer eines Pizza-Dienstes ausgelegt, und so war klar, was es Abends noch zu Essen geben sollte. Sehr zum „Leidwesen“ des netten Pizza-Teams sind wir also Abend für Abend dort eingefallen und hatten lustige Pizza-Hohl-Gespräche mit Sven und Sergio, die uns Knalltüten glaube ich schon ein bisschen vermissen werden. Dabei bin ich auch dieses Jahr einmal geblitzt worden – ich bin schon gespannt auf das Fahndungs-Foto – es entstand während eines abklingenden Lachflash im Auto. Jedenfalls habe ich die guten Kochkünste der Jungs schon diese Woche vermisst – meine Hüften allerdings nicht 🙂

Das Turnier selber fand Samstag bis Sonntag statt. Es waren drei Prüfungspakete ausgeschrieben: Working Equitation für Dreigänger WA-Angelegt, mit Dressur WA Nr. 1 WED Reglement (für alle, die es genau wissen wollen :-)), eine Dreigang Prüfung und dem Stil-Trail – und für die Gangpferde jeweils Leicht und Mittel mit der IGV-Rittigkeitsprüfung Leicht und Mittel (Tölt), einer einfachen Töltprüfung und einem Stil-Trail. Und das Tolle, dieses Jahr hatten wir sozusagen in jedem Paket ein Pferd am Start!

Dea war mit ihrem ersten Turnierstart in der WE Leicht unterwegs und hat das Ding so was von cool durchgezogen. Sie kommt da ganz nach ihrer Mutter – Aufregung ist ihr völlig fremd. Neuer Platz zum Reiten? Egal. Trail? Na und? So eine gechillte Socke! Sie hat es richtig toll durchgezogen und konnte sich in der Gesamtwertung einen sensationellen zweiten Platz holen! Ich bin stolz wie Bolle! Dea am Turnier laufen zu sehen war sehr emotional für mich. Ich habe mir so gefreut! Die beiden (oder die drei besser gesagt) sind einfach ein tolles Team!

Dea del Cavador in der einfachen Töltprüfung – Foto: Yvi Tschischka

Jacinto und ich sind in der Mittleren WE gestartet. Unsere Dressur war deutlich besser wie die in Rothsee neulich. Jacinto hat aufgepasst, keine Übungen vorweg genommen und war bis auf ein paar seltsame Momente, in denen er in die Ferne gestarrt hat bei mir. Leider kam er etwas tief und seine Gangbild war sehr lateral und er hatte typische Tribulierer drin – aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Ritt. Wir haben eine 5,46 bekommen. Ich habe mich aber Platzierungsmäßig immer auf den hinteren Plätzen bewegt, was egal war – gefühlt war das bisher die beste Dressur in dieser Saison.

Zwerg und ich in der einfachen Töltprüfung – man sieht auch gar nicht, dass es mir in meiner gefütterten Softshell-Reithose zu warm ist 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

In der einfachen Töltprüfung war es sehr müde, hat aber trotzdem tapfer durchgehalten. Dafür hat er dort eine neue Freundin gefunden – Mia Luna de la Noche von Lena – an die hat er sich gehalten, weil er gedacht hat, das wäre der Ponymann, mit dem er ja hier war. Der Zwerg ist halt doch ein bisschen dappig was das Erkennen von Schecken betrifft. Er sieht ja auch in fast jedem Fuchs-Schecken seine Frau Sumpf. Das Kleben am mitgebrachten Kumpel hatten wir dieses Wochenende übrigens gut im Griff. Anscheinend ist der Ponymann dem Zwerg zu anstrengend, weil der immer spielen will. Jedenfalls konnte er gut alleine in der Box bleiben, bis auf etwas erbärmlich-hilfloses Schreien.

Den Trail hat Jacinto auch sehr schön gemeistert – natürlich bis auf das Tor und die Brücke – über die er ja gar nicht drüber gegangen ist. Dabei ist es so eine richtig schöne Brücke! Es ist ja nicht so, dass wir das erst super geübt haben beim Kurs mit Stephan bei uns neulich und dass er das zu Hause beides gut und ruhig gemacht hat. *seufz*
Dafür ist er dann am Montag nach kurzem gruseln ohne Sattel und nur mit Halfter geritten mehrmals über diese Brücke, ohne dass es ihm irgend etwas ausgemacht hätte. Ich liebe ihn trotzdem… Es ist halt der Zwerg.

War ja so klar …. Jacinto geht doch auf die Brücke – Foto: Yvi Handy

Im Dreigang WE hatten wir den Ponymann mit Lina am Start. Die beiden hatten ebenfalls ihren ersten Turnierstart gemeistert und Lina war quasi einfach von uns nach Hünxe mitgeschleift worden, damit der Zwerg nicht alleine so lange Hänger fahren musste. Vor der Dressur war sie Mega-Nervös, was sich dann aber während der Dressur wunderbar aufgelöst hat in ein Dauergrinsen. Perfekt. Auch die Dreigang lief perfekt – der kleine Mistkerl kann nämlich so toll laufen – bis er sich dann entschlossen hat ein bisschen durchzustarten. Anscheinend war ihm noch nicht warm genug. Das Durchstarten hat er dann auch beim Trail beschlossen – so dass Lina den Trail leider nicht fertig reiten wollte, aber sie kennt ihr Pferd am Besten und weiß, wann etwas keinen Sinn mehr macht. Auf jeden Fall hat das dem Ponymann am Montag eine spontane Übungsstunde mit Stephan auf der Trailwiese eingebracht.

Auf jeden Fall hatten wir wieder viel Spaß in Hünxe. Das Turnier war super organisiert, Ellen Vierhaus war dieses Jahr selber Richterin, Stephan Vierhaus natürlich der Sprecher, Wiebke hat während der Prüfungen Fotos gemacht. Die Pferdeunterbringung topp und alle Helfer sind sowieso immer hilfsbereit und freundlich – man muss sich einfach wohlfühlen! Vielen Dank, dass Ihr Euch auch dieses Jahr wieder den Stress einer Turnier-Organisation angetan habt 🙂 Und wir hoffen, dass es bald genügend Regen gibt in Hünxe!

Bild von der Gesamtsiegerehrung – alles Schattenparker! 🙂 – Foto: Lena Schilling (Danke!)

Yvi war natürlich auch dabei – als beste Turnierbegleitung und als privater exklusiver Turnierfotograf. Das hat nicht jeder 🙂 – Yvi hat aber natürlich auch die Gunst der Stunde genutzt und hat zwei Foto-Shootings mit Wiebke und ihrem schönen Borneo gemacht – einmal im normalen Reitoutfit und einmal im Sommerkleid – jeweils in faszinierend zu beobachtender Freiarbeit und mit Halsring geritten. Es ist immer wieder toll Wiebke mit Borneo „arbeiten“ zu sehen. Mit wie viel Leichtigkeit und mit wie viel Begeisterung der Kerl bei ihr ist verursacht jedes Mal Gänsehaut-Feeling. Sonntag gab es noch ein weiteres schönes Halsring-Shooting mit Inga und ihrem bereits älteren Reitpony-Wallach Pikachu, ebenfalls super schön nur mit Halsring geritten. Da sind tolle Bilder entstanden! Dann gab es noch zwei kleine Shootings – Celine und ihre schicke Paint-Stute Nikki, die sich so über den Sieg in der Dreigang-Prüfung gefreut hat (und die tolle Signum-Pferdedecke abgestaubt hat :-)) und das Sieger-Shooting von Yvis gesponsertem Preis für das Turnier wurde auch gleich noch eingelöst.

Wiebke und Borneo – Schick oder? – Foto: Yvi Tschischka Equinephotography

Auf jeden Fall ein sehr schönes, lustiges, emotionales und heißes Wochenende – vielen Dank, an alle, die dabei waren und vor allem Danke an unsere tapferen Ponys, die so schön mitgemacht haben und ohne die vieles in unserem Leben nicht so intensiv wäre. So eine Reise ist schließlich auch Stress. Aber man kommt immer gestärkt und mit neuen Ideen und Erfahrungen wieder nach Hause. Und schon alleine deshalb lohnen sich Reisen.

Zu Hause angekommen hat uns dann übrigens Frau Sumpf die restliche Woche in Trab gehalten. Madame hat sich einen fetten Sonnenbrand an der Schulter geholt. Das kommt davon, wenn man nicht in den Schatten geht (der natürlich zu genüge vorhanden ist), sondern immer da rum lungert, von wo aus man am Besten die Futterstationen und die Menschen, die Füttern im Blick hat. Frau Sumpf muss dringend mal an ihren Prioritäten arbeiten! Aber das ist wieder eine andere Geschichte!

Ein Blindes Huhn findet auch mal ein Korn?

Rothsee Gangpferde-Hausturnier 2018

07. Juli 2018:

An diesem Wochenende haben wir das Nürnberger Umland unsicher gemacht. Yvi und ich sind zum Hausturnier der Saga-Reitschule Rothsee bei Allersberg gefahren. Nachdem wir schon letztes Jahr eingeladen waren und es terminlich nicht geklappt hat, waren wir dieses Jahr wenigstens mit Jacinto dabei. Das war ein guter Test mit dem gelben Pony, denn er war schon lange nicht mehr alleine unterwegs. Er war sehr entspannt, auch während der Fahrt. Von daher hat sich die Reise schon gelohnt. Aber es kam noch besser.

Die Saga Reitschule von Steffi Jöst und Andreas Weissert liegt sehr schön gelegen. Es gibt dort alles, was man sich wünscht: eine Reithalle mit putzig gestalteter Bahn-Kennzeichnung (dort gelernt hätte ich mir die ganzen Buchstaben gemerkt, so kann ich sie bis heute nicht richtig!), eine nicht zu große und nicht zu kleine Töltbahn mit integriertem Reitplatz und Roundpen und vor allem ein tolles Ausreitgelände drum herum (wurde kurz getestet zum Warmreiten).

Wir wurden herzlich empfangen und Jacinto bekam ein schönes Paddock mit gefüllter Heuraufe für sich alleine. Die Reitschule zeichnet sich aus durch lauter rundherum nette und freundliche Menschen, die wir kennen lernen durften. Natürlich hab ich Depp mir wieder keine Namen merken können – es wird langsam echt schlimm mit meinem Löcher-Gehirn! Es war ein sehr schönes, lockeres und freundschaftliches Turnier, bei strahlendem Sonnenschein. Wie schon letztes Wochenende haben wir Daniel Sewing als Sprecher genießen dürfen und Günter Schulz aus Aegidienberg war als Richter vor Ort. Günter trifft man irgendwie viel zu selten, dabei macht es richtig Spaß mit ihm zusammen zu sitzen – Ich mag seinen trockenen Humor 🙂

Auf jeden Fall hatten wir einen entspannten Tag. Jacinto habe ich im Trail Mittel, Rittigkeit mittel, der Versatility-Tölt und der Pleasure Gangprüfung genannt. Der Trail lief richtig gut – vor allem im Vergleich zum Wochenende vorher (siehe Post – dort kann man ihn als Filmchen ansehen). Yvi war nämlich dieses Mal „Privat“ mit dabei, sozusagen Kamera-Frei (deshalb gibt es auch fast keine Fotos).

In der Mittleren Rittigkeit habe ich ein Gebiss bei Jacinto getestet und weiß jetzt wieder, warum ich normal komplett ohne Gebiss reite. Er hasst es. Er verwirft sich sofort und reagiert in der Fremde total unwirsch auf Gebiss. Was zu Hause auf dem Reitplatz eigentlich ganz gut als Hilfe für eine bessere Haltung funktioniert artet in der „Fremde“ aus in Zähneklappern, Einrollen und Verwerfen im Hals. Gebisse und Jacinto geht anscheinend nicht. Aber ich konnte die Prüfung trotzdem einigermaßen vernünftig fertig reiten – zumindest von der Aufgabenstellung her – die Haltung wurde dann auch besser, als ich den Gebiss-Zügel quasi komplett weg gelassen hatte. Aber es hat mir wieder einmal gezeigt, was das Pony mag und was nicht.

Am Nachmittag, nach einer leckern Stärkung mit Grillkäse und diversen leckeren Salaten – und Kuchen! Kuchen muss sein! (… übrigens habe ich aus Versehen eine Tasse mitgehen lassen, die habe ich beim Ausräumen des Autos gefunden *hust* …) hatten wir dann noch zwei Gangprüfungen. Einmal die Versatility-Tölt (eine Prüfung, ähnlich unserer Horsemanship-Prüfung), wo nach einem Gang-Beurteilungs-Teil, ein Aufgabenteil folgt. Hier mit Tölt um Slalom-Pylonen, einem Stopp zwischen zwei Hütchen mit Rückwärtsrichten und wieder Antölten. Was leidlich gut geklappt hat nach dem Gebiss-Disaster.

Ein weiterer Versuch meinerseits war wieder einmal eine Prüfung mit Galopp zu nennen. Da hat sich die Pleasure Gangprüfung angeboten. Die war auch am lustigsten zu Reiten – ich hatte lauter nette und leicht angeschwippste Reitkolleginnen mit in der Bahn, weil wir nämlich vorher spontan ein Sektchen zusammen getrunken haben. Wir hatten sogar überlegt mit den Sektbechern in die Prüfung zu reiten …. so mag ich das 🙂 Spaß und lockeres Reiten! Mädels, die Prüfung hat echt Freude gemacht! Übrigens weiß ich jetzt auch, dass einhändig geritten wird … das war mir nicht mehr so präsent. Man sollte einfach vor der Nennung mal in die Prüfungsordnung sehen und nachlesen was da steht.

Sektchen vor der Prüfung – Mädels, Ihr seid die Besten! – Foto: Privat

Alle meine Mitreiter waren super nett und jeder hat sich für jeden gefreut. Ich bekam sogar Bahn-Tipps, wo die Bahn tiefer ist, damit ich als Fremdreiter keinen Nachteil habe. Total Lieb! Deshalb hat es mir sogar richtig leid getan, dass Jacinto so super abgeschnitten hat. Es war mir sogar etwas peinlich, als ich dann bei der Gesamtsiegerehrung auch noch Turniersieger geworden bin. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt weiter hinten platziert zu werden, weil alle so nett waren und ich den Anderen die Siege gerne gegönnt hätte!

Nach der Siegerehrung haben wir Jacinto dann noch eine Extra-Portion Schlabber-Futter in seine Heuraufe gestellt, dass er sich noch ein bisschen entspannen konnte und haben noch geholfen die Salate und die Getränke aufzuessen/leer zu trinken und noch ein bisschen beisammen gesessen. Wirklich ein richtig schöner Tag bei Euch in Rothsee! Wir kommen gerne wieder! Aber hoffentlich nächstes Mal mit ein paar mehr Fremd-Reitern! Los Leute! Auf nach Rothsee!!!!

 

Angeberische Turnier-Start-Dokumentation (diesmal tatsächlich voll angeberisch):

Jacinto im: Trail Mittel (4) – 2. Platz
Mittlere Rittigkeit (5) – 2. Platz
Versatility Tölt (3) – 1. Platz
Pleasure Gangprüfung (5) – 1. Platz
Und somit auch noch Gesamtsieger des Turniers … das hat meine nicht wirklich vorhandene Pokal-Sammlung schlagartig ganz schön aufgestockt! Vielen Dank! 

Samba in Hessen?

2. Fino & Friends Gangpferdeturnier in Flieden (Hessen)

Barrida! Auffallend viele Schimmel fanden den Weg nach Flieden – Foto: Yvi Tschischka

29.06. – 01.07.2018:

Sommer – Sonne – Sambastimmung …. oder so ähnlich könnte man das letzte Wochenende treffend umschreiben. Vom 29.06. bis 01.07.2018 fand in Flieden (Hessen) das 2. Finos & Friends Gangpferdeturnier statt. Veranstalter waren Britta und Gerd Mülle (Paso Finos im Fliedetal – und der PFAE) unterstützt durch eine Vielzahl unermüdlicher und fleißiger Helfer. Als Richterin war dieses Jahr Anna Eschner die Herrin der Platzierungen. Herr des Mikrofons war wie schon beim ersten Mal Daniel Sewing. Wie immer war alles super organisiert – das Stallzelt bestens gerüstet, das Catering super, eine Cocktailbar mit dem besten aller Cocktail-Mixer Erick am Samstag und Sonntag, Meldestelle, Ringstewarts, Schleifenmädchen, Platzwart, Musik, Begrüßungsgeschenke, Preise, alles topp und liebevoll bis ins Detail durchgeplant. Vielen Dank an alle helfenden Hände und an die ganze Arbeit, die Ihr Euch schon Monate im Voraus für uns gemacht habt, um Reitern und Zuschauern so ein tolles unvergessliches Wochenende zu ermöglichen.

Yvi, dieses Jahr als offizieller Turnier-Fotograf und Mit-Reiter von Kaisys schickem Pony Ristretto unterwegs, und ich mit Jacinto und dem Drachenpony im Gepäck, sind bereits Freitag zeitig losgefahren, um drei schöne Tage in Hessen zu erleben. Der Freitag war komplett entspannend für uns. Wir sind nach dem Einchecken im Hotel noch gemütlich geritten, um den Ponys vor Turnierstart noch die Bahn zu zeigen. Dabei hatten Yvi und das Drachenpony den Moment schlechthin – das Drachenpony war beeindruckt vom Turnierplatz bestimmt drei Runden lang im friedlichen Tölt unterwegs und auch mehrere Durchgänge taktklar auf dem Sounding-Board. Und ich Depp hab vergessen auf „filmen“ zu drücken, so dass leider nur 24 Sekunden dieses genialen Moments festgehalten wurden. Schon alleine deshalb hat sich die Fahrt also gelohnt 🙂 Aber es sollte noch traumhafter werden.

Vor-sich-hin-Dappel-Zwerg und Power-Resi am Sonntag-Morgen – Foto: Yvi Tschischka

Zurück im Stallzelt wurde ich kurzerhand als Ersatzreiter für die Western Pleasure rekrutiert: auf meinem speziellen Lieblings-Pony Osiris del Gavilan, da seine Besitzerin leider selber nicht dabei sein konnte. Was für eine Ehre – und vor allem, was für eine Freude! Osiris durfte ich bereits vor Jahren schon einmal vorstellen und dieses Pony ist einfach ein ganz faszinierendes und sehr spezielles Pony. Lieben Dank Steffi! Du darfst mir jederzeit den Bub „aufs Auge drücken“ 🙂 Der Abend klang dann beim gemeinsamen Buffet im Gasthaus Zentrum aus, Jörg Wehner und sein Team haben auch das hervorragende Catering am Turnierplatz übernommen. Ich bleibe weiterhin ein großer Fan von seinen Lachsbrötchen zum Frühstück!

Der Samstag war dann mein leicht stressiger Reit-Tag – insgesamt sieben Prüfungen! Wobei die Erste, die Naturtölt mit Resi schnell vorbei war. Sie ist eine halbe Runde lang schön getöltet und dann leider ein bisschen ins Hopsen gekommen, so dass wir die zweite Hälfte der Runde weitergehopst sind und direkt beim Ausgang mit Abschlussgruß wieder raus. Vielleicht hätten wir ihr am Freitag gar nicht den Platz zeigen sollen, dann hätte sie die tolle Phase vielleicht in der Prüfung gezeigt. Man weiß es nicht. Aber egal. Sie sieht jedenfalls immer schick aus – egal was sie macht. Als nächstes war die Dressur B mit Jacinto an der Reihe – nicht ganz so schön wie zu Hause geübt, vor allem die Schritt-Phasen mit den Kurzkehrts waren nicht so optimal, aber durchaus eine sehr schöne Dressur – und für Jacintos Verhältnisse ziemlich konstant. Von Alex Rau gab es ein dickes Kompliment, von der Platzierung her hat sich das nicht ganz so gut niedergeschlagen, aber egal. Auch die folgende Country Pleasure hat sich gut angefühlt. Jacinto war natürlich nicht durchgängig im Tölt (da hatten viele Pferde dieses Wochenende Konstanz-Probleme), aber ich fand ihn deutlich besser wie die letzten zwei Jahre. Vor allem hatten wir auch angedeutet zwei Tempi Tölt. Und das besser wie letztes Jahr war mir am Wichtigsten.

Jacinto in der Country-Pleasure – Foto: Yvi Tschischka

Den Trail habe ich mit beiden Ponys gestartet. Jacinto nicht entspannt – das ist leider komplett Glücksspiel bei ihm – Hindernis Nummer eins: Flatter-Gasse: kein Problem. Zwei: Fußball schussern konnte er noch nie – alles was sich bewegt, wenn er drauf oder dran Tritt bringt ihn komplett aus der Fassung. Cocktails mixen an der Bar: Jacinto trinkt nicht, also mixt er auch nicht …. *augenroll* – Seitwärts-Stange, kann er eigentlich, aber heute nicht, genau so wie das Stangen-L rückwärts. Das hat er erst mal zerstört. Aber Kira, ich fand Deinen Trail sehr schön!
Bei Jacinto ist alles möglich. Den George Clooney hat Jacinto aber wieder schön um die Pylonen getragen. Übrigens ein tolles Hindernis! Ich habe mich sehr gefreut, den guten George wieder zu sehen. Er war ja damals schon in Hünfeld dabei. Und dieses Mal gab es auch Kaffee am Abreiteplatz! Helga, Du bist einfach die Beste! 🙂

Der gute George Clooney als Trailhindernis in Flieden – Foto: Yvi Tschischka

Trail mit dem Drachenpony – ein Widerspruch in sich? Eigentlich nicht. Sie läuft nämlich besser, wenn sie zwischendurch mit Dingen konfrontiert wird, die sie ablenken. Flatter-Gasse, sogar im schnelleren Tempo möglich. Eigentlich wollte ich im Schritt durch, aber sie war zu aufgeregt. Fußball durch die Stangen bugsieren: Nach einer Schnaub und Überlegungsphase super gemacht. Cocktailbar: eher gefährlich, aber es hat sich überreden lassen. Mit viel Aufregung. Die war dann leider ab dem Stangen-Seitwärts komplett überschüssig. Stangen-Seitwärts und Stangen-L kann sie nämlich eigentlich sehr schön. Aber da haben die Nerven dann durchgedreht. Ich bin dann abgestiegen und wir sind noch zu Fuß schön durchs L und mit George durch die Pylonen, damit sie einen schönen Abschluss im Trail hat und nicht komplett überreizt da raus geht. Wir sind sogar in der Wertung geblieben und Resi war damit sogar besser wie Jacinto. Diese Ponys!

Aber letztendlich fragen sich viele Leute bestimmt, warum schleppst Du dieses bekloppte Pony überhaupt mit? Die spinnt total, es ist Stress, sie führt sich auf und es macht eh keinen Sinn. Stimmt alles, aber ich versuche es trotzdem. Ich finde es wichtig die Ponys auch in der Fremde herum zu schleifen. Einfach mal raus aus dem heimischen Stall, Hänger fahren, wo anders sein, wo anders reiten, das schweißt zusammen und ist auch immer eine gute Übung – und es deckt Schwachstellen auf, die zu Hause leidlich funktionieren (Schritt, halbgeübte Trailhindernisse, Schwachstellen im Tölt) und dann in der Fremde einfach gnadenlos aufploppen, weil sie nicht zu hundert Prozent funktionieren. Und ich teste das halt auf einem Turnier. Mir ist es wichtiger im Gesamt-Paket eine gute Zeit zu haben und dass die Ponys auch überall entspannt sind. Das schaffen beide sehr gut, nur in der Prüfung direkt hapert es dann halt einfach meistens.

Cocktailbar mit Resi, gut, dass das Pony so kurz ist, wenn es schon unbedingt zusehen will! – Foto: Yvi Tschischka

Aber man weiß es nie, vor allem beim Drachenpony. Es hat uns am Freitag eine Ausschau gegeben, was es könnte, wenn es wollen würde, aber leider steht es sich immer wieder selber im Weg. Und das hätten wir nicht erleben können, wenn wir sie nicht mitgeschleppt hätten. Und auf jeden Fall hat sich meine kleine „Reitbeteiligung“ Franziska gefreut, dass das Drachenpony dabei war, weil sie nämlich zusammen mit ihrer Mama den ganzen Samstag mit Resi verbringen konnte. Und dabei eine Riesen-Freude hatte. Übrigens vielen Lieben dank an Steffi, die sich als Pferde-Sklave den Samstag bei mir verdingt hat: Ponys halten und Dressur filmen – mit zwei Pferden unterwegs mit komplett allen Prüfungen an einem einzigen Tag hätte ich das ohne sie nicht so reibungslos geschafft! Gerade weil Yvi den schicken schwarzen Ristretto von Kaisy reiten durfte und „nebenbei“ noch offizieller Turnierfotograf war. Ristretto hat übrigens einen sehr schönen Einstieg ins Turnier-Leben gegeben! Er hat das Prima gemacht!

Nachmittags startete ich Jacinto noch in der Pleasure L1 – was ganz gut funktioniert hat. Bekannte Probleme (Schritt … warum auf einmal langsam laufen???? – und Taktprobleme) haben uns natürlich nicht in die vorderste Reihe gebracht, aber wie gesagt, ich war zufrieden mit der gezeigten Leistung. Es geht natürlich noch besser, und es war schon besser, aber halt schlicht und einfach Momentan nicht.
Übrigens hat man auch während den Prüfungen Spaß wenn man im Line Up steht und mit den Mitreitern Spaß hat. Jürgen ist da der Knaller schlechthin. Er schafft es seine verlorene Rückennummer vom Sattel aus aus dem Sand zu klauben. Line-Up-Gespräche sind immer Lustig, vor allem, wenn so Sätze wie: „Jürgen, Du musst die Nummer aufheben, ohne Abzusteigen!“ dann auch genau so ausgeführt werden. In der Prüfung. Man kann so viel Spaß haben, wenn man nicht alles verbissen sieht und das tun die Fino-Reiter eben nicht, drum ist es so lustig mit Euch allen! Großes Kompliment an die ungefähr 25 anwesenden Pferde und ihre Reiter – wobei auch zwei Nicht-Finos dabei waren – Schön, dass Ihr gekommen seid! Übrigens gab es wieder einmal eine Kostüm-Klasse – was habe ich gelacht, als ich die drei Starter gesehen habe – grandiose Verkleidungen!

Ehrenrunde der Country-Pleasure – immer wieder ein Vergnügen! – Foto: Yvi Tschischka

Am Ende des Tages waren meine beide Ponys dann schon ziemlich Müde. So ein Turnier-Tag ist anstrengend. Während die beiden Ihr vorgezogenes Abendessen mümmeln durften hatte ich die Ehre den schicken Osiris in der Western Pleasure zu starten. Tine und ich (oder wahlweise Yvi und Tine) sind seid Jahren so ziemlich die Einzigen, die diese schöne Prüfung starten. Ich finde, das muss sich ändern! Los Leute: Mut zu Glitzer und Spaß! Übrigens noch einmal ein Danke an unseren „Besser-Gekühltes-Bier-Guide“ Steffen fürs Leihen Deiner Chaps und fürs Filmen der Prüfung!

Jedenfalls hatte ich viel Freude in dieser Prüfung und wir hatten auch ein richtig schönes Workout, sogar mit Rollback. Ich liebe diese Prüfung. Man fühlt sich einfach wie ein cooler Westernreiter. Egal ob man das ist oder nicht. Und egal ob es funktioniert oder nicht. Es geht um den Spaß. Und vor allem mit so einem tollen Pony unterm Hintern. Aber dieses Mal hat es funktioniert. Wir wurden beide Erste, weil unterschiedliche Ponys, aber beide toll präsentiert. Somit hat sich mein Ziel: eins von den tollen Holzpferdchen, die es wieder als Pokale gab, bekommen auch erfüllt. Neben einem fetten Grinsen im Gesicht, weil tolles Pony unterm Hintern. Hach, das Leben kann so schön sein!

Osiris von Steffi, bester Bub ever!  – Foto: Yvi Tschischka

Eigentlich wollte ich Jacinto schonen, weil er schon sehr müde war, habe mich dann aber doch noch für die Fun-Prüfungen rekrutieren lassen. Ok, eigentlich, um Helmut und Helada zum Paar-Reiten zu animieren. Was auch funktioniert hat. Helada hat auch manchmal echt einen Schatten, und spackt zwischendurch komplett ab, nur läuft sie zwischen durch einfach genial. Helmut hat es echt drauf, da oben cool zu bleiben, trotz Kapriolen. Auch mit mehrlagigem Klopapier in der Hand und Jacinto neben dran. Wir hatten jedenfalls Spaß 🙂 Die Champagner-Tölt ist ja sowieso quasi Pflicht mitzureiten, weil ( – Achtung Pro-Tipp!!!) da kommt man prima an Gratis Sekt ran (wenn das Pony nicht so viel herum hüpft und alles verschüttet). Ich reite die Prüfung ja nur deswegen …. abgeschlossen wurde der perfekte Samstag dann noch mit Mojito und Erdbeer Daikiri an der Cocktail-Bar von Erick. Wir hatten viel Spaß und viel zu lachen!

Der Sonntag sollte dann eigentlich der Tag werden, an dem ich Yvi in der Horsemanship fotografiere. Aber weit gefehlt, am morgentlichen Lachsbrötchen mit Kaffee bekam ich das Angebot La Luvia del Caron von Manuela ebenfalls in der Horsemanship zu reiten. Hallo, was für ein Angebot! Tolles Pony, Schneeweiß, noch nie geritten – mach ich doch glatt! Vielen dank Ela! Aber ich habe mir erst das ok von Yvi eingeholt, weil eigentlich war es ja anders versprochen. Aber Nico ist an der Kamera eingesprungen und alles war gut. So kam ich in den Genuss ein komplett fremdes, aber tolles Pferd in einer Prüfung zu reiten. Ich liebe solche spontanen Dinge. Und es hat auch richtig gut geklappt. Bis auf die Tempo-Unterschiede und meine obligatorischen Taktfehler – wir wurden sogar Sechster. Also für Fremd-Reiter-Kombi echt nicht schlecht – und es war eine echt harte Prüfung! In meiner „Abteilung“ hatte ich Sello und Stan und Brujula mit Britta – also quasi unschlagbare „Konkurrenz“, weil so tolle Ponys – aber es ist immer wieder Lustig mit Euch!

Leider war das Turnier nach den Best of Traditional-Klassen am frühen Nachmittag viel zu Schnell wieder vorbei. Und es war ein richtig schönes Turnier – sehr geprägt von einer richtig guten Stimmung, voll Freude/Spaß und dem Treffen von tollen Menschen. Jeder hat sich für jeden gefreut und es ist einfach wie ein großes Familientreffen – nur mit Ponys. Also eigentlich viel Besser wie ein Familientreffen (weil da darf man ja nicht die ganze Zeit über Ponys reden). Apropos Familien-Treffen: ist ja wie Schafe Hüten – in den Mittagspausen konnten wir der Vorführung von Meik Wessendorf mit seinen Hütehunden Elsa und Nice und den Schafen zusehen. Das war voll interessant! Und ich mag Schafe.

Zeitungsausschnitt Fuldaer Zeitung vom 3. Juli 2018 (unter Pferdesport :-))

Wir sind dann noch mit zu Stan und Johanna gefahren, um den gerade mal drei Wochen alten „neusten“ Sello-Nachwuchs zu besuchen – was für ein schickes, aufgewecktes, imposantes Kerlchen! Das wird spannend mit ihm! Herzlichen Glückwunsch an so ein gelungenes Fohlen Johanna und Stan! Und meine Prognose: Er bleibt Grau wie die Mama 🙂

Stau-Los sind wir dann Abends wieder zu Hause angekommen und die Ponys waren froh endlich wieder in Ihre Herden zu kommen und wir froh eine Dusche und das eigene Bett wieder zu sehen, aber voller toller Erinnerungen – und darauf kommt es an! Wir sehen uns wieder! Ganz bestimmt!

 

Ach ja, meine Angeber-Turnier-Auflistung für meine Statistik fehlt noch:

La Respuesta de Los Angeles:

Naturtölt (3) – rausgeflogen

Trail (6) – 5. Platz

Jacinto del Gavilan:

Trail (6) – 6. Platz

Country Pleasure (3) – 3. Platz

Pleasure L1 – vergessen, vielleicht kann mich wer erinnern? 

Dressur B (7) – 5. Platz

Osiris del Gavilan:

Western Pleasure (2) – 1. Platz

La Lluvia del Caron:

Horsemanship (10) – 6. Platz

Schnee in Hannover?

Pferd und Jagd Hannover 2017

Willkommen in der Welt der Gangpferde – Foto: privat

07. bis 10. Dezember 2017:

In den letzten Jahren ist es fast schon Tradition geworden, dass Yvi und ich auf die Messe Pferd und Jagd nach Hannover fahren. Es ist jedes Jahr wieder Abenteuer, irgendwie Urlaub und aber immer ganz viel Spaß wenn wir dort sind. Dieses Jahr waren wir als Bodenpersonal für den IGV-Stand und als durchgehende PFAE-Vertretung mit dabei – und zwar die vollen vier Tage!

Los ging es am Mittwoch Abend nach Arbeit und Stalldienst. Ganz gechillt haben wir noch Britta in Flieden abgeholt (inclusive Fohlen kuscheln und Sumpfs Ex-Lover besuchen) und sind weiter in unser Hotel in Hannover gedüst. Spät Abends blieb uns leider nur noch Zeit für ein schönes Abendessen und ganz viel Quatschen, bevor es dann am nächsten Morgen zum ersten Messetag nach Hannover ging. Doro und ihre fleißigen Helfer hatten den ganzen Stand am Vortag schon aufgebaut und so konnte der erste Vormittag herzhaft zum Shoppen genutzt werden. Yvi hat gleich mal den Stand mit den Brockamp-Pads überfallen – da war nämlich ein schwarzes Reitpad zu haben. Die sind ja, wenn man sie bestellt, momentan echte Mangelware. Ich habe mir einen schwarzen, wasserdichten „Blaumann“ für den Winter zugelegt, nachdem der Alte ja schon sehr – sagen wir mal „zugig“ geworden ist mit den Jahren. Der Blaumann hat schon drei Autos überlebt. Also Ziel erreicht. Die Ponys haben noch einen Nachschub an Leckerlies bekommen und neue Fahrpeitschen für die Bodenarbeit. Brot und Spiele ist hier die Devise!

Dieses Jahr hatten die Gangpferde einmal am Tag eine Show-Zeit im Aktionsring – dafür aber immer rund eine halbe Stunde lang. Und der Aktionszirkel war immer gut besucht. Da blieb genügend Zeit für Stephan Vierhaus alle anwesenden Gangpferderassen gewohnt kompetent und überzeugend vorzustellen und wir zeigten auch, dass Gangpferde nicht nur im Kreis tölten können, sondern auch für andere Dinge zu gebrauchen sind. Sabrina Scherweit und Ihre Stute „Honey“ zeigten, dass auch Gangpferde elegant über ein Hindernis kommen (Yvi und ich haben übrigens die lebenden „Sprungständer“ gespielt – so waren auf jeden Fall wenigstens Fino-Hüte in der Arena 🙂 ) Kaja Stührenberg und ihr Nuno zeigten Elemente der Working-Equitation und Sarah Seifert zeigte mit ihrem Gisli, dass auch Islandpferde in der Dressurarbeit und der Piaffe eine sehr gute Figur machen!

Vor dem Auftritt – Mr. Huiii und die beiden Kreiswälder fehlen auf dem Bild .-) – Foto: privat

Ansonsten waren an Gangpferden dabei: zwei Paso Peruanos (Familie Hoffmann), ein Aegidienberger (Natascha Cordes :-), ein Isländer (Sarah Seifert), ein Töltender Traber (Ellen Vierhaus), Paso Iberoamericano (Kaja Stührenberg), Tennessee Walking Horse (Anna Holstermann), zwei Kentucky/Rocky Mountain Horses (Sabrina Schwerweit und Mireille van Meer), vier Mangalarga Marchadores Freizeit (Sabine Krüll) und Sport (Gestüt Kreiswald) geritten. Wahrscheinlich habe ich sogar ein Pferd und Reiter vergessen!

Am Nachmittag starteten dann schon die ersten Vorträge im Rahmen des „Kompetenzzentrums“ – sprich kleine, interessante Vorträge zu den verschiedensten Themen rund um die Gangpferdeszene. Zum Beispiel: „Gaited Working Equitation – Arbeitsreiten mit Gangpferden“ (Stephan Vierhaus), „Die Gangarten und Farben des Rocky Mountain Horses“ (Sabrina Scherweit und Mireille van Meer), „Wanderreiten mit Mangalarga Marchadores“ (Sabine Krüll), „Was sie schon immer über den Paso Fino wissen wollten“ (Britta Mülle und Christine Griebel), „Gymnastizierung von Gangpferden – Herausforderungen im Tölt“ (Kaja Stührenberg), „Zucht, Zuchtlinien und Aufzucht des Mangalarga Marchadores“ (Annegret Dallmann), „Der Mangalarga Marachador – Entstehung, Geschichte Gangarten“ (Andrea Scheidler), „Die Singlefooter – eine neue Gangpferderasse in Europa?“ (Stephan Vierhaus), „Paso Peruanos in Canada“ (Sabine Steffens), „Internationale Gangpferdevereinigung e.V.“ (Carolin Jost-Kilbert). Das waren feine Vorträge, die für viel Interesse innerhalb unseres Stand-Teams gesorgt haben – vereinzelt auch außerhalb … sprich: ich möchte sagen: da ist durchaus noch Luft nach oben möglich!!! 🙂 – und die für das Verständnis untereinander grandios beigetragen haben. So viel geballtes Insiderwissen hört man nicht alle Tage. Ich fand die Vorträge auf jeden Fall eine super Idee.

Unscharfe Handybilder aus dem Aktionszirkel – kann ich! – Foto: privat

Nachdem ich selber auch dort gestanden habe, konnte ich auf jeden Fall freies Reden üben. Das war zuletzt in der Berufsschule gefordert. Von daher: So ein Gangpferd fordert einen in alle Richtungen! Nicht nur unter dem Sattel! Hier speziell ein dickes Dankeschön an Technik-Thorsten :-), der uns souverän verkabelt hat und dafür gesorgt hat, dass alles reibungslos funktioniert.

Schön war auch die Idee von vier Pferdefotografinnen eine kostenlose „Portfolio Review“ für Nachwuchsfotografen zu organisieren. Man konnte nämlich Samstags gemütlich am Stand der IGV seine Fotografien von drei tollen Pferdefotografinnen begutachten lassen und sich Tipps holen. Ann-Christin von Ponyliebe Fotografie fiel leider dem Fieber zum Opfer und konnte nicht dabei sein (Schade!!!), aber Alina Geis Fotografie, Frederike Scheytt Photography und Yvi Tschischka haben sie würdig mit vertreten. Es kamen eine ganze Menge talentierter Jungfotografinnen, da hat das Mitgucken in den Bildern total Spaß gemacht. Und Samstags konnte man sich sowieso nicht durch die Messe bewegen, weil so viel los war. Von daher: Perfekt!

Britta musste uns leider Freitags schon wieder verlassen (aber sie hat den Zimt-Schnaps da gelassen!), dafür kam Nico – oder wie wir ihn ab sofort nennen: Pröbchen-King – als Vertretung für die Paso Finos für die restliche Zeit. Nico hat es geschafft, immer etwas zum Stand zu schleppen und zu wissen, wo es die besten Futterproben gibt. Mit Nico hatten wir auch lustige Abendessen und Frühstück im Hotel. Das Buffett kann ja ohne Pferdeversorgung ganz schön lange ausgenutzt werden. Natürlich hatten wir auch lieben Besuch von vielen Gangpferdefreunden und Fino-Freunden auf der Messe. Meike und Flo – Wir sehen uns viel zu selten!

Natürlich habe ich auch jeden Tag den Klaus von Quittpad besucht. Schon alleine wegen ihm lohnt sich die Fahrt nach Hannover 🙂 Und wir haben ganz viele Leute wieder getroffen, oder neu kennen gelernt. Es macht einfach immer Spaß mit dabei zu sein. Egal ob am Stand, in der Generalprobe der „Nacht der Pferde“, beim Essen suchen, Rotwein probieren (haben wir jetzt doch nicht geschafft Nadine!), oder bei den Pferden. Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue auf das tolle Stand-Team der IGV und es ist immer ein lustiger und herzlicher Haufen! Ein dickes Dankeschön an jeden Einzelnen, der dabei war! Ich hoffe wir sehen uns alle wieder nächstes Jahr?

Fino-Truppen-Selfie am IGV-Stand – Britta fehlt!!!! – Foto: Yvi

Dann auch bestimmt wieder mit pferdiger Paso Fino-Beteiligung! Wobei wir ehrlich gesagt ganz froh waren, dass wir dieses Jahr keinen Pferdeanhänger dabei hatten. Auf den Straßen war ganz schönes Verkehrschaos am Sonntag – Schneesturm vom Feinsten! Aber alle sind mehr oder weniger später nach Hause gekommen. Abenteuer pur! Als Mitglied in einem Verein erlebt man richtige Abenteuer! Schon alleine im Hotel … aber das sind wieder andere Geschichten! Die lassen wir hier bleiben, die sind nämlich nicht jugendfrei! 🙂

IDMG2017 – Zwei Finos wie Pech und Schwefel?

24.08. bis 27.08.2017

IDMG 2017 – Holzpferdekumpel – Lena Strothmann Photographie

Endlich war es wieder so weit: IDMG-Zeit! Auf dieses Turnier freuen wir uns jedes Jahr, weil es einfach Spaß macht mit so vielen verschiedenen Gangpferderassen und Gangpferdemenschen zusammen ein paar schöne Tage zu verbringen. Dieses Jahr kam noch der Bonus neue Lokation dazu. Yvi und ich waren nämlich noch nie in Birrekoven und schon ganz gespannt den Hof von Ingrid Pinnecke-Arenz in Alfter (Bonn) kennen zu lernen.

Um erst mal in Ruhe ankommen zu können und um selber die Gelegenheit zu haben die Umgebung zu erkunden sind Yvi und ich bereits Mittwochs angereist, obwohl erst Donnerstag Nachmittag unsere erste Prüfung stattfand. So ein Turnier ist für uns immer „Urlaub“ – also Zeit fern von zu Hause mit anderem Tagesablauf – weil für „richtigen“ Urlaub reicht es dann halt einfach nicht mehr. Und Urlaub ohne Pferde ist ja auch irgendwie kein richtiger Urlaub!

Wir sind also gut durchgekommen (Danke A3 – kein Stau! – Danke Marc-Uwe Kling und dem Känguru, welches uns unterwegs gut unterhalten hat). Die Ponys durften in ihre Turnierunterkunft einziehen. In der kleinen Reithalle waren großzügige Panel-Boxen aufgestellt und Jacinto und Diosa durften dort wohnen. Zu Essen gab es lecker Heulage, die vor allem Jacinto sehr gut geschmeckt hat. Ich glaube das war das erste Turnier, an dem er nichts abgenommen hat, sondern vielleicht sogar eher zugenommen hat. Auf jeden Fall haben sich die Ponys wohl gefühlt! Das ist die Hauptsache!
Positiv fand ich auch alle Helfer am Hof: Alle haben super mitgedacht und reibungslos für einen perfekten Ablauf des Turniers gesorgt.
Nachdem die Ponys betüddelt waren ging es für uns erst mal ins Hotel und die Gegend checken. Wir mögen es ja beide sehr gerne in der Fremde erst mal zum Einkaufen zu gehen und zu gucken, was es unterschiedliches gibt, oder wie andere EDEKAs* so aussehen. Und in NRW kann man bis 22 Uhr einkaufen gehen! Ding-Ding-Ding! Perfekt! Ich bin ja eher ein Spät-Mensch. Also Morgens machmal aktiv, aber Sozial-Kontakte sollte man mir erst später am Tag angedeihen lassen. Also ist Abends einkaufen perfekt für mich.

Am Abend sind wir noch eine Runde durch den Wald mit den Ponys gedreht und haben versucht eine Aussichtsplattform zu finden, um von Birrekoven aus über Bonn und den Rhein blicken zu können. Haben aber nichts entdeckt, außer schönem Wald und ganz viel Idylle.

Nirgends ist man sicher! – Foto: Privat

Der Donnerstag war dann erster Prüfungstag. Ganz gechillt erst am Nachmittag, so konnten wir schön den anderen Startern zusehen und uns der Aufnahme isotonischer Getränke** widmen und dabei in der Sonne herumhängen und mit Leuten quatschen. Zwischendurch sind wir noch unsere Dressur-Prüfungen geritten: Diosa und Yvi die Mittlere Rittigkeit und Jacinto und ich die Schwere Rittigkeit. Ja, Schwamm drüber … Frau Sumpf ist durch die Prüfung „gemöht“ *** und Herr Zwerg durch die Prüfung gehops-trallalat****. Aber wir wollten unbedingt bei der diesjährig erstmalig stattfindenden „Gaited Working Equitation“-Wertung mitmachen. Die besteht aus der Rittigkeit Mittel oder Schwer, dem Schweren Trail und einer Gangprüfung. Und ich finde die Idee Super, weil es einfach Spaß macht und die Vielseitigkeit der Pferde unter Beweis stellt. Und ich hoffe, dass diese Idee weiter ausgebaut wird. Zum Beispiel mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. An diesem ersten Versuch starteten jedenfalls 11 Teilnehmer – was dem Schweren Trail eine so hohe Starterzahl wie noch nie einbrachte 🙂 und eine Menge Spaß gemacht hat. Wir haben uns nämlich untereinander gut verstanden und hatten ziemlich viel Spaß auch abseits der Prüfungen.

Freitag und Samstag waren dann Vorentscheidungstage. Diosa und Yvi sind in der Naturtölt und in der Pleasure Gang gestartet. In der Pleasure konnte sie sich den Platz für das A-Finale sichern. Jacinto lief in der offenen einfachen Töltprüfung. Da haben wir es sogar in das A-Finale geschafft. Keine Ahnung wie, denn Jacinto fand den Boden vor und auf der Ovalbahn ätzend. Kleine Steinchen. Es war sowieso ein Wunder, dass Frau Sumpf auf dem Boden so toll gelaufen ist. Sie ist nämlich komplett unbeschlagen und rumpelt tatsächlich über alles drüber. Das Pony ist unverwüstlich.

Was uns am Samstag auch super gefallen hat war die leider einzige****** Paso Fino Prüfung am Turnier – die Country Pleasure. Nachdem das für uns eher ein Zeigen der Finos war (weil eine Prüfung mit zwei Leuten ist keine Prüfung, schon gar nicht, wenn einem beide Ponys gehören, dann gewinnt man immer! :-)) wollten wir ein ganz hartes, ungewöhnliches Workout, damit wir einfach ein bisschen die Vielseitigkeit der Pferde und der Prüfungs-Möglichkeiten demonstrieren können. Wir durften also Tölt um die Richterzelte zeigen, Sounding-Bord mit Stehen Bleiben, Auf- und Absteigen und Rückwärtsrichten. Und die Prüfung hat so total Spaß gemacht! Unsere Ehrenrunde im Galopp hat das dann noch abgerundet. Richtig gut. Dafür ist unsere Sportwartin Britta Mülle extra für uns angereist, um die Prüfung zu ehren 🙂

Foto: Ellen Vierhaus

Der Samstag Vormittag war auch dem Trail vorenthalten. Sprich um 8 Uhr am Turniergelände sein und mit Stephan Vierhaus den Parcours abgehen. Lustig wie immer. Der Trail geritten war auch nicht so schlecht. Jacinto hat mehr ordentlich gemacht wie in Hünxe – gut das Stangen-L hat er komplett zerstört. Die Brücke hat er natürlich NICHT betreten, aber diesmal sind wir wenigstens durch das Tor gekommen und Jacintos Sprung war der Beste. Und meine Bögen und Slaloms fand ich auch sehr gut. Der Stier war auch getroffen und ich habe mir auch extra Mühe gegeben dabei Böse zu gucken*****. Das soll man nämlich 🙂 Diosa war auch sehr gut. Sie hat alles gemacht. Yvi war zwar nicht so zufrieden, weil Frau Sumpf immer nach Jacinto geschielt hat und demnach unkonzentriert war, aber es hat immerhin für einen 3. Platz in der Gesamtwertung gereicht. Da kann man doch nicht Meckern!
Auf jeden Fall ein großes Dankeschön an Stephan Vierhaus für diesen Trail-Parcours und für die Idee mit der Gaited Working Equitation – und dank Signum Sattelservice hat jetzt jedes meiner Ponys so eine schicke, prollige Gaited Working Equitation-Satteldecke. Es gab nämlich für jeden Starter vorab schon mal so eine schöne Satteldecke. Läuft. Mehr wollte ich gar nicht.

Trail Schwer – Motiv Böser Blick am Stier – Foto: Rico Abendroth

Den Workshop mit Andrea Jänisch und Stephan Vierhaus am Sonntag konnten wir leider nicht besuchen, weil Yvi noch eine Prüfung geritten ist. Schade. Das war super interessant und wäre sehr lehrreich gewesen. Nach Yvis Pleasure Prüfung durfte ich mit Jacinto noch mal die Brücke am Trail versuchen – und mit Sumpf zusammen ist er dann drüber. Jacinto und ich haben auf jeden Fall eine Menge Hausaufgaben.

Nachdem wir dann eigentlich nur noch auf die Gesamtehrung gewartet hätten, haben wir beschlossen schon am Nachmittag nach Hause zu fahren, um nicht mitten in der Nacht noch mit Hänger und Ponys herum rangieren zu müssen, sondern gemütlich fahren zu können. Außerdem waren wir nach vier vollen Tagen doch etwas Platt!

Foto: Lena Strothmann Photography

Aber es hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht. Es war ein super organisiertes Turnier an einem sehr schönen Hof mit Blick über Bonn. Einziges Manko: Die blöden Steinchen auf der Bahn. Aber Versorgung, Organisation, Spaßfaktor und isotonische-Getränke-Versorgung waren Topp! Vielen Dank an alle Helfer, alle Beteiligten, alle Teilnehmer und alle Gäste. Ihr seid alle Fantastisch!
Und wir haben eine Menge neue Leute kennen gelernt – und viele „alte“ Leute getroffen – vielen Dank dafür. Und damit freuen wir uns auf nächstes Jahr! Und darauf alle wieder zu sehen!

#wirliebengangpferde #youhavetobeinintowinit #IDMG2017

Guckst Du hier ganz viele Fotos: Lena Strothmann + Marina Wroblowski + Ellen Vierhaus + Interessengemeinschaft Gangpferde (Fotos: ganz viele verschiedene Alben)

 

*         willkürlich ausgewählter Name – es gibt auch noch E-Center, ALDI, Norma, Lidl, Rewe, Tengelmann, Plus … ne Plus gibts nicht mehr, die sind den Schleckers in die ewigen Jagdgründe gefolgt ….
**       Radler und Kölsch
***     Das Pony entwickelt in seiner Schwangerschaft eine irrationale Angst alleine gelassen zu werden und artikuliert das lautstark und andauern in die Öffentlichkeit. Gerade auch dann wenn es KEINER hören möchte.
****   Gangsalat. Passgurke. Schrecklich unlocker. Dafür schaut es nett aus und kann gut fressen.
***** … hat ihr wahres Gesicht gezeigt …..
******    Leute, kommt unbedingt auch mit Euren Paso Finos zur IDMG – es macht Spaß!

 

Turnierstatistik für Diosa und Jacinto: 
Diosa:
Pleasure Gang:  3. Platz (6) – Wertnote: 5.87
Naturtöltprüfung: 12. Platz (15) – Wertnote:  4,97
Country Pleasure: 1. Platz (2) – Wertnote: 6.0
Mittlere Rittigkeit: 10. Platz (14) – Wertnote: 4,25
Trail Schwer: 3. Platz (13) – Wertnote: 6,28

Jacinto:
Einfache Töltprüfung: 8. Platz (14) – Wertnote: 5,67/5,03
Country Pleasure: 2. Platz (2) – Wertnote: 5,0
Schwere Rittigkeit: 9. Platz (11) – Wertnote: 4.46
Trail Schwer: 10. Platz (13) – Wertnote: 4,44

Gaited Working Equitation-Wertung:

GWE-Wertung – Quelle: IGV-Online

 

Und damit bleibt nur noch zu sagen: Wir sehen uns nächstes Jahr zur IDMG 2018!

Die IDMG2017 Kaffeebecher gab es für jeden Teilnehmer mit der ersten Füllung umsonst – Foto: privat

Gaited Working Equitation in Hünxe?

12./13. August 2017:

Drachenpony in Entspannt – Foto: Yvi Tschischka

An diesem zweiten Augustwochenende besuchten Yvi und ich erstmals Familie Vierhaus in Hünxe (NRW). Dort fand das zweite Turnier auf dem neuen Hof statt. Und zwar ein Gaited Working Equitation & Working Equitation Turnier. Also Dreigänger (Leistungsklasse WA) und Tölter (in zwei Leistungsklassen: Mittel und Schwer) zusammen. Für das „kleine“ Hausturnier fanden sich knapp über 40 Starter ein. Als Richter konnten wir uns auf Günter Schulz freuen.

Yvi hatte die Kamera im Gepäck und ich das Drachenpony und Jacinto. Für Jacinto sollte es ein Test für die IDMG werden – dort habe ich ja leichtsinniger Weise die Schwere Rittigkeit und den Schweren Trail genannt, um in die Gaited Working Equitation-Wertung zu kommen. Komplettiert wurde die Nennung mit der „Einfachen Töltprüfung“ und dem „Speedtrail“. Ambitioniert, aber man lebt nur einmal – da kann man schon mal über seine Verhältnisse hinaus nennen. Das Drachenpony „durfte“ einfach so mitkommen, damit Jacinto nicht alleine Hänger fahren muss. Und weil es schon dabei war, durfte es auch zwei Prüfungen starten. Ansonsten hätte es sich wahrscheinlich nicht aus der Nähe des Heunetzes wegbewegt. Das Drachenpony verteidigt Ihr Essen nämlich ziemlich gut. So sieht sie leider auch aus. Also der Plan: Etwas Bewegen zwischendurch schadet nicht. Nachdem Gangprüfungen mangels fehlendem „zweiten“ Gang nicht in Frage kommen, musste das Drachenpony den mittleren Trail und den Speedtrail machen. Da lässt sich das als Einziges erfolglos kaschieren.
Nachdem wir eine Anreise von 409 km einfach haben, sind wir bereits Freitag Vormittag losgefahren, um rechtzeitig anzukommen und um den Ponys ein bisschen Ruhe vor dem Trubel zu gönnen. Wir hatten einen schönen festen und halb überdachten Paddock mit einem großen Baum, und dem Heulager gleich im Rücken. Perfekt. Den Hänger konnten wir auch direkt dort parken. Wunderbar.

Der Samstag als erster Turniertag startete leider feucht von oben. Regen. Bäh. Mein Telefon hat es optimistisch als „Niesel“ bezeichnet, was doch etwas untertrieben war. Aber egal, die gute Stimmung war nicht sonderlich beeinträchtigt, es gab ja trockene Sitzgelegenheiten, Kaffee, Kuchen und für uns Vegetarier den neusten Trend: Senfbrötchen 🙂 Den Vormittag über lief also das große Starterfeld der Dreigänger Worker Dressur (ich glaube 27 Starter), gefolgt von der Mittleren Rittigkeit (12 Starter) und der Schweren Rittigkeit (6 Starter). Wobei die Starterzahlen bestimmt nicht genau stimmen – Zahlen und ich mögen uns ja bekannter Weise nicht so.

Schwere Rittigkeit bei Regen – Foto: Yvi Tschischka – Es ist übrigens ziemlich genial seinen hauseigenen Turnierfotografen dabei zu haben 🙂 – Danke Yvi!

Jacintos und meine große Feuerprobe war die Schwere Rittigkeit. Und sie lief richtig gut. Nachdem Jacinto am Vorabend beim Abreiten so dermaßen einen auf Durchzug geschaltet hat und überhaupt nicht mehr klar Schritt gegangen ist – das Drachenpony dafür eine ganze Zirkelrunde Tölt gezeigt hat, war ich schon kurz davor, die Ponys einfach auszutauschen! Der Zwerg hat eine unerklärliche Ablenkung im Kopf durch ein Maultier namens „Bifi“ entwickelt. Jedes Mal, wenn Jacinto Bifi gesehen hat, war er durch und hat alles vergessen. Seine Contenance. Seine Erziehung. Wie stehen bleiben geht. Sehr seltsam. Wir müssen Diosa mal lange Ohren ankleben und gucken, wie er darauf reagiert. Ich habe das Pony noch nie so dauerhaft abgelenkt gesehen. Aber während der Rittigkeit war Bifi nicht da und Jacinto hat doch eine ganz passable Leistung gezeigt – wir wurden sogar Zweiter nach Kaja Stührenberg mit ihrem Nuno. Hierfür gab es übrigens eine schicke Satteldecke mit „Gaited Working Equitation“ Bestickung von der Firma Signum Sattelservice. So eine wollten wir nämlich gewinnen, damit jedes Pony eine hat. Auf der IDMG gibt es diese schicken Schabracken nämlich auch für jeden Starter, die die „Gaited Working Equitation“ überhaupt startet. Super oder? Und nachdem dort Diosa und Jacinto dabei sind, musste noch eine für das Drachenpony gewonnen werden. Erledigt. Die To-Do-Liste war damit also schon voll: Hof von Vierhausens besuchen, die Schwere Rittigkeit testen und eine Satteldecke gewinnen. Läuft.

Jacinto hat mich dann gleich noch in der anschließenden „Einfachen Töltprüfung“ überrascht, die hat er nämlich gewonnen. Keine Ahnung wie das kam, aber es hat mich gefreut! Wir hatten anscheinend noch genügend Bifi-Energie intus, die raus musste 🙂

Speedtrail Resi – Foto: Yvi Tschischka

Am Abend fand dann der Speedtrail statt. Drachenponys erster Auftritt. Und ich glaube sie hat gut Stimmung verbreitet. Auf so eine sehr explosive und „Wasistdas??“-Weise, aber Stimmung. Und sie war richtig gut! Also, bis auf den Teil, wo sie an Seitwärts und Tor „festgefroren“ ist, und ich mich dann noch verritten habe, aber der Rest war Bombe. Tonnen, Sprung, „Gummimatten“-Steg, Slalom, da kann man nicht meckern. Das Pony springt sogar an den Slalom-Pylonen fliegende Galoppwechsel! Alter Falter sag ich da nur!
Jacinto war leider nicht ganz so gut, er war ziemlich durch und überreizt, eigentlich hätte ich die Prüfung schon eher abbrechen müssen. Nachdem er nicht gesprungen ist, war mir eigentlich klar, dass er gerade nicht mehr wirklich „anwesend“ war. Aber wir haben noch einen sauberen Absprung hinbekommen und der Zwerg war dann auch relativ schnell wieder klar, als die beiden zusammen am Heunetz gemümmelt haben.

Sprung Jacinto im Schweren Trail – Foto: Yvi Tschischka

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Trails. Stephan hat auf seiner großen Reitwiese einen gigantischen Trail aufgebaut. Früh um 8 Uhr morgens war allgemeine Begehungen. Ich mag ja die Begehungen mit Stephan, die sind immer so unterhaltsam. Und dann ging es schon los mit dem großen Block der Dreigang-Starter im Trail. Einreiten, Bergauf ins dunkle Gebüsch, Glocke klingeln, wieder runter reiten, einen Natursprung, Garrocha aufnehmen und den Stier … äh … den Ring stechen, Garrocha wieder ablegen (im Schweren dann mit Garrocha weiterreiten) durch den Tonnen-Slalom (es heißt glaube ich korrekt Parallel-Slalom), dann in eine Gasse einreiten, und rückwärts raus (im Schweren Trail rückwärts einparken und rückwärts durch die Gasse), den Slalom anreiten, direkt gefolgt von einem Holzsteg in zwei Breiten (mit Fröschen an der Seite :-)), Seitwärts treten direkt nach dem Steg (im Schweren Trail in beide Richtungen), großer Bogen zu einer Silo-Ballen-Acht, das Tor (wahlweise Eisen-Tor oder Seil-Tor), Stangen L mit Glocke (vorwärts rein und rückwärts raus) – damit war Dreigang und Mittlerer Trail komplett, der Schwere Trail durfte noch mal über den Sprung und ins Gebüsch zum Glocke klingeln. Also definitiv machbar. Wenn die Ponys alles gut beherrschen. Zwischen den Hindernissen sollte Gang/Trab gezeigt werden. Jedenfalls war unser Richter Günter Schulz den ganzen Tag mit dem Trail beschäftigt. Wir konnten schön in der Sonne rumlungern und zusehen. So lässt es sich an einem Sonntag gut aushalten!

Ringstechen mit dem Zwerg – Foto: Yvi Tschischka

Meine beiden Ponys waren am Nachmittag dran. Das Drachenpony hat sich richtig gut geschlagen. Dafür, dass es nur zur Übung mitlaufen sollte, hat es sich sogar im Mittelfeld platziert, was mich natürlich sehr gefreut hat. Sie war sehr aufmerksam und fokussiert, aber auch sehr aufgeregt, aber immer kontrollierbar. Wir haben sogar ein bisschen schönen lockeren Tölt gezeigt. Jacintos Trail war nicht so gut, er war sehr aufgeregt. Es ist halt doch ein Glücksspiel bei ihm. Basics, die wir zu Hause geübt haben wie zum Beispiel das Tor, haben nicht funktioniert. Anscheinend muss ich das zu Hause noch einmal anders üben. Also die Übung mehr auseinanderfrickeln. Auswärts zeigen sich die Schwächen halt einfach gnadenlos. Dann hat man wieder was zum Üben. Der ewige Kreislauf 🙂 Auf den Steg ist er auch nicht drauf, aber auch das ist so ein Glücksspiel bei ihm. Entweder es funktioniert beim Anreiten, oder das wars. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Und es ist noch deutlich Luft nach Oben für einen ruhigen, korrekt gerittenen Trail. In der Schweren Wertung waren neben Jacinto (Platz 3 übrigens ….) noch Maren mit Bajar und Kaja mit Nuno, die beide einen wesentlich besseren Trail hingelegt haben! Toll gemacht Ihr Vier!

Racing Resi im Trail – die Signum Sattelservice Decke passt doch super zum Kopfstück oder! –  Foto: Yvi Tschischka

Dann war schon Abschlussrunde und das Turnierwochenende war schon wieder vorbei! Yvi und ich sind aber noch bis Montag geblieben, weil ich mir die lange Fahrt in der Nacht nicht antun wollte und weil Yvi ja noch ein paar Models vor der Kamera hatte. Da sind richtig schöne Bilder bei rum gekommen 🙂

Fazit: Ein richtig tolles „Haus“-Turnier. Vielen Dank an Familie Vierhaus fürs Organisieren, Veranstalten, Versorgen, Spaß haben lassen – und natürlich auch ein dickes Dankeschön an alle fleißigen Helfer, denn ohne die geht nämlich gar nichts – und an alle Teilnehmer und Besucher. Die 409 km haben sich auf jeden Fall gelohnt! Und wir kommen bestimmt wieder! Es war richtig schön bei Euch und wir hatten ganz viel Spaß!

Lechleite 2017 – Ich war dabei?

Mein Leihpony Anastasia am Board – Besitzer: Britta Mülle – Foto: Yvi Tschischka ❤

23. bis 25.06.2017

 

Donnerstag: 
Hitzewelle in Deutschland – was machen Yvi und Christine? Genau, Hänger packen und mit den Ponys ab auf die Autobahn. Bei 35° im Schatten. Bekloppt. Wir waren aber präpariert. Der Hänger war auf Durchzug gestellt, Reservewasser im Auto und der feste Wille nicht im Stau stehen zu bleiben, weil dann wäre es tödlich geworden. Während der Fahrt ist es erstaunlich angenehm da hinten. Es war doch eine gute Idee damals für die Ponys einen hellen Großpferdeanhänger zu kaufen, da zirkuliert mehr Luft. Die Ponys jedenfalls haben die Fahrt super überstanden und haben kaum geschwitzt. Aber vor allem Jacinto musste erst einmal ausgiebig wälzen und im hauseigenen Bach plantschen gehen.

Ziel war Islandpferde Lechleite in Friedberg bei Augsburg. Den Hof von Familie Frisch kennen wir ja schon, hier fanden schon einige feine Turniere statt. Dieses Jahr wieder unter dem Motto „Isi&Fino“ zusammen mit den Isländern, wie ich finde passt das sehr gut zusammen. Unser Starterfeld war mit knapp 20 Pferden ziemlich erlesen, aber auch wenig Pferde und dafür umso motiviertere Menschen können viel Spaß haben. Im Vergleich: bei den Isis waren es um die 80 Starter.

Wir sind bereits so früh angereist, um den Ponys noch ein bisschen Ruhe zu gönnen und den Freitag nicht ganz so stressig zu gestalten. Das Abenteuer des Tages fand dann im Finden unseres Hotels statt. Wir hatten diesmal ein Hotel direkt in Friedberg gebucht, eine umgebaute Villa im Industriegebiet – und es erst mal nicht gefunden … es liegt nämlich ganz unscheinbar am Ende einer Einbahnstraße umgeben von Industrie und dort vermutet man dieses Juwel eigentlich nicht. Mit dem Hotel waren wir diesmal sehr zufrieden.

Abends haben wir auch erstmalig einen Blick in die Stadt Friedberg geworfen und es ist wirklich idyllisch da – und eigentlich auch ziemlich groß. Wir haben zufällig einen Italiener gefunden, der uns noch warmes Essen gezaubert hat und dort haben sich dann nach und nach eine gute Runde Fino-Leute versammelt. Nicholas Burgos (unser Richter vom letzen Jahr hatte spontan beschlossen einfach just for Fun in Deutschland vorbei zu sehen und hier Spaß zu haben). Ein amerikanisches Ehepaar (Kunden unserer Richterin Sharon) aus den Staaten sind auch „einfach so“ vorbei gekommen, um die Show zu sehen. Was ich einfach erstaunlich und super finde! Auch die liebe Yvonne Bowen hat es sich nicht nehmen lassen, den Weg aus England hier her zu finden. Man könnte also durchaus sagen: Wir hatten internationales Publikum 🙂 Schön war auch, dass die Schweizer mit dabei waren: Claudia Greb kam mit zwei Pferden und Christian und Heidi leider ohne Pferde, aber dafür mit Wohnmobil und guter Laune.

Jacinto in Action – Foto: Yvi Tschischka

Freitag:
Das Turnier startete am Freitag Nachmittag mit der Einsteigerprüfung und der Pleasure Schooling, gefolgt von der Ausdauertölt. Dauerbrenner hier Helmut und Amapola, die mal wieder die Pole Position erritten haben. Jacinto und ich sind diese Prüfung auch gestartet. Und ich muss sagen, ich war sehr zufrieden mit Jacinto. Er hat sich gut geschlagen, hatte ein konstantes Tempo (nämlich immer hinter Encantador :-)) und auch eine konstante Gangart. Zwar kein super-duper-Tölt, sondern eher passig verschoben, aber konstant, das ist deutlich mehr, als letztes Jahr drin war. Von daher war ich durchaus zufrieden mit der Leistung. Ich möchte irgendwann für ihn ein Tempo finden, was schöner Tölt ist, aber trotzdem locker geritten ist. Ich möchte ein entspannt töltendes Pferd haben, damit ich auch in den anderen Gangarten Entspannung habe. Was ziemlich schwierig ist. Aber zumindest habe ich die meiste Zeit schon mal ein Pony, was entspannt ist. Und zwar in allen Lebenslagen. Richter-Technisch tut sich auch einiges bei uns: Claudia Metting war als Richter-Azubi die ganzen Tage mit Sharon Londono fleißig am Üben. Sharon hat gewohnt souverän gerichtet und auch zu jeder Prüfung ein Statement abgegeben. Außerdem hatte sie auch richtig viel Spaß mal wieder in Deutschland zu sein.

Am Abend war dann gemütliches Zusammensitzen an der Lechleite angesagt mit Sekt und einem ziemlich gutem Catering, die uns freundlich und lecker durch die Turniertage gebracht haben. Und das Brot mit diesem Radieschen-Aufstrich war mega-lecker. Bestimmt ein Thermomix-Rezept 🙂 Und ich habe gelernt, dass Croissants in Friedberg „Bamberger“ heißen. HmHm.

Am Abend durfte ich dann noch „Freisting“ und Anna-Lena kennen lernen. „Freisting“ ist das Reitbeteiligungspferd von der lieben Ann-Christin von Ponyliebe. Freisting und Anna-Lena hatten ein Shooting bei Yvi und nachdem die fiesen kleinen Mücken so dermaßen bissig waren, war das kein Spaß als Helfer im Gras zu hocken. Aber Freisting machte das so perfekt: Kamera an – Ohren vor, dass wir das Shooting in Rekordzeit im Kasten hatten. Auf der Bahn haben wir dann auch noch ganz tolle Bilder mit untergehender lila Sonne gemacht. Also Yvi, ich saß nur daneben und habe gutes lokales Bier gezischt. 🙂

Islandpferde Lechleite – Auf die Details kommt es an! 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Samstag:
Samstag war dann mein Hardcore-Prüfungstag. Yvi und Diosa starteten mit der Dreigang (die ich leider nicht gesehen habe, weil ich mit Jacinto abreiten war). Meike hat aber netter Weise für mich ein bisschen mitgefilmt und es sah richtig gut aus. Wir brauchen unbedingt Fliegenhauben für die Ponys. An der Lechleite wohnen ganz fiese kleine Mücken – scherzhaft Griebelmücken genannt – aber wahnsinnig nervig …. die gibt es bei uns nicht. Man findet doch immer noch neue Optimierungsmöglichkeiten für seine Turnierkiste. Da nutzten auch drei verschiedene Sorten Fliegenspray nicht mehr. Wir hatten nämlich praktischer Weise ein Fliegenspray gewonnen. Hat aber ehrlich gesagt auch nicht viel geholfen. Eigentlich hilft wirklich fast nichts, außer vielleicht hinter Tine und ihrer Knoblauch-Fliegenspray-Fahne her reiten. Das betäubt zumindest ein bisschen. Und zwar alles.

Springfino … der Hut ging dann doch verloren 🙂  – Foto: Yvi Tschischka

In meiner ersten Prüfung, der Country Pleasure L2 dachte ich mir, ich muss die Prüfung gleich wieder verlassen, weil Jacinto gar so hoppelig unterwegs war. Aber nach dem Handwechsel lief er sich einigermaßen ein und ich dachte mir, bleibste halt als Kanonenfutter für Tine und Yvi mit drin. Die Dressur B war dann dafür relativ gut – wir wurden sogar wieder erwarten mal nicht letzter, sondern zweiter! Dann durfte ich mit Anastasia die Pleasure starten. Vielen Lieben Dank noch mal Britta, dass Du mir die Gelegenheit gegeben hast, ein absolut geniales und arschgeil töltendes Pony unter dem Popo zu erleben. Die Energie dieses Pferdes ist absolut mega. Mit Anastasia hatte ich in der Pleasure das Board meines Lebens. Die Platzierung war mir dann schon komplett egal – der Reiz besteht darin ein fremdes Pferd so in einer Prüfung so vorzustellen, als ob man es ständig reitet. Also auf feine Übergänge achten und so weiter. Jedes Pferd tickt anders und ich genieße es fremde, toll gerittene Pferde auszuprobieren. Und in der Pleasure waren dann auch tatsächlich Knock-out-Workouts gefragt. Und das macht mit einem tollen Pferd auch wirklich Spaß.

Am Nachmittag hatten Tine und ich noch die Versatility. In dieser Prüfung werden Galopp, Zirkel im Galopp und ein Gehorsamssprung abgefragt. Diese Prüfung lief Gangtechnisch eigentlich richtig gut. Und der Sprung ist sowieso immer wieder Spaß. Jacinto zieht auf das Ding zu, als ob es ein 1,80 m Oxer wäre. Aber er übertreibt gerne ein bisschen. Jacinto war insgesamt entspannt und ich war erstaunt, dass er mit zunehmender Turnierdauer immer Besser wurde. Was ich als gutes Zeichen werte. Früher war er am ersten Tag gut und wurde dann konstant immer schlechter. Jetzt ist es umgedreht. Auch hat er dieses Mal nur sehr wenig abgenommen. Anscheinend haben wir es geschafft ihn möglichst wenig zu stressen. Läuft bei uns.

Yvi und Diosa in der Western Pleasure – Foto: „geklaut“ von Rico Abendroth (Dankeschön!)

Yvi und ich haben dann noch am Trailplatz den ersten beiden Fino-Reiterinnen im Isländer-Starterfeld zugesehen. Der Trail war nämlich auf zwei Tage verteilt, weil es eine gemeinsame Prüfung für Isis und Finos war. Dort hatten wir ziemlich viel Spaß, bis wir den Trail auswendig konnten. Als Fan-Kurve hatten wir dann zusammen mit Nico Alex in der „3 aus 5“-Prüfung angefeuert, die als einziger Fino hier mitgemischt hat. Ihr „Leihpony“ Aprendiz ist aber auch ein schnuckeliger Kerl. Und so Gewinnfreudig 🙂 Aperendiz hat bis auf die „3 aus 5“ alles gewonnen was er gestartet ist. Und der Speedpass der Isländer ist auch immer ziemlich spannend zu sehen. Diesmal auch als Wett-Variante. Die Wette hat übrigens unser USA-Besucher gewonnen 🙂 Yvi und ich wurden während dessen von Laura angequatscht, die schon immer mal Fino ausprobieren wollte. Sie ist die Besitzerin des ganz tollen Island-Schimmels „Ólafur“, der mir in der Fünfgang aufgefallen ist, als ich mit Tine zum Abkühlen meines geschwollenen Fußes im Bach stand. Wir vereinbarten für den nächsten Tag einmal Isländer Reiten gegen Fino Reiten. Das Angebot mit dem Pass auf einem weißen Isländer war nicht zu toppen! 🙂

Am Abend waren auch noch ein paar Prüfungen. Die „Switch it“ – in der Pferde getauscht wurden und wo leider nur ein Fino mitgemacht hatte (das aber mit „Heimvorteil“ …. weil Tine zu Hause nämlich auch noch einen Isländer hat :-)). Die Classic Fino mit schön anzusehenden Pferden und einer Jojo, die erstmalig auf Shakira saß, erstmalig in Zamarros und dann gleich ins Turniergetümmel mit erstmaliger Classic Fino geschmissen wurde. Respekt Jojo 🙂 Die Classic Fino wurde übrigens von Anastasia, dicht gefolgt von Amistad und Britta gewonnen. Stan hat sie wirklich toll vorgestellt. Yvi hatte dann noch mit Tine zusammen die Western Pleasure. Es macht immer wieder Spaß dieses Prüfung zu reiten oder sie zu sehen. Es ist die perfekte Prüfung für Frau Sumpf.

Anschließend gab es dann Showprüfungen: Viertaktprüfung, Sekt-Tölt (feucht-fröhlich wie immer), Paarreiten (unter anderem Tine und ich – Yvi und Anna-Lena) und die Kostümklasse. Die Isländer haben wirklich mal echt geniale Kostüme gezaubert – unser Foto-Pony Freisting ging als Darth Vader – dieses dunkle Graufalbpony mit schwarzem Darth Vader und pinkem Lichtschwert und pinker Beleuchtungskette um den Hals. Alter Schwede. Auch die andern Verkleidungen waren mega. Eine Giraffe, ein genialer Pfau, ein Leuchtkugel-Pony … da waren richtig genial-kreative Sachen dabei! Nicht einfach nur ein Kostüm übergeworfen!

Sonntag:
Letzter Turniertag! Leider … dieses Turnier hat nämlich richtig viel Spaß gemacht. Die Stimmung war positiv, familiär, locker, lustig. Richtig schön. Die Ponys haben sich wohl gefühlt. Jacinto hat einen neuen besten Freund namens „Tabu“ – die waren sehr unzertrennlich nebeneinander in den Boxen gestanden 🙂 Die Organisation war topp. Was will man mehr? Aber erst mal durften wir noch ein bisschen reiten. Und zwar den Trail.
Um es kurz zu machen: Jacinto hat den Trail seines Lebens hingelegt. Nachdem mein allererster Turnierstart mit ihm vor 12 Jahren ein Trail war, an dem Jacinto an einer Plastikfolie am Boden komplett mit den Nerven durch war und dieser Trail damals eine Lachnummer und Nullnummer ohne Ende war, bin ich nie wieder Turniertrail gestartet. Bis gestern. Dieser Trail war wirklich der Trail seines Lebens. Er begann auch mit einer Plastikfolie am Boden …. und über die ist er drüber marschiert, als ob da nichts läge. Stangen L (wie gewohnt etwas hektisch, aber sauber glaube ich – das geht immer so schnell bei ihm), absteigen auf eine Bank, Pony drumherum lotsen, wieder aufsteigen (Brav wie ein Brauereipferd). Im Tölt durch die ganze Bahn wechseln. Mitte der kurzen Seite einhändig reiten, Slalom um die Stangen. Mitte der kurzen Seite wieder beidhändig. In der Ecke angaloppieren, bei „K“ Schritt. Topp gemacht von Herrn Zwerg! Und dann noch durch ein Schaumgummi-Tor mit Flattertor reiten (ohne zu zögern!!!!) und noch einmal eine Runde Tölt einhändig, auf die Mittellinie und Grüßen. Also ein durchaus anspruchsvoller, aber auch rittiger Trail. Jacinto hat sich eine 6,7 erritten und war damit sogar noch besser wie Diosa (6,5) – was mir ja ein bisschen Leid tut, nachdem Frau Sumpf das geborene Trail-Pferd ist, aber ich hoffe meine beiden Ponys machen sich ab jetzt ein bisschen gegenseitig Konkurrenz. Kann natürlich auch sein, dass Herr Zwerg nur ein hitzebedingtes Blackout hatte und das nächste Mal gewohnt hektisch und ängstlich vor allem stehen bleibt. Das ist immer so ein schmaler Grat. Aber gefreut hat es mich jedenfalls wie Hulle. In der Gesamtwertung mit Isländern zusammen wären wir sogar auch 2. oder 3. geworden – immerhin von ich glaube 17 oder 18 Startern. Sowas freut mich dann schon. Und über den Lechleite-Holzpferdchen-Pokal habe ich mich auch riesig gefreut.

Anschließend haben wir unsere private „Switch-it“ veranstaltet. Laura durfte erst Diosa und dann sogar Jacinto ausprobieren, was richtig gut geklappt hat. Wir durften dann ihren schicken „Oli“ ausprobieren. Was ziemlich genial war. Er ist fein geritten, macht Spaß und das mit dem Pass ist ja mal echt genial. Vielen Dank noch mal für dieses Erlebnis!
Als krönenden Turnier-Abschluss durfte ich noch einmal Anastasia in der Best of Traditional Pleasure vorstellen. Da wurden wir aber leider letzter, weil unser Schritt nicht so gepasst hat und Rückwärts am Rail war auch eher suboptimal … und es hilft auch nicht wirklich immer direkt unter den Lautsprechern anhalten zu müssen, aber mal ehrlich: Wer braucht schon Schritt, wenn er so genial Töltet? 🙂
Jedenfalls hat sich die Reise und das Durchhalten in Affenhitze und das Beißen lassen von den Fliegen auf jeden Fall gelohnt. Wir hatten vier schöne Tage mit Erholungseffekt und freuen uns schon auf das nächste Turnier!

Anastasia macht so viel Spaß! Übrigens konnte ich das Turnier Funktionsshirt von Ariat jetzt mal richtig testen – sieht gut aus und kühlt gut – gibts über Nadine im Paso Shop  – Foto: Yvi Tschischka

Noch einmal einen herzlichen Dank an Alle die geholfen haben das Turnier zu diesem schönen Ereignis zu machen – stellvertretend für den PFAE Britta und Gerd Mülle, Meike Wolf, Alex Rau und Familie, den Ringstewarts Willi Bodenhangen und Helga Bayer, Jürgen Töpper für die Sponsoring-Orga, allen Sponsoren, der Familie Frisch und dem ganzen Lechleite-Team inclusive Rudolf Heemann an der Rechenstelle. Und jedem der dabei war und ein Teil des Teams #wirliebengangferde ist! Wir sehen uns!

„Angeberstatistik“ fürs Protokoll:

Jacinto und ich:
Ausdauertölt – 4. Platz (von 4)
Country Pleasure L2 – 3. Platz (von 3)
Dressur B – 2. Platz (von 4)
Trail – 1. Platz (von 4)

Diosa und Yvi:
Country Pleasure L2 – 1. Platz (von 3)
Dreigang – 3. Platz (von 5)
Western Pleasure – 2. Platz (von 2)
Trail – 2. Platz (von 4)

Anastasia und ich:
Pleasure – 3. Platz (von 5)
BoT Pleasure – 5. Platz (von 5)

HorseManShip auf der A3?

HorseManShip-Turnier  in Aegidienberg 2017

6. Mai 2017:

Ziemlich spontan bin ich gestern bei grandios-nebelig-sonnigem Frühmorgens-Fotoshooting-Wetter über die A3 gedüst um mir endlich einmal das HorseManShip-Turnier in Aegidienberg bei Familie Feldmann anzusehen (und natürlich um meine langjährige Freundin Renate zu treffen, die es schon seit einiger Zeit dort hin verschlagen hat – uuuund um einen Milchkaffee im hofeigenen Cafe zu trinken – der ist nämlich richtig toll!). Das „Turnier“ reizt mich nämlich schon seit zwei Jahren, aber irgendwie gerät es immer in Vergessenheit in meinen Kopf. Damit muss jetzt Schluss sein. Also war der Plan sich endlich mal die Prüfungen anzusehen.

Das HorseManShip-Turnier kombiniert Turnier-Prüfungen am Samstag mit einem wettkampfmäßigen Wanderritt am Sonntag. Also doch eigentlich die perfekte Mischung für uns! Am Samstag standen folgende Prüfungen zur Auswahl: Signalreit-Prüfung, die Horsemanship-Prüfung und Tölt in Harmony in je drei Schwierigkeitsstufen, eine leichte Töltprüfung auf der neuen Ovalbahn (offen + jugendliche) und Trail geführt und geritten auf dem neuen Trailplatz. Alleine schon wegen dem neuen Trailplatz hätte ich am liebsten eins von meinen Ponys dabei gehabt. Da beneide ich die Einsteller und Reiter in Aegidenberg schon sehr um diese Möglichkeit der Übung. Der ist nämlich super-genial geworden.

Doch erst mal von Anfang an. Die Signalreit-Prüfung. Eine sehr interessante Prüfung, die locker und am losen Zügel geritten wird. Spannend. Ideal für junge Pferde, oder Pferde die locker geritten werden. Wobei mir gerade beim nochmal durchlesen auffällt: Was ist, wenn mein Pony nicht Traben kann? …. hm. Die Prüfung beginnt mit „Aufgesessen Stillstehen am losen Zügel“ während der vorherige Reiter die Aufgabe reitet. Ich verlinke Euch mal die Signalreitaufgabe zum nachlesen.

Übrigens ich kann gar nicht sagen, wer was wie wo gewonnen hat, weil ich kein Programmheft hatte – aber herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und tollen Reiter in Aegidienberg 🙂

Die Tölt in Harmony war für mich auch spannend zu sehen. Diese Prüfung war ja schon auf der IGV-Jahresversammlung Thema für einen ganzen Tag mit Demo, den haben wir damals aber leider verpasst. Deshalb war es spannend die Prüfung jetzt geritten zu sehen. Es gibt sie in drei Schwierigkeitsstufen. Die Basic ist eigentlich immer gleich: Es werden schöne Achten auf vorgezeichneten Linien geritten (oder in der mittleren und schweren noch Volten dazu).

Ich meine Hallo? Wie genial und einfach, aber dennoch schwierig ist das denn bitte? Das ist die ideale Prüfung für Paso Finos! Nachdem ich es zu Hause liebe auf einem frischen Reitplatz, der noch feucht ist, meinen eigenen Spuren hinterher zu reiten (also Kringel, Kreisel, Volten, Zirkel, oder Kleeblätter auf den Sand zu „malen“) ist diese Prüfung ideal für meinen Fetisch. Man könnte auch Mandala für Reiter dazu sagen 🙂 Diese Prüfung möchte ich auf jeden Fall auch einmal starten. Sie dauert nicht allzu lange und deckt eigentlich recht schnell die Schwächen im Rhythmus und Takt des Tölt auf (oder halt nicht 🙂 ). Auf jeden Fall spannend. Guckst Du hier.

Die HorsemanshipPrüfung bin ich ja bereits schon selber geritten und ich mag sie immer noch sehr gerne. Sie kombiniert Umgang am Boden, dressurmäßiges Reiten, Gangbeurteilung und Trailaufgaben in einem. Dazu gibt es übrigens ein sehr unterhaltsames Video von Walter Feldmann auf Youtube. Wer mal den Ablauf dieser Prüfung vom „Erfinder“ erklärt haben möchte, das kann ich nur empfehlen.

In der Mittagspause war dann eine Trail-Demo mit Andra Jänisch, bwz. von drei ihrer Reitschülerinnen unter Anleitung in der Halle. Sehr interessant hat Andrea die verschiedenen Trail Hindernisse der Working Equitation erklärt und gezeigt, wie sie angeritten werden, worauf man achten muss und was man im Wettkampf beachten sollte um Zeit zu sparen, oder nicht heraus zu fliegen. Das hat mich schon mal total angefixt mich mehr mit Working Equitation Trail zu beschäftigen, was ich ja sowieso schon immer spannend fand. Ich glaube das Drachenpony hätte da echt Spaß dran. Frau Sumpf sowieso. Die alte Trail-Streberin.

Ovalbahn Aegidienberg (Panorama-Versuch, weil so gigantisch :-)) – Foto: sieht draufgeklickt besser aus!

Am Nachmittag fand dann an der neu „verbreiterten“ Ovalbahn noch die Leichte Töltprüfung für Einsteiger und Jugendliche statt. Alles bei bestem Sommerwetter. Es ist ja nicht so, dass es die Tage vorher einfach nur nass und ekelig und kalt war, nein, jetzt musste man sich auch noch kurzärmlig in die Sonne setzten, weil man es sonst nich ausgehalten hat. Ganz schlimm! Ich glaube ich habe mir eine Erkältung geholt.
Abschließend fand dann noch der Trail geführt und geritten auf dem nigel-nagel-neu gestaltetem Objekt meiner Begierde statt. Da befand ich mich aber schon wieder auf dem Weg nach Hause. Ich war so angefixt von den ganzen Ideen, dass ich unbedingt noch ein Pony reiten wollte. Tja, das hätte auch bestimmt echt gut geklappt. Ich war voll motiviert, der Zeitplan gut. Aber irgendwie kam mir dann eine komplette Vollsperrung auf der A3 dazwischen.
Die haben da eine Brücke abgerissen. Und ich hab das nicht mitbekommen, weil ich statt Radio schön Podcast gehört habe. Super. Also erst mal im Stau stehen auf fünf Spuren und dann im Frankfurter Umland einspurig der ganze Konvoi durch die Pampas. Da ging mal gar nichts. Sehr nervig. Aber nach schon ungefähr drei Stunden war ich wieder auf der Autobahn, hatte etwas von Frankfurts Umland gesehen, Sozialstudien von genervten Autofahrern im Stau betrieben, inclusive Beobachtungen miterleben müssen, wie Männer durchs Fenster in einen Gulli pinkeln und genervten „Ischen“ beim telefonieren zuhören müssen, mal ganz abgesehen von den armen Anwohnern. Wie gesagt, immer wieder schön auf der A3. Reiten war dann leider nichts mehr. Aber mein Bett zu sehen fand ich dann richtig toll!

Trailplatz Aegidienberg (kommt nicht mal annähernd gut zur Geltung….) – Foto: sieht draufgeklickt besser aus!

Fazit: Tolle Prüfungen, gelungene Veranstaltung – ich wünsche den Startern des Wanderrittes noch viel Glück für heute! Und noch mehr Fazit: Wär ich mal mit Pferd gekommen und hätte mitgemacht, wäre ich nicht Samstag Abend im Stau versackt. Da hat man es wieder. Das Schicksal bestraft einen echt hart. Aber ich hoffe für nächstes Jahr ist wieder eine Ausgabe geplant 🙂

PS: Weil der Bericht ohne Pferdebilder ist: Hier sind noch ein paar zu sehen 🙂

https://www.facebook.com/plugins/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fmedia%2Fset%2F%3Fset%3Da.1334304119990061.1073741832.1162396423847499%26type%3D3&width=500

Hier sind noch ein paar zu sehen 🙂

 

Hessen Halligalli?

10. bis 12.03.2017:

Britta fragte ob wir nicht Lust hätten mit den Ponys beim Showprogramm der Fachmesse Jagen – Reiten – Fischen – Offroad in Alsfeld mitzumachen. Nachdem wir immer gerne für Neues aufgeschlossen sind und gerne Zeit mit netten Fino-Freunden verbringen haben wir natürlich zugesagt. Ohne eigentlich zu wissen, auf was wir uns einlassen. So wie immer halt 🙂

Die Internet-Recherche zu dieser Messe besagte erst mal nicht so viel. Es ist eine überregionale Fachmesse, die bereits zum 16. Mal in der Hessenhalle in Alsfeld stattfindet. Eigentlich sogar in drei Messehallen mit ungefähr 200 Ausstellern auf 8000 Quadratmetern Plus der Reithalle. Also doch gar nicht so Klein. Neben Jagd und Fischen waren dort auch Falkner mit Greifvögeln, leckere Fischspezialitäten und eine Jagdhundeschau zu finden. Und natürlich ein paar Offroad-Auto Hersteller. Und eine kleine fast unbemerkte Anti-Jagd-Demo mit vier Teilnehmern am Samstag vor dem Haupteingang. Die haben Yvi und ich übrigens bei unserem Mittagessen am Fisch-Stand monoton ihre Protest-Litanei herunter rasseln hören. Naja. Leben und Sterben lassen sag ich da nur. Zumindest waren sie dabei an der frischen Luft gestanden.

Dieses Jahr war der Verband der Pony und Pferdezüchter Hessen e.V. mit der Frühjahrskörung in die Messe integriert und einem bunten Showprogramm im Pferdezentrum. Dort traten wir also mit einer Paso Fino Choreographie mit kleiner Rasse-Vorstellung in den drei Showblöcken auf. Wir waren sechs Paso Finos (Amistad/Britta, Angelita/Johanna, Bandolera/Terra, Camino/Jürgen, Diosa/Yvi und ich mit Jacinto) und natürlich fleißigen Helfern (Gerd, Stan, Ann-Karin und Sonntag noch Heike und Erick, die spontan vorbei gekommen sind). Übrigens Glückwunsch an Marie Wendel zu ihrem schicken Körungs-Siegerhengst Ferdinand (Aegidienberger), den haben wir uns natürlich gleich in „echt“ angeguckt und für sehr schick befunden.

Aber erst mal von Anfang an! Yvi und ich hatten den Freitag schon frei, deshalb sind wir ganz gemütlich erst mal mit den Ponys nach Flieden gefahren. Wie schon mehrfach panisch erwähnt, hatten wir die Choreographie ja noch nicht groß angesehen. Also war gemeinschaftliches Üben am Abend in Flieden angesagt. Das hat erstaunlich gut geklappt, sogar in der kleinen Reithalle mit sechs Finos in fast-echt Geschwindigkeit zu Pferd. Also perfekt. So konnte der Abend gemütlich bei gutem Essen enden. Samstag früh sind wir dann im Konvoi nach Alsfeld aufgebrochen.

Ponys im Zwischendomizil …. warten aufs Essen … auf was sonst? – Foto: privat

Übrigens erlebt man auf der Autobahn immer „lustige“ Dinge. Leute ohne Nummernschild, komisch rauchende Laster auf der Standspur fahrend, obwohl sie so aussehen als ob sie gerade abbrennen würden (und auch so stinken), aber auch ganz toll eine korrekt gebildete Rettungsgasse im Stau. Autobahnfahrten mit Pferdehänger beeindrucken mich immer. Vor allem, wenn ich dann endlich sicher angekommen bin!

In Alsfeld haben die Ponys erst mal ihr Quartier bezogen (komfortable Boxen im Pferdezentrum) und wir haben Rudi den Hausmeister kennen gelernt. Sehr durchgreifender Charakter, aber auch ein ganz Netter. Nur kleiner Tipp: NIEMALS im Parkverbot stehen bleiben. Und wir konnten uns in Ruhe orientieren und schon mal über die Messe schlendern. Yvi hat auch ihr Traumauto gefunden. Leider mangelt es noch an Sponsoren. Aber wenn Landrover sich überlegt ins Sponsor-Geschäft für arme Fotografen und Fino-Besitzer einzusteigen, Yvi und ich wären da sofort dabei. Wir würden auch die Firma LANDROVER ganz oft erwähnen. Und Fotos machen. Yvi hätte ihren übrigens gerne in weiß. Und ich in schwarz. *hust*

Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt. Aber ich würde mich natürlich momentan auch super gerne von FORD sponsern lassen, da gibt es ja schon wieder ein tolles Nachfolgemodell meines derzeitigen Pferdekutschen-Vehikels. Welches ich übrigens sehr gerne mag. Automatik als Zugmaschine – warum hatte ich das nicht schon eher? Ok, ich hör jetzt auf rumzuspinnen … aber vielleicht sponsert mir irgendwann mal wer einen Kaffee. Das wäre auch nett 🙂

Zurück zur Messe: Jedenfalls hatte wir enorm viel Spaß vor und hinter den Kulissen. Jacinto und Diosa haben sich beim Warten auf den Auftritt gleich mit zwei knuffigen Shetty-Hengsten (87 cm) angefreundet, die ganz viele Kunststückchen können. Mit einem hab ich gleich herum geknutscht (Er hat angefangen!!!!), da war der Zwerg aber grad nicht dabei, sonst wäre er vielleicht noch eifersüchtig geworden. Die drei Auftritte liefen super – ich bin immer noch ganz begeistert von Jacinto, wie toll er das gemacht hat. Überhaupt, wie toll ich meine beiden Ponys überall hin mitschleifen kann, und wie gechillt die beiden sich verhalten. Egal wie unruhig es um sie herum ist. Das ist echt Gold wert. Diosa liebt es ja sowieso eine Box und mehrere Sklaven um sich zu haben, die sie bedienen und versorgen. Also mich und Yvi in dem Fall. Und wer da sonst noch so vorbei gelaufen kommt. Diosa ist sehr kommunikativ, wenn sie in einer Box steht.

Sonntag war dann unser anstrengender Tag mit zwei Auftritten am Tag. Schade dass ich den Showblock nicht selber sehen konnte (unser Auftritt war immer ziemlich in der Mitte). Aber es war einiges geboten: eine Springstudie, Pferd und Hund, Freiheitsdressur, unsere Shetty-Freunde, Voltegieren, Kaltblüter in Aktion (der Kontrast in der Abreitehalle Fino vs. Kaltblut ist übrigens interessant 🙂 ), Trakehnerhengste in der Dressur, eine Fahrquadrille, Geschicklichkeitsfahren auf Zeit und die American Saddlebred Horses der Familie Güldner, inclusive Christiane Kress in der Dressur. Immer wieder beeindruckend! Und sehr coole Reitmäntel. Wahrscheinlich habe ich jetzt sogar noch Akteure vergessen. Ich werde alt.

Rumtrödeln mit den Shetty-Hengsten …. (also einer ist sichtbar) – Foto: privat

Aber alles lief richtig gut, wir haben gutes Feedback bekommen. Und die Hessenhalle war richtig voller Zuschauer! Auf jeden Fall hat es richtig Spaß gemacht mit dabei zu sein und mit so fantastischen „Kollegen“ diese Choreographie zu reiten. (Auf Facebook als Video ansehen) Als Überraschung hat sich Hausmeister Rudi dann am letzten Auftritt mit einem Tablett voller Sektgläser mit in die Bahn gestellt und nach dem Ritt sind wir alle vorbei geschwirrt und haben uns ein Glas Sekt abgeholt für eine Extra-Runde. Wie gesagt, eine sehr schöne Messe am Pferdezentrum in Alsfeld. Schöne Gespräche, viel Spaß, viel Lachen – ich glaube wir sind bestimmt wieder mal mit dabei 🙂

Ein spezielles Dankeschön geht an Britta und Gerd Mülle und das Team Flieden, die uns während des Wochenendes bei sich aufgenommen haben. Es macht immer wieder Spaß bei Euch. Und natürlich ein dickes Dankeschön auch an alle, die dabei waren und die wir getroffen haben (dieser Blog-Artikel ist übrigens speziell dafür da, morgen früh jemandem beim Kaffee trinken zu erfreuen *zwinker*). Aber die Ponys waren dann am Sonntag Abend doch sehr froh endlich wieder zu Hause anzukommen. Die Hängerfahrt über waren sie doch ziemlich müde – aber in jeder Lage topp brave Hängerfahr-Profis).

Outfit für den Auftritt – Foto: Yvis Handy glaub ich ….

PS: Wer Instagram hat kann zwischendurch unsere Abenteuer live mitverfolgen bei Yvi Tschischka Photography – dort gibts immer mal Live-Storys zwischendurch

Pferd und Jagd 2016?

08.12. bis 11.12.2016:

Wie beschreibt man kurz und prägnant einen mehrtägigen Messeaufenthalt? Abenteuer, Spannung, Spiel und Spaß. Das trifft es wohl am Besten. Teuer und Anstrengend trifft auch zu. Also nicht unbedingt nur shopping-technisch, man will ja auch Essen, Schlafen und hin kommen. Aber es ist ja schließlich nur einmal im Jahr Sommerurlaub.

Pylonen - Foto: Nadine Schumacher
Lebende Figure-8-Pylonen – Foto: Nadine Schumacher

Dieses Jahr waren Yvi und ich wieder im IGV-Team dabei, um die Gangpferde auf der Pferd und Jagd zu unterstützen und zu präsentieren. Dieses Jahr ohne eigenes Pferd, was einerseits ziemlich erholsam ist, weil mehr Zeit um das Frühstücks-Buffett im Hotel zu plündern (und zwar ausführlich – Misten und Pferde versorgen fällt dafür flach), andererseits aber auch ein bisschen traurig. Diosa hätte sich super mit Karlchen verstanden und der Horse Agility-Platz neben dem Stand mit den ganzen Pferde-Spielsachen wäre perfekt für sie gewesen. Aber dazu später!

Wir sind bereits am Mittwoch losgefahren, konnten allerdings erst nach der Arbeit und dem Stalldienst los. Auf dem Weg nach Hannover haben wir noch einen kleinen Abstecher nach Flieden gemacht, um die liebe Britta und mit ihr das PFAE-Material aufzusammeln. Die Fahrt war schon mal ziemlich lustig, auch die Vollsperrung der A7 in Kassel war nicht ganz so tragisch. Mit dem „Schuh des Manitu“-Hörspiel geht alles leichter. Allerdings war die Vollsperrung der Grund, dass wir erst recht spät angekommen sind und nicht mehr zur Messe fahren konnten. Also Planänderung und gleich in unser bewährtes Hotel einquartiert und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Es gehört immer mindestens ein lustig-leckeres Abendessen im hoteleigenen Restaurant mit zum Messeaufenthalt dazu! Und dieses Mal hatten wir sogar mehrere!

Der erste Messetag bedeutet immer: gucken, was hat sich geändert, wo ist alles, wer ist da, sich freuen Leute zu treffen, ankommen, checken wo die besten Essens-Stände und Kaffee-Stände sind. Erfahrungsgemäß nutzt man die ersten beiden Tage, um selber zu schauen, was es Neues gibt. Kleiner Insider-Tipp: Die beiden ersten Tage hat man auch am wenigsten mit Menschenmassen zu kämpfen. Mein Ziel für die Messe war: mindestens eine neue Sache zu entdecken. Das hat sich ziemlich schnell ergeben. Wir haben nämlich Karlchen und Amelie kennen gelernt. Karlchen ist die Ziege von Amelie von „Mein Leben mit Ziege und Co.“ und ein sehr charakterstarker Ziegerich. Gut, man sagt Ziegenbock, aber das klingt nicht so schön wie Herr Ziege. Karlchen kann Kunststücke. Amelie arbeitet mit ihm auch am Langzügel, Seitengängen, und was ihr sonst noch so einfällt und Spaß macht. Sehr sympathisch die Beiden! Diosa hätte sich bestimmt super mit Karlchen verstanden. Er hat nämlich praktische Hörner. Diosa hätte ihn bestimmt dazu gebracht, ihr den Bauch zu schubbeln.

Amelie, Karlchen und Yvi - Foto: Telefon
Amelie, Karlchen und Yvi – Foto: mein Telefon

Und die beiden sind Equiteam-Botschafter. Da komme ich jetzt zu meiner Neuentdeckung! Das Equiteam hat aus Biothane einen multifunktionialen (Kapp)-Zaum gebaut (bis zu 7 Funktionen) und vertreiben auch einen Equizügel – eine Kombi aus Zügel und Halsring. Sehr interessant. Eigentlich hatten die mich als alten Biothane-Fetischisten schon mit „Biothane“, aber alle Produkte klingen sehr spannend. Das testen wir mal! Ich bin schon gespannt (und werde natürlich berichten). Nachdem das Equiteam zwei Preise gewonnen hat, den Innovationspreis und den Leseraward, gab es am Stand Sekt für alle … ein guter Grund, um zu feiern! (… und Sekt abzustauben). Dazu gab es noch eine kompetente und freundliche Beratung, was will man mehr?

Apropos Sekt abstauben … Anika, Jasmin und Ann Christin (Ponyliebe) mit Begleitungen waren auch da (später auch zum Sekt abstauben … 🙂 ) und es gab ein Meet & Greet zusammen mit Yvi Tschischka und ein paar weiteren Fotografinnen und Pferde-Mädels, deren Namen ich mir natürlich gar nicht alle merken konnte. Alzheimer, dein Name ist Griebel… Amelie, Karlchen und Lisa mit Vite Valoo (Ein Pferd zum Verlieben) sind auch kurz vorbei geschneit.

Aber kommen wir mal zurück zu den Gangpferden, deshalb waren wir ja eigentlich da! Jeden Tag gab es im Aktionszirkel in der Halle 17 eine Gangpferdepräsentation. Dabei waren wieder Mangalarga Marchadores, Paso Peruanos, Töltende Traber (Neuer Spitzname von „Mister Who“ ist übrigens „Mister Huiiii“ 🙂 ), die Rocky Mountain Horses, Paso Finos und ein Tennessee Walking Horse. Insgesamt problemlos drei Deckhengste im Ring. Als Paso Fino-Botschafter waren Johanna und Stan Paul mit Angelita und Shakira dabei, wie immer natürlich gewohnt souverän.

Stan und Johanna - Foto: Nadine Schumacher
Stan und Johanna – Foto: Nadine Schumacher

Aber es wurde nicht nur Tölt in der Bahn gezeigt, jeden Tag zeigten Quinta (Paso Fino) und Ostra (Isländer) mit ihren Besitzerinnen Tina und Susanne ihre Arbeit mit Seitengängen und versammelnden Elementen, um den Tölt zu erleichtern in der Manège Baroque. Sehr schön erklärt durch ihre Ausbilderin Kaja Stührenberg.

Manege Baroque - Foto: Telefon
Demo in der Manege Baroque mit Kaja – Foto: mein Telefon

Jeden Abend gab es dann noch im Cavallo-Ring eine Demo über das Thema „Gebisslos ins Gleichgewicht – Bosal meets Gait“. Gelungen moderiert durch Stephan Vierhaus und geritten von Kaja Stührenberg mit ihrem Nuno. Beides äußerst interessante Vorstellungen. Ich hatte danach jedes Mal richtig Lust mich selber aufs Pferd zu schwingen und die gehörten Dinge auszuprobieren, bzw. wieder zu machen. Man vergisst so viele Übungen und Tricks, einfach weil man in seinem Trott gefangen ist. Kompetente Hilfe ist so wichtig. Gerade wenn man mehr als drei Gänge zur Verfügung hat. Übrigens haben sich die Vorstellungen auch sehr gut ergänzt.

Guckt mal hier rein:

Freitag Abend trafen wir uns alle wieder nach der Messe zur traditionellen Stand-Party. Doro sorgt immer so lecker für uns! Sie ist die gute Stand-Fee. Wieder ein Grund um Sekt zu trinken und sich gut zu unterhalten. Natürlich kamen an den verschiedenen Tagen viele Fino-Freunde vorbei (wahrscheinlich habe ich auch gar nicht alle gesehen!). Nico war einen Tag lang da und wollte nichts einkaufen – hat übrigens super geklappt – …. wir haben ihn und seine vielen Tüten dann noch zum Hotel gebracht 🙂 Meike und Florian haben uns zwei Tage lang unterstützt (das war zu kurz!!!!). Britta konnte leider nicht die komplette Zeit bleiben, was schon ein bisschen traurig war. Unsere Traber-Julia war zusammen mit Tina als Überraschung in Hannover. Da muss man extra nach Hannover fahren um sich zu treffen! Wäre ja sonst zu einfach.

Samstag war dann der besucherintensivste Tag. Ich war Zwischendurch beim Klaus von Quittpad. Es ist immer schön, ihn zu treffen. Er ist so knuffig! Und er steht hinter seinem Produkt und ist immer auf der Suche nach Verbesserungen. Bei der Gelegenheit habe ich mir gleich noch ein Quittpad für den Dressur-Sattel vom Drachenpony mitgenommen. So komme ich jetzt auch in den Genuss der neuen frotteartigen Mikrofaser-Unterseite. Wer braucht schon eine große Auswahl an bunten Satteldecken mit großen Logos und Glitzer drauf, wenn er stattdessen so funktional-praktische Sattelpads haben kann? Das erspart einem die Auswahl. Und ist Minimalismus pur. Nur um das mal einfach so gesagt zu haben.

Dann war schon wieder Sonntag. Viel zu schnell ging die Zeit vorbei. Für uns war aber auch die Rückfahrt noch ein Highlight. Erst mal, weil keine Vollsperrung auf der A7 war, und zweitens mal weil wir Thora mit nach „Hause“ genommen haben und so noch einen kurzen Abstecher machen durften, um Dea zu besuchen. Jedes Mal, wenn ich die kleine „Hexe“ sehe, freue ich mich. Und ich entdecke natürlich „sumpfige“ Eigenheiten an ihr. Tolles Pony!

Stand-Team IGV - Foto: Nadine Schumacher
Stand-Team IGV – Foto: Nadine Schumacher

Von daher wieder eine schöne Messe, diese Pferd und Jagd 2016! Mein Dank gilt allen, die mit dabei waren, die geritten sind, die Bodenpersonal waren, die aus der Ferne mitgeholfen haben und alle die Zeit, Geld und Liebe in die wunderbare Welt der Gangpferde stecken und versuchen andere Menschen mit der Faszination des speziellen Ganges anzustecken. Und natürlich alle, die am Stand vorbei geschaut haben (auch ohne Gangpferd!).

 

Technische Fakten Pferd & Jagd 2016:
dieses Jahr 102.000 Besucher 
Die Messe findet jährlich seit 1981 statt
Europas größte Messe für Reiten, Jagen, Angeln
Messegelände Hannover, Hallen 16, 17, 19 – 21, 24 – 26
%d Bloggern gefällt das: