Del Cavador

Fenster auf Kipp?

Buntes Messe-Team vor dem Auftritt in Alsfeld – Foto: Rico Abendroth

22.03. bis 24.03.2019:

18. Messe Jagen-Fischen-Offroad in Alsfeld


Letztes Wochenende waren Yvi und ich wieder als Messe-Teilnehmer für die PFAE mit den Ponys unterwegs. Die Reise führte uns wieder einmal nach Hessen. Genauer nach Alsfeld, welches romantisch an der A5 gelegen ist. Dort fand die 18. Fachmesse Jagen – Fischen – Offroad (Neuer Shit: Pferde sind jetzt „Offroad“ :-)) statt. Das ist eine kleine, aber feine Messe, die zwar sehr traditionell ist, aber trotzdem überraschender Weise immer interessante und „tellerrandfremde“ Gespräche bietet. Und sie bietet in Halle 4 (dem Pferdezentrum) zweimal täglich ein buntes Showprogramm mit Pferdevorführungen. Und dazu hat Britta Mülle uns gefragt, ob wir wieder bei den Auftritten mitmachen wollen. Sagen wir mal so: mehrere Fino-Leute zusammen, gerade bei Auftritten mit einer Choreografie, die erst einstudiert werden muss bedeutet immer Spaß! Das Problem: Beamen wurde noch nicht erfunden – wir wohnen alle zu weit weg. Das bringt immer den extra Nervenkitzel: Klappt die Choreografie oder Desaster? 

Wir sind also schon am Freitag Mittag in Alsfeld aufgeschlagen. Sehr gechillt tuckerten wir mit Diosa und Jacinto die A7 rauf. Statt Choreografie zu lernen haben wir natürlich lieber das Känguru gehört. Wir hatten dann gut Zeit, um die Ponys im Stallgebäude unterzubringen. In Alsfeld gibt es nämlich schöne feste Boxen und einen sehr hessisch-herben Stallmeister namens Rudi, der hart grummelig und wortkarg erscheint, aber in seinem Herzen ein ganz Netter ist. Jedenfalls passt Rudi auf unsere Ponys auf, wenn die Messe dicht macht. Und Rudi sorgt dafür, dass alles funktioniert – und wer nicht nach seiner Pfeife tanzt, bekommt den Besen zu spüren! Den guten Reisigbesen übrigens 🙂 – ich liebe diese „alten“ Besen!

Messe-Team – 3-erBarrida – Foto: Timo Haas Fotografie

Während die Ponys schon mal ihr Heu mümmelten, sind Yvi und ich nach Alsfeld rein gefahren, um in unser Hotel einzuchecken. Alsfeld ist eigentlich ein sehr schönes Städtchen – viele Fachwerkhäuser – aber auch ein sehr viel befahrenes Städtchen! 

Am Abend waren dann alle Fino-Freunde mit ihren Ponys da. Wir konnten die Choreografie zusammen am Boden üben. Was bestimmt sehr lustig für Außenstehende anzusehen ist: taumelnde Menschen mit weißen Hüten, die mit Zetteln in der Hand komische Kringel laufen und dabei kichernd vor sich hin faseln …. – und dann direkt auf den Ponys in der Halle noch einmal festigen. Wir hatten sechs Ponys dabei: Britta mit Amistad, Jürgen mit Camino, Ela mit Lluvia, Kay mit Delgado (und Mitreiterin Jojo), Yvi und Diosa und mich mit Jacinto. Und natürlich als fest installiertes Bodenpersonal Yvonne, Gerd und Manni. 

Unsere Show-Blöcke waren täglich von 10 – 12 Uhr und von 14 – 16 Uhr. Also genug Zeit um selber einmal über die Messe zu schlendern. Aber vor dem ersten Auftritt ist dazu erst mal keine Zeit. Wir saßen letztendlich alle auf den Ponys, Choreo noch mal durchgegangen, aber unser Bord war noch nicht da! Der ganze Auftritt kommt erst richtig zur Geltung, wenn die Finos über das Sounding-Bord donnern können! Und das Bord nicht in Sicht! Panik! Info: Gerd und Manni stehen noch vor dem Hattenbacher Kreuz auf der Autobahn fest! Horror! Bangen! Panik! Um die Szene für Euch abzukürzen: die zwei Jungs haben es tatsächlich noch geschafft: zwei Minuten vor dem Aufritt sind sie ums Eck geschossen gekommen! Das gab spontanen Szenenapplaus von uns (und irritierte Blicke von anderen Wartenden…). Dann wurde das Bord schnellstens umgeladen und wir sind rein in den Auftritt! Wahnsinn. Und alles hat geklappt. Ich glaube einfach an Karma. Das macht schon, dass alles funktioniert wenn es funktionieren soll. Wenn nicht nicht, aber man muss einfach an Karma glauben!

Jacinto auf dem Bord – Foto: Timo Haas Fotografie

Entspannt nach dem ersten Auftritt sind Yvi und ich erst mal über die Messe geschlendert. Wir haben uns die anderen drei Hallen angesehen. Suzuki war auch dort (die haben ja ein beliebtes Automodell für Jäger – genau so wie andere Autohersteller wie Landrover und Isuzu zum Beispiel….) – die Typen vom Verkauf waren auch bei uns im Hotel untergebracht. Und schon beim Frühstück habe ich mir jegliche Schuschuki-Geschichten und Schuschuki-Dissereien heruntergeschluckt, weil die Jungs ja nichts dafür können. Aber das war sehr lustig. Die zwei Jungs in ihren roten Jacken sind uns quasi wie Schatten gefolgt, am Frühstücksbüffet, einer war definitiv unser Zimmer-Nachbar (der hat sogar Nachts noch lautstark Dauergespräche geführt) und beim gleichen Italiener waren sie auch zum Essen …. das aber nur am Rande. 

Auf einer Jagdmesse findet man vorzüglich halt einfach mal Jäger-Zeugs, was nicht so wirklich interessant für Reiter ist. Wobei man auch gut nach warmer Kleidung sehen konnte. Jäger sitzen ja viel in der Kälte rum, also kann man da ruhig mal seinen Bekleidungs-Horizont erweitern. Was wir aber vor Allem gefunden haben ist eine Erweiterung unserer Besser-Reisen-Rubrik: nach den Klappstühlen mit Becherhaltern, die wir an diesem Wochenende wieder sehr gefeiert haben, gibt es jetzt im Del-Cavador-Fundus einen klappbaren Sattelcaddy für zwei Sättel. 

Zusammenklappbar, passt super in die Sattelkammer vom Hänger, ist mega-Stabil und hält was er verspricht. Wir sind begeistert. Der Erwerb war allerdings nicht ganz so einfach. In Hessen geht man nicht einfach an einen Stand, gibt Geld und bekommt etwas in die Hand gedrückt. Nein, wir haben einen Zettel bekommen, sind dann komplett aus dem Messe-Gelände raus gelatscht. Mit den Fino Hüten auf, was übrigens gelegentlich zu Irritationen bei der Normalbevölkerung führt. Durch das Industriegebiet Alsfeld gelatscht, in den Stabilo-Markt, um dort zu bezahlen und wieder einen Zettel mit zu bekommen, um den allerletzten, einzigen, übrigen dieser stabilen Sattel-Caddys zu erwerben, um dann wieder in die Messe zu latschen, und dann endlich das Ding mitnehmen zu können. Das war so anstrengend, wir mussten erst mal mit unseren Klappstühlen in der Stallgasse chillen! 🙂

Yvi und Sumpf ganz Außen – Foto: Rico Abendroth

Der Samstag ging dann mit dem zweiten Auftritt und noch ein bisschen rumhängen auf der Messe (super Eis übrigens!) schnell rum und wir wurden dann quasi von Rudi rausgeschmissen. Unser restliches Team ist zwischen Flieden und Alsfeld gependelt und Yvi und ich waren vor Ort (und haben Mist-Meister und Futter-Meister gespielt) und auf einmal waren wir alleine in der Stallgasse und Rudi meint, ob wir jetzt fertig sind und wir nicht gehen wollen! So früh sind wir noch nie mit einem Messe-Tag fertig gewesen! Wir waren ganz perplex und sind dann erst mal planlos nach Alsfeld rein gefahren. Und was machen planlose Frauen? Klar, erst mal shoppen. Ich liebe es in fremden Städten in Supermärkte zu gehen und dort zu gucken was die so haben. Das irritiert im ersten Moment, ist aber auch immer spannend. Jedenfalls waren wir damit auch ziemlich zügig fertig und mega früh im Hotel. Dort hatte irgend eine übereifrige Putz-Dame anscheinend etwas gegen zünftigen Pferdegeruch und hatte alle Fenster in unserem Zimmer auf Kipp gelassen. Es war also mega Kalt, als wir ins Hotel kamen. Und es wurde nicht mehr besser. Anscheinend war direkt unterm Dach keine Heizung im Zimmer. Super. Drum war das Zimmer wohl auch billiger …. Ich liebe die Hotels in Hessen. Wir sind erst mal zum Italiener am Eck essen gegangen. Die Dame hat uns bereits wieder erkannt. Und wenn ich an das Essen denke, bekomme ich gleich schon wieder Hunger. Um es abzukürzen: Yvi und ich lagen bereits eingemummelt um 20 Uhr im Bett und haben vor uns hingefroren. 

Backstage-Blick von der Abreitehalle in die Show-Halle (und auf Yvonne im aufblasbaren Pferdchen-Kostüm :-)) – Foto: privat

Dementsprechend schlecht war die Stimmung Sonntag früh. Dauerfrieren, schlechter Filter-Kaffee im Hotel und dann kommt mir noch so eine Trulla vom Messe-Kaffee-Stand zehn Minuten vor offiziellem Messebeginn mit dem Satz: „Ich kann Ihnen noch keinen Kaffee verkaufen, die Messe hat noch nicht geöffnet!“. Ne, so nicht. Aber keine Angst. Ich hab sie nicht getötet. Aber Kalt UND keinen Kaffee da hört der Spaß auf. Da brauchte ich erst mal etwas Zeit alleine beim Pony. Aber der Tag ist doch noch gut geworden. Mit den ganzen Fino-Leuten kann man nur gute Laune bekommen! 

Stallgassenparty von Karma-Klappspaten auf Klappstühlen – Im Hintergrund der Sattel-Candy 🙂 – Foto: Jojo

Auf jeden Fall kann ich sagen: Leute, Ihr seid ein super Messe-Team! Sehr schön war auch, dass Fino-Freunde zu Besuch kamen. Man sieht sich ja so selten! Und dieser gesunde Kräuter-Schnäppes – der war übrigens sehr gut! Jedenfalls alle Auftritte haben geklappt, jeder war noch einen Ticken besser wie vorher – aber das ist jede Messe so. Man stellt sich aufeinander ein und der Sonntag-Nachmittag klappt dann immer am Besten und man geht mit einem schönen Hoch-Gefühl aus der Arena raus. Und dann ist der ganze Zauber schon wieder vorbei, man packt ein und fährt die A7 wieder nach Hause. Schade! Die Zeit geht viel zu schnell vorüber und schon hat einen der Alltag wieder.

Vielen Dank an Alle die dabei waren – und vielen lieben Extra-Dank liebe Britta und Gerd fürs Organisieren, uns fragen, ob wir mit wollen und vor allem fürs Da sein! 🙂 

Alsfeld-Barrida – Foto: Rico Abendroth (Danke Rico für die Bilder! :-))

„Es war einmal….“?

15. Juli 2017:

 

Nachdem wir schon letztes Wochenende unterwegs waren, dachten wir uns: Hey, da geht doch dieses Wochenende auch gleich noch einer! Ein bisschen Abwechslung braucht der Mensch ja. Deshalb sind Diosa, Yvi, Jacinto und ich heute nach Langenzenn gefahren zum ersten Orientierungsritt des PSV Langenzenn-Wittinghof. Unsere Startzeit war richtig spät am Nachmittag, was total ungewöhnlich für einen Orientierungsritt ist. Ich hatte sogar noch Zeit Vormittags mit dem Drachenpony eine Runde im Gelände zu drehen.

Nach unserer Ankunft haben wir erst mal die Lage gecheckt und geguckt, wo es die wichtigen Dinge gibt: also Klo und Kaffee. Gestärkt und erleichtert konnten wir die Ponys in aller Ruhe fertig machen und Fliegensicher verpacken. Nachdem wir letztes Wochenende so geplagt wurden haben wir das volle Programm aufgefahren: Fliegenspray, Fliegendecke und Ohrenhäubchen. Obwohl es heute, dank annehmbaren Langärmel-Temperaturen gar nicht nötig gewesen wäre. Aber man weiß nie. Und schon sind wir auf die schöne Strecke durch den tollen Sandbodenwald bei Nürnberg gestartet. Übrigens war das Thema des Rittes „Es war einmal …. „ – mit dem Thema Märchen hat man mich immer sofort. Märchenritte sind immer toll! Erwünscht war zwar Verkleidung, aber wir waren da irgendwie uninspiriert. Es waren aber ganz tolle Verkleidungen am Start – total super!

Am Anfang bekamen wir Instruktionen und ein rohes Ei in die Hand gedrückt. Das sollten wir am Ende des Rittes wieder heil abgeben. Gut, dass ich noch meinen Kaffeebecher in der Hand hatte. Das Ei wurde also in eine leere Taschentuchpackung gesteckt, mit Taschentuch umwickelt und in dem Becher deponiert. Perfekt. Wir haben es heil wieder nach Hause gebracht. Insgesamt gingen nur zwei Eier ganz kaputt und eines hatte einen Sprung. Die Wertung dieses Rittes war Paarweise und insgesamt gingen (soweit ich richtig mitbekommen habe) 23 Paare an den Start.

Die zehn Kilometer lange Strecke führte gut markiert durch den Wald, unterbrochen von mehreren Stopps. Gleich am Anfang durften wir in unserer Paradedisziplin „Klopapier“-Reiten glänzen. Slalom im Paarreiten durch die Pylonen mit ungefähr sechs Blatt Klopapier dazwischen. Luxus pur – sind wir doch höchstens drei Blatt gewöhnt. Das mit den Pylonen könnten wir allerdings auch in unsere Paarreiten-Aussortierung mit einbauen!

Fliegenvermummt unterwegs bei den sieben Geißlein – Foto: privat

Kaum hatten wir uns an den schönen Wald gewöhnt kam schon der zweite Stopp: Dosenwerfen. Diesmal auf Zeit und die Zeit läuft unbarmherzig bis alle Dosen vom Tisch geschossen sind. Das durfte Yvi erledigen, die ja schon letztes Wochenende nahezu fast getroffen hatte. Und sie hat sogar alle Dosen vom Tisch gefegt … also gemächlich, aber immerhin! Weiter ging es durch den schönen Wald. Hier haben wir die dritte Station, eine unbemannte Rätselstation übersehen. Auch auf dem Rückweg sind wir hier nicht mehr fündig geworden. Aber egal.

Die nächste Station war dann „Tischlein Deck Dich“ in ganz gemein. Zwischen zwei Bäumen waren Seile gespannt mit Apfelstückchen dran, die man ebenfalls auf Zeit mit dem Mund ohne Hinzulangen fangen musste. So was mag ich ja gar nicht, weil ich essenstechnisch voll Etepetete bin, aber das ist gar nicht so einfach! Schlüpfrige kleine Scheißerchen, um es mal mit einem einem Filmzitat zu sagen! Die Ponys haben sich jedenfalls über die Äpfel gefreut.

Und weiter ging es durch den Wald. Die nächste Station waren der „Wolf und die sieben Geißlein“ – sieben Steine vom Pony aus in einen Eimer werfen, natürlich auf Zeit! Hier durfte ich mal wieder meine spärlich vorhandenen Wurfkünste einsetzen.

Als nächstes kam eine Stopp, bei dem man eine vorgegebene Strecke so langsam wie möglich Galoppieren sollte. Das durften Yvi und Diosa machen, wobei die ganz schön flott unterwegs waren. Dann blieb ein schönes Stück reiten durch den Wald zurück zum Hof übrig. Hier haben wir uns noch mit dem mitbekommenen Fragebogen beschäftigt. Hier gab es ein paar Reiter- und viele Märchenfragen zu beantworten. Und eine Frage zum Schuh des Manitu! Zu dem Film können Yvi und ich ja alle Fragen beantworten, weil wir das Hörspiel im Auto oft bei langen Strecken exzessiv hören.

putzige Details – Foto: privat

Am Springplatz gab es dann noch eine Fino-Spezial-Disziplin: Wasserkrug im Trab/Tölt um eine vorgegebene Strecke transportieren und möglichst wenig verschütten. Yvi und Diosa haben das perfekt demonstriert. Dafür musste ich mir dann die Augen verbinden lassen und mich durch eine Stangengasse mit mehreren Ecken „führen“ lassen. Also Yvi auf Diosa geritten, die mich „nebenbei“ durch die Gasse manövriert. Das fand ich ziemlich spannend und das hat auch ziemlich gut geklappt. Sofern man mir nicht Begriffe wie „links“ und „rechts“ zuruft funktioniert das auch ganz gut.

Regenbogenkuchen ❤ – Foto: privat

Nachdem wir die Ponys versorgt hatten durften/mussten 🙂 wir noch zum Abschluss auf dem Fischteich im Schlauchboot paddeln. Natürlich wieder auf Zeit. Das gibt glaube ich Muskelkater in den Oberarmen! Die Ponys konnten in einem Paddock ausruhen und wir haben uns an der Salatbar vergnügt und ein bisschen Kuchen gegessen. Leider hat es bis zur Siegerehrung ziemlich lange gedauert und wir hatten dann irgendwie ein kleines Durchhänge-Müde-Kaputt-Tief. Wahrscheinlich zu wenig Koffein im Blutkreislauf. Aber insgesamt war es ein sehr gelungener erster Orientierungsritt. Wir hatten Spaß, die Strecke hätte gerne noch länger durch den schönen Wald führen können und das Orga-Team und alle Helfer waren nett und gut gelaunt. Was will man mehr?

Übrigens sind wir auf Platz 16 gelandet – aber halt auch ohne Verkleidung und mit einer fehlenden Station. Aber es kommt ja nicht darauf an zu gewinnen, sondern Spaß zu haben – und den hatten wir auf jeden Fall! Und ich mag die Gegend um Nürnberg mit diesem tollen Wald und den schönen Wegen, schon alleine deshalb lohnt es sich den Hänger zu packen.

Orientierungsritt in Eisingen?

09. Juli 2017:

Heute waren wir wieder einmal Orientierungsritt-Technisch unterwegs. Diesmal sogar mit Jungspund-Beistand. Universo del Gavilan durfte mit Nadine heute seinen allerersten Orientierungsritt bestreiten. Und der Bubi hat das richtig gut gemacht. Gut, wenn er gekonnt hätte, hätte er sich ein paar mal ordentlich in die Hose gemacht, aber er hat alle Aufgaben trotzdem sehr fleißig und zuverlässig gemeistert. Eine gute Grundausbildung und behutsames und ruhiges Heranführen an verschiedene Aufgaben machen sich einfach immer bezahlt. Und die beiden alten Hasen Diosa mit Yvi und Jacinto mit mir sind ja auch gute Vorbilder. Meistens zumindest. Wir hatten eine frühe Startzeit, so konnten wir noch vor der großen Hitze den Großteil der Geländestrecke absolvieren. Es ging wieder sehr gut markiert zirka 15 km rund um Eisingen. Eine schöne, abwechslungsreiche Strecke mit Wald und Feldern. Und zwischendurch immer ein bisschen Wind und Schatten – also optimal.

Universo beim Schießen – Foto: privat

Zwischendurch gab es auch ein paar Stopps mit kleinen Aufgaben. Der Erste war natürlich der Klassiker schlechthin: Dosenwerfen vom Pferd aus. Eine Aufgabe, bei der ich grundsätzlich daneben schieße. Yvi übrigens auch. Nadine trifft immer ganz gut, die kann auch gut mit Pfeil und Bogen schießen. Oder mit Messern. Oder mit beidem gleichzeitig 🙂

Ohrenhäubchen für Alle! – Foto: privat

Dann ging es noch etwas auf und ab durch die schöne Landschaft bis zum alten Springplatz. Hier gab es Getränke und einen Snack für die Reiter und Aufgaben für die Ponys. Als erstes durften wir mit einem Cacher acht Badeentchen, einen Fisch und einen Frosch aus einem „Teich“ retten. Gut, dass wir neulich erst mit Besenstil in der Hand auf dem Reitplatz geübt haben. Hier haben alle Ponys gut mitgemacht. Jacinto immer in Bewegung, Diosa stoisch stehend und Universo hatte mehr Angst vor dem Stecken als vor den Enten. Also alles im grünen Bereich. Anschließend durften wir einen kleinen Natursprung versuchen und mussten durch drei Pylonen-Tore einen großen Zirkel galoppieren. Alles machbar. Dabei hat Universo sogar die ersten Galoppsprünge entdeckt. Das hatte er bisher nämlich noch nicht im Repertoire.

Sonnenbrillen-Wasserkrug-Trabstangen Foto: Privat

Weiter ging es über die nächste Anhöhe und dann erst mal über zwar löchrige, aber schöne Feldwege. Am Waldrand entlang konnten wir ein schönes langes Stück schön Tölten und sozusagen Kilometer fressen.
Kurz vor Ende gab es dann noch einen Stopp mit verschiedenen Fragen, die aber auch nicht allzu schwer waren. Zum Beispiel: „Nenne drei Teile einer Trense“, „Nenne drei Teile eines Sattels“ und „Nenne drei Giftpflanzen“. An der Reithalle der Pferdefreunde Eisingen zurück war dann noch ein Trail aufgebaut. Hier hatten wir zwar etwas Stau bis wir dran waren, aber auch eine schöne schattige Bank zum Ausruhen.
Der Trail war dann auch gar nicht so schlimm. Als erstes bekamen wir einen Krug Wasser in die Hand gedrückt und sollten damit Stangen übertraben. Äh … ja … das Schwierigste daran ist übrigens bei Fino-Reitern (die die Champagner-Tölt-Klassen immer mitmachen, um Gratis Sekt abzugreifen…) eigentlich, dass man nicht versucht den Krug mit dem Regenwasser leer zu trinken, so wie man das in der Prüfung gewohnheitsmäßig mit dem Sektglas macht.

Bank kehren – Foto: Privat

Dann haben wir uns mit der Luftballon-Gasse durchgemogelt, und sind einfach hintereinander durch die Gasse. Die war übrigens am gruseligsten, weil da so blaue Gymnastikmatten am Boden lagen. Flattertor = Schnarch, kein Problem. Witzige Idee war die Bierbank, die man mit einem Besen abkehren sollte. Das war mal was komplett Neues. Und der Klassiker schlechthin: Tisch decken! Diesmal in der Version von einem Tisch auf den nächsten Decken, aber mit Wasser in der Blumenvase. Hier hatte Jacinto auf jeden Fall seine guten fünf Minuten. Streber-Zwerg!
Danach haben wir die Ponys erst einmal nach Hause gebracht und uns selber auch ein bisschen abgekühlt. Es hat nämlich schon wieder ekelig-schwüle über 30°. Zur Siegerehrung sind wir dann gerade noch rechtzeitig zurück gekommen. Jacinto war dieses Mal der Streber der Gruppe mit Platz 22 und Diosa und Universo folgten ein paar Plätze danach. Insgesamt waren um die dreißig Starter dabei. Also ein kleiner, aber feiner Orientierungsritt, den wir auf jeden Fall wieder besuchen würden und der uns viel Spaß gemacht hat. Vielen Dank an die Organisatoren der Pferdefreunde Eisingen – wir sehen uns bestimmt nächstes Mal wieder!

HorseManShip auf der A3?

HorseManShip-Turnier  in Aegidienberg 2017

6. Mai 2017:

Ziemlich spontan bin ich gestern bei grandios-nebelig-sonnigem Frühmorgens-Fotoshooting-Wetter über die A3 gedüst um mir endlich einmal das HorseManShip-Turnier in Aegidienberg bei Familie Feldmann anzusehen (und natürlich um meine langjährige Freundin Renate zu treffen, die es schon seit einiger Zeit dort hin verschlagen hat – uuuund um einen Milchkaffee im hofeigenen Cafe zu trinken – der ist nämlich richtig toll!). Das „Turnier“ reizt mich nämlich schon seit zwei Jahren, aber irgendwie gerät es immer in Vergessenheit in meinen Kopf. Damit muss jetzt Schluss sein. Also war der Plan sich endlich mal die Prüfungen anzusehen.

Das HorseManShip-Turnier kombiniert Turnier-Prüfungen am Samstag mit einem wettkampfmäßigen Wanderritt am Sonntag. Also doch eigentlich die perfekte Mischung für uns! Am Samstag standen folgende Prüfungen zur Auswahl: Signalreit-Prüfung, die Horsemanship-Prüfung und Tölt in Harmony in je drei Schwierigkeitsstufen, eine leichte Töltprüfung auf der neuen Ovalbahn (offen + jugendliche) und Trail geführt und geritten auf dem neuen Trailplatz. Alleine schon wegen dem neuen Trailplatz hätte ich am liebsten eins von meinen Ponys dabei gehabt. Da beneide ich die Einsteller und Reiter in Aegidenberg schon sehr um diese Möglichkeit der Übung. Der ist nämlich super-genial geworden.

Doch erst mal von Anfang an. Die Signalreit-Prüfung. Eine sehr interessante Prüfung, die locker und am losen Zügel geritten wird. Spannend. Ideal für junge Pferde, oder Pferde die locker geritten werden. Wobei mir gerade beim nochmal durchlesen auffällt: Was ist, wenn mein Pony nicht Traben kann? …. hm. Die Prüfung beginnt mit „Aufgesessen Stillstehen am losen Zügel“ während der vorherige Reiter die Aufgabe reitet. Ich verlinke Euch mal die Signalreitaufgabe zum nachlesen.

Übrigens ich kann gar nicht sagen, wer was wie wo gewonnen hat, weil ich kein Programmheft hatte – aber herzlichen Glückwunsch an alle Gewinner und tollen Reiter in Aegidienberg 🙂

Die Tölt in Harmony war für mich auch spannend zu sehen. Diese Prüfung war ja schon auf der IGV-Jahresversammlung Thema für einen ganzen Tag mit Demo, den haben wir damals aber leider verpasst. Deshalb war es spannend die Prüfung jetzt geritten zu sehen. Es gibt sie in drei Schwierigkeitsstufen. Die Basic ist eigentlich immer gleich: Es werden schöne Achten auf vorgezeichneten Linien geritten (oder in der mittleren und schweren noch Volten dazu).

Ich meine Hallo? Wie genial und einfach, aber dennoch schwierig ist das denn bitte? Das ist die ideale Prüfung für Paso Finos! Nachdem ich es zu Hause liebe auf einem frischen Reitplatz, der noch feucht ist, meinen eigenen Spuren hinterher zu reiten (also Kringel, Kreisel, Volten, Zirkel, oder Kleeblätter auf den Sand zu „malen“) ist diese Prüfung ideal für meinen Fetisch. Man könnte auch Mandala für Reiter dazu sagen 🙂 Diese Prüfung möchte ich auf jeden Fall auch einmal starten. Sie dauert nicht allzu lange und deckt eigentlich recht schnell die Schwächen im Rhythmus und Takt des Tölt auf (oder halt nicht 🙂 ). Auf jeden Fall spannend. Guckst Du hier.

Die HorsemanshipPrüfung bin ich ja bereits schon selber geritten und ich mag sie immer noch sehr gerne. Sie kombiniert Umgang am Boden, dressurmäßiges Reiten, Gangbeurteilung und Trailaufgaben in einem. Dazu gibt es übrigens ein sehr unterhaltsames Video von Walter Feldmann auf Youtube. Wer mal den Ablauf dieser Prüfung vom „Erfinder“ erklärt haben möchte, das kann ich nur empfehlen.

In der Mittagspause war dann eine Trail-Demo mit Andra Jänisch, bwz. von drei ihrer Reitschülerinnen unter Anleitung in der Halle. Sehr interessant hat Andrea die verschiedenen Trail Hindernisse der Working Equitation erklärt und gezeigt, wie sie angeritten werden, worauf man achten muss und was man im Wettkampf beachten sollte um Zeit zu sparen, oder nicht heraus zu fliegen. Das hat mich schon mal total angefixt mich mehr mit Working Equitation Trail zu beschäftigen, was ich ja sowieso schon immer spannend fand. Ich glaube das Drachenpony hätte da echt Spaß dran. Frau Sumpf sowieso. Die alte Trail-Streberin.

Ovalbahn Aegidienberg (Panorama-Versuch, weil so gigantisch :-)) – Foto: sieht draufgeklickt besser aus!

Am Nachmittag fand dann an der neu „verbreiterten“ Ovalbahn noch die Leichte Töltprüfung für Einsteiger und Jugendliche statt. Alles bei bestem Sommerwetter. Es ist ja nicht so, dass es die Tage vorher einfach nur nass und ekelig und kalt war, nein, jetzt musste man sich auch noch kurzärmlig in die Sonne setzten, weil man es sonst nich ausgehalten hat. Ganz schlimm! Ich glaube ich habe mir eine Erkältung geholt.
Abschließend fand dann noch der Trail geführt und geritten auf dem nigel-nagel-neu gestaltetem Objekt meiner Begierde statt. Da befand ich mich aber schon wieder auf dem Weg nach Hause. Ich war so angefixt von den ganzen Ideen, dass ich unbedingt noch ein Pony reiten wollte. Tja, das hätte auch bestimmt echt gut geklappt. Ich war voll motiviert, der Zeitplan gut. Aber irgendwie kam mir dann eine komplette Vollsperrung auf der A3 dazwischen.
Die haben da eine Brücke abgerissen. Und ich hab das nicht mitbekommen, weil ich statt Radio schön Podcast gehört habe. Super. Also erst mal im Stau stehen auf fünf Spuren und dann im Frankfurter Umland einspurig der ganze Konvoi durch die Pampas. Da ging mal gar nichts. Sehr nervig. Aber nach schon ungefähr drei Stunden war ich wieder auf der Autobahn, hatte etwas von Frankfurts Umland gesehen, Sozialstudien von genervten Autofahrern im Stau betrieben, inclusive Beobachtungen miterleben müssen, wie Männer durchs Fenster in einen Gulli pinkeln und genervten „Ischen“ beim telefonieren zuhören müssen, mal ganz abgesehen von den armen Anwohnern. Wie gesagt, immer wieder schön auf der A3. Reiten war dann leider nichts mehr. Aber mein Bett zu sehen fand ich dann richtig toll!

Trailplatz Aegidienberg (kommt nicht mal annähernd gut zur Geltung….) – Foto: sieht draufgeklickt besser aus!

Fazit: Tolle Prüfungen, gelungene Veranstaltung – ich wünsche den Startern des Wanderrittes noch viel Glück für heute! Und noch mehr Fazit: Wär ich mal mit Pferd gekommen und hätte mitgemacht, wäre ich nicht Samstag Abend im Stau versackt. Da hat man es wieder. Das Schicksal bestraft einen echt hart. Aber ich hoffe für nächstes Jahr ist wieder eine Ausgabe geplant 🙂

PS: Weil der Bericht ohne Pferdebilder ist: Hier sind noch ein paar zu sehen 🙂

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Hier sind noch ein paar zu sehen 🙂

 

In Flieden Fliegen lernen?

Kurs mit John Pelaez in Flieden

28.04. bis 30.04.2017:

Für Yvi, zwei Ponys und mich ging es am Freitag wieder auf die Autobahn und nach obligatorischem stockendem Verkehr bei Schweinfurt auf der A7 mit Vollgas nach Flieden. An diesem Wochenende waren wir wieder bei Britta und Gerd Mülle zu Gast. Dort fand nämlich ein Kurs mit dem Paso Fino Trainer John Pelaez (USA) statt. John haben wir letztes Jahr schon bei einem Kurzbesuch gesehen und ich fand seine Art mit den Finos zu Arbeiten schon damals sehr angenehm. Wir kamen ganz gechillt an, hatten noch erste Erfahrungen mit unserem Hotel (verlassen, aber alles offen – Hotelwirt kam dann aber noch rechtzeitig, als wir gerade die Kasse ausrauben …. äh …. wieder fahren wollten) und konnten dann den restlichen Tag mit lieben Fino-Freunden verbringen.
Hotels und Pensionen rund um Flieden – Abenteuer pur. Irgendwann haben Yvi und ich alle getestet. Es ist immer wieder spannend. Wobei unser jetziges Hotel eigentlich ok war. Also der Hotelbetreiber hat sich sehr viel Mühe gegeben, und war auf seine hilflose Art auch echt nett. Wir haben uns vorgestellt er wurde gerade von seiner Frau verlassen und alles wächst ihm grade über den Kopf. Aber ein paar Kriterien haben auch dieses Hotel für die Zukunft ausgeschlossen. Aber das ist echt Jammern auf hohem Niveau. Die Hotels sind alle bis jetzt nicht unterirdisch gewesen (bis auf eine Pension … wo wir seltsamer Weise nach der Uhrzeit gefragt wurden, ab wann wir Duschen wollten. Öhm??? – *kopfkinoaus*), sondern einfach, rustikal, ohne funktionierendes Internet – aber alles Menschen, die hessische nette Originale sind. Das Aus für dieses Hotel war einfach: kalter Rauch im Frühstücksraum (der Abends als Kneipe dient), Hellhörigkeit der Zimmer (was in Kombi mit Montage-Arbeitern, die auch am Wochenende um halb sechs das Aufstehen und Rumrumoren anfangen keine gute Kombi ist) und kaum Internet. Wie gesagt, rumnölen auf hohem Niveau. Aber wir machen es uns jetzt zum Sport alle Hotels auszuchecken. Für nächstes Mal haben wir schon eines im Visier. Aber zurück zum Kurs!

Es wurde ganz toller Kuchen mitgebracht! Mit Glitzer-Guss! Und der war lecker! – Foto: privat

John Pelaez ist ein Trainer, der die Pferde unterstützt, dass sie sich selber wohl fühlen beim geritten werden. Er arbeitet nicht mit Druck oder groben Aktionen, sondern möchte die Pferde dahin bringen, dass sie sich in Ihrer Wohlfühl-Zone sicher und zufrieden fühlen. Er arbeitet lieber langsam und konstant, als schnelle Erfolge zu erzielen. Was meiner Meinung nach natürlich viel besser und nachhaltiger ist, als schnelle Erfolge zu haben und dann die verheizten Pferde einfach zu ersetzten. Was auch echt schwierig ist, wenn man kein Geld hat um ständig neue Pferde zu kaufen 🙂 Alles geht sehr gechillt von statten. Eigentlich sieht man fast nicht, dass er etwas am Pferd macht, er reitet ein bisschen und schwupps hat man ein entspanntes, motiviertes Pferd.
Von daher war ich sehr gespannt, ob ein USA-Trainer das Richtige für das Drachenpony sein könnte. Schließlich hat das Drachenpony schon alles durch. Aber so richtig entscheiden, welches Pony ich mit zum Kurs nehme, konnte ich mich nicht wirklich. Von daher habe ich Jacinto und Resi zusammen mitbringen dürfen und beschlossen mit Jacinto einfach mal den Freitag zu testen und dann mit Resi weiter zu machen. Eigentlich war ich schon Freitag vor meiner ersten Trainingseinheit überzeugt, dass ich es mit John und Resi versuche. Ich habe bei dem Pferd vor uns zugesehen und da gab es schon einige Trigger-Momente die mich überzeugt haben.

Mit Jacinto hatte ich am Freitag eine richtig gute Einheit. Wir müssen dringend an der Konstanz im Tölt arbeiten, bzw. störe ich Jacinto zu sehr, obwohl ich ja schon denke ich mache fast gar nichts. Aber auch nichts machen will gelernt sein. Was mich an John übrigens auch beeindruckt hat, ist, dass er einfach die Gegebenheiten der Pferde sieht und versucht für den Reiter das zu ermöglichen, was er mit dem Pferd erreichen möchte (also wenn es realistisch ist) und nicht versucht Pferd und Reiter in ein festes Schema zu pressen. Er geht wirklich individuell auf Pferd und Reiter ein. Jacinto und ich jedenfalls hatten einen guten Lauf. Ich muss mich mehr konzentrieren meine Bewegungen noch langsamer und sanfter zu machen, und meine Zügel gleich lang zu halten, und Jacinto „fliegen“ zu lassen. Mehr Entspannung in der Schulter und die richtige Halteposition für meine Hände zu finden. Das mit dem Fliegen war ein guter Vergleich. Man wird mich also in Zukunft schöne „geflogene“ Achten üben sehen. Wobei ich mit Jacinto ja schon viel am Zirkel arbeite, weil ich merke, dass ihm das gut tut. Jedenfalls war Jacinto während des Trainings entspannt und zufrieden. Er hat geschnaubt und nicht zu sehr geschwitzt. Es war stressfrei für ihn. So mag ich das!

 

Von daher war ich gespannt wie Hulle, wie sich das bei Resi gestaltet. Ich bin da ja sehr pienzig, was Fremdreiter auf dem Pony angeht. Mal abgesehen davon, dass sich sowieso niemand mit klarem Verstand freiwillig da darauf setzt.

Natürlich wurde zwischendurch die Zeit zum Ausreiten genutzt! (Heike, Jojo, ich, Paula, Johanna, Yvi) – Foto: Kaisy

John hat Samstag mit Resi einfach mal vorreiten lassen. Eine Runde „schneller“ hat schon gereicht, um ihm ein gutes Bild zu vermitteln. Wobei eine Runde „schneller“ bei Resi an dem Tag echt eine gute Runde war. Weil sie blieb am Boden und in geraden Linien. Auch beim Reiten durch John blieb Resi kontrolliert. Er hat mit ihr ruhig, aber konsequent, mit einer gesunden Portion Respekt gearbeitet. Ich sag nur so viel: wir werden in Zukunft viele kurze Reprisen auf kleinem Kreis mit Begrenzung haben. Mal sehen ob es wirkt. Wir wollen Resi den Tölt wieder schmackhaft machen. Das ist aber eine Großbaustelle. Aber das ist ja nichts Neues. Jedenfalls ein komplett neuer Ansatz für uns. Nachdem ich dann schon am Samstag ein positives Resi-Erlebnis haben durfte, durfte ich auch noch ein Traumpferd reiten: Anastasia. Tölt und Brio in Vollendung. Hach … vielen Dank Britta! Ich bin immer noch komplett begeistert 🙂 Ein Pferd mit ganz viel Brio und ein Pferd bei dem man ordentlich Energie unterm Arsch spürt. Auf Deutsch: man steigt mit einem grenzdebilen Dauergrinsen ab, möchte aber eigentlich gar nicht absteigen. Aber irgendwann braucht so ein Pony halt auch mal Pause.
Außerdem war ja noch Foto-Shooting-Zeit angesagt. Yvi hatte zwei Shootings im schönen Abendlicht im schönen Fliedener Wald, da muss der Foto-Assi natürlich mit, auch wenn er lieber noch geritten wäre. Vor der Kamera standen Kaisy und Ristretto und Machiavelli und Sello – also zwei von Sumpfs Ex-Lovern im Kombipack.

Machiavelli – super schön oder? Machiavelli war übrigens der Papa von meiner Dimera ❤ – Foto: Yvi Tschischka

Der Samstag Abend ist dann bei Mülles in lustiger Runde ausgeklungen. Erick hat uns wieder herrschaftlich und äußerst lecker bekocht. Die Stimmung war super und erste Blicke auf die geschossenen Fotos sorgten für viel „Mädchen-Gequietsche“ – nebenbei konnten die technik-affinen Zuschauer noch mitverfolgen, wie Yvi mit Fotoshop Dinge wegzaubert 🙂 Dinge waren in dem Fall mal nicht ich, sondern Stan, der Sello mal eben das Steigen im Wald „beigebracht“ hat für ein schönes Abendlichtfoto.
Dann war schon wieder Sonntag. Nach einem kurzen Stopp beim Bäcker Happ (bester Bäcker ever) ging es ab zu den Ponys, die sich in Flieden so wohl fühlen, dass sie sich nicht mal für unsere Ankunft interessiert haben. Verwöhntes Pack! Resi war heute das erste Kurspferd. John hat mit ihr im Roundpen gearbeitet. Sehr ruhig. Resi hat sogar geschnaubt während des Reitens. Eine sehr gute Einheit. John hat mir noch Einiges mit auf den Weg gegeben und ich bin gespannt, was ich umsetzen kann. Ich hoffe er kommt wieder nach Deutschland. Dann sind Resi und ich auf jeden Fall wieder mit dabei! Dann habe ich mir eine kleine Auszeit genommen und bin mit Jacinto durch die Wälder in Flieden gestreift. Kopf frei kriegen. Und ein bisschen Tölten üben mit den neuen Tipps für Jacinto.
Ein Kurs in Flieden bedeutet immer gute Stimmung, tolle Menschen treffen, neue tolle Menschen kennen lernen, ganz viel gutes Essen (vor allem wenn Erick uns alle so lecker bekocht! Wobei Brittas gebackener Käse auch super lecker war – wir Vegetarier bekommen ja immer eine „Extrawurst“ :-)) – Entspannung, tolle Landschaft, viel Spaß. Kurz: Urlaub. Ich hoffe liebe Britta, dass Du uns noch ganz viele so tolle Kurse ermöglichst. Es macht immer riesig Spaß bei Euch! Und ich freue mich immer ganz viele nette Menschen zu treffen!

Morgenstimmung in Flieden 🙂 – Foto: privat

Pferd und Jagd 2016?

08.12. bis 11.12.2016:

Wie beschreibt man kurz und prägnant einen mehrtägigen Messeaufenthalt? Abenteuer, Spannung, Spiel und Spaß. Das trifft es wohl am Besten. Teuer und Anstrengend trifft auch zu. Also nicht unbedingt nur shopping-technisch, man will ja auch Essen, Schlafen und hin kommen. Aber es ist ja schließlich nur einmal im Jahr Sommerurlaub.

Pylonen - Foto: Nadine Schumacher
Lebende Figure-8-Pylonen – Foto: Nadine Schumacher

Dieses Jahr waren Yvi und ich wieder im IGV-Team dabei, um die Gangpferde auf der Pferd und Jagd zu unterstützen und zu präsentieren. Dieses Jahr ohne eigenes Pferd, was einerseits ziemlich erholsam ist, weil mehr Zeit um das Frühstücks-Buffett im Hotel zu plündern (und zwar ausführlich – Misten und Pferde versorgen fällt dafür flach), andererseits aber auch ein bisschen traurig. Diosa hätte sich super mit Karlchen verstanden und der Horse Agility-Platz neben dem Stand mit den ganzen Pferde-Spielsachen wäre perfekt für sie gewesen. Aber dazu später!

Wir sind bereits am Mittwoch losgefahren, konnten allerdings erst nach der Arbeit und dem Stalldienst los. Auf dem Weg nach Hannover haben wir noch einen kleinen Abstecher nach Flieden gemacht, um die liebe Britta und mit ihr das PFAE-Material aufzusammeln. Die Fahrt war schon mal ziemlich lustig, auch die Vollsperrung der A7 in Kassel war nicht ganz so tragisch. Mit dem „Schuh des Manitu“-Hörspiel geht alles leichter. Allerdings war die Vollsperrung der Grund, dass wir erst recht spät angekommen sind und nicht mehr zur Messe fahren konnten. Also Planänderung und gleich in unser bewährtes Hotel einquartiert und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Es gehört immer mindestens ein lustig-leckeres Abendessen im hoteleigenen Restaurant mit zum Messeaufenthalt dazu! Und dieses Mal hatten wir sogar mehrere!

Der erste Messetag bedeutet immer: gucken, was hat sich geändert, wo ist alles, wer ist da, sich freuen Leute zu treffen, ankommen, checken wo die besten Essens-Stände und Kaffee-Stände sind. Erfahrungsgemäß nutzt man die ersten beiden Tage, um selber zu schauen, was es Neues gibt. Kleiner Insider-Tipp: Die beiden ersten Tage hat man auch am wenigsten mit Menschenmassen zu kämpfen. Mein Ziel für die Messe war: mindestens eine neue Sache zu entdecken. Das hat sich ziemlich schnell ergeben. Wir haben nämlich Karlchen und Amelie kennen gelernt. Karlchen ist die Ziege von Amelie von „Mein Leben mit Ziege und Co.“ und ein sehr charakterstarker Ziegerich. Gut, man sagt Ziegenbock, aber das klingt nicht so schön wie Herr Ziege. Karlchen kann Kunststücke. Amelie arbeitet mit ihm auch am Langzügel, Seitengängen, und was ihr sonst noch so einfällt und Spaß macht. Sehr sympathisch die Beiden! Diosa hätte sich bestimmt super mit Karlchen verstanden. Er hat nämlich praktische Hörner. Diosa hätte ihn bestimmt dazu gebracht, ihr den Bauch zu schubbeln.

Amelie, Karlchen und Yvi - Foto: Telefon
Amelie, Karlchen und Yvi – Foto: mein Telefon

Und die beiden sind Equiteam-Botschafter. Da komme ich jetzt zu meiner Neuentdeckung! Das Equiteam hat aus Biothane einen multifunktionialen (Kapp)-Zaum gebaut (bis zu 7 Funktionen) und vertreiben auch einen Equizügel – eine Kombi aus Zügel und Halsring. Sehr interessant. Eigentlich hatten die mich als alten Biothane-Fetischisten schon mit „Biothane“, aber alle Produkte klingen sehr spannend. Das testen wir mal! Ich bin schon gespannt (und werde natürlich berichten). Nachdem das Equiteam zwei Preise gewonnen hat, den Innovationspreis und den Leseraward, gab es am Stand Sekt für alle … ein guter Grund, um zu feiern! (… und Sekt abzustauben). Dazu gab es noch eine kompetente und freundliche Beratung, was will man mehr?

Apropos Sekt abstauben … Anika, Jasmin und Ann Christin (Ponyliebe) mit Begleitungen waren auch da (später auch zum Sekt abstauben … 🙂 ) und es gab ein Meet & Greet zusammen mit Yvi Tschischka und ein paar weiteren Fotografinnen und Pferde-Mädels, deren Namen ich mir natürlich gar nicht alle merken konnte. Alzheimer, dein Name ist Griebel… Amelie, Karlchen und Lisa mit Vite Valoo (Ein Pferd zum Verlieben) sind auch kurz vorbei geschneit.

Aber kommen wir mal zurück zu den Gangpferden, deshalb waren wir ja eigentlich da! Jeden Tag gab es im Aktionszirkel in der Halle 17 eine Gangpferdepräsentation. Dabei waren wieder Mangalarga Marchadores, Paso Peruanos, Töltende Traber (Neuer Spitzname von „Mister Who“ ist übrigens „Mister Huiiii“ 🙂 ), die Rocky Mountain Horses, Paso Finos und ein Tennessee Walking Horse. Insgesamt problemlos drei Deckhengste im Ring. Als Paso Fino-Botschafter waren Johanna und Stan Paul mit Angelita und Shakira dabei, wie immer natürlich gewohnt souverän.

Stan und Johanna - Foto: Nadine Schumacher
Stan und Johanna – Foto: Nadine Schumacher

Aber es wurde nicht nur Tölt in der Bahn gezeigt, jeden Tag zeigten Quinta (Paso Fino) und Ostra (Isländer) mit ihren Besitzerinnen Tina und Susanne ihre Arbeit mit Seitengängen und versammelnden Elementen, um den Tölt zu erleichtern in der Manège Baroque. Sehr schön erklärt durch ihre Ausbilderin Kaja Stührenberg.

Manege Baroque - Foto: Telefon
Demo in der Manege Baroque mit Kaja – Foto: mein Telefon

Jeden Abend gab es dann noch im Cavallo-Ring eine Demo über das Thema „Gebisslos ins Gleichgewicht – Bosal meets Gait“. Gelungen moderiert durch Stephan Vierhaus und geritten von Kaja Stührenberg mit ihrem Nuno. Beides äußerst interessante Vorstellungen. Ich hatte danach jedes Mal richtig Lust mich selber aufs Pferd zu schwingen und die gehörten Dinge auszuprobieren, bzw. wieder zu machen. Man vergisst so viele Übungen und Tricks, einfach weil man in seinem Trott gefangen ist. Kompetente Hilfe ist so wichtig. Gerade wenn man mehr als drei Gänge zur Verfügung hat. Übrigens haben sich die Vorstellungen auch sehr gut ergänzt.

Guckt mal hier rein:

Freitag Abend trafen wir uns alle wieder nach der Messe zur traditionellen Stand-Party. Doro sorgt immer so lecker für uns! Sie ist die gute Stand-Fee. Wieder ein Grund um Sekt zu trinken und sich gut zu unterhalten. Natürlich kamen an den verschiedenen Tagen viele Fino-Freunde vorbei (wahrscheinlich habe ich auch gar nicht alle gesehen!). Nico war einen Tag lang da und wollte nichts einkaufen – hat übrigens super geklappt – …. wir haben ihn und seine vielen Tüten dann noch zum Hotel gebracht 🙂 Meike und Florian haben uns zwei Tage lang unterstützt (das war zu kurz!!!!). Britta konnte leider nicht die komplette Zeit bleiben, was schon ein bisschen traurig war. Unsere Traber-Julia war zusammen mit Tina als Überraschung in Hannover. Da muss man extra nach Hannover fahren um sich zu treffen! Wäre ja sonst zu einfach.

Samstag war dann der besucherintensivste Tag. Ich war Zwischendurch beim Klaus von Quittpad. Es ist immer schön, ihn zu treffen. Er ist so knuffig! Und er steht hinter seinem Produkt und ist immer auf der Suche nach Verbesserungen. Bei der Gelegenheit habe ich mir gleich noch ein Quittpad für den Dressur-Sattel vom Drachenpony mitgenommen. So komme ich jetzt auch in den Genuss der neuen frotteartigen Mikrofaser-Unterseite. Wer braucht schon eine große Auswahl an bunten Satteldecken mit großen Logos und Glitzer drauf, wenn er stattdessen so funktional-praktische Sattelpads haben kann? Das erspart einem die Auswahl. Und ist Minimalismus pur. Nur um das mal einfach so gesagt zu haben.

Dann war schon wieder Sonntag. Viel zu schnell ging die Zeit vorbei. Für uns war aber auch die Rückfahrt noch ein Highlight. Erst mal, weil keine Vollsperrung auf der A7 war, und zweitens mal weil wir Thora mit nach „Hause“ genommen haben und so noch einen kurzen Abstecher machen durften, um Dea zu besuchen. Jedes Mal, wenn ich die kleine „Hexe“ sehe, freue ich mich. Und ich entdecke natürlich „sumpfige“ Eigenheiten an ihr. Tolles Pony!

Stand-Team IGV - Foto: Nadine Schumacher
Stand-Team IGV – Foto: Nadine Schumacher

Von daher wieder eine schöne Messe, diese Pferd und Jagd 2016! Mein Dank gilt allen, die mit dabei waren, die geritten sind, die Bodenpersonal waren, die aus der Ferne mitgeholfen haben und alle die Zeit, Geld und Liebe in die wunderbare Welt der Gangpferde stecken und versuchen andere Menschen mit der Faszination des speziellen Ganges anzustecken. Und natürlich alle, die am Stand vorbei geschaut haben (auch ohne Gangpferd!).

 

Technische Fakten Pferd & Jagd 2016:
dieses Jahr 102.000 Besucher 
Die Messe findet jährlich seit 1981 statt
Europas größte Messe für Reiten, Jagen, Angeln
Messegelände Hannover, Hallen 16, 17, 19 – 21, 24 – 26
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