Del Cavador

Frau Sumpf erzählt?

Januar 2009 – Ein Bild von meiner ersten Schwangerschaft – Die blöde Tante liebt es mich unvorteilhaft zu fotografieren! Dafür muss ich ihr glaube ich heute vor die Füße scheißen! – Foto: privat

 

2. Dezember 2017:

 

Frau Sumpf redet exklusiv über Ihre Schwangerschaft!

 

Hallo! Hier erzählt mal wieder Diosa! Jetzt wo das so ungemütlich da draußen ist, und ich mehr Zeit im Strohbett verbringe, habe ich Zeit mich bei Euch zu melden und Euch ein bisschen über meine Schwangerschaft zu erzählen. Menschenfrauen sind ja irgendwie immer ganz versessen darauf über Schwangerschaft und Babys zu reden. Meine beiden haben sich da dankenswerter Weise ganz gut im Griff. Die eine labert lieber über Kameras und Fotos und die Andere … ach … die labert über die Arbeit. Die hat eh kein Sozialleben, die Alte. Echt bedauernswert!

Geschieht ihr aber auch recht, weil sie die Foto-Tante immer dazu animiert mich immer noch zu reiten. Dann muss ich mit dem Zwerg ausreiten gehen – der Blödmann nimmt ja überhaupt keine Rücksicht auf mich, der will immer rennen-rennen-rennen …. Depp …. ich schnaufe dann immer ganz doll und lasse mich zurückfallen. Nützt auch nix, der Zwerg checkt echt am Allerwenigsten! Das ist glaube ich, weil der eigentlich kein Mann mehr ist. Der hat total komische Interessen. Eunuchen! Die sind noch schlimmer wie Hengste! Die Foto-Tante lässt sich da eher erweichen. Wenn man der schwanger rüberkommt, ist sie immer total verzückt. Aber so langsam wird es mit dem Bewegen echt kein Spaß mehr. Die Plauze wächst und stört mich schon ein bisschen beim tölten. Also normal rumlaufen ist ja ok, aber dieses Trainieren muss echt nicht mehr sein! Ich bin ja nur froh, dass die zwei Tanten selber totale Luschen sind und nichts exzessiv durchziehen und sich total schnell vom Trainieren abhalten lassen. Wenigstens etwas.

Ich bin jetzt im achten Monat meiner Schwangerschaft. Das Fohlen in meinem Bauch wiegt ungefähr 8 bis 15 kg. Das ist also mindestens ein voller Wassereimer oder ein Teil eines Futtersackes, den ich da ständig mit mir herumschleppe. Das geht grad noch, aber es nervt schon, rein umfangsmäßig. So eine Fruchtblase braucht Platz, weil das kleine Ding in meinem Bauch ungefähr schon 50 bis 70 cm Scheitel-Steiß-Länge hat. Das ist also auf jeden Fall schon schwerer und Größer wie eine normale Katze. Sowas will auch echt herumgeschleppt sein.

Noch ein altes Bild von November 2008 – ich finde übrigens, die kurzen Haare haben mir echt gestanden. Ansonsten sehe ich heute natürlich viel besser aus wie früher. Wer das anzweifelt, dem pupse ich sofort ins Gesicht! – Foto: privat

 

Ich bin übrigens chronisch schlecht gelaunt oder hormonell überschwemmt. Ich hasse das. Das schlecht gelaunt sein nicht, aber diese Hormonschübe! Da werde ich dann anhänglich und schmusig – das ist echt nervig sag ich Euch. Außerdem interessieren mich manchmal andere Stuten … also so … da werd ich ganz hengstig … Ihr wisst schon. Alter – diese Hormone! Die Frau die glaubt, dass ich Ihr Eigentum bin, (*Muah* … ich lasse sie mal in dem Irrtum!) sagt, ich bekomme diesmal ein Hengstfohlen. Die Geschlechtsbildung jedenfalls ist für den vierten Schwangerschaftsmonat angelegt und seit dem sechsten Schwangerschaftsmonat fertig. Man könnte also jetzt schon wissen, ob sie Recht hat. Aber es macht viel mehr Spaß sie bis zum Ende im Dunkeln tappen zu lassen!

Das kleine Ding in meinem Bauch bekommt jetzt Mähnen- und Schweifbehaarung. Es wachsen die ersten Härchen an den Ohrmuscheln, dem Rücken und Gliedmaßenspitzen. Ansonsten isses noch ein kleiner Nacktmulch. Die Haare sind aber noch nicht eingefärbt, dass kommt erst ganz zum Schluß. Aber die zwei Nervtanten sagen ja immer: „Die Farbe ist egal, Hauptsache es kommt gesund zur Welt.“ – Meister der Floskeln sag ich nur, die zwei Schmarrköpfe.

Der Johannes hat übrigens schon angefangen meine zukünftige Abfohlbox zu bauen. Da bin ich schon gespannt drauf! Ich hoffe es wird bald fertig, da kann ich mich dann in Ruhe hinstellen und den anderen was von meinem Extra-Futter vorkauen! Da freue ich mich schon drauf, wenn die dann neidisch sind. Vor allem die dicke Resi. Die will bestimmt auch Extra was essen, aber die ist so fett, die sieht sooo schwanger aus, und ist es gar nicht. Die war aber schon immer so mopsig. Sie sagt, sie hat halt eine Rubensfigur, das seien ihre schweren Knochen. Naja, da kann sich jeder selber ins eigene Horn lügen. Da hab ich dann jedenfalls meine Ruhe und die anderen sind neidisch. Apropos, die zwei Nervtanten könnten mal langsam mit zufüttern anfangen. Ab jetzt wächst das Fohlen ja viel schneller in meinem Bauch. Ihr entschuldigt mich, da muss ich gleich mal nerven gehen! Bis dann, Eure Diosa!

Die Olle hat ihre Fotos nicht ordentlich gespeichert. Das jedenfalls soll von vor meiner ersten Schwangerschaft sein. Angeblich aus 2006 oder 2007. DAS kann aber gar nicht sein, weil da sehe ich ja mopsig aus! So viel wie die Alte mich da ständig geritten hat, da sah ich doch aus wie ein durchtrainiertes Model-Reh und nicht SO! – Foto: privat

Was macht denn die kleine Dimera?

Nachdem aus Dimera statt wie geplant ein Verkaufsfohlen – ein „Die-ist-so-toll-die-bleibt-bei-mir-Fohlen“ geworden ist, dachte ich es wäre vielleicht ganz interessant immer mal wieder über Ihre Entwicklung zu berichten. Also eine Art Tagebuch der Lernschritte. Dimera ist jetzt schon 20 Monate alt, also schon fast zwei Jahre.

Wie schnell doch die Zeit vergeht!

Dimera 24. März 2009Dimera September 2010

In den ersten Monaten hat sie natürlich durch ihre Mutter sehr viel gelernt. Dimera war dabei einfach immer dabei wenn ich mit Diosa irgend etwas unternommen habe. Putzen, Waschen, Hufschmied, Hängerfahren, kleine Ausritte. Das Wichtigste aber war: sie hat gelernt, dass es keinen Sinn macht am Strick zu zerren. Da kommt man nicht von weg.

Im Winter zog sie dann mit ihrer gleichaltrigen Freundin zum Absetzen an den Sternberghof. Da blieb sie dann auch den ersten Sommer. Wir haben einfach nicht so viel saftige Weidefläche zum Herumtoben. Außerdem ist es als Jungspund in einer Herde Gleichaltriger natürlich viel Lustiger. Der Sommer auf der Weide hat Dimera sehr gut getan. Sie ist zwar wieder regelrecht verwildert, aber am Ende war ihr dann das Weidedasein langweilig. Sie kam wieder freiwillig und neugierig her, wenn Mensch mit Halfter aufgetaucht ist.

Seit August 2010 wohnt sie wieder zu Hause. Sie hat sich zügig eingewöhnt und fühlt sich inzwischen in der Herde richtig wohl. Sie zeigt keine Angst, hat sofort den Tagesablauf begriffen und die Essenszeiten verinnerlicht und beginnt jetzt sich still und leise in der Herden-Hirarchie nach oben zu arbeiten. Dimera wirkt sehr überlegt in dem was sie tut oder wie sie auf verschiedene Situationen reagiert.

Sie ist Menschen gegenüber sehr aufgeschlossen und ist gerne bereit für kleine Übungs- oder Streicheleinheiten. Sie lernt sehr schnell. Sie kann aber auch pampig und stur werden, wenn ihr etwas nicht passt. Das kann ich allerdings auch. Meine Tierärztin nennt Dimera übrigens liebevoll „Der kleine Satansbraten“. 🙂

Zwei bis dreimal die Woche üben wir. Wir gehen mal ein Stück alleine spazieren. Aber nicht so oft, weil ich bin so ungern zu Fuß unterwegs. Oder Dimera läuft als Handpferd bei kleinen Ritten neben Diosa mit. Sie soll in alle Richtungen auf Befehl weichen lernen. Sie soll sich überall anfassen lassen. Soll auch mal ein paar Runden selbständig um mich herum an der Longe laufen können. Wir haben das im Frühjahr im Roundpen geübt. Bei mir zu Hause habe ich leider keinen Reitplatz oder Roundpen zur Verfügung. Sponsoren sind hiermit übrigens herzlich willkommen …

Dimera soll lernen mir überall hin und hindurch zu folgen. Hänger einsteigen kann sie schon super und Hänger gefahren ist sie auch schon ein paar Mal. Noch mit Begleitpferd, aber wahrscheinlich würde sie auch schon total cool alleine Hänger fahren. Gerade üben wir Füße antippen und einzeln hochheben auf Befehl. Sie macht begeistert mit und kapiert alles unheimlich schnell.

Mein Ziel ist es sie in kurzen Übungseinheiten mit möglichst vielen unterschiedlichen Dingen vertraut zu machen. Ich denke, dass sie es dann später einfacher hat. Wer möchte schon mit einem rohen Dreijährigen das Arbeiten anfangen, der noch nie etwas gesehen hat und hinter allem eine gefährliche Attacke vermutet?

Außerdem macht es Dimera einfach Spaß, wenn man sich mit ihr beschäftigt. Und ihr gefällt es ungemein wenn sie gelobt wird. Da ist sie ganz die Tochter ihrer Mutter. Die steht ja auch unheimlich gerne im Mittelpunkt. Ich freue mich auf jeden Fall, Dimeras Entwicklung beobachten zu dürfen!

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