Del Cavador

Tag 9 – Geländereiten

14. November 2019:

Jacinto 2010
Jacinto 2010, Foto: Privat

Das Foto ist von 2010 – ich mag es total! Es steht für die gute Zeit die ich mit den Ponys draußen im Gelände verbringen darf. Wenn ich mit Jacinto Ausreiten gehe ist das Urlaub pur – Draufsetzen und Ankommen sozusagen. Ich liebe es, wenn Jacinto im Gelände in seinen bequemen Galopp fällt und am langen Zügel prustend Strecke macht!

Ich weiß nicht, ob es Euch auch so geht, aber die Devise ist: Losreiten und Wohlfühlen! Am Liebsten mag ich diese kleinen, verschlungenen Waldwege, wo man nicht wirklich weiß, wo sie hinführen. Ganz zum Leidwesen von Yvi, die meine manchmal eigentümliche Wegführung nicht wirklich zu schätzen weiß! Aber leider haben wir nicht so viel Wald um uns herum, der klüftelig und geheimnisvoll durch sagenumwobene Hügellandschaft wächst. Am Liebsten mit kleinen Schluchten, Steinbrüchen, Ruinen und Heidelandschaften! Deshalb reite ich auch so gerne wo anders.

Bei uns am Hof kann man in alle Himmelsrichtungen reiten gehen, und hat auch schönes Ausreitgelände, was ziemlich praktisch ist. Sogar für Barhufe sind die Wege geeignet.

Ihr entschuldigt mich, ich muss jetzt Ausreiten gehen! 🙂


… neee stimmt nicht, leider muss ich Arbeiten gehen, aber das ist ja auch fast wie Ausreiten! 🙂

Geocaching?

24. März 2012:

Meine Internetsucht am Pferd wurde inzwischen etwas abgemildert. Böse Zungen behaupten ich hätte eine Sucht durch eine andere ersetzt.

Internet war gestern, heute ist GPS!

Ich habe eine weitere Spielart der technischen Outdoorbeschäftigung entdeckt. Pures Strecken aufzeichnen und nachreiten wird mit der Zeit langweilig. Man braucht ja den gewissen Kick. Meine neuste Passion ist also das Geocachen!

Ja, ich kann mit dieser Reaktion umgehen. Augen rollen, Kopf schütteln, „Kind Du spinnst“-Sprüche – Geocachen macht Spaß! Aber was ist überhaupt Geocachen?

Man meldet sich bei einer Internetplattform seiner Wahl an – die Bekannteste ist www.geocaching.com. Es gibt aber noch viele mehr. Dort legt man sich ein Profil an und hat somit die Möglichkeit auf der ganzen Welt Millionen von kleinen Schätzen (Caches) zu finden. Früher gab es Schnitzeljagd, heute gibt es Geocaching. Die perfekte Verbindung von Natur, Technik und Internet.

Die Kurzversion ist: Man sucht sich einen „Cache“ aus, speichert sich die Daten auf sein GPS oder Telefon, oder druckt sich die Cache-Beschreibung ganz einfach auf Papier aus und zieht los, um am angegebenen Platz ein kleines Tupperdöschen zu finden. Manchmal muss man auf dem Weg zu dem Döschen ein paar Rätsel lösen, die teilweise ganz schön kniffelig versteckt sind. Perfekt also für alle, die als Kinder als Robin Hood, Räuber und Gendarm oder Piraten unterwegs waren. Versteckte Rätsel finden, fast wie in der Kindheit, nur kniffeliger. Genial. In dem Döschen ist ein „Logbuch“ zu finden in das man sich einträgt. Man kann der Internetgemeinde dann mitteilen, dass man diesen Cache gefunden hat und trägt den Fund und eine kleine Notiz ebenfalls auf seinem Geocachingprofil ein. Gut, das klingt jetzt nicht spektakulär. Das ist eben wie Paso Fino reiten, einfach mal ausprobieren und sich anstecken lassen.

Cachen macht  enorm Spaß. Man muss es aber unauffällig tun. Die „normalsterblichen“ Menschen (= Muggel) dürfen nicht mitbekommen, dass man auf der Suche ist. Der Fundort des „Caches“ darf nicht öffentlich preisgegeben werden. Das ist oberstes Geocaching-Gesetz.

Jetzt bin ich also im Herbst schon ein paar Mal mit Jacinto cachen gewesen. Wer das manchmal durchgeknallte Pony kennt, weiß dass „unauffällig“ und „Jacinto“ jetzt nicht gerade kompatibel sind. Wir haben es aber trotzdem ganz gut gelöst. Beim Unauffällig-Verhalten bin ich so schon in einige Gespräche verwickelt worden, und habe so auch schon viel über Paso Finos erzählen können. Toll an so einem Pony ist ja auch, dass man ständig irgend etwas an den Hufen oder Beinen kontrollieren kann und so einen Grund hat „unauffällig“ zu sein. Gut, die Leute denken dann man ist bekloppt, aber das denken die meisten sowieso von mir. Also nichts Neues. Einige Hundebesitzer kennen mich jetzt auch schon, weil ich an bestimmten Plätzen öfters vorbei geritten bin, an denen ein Cache versteckt liegt, an den ich aber so nicht direkt heran kam. Die wenigsten Geocacher sind mit Pferd unterwegs. An manche Stellen kommt man mit Pferd auch nicht wirklich hin. Es ist eher ein Sport für Hundebesitzer oder Kinderbesitzer, oder als kleine Auflockerung für lange Autofahrten. Statt Rasthof kleine Cache-Suche. Perfekt!

Das mit dem Geocachen habe ich jetzt über den Winter erst mal ohne Pferd weiter vertieft. Es gibt nämlich auch so genannte Nachtcaches. Da läuft man dann Nachts mit Taschenlampe durch den Wald. Der tollste Moment ist dann, wenn man verfroren und übermüdet denkt: „Warum mache ich das eigentlich??? Wieso liege ich nicht in meinem Bett?“ dann findet man nach Stunden des Suchens und Rätseln das vermaledeite Döschen und freut sich wie ein kleines Kind über ein verdrecktes Stück Plastik, meistens noch mit krabbelndem Inhalt mitten in der Nacht. Man kommt dann glücklich, dreckig und verschwitzt und mit glänzenden Augen wieder aus dem Wald heraus und freut sich. Ja, ich glaube es sind die kleinen leicht bekloppten Abenteuer, die das Leben lebenswert machen.

Wer mehr Informationen zum Thema Geocachen haben möchte kann sich gerne mit mir in Verbindung setzten.

PS: Heute hat Dimera Geburtstag! So schnell werden aus Fohlen fast erwachsene Pferde! *sentimentalerkleinereinschub*

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