Del Cavador

Therapiesitzungen in Hünxe?

09. bis 11.08.2019:

Hofturnier Gaited Working Equitation in Hünxe oder: wie Bekloppt können Reiter eigentlich sein?

Ein Highlight unseres aktiven Reiterjahres ist auf jeden Fall das Hofturnier der Familie Vierhaus in Hünxe – von uns einfach locker 409 km entfernt. Also auf Deutsch: wie Bekloppt muss man sein, um für ein kleines Hausturnier so weit zu fahren? Antwort: Ziemlich! Aber wir haben immer einen Mords Spaß dort! Dieses Jahr ist unsere kleine Therapie-Gruppe mit drei Pferden und vier Menschen aufgeschlagen. Schließlich wächst man nur durch Herausforderungen über sich. 

Siegerrunde Gesamtwertung mit Stier – Foto: Wiebke Vierhaus

Wir hatten dieses Jahr wieder unseren Quoten-Tinker Ponymann mit Lina und Julia dabei und für die Gangpferde erstmalig Diosa mit Yvi und das Drachenpony mit mir. Das Drachenpony hat sich seit dem Sommer über so gut gemacht, dass ich mir gedacht habe: Warum nicht sie mitnehmen? Sie läuft inzwischen zu Hause so sicher und entspannt – das testen wir jetzt mal mit etwas mehr Aufregung. Gut – jetzt fragen sich bestimmt viele Leute: Warum schleppt die Frau dieses aufgeregte, gestresst wirkende Pony mit auf Turnier? Weil es meine persönliche Herausforderung ist – und weil das Pony eigentlich gerne unterwegs ist. Sie fährt gechillt Hänger, fühlt sich sofort in fremden Boxen heimisch, benimmt sich einwandfrei am Boden – und ist halt leider ab und an sehr gestresst beim Reiten vor Publikum.  

Nachdem ich einfach die Aussage nicht akzeptieren kann, dass dieses Pferd sich niemals ordentlich reiten lassen wird ist es mein persönliches Anliegen das zu Wiederlegen. Wir haben nämlich inzwischen ein Tempo Tölt! Und sie ist die ganze Zeit mental bei mir geblieben – mit kleinen Aussetzern und ein paar Stress-Situationen, aber das Drachenpony war einfach nur toll! Sie passt auf was ich möchte, versucht es, kann es aber teilweise einfach nicht halten, weil sie dann wieder einen riesengroßen Adrenalinschub bekommt – aber sie bleibt bei mir. Ich bin alle drei Prüfungen gestartet und habe alle drei Prüfungen beenden können – ohne Totalausfälle.

Und mit Totalausfällen meine ich Verletzte, verbrannte Erde und umgemähte Zäune. Was noch deutlich zu sehen war: Stress im Schritt – teilweise Einfrieren und leichtes Hopsen. Aber sie hat mir trotzdem unter Stress weiter zugehört und hat sich immer wieder gefangen. Das sieht bestimmt für Zuschauer und Fino-Fremde aus wie komplett gestresst und gruselig – aber es fühlt sich anders an. Und Festfrieren und erst mal Atmen und Nachdenken und dann wieder ordentlich weiter laufen finde ich weniger gefährlich wie wildes Bocken, Steigen und unkontrolliertes Losrennen. Und das Pony war die ganzen drei Tage super motiviert – sogar nach unserer anstrengenden Nach-Hause-Fahrt war sie am nächsten Tag freudig im Paddock am Tor gestanden und wollte mitkommen und arbeiten! Sie hat den Spaß am geritten werden wieder gefunden – so vermittelt sie mir im Alltag den Eindruck – was mich maßlos begeistert und freut! Aber erst mal von Anfang an!

Der „Pferch“ im GWE-Trail – Foto: Wiebke Vierhaus

Wir haben wieder schöne Boxen beziehen dürfen und die Ponys hatten Zeit zum Ankommen. Wir haben in der Zwischenzeit wieder unser tolles Hotel vom letzten Jahr bezogen. Den Abend haben wir genutzt den Ponys in der Reithalle noch etwas Bewegung zu verschaffen, bevor wir zu unserem Voerdener Lieblings-Pizza-Dienst zum Abendessen holen eingefallen sind. Sven hatte wohlweißlich Urlaub genommen und war nicht da, aber wir wurden trotzdem wiedererkannt. Grüße an Sergio – DEM Pizza-Dreher unseres Vertrauens!

Der erste Turniertag war für die Dreigänger reserviert. Ponymann und Lina waren letztes Jahr schon mit dabei und der Ponymann blieb in lebhafter Erinnerung, weil er sich im Trail nach dem „Pferch“ wild flüchtend vom Acker gemacht hatte. Es gibt anscheinend in Hünxe seit letztem Jahr den feststehenden Begriff „den Tinker machen“, wenn ein Pferd durchgeht. Also war die Therapie genau diesen Trail wieder zu gehen und wenn das Pony noch mal „den Tinker gemacht“ hätte, dann hätte er echt wirklich Ärger bekommen. Aber der Ponymann ist ein kluges Pony und hat den Trail (zwar in der „falschen“ Gangart, weil nur im Trab statt im Galopp) sauber gemeistert – er war kooperativ und aufmerksam und Lina ist am Ende sogar zum Ausgang hin angaloppiert und so durch die Ziellinie gekommen. Wir waren so Happy! Das gab erst mal eine Runde Freudentränen bei uns allen. Voll die Therapiesitzung, dieses Turnier!  

Toller Tinker auf Brücke – Foto: Wiebke Vierhaus

Am nächsten Tag waren dann die Finos dran. Beide in der Mittleren Wertung. Diosa und Yvi sind übrigens Streber – aber das ist ja nichts Neues – Diosa hat die Mittlere Rittigkeit mit dem zweiten Platz beendet. Die einfache Töltprüfung mit dem Dritten Platz und den Mittleren Trail mit dem zweiten Platz und war somit in der Gesamtwertung Zweite. Also kein Therapie-Potential – da kann man nur noch am Finetuning arbeiten 🙂 Sprich weniger sumpfige Momente, mehr kooperative Momente, ansonsten schaut Frau Sumpf immer sehr hübsch aus. Außer sie zerstört sich ungefähr fünf Minuten vor dem Aufsitzen die komplett schöne Flechtfrisur und schaut dabei so, als ob sie dafür auch noch Lob möchte. Typisch Sumpf halt. 

Diosa und Yvi in der Rittigkeit – Foto: Wiebke Vierhaus

Vor dem Einreiten meiner Dressur mit dem Drachenpony dachte ich, das schafft das Pony rein emotional niemals – sie war sehr „on Fire“ beim hinreiten an den Dressurplatz und in der ersten Runde auf dem Dressurplatz. Da saßen Menschen und es lief Musik! Aber wir haben es geschafft und das wollte ich – einfach mal durchkommen mit einem Tempo Tölt! Und wir waren sogar Vorletzter! Von daher schon Ziel mehr als erreicht. 

Drachenpony in der Rittigkeit – Foto: Wiebke Vierhaus

Die einfache Töltprüfung konnte ich gar nicht einschätzen. Die hatte ich ehrlich gesagt auch gar nicht auf dem Schirm. Alle Starter in einer Gruppe auf dem großen Trailplatz. Das Einreiten war von daher auch eher gruselig für Resi – im spannigen Schritt mit Festfrieren haben wir die erste halbe Runde absolviert. Dann hatten uns alle Teilnehmer überholt und Resi hatte sich mit der Situation angefreundet und von da an lief sie. Vier Phasen Tölt – die ersten beiden sogar sehr gut, wie eine kleine Tölt-Nähmaschine! 

Ich war ziemlich begeistert – die beiden Phasen mit dem beliebigen Tempo Tölt waren nicht so gut, aber immerhin war es kein Komplett-Reinfall – es war einfach dann genug. Hier wurden wir dann zwar Letzter, aber hier hat wieder das Therapie-Ziel: Einmal eine Gangprüfung mit dem Drachenpony starten und durchkommen gegriffen. Ich war hart ergriffen und es gab wieder Gruppen-Tränen. Mann, Mann, Mann, auf meine Alten Tage werde ich noch sentimental. 

Glockengasse im WE-Trail – Foto: Wiebke Vierhaus

Der anschließende Trail war dann nur noch Spaß – ich habe mich an tollen Phasen erfreut – Resi hat alle Hindernisse angegangen. Wir haben nicht alle komplett geschafft, aber wir sahen wenigstens am Spektakulärsten aus! Kritisch waren eigentlich nur „Kiesbett“ – da sind wir kurzzeitig Festgefroren. Man weiß nicht, ob Resi mir damit suggerieren wollte, dass sie gerne einen Cocktail am Strand haben wollte – oder was auch immer! Nach dieser kurzen Atem-Pause hat sie dafür den „Slalom“, den „Berghang“, die „Tonnen-Acht“ und die „Glockengasse“ am Stück super gemeistert. Kritisch wurde es dann erst wieder beim „Ringstechen“ – Garrocha aufnehmen hatte ich vorsichtshalber zu Hause nicht geübt. Danach war sie etwas aufgedreht, von daher hat das „Tor“ nicht so ganz geklappt, aber wir sind anständig durch gekommen. Die „Seitwärtsstange“ hat dafür super geklappt – das war letztes Mal noch ein Problem – Schenkelgehorsam nach einer Aufregungsphase? Vergiss es! Aber an dem Tag: Ok, mach ich. Von daher war ich super Stolz. Wir sind sogar nur Vor-Vorletzter geworden und in der Gesamtwertung insgesamt Vorletzter! Ha! Das ist Besser wie mit Jacinto! 🙂 

Drache war anscheinend doch mit allen Beiden auf der Brücke! 🙂 – Foto: Wiebke Vierhaus

Von daher Ja! Es ist bekloppt Unmengen von Geld auszugeben, um mit Ponys durch die Gegend zu fahren und sich einfach nur über geschaffte Prüfungen zu freuen. Ja, es ist bekloppt Pferde zu besitzen – aber es ist gleichzeitig auch das Schönste überhaupt! Man wächst an sich und seinen „Problemen“ indem man an ihnen arbeitet – und wenn dann alles funktioniert ist das das Beste Gefühl überhaupt. Ich glaube neben Karma fest daran, dass sich Pferd-Reiter-Beziehungen unter extremen Situationen und in der Fremde sehr festigen. Und man nur dann eine Chance hat ein gutes Team zu werden, wenn es auch Außerhalb klappt. Zu Hause funktioniert Vieles, aber die wahren Knackpunkte kommen immer erst Auswärts zum Vorschein und dann hat man wieder etwas, an dem man Arbeiten kann. 

Von daher war uns die lange Anreise wert, wir haben wieder viel erlebt – hatten eine tolle Zeit in Hünxe, haben viel gelacht, viel gesehen, neue Menschen kennen gelernt und hatten eine kurze Auszeit vom Alltag und kamen motiviert und therapiert wieder nach Hause. Ach ja und Müde natürlich auch – aber es gibt wieder tolle neue Geschichten und Erlebnisse und die kann einem keiner Nehmen. Auch nicht Charly, der Nachts um 4:13 Uhr von Samstag auf Sonntag im Hotelhof noch volltrunken Lieder geschmettert hat, bis Lina ihn unsanft daran erinnert hat, dass doch Nachts wäre und Leute schlafen wollten. Aber wir haben hoffentlich früh morgens genügend Lärm gemacht, um auch Charly im Gegenzug die „Nacht“ zu versauen. Aber wahrscheinlich hat er noch seelig im Alkoholrausch geschlummert. 

Vielen Dank an Familie Vierhaus, dass Ihr wieder so ein schönes Turnier veranstaltet habt und vielen Dank für die schönen Boxen, in denen sich die Ponys sehr wohl gefühlt haben. Vielen Dank an alle Helfer (und an Mats für die Senfbrötchen :-)) und an alle andern Teilnehmer, die die Mühen eines Turnieres immer wieder auf sich nehmen und damit aktiv dafür sorgen, dass wir alle eine gute Zeit haben können. Und vielen Dank auch an Lena und ihre Luna, bei deren Fotoshooting ich NICHTS machen musste, weil das Pony so fixiert auf die grüne Futterschüssel war – das hat schon für schön gucken mit gespitzten Ohren gereicht! Und an Wiebke und Ellen, deren Ponys Yvi auch fotografiert hat und die laufen zu sehen immer wieder ein Vergnügen ist! 

Ausdrucksstarke Frau Sumpf! – Foto: Wiebke Vierhaus

Mal sehen, was wir nächstes Jahr so therapieren müssen – dann kommen wir wieder, wenn wir dürfen! 🙂 Ein neues Opfer haben wir ja: Julia, Linas perfekte Beifahrerin hat ja auch noch kein Gangpferdeturnier mitgemacht …. Hmmmmmmm 🙂 Ich merke da gibt es Potential! 🙂 *händeaneinanderreibgeräusch*

Gaited Working Equitation Trail – Was mache ich da?

Reitbeispiel Gaited Working Equitation Trail Mittel (Hünxe 2018)

Nachdem Yvi wieder so nett war und den kläglichen Versuch meinerseits eine reiterliche Glanzleistung zu vollbringen per Video festgehalten hat, dachte ich mir ich stell das Ganze einfach mal an alle Interessierten zum Angucken zur Verfügung. Ich bin jetzt nicht stolz auf diese Leistung, weil es einfach deutlich besser hätte sein können, aber ich hatte schon definitiv schlechtere Trails abgeliefert. Von daher soll das Video einfach demonstrieren wie so ein Working Equitation Trail aufgebaut ist und was man so für Hindernisse gestellt bekommt. 

Außerdem erklärt Stephan ein bisschen und das hilft vielleicht dem einen oder anderen sich zu überwinden und doch einmal bei einer Gaited Working Equitation mitzumachen. Es macht nämlich  richtig Spaß und die Hindernisse kann man gut zu Hause üben. Bei der Working Equitation kommen auch keine Schreckhindernisse vor, sondern man hat einen Pool fester Hindernisse, aus denen für den jeweiligen Trail etwas ausgesucht wird. Natürlich unterteilt in verschiedene Schwierigkeitsstufen. 

Link PO

Dieser Trail war wie gesagt „Mittel“. Dazu gehörte als Packet auch noch die Rittigkeitsprüfung „Mittel“ mit Pflichttölt (also eine Dressurprüfung) und die „Einfache Töltprüfung“ (eine Gruppen-Gangprüfung, in der Tölt im langsamen Tempo und im beliebigen Tempo abgefragt wird). Also nichts Kompliziertes mit Rinderarbeit oder Dingen, die man zu Hause nicht üben kann. Von daher: Traut Euch! 🙂

 

 

Wie war der Trail aufgebaut?

  1. Teil: Gangbewertung (Hier bei mir und Jacinto sehr lateral, aber durchaus ok für Jacintos momentane Verhältnisse. Paar weniger Hopser wären schöner gewesen, hatten wir aber auch schon schlimmer. Vielleicht insgesamt etwas flott unterwegs, aber wir Fino-Leute sind einfach immer etwas schneller unterwegs 🙂 – eigentlich müssen wir alle an mehr Ruhe arbeiten.). 
  2. Pferch: Ein „Rondell“ in dem gerne etwas Raschelndes in der Mitte steht und man schön am Zaun außen entlang reiten soll. Manchmal sind da auch Hühner in der Mitte einquartiert. (Das hat der Zwerg sehr schön gemacht, wir hätten noch etwas mehr außen bleiben können, aber prinzipiell ist er da schön rein, ohne mit der Wimper zu zucken.)
  3. Der Stier: Aufnehmen der Garrocha, Ringstechen und Garrocha mit eingesammeltem Ring richtig rum wieder in der Tonne abstellen. Die Übung erklärt sich eigentlich von selber. (Hier haben wir das ganz schön gemacht. Ohne Zögern angeritten, den Ring erwischt und richtig wieder abgestellt.)
  4. Slalom: Hier werden schöne gleichmäßige Wege um die Slalomstangen abgefragt. Das ist natürlich prima für Paso Finos, weil die schön klein und wendig sind. Die Slalom-Stangen hätten sogar noch enger sein können 🙂 – Aber später bei höheren Schwierigkeitsgraden im Galopp mit Wechseln dazwischen wird es natürlich schwerer. (Auch hier hat der Zwerg das gut gemacht. Ein kurzes Zögern gab es an der „gefährlichen“ Brücke, aber trotzdem fand ich das gar nicht mal so schlecht. Sehr gut gefallen hat mir auch, dass er während des Rittes abgeschnaubt hat, das ist selten und heißt bei ihm: er ist locker!)
  5. Tor: Ja… die Theorie sagt: Tor anreiten – übrigens fangen die Hindernisse immer mit diesen rot-weißen Begrenzungen an – sprich da ist durchzuparieren und im Schritt weiter zu gehen – Zügel in eine Hand (immer die selbe Hand!), Tor öffnen, durchreiten und wieder schließen. Kann man gut üben. Auch wenn man kein Tor hat. Einfach eine Longe und zwei Menschen hinstellen, dann kann man die einzelnen Schritte gut üben. Was wir auch noch sehr schön im Kurs vor einigen Wochen bei Stephan geübt haben, aber anscheinend doch nicht tief genug gesessen hat 🙂 – aber immerhin besser wie letztes Jahr, da war das Tor von uns noch gruseliger. Jacinto ist aber wenigstens diesmal schön angeritten und stehen geblieben. Das mit dem Öffnen und Druchreiten war zu hektisch, da hätte ich mir mehr Schritt für Schritt gewünscht und dass er wartet, was ich von ihm möchte und nicht Dinge vorweg nimmt. Wahrscheinlich hätte ich mir mehr Zeit lassen sollen und erst mal abwarten sollen, bis Jacinto auch im Kopf „stehen“ geblieben ist, vielleicht hätte es dann besser funktioniert. Deshalb habe ich ihn am Ende am wieder geschlossenen Tor noch etwas stehen lassen und habe noch einmal mit der Hand ans Tor gelangt. Da war Yvi mit der Kamera schon weiter :-). 
  6. Sprung, Wall und Glocke: Eine schöne Aufgabe. Baumstämme muss man im Gelände immer wieder überqueren. Jacinto hatte hier einen leicht anderen Anritt geplant wie ich gedacht habe, darum war das etwas hoppelig – aber er springt mir zuverlässig über Hindernisse. Er hätte auch einfach drüber steigen können. Übrigens darf laut Reglement der Sprung nicht höher sein wie 40 cm. Und diese Höhe schafft ja wohl jeder! Der Wall sollte dann im Schritt erklommen werden. Oben im Gebüsch war eine Glocke gehangen. Dort Stillstehen, Glocke läuten und gesittet im Schritt wieder den Abhang herunter reiten. Alles durchaus machbar. Auch mit nervösen Finos. Durchaus eine Situation, wie man sie im Gelände vorfinden kann. Da hängt dann halt statt der Glocke ein Apfel, den man klauen möchte, oder eine Mütze, die man beim Geländeritt im Gebüsch hängen hat lassen. Ist mir alles schon passiert. 
  7. Seitwärts-Stangen: Seitwärts über Stangen treten ist immer gut. Hier war Jacinto etwas zu hektisch, was auf die Ferne gar nicht mal so schlecht ausgesehen hat, aber er hat ein paar mal „angeklongt“. Immerhin sind wir dieses Mal schön seitwärts drüber, letztes Mal ist er beim Anreiten schon so nervös geworden, dass wir gar nicht drüber gekommen sind. Also: Steigerungspotential erkennbar! 🙂
  8. Die Brücke: Das war eine sehr schöne einfache Brücke. Kein Geländer, schön übersichtlich. Mein Lieblingshindernis. *Ironie* Normal merke ich schon beim Hinreiten: Das wird was, oder das wird nix. Diesmal wars wieder nix. Ich wusste auch, dass er da auch zu Fuß nicht drüber geht. Aber am Tag danach durften wir noch mal auf die Wiese und da hat Herr Zwerg sich zu Fuß schön drüber führen lassen und anschließend hab ich mich einfach drauf geschwungen und bin ohne Sattel und nur mit Halfter drüber geritten. Also echt machbar. Wenn Jacinto das mal unter Turnierbedingungen schafft bin ich echt glücklich. Ich bleibe dran. Die Brücke ist glaube ich eher ein für mich psychologisch schwieriges Hindernis. Wahrscheinlich muss ich einfach mehr Willen ausstrahlen da rüber zu gehen und nicht so schnell mental aufgeben. Eigentlich traurig, aber irgendwie hapert das mit der Brücke und mir. Ich habe mir vorgenommen mehr „fremde“ Dinge zu überqueren. Ein Grund könnte auch sein, dass ich mir das Sounding-Board nicht versauen möchte. Auf das geht er ja zuverlässig und meine unterbewusste Angst ist wohl, dass ich wenn ich das einmal versaut habe es immer versaut ist. Reiter-Psychologie eben. Es liegt aber wohl tatsächlich an mir. Momentan funktioniert die Brücke auf jeden Fall, wenn ich Jacinto einmal darüber geführt habe und dann darüber reite. Aber das geht in der Prüfung ja nicht, weil die Trail-Hindernisse ja vorher gesperrt sind. 

Ich finde das war ein anspruchsvoller Trail, aber nicht zu schwer. Das Augenmerk lag auch auf dem Stil, das heißt insgesamt schöne Wege suchen, Tempo gleich halten, alles sauber absolvieren. Von daher bin ich durchaus zufrieden. Wie ich von der Bewertung her lag, weiß ich gar nicht mehr, aber da waren sehr gute Pferde dabei und ich war vor-vor-letzter. Aber insgesamt deutlich besser, wie im Jahr zuvor. Von daher Ziel erfüllt. Man braucht ja Ziele auf die man hin arbeitet, sonst wird das Leben ja langweilig 🙂

Ich hoffe dieser kleine Einblick hat Euch gefallen und vielleicht traut sich ja der Ein oder Andere auch einmal eine Gaited Working Equitation zu starten. Spaß hat man auf jeden Fall! 

Stephan, Sergio und Steppe?

03. bis 06.08.2018:

 

Gaited Working Equitation Hausturnier bei Gangpferde Vierhaus

 

Letztes Wochenende waren wir in Hünxe zu Gast, ein Termin, auf den wir uns lange gefreut haben, denn es hieß wieder Hausturnier bei Familie Vierhaus mit Working Equitation – für Dreigänger und für Gangpferde! Leider war das Wetter viel zu schön – wir sind bei teilweise bis zu 36° C unterwegs gewesen! Nachdem wir einen langen Anreiseweg hatten, sind wir bereits am Freitag Morgen losgefahren. Gut angekommen bezogen unsere Ponys zwei schattige Paddock-Boxen und konnten sich erst einmal akklimatisieren, während wir unser Hotel aufgesucht haben. Mein erster Schock dort beim Hinfahren: Flachdach! Hitze pur! Aber es entpuppte sich als schnuckeliges Hof-Hotel mit schönen Zimmern, die quasi im Keller gelegen sind, aber in einen tollen Innenhof hinaus gehen, so dass man Abends schön dort sitzen konnte und die Hitze nicht ganz so schlimm war.

Perfekte Unterkunft für Ponymann und Zwerg – Foto: privat

Erleichtert sind wir erst mal Foto-Lokation für Yvi suchen gegangen. Eigentlich gibt es nämlich ein paar Heideflächen in der Umgebung von Wesel, der Traum war, die Ponys dann noch schön in der Heide zu fotografieren. Aber totale Fehlanzeige: Überall verbranntes Land! Alles gelb und vertrocknet, aber überall tolle Sandwege! Seit 1. Mai kein Regen mehr! Wir haben eine einzige Erika-Pflanze gefunden, die leicht lila geschimmert hat. Soviel also zur diesjährigen Heideblüte.

Heideblüte 2018 … oder: Verbranntes Land! – Foto: privat

Abends trafen wir dann noch auf Thora und Fabian, die mit Dea del Cavador ihren ersten Turnierstart in Angriff genommen haben. Dea ist das zweite Kind von meiner Diosa – und es hat mich total gefreut sie wieder zu sehen! Auch der Zwerg hat sie als „kenn ich“ eingestuft, als wir zusammen Abends noch ein bisschen die Ponys bewegt haben.

Jacinto und Dea – erster Kontakt nach 5 1/2 Jahren – Foto: Yvis Handy

Zu unserer Freunde hatte das Hotel den Flyer eines Pizza-Dienstes ausgelegt, und so war klar, was es Abends noch zu Essen geben sollte. Sehr zum „Leidwesen“ des netten Pizza-Teams sind wir also Abend für Abend dort eingefallen und hatten lustige Pizza-Hohl-Gespräche mit Sven und Sergio, die uns Knalltüten glaube ich schon ein bisschen vermissen werden. Dabei bin ich auch dieses Jahr einmal geblitzt worden – ich bin schon gespannt auf das Fahndungs-Foto – es entstand während eines abklingenden Lachflash im Auto. Jedenfalls habe ich die guten Kochkünste der Jungs schon diese Woche vermisst – meine Hüften allerdings nicht 🙂

Das Turnier selber fand Samstag bis Sonntag statt. Es waren drei Prüfungspakete ausgeschrieben: Working Equitation für Dreigänger WA-Angelegt, mit Dressur WA Nr. 1 WED Reglement (für alle, die es genau wissen wollen :-)), eine Dreigang Prüfung und dem Stil-Trail – und für die Gangpferde jeweils Leicht und Mittel mit der IGV-Rittigkeitsprüfung Leicht und Mittel (Tölt), einer einfachen Töltprüfung und einem Stil-Trail. Und das Tolle, dieses Jahr hatten wir sozusagen in jedem Paket ein Pferd am Start!

Dea war mit ihrem ersten Turnierstart in der WE Leicht unterwegs und hat das Ding so was von cool durchgezogen. Sie kommt da ganz nach ihrer Mutter – Aufregung ist ihr völlig fremd. Neuer Platz zum Reiten? Egal. Trail? Na und? So eine gechillte Socke! Sie hat es richtig toll durchgezogen und konnte sich in der Gesamtwertung einen sensationellen zweiten Platz holen! Ich bin stolz wie Bolle! Dea am Turnier laufen zu sehen war sehr emotional für mich. Ich habe mir so gefreut! Die beiden (oder die drei besser gesagt) sind einfach ein tolles Team!

Dea del Cavador in der einfachen Töltprüfung – Foto: Yvi Tschischka

Jacinto und ich sind in der Mittleren WE gestartet. Unsere Dressur war deutlich besser wie die in Rothsee neulich. Jacinto hat aufgepasst, keine Übungen vorweg genommen und war bis auf ein paar seltsame Momente, in denen er in die Ferne gestarrt hat bei mir. Leider kam er etwas tief und seine Gangbild war sehr lateral und er hatte typische Tribulierer drin – aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Ritt. Wir haben eine 5,46 bekommen. Ich habe mich aber Platzierungsmäßig immer auf den hinteren Plätzen bewegt, was egal war – gefühlt war das bisher die beste Dressur in dieser Saison.

Zwerg und ich in der einfachen Töltprüfung – man sieht auch gar nicht, dass es mir in meiner gefütterten Softshell-Reithose zu warm ist 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

In der einfachen Töltprüfung war es sehr müde, hat aber trotzdem tapfer durchgehalten. Dafür hat er dort eine neue Freundin gefunden – Mia Luna de la Noche von Lena – an die hat er sich gehalten, weil er gedacht hat, das wäre der Ponymann, mit dem er ja hier war. Der Zwerg ist halt doch ein bisschen dappig was das Erkennen von Schecken betrifft. Er sieht ja auch in fast jedem Fuchs-Schecken seine Frau Sumpf. Das Kleben am mitgebrachten Kumpel hatten wir dieses Wochenende übrigens gut im Griff. Anscheinend ist der Ponymann dem Zwerg zu anstrengend, weil der immer spielen will. Jedenfalls konnte er gut alleine in der Box bleiben, bis auf etwas erbärmlich-hilfloses Schreien.

Den Trail hat Jacinto auch sehr schön gemeistert – natürlich bis auf das Tor und die Brücke – über die er ja gar nicht drüber gegangen ist. Dabei ist es so eine richtig schöne Brücke! Es ist ja nicht so, dass wir das erst super geübt haben beim Kurs mit Stephan bei uns neulich und dass er das zu Hause beides gut und ruhig gemacht hat. *seufz*
Dafür ist er dann am Montag nach kurzem gruseln ohne Sattel und nur mit Halfter geritten mehrmals über diese Brücke, ohne dass es ihm irgend etwas ausgemacht hätte. Ich liebe ihn trotzdem… Es ist halt der Zwerg.

War ja so klar …. Jacinto geht doch auf die Brücke – Foto: Yvi Handy

Im Dreigang WE hatten wir den Ponymann mit Lina am Start. Die beiden hatten ebenfalls ihren ersten Turnierstart gemeistert und Lina war quasi einfach von uns nach Hünxe mitgeschleift worden, damit der Zwerg nicht alleine so lange Hänger fahren musste. Vor der Dressur war sie Mega-Nervös, was sich dann aber während der Dressur wunderbar aufgelöst hat in ein Dauergrinsen. Perfekt. Auch die Dreigang lief perfekt – der kleine Mistkerl kann nämlich so toll laufen – bis er sich dann entschlossen hat ein bisschen durchzustarten. Anscheinend war ihm noch nicht warm genug. Das Durchstarten hat er dann auch beim Trail beschlossen – so dass Lina den Trail leider nicht fertig reiten wollte, aber sie kennt ihr Pferd am Besten und weiß, wann etwas keinen Sinn mehr macht. Auf jeden Fall hat das dem Ponymann am Montag eine spontane Übungsstunde mit Stephan auf der Trailwiese eingebracht.

Auf jeden Fall hatten wir wieder viel Spaß in Hünxe. Das Turnier war super organisiert, Ellen Vierhaus war dieses Jahr selber Richterin, Stephan Vierhaus natürlich der Sprecher, Wiebke hat während der Prüfungen Fotos gemacht. Die Pferdeunterbringung topp und alle Helfer sind sowieso immer hilfsbereit und freundlich – man muss sich einfach wohlfühlen! Vielen Dank, dass Ihr Euch auch dieses Jahr wieder den Stress einer Turnier-Organisation angetan habt 🙂 Und wir hoffen, dass es bald genügend Regen gibt in Hünxe!

Bild von der Gesamtsiegerehrung – alles Schattenparker! 🙂 – Foto: Lena Schilling (Danke!)

Yvi war natürlich auch dabei – als beste Turnierbegleitung und als privater exklusiver Turnierfotograf. Das hat nicht jeder 🙂 – Yvi hat aber natürlich auch die Gunst der Stunde genutzt und hat zwei Foto-Shootings mit Wiebke und ihrem schönen Borneo gemacht – einmal im normalen Reitoutfit und einmal im Sommerkleid – jeweils in faszinierend zu beobachtender Freiarbeit und mit Halsring geritten. Es ist immer wieder toll Wiebke mit Borneo „arbeiten“ zu sehen. Mit wie viel Leichtigkeit und mit wie viel Begeisterung der Kerl bei ihr ist verursacht jedes Mal Gänsehaut-Feeling. Sonntag gab es noch ein weiteres schönes Halsring-Shooting mit Inga und ihrem bereits älteren Reitpony-Wallach Pikachu, ebenfalls super schön nur mit Halsring geritten. Da sind tolle Bilder entstanden! Dann gab es noch zwei kleine Shootings – Celine und ihre schicke Paint-Stute Nikki, die sich so über den Sieg in der Dreigang-Prüfung gefreut hat (und die tolle Signum-Pferdedecke abgestaubt hat :-)) und das Sieger-Shooting von Yvis gesponsertem Preis für das Turnier wurde auch gleich noch eingelöst.

Wiebke und Borneo – Schick oder? – Foto: Yvi Tschischka Equinephotography

Auf jeden Fall ein sehr schönes, lustiges, emotionales und heißes Wochenende – vielen Dank, an alle, die dabei waren und vor allem Danke an unsere tapferen Ponys, die so schön mitgemacht haben und ohne die vieles in unserem Leben nicht so intensiv wäre. So eine Reise ist schließlich auch Stress. Aber man kommt immer gestärkt und mit neuen Ideen und Erfahrungen wieder nach Hause. Und schon alleine deshalb lohnen sich Reisen.

Zu Hause angekommen hat uns dann übrigens Frau Sumpf die restliche Woche in Trab gehalten. Madame hat sich einen fetten Sonnenbrand an der Schulter geholt. Das kommt davon, wenn man nicht in den Schatten geht (der natürlich zu genüge vorhanden ist), sondern immer da rum lungert, von wo aus man am Besten die Futterstationen und die Menschen, die Füttern im Blick hat. Frau Sumpf muss dringend mal an ihren Prioritäten arbeiten! Aber das ist wieder eine andere Geschichte!

Gaited Working Equitation in Hünxe?

12./13. August 2017:

Drachenpony in Entspannt – Foto: Yvi Tschischka

An diesem zweiten Augustwochenende besuchten Yvi und ich erstmals Familie Vierhaus in Hünxe (NRW). Dort fand das zweite Turnier auf dem neuen Hof statt. Und zwar ein Gaited Working Equitation & Working Equitation Turnier. Also Dreigänger (Leistungsklasse WA) und Tölter (in zwei Leistungsklassen: Mittel und Schwer) zusammen. Für das „kleine“ Hausturnier fanden sich knapp über 40 Starter ein. Als Richter konnten wir uns auf Günter Schulz freuen.

Yvi hatte die Kamera im Gepäck und ich das Drachenpony und Jacinto. Für Jacinto sollte es ein Test für die IDMG werden – dort habe ich ja leichtsinniger Weise die Schwere Rittigkeit und den Schweren Trail genannt, um in die Gaited Working Equitation-Wertung zu kommen. Komplettiert wurde die Nennung mit der „Einfachen Töltprüfung“ und dem „Speedtrail“. Ambitioniert, aber man lebt nur einmal – da kann man schon mal über seine Verhältnisse hinaus nennen. Das Drachenpony „durfte“ einfach so mitkommen, damit Jacinto nicht alleine Hänger fahren muss. Und weil es schon dabei war, durfte es auch zwei Prüfungen starten. Ansonsten hätte es sich wahrscheinlich nicht aus der Nähe des Heunetzes wegbewegt. Das Drachenpony verteidigt Ihr Essen nämlich ziemlich gut. So sieht sie leider auch aus. Also der Plan: Etwas Bewegen zwischendurch schadet nicht. Nachdem Gangprüfungen mangels fehlendem „zweiten“ Gang nicht in Frage kommen, musste das Drachenpony den mittleren Trail und den Speedtrail machen. Da lässt sich das als Einziges erfolglos kaschieren.
Nachdem wir eine Anreise von 409 km einfach haben, sind wir bereits Freitag Vormittag losgefahren, um rechtzeitig anzukommen und um den Ponys ein bisschen Ruhe vor dem Trubel zu gönnen. Wir hatten einen schönen festen und halb überdachten Paddock mit einem großen Baum, und dem Heulager gleich im Rücken. Perfekt. Den Hänger konnten wir auch direkt dort parken. Wunderbar.

Der Samstag als erster Turniertag startete leider feucht von oben. Regen. Bäh. Mein Telefon hat es optimistisch als „Niesel“ bezeichnet, was doch etwas untertrieben war. Aber egal, die gute Stimmung war nicht sonderlich beeinträchtigt, es gab ja trockene Sitzgelegenheiten, Kaffee, Kuchen und für uns Vegetarier den neusten Trend: Senfbrötchen 🙂 Den Vormittag über lief also das große Starterfeld der Dreigänger Worker Dressur (ich glaube 27 Starter), gefolgt von der Mittleren Rittigkeit (12 Starter) und der Schweren Rittigkeit (6 Starter). Wobei die Starterzahlen bestimmt nicht genau stimmen – Zahlen und ich mögen uns ja bekannter Weise nicht so.

Schwere Rittigkeit bei Regen – Foto: Yvi Tschischka – Es ist übrigens ziemlich genial seinen hauseigenen Turnierfotografen dabei zu haben 🙂 – Danke Yvi!

Jacintos und meine große Feuerprobe war die Schwere Rittigkeit. Und sie lief richtig gut. Nachdem Jacinto am Vorabend beim Abreiten so dermaßen einen auf Durchzug geschaltet hat und überhaupt nicht mehr klar Schritt gegangen ist – das Drachenpony dafür eine ganze Zirkelrunde Tölt gezeigt hat, war ich schon kurz davor, die Ponys einfach auszutauschen! Der Zwerg hat eine unerklärliche Ablenkung im Kopf durch ein Maultier namens „Bifi“ entwickelt. Jedes Mal, wenn Jacinto Bifi gesehen hat, war er durch und hat alles vergessen. Seine Contenance. Seine Erziehung. Wie stehen bleiben geht. Sehr seltsam. Wir müssen Diosa mal lange Ohren ankleben und gucken, wie er darauf reagiert. Ich habe das Pony noch nie so dauerhaft abgelenkt gesehen. Aber während der Rittigkeit war Bifi nicht da und Jacinto hat doch eine ganz passable Leistung gezeigt – wir wurden sogar Zweiter nach Kaja Stührenberg mit ihrem Nuno. Hierfür gab es übrigens eine schicke Satteldecke mit „Gaited Working Equitation“ Bestickung von der Firma Signum Sattelservice. So eine wollten wir nämlich gewinnen, damit jedes Pony eine hat. Auf der IDMG gibt es diese schicken Schabracken nämlich auch für jeden Starter, die die „Gaited Working Equitation“ überhaupt startet. Super oder? Und nachdem dort Diosa und Jacinto dabei sind, musste noch eine für das Drachenpony gewonnen werden. Erledigt. Die To-Do-Liste war damit also schon voll: Hof von Vierhausens besuchen, die Schwere Rittigkeit testen und eine Satteldecke gewinnen. Läuft.

Jacinto hat mich dann gleich noch in der anschließenden „Einfachen Töltprüfung“ überrascht, die hat er nämlich gewonnen. Keine Ahnung wie das kam, aber es hat mich gefreut! Wir hatten anscheinend noch genügend Bifi-Energie intus, die raus musste 🙂

Speedtrail Resi – Foto: Yvi Tschischka

Am Abend fand dann der Speedtrail statt. Drachenponys erster Auftritt. Und ich glaube sie hat gut Stimmung verbreitet. Auf so eine sehr explosive und „Wasistdas??“-Weise, aber Stimmung. Und sie war richtig gut! Also, bis auf den Teil, wo sie an Seitwärts und Tor „festgefroren“ ist, und ich mich dann noch verritten habe, aber der Rest war Bombe. Tonnen, Sprung, „Gummimatten“-Steg, Slalom, da kann man nicht meckern. Das Pony springt sogar an den Slalom-Pylonen fliegende Galoppwechsel! Alter Falter sag ich da nur!
Jacinto war leider nicht ganz so gut, er war ziemlich durch und überreizt, eigentlich hätte ich die Prüfung schon eher abbrechen müssen. Nachdem er nicht gesprungen ist, war mir eigentlich klar, dass er gerade nicht mehr wirklich „anwesend“ war. Aber wir haben noch einen sauberen Absprung hinbekommen und der Zwerg war dann auch relativ schnell wieder klar, als die beiden zusammen am Heunetz gemümmelt haben.

Sprung Jacinto im Schweren Trail – Foto: Yvi Tschischka

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Trails. Stephan hat auf seiner großen Reitwiese einen gigantischen Trail aufgebaut. Früh um 8 Uhr morgens war allgemeine Begehungen. Ich mag ja die Begehungen mit Stephan, die sind immer so unterhaltsam. Und dann ging es schon los mit dem großen Block der Dreigang-Starter im Trail. Einreiten, Bergauf ins dunkle Gebüsch, Glocke klingeln, wieder runter reiten, einen Natursprung, Garrocha aufnehmen und den Stier … äh … den Ring stechen, Garrocha wieder ablegen (im Schweren dann mit Garrocha weiterreiten) durch den Tonnen-Slalom (es heißt glaube ich korrekt Parallel-Slalom), dann in eine Gasse einreiten, und rückwärts raus (im Schweren Trail rückwärts einparken und rückwärts durch die Gasse), den Slalom anreiten, direkt gefolgt von einem Holzsteg in zwei Breiten (mit Fröschen an der Seite :-)), Seitwärts treten direkt nach dem Steg (im Schweren Trail in beide Richtungen), großer Bogen zu einer Silo-Ballen-Acht, das Tor (wahlweise Eisen-Tor oder Seil-Tor), Stangen L mit Glocke (vorwärts rein und rückwärts raus) – damit war Dreigang und Mittlerer Trail komplett, der Schwere Trail durfte noch mal über den Sprung und ins Gebüsch zum Glocke klingeln. Also definitiv machbar. Wenn die Ponys alles gut beherrschen. Zwischen den Hindernissen sollte Gang/Trab gezeigt werden. Jedenfalls war unser Richter Günter Schulz den ganzen Tag mit dem Trail beschäftigt. Wir konnten schön in der Sonne rumlungern und zusehen. So lässt es sich an einem Sonntag gut aushalten!

Ringstechen mit dem Zwerg – Foto: Yvi Tschischka

Meine beiden Ponys waren am Nachmittag dran. Das Drachenpony hat sich richtig gut geschlagen. Dafür, dass es nur zur Übung mitlaufen sollte, hat es sich sogar im Mittelfeld platziert, was mich natürlich sehr gefreut hat. Sie war sehr aufmerksam und fokussiert, aber auch sehr aufgeregt, aber immer kontrollierbar. Wir haben sogar ein bisschen schönen lockeren Tölt gezeigt. Jacintos Trail war nicht so gut, er war sehr aufgeregt. Es ist halt doch ein Glücksspiel bei ihm. Basics, die wir zu Hause geübt haben wie zum Beispiel das Tor, haben nicht funktioniert. Anscheinend muss ich das zu Hause noch einmal anders üben. Also die Übung mehr auseinanderfrickeln. Auswärts zeigen sich die Schwächen halt einfach gnadenlos. Dann hat man wieder was zum Üben. Der ewige Kreislauf 🙂 Auf den Steg ist er auch nicht drauf, aber auch das ist so ein Glücksspiel bei ihm. Entweder es funktioniert beim Anreiten, oder das wars. Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden. Und es ist noch deutlich Luft nach Oben für einen ruhigen, korrekt gerittenen Trail. In der Schweren Wertung waren neben Jacinto (Platz 3 übrigens ….) noch Maren mit Bajar und Kaja mit Nuno, die beide einen wesentlich besseren Trail hingelegt haben! Toll gemacht Ihr Vier!

Racing Resi im Trail – die Signum Sattelservice Decke passt doch super zum Kopfstück oder! –  Foto: Yvi Tschischka

Dann war schon Abschlussrunde und das Turnierwochenende war schon wieder vorbei! Yvi und ich sind aber noch bis Montag geblieben, weil ich mir die lange Fahrt in der Nacht nicht antun wollte und weil Yvi ja noch ein paar Models vor der Kamera hatte. Da sind richtig schöne Bilder bei rum gekommen 🙂

Fazit: Ein richtig tolles „Haus“-Turnier. Vielen Dank an Familie Vierhaus fürs Organisieren, Veranstalten, Versorgen, Spaß haben lassen – und natürlich auch ein dickes Dankeschön an alle fleißigen Helfer, denn ohne die geht nämlich gar nichts – und an alle Teilnehmer und Besucher. Die 409 km haben sich auf jeden Fall gelohnt! Und wir kommen bestimmt wieder! Es war richtig schön bei Euch und wir hatten ganz viel Spaß!

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