Del Cavador

Tag 20 – Zykloopenhof

29. November 2019:

 

Zykloopenhof am 27.09.2009 – Foto: privat

Mein Stall! Ich bin seit 2003 Zykloopenhof-Bewohner mit meinen Pferden. Und ich hoffe doch stark, dass alle meine Pferde dort auch bleiben, bis sie nicht mehr leben. Am Zykloopenhof habe ich schon einiges mitgemacht.

Überschwemmung, Luftturbulenzen, zweimal ist uns das Dach weggeflogen, dann ist das ganze Ding abgebrannt, Leute kamen, Leute gingen, Ponys kamen, Ponys gingen (gestorben sind auch welche), alles wurde immer Größer. Aber auch in den schwersten Zeiten habe ich dort ganz viel Optimismus und Zusammenhalt erleben dürfen – gerade der Brand und der Neuaufbau mit all seinen Folgen war eine Zeit, die sehr prägend war. Auf jeden Fall kann man eines sagen: Bei uns am Stall wird es nie Langweilig. Und ich bin gespannt, was ich noch alles erleben darf! (… nur vielleicht mit weniger Drama bitte :-))

Das Foto ist übrigens von 2009 – noch mit dem alten Stallgebäude und „nur“ einer Gruppe mit Pferden. Damals gab es auch noch das „Dickie“ – Die Tinker-Stute meiner Schwester. Hach ja. Und mein alter Pferdehänger mit den kleinen draufgemalten Finos, den sieht man auch. Und einen Reitplatz hatten wir damals auch nicht. Da wurde einfach ein Stück vom Auslauf abgetrennt. Da wird man richtig Melancholisch!

Und hiermit ist meine Novemberchallenge auch vorbei! Hat sie Euch gefallen? Mögt Ihr zwischendurch gerne wieder alte Fotos sehen? Gebt mir doch ein bisschen Feedback, vielleicht krame ich noch ein bisschen in meiner alten Fotokiste …

Tag 19 – Drachenpony

 28. November 2019:

Drachenpony in Entspannt – Foto: Yvi Tschischka

Das Drachenpony kam als Beschäftigungstherapie nach dem Tod von Dimera in meinen Besitz. Dieses sehr spezielle Pony hat bei mir auch eine Lebensstellung. Wer will schon so ein komisches Pony haben? Es neigt dazu ein Pummel-Pony zu sein. Man kann sie nicht richtig reiten, weil sie sehr spezielle Ideen hat. Sie neigt dazu komische Pusteln und Schwellungen zu bekommen. Man weiß nicht wirklich, was sie genau möchte. Manchmal trägt es Decke. Manchmal haßt es ALLES. Manchmal ist sie mental anwesend, manchmal nicht. Aktuell überlegt sie gerade, ob ihr ihr diesjährig gekaufter Sattel überhaupt noch genehm ist. Aber sie ist ein ganz mutiges und tolles Pony. Und sie hat diesen gewissen putzigen Blick.

Jetzt ist sie 16 Jahre alt und vielleicht ist sie jetzt so weit, dass ich sie als mein „Nachwuchspony“ zukünftig auf Turniere mitschleifen kann. Wir werde sehen. Auf jeden Fall hat mir dieses kleine rehäugig blickende Pony schon viel emotionale Verzweiflung gebracht, aber auch sehr viel Freude und ich habe von ihr und über sie schon so viel gelernt. Auf jeden Fall bin ich froh, dass ich das kleine Drachenpony besitze!

Das Foto stammt aus Hünxe beim Hofturnier 2017, da hatte sie mir eine ganze lange Seite lockern Tölt geschenkt. Der Rest sah eher etwas weniger locker aus … 🙂 Drachenponyrules eben.

Tag 18 – Dimera

27. November 2019:

Dimera del Cavador 2012 – Foto: privat

Nein, das ist nicht das Drachenpony, das ist eines der wenigen Reit-Bilder, die es von Dimera gibt. Übrigens sehe ich auf dem Bild so dermaßen Jung aus – und meinem heute knapp vierjährigen Neffen so dermaßen ähnlich, dass mich das doch irgendwie erschreckt. Anscheinend hatte ich in der Zwischenzeit ein paar Harte Winter zu viel 🙂

Im Hintergrund sieht man noch die Anfänge des Zykloopenhofes. Jetzt würde man hier unter Dach stehen und statt dem Abgang in den Misthaufen geht es jetzt hier zum Heulager, wo die Heunetze gestopft werden. Und an Rico: Herrn Fenix beim Essen!

Die Zeit vergeht so schnell! Jedenfalls bin ich sehr dankbar, dass ich Dimera ausbilden durfte. Auch wenn es fast niemand gesehen hat. Mir selber hat es sehr viel Spaß gemacht und sie war einfach mein Herzpferd und sie hat mich so oft zum Lachen gebracht. 

PS: Die Reithose, die ich da trage habe ich immer noch in Gebrauch! Beste Reithosen ever. www.lookri.de – Werbung weil Produktnennung – Leider not sponsored. Ich wäre da sehr euphorisch 🙂

Tag 16 – Yvi

25. November 2019:

Diosa und ich – ganz frühes Tschischka-Werk 🙂

Das war ein ganz frühes Yvi Tschischka Bild. Ich mag die Serie total, ich mag den Herbst total und ich mag die Farben. Ich freue mich auch total, dass mir Yvi passiert ist. Ich hatte mich für eines ihrer ersten Pferdeshootings bei Facebook beworben und sie dann gleich behalten, weil es menschlich so gut geklappt hat.

Und sie tut Frau Sumpf einfach gut. Inzwischen sind die beiden zu einem super Team geworden und Yvi ist nicht mehr weg zu denken. Wir hatten schon ganz viele tolle Erlebnisse mit den Ponys und es ist einfach schön, mit Gleichgesinnten unterwegs zu sein. Und ich bekomme hin und wieder einfach schöne Bilder, die ganz tolle Erinnerungen sind, wie diese von Diosa und mir. 

Und Diego, die kleine Pupsbacke, gehört natürlich auch mit zur Familie.

Tag 15 – Vertrauen

22. November 2019:

Jacinto und ich – Jahr keine Ahnung – Foto: Yvi Tschischka privat

Das Bild von Yvi von Jacinto und mir steht für das Vertrauen, was ich in alle meine Ponys setze. Allen dreien vertraue ich zu 100 Prozent. Ich hatte noch nie Angst sie zu reiten und sie wollten mich noch nie loswerden. Sprich keines meiner Ponys hat mich versucht abzubuckeln oder fies herunter zu schmeißen.

Gut mit Jacinto bin ich mal ein einen Graben gefallen. Das war aber nicht dramatisch. Da kam ein Traktor angefahren im Gelände und Jacinto hat sich überlegt, er hat plötzlich Angst vor Traktoren (was dumm ist, weil Johannes bei uns am Hof wie ein Berserker mit dem Traktor herumfährt und meistens damit Futter bringt….) – also ist er ganz dramatisch und in Zeitlupe in den Graben „gefallen“, eher hineingerutscht. Ich hatte gemütlich Zeit abzusteigen und mich über Jacinto hinzustellen, abgestützt an die Wände des Grabens, während Jacinto malerisch darin lag. Das muss wohl sehr komisch ausgesehen haben. Der Traktorfahrer war auch leicht irritiert. Es ist uns nichts passiert. Jacinto hat sich ab dann auch überlegt, dass das viel zu anstrengend ist vor Traktoren Angst zu haben. Das finde ich sehr nett. 

Und mit dem Drachenpony war ich auch einmal am Boden gelegen. Was für Drachi-Verhältnisse echt nicht viel ist. Wir waren damals Ausreiten und Frau Resi hat einmal mehr das Kreiseln und Abspacken angefangen, was auf rutschigem Lehmboden zu dem Ergebnis geführt hat, dass ich auf einmal deutlich tiefer saß. Frau Drachenpony ist einfach ausgerutscht und hat sich hingelegt. Im wahrsten Sinne des Wortes. Aber auch hier ist nichts passiert. Ich stand einfach neben meinem Pony. Yvi war etwas irritiert davon, das ich als ihr Gesprächspartner so schnell weg war, aber sonst ist nichts passiert. Das ist dem Drachenpony dann übrigens nicht mehr passiert. Anscheinend hat sie mein Gewicht und die Trägheit ab dann in ihrem Pferde-Physiker-Gehirn immer richtig berechnet und wir hatten keine Um-Fälle mehr, und das Drachenpony neigt zu sehr riskanter Wegführung. Je steiler ein Abhang, desto näher muss sie daran laufen. Sie liebt Klettern und Kraxeln!

Ich vertraue meinen Pferden – sie dürfen auch Dinge selber entscheiden. Ich geben ihnen Zügel im Gelände. Sie sorgen für den sicheren Weg – ich für die Richtung.

Manchmal hilft es die Zügel lang zu lassen und zu vertrauen – sei es auf dem Pferd sitzend oder im Leben. Dinge passieren einfach, man kann sie nicht kontrollieren. Aber man kann entspannter sein, dann tut man sich leichter. 

Tag 14 – Fremde Ponys

21. November 2019:

Flieden 2018 – Osiris del Gavilan – Foto: Yvi Tschischka

Dieses Foto steht stellvertretend für die ganzen tollen „fremden“ Ponys, die ich in meinem Leben schon auf Turnier vorstellen durfte. Zwischendurch darf ich immer mal wieder richtig tolle Pferde spontan auf Turnieren vorstellen. Da habe ich vorher nie die Chance viel zu üben – meisten stelle ich mich auf dem Abreiteplatz auf das Pony ein und reite in die Prüfung. Das hat bis jetzt immer gut funktioniert.

Ich habe mit fremden Ponys schon einige Prüfungen gewinnen können, oder Platzierungen erreichen können. Was mich natürlich total für die Besitzer freut. Dieses tolle Pony hier ist „Osiris del Gavilan“ von Steffi – ihn kenne ich schon seit er drei Tage alt ist. Ich habe ihn damals durch die Stallgasse tölten sehen wie eine Maschine und war schockverliebt. Dazu noch die Farbe! Osiris durfte ich bereits zwei mal vorstellen. Ganz früher auf einer Fiesta am Sternberghof konnte ich eine Pleasure Schooling mit ihm gewinnen und hier in Flieden waren wir zusammen mit Mina und Tine Gewinner der Western Pleasure.

Eine Prüfung die ich total gerne mag. Man „verkleidet“ sich und fühlt sie wie John Wayne und reitet „coooooool“ durch die Gegend. Dafür bekommt man dann im Idealfall noch einen Preis, ansonsten hat man eine Menge Spaß während der Prüfung. Eine total unterschätzte Prüfung wie ich finde! 

Mir bleibt auch unvergessen, als ich auf der Swiss Classic in Schocherswill Borrasca in der Horsemanship Prüfung vorstellen durfte. Das war eine Prüfung, die lief auf den Punkt perfekt, da war das Gefühl von „läuft“ wirklich übermächtig genial.

Tag 13 – Orientierungsritte

 20. November 2019:

Kreuth 2008 – Finos For Pleasure-Start mit Jacinto, Diosa und Lorenzo – Foto: privat

Das war wieder in Kreuth – diesmal 2008. Das Foto steht stellvertretend für all die schönen Orientierungsritte, die ich in meinem Leben schon mitreiten durfte. Man erlebt immer sehr viel, wenn man sein Pony einfach einpackt, losfährt, und wo anders herum reitet.

Egal ob innerhalb eines Wettbewerbes oder ohne – lustig ist es immer. Und man sieht ganz tolle neue Reitlandschaft. Ich liebe das. Die neueren Fotos von Orientierungsritten, meistens mit Yvi zusammen, dürften Euch bekannter sein. Deshalb hier ein ganz altes Bild. Jacinto und ich, Diosa mit meiner „kleinen“ Schwester und Lorenzo und Julia (noch eine Julia! Mein Leben ist voll mit Julias, da kann man übrigens nie genug von haben! Und Linas, Linas braucht auch jeder! :-)).

Wir sind da gerade am Losreiten auf die Strecke rund um Kreuth. Man sieht noch ungeduldige, unverschwitzte Ponys! Die Strecke da führt teilweise an den Geländehindernissen vorbei/hindurch und man fühlt sich wie ein echter Buschreiter, wenn man da entlang galoppiert! Und ja ich trage als Einzige keinen Helm. Böse Frau Griebel!

Tag 12 – Dea del Cavador

19. November 2019:

Diosa mit frisch geschlüpfter Dea – Foto: privat

Dea ist mein zweites Fohlen – und auch das einzige Fohlen bisher, dessen Geburt ich direkt von Anfang an miterleben durfte. Hier hatte Diosa auf Nummer sicher gehen wollen und hat gewartet, bis ich dabei war.

Ich kam früh zum  Füttern, habe gesehen, dass Diosa Harztropfen am Euter hatte. Ich sagte ihr: „Frau Sumpf, ich geh jetzt noch mal nach Hause mich umziehen und einen Kaffee trinken, dann komm ich wieder. Entweder, Du hast es bis dahin rausgequetscht, oder Du bekommst es dann.“ Zu dem Zeitpunkt bin ich morgens zum Füttern direkt im Schlafanzug in meinen Blaumann geschlüpft, schnell zum Stall gefahren und nach dem Füttern wieder vom Blaumann raus und mit Kaffee zurück ins Bett. Beste Erfindung ever, diese Overalls. 

Äh… zurück zum Thema: Frau Sumpf hatte sich Zeit gelassen. Es war noch kein Fohlen da. Ich habe mir einen Stuhl geschnappt und mich vor ihrer Paddock-Boxe postiert und konnte so live das Ganze Procedere Geburt miterleben. Darüber bin ich Frau Sumpf sehr dankbar. Es ist so erstaunlich und beeindruckend, wie die Natur Dinge von ganz alleine regelt. Es ist ein Wunder. Und dann entsteht daraus so ein kleines, fragiles Kind mit eigenem Willen und eigenem Leben – unbeschreiblich.

Und ich bin sehr dankbar, dass das kleine Pferdekind bis heute immer noch lebt und eine so tolle Besitzerin gefunden hat – und dass ich sie auch immer wieder sehe und erleben darf wie toll sie geworden ist. 2018 waren Mutter und Kind zusammen auf der Pferd und Jagd dabei. Sie haben sich sofort wieder erkannt und waren die paar Tage unzertrennlich. Da geht mir als Pseudo-Züchterin echt das Herz auf! 

Tag 11 – Turniere

 18. November 2019:

Kreuth 2006 – Foto: ?

Dieses Bild (von dem ich leider nicht weiß, von wem es ist, vielleicht erinnert sich wer von Euch?) steht stellvertretend für die vielen spannenden und lustigen Turniere, die ich schon erleben durfte.

Ganz besonders spannend bleiben mir die Kreuth-Turniere in Erinnerung. Das war für uns immer ein richtig großes Event. Da war richtig was geboten, ich war noch Turnier-Anfänger und das hatte was von großem Abenteuer.

Es war spannend in dieser riesigen Arena zu reiten! Es gibt viele lustige Geschichten, die ich dort erlebt habe. Viele tolle Pferde habe ich hier laufen sehen. Damals bin ich immer gerne in der Performance gestartet (nicht weil ich geglaubt habe, dass Jacinto so toll ist, sondern eher weil da die ganzen „Profis“ mit ihren tollen Ponys gestartet sind und ich da einfach die Prüfung „live“ miterleben wollte).

Das Bild ist in Kreuth 2006 entstanden und war damals sogar in der „Paso Fino Horse World“ – der Fino-Zeitschrift in den USA mit einem Artikel über die damalige EM in Kreuth veröffentlicht. Das war auch das Jahr, in dem das Drachenpony aus USA rüber geschippert kam. Wer genau hin sieht, sieht also zwei meiner jetzigen Ponys auf diesem Foto! 🙂

Tag 10 – Mainschleifendistanz

15. November 2019:

Mainschleifendistanz 2011
Mainschleifendistanz 2011 – Foto: privat

Das war der Tag, an dem ich die Traber-Julia kennen gelernt habe. Ich hatte mich für die Mainschleifendistanz angemeldet und keinen Trosser. Trosser sind diese unersetzlichen Menschen, die die Strecke im Auto begleiten und für Ihre Pony/Mensch-Kombi Wasser und alles was sonst Nützlich ist dabei haben und die einem auf der Strecke auch psychologische Betreuung geben – ein guter Trosser ist unersetzlich!

Und so trafen wir uns vor meinem Start das erste Mal. Julia war mir sofort sympatisch! Sie hat mich also begleitet und wir hatten eine gute Zeit und seit dem Tag bin ich dankbar, dass es die Traber-Julia gibt! Wir haben bisher ziemlich lustige Dinge erlebt, einige Distanzen (Wir sind sogar einmal zusammen gestartet. Der Traber war dann aber sofort weg, als er Distanz-Luft geschnuppert hatte :-)), einige Turniere, ein paar Ritte zusammen – und heute steht sie und der Traber sogar am selben Stall, was ein echter Gewinn ist. Mit Julia ist alles Lustiger!

Das Bild entstand vor einem Trosspunkt. Julias Satz zu den anderen wartenden Trossern dort, bevor ich sichtbar ums Eck kam, aber schon weit mit den Eisen hörbar war: „Das ist Meiner, den erkenn ich schon am Schritt! (…. der läuft so komisch!)“ – was gestimmt hat und die anderen sehr beeindruckt hat 🙂

Julia steht stellvertretend für alle tollen Menschen, die ich schon durch und mit den Ponys kennen gelernt habe. Und für die Hilfsbereitschaft, die die Pferdeleute untereinander haben. Frage, und Dir wird geholfen – kein Ding! Und das finde ich toll!

#gangpferderules #hatauchvorteilewennmankomischläuft

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