Del Cavador

EPFC 2019 – Schloss Fasanerie?

28. bis 30.06.2019:

Dieses Wochenende war es wieder so weit: Turnier-Zeit für die Paso Finos! Das Turnier-Highlight für uns Fino-Reiter, der EPFC 2019 in Fulda/Eichenzell. Diesmal residierten wir ganz herrschaftlich auf der Anlage des Reitclubs Fulda auf dem Schloss Fasanerie – eine richtig schöne Anlage mit einem ganz tollen Park.

Richter waren dieses Jahr wieder Anna Eschner und Nicholas Burgos (USA), die uns wieder gekonnt und mit Humor durch die Prüfungen geführt haben. Ebenso war Daniel Sewing als routinierter Turniersprecher wieder mit von der Partie. Es war ein rundum gelungenes Turnier – einen ganz herzlichen Dank an Britta und Gerd Mülle und alle fleißigen Helfer! Da steckt so viel Detail-Liebe und Organisationswahnsinn hinter so einem Turnier, um alles so reibungslos ablaufen zu lassen: Hut ab! 

Ganz tolle Erinnerungsholzpferdchen für jeden Starter! – Foto: privat

Einzig die Sonne hat es etwas zu gut mit uns gemeint: Am Sonntag herrschten Temperaturen bis zu 38° am Nachmittag – aber die Ponys haben es alle super weggesteckt und wir waren sehr froh um die große Reithalle – die wenigstens Schatten gespendet hat, auch wenn die Luft dort drinnen sehr saunaartig war. Aber trotz allem haben alle Ponys ihr Bestes gegeben! Und auch das Publikum hat tapfer durchgehalten. 

Für Yvi und mich waren es drei sehr anstrengende, aber auch sehr schöne Tage. Wir sind mit Diosa und Jacinto angereist und Yvi hat neben dem Turnier auch noch 11 Foto-Shootings gemacht. Sprich wir sind die ersten beiden Tage nicht wirklich zur Ruhe gekommen. Ich habe erstaunlich wenige Prüfungen gesehen, bin dafür viel durch den schattigen Park gelaufen 🙂 Aber die Fotos haben es in sich – auf der Anlage sind so tolle Fotoecken – lasst Euch überraschen von den Ergebnissen! 

Steigender Hengst vor Schloss als kleiner Teaser – Das Foto, das Yvi gemacht hat ist dafür Mega! Ich zeig es Euch, wenn es veröffentlicht wird 🙂 – da sieht mann dann, warum genau es sich lohnt einen Fotografen zu engagieren! – Foto: privat

Zeit blieb aber bei dem Turnier-Coaching mit John Pelaez mitzumachen – sonst wären wir wahrscheinlich am Freitag vor dem Prüfungsbeginn gar nicht aufs Pferd gekommen! 

Mit dem Hotel hatten wir dieses Wochenende auch einen Jackpot! Nicht nur tolles Frühstück:  Buffett mit Spiegelei/Rührei/gekochtes Ei, Fisch … und Schockostreuseln für aufs Brot!!! – leider keine Erdnussbutter (kleiner Insider….), dafür ein angenehmes, sauberes Zimmer – als Bonus gab es sogar noch einen Balkon dazu. Next Level Hotel sag ich nur 🙂 Sehr angenehm. Wir sind gespannt, ob sich das noch toppen lässt!

Das Turnier war wieder sehr familiär – eine kleine, aber feine Starterzahl, aber dafür ganz viel Herzblut. Was mir sehr positiv aufgefallen ist und was mir auch von Zuschauern zugetragen wurde: Alle haben miteinander mitgefiebert, es wurde füreinander gefreut. Es herrscht ein ganz anderes Klima wie bei „normalen“ Turnieren. Aussage einer Zuschauerin, die ganz alleine vorbei kam: „Das war richtig schön! Alle waren so nett miteinander! Da komm ich wieder mal vorbei! Man kann sich auch richtig gut unterhalten.“ Wir arbeiten natürlich jetzt daran, dass sie nächstes Mal einfach ihr Pony mitbringt …. dann ist es nämlich noch schöner 🙂 Gefreut hat mich auch, dass wieder neue Mensch-Pferd-Kombinationen dabei waren. Ich kann wirklich nur jedem Paso Fino-Besitzer empfehlen: packt Eure Ponys ein, bringt sie mit auf Turnier, das schafft ihr alle! Und es macht so viel Spaß. Niemand muss perfekt sein – es reicht einfach dabei zu sein und Spaß zu haben! Niemand reißt einem den Kopf ab, im Gegenteil: jeder hilft jedem. In dem Zug noch mal ein dickes Dankeschön an Nano, die mir mein Glücksrad „repariert“ hat, nachdem ich es in der Prüfung „verloren“ hatte – die Schnalle ging auf und mein Pony hatte auf einmal nichts mehr am Kopf 🙂 Das ist mir auch noch nicht passiert – aber wir haben jetzt ein schickes Unikat-Glücksrad! Von daher war es das Wert 🙂 Und alles was passiert ist eine Klasse Übung, um Dinge an sich und seinem Pferd zu entdecken, an denen man dann zu Hause ein bisschen weiter trainieren kann. 

Neugieriges Pack linst nach den anderen Trail-Teilnehmern 🙂 – Foto: Claudia K.

Ich habe mich jedenfalls für so viele Menschen gefreut – und war auch mit der Leistung meiner eigenen Pferde sehr zufrieden. Nachdem ich einen jungen Halbbruder zu Jacinto gesehen habe sind mir wieder ganz viele Dinge eingefallen, mit denen ich und Jacinto am Anfang „gekämpft“ haben und die ich komplett verdrängt hatte. Ich kann wirklich so stolz sein auf mein Pony, auch wenn ich immer wieder hart am Zweifeln bin. Er ist eigentlich genau das Traumpony geworden, dass ich wollte: Zuverlässig im Umgang, Geländesicher, macht für mich, was er soll (meistens zumindest) – und wenn er mal austickt, weil sein Gehirn nicht mitmacht oder er Dinge einfach nicht versteht, dann ist das auch in Ordnung. Letztendlich lässt er sich inzwischen immer wieder sehr schnell zurück holen auf einen Entspannungszustand. Das war früher nicht möglich. Ich bin stolz auf mein Pony. 

Line-Up in der Reithalle – Foto: privat

Er gibt so viel für mich und wir trainieren momentan wieder sehr intensiv am Thema taktklaren Tölt. Ein Thema was mich bei Jacinto schon viel Verzweiflung gekostet hat – es ist einfach nicht so leicht, wenn man ein Pferd hat, was so schnell die Gangarten verschiebt und das kein Gang-Professor ist. Aber es ist Anna Eschner aufgefallen, dass wir Fortschritte gemacht haben. Und wir sind gelobt worden. Es ist mir tatsächlich viel mehr wert, insgesamt weiter zu kommen. Die Konventionen 1. Platz oder 3. Platz ist bei einem kleinen Turnier doch eigentlich egal. Jacinto und ich haben es jedenfalls konsequent durchgezogen immer „Letzter“ zu sein. Aber wenn man das anders formuliert, klingt es nach: ein Zweiter, zwei Dritte, ein Vierter und ein Fünfter Platz – also immer in der Platzierung. Kann man auch sagen 🙂 Wie gesagt: mir war wichtig, dass er die drei Tage im Kopf klar bleibt und motiviert mitmacht. Das hat er – er hat seine Tölt-Leistung im Verlauf des Samstags (da durften wir drei Mal starten) kontinuierlich gesteigert und das fand ich super. Außerdem starte ich gerne Prüfungen, weil man einfach immer lustige Abreiteplatz-Gespräche hat und im Line-Up mittendrin, statt nur dabei ist 🙂 Wie mit der alten Fight-Club-Regel gesagt: „Was auf dem Abreiteplatz besprochen wird, bleibt auf dem Abreiteplatz!“ 

Lustigste Kostümklasse Ever! – Spaß muss sein! – Foto: privat

Diosa und Yvi haben eine richtig gute Dressur-Kür hingelegt. Im Vergleich zu unserem Probelauf am letzten Feiertag in der Reithalle war das sowas von souverän und sauber – da kannste nix sagen! Mein Sieger der Herzen sind die Beiden auf jeden Fall! Auch im Trail war sie sehr souverän. Frau Sumpf hat es einfach drauf. In der Dreigang lief es nicht so glatt, aber Frau Sumpf mag einfach keine Reithallen. Wahrscheinlich, weil sie so klein ist und nicht über die Bande gucken kann. Das neugierige Stück. Im Stallzelt hängt sie jedenfalls immer mit dem Kopf draußen, guckt schlecht gelaunt, hat aber immer alles im Blick und das gefällt ihr glaube ich sehr gut 🙂 Wahrscheinlich stiftet sie die anderen Ponys auch zu irgend einem Unsinn an. Und sie kommentiert auch ziemlich viel mit ihrem „Möhöhöö“. Weil sie so gut mitgemacht hat und wir sie schonen wollten für nächstes Wochenende in Mannheim durfte sie dann nach der Dressur-Kür den Rest des Turniers chillen. Die Western-Pleasure wurde gestrichen um Kräfte zu schonen. Und am Sonntag hat Yvi einfach die Gelegenheit genutzt, um etwas Langzügel-Arbeit während der Abschluss-Barrida zu machen, um in Turnier-Atmosphäre zu üben. Weil nach dem Turnier ist vor dem Turnier 🙂 und wir freuen uns schon darauf einige „Verrückte“ nächstes Wochenende in Mannheim wieder zu sehen!

Motivierte Turnier-Ponys 🙂 – Foto: privat

Übrigens hat mich das Turnier auch sehr motiviert. Ich habe mir am Sonntag die Best of Traditional Klassen angesehen, die wirklich mit sehr starken und tollen Pferden besetzt waren – Respekt Leute! Ich habe John mit Dinamica von Britta in der Performance reiten sehen – das hat mich so motiviert. Das war ehrlich gesagt mein Highlight – Das Board von Dinamica – weil ich weiß, was für eine tolle Arbeit John mit seiner ruhigen Art in kurzer Zeit geleistet hat. Und es hat mich motiviert mit einem Performance Pferd eine Performance zu reiten – ich will unter Turnierbedingungen eine Figure-8 und ein geiles Board reiten – Komisch, was für Dinge einen manchmal motivieren oder? … mal sehen, ob wir das irgendwann schaffen!

Die süßeste Verführung, seit es Zimtschnecken gibt! – Foto: privat

Turnierstatistik Yvi und Diosa:

  • Dreigang 3. Platz (4)
  • Dressur Kür 2. Platz (4)
  • Trail 3. Platz (5)

Turnierstatistik Jacinto und Christine:

  • Dreigang 4. Platz (4)
  • Trail 5. Platz (5)
  • Versatility 3. Platz (3)
  • Western Pleasure 2. Platz (2)
  • Country Pleasure (Level 2) – 3. Platz (3)

Schwitzen in Hünfeld?

24. bis 26. Juni 2016:

An diesem Wochenende haben sich Yvi und ich aufgemacht, um beim diesjährigen großen Turnier der Paso Finos in Hünfeld (Hessen) mit dabei zu sein. Der European Paso Fino Cup 2016 (EPFC … ich mag diese Abkürzung!) fand auf der traumhaften Anlage des Reitvereins Hünfeld statt. Kurze Wege, viel Platz, ein großer Rasenplatz mit Ausweichmöglichkeit in die Halle, ein schöner Dressurplatz und traumhaftes Fotogelände außen herum. Perfekt. Natürlich hat es das Wetter auch viel zu gut mit uns gemeint und uns ordentlich schwitzen lassen. Aber erst mal von Anfang an.

Galoppel-Zwerg - Foto: Yvi Tschischka
Galoppel-Zwerg – Foto: Yvi Tschischka

Yvi und ich haben auf der Hinfahrt einen Schlenker nach Flieden gefahren, um Diosa wieder einzusammeln. Die war ja zum Sommerurlaub mit Sello dort und war nicht wirklich „amused“ uns wieder zu sehen. Verräterpony! Jacinto war aber dankbar, dass Frau Sumpf ihn das letzte Stück im Hänger begleitet hat. Durch den Kurzaufenthalt in Flieden konnten wir auch einen dieser nervigen A7-Staus umgehen.
In Hünfeld angekommen gönnten wir den Ponys erst einmal eine erfrischende Dusche und etwas Pause im Stallzelt. Dankenswerter Weise war es das tolle Zelt mit den Fenstern, so konnte wenigstens etwas Luft im Zelt zirkulieren. Es war nämlich am Nachmittag mit bis zu 37°C definitiv zu heiß für Alles. Auf jeden Fall konnte man mich knallrot angelaufen mehrfach deutlich sagen hören: „Ich hasse Sommer!!!!“ Viel zu warm. Also erst mal Hotel einchecken und etwas abkühlen, bevor wir uns dann doch noch mal auf die Ponys geschwungen haben. Schließlich war mit Training in den letzten Wochen nicht wirklich was gegangen. Wir wollten wenigstens den Ponys das Gelände zeigen. Abends ging es dann mit den schon anwesenden Fino-Leuten zum Italiener in die Stadt. Man entwickelt dann doch trotz Hitze einen guten Hunger! Immerhin haben die Nächte gut abgekühlt, so dass die Ponys wenigstens in der Nacht eine Hitzepause hatten.

Fun-Abend - Foto: K. Farkas
Fun-Abend mit viel Sekt – Foto: K. Farkas

Der Freitag startete dann wieder extrem Sonnig. Der korrekte Ausdruck, den ich leider nicht abschwächen kann ist: „Scheißeheiß“. Da konnte mich nur Sarah mit ihrem Not-Paket direkt aus dem RitterSport Werk kurzzeitig von ablenken! Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Tafel „Äffle und Pferdle“-Sonderedition – also nimmer lang, weil die echt gut ist, aber ich hab mich gefreut!

Diosa - Foto: privat
Diosa und Yvi in einer Ehrenrunde – Foto: privat

Nach ausführlichem Herumgammeln auf einer Decke im Schatten, ausführlichem Quatschen mit lange nicht mehr gesehenen Fino-Freunden natürlich auch im Schatten, fanden dann am Nachmittag die ersten Prüfungen statt. Ehrlich gesagt, hatte ich gar keine Lust bei der Hitze zu reiten. Aber wenn man schon mal da ist, schwingt man sich halt in seine Winter-Softshell-Turnierreithose und tut was gegen Cellulite (Hitzeanwendung in der Reithose) und für die Paso Finos (zeigen auf dem tollen Rasenplatz). Auf jeden Fall war ich so super vorbereitet, dass ich sofort gemerkt hatte, als ich mich in der Dressur A verritten habe. Und das gleich am Anfang. Schwamm drüber … Yvi hatte dann gleich anschließend die Viergangprüfung, die eigentlich ganz gut geklappt hat. Diosa ergatterte sich einen zweiten Platz. In der folgenden Ausdauertölt bin ich mit dem Zwerg gestartet. Er hat sich zwar gut eingelaufen, aber die Kondition war dann doch nicht vorhanden, so dass ich die Prüfung abgebrochen habe. Es ist mir dann doch wichtiger, mein Pony einigermaßen bei Laune zu halten und nicht schon am ersten Tag komplett zu erschöpfen. Auf jeden Fall klang der weitere Abend gemütlich am Reitplatz aus. Der Reitverein Hünfeld sorgte für ordentliches Catering und kühle Getränke. Die Ponys hatten nach einer erfrischenden Dusche gutes Heu und leckeren Hafer.

Dreigang - Foto: S. Meier
Dreigang – Foto: S. Meier

Der Samstag war dann wettertechnisch etwas besser. Über Nacht und am Vormittag gab es Regen und es kühlte etwas ab. Für Yvi und mich hieß es die Dreigang zusammen in der Halle reiten. Jacinto hat sich meiner Meinung nach doch gesteigert im Vergleich zum Freitag. Regelmäßiges Reiten lohnt sich doch irgendwie. Er lief in der Dreigang für seine Verhältnisse wirklich sehr schön. Aber irgendwie hatten wir dieses Turnier Platzierungsmäßig kein Glück – also habe ich beschlossen sämtliche letzten Plätze aufzusammeln. Was ja auch ok ist – mir hat dieses Turnier auch so unheimlich Spaß gemacht. Ich hatte viel Zeit zu quatschen, am Abreiteplatz oder während dem Reiten, zwischendurch und überhaupt. Und es hat einfach nur gut getan alle Fino-Freunde wieder zu sehen. Es war einfach irgendwie erholsam. Und regelmäßiges Training muss sich ja auch auszahlen – und wir hatten halt schlicht und einfach keines. Dafür war ich aber sehr zufrieden mit meinen beiden Ponys. Wobei Diosa mit ihrer deutlich sicheren Gangveranlagung einfach weniger Training braucht.

Keine Ahnung mehr
Keine Ahnung mehr, irgendwas wo Tine gewonnen hat 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Was mich richtig gefreut hat, war wieder „neue“ Leute auf dem Turnier zu sehen. Franzi mit ihrer Sierra zum Beispiel habe ich mit Dauergrinsen im Gesicht in Erinnerung – unseren ersten Vorsitzenden habe ich mit seiner Espi und Dauergrinsen (wenn man ihn dran erinnert hat) in Erinnerung. Anja und Martina, die sich so gefreut hat in der Dressur A – so macht das einfach Spaß. Nirvana und Julia waren erstmals dabei. Oder Britta mit ihrer „neuen“ Stute Anastasia (wir versuchen ja immer noch eine Möglichkeit zu finden das Pony heimlich mitzunehmen). Leute mit Freude an ihren Ponys. Das will ich sehen! Und natürlich die Frau mit dem strahlendsten Lächeln überhaupt: Sarah und ihre Francesca 🙂 Übrigens ein ganz tolles Pony, Yvi und ich durften es mal Probereiten. Dabei haben wir übrigens auch den besten Überraschungsgast ever am Abreiteplatz entdeckt: George Clooney war als Pappaufsteller mit dabei. Und das nur, weil wir letztes Turnier so in der Kälte und im Regen standen und warteten und dabei laut-zitternd heißen Kaffee serviert von George verlangt hatten. Und was macht unsere beste aller weiblichen Ringstewards? Besorgt uns George! Wenn das nicht Einsatz ist!

Strahle-Franzi - Foto: Yvi Tschischka
Strahle-Franzi – Foto: Yvi Tschischka

Ich habe das Turnier auf jeden Fall auch als sehr harmonisch und freundschaftlich in Erinnerung. Irgendwie sind wir halt doch eine große Familie – in der es immer mal wieder Krach gibt, und nicht jeder mit jedem kann, aber letztendlich freuen wir uns doch immer wieder uns zu treffen. Und wenn wir das bei so schönen Veranstaltungen tun, ist es ja letztendlich egal wer was gewinnt. Wir haben alle tolle Pferde und zeigen sie halt einfach gerne. Übrigens war es mir eine große Ehre mit Tine und ihrer Murmel zusammen, mal wieder selber auf Diosa sitzend, die Western Pleasure zu starten. Eine wirklich unterschätzte Prüfung. Ich finde, es sollten mehr Reiter diese echt lustige Prüfung starten. Tine und ich haben uns jedenfalls fürs nächste Mal schon eine neue Idee ausgedacht. Lasst Euch überraschen, wenn ihr schon nicht mitreiten wollt! Apropos Tine, sie hat gezeigt, dass auch schon Ponys im reiferen Alter immer noch gut dabei sind. Ich glaube Mina hat gefühlt fast jede Prüfung gewonnen und war souveräner Abräumer des gesamten Turniers.

Western Pleasure - Foto: Yvi Tschischka
Western Pleasure, immer wieder lustig – Foto: Yvi Tschischka

Nach der Western Pleasure gab es als Kontrastprogramm noch die Classic Fino, die ich leider verpasst habe. Dabei hätte ich so gerne Sello (Diosas Lover) in Action gesehen. Aber eigentlich war ich dann ganz froh im Stallzelt gewesen zu sein, denn es kam ein richtiger Gewitter-Platzregen herunter, der zwar nicht lange gedauert hat, aber sehr nass war. Aber pünktlich zu den Fun-Prüfungen war das Wetter wieder gnädig!

Paar-Reite-Sieger - Foto: Farkas
Paar-Reite-Sieger – Foto: K. Farkas

Beim Paar-Reiten wurden Yvi und ich zwar von Jürgen und Tine geschlagen, aber die Aufgabenstellung war wieder sehr interessant. Dieses Mal wurden wir aufgefordert als Paare eine Barrida zu reiten. Sebastian Frisch, unser Sprecher, hat sich da mal wieder gut was ausgedacht. Bei der anschließenden Viertaktprüfung bekamen wir Besuch von drei Reitern des Reitvereins Hünfeld, die in der „Wettpause“ eine kleine Showeinlage zeigten und dann auch beim Rest der Funprüfungen mit Spaß dabei waren. Die Viertakt hat übrigens dieses Mal Johanna mit Brujula gewonnen. Hauptattraktion ist ja für Yvi und mich die Copa de Champange. Man kriegt ein Glas Sekt in die Hand gedrückt, wenn man es gut anstellt, wird noch mal nachgeschenkt und dann reitet man mit einem Glas Sekt in der Hand durch die Gegend, kann immer mal dran nippen und am Ende darf man den Rest austrinken und hat dabei gute Laune. Das fand Christian bestimmt auch 🙂 Er hatte nämlich am Ende noch das vollste Glas. Ich mag die Fun-Prüfungen.
Der Abend klang dann mit Cocktails und Musik am Cateringzelt aus.

Diosa
Diosa in der Furt – Foto: Griebel

Jacinto
Jacinto in der Furt – Foto: Yvi Tschischka

Der letzte Turniertag war dann der Sonntag. Es gab zwei sehr schöne Horsemanship-Klassen, die Equitation mit drei schicken, jungen Mädels (ob Pferde oder Reiter gemeint sind? … beides natürlich!) und noch die Country Pleasure Level 2, die ich wieder erfolgreich versiebt habe. Wenn ich was mache, dann schon konsequent. Jedenfalls eines meiner schlechtesten Boards ever …. *hust*.In der Mittagspause haben wir in einer tollen Bach-Furt noch eine kleine Foto-Session eingeschoben. Hatte ich schon erwähnt, dass ich das Reitgelände des Reitvereins Hünfeld Klasse fand? Die haben dort eine tolle Vielseitigkeitsstrecke, mit sogar drei Wasser-Furten! Hallo? Mir würde schon eine reichen!
Nach den Best Of Traditional-Klassen hieß es dann auch schon wieder Abschied nehmen – drei sehr entspannte Turniertage haben wir hinter uns gebracht und wir freuen uns schon wieder darauf den ganzen liebenswürdigen Haufen wieder zu sehen! Bleibt nur noch Danke zu sagen, an Britta Mülle und das Team Flieden für die tolle Organisation dieses Events. Danke an den Reit- und Fahrverein Hünfeld, für die gute Aufnahme und dafür, dass sie uns ihren schönen Platz zur Verfügung gestellt haben. Danke an Anna Eschner und Nicolas Burgos als unsere Richter. Danke an Sebastian Frisch fürs moderieren. Danke an alle Teilnehmer und alle Besucher. Wir sehen uns bestimmt bald wieder!

Gelangweilte Sieger
Gelangweilte Sieger 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

 

Ganz wichtig noch, die Statistik unsere „Erfolge“:
Diosa und Yvi:
Viergang – 2. Platz (4)
Dreigang – 3. Platz (7)
Trail – 3. Platz (5)

Diosa und ich:
Western Pleasure – 2. Platz (2) – man kann auch sagen Letzer!

Jacinto und ich:
Dressur A – letzter (5)
Ausdauertölt – Abgebrochen (6)
Dreigang – Vorletzer (7)
Versatility – letzer (4)
Country Pleasure – letzter (4)

 

Equitana Open Air 2016?

19. Mai bis 22. Mai 2016:

Donnerstag – Anreisetag:
Um nicht in irgendwelche nervigen A3-Staus festzustecken haben Yvi und ich beschlossen schon relativ zeitig nach Neuss zur Equitana Open Air zu fahren. Das hat auch wunderbar funktioniert – es gab nur bei Düsseldorf stockenden Verkehr. Damit kann ich leben. Nicht leben konnte ich dafür mit einer leuchtenden Warnlampe beim Suzuki. Also Yvi und die Ponys am Messegelände abgesetzt und erst mal die nächste Suzuki-Werkstatt aufgesucht. Der Mann dort dachte wohl eher ich bin der Typ panische blonde Frau mit übergroßem Auto. Gut. Wir nehmen die Warnleuchte also nicht mehr ernst. Sie hörte dann auch zu leuchten auf ohne Hänger dran.

Sumpf im Visier
Sumpf im Visier – Messe-Pause – Foto: privat

Also zurück zur Messe. Alle zehn Paso Finos waren dieses Mal in einem langgezogenem Rennpferde-Außenboxentrakt untergebracht. Viel Platz für uns Fino-Leute und die Ponys hatten schön ihre Ruhe. Das Messegelände war so aufgebaut, wie schon das letzte Mal. Also der IGV-Stand in der Nähe der Töltbahn und auf der anderen Seite nah an dem Essenstand, bei dem es diese genialen Pommes Spezial gibt. Pommes, Röstzwiebeln, spezielle Soße und Mayo. Hmmmm. Sieht zwar extrem ekelig aus, ist aber extrem lecker! Nachdem wir uns einen Überblick verschafft hatten sind Yvi und ich erst mal geritten. Nach ein paar Runden auf der Ovalbahn waren wir erstaunt, wie locker die Ponys drauf waren. Anscheinend hat ihnen ein kleiner Tapetenwechsel auch gut getan. Abends sind wir dann erst mal mit der restlichen Fino-Truppe im Hotel eingefallen und haben dort lecker zu Abend gegessen. Auf das Hotel haben wir uns ja schon seit zwei Jahren wieder gefreut. Großzügige Zimmer und genialstes Frühstücksbuffet ever. Und keine fünf Minuten von der Rennbahn entfernt. Perfekt.

Messe
Messe-Outfit (Suzuki-Verräterauto im Hintergrund) – Foto: Claudia Metting

Freitag – erster Messetag
Nachdem Yvi und ich nicht so gut geschlafen hatten, beschlossen wir einfach zeitiger zur Messe zu fahren. Natürlich erst nach ausgiebigem Frühstück. Die Ponys haben wir mit an den IGV-Stand genommen. Dort konnten sie etwas Fino-Werbung machen und schön in der Sonne Gras fressen. Wir hatten Zeit den Stand aufzumachen, Leute zu treffen, zu Quatschen und später am Vormittag einmal gemütlich auf dem Gelände zu bummeln. Naketano waren ja wieder das, da mussten wir unbedingt mal gucken* (* meint shoppen *hust*) gehen! Ansonsten fand ich eigentlich nichts total spannend Neues auf der Messe. Aber das liegt wohl daran, dass zu Hause eigentlich ein Pferde-Shop da ist, da ist man bestens versorgt mit Neuheiten. Standard war natürlich noch der Stopp am Seiler Stand – da habe ich mir eine neue Turnier-Reithose natürlich aus Softshell gegönnt. Auffällig war, dass schon am Freitag ziemlich viele Menschen die Messe besucht haben, aber das lag wohl am perfekten Bummel-Wetter. Wir Gangpferde hatte heute zwei Auftritte – einmal in der Showarena und einmal auf dem Aktionsplatz. Nachdem wir so viele Finos dabei hatten, haben wir uns abgewechselt. So hatten die Ponys genügend Ruhe und man selber hatte auch genügend „Freizeit“. Yvi und ich waren im Aktionsring dabei. Einziges Manko: Jacinto hatte beschlossen mal wieder nicht stehen zu bleiben, wenn er stehen sollte.

Caro
Caro hält Sumpf bei Laune – Foto: Tschischka

Am Abend haben wir dann die Choreografie für die morgige Abendshow geprobt. Erst zu Fuß, was bestimmt für alle vorbeilaufenden Menschen ziemlich lustig ausgesehen hat. Jeder hatte zwar die schriftliche Choreografie vorab zum Auswendig lernen bekommen, aber zusammen ist das ja dann doch noch mal anders. Glücklicher Weise ergab sich, dass wir das Ding noch einmal in der Showarena abreiten konnten. Terra und Jürgen haben es punktgenau durch die Staus der A3 zur „Generalprobe“ geschafft. Danach waren wir alle schon mal ziemlich erleichtert. Essenstechnisch ging dann natürlich Abends nichts mehr. Bis wir alle fertig waren, war das Hotelrestaurant menschenmäßig überfordert, die Messestände schon zu, also blieb nur Fastfood übrig. Übrigens eine für mich erstmalige und wohl dauerhaft einmalige Erfahrung bei KFC.

Fuß
lustige Fußprobe mit Sekt beschwingt .. äh … ernsthafte Probe meine ich – Foto: Claudia Metting

Samstag – Staub und Menschenmenge
Yvi und ich konnten wieder schlecht schlafen und so folgten wir dem Rhythmus des letzen Tages. Frühstücken, Ponys zum Stand mitnehmen, Standwache halten, Leute treffen, nicht so viel herumlaufen, weil einfach zu viel los war. Unglaublich, was für Menschenmengen den Samstag genutzt haben! Heute hatten wir sogar drei Auftrittszeiten. Wie immer gekonnt moderiert von Stephan Vierhaus. Wir waren zusammen mit den Töltenden Trabern, einer Töltkreuzung, einem Aegidienberger, Isländer, Tennessee Walkern, Mangalarga Marchadores und Paso Peruanos am Start. Also doch einige Gangpferderassen, die man in den verschiedenen Rassepräsentationen der IGV im Vergleich zusammen laufen sehen konnte. Yvi und ich waren 16.20 Uhr im Showring zu sehen.

Zewerg
Zwerg hat alles im Blick – Foto: privat

Nachdem im Rahmen der Messe auch dieses Mal wieder ein IPZV-Turnier abgehalten wurde, gab es auch wieder zwei offene Klassen für Gangpferde. Aufgrund nicht vorhandenen Trainings habe ich beschlossen dieses Jahr Yvi und Diosa in den Trail zu schicken – da braucht es nicht viel Kondition zu. Das war kurz nach dem Auftritt. Yvi und Diosa haben das so souverän gemacht! Ich war total stolz auf die Beiden. Die sind da rein, haben das total cool durchgezogen und sind in aller Seelenruhe wieder raus spaziert. Alle Einzelwertnoten nicht unter 8.0! Letztendlich hat das zum zweiten Platz gereicht. Interessanter Weise hat Diosa dafür einen Gutschein bei „Gangsalat“ gewonnen – der Stand, bei dem ich kurz vor der Prüfung noch schnell eine Gerte für Diosa gekauft habe, weil unsere natürlich nicht greifbar war und Frau Sumpf etwas „Drohung“ vor dem Start gut vertragen konnte.
Yvi und Diosa sind dann noch übers Gelände gebummelt, haben die Signum-Bar entdeckt und haben Kontakte geknüpft. Yvi hat einige Fotografen-Kolleginnen getroffen. Ann-Christin (Ponyliebe-Fotografie) und ihr Freund waren ja auch bei uns im Hotel untergebracht. Und wir lernten Alexandra Evang kennenlernen, die uns zehn Finos am Liebsten sofort zu einem Fotoshooting an den Rheinstrand entführen wollte.

Claudia
Janette und ich am Strahlen während der Show – Foto: Claudias Kamera

Dann war auch schon Zeit für die Vorbereitung auf die Abendshow. Die Paso Finos haben die Show mit zehn Pferden und einer wirklich guten Choreografie über zwei Sounding-Boards eröffnet. Echt Genial, dieses Gefühl, wenn alles funktioniert, man seinen Reitpartner dort trifft, wo man ihn treffen sollte, man Spaß hat und sich noch selber im Großbildmonitor laufen sieht. Adrenalin pur. Das gehört zu den Momenten, an die ich mich bestimmt immer wieder gerne zurückerinnern werde. Vielen Dank an unsere gesamte Fino-Truppe: Britta (Brujula), Gerd, Johanna (Shakira), Stan (Red), Heike (mobile Party-Bar), Erick, Astrid, Benedict, Claudia (Exelencia), Janette (Gitana), Terra (Martina), Jürgen, Meike (Matraca), Flo, Johanna und Kaisy. Es hat wirklich richtig viel Spaß gemacht mit Euch! Jederzeit gerne wieder! 🙂 Der Abend wurde dann noch bei der After-Show-Party an der Rennbahn-Tribüne gefeiert.

Stimmung
Stimmungsbild – Foto: Mirka Nilkens (danke dafür!)

Sonntag – letzter Messetag:
Der Sonntag lief dann ebenso entspannt ab wie die anderen Tage. Der allgegenwärtige Staub der Rennbahn haftet mir glaube ich immer noch in der Nase. Das war so das Eindrücklichste neben der Abendshow, was mich an Neuss erinnert. Gegen Mittag hatten Diosa und Jacinto noch einmal die Ehre im Aktionszirkel die Paso Finos zu präsentieren. Dann hat Yvi ihren Preis vom Trail abgeholt (die Siegerehrung hatten wir leider verpasst). Und dann haben wir uns auf den Weg nach Hause gemacht.

Gerade auch, um genügend Luft wegen dem Suzuki zu haben. Das hat auch gut funktioniert, bis nach gerade mal 100 km die Warnlampe erneut anging. Gefangen zwischen Siebengebirge und noch nicht mal Frankfurt sind wir erst mal auf die Raststätte und haben dem Auto ein Päuschen gegönnt. Und meinen Nerven auch. So hangelten wir uns von erneutem Warnlampen angehen (und dann nicht mehr ausgehen) von Raststätte zu Raststätte bis wir in Würzburg angekommen waren. Da ging dann gar nichts mehr. Nachdem Suzuki dann dauerhaft schwarzen Ruß hinten raus gepustet hat war es vorbei. Meine Nerven waren durch – ich wollte nicht mehr weiter. Ziel war eigentlich um die Würzburger Gegend zu kommen, dann könnten wir uns abholen lassen. Das haben wir dann auch getan Tobi und meine Schwester sind uns retten gekommen. Ponys entladen, Hänger umgehängt, Ponys wieder rein. Sumpf war glaube ich froh über die Pause, sie hat erst mal herzhaft vor den Burger King an die Raststätte gestrullert. Typisch Sumpf halt. Aber die Ponys waren so brav – die haben topp mitgemacht. Und sie waren auch ziemlich erleichtert, als sie das nächste Mal tatsächlich zu Hause aussteigen durften. Wir haben den Suzuki noch an der Raststätte abgeholt und der steht jetzt in der Werkstatt (inclusive dem Messe-Chaos im Auto-Inneren :-)). Ich bin total erleichtert wieder heil zu Hause angekommen zu sein.

Zwerg und Sumpf
Zwerg und Sumpf entspannen sich am Arbeitsplatz – Foto: Claudia Metting

Fazit:
Auf jeden Fall war es wieder eine sehr schöne Messe mit lieben Freunden und neuen Bekannten. Die ganzen Erlebnisse müssen erst noch verdaut werden und werden uns bestimmt noch ein bisschen beschäftigen. Als nächstes ist jetzt erst einmal wieder Zykloopenhof-Reload im Tagesprogramm. Aber wir werden versuchen auch etwas zu trainieren, dass wir im Rahmen des EPFC (dem Paso Fino-Turnier in diesem Jahr!) in Hünfeld im Juni auch ein gutes Bild abgeben werden. Und ich wäre dankbar, wenn das restliche Jahr mit etwas weniger Drama abgehen könnte. Davon habe ich momentan echt genug! Und dem Suzuki-Mann in Neuss wünsche ich mindestens eine schlaflose Nacht  mit wirren Träumen von panischen Frauen in großen Autos und wilden Pferden an den Hals!

PS: Danke an alle Fotografen, deren Bilder ich „gemopst“ habe!

PPS: Ich habe ganz vergessen Thora zu erwähnen!!!! Thora hat uns nämlich auch besucht und wir haben sie „zwingen“ müssen sich mal auf Frau Sumpf zu setzen und ein paar Runden zu drehen. Deas Frauchen hatte Diosa ja noch nie live gesehen – aber es waren ganz viele „Ah!“-Das-kommt-mir-bekannt-vor-Momente dabei 🙂 Die beiden Schecktiere sind sich doch ähnlich! Wir sehen uns bestimmt im Sommer noch einmal mit beiden Ponys zusammen – dann freue ich mich schon auf Mutter-Kind-Bilder! Und darauf Deas Fortschritte live zu erleben!

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