Del Cavador

Smart Ride?

Kurs mit John Pelaez in Flieden

14.06. bis 16.06.2019:

Mit großer Vorfreude haben wir auf diesen Termin gefiebert. Nachdem ich vor zwei Jahren schon so begeistert von John als Fino-Trainer war, habe ich mich sehr gefreut, dass er wieder einem Deutschland-Besuch zugestimmt hat. Britta Mülle hat wieder einen Kurs mit ihm im schönen Fliedetal organisiert – trotz Turnier-Vorbereitungsstress (Denkt daran: nächstes Wochenende ist EPFC Paso Fino Turnier in Fulda/Eichenzell!) und Umzugsstress. Vielen, vielen Dank dafür Britta und Gerd! Es ist so schön, dass Du uns immer wieder solche Kurse ermöglichst!

Dieses Mal durften Jacinto und das Drachenpony also jeweils einen vollen Kurs bei John nehmen. Gerade mit Jacinto habe ich immer noch sehr große Probleme mit dem Tölt – momentan verunsichert mich seine Gangmechanik einfach wahnsinnig. Und das Drachenpony ist sowieso eine Neverending Story … vor dem Kurs war sie so richtig angepisst und unmotiviert. Beste Voraussetzungen also! 

Und ich wurde nicht enttäuscht: John Pelaez hat eine tolle Art mit den Pferden. Er macht einfach – komplett ruhig und unerschütterlich. Er straft die Pferde nicht, was ich super finde. Gerade bei meinem USA-Import ist mir das sehr wichtig. Er ignoriert einfach Fehler weg und macht es einfach besser. Keine Ahnung – jedenfalls war das Drachenpony von Anfang an sehr kooperativ und motiviert. Fast schon ein bisschen verliebt. Sie hat sich sofort von John reiten lassen – locker und lässig – Hops- und Renn-Ansätze wurden einfach weg ignoriert und sie lief richtig, richtig gut! Abschnauben im Tölt am Sonntag – kein Problem! 

Jetzt heißt es das Gesehene und Gelernte umzusetzen und richtig nach zu machen. 

Fresspausen sind total wichtig! – Foto: privat

Wir haben etwas am Equipment geändert. Beide Ponys liefen sehr gut mit einer speziellen Hackamore – Danke an Barbara fürs ausleihen! Sie hilft mir und den Ponys einfach eine andere Balance und eine leicht höhere Kopfhaltung zu finden, um den Ponys (oder mir?) den Tölt zu erleichtern. Das Ding ist bestellt und unterwegs. Vielleicht hilft es mir mit Jacinto eine gewisse Sicherheit zu finden. Das würde mich sehr freuen. Natürlich ist ein Wechsel auf eine andere Zäumung kein Allheilmittel und ich möchte damit auch nicht sagen, dass nur durch das Ding alles besser wird. Aber wenn es hilft, kann eine gewisse Zeit mit einem Hilfsmittel die Arbeit für Reiter und Pferd vereinfachen und Dinge verständlicher machen. Vielleicht hilft es auch einfach meiner Psyche? Man weiß es nicht. Reiten ist eine Wissenschaft für sich und diese Paso Finos sind noch mal eine Wissenschaft für sich. Und die Psyche spielt eine große Rolle. Schließlich kann man so ein Pferd schon mit einer Blickrichtung lenken, da spielt der Kopf garantiert auch sehr mit. Ich hoffe ich bekomme mein Kopf-Problem bis nächstes Wochenende einigermaßen gebacken – aber das dürfte wohl Utopie sein. 

Voll professionell angebundener Zwerg, glaubt er bekommt Essen – Foto: privat

Jedenfalls hat mir John wieder sehr viel Zuversicht gegeben. Und das alleine ändert schon vieles. Er hat demonstriert, dass das Drachenpony ja eigentlich auch unter dem Sattel ein smartes Pony ist und dass wir das irgendwann schaffen werden. Das gibt mir enorm viel Auftrieb! Sie braucht Sicherheit und ich brauche Sicherheit. Eigentlich ganz einfach. Wobei er auch gemeint hat, dass sie sich seit dem letzten Kurs verbessert hat. Damals war das so wie jetzt noch nicht möglich gewesen. Meine Arbeit mit den ganz losen Zügeln und den Ausritten am komplett hingegebenen Zügel waren gute Vorarbeit. Eigentlich hatte ich ja schon komplett aufgegeben, dass das jemals noch was wird mit uns beiden. Was in dem Moment vielleicht auch gut war. Jetzt brauchen wir wieder mehr Zügel-Kontakt und da konnte John mir helfen.

Ich bin wieder sehr begeistert vom gesamten Kurs und hoffe John kommt auch nächstes Jahr wieder! Da arbeiten wir dann hoffentlich mit Resi an mehreren kompletten Reithallen-Runden und Feinheiten und nicht nur an kleinen Zirkeln! 

Darf ich vorstellen: Der wahre Chef des Hofes – sieht man gleich am Blick oder?! – Foto: Selfie mit harten Falten

Apropos Reithalle: Wir waren sehr begeistert vom neuen Reithallenboden (der Boden auch von uns – es finden sich immer noch Reste an meinen Stiefeln … *hust*) — überhaupt tut sich einiges im Fliedetal. Wir durften die neuen Besitzer kennen lernen und waren sofort begeistert. Franzi und Andreas werden sehr würdige Nachfolger für den Hof. Und das sage ich nicht nur, weil Franzi auch einen besonderen Schecken besitzt und ganz viele gerettete Hühner, die jetzt im eigenen „Offenstall“ ihren Lebensabend genießen dürfen. Was übrigens ungeheuer beruhigend ist, wenn man denen zuschaut wie sie einfach herum laufen. Wir freuen uns auf weitere Kurse im Fliedetal und auf weitere schöne Tage dort.

Wie immer hatten wir eine ganz tolle Truppe an Kursteilnehmern (und einen tollen Erick, der uns wieder zauberhaft lecker bekocht hat!) – wir haben ganz viele neue Leute kennen gelernt und hatten einfach ein ganz tolles Wochenende! 

PS: Die Motivation des Drachenponys hält auch bereits mehrere Tage nach dem Kurs noch an – ich bin hart begeistert und hochmotiviert. Wir arbeiten in kurzen, sehr guten Einheiten, heute auch mehrfach am Tag (an den meisten anderen Tagen kommt mir da leider mein Job dazwischen ….). 

Charakterstudien – Drachenpony?

Nachdem Ihr meine Ponys ja überwiegend durch Geschichten kennt oder auf Bildern seht – und Bilder sind immer Momentaufnahmen, die selten den Charakter eines Pferdes komplett beschreiben – dachte ich mir ich stelle Euch einfach mal Stück für Stück meine Ponys und Ihre Eigenheiten vor.

La Respuesta de los Angeles, so lautet „Resis“ kompletter Name, wurde 2012 mein Pony. Ich kannte sie schon seit sie nach Deutschland gekommen ist und nach dem Tod von meinem Nachwuchspony Dimera (Diosas erster Tochter) zog Resi im Sommer bei mir ein. Sie ist und bleibt ein Projekt-Pferd. Eine „gute“ USA-Erziehung und eingefahrene Verhaltensmuster machen es nicht immer leicht mit ihr. Aber sie hat so einen tollen Charakter und in ganz langsamen Schritten taut sie auf und manchmal zeigt sie was für ein tolles Pferd sie sein könnte, wenn sie sich nicht selber so im Weg stehen würde. Der Spitzname „Drachenpony“ kam mit ihrer schicken zackigen Kurzhaar-Frisur. Der Name ist übrigens auch Programm! Irgendwann färbe ich die Zacken mal Feuerrot!

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Perfekter Drachenponymoment 2017 – Foto: Yvi Tschischka PS: Das perfekte Beispiel, was Fotos ausmachen können. Was wie eine fluffige Galopp-Pirouette aussieht, ist eigentlich der Beginn von einer Resi-Typischen-Hopps-Salve 🙂 Aber ich liebe das Foto!

 

15 Dinge über Resi:

♠ Das Drachenpony hat die Fähigkeit sich ganz langsam über das Paddock zu bewegen. Fast zeitlupenartig, wie Katzen, die sich unauffällig anschleichen. Wenn man sich dann wegdreht und kurz danach wieder hinguckt ist sie auf einmal weg. Ist es Zauberei?

♠ Das Drachenpony leidet extrem wenn sie geimpft wurde oder ein Weh-Wehchen hat – aber nur so lange jemand hinsieht.

 

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Schmusedrachenpony weil Bauchweh – 23.12.2017 – Foto: Yvi

♠ Das Drachenpony verteidigt ihr Essen inzwischen sehr vehement. Da wird sie echt zum Drachen!

♠ Das Drachenpony neigt dazu sehr barocke Formen auszubilden. Aber sie ist NICHT FETT!

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Sie ist NICHT FETT!!!! – 2012 – Foto: Yvi Tschischka

 

♠ Das Drachenpony bleibt auch alleine zuverlässig in irgendwelchen Boxen stehen. Sie liebt es eine eigene Box zu haben. Aber nur, wenn da auch was zu Essen drin ist.

♠ Das Drachenpony neigt zu komischen Pusteln, riesengroßen Hautschuppen, komischen Schubberstellen und seltsamen Schwellungen an ihrem Körper. Vor allem, wenn sie sich nicht genügend beachtet fühlt. 

♠ Das Drachenpony mag keinen ekeligen Winter-Regen. Aber das mögen alle drei Ponys nicht. Da bricht dann doch das Südländische Erbe durch.

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Wildes Drachenpony! – Foto: Anne Moorbrink 2017

♠ Das Drachenpony hasst Sattelgurte. Da wird sie zum Schni-Schna-Schnappi!

♠ Das Drachenpony hasst es, wenn man ihre Ohren anfasst. 

♠ Das Drachenpony reagiert sehr extrem, wenn man die Zügel annimmt und schneller reiten möchte. 

♠ Das Drachenpony hasst es wie die Pest, wenn man auf Ihr drauf sitzt und mit komischen Dingen hantiert. Da reicht auch manchmal schon, wenn man nur ein Blatt Papier auffaltet.

♠ Das Drachenpony hat Momente, an dem sie Kuscheln kommt und Tage, an dem sie einen mit Blicken tötet. Das kann minütlich wechseln. 

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Das Drachenpony ist skeptisch 2017 – Foto: privat

♠ Das Drachenpony steht Bombensicher wenn sie steht. Auch wenn sie gerade irgendwie explodiert ist und wie eine Gestörte durch die Gegend gehopst ist.

♠ Das Drachenpony wäre gut im Poker. Sie starrt einen an und man weiß einfach nicht was sie will.

♠ Das Drachenpony ist außerordentlich vorbildlich im Handling. Wenn man sie wo hin stellt, bleibt sie da auch stehen. Das prädestiniert sie als perfektes Foto-Pony. Nur das mit dem Ohren vor wird manchmal schwierig.

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Drachenpony in Entspannt Hünxe 2017 – Foto: Yvi Tschischka

Charakterstudien – Frau Sumpf?

August 2018:

Nachdem Ihr meine Ponys ja überwiegend durch Geschichten kennt oder auf Bildern seht – und Bilder sind ja immer Momentaufnahmen, die selten den Charakter eines Pferdes komplett beschreiben – dachte ich mir, ich stelle Euch einfach mal Stück für Stück meine Ponys und Ihre Eigenheiten vor.

Nummer Zwei in meiner lustigen Pony-Sammlung ist Diosa „Frau Sumpf“ – wobei sie natürlich glaubt, sie ist immer die Nummer Eins. Etwas Anderes kommt natürlich gar nicht in Frage. Das beschreibt auch schon mal sehr schön ihren Charakter. Sie ist die Königin schlechthin. Sie herrscht großzügig und lässt sich bedienen. Aber wenn man ihre Zustimmung erlangt hat, dann macht sie auch ganz viel, um einem zu gefallen. Diosa und ich sind seit 13 Jahren ein Team. Vor sechs Jahren benötigte ich dringend Unterstützung für Frau Sumpfs Größenwahn und seitdem ist auch Yvi ihre Betreuerin – äh … Sklavin meine ich natürlich.

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Diosa schläft auch sehr gerne – man darf ihr dabei huldigen. Das Foto stammt von 2010 – da waren wir beide noch jung! – Foto: privat

20 Harte Fakten über Diosa:

  • Diosa ist die unangefochtene Herrscherin über Ihre Herde. Sie beherrscht diese per Gedankenübertragung. Gewalt ist von ihr aus nur im Notfall nötig. Sie herrscht einfach. 
  • Diosa ist fähig andere Pferde für ihre Zwecke zu Manipulieren. Es ist erstaunlich. 

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Frau Sumpf 2012 bei der Erziehung Ihrer ersten Tochter – Man weiß nicht genau, was sie ihr da beibringen will. Aber man weiß ja wie sehr Kinder nerven können 🙂 – Foto: privat

  • Diosa ist eine Rampensau. Sie liebt es im Mittelpunkt zu stehen und sie fordert es auch ein!
  • Panik oder Angst in Menschenmengen? – Nicht mit Frau Sumpf. Sie weiß, wie man mit Huldigungen umzugehen hat.

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Diosa in Reken IDMG 2010, Foto U. Neddens

  • Diosa sieht man ihre Stimmung immer sehr deutlich in ihrem Gesicht an.
  • Diosa röhrt wie ein Hengst. Sie wurde schon mehrfach verwechselt. 
  • Diosa muss man davon überzeugen, dass es Ihre Idee war, dann tut sie Alles für einen.
  • Diosa ist ein sehr zuverlässiges Reitpferd, wenn man ein Handpferd dabei hat. Da wird nicht gedrängelt und überholt. Frau Sumpf regelt das schon. Natürlich ist sie auch ohne Handpferd ein zuverlässiges Pony!

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Ausritt zu dritt – die Rasselbande (Dimera, Diosa und Jacinto 2009) – Foto: privat – Übrigens an diesem Platz steht heute das Roundpen!

  • Diosa wälzt sich nicht nach dem Waschen, sie schubbert sich im 45° Winkel an der Wand entlang. Wahlweise an anderen Ponys. Aber keine Erde! 
  • Diosa schläft zur Not auch auf Betonflächen, nur um ihr Frühstück nicht zu verpassen! Prioritäten setzen ist Alles!
  • Wenn Diosa sehr kuschelig drauf ist, muss man genau nachsehen. Es könnte sein, dass sie dann Krank ist.
  • Diosa ist ein Clown. Sie liebt es ihre Kunststückchen vorzuführen, um Belohnungen abzustauben. 
  • Diosa lernt sehr gerne Kunststückchen – sie mag Bodenarbeit und Freiarbeit mit Yvi – das ist nämlich nicht so anstrengend wie „richtige“ Reitgymnastik oder anstrengende Dressurarbeit. Bäh!

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Diosa und Yvi Winter 2017/2018 – Foto: privat

  • Diosa hat eine Hängelippe, wenn sie sich wohl fühlt. 
  • Diosa ist ein perfektes Trailpony! Sie ist mutig, unerschrocken und schlappt auf alles Drauf! Teppich liebt sie. Die Wippe ebenso!

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Perfekter Schwerer Trail in Aegidienberg 2013 – Da sind Yvi und Diosa auch Deutscher Meister geworden! – Foto: privat

  • Diosa hatte bisher drei Fohlen. Eine dunkelbraune Stute, eine gescheckte Stute und ein fuchsfalbenes Goldprämien-Hengstfohlen. Sie vererbt also ihren Scheckung nicht dominant weiter.  Dafür aber deutlich ihren Charakter!

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Diosa und Diego – März 2018 – Foto: Annika M.

  • Diosa liebt es den Popo gekratzt zu bekommen. Man merkt sofort, wenn sie möchte, dass man das für sie tut. Auch wenn man ganz schwer von Begriff ist.

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Frau Sumpf hat in Hannover ein Opfer gefunden, dass ihr den Popo kratzt. – Foto: Yvi

  • Warum sie den Namen „Frau Sumpf“ hat, bleibt ein Geheimnis. Es hat jedenfalls nicht mit einer Affinität zu Matsch zu tun. Frau Sumpf ist nämlich eigentlich sehr reinlich.
  • Frau Sumpf liebt Bananen. Und ihre Kraftfutter-Portionen. Überhaupt liebt sie Essen!
  • Frau Sumpf kommentiert gerne Alles und Jeden. Sie ist sehr kommunikativ.

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Diosa im Februar 2017 – Ein Clown! – Foto: Yvi Tschischka

 

Genießen in Gießen?

Reitsportmesse Rhein Main in Gießen

07.-09.09.2018

Ein interessantes Wochenende liegt hinter uns – aber wo fange ich an zu erzählen? Am Besten am Anfang, Freitag früh morgens 🙂 Es ist noch dunkel. Jacinto guckt mich und das Halfter an und denkt sich wahrscheinlich: „WTF?“, läuft aber trotzdem brav mit und lässt sich verladen, so dass Yvi und ich um 6 Uhr morgens bereits on the Road to Gießen sind. Zwei stockende Verkehre und ein paar Baustellen später sind wir noch vor Messebeginn in Gießen und damit auf der Reitsportmesse Rhein Main angekommen. Von den freundlichen Einweisern werden wir auf unsere Parkplätze geschickt und orientieren uns erst mal. 

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Hängerfahr-Zwerg – Foto: privat

Wichtige Dinge sind immer: Ponys gut versorgt? Yupp, Perfekt, in den bereits bekannten Turnier-Zelten mit Fenster nach draußen. Wo ist unser Stand? Wir haben im „Vereinsdorf“ ein Stehtischchen mit zwei Stühlen, netten Kollegen drum herum und Platz für zwei Aufsteller. Wo ist der beste Kaffee-Stand? Ums Eck, direkt neben dem WC, also optimal. Mit frisch gemahlenem Siebdruck-Kaffee, frischem Milchschaum und tollen Sirupsorten zur Auswahl. Wo treten wir auf? Im Louven-Ring, der Weg dorthin ist ganz einfach. Wo sind unsere lustigen Messe-Kollegen mit ihren Ständen? Gut gebündelt und bereit die Sache zu rocken! Hotel? Direkt gegenüber dem Messe-Gelände. Tragischer Weise trennt uns ein unüberwindbarer Zaun. Was echt leichtes Ost-Mauer-Feeling erahnen lässt. Es ist so nah, und dennoch unüberwindbar …. wir müssen trotzdem außen ums Gelände herum fahren, können aber vom Zimmer-Fenster aus die Boxen sehen. 

Unsere Mission? Wir sind im Rahmen der Paso Fino Association Europe auf der Messe vertreten, die erstmalig in Gießen stattfindet und dürfen unsere vier Pferde täglich im Show-Programm vorstellen. Mit dabei sind die Paso Finos „Anastacia“(geritten von Kira, Johanna und Stan), „Martina“ (mit Jürgen), „Camino“ (mit Terra und Anja) und „Jacinto“ (mit mir), begleitet von dem besten Fuß-Volk, was man sich wünschen kann: Britta (auch als Sprecherin am Ring), Yvi und Gerd. Dabei sind Anja und Kira Ihr erstes Messe-Debüt geritten – und haben das wirklich toll gemacht.

Wir hatten insgesamt sehr gute Resonanz, aber auch teilweise in ungläubige Gesichter geblickt. Teilweise ist der „Tölt“ und der Paso Fino immer noch eine echte Fremdsprache im normalen Pferdegeschehen. Von daher lohnt es sich weiter an der Integration dran zu bleiben und diese „komisch laufenden Pferde“ weiter vorzustellen. Die Mission: Irgendwann kennen alle diese Paso Finos! Oder erkennen zumindest töltende Pferde nicht als „unnatürlich“ an 🙂

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Barrida im Louven-Ring – Foto: privat

Die Messe fand an drei Tagen statt und bestand aus 9.000 qm Messe-Gelände, verteilt auf sieben Hallen, drei Auftrittsringen, dabei einer extra für ein Extreme Trail Turnier. Es wurden über 20.000 Besucher erwartet. Wir hatten mit unserem kleinen Stand trotzdem einen guten Platz – und genug Raum um ein Schwätzchen zu halten, Bekannte zu treffen, neue Leute kennen zu lernen und Interessierten den Paso Fino näher zu bringen. Was wir auch mit ein paar tollen Gesprächen getan haben. Nebenbei haben wir uns mit unseren Standnachbarn angefreundet. Vor allem mit den lustigen Leuten vom Kosmetik-Stand von schräg gegenüber und vom LAG-Stand neben dran. Wir haben Süßigkeiten gegen Hand-Behandlungen ausgetauscht und hatten die ganze Messe über topp gepflegte Hände! 

Ansonsten muss ich sagen ist die Messe groß genug, um nicht langweilig zu werden und auch einiges zu beinhalten, was man die ganzen drei Tage lang entdecken kann. Aber doch nicht zu groß, um unübersichtlich zu werden. Man hat den großen Louven-Ring mit durchgängig Show, einen kleineren Ring draußen mit ganztägigen Vorführungen, eine Ecke mit Vorträgen über den ganzen Tag verteilt und den Extrem-Trail-Parcours mit Vorführung und Turnier. Also gut was zu gucken und zu hören, neben dem shoppen. „Shoppen“ waren wir übrigens auch, ein dickes Dankeschön an Filogran mit der großen Farbauswahl an Knotenhalftern (da fällt es ganz schön schwer sich zu entscheiden), Soulhorse (Jasmin, dieses pinke Ungetüm wird meine neue Tack-Transport-Tasche! Und scheiß auf Seriosität – da bin ich jetzt endgültig zu alt für … :-)), dem Equiteam (das Federleicht lässt grüßen! – Danke Saskia!).

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Komplett weg, diese Seriosität …. Pony Vuitton-Tasche von Soulhorse, pink, aber praktisch 🙂 – Foto: privat

Die nette Frau vom Balios-Futter-Stand hat für Jacintos Schlabber-Mahlzeiten gesorgt. Lookri Reithosen haben mich mit einer neuen Winter-Softshell-Reithose in einem grandiosen dunklen Türkis verführt. Ich bin echt so anfällig für diese Reithosen! Und Jennifer vom BEMER-Stand hat Jacinto und mir am Sonntag eine Runde Bemern zuteil werden lassen. Ich bin zwar immer noch unschlüssig, ob ich etwas gemerkt habe und ob es geholfen hat, aber Jacinto hat zumindest die Behandlung über sehr entspannt verbracht. 

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Jacinto lässt sich Weg-„Bemern“ …. – Foto: privat

Apropos entspannt: Jacinto war auf der Fahrt, im Stallzelt und draußen immer sehr vorbildlich unterwegs. Sehr entspannt, alles cool. Nur im Auftritt war kein (oder selten) Schritt möglich. Da hat er sich doch zu sehr aufgeregt. Ich hatte fast einen Classic Fino dabei … aber er kam aus dem Ring raus und war sofort im Entspannt-Modus. Verstehe einer dieses Pony!? Seine Tages-Highlights waren die Mahlzeiten (immer schön schlabbrig, da steht er total drauf – und so bringt man noch extra-Flüssigkeit ins Pony) und die große Heu-Portion, die er für sich alleine hatte.  

Sehr kurios war nur die Abreisesituation. Am Sonntag war dann hinter den Kulissen voll in das Aufbruchs-Chaos am Stallzelt gekommen. Wir hatten zwar einen guten Parkplatz, waren aber komplett eingeparkt mit unserem Hänger, so dass wir uns schon auf eine mega-lange Wartezeit eingestellt haben. Aber das fixe Messe-Team hat tatsächlich gemerkt, dass wir da so leicht ramdösig mit dem Gespann festsaßen und haben uns da raus geholt. Sie wollten zwar, dass ich noch rückwärts einparke, aber Jacinto war dann innerhalb von zehn Sekunden verladen und gesichert und wir konnten los düsen. Alles andere hätte mindestens fünfmal so lange gedauert 🙂 Topp-Team muss ich sagen! Die Helfer waren sowieso immer sehr freundlich und hilfsbereit. Das beruhigt ungemein. Letztendlich kamen wir dann mit der Dunkelheit zu Hause an und so konnte ich den Zwerg glücklich in seine Herde zurück entlassen. 

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Vor dem Auftritt 🙂 – Foto: privat

Auf jeden Fall eine sehr schöne Messe mit einem tollen Team, die es sich lohnt zu entdecken. Wir hatten vier Auftritte, die auch schön geklappt haben und hoffen ein paar mehr Reitern/Menschen/Interessierten die Paso Finos gut Vorstellen zu können. Vielen Dank an Britta Mülle als Sprecherin und für die ganze Messe-Orga 🙂 Gießen ist übrigens auch für Nicht-Reiter eine sehr interessante Stadt, also kann man den nächsten Messe-Besuch auch gut mit einer kleinen Stadt-Erkundigung koppeln. Jetzt geht es für uns aber erst einmal etwas entspannter weiter.    

PS: dieser Blog-Beitrag beinhaltet Werbung, weil Marken-Nennung und Verlinkung ….

Drachenpony-Flashback?

Kurs mit Cary Hardiman

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Heide-Fund in Hessen – Es gibt sie dieses Jahr doch! – Foto: privat (und überbelichtet)

31.08. – 02.09.2018

An diesem Wochenende waren wir einmal mehr im schönen Flieden bei Britta und Gerd Mülle (Paso Finos im Fliedetal). Dort fand nämlich erstmalig ein Kurs mit dem USA-Trainer Cary Hardiman statt. Nachdem er schon ein paar Mal in Deutschland war und alle Teilnehmer sehr begeistert waren, dachte ich mir: „Schadet ja nicht. Probierste einfach mal aus“. Input ist ja immer gut.
Gesagt getan. Nachdem das Drachenpony schon länger nicht mehr unterwegs war und wir gerade für sie gute Ideen gebrauchen können, haben wir sie mitgenommen. Nachdem noch ein Platz im Hänger frei war haben wir kurzerhand auch noch Cadi und Desi mitgenommen. Für Desi war es der erste Kurs mit einem USA Fino-Trainer und die beiden haben das richtig toll zusammen gemacht!

Cadi und Resi sind seit dem Wochenende also allerbeste Freundinnen. Unglaublich, wie die beiden, die sonst nichts miteinander zu tun haben wollen, auf einmal aneinander geklebt haben. Hänger fahren verbindet.

Wie schon gewohnt fand der perfekt organisierte Kurs in familiärer Atmosphäre am Hof von Britta und Gerd statt. Vielen Dank an Euch, dass Ihr Euch immer wieder die Mühe macht, Kurse zu organisieren und uns daran teilhaben zu lassen! Es war wirklich sehr schön bei Euch und wir haben Eure Gastfreundschaft wieder sehr genossen.

Yvi hat natürlich die Kamera dabei gehabt und es entstanden ein paar tolle Bilder bei den drei Shootings. Unter anderem auch von den beiden Sello-Fohlen am Hof von Johanna und Stan Paul, also von Diegos Halbbrüdern. Ich bin spontan in einen von beiden verliebt 🙂

Aber hier wird nicht geträumt, zurück zum Kurs und der Realität!
Cary trainiert seit mehr als zwanzig Jahren Paso Finos und andere Pferde (auch Mustangs, die ja sehr straight in ihren Entscheidungen sein können, wie wir erfahren haben). Speziell interessant fand ich die Mischung, die er uns zu vermitteln versucht. Es ist eine Mischung aus Biomechanischen Ansätzen, klassischen Paso-Fino-Elementen und aber auch den alten französischen Reitmeistern. Also so ganz grob – und ganz und gar nicht professionell von mir zusammengefasst. Das Ganze mit einer Ruhe und natürlichen Autorität, die mich sehr beeindruckt hat.

Wir hatten ganz unterschiedliche Pferde am Start – darunter auch zwei „Gelbe“ – Toni und Cid mit Anna und Nico aus dem Erzgebirge. Mit Nico und Co. hat man übrigens immer eine gute Zeit :-), Cadi, das Drachenpony und drei Fliedener Finos, alle Finos mit jeweils ganz unterschiedlichen (oder doch nicht immer so unterschiedlichen) Problemen. Auf jeden Fall konnte man auch beim Zusehen bei den anderen Teilnehmern viel mitnehmen. Vor allem viel Englisch … es ist ganz schön anstrengend für mich, den ganzen Tag Englisch verstehen zu müssen. Mein Englisch ist echt viel zu schlecht. Daran sollte ich wohl dringend arbeiten! Aber Britta hat wunderbar für uns übersetzt. Wir konnten Cary auch jederzeit unterbrechen und Fragen stellen. Und er hat sich richtig gute Gedanken über die verschiedenen Pferde gemacht.

Am Samstag war ich noch nicht ganz so überzeugt, er konnte mir mit dem Drachenpony zwar gute Ansätze vermitteln und Ideen präsentieren, aber irgendwie war ich frustriert. Nichts, was sich nicht mit einem Ausritt ins schöne Waldgelände wieder richten lässt, aber richtig überzeugt war ich dann erst am Sonntag, als er über Nacht noch mal neue Ideen ausgebrütet hat. Mir war der Samstag etwas zu „Traditionell“ in seinen Ideen. Er hat mir auch klipp und klar gesagt, dass das Drachenpony ein echtes Projekt ist und dass das wahrscheinlich nie was werden wird, weil die Probleme einfach zu tief verwurzelt sind. Das wusste ich schon, aber es von einem USA-Trainer zu hören finde ich sehr beeindruckend.

Cary überlegt sich Dinge, die einem auch als eine Art Hausaufgaben weiterbringen sollen. Er hat sich auch Yvis Bodenarbeit mit Resi angesehen und daraus Ideen gebastelt. Ich bin gespannt, wie wir seine Ideen umsetzen können. Prima finde ich übrigens auch, dass Stan Paul auch immer interessiert beim Drachenpony zusieht. So habe ich in ihm auch noch einmal eine Basis, die unsere Probleme aktiv begleitet und uns helfen kann, wenn gar nichts mehr geht. Das Pony deprimiert mich schon sehr oft, aber sie ist auf der anderen Seite einfach ein so tolles Pony, dass so fein und mutig reagiert. Übrigens wurde ihr Schweif manipuliert in USA, was uns nochmal kräftig hat schlucken lassen. Da kam noch einmal viel Grübelei über Resis Vergangenheit in ihrer Jugend hoch.

Was ich gut nachvollziehen kann, ist auch die Art der Reiterei, die Cary demonstriert. Es geht sehr viel um Schulterkontrolle, Hinterhandkontrolle, Biegung, Stellung und Übungen, die dem Pferd erleichtern sollen, einfach das zu tun, was wir von ihm wollen. Es erinnerte mich sehr stark auch an die Kurse von Stephan Vierhaus (nur in Fino sozusagen … also in schnell :-)) Von daher bin ich sehr glücklich mir diese Kurse ausgesucht zu haben, weil sie sozusagen so perfekt aufeinander abgestimmt waren (unbeabsichtigt). Aber auch ein blindes Huhn findet mal die richtige Richtung!

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Cary in Gait mit entspanntem Drachenpony in einer richtig guten Trainings-Einheit! – Foto: privat

Jedenfalls hatten wir ein tolles Wochenende mit ganz tollen Menschen und endlich mal angenehmen Temperaturen, an denen man mal wieder statt zu schwitzen endlich Schokodrink schlürfen konnte und langärmlige Klamotten tragen konnte. Ich mag den Spätsommer/Herbst. Und ich mag gute Kurse mit netten Menschen und gutem Input!
Aber jetzt wird erst einmal über den Winter geübt und alle Ideen von allen meinen „Reitlehrern“ werden weiter vertieft!

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Die Freiheitsstatue steht übrigens in Hessen – ist klar ne… – Foto: privat aus dem Auto raus 🙂

Stephan, Sergio und Steppe?

03. bis 06.08.2018:

 

Gaited Working Equitation Hausturnier bei Gangpferde Vierhaus

 

Letztes Wochenende waren wir in Hünxe zu Gast, ein Termin, auf den wir uns lange gefreut haben, denn es hieß wieder Hausturnier bei Familie Vierhaus mit Working Equitation – für Dreigänger und für Gangpferde! Leider war das Wetter viel zu schön – wir sind bei teilweise bis zu 36° C unterwegs gewesen! Nachdem wir einen langen Anreiseweg hatten, sind wir bereits am Freitag Morgen losgefahren. Gut angekommen bezogen unsere Ponys zwei schattige Paddock-Boxen und konnten sich erst einmal akklimatisieren, während wir unser Hotel aufgesucht haben. Mein erster Schock dort beim Hinfahren: Flachdach! Hitze pur! Aber es entpuppte sich als schnuckeliges Hof-Hotel mit schönen Zimmern, die quasi im Keller gelegen sind, aber in einen tollen Innenhof hinaus gehen, so dass man Abends schön dort sitzen konnte und die Hitze nicht ganz so schlimm war.

Perfekte Unterkunft für Ponymann und Zwerg – Foto: privat

Erleichtert sind wir erst mal Foto-Lokation für Yvi suchen gegangen. Eigentlich gibt es nämlich ein paar Heideflächen in der Umgebung von Wesel, der Traum war, die Ponys dann noch schön in der Heide zu fotografieren. Aber totale Fehlanzeige: Überall verbranntes Land! Alles gelb und vertrocknet, aber überall tolle Sandwege! Seit 1. Mai kein Regen mehr! Wir haben eine einzige Erika-Pflanze gefunden, die leicht lila geschimmert hat. Soviel also zur diesjährigen Heideblüte.

Heideblüte 2018 … oder: Verbranntes Land! – Foto: privat

Abends trafen wir dann noch auf Thora und Fabian, die mit Dea del Cavador ihren ersten Turnierstart in Angriff genommen haben. Dea ist das zweite Kind von meiner Diosa – und es hat mich total gefreut sie wieder zu sehen! Auch der Zwerg hat sie als „kenn ich“ eingestuft, als wir zusammen Abends noch ein bisschen die Ponys bewegt haben.

Jacinto und Dea – erster Kontakt nach 5 1/2 Jahren – Foto: Yvis Handy

Zu unserer Freunde hatte das Hotel den Flyer eines Pizza-Dienstes ausgelegt, und so war klar, was es Abends noch zu Essen geben sollte. Sehr zum „Leidwesen“ des netten Pizza-Teams sind wir also Abend für Abend dort eingefallen und hatten lustige Pizza-Hohl-Gespräche mit Sven und Sergio, die uns Knalltüten glaube ich schon ein bisschen vermissen werden. Dabei bin ich auch dieses Jahr einmal geblitzt worden – ich bin schon gespannt auf das Fahndungs-Foto – es entstand während eines abklingenden Lachflash im Auto. Jedenfalls habe ich die guten Kochkünste der Jungs schon diese Woche vermisst – meine Hüften allerdings nicht 🙂

Das Turnier selber fand Samstag bis Sonntag statt. Es waren drei Prüfungspakete ausgeschrieben: Working Equitation für Dreigänger WA-Angelegt, mit Dressur WA Nr. 1 WED Reglement (für alle, die es genau wissen wollen :-)), eine Dreigang Prüfung und dem Stil-Trail – und für die Gangpferde jeweils Leicht und Mittel mit der IGV-Rittigkeitsprüfung Leicht und Mittel (Tölt), einer einfachen Töltprüfung und einem Stil-Trail. Und das Tolle, dieses Jahr hatten wir sozusagen in jedem Paket ein Pferd am Start!

Dea war mit ihrem ersten Turnierstart in der WE Leicht unterwegs und hat das Ding so was von cool durchgezogen. Sie kommt da ganz nach ihrer Mutter – Aufregung ist ihr völlig fremd. Neuer Platz zum Reiten? Egal. Trail? Na und? So eine gechillte Socke! Sie hat es richtig toll durchgezogen und konnte sich in der Gesamtwertung einen sensationellen zweiten Platz holen! Ich bin stolz wie Bolle! Dea am Turnier laufen zu sehen war sehr emotional für mich. Ich habe mir so gefreut! Die beiden (oder die drei besser gesagt) sind einfach ein tolles Team!

Dea del Cavador in der einfachen Töltprüfung – Foto: Yvi Tschischka

Jacinto und ich sind in der Mittleren WE gestartet. Unsere Dressur war deutlich besser wie die in Rothsee neulich. Jacinto hat aufgepasst, keine Übungen vorweg genommen und war bis auf ein paar seltsame Momente, in denen er in die Ferne gestarrt hat bei mir. Leider kam er etwas tief und seine Gangbild war sehr lateral und er hatte typische Tribulierer drin – aber insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dem Ritt. Wir haben eine 5,46 bekommen. Ich habe mich aber Platzierungsmäßig immer auf den hinteren Plätzen bewegt, was egal war – gefühlt war das bisher die beste Dressur in dieser Saison.

Zwerg und ich in der einfachen Töltprüfung – man sieht auch gar nicht, dass es mir in meiner gefütterten Softshell-Reithose zu warm ist 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

In der einfachen Töltprüfung war es sehr müde, hat aber trotzdem tapfer durchgehalten. Dafür hat er dort eine neue Freundin gefunden – Mia Luna de la Noche von Lena – an die hat er sich gehalten, weil er gedacht hat, das wäre der Ponymann, mit dem er ja hier war. Der Zwerg ist halt doch ein bisschen dappig was das Erkennen von Schecken betrifft. Er sieht ja auch in fast jedem Fuchs-Schecken seine Frau Sumpf. Das Kleben am mitgebrachten Kumpel hatten wir dieses Wochenende übrigens gut im Griff. Anscheinend ist der Ponymann dem Zwerg zu anstrengend, weil der immer spielen will. Jedenfalls konnte er gut alleine in der Box bleiben, bis auf etwas erbärmlich-hilfloses Schreien.

Den Trail hat Jacinto auch sehr schön gemeistert – natürlich bis auf das Tor und die Brücke – über die er ja gar nicht drüber gegangen ist. Dabei ist es so eine richtig schöne Brücke! Es ist ja nicht so, dass wir das erst super geübt haben beim Kurs mit Stephan bei uns neulich und dass er das zu Hause beides gut und ruhig gemacht hat. *seufz*
Dafür ist er dann am Montag nach kurzem gruseln ohne Sattel und nur mit Halfter geritten mehrmals über diese Brücke, ohne dass es ihm irgend etwas ausgemacht hätte. Ich liebe ihn trotzdem… Es ist halt der Zwerg.

War ja so klar …. Jacinto geht doch auf die Brücke – Foto: Yvi Handy

Im Dreigang WE hatten wir den Ponymann mit Lina am Start. Die beiden hatten ebenfalls ihren ersten Turnierstart gemeistert und Lina war quasi einfach von uns nach Hünxe mitgeschleift worden, damit der Zwerg nicht alleine so lange Hänger fahren musste. Vor der Dressur war sie Mega-Nervös, was sich dann aber während der Dressur wunderbar aufgelöst hat in ein Dauergrinsen. Perfekt. Auch die Dreigang lief perfekt – der kleine Mistkerl kann nämlich so toll laufen – bis er sich dann entschlossen hat ein bisschen durchzustarten. Anscheinend war ihm noch nicht warm genug. Das Durchstarten hat er dann auch beim Trail beschlossen – so dass Lina den Trail leider nicht fertig reiten wollte, aber sie kennt ihr Pferd am Besten und weiß, wann etwas keinen Sinn mehr macht. Auf jeden Fall hat das dem Ponymann am Montag eine spontane Übungsstunde mit Stephan auf der Trailwiese eingebracht.

Auf jeden Fall hatten wir wieder viel Spaß in Hünxe. Das Turnier war super organisiert, Ellen Vierhaus war dieses Jahr selber Richterin, Stephan Vierhaus natürlich der Sprecher, Wiebke hat während der Prüfungen Fotos gemacht. Die Pferdeunterbringung topp und alle Helfer sind sowieso immer hilfsbereit und freundlich – man muss sich einfach wohlfühlen! Vielen Dank, dass Ihr Euch auch dieses Jahr wieder den Stress einer Turnier-Organisation angetan habt 🙂 Und wir hoffen, dass es bald genügend Regen gibt in Hünxe!

Bild von der Gesamtsiegerehrung – alles Schattenparker! 🙂 – Foto: Lena Schilling (Danke!)

Yvi war natürlich auch dabei – als beste Turnierbegleitung und als privater exklusiver Turnierfotograf. Das hat nicht jeder 🙂 – Yvi hat aber natürlich auch die Gunst der Stunde genutzt und hat zwei Foto-Shootings mit Wiebke und ihrem schönen Borneo gemacht – einmal im normalen Reitoutfit und einmal im Sommerkleid – jeweils in faszinierend zu beobachtender Freiarbeit und mit Halsring geritten. Es ist immer wieder toll Wiebke mit Borneo „arbeiten“ zu sehen. Mit wie viel Leichtigkeit und mit wie viel Begeisterung der Kerl bei ihr ist verursacht jedes Mal Gänsehaut-Feeling. Sonntag gab es noch ein weiteres schönes Halsring-Shooting mit Inga und ihrem bereits älteren Reitpony-Wallach Pikachu, ebenfalls super schön nur mit Halsring geritten. Da sind tolle Bilder entstanden! Dann gab es noch zwei kleine Shootings – Celine und ihre schicke Paint-Stute Nikki, die sich so über den Sieg in der Dreigang-Prüfung gefreut hat (und die tolle Signum-Pferdedecke abgestaubt hat :-)) und das Sieger-Shooting von Yvis gesponsertem Preis für das Turnier wurde auch gleich noch eingelöst.

Wiebke und Borneo – Schick oder? – Foto: Yvi Tschischka Equinephotography

Auf jeden Fall ein sehr schönes, lustiges, emotionales und heißes Wochenende – vielen Dank, an alle, die dabei waren und vor allem Danke an unsere tapferen Ponys, die so schön mitgemacht haben und ohne die vieles in unserem Leben nicht so intensiv wäre. So eine Reise ist schließlich auch Stress. Aber man kommt immer gestärkt und mit neuen Ideen und Erfahrungen wieder nach Hause. Und schon alleine deshalb lohnen sich Reisen.

Zu Hause angekommen hat uns dann übrigens Frau Sumpf die restliche Woche in Trab gehalten. Madame hat sich einen fetten Sonnenbrand an der Schulter geholt. Das kommt davon, wenn man nicht in den Schatten geht (der natürlich zu genüge vorhanden ist), sondern immer da rum lungert, von wo aus man am Besten die Futterstationen und die Menschen, die Füttern im Blick hat. Frau Sumpf muss dringend mal an ihren Prioritäten arbeiten! Aber das ist wieder eine andere Geschichte!

IDMG2017 – Zwei Finos wie Pech und Schwefel?

24.08. bis 27.08.2017

IDMG 2017 – Holzpferdekumpel – Lena Strothmann Photographie

Endlich war es wieder so weit: IDMG-Zeit! Auf dieses Turnier freuen wir uns jedes Jahr, weil es einfach Spaß macht mit so vielen verschiedenen Gangpferderassen und Gangpferdemenschen zusammen ein paar schöne Tage zu verbringen. Dieses Jahr kam noch der Bonus neue Lokation dazu. Yvi und ich waren nämlich noch nie in Birrekoven und schon ganz gespannt den Hof von Ingrid Pinnecke-Arenz in Alfter (Bonn) kennen zu lernen.

Um erst mal in Ruhe ankommen zu können und um selber die Gelegenheit zu haben die Umgebung zu erkunden sind Yvi und ich bereits Mittwochs angereist, obwohl erst Donnerstag Nachmittag unsere erste Prüfung stattfand. So ein Turnier ist für uns immer „Urlaub“ – also Zeit fern von zu Hause mit anderem Tagesablauf – weil für „richtigen“ Urlaub reicht es dann halt einfach nicht mehr. Und Urlaub ohne Pferde ist ja auch irgendwie kein richtiger Urlaub!

Wir sind also gut durchgekommen (Danke A3 – kein Stau! – Danke Marc-Uwe Kling und dem Känguru, welches uns unterwegs gut unterhalten hat). Die Ponys durften in ihre Turnierunterkunft einziehen. In der kleinen Reithalle waren großzügige Panel-Boxen aufgestellt und Jacinto und Diosa durften dort wohnen. Zu Essen gab es lecker Heulage, die vor allem Jacinto sehr gut geschmeckt hat. Ich glaube das war das erste Turnier, an dem er nichts abgenommen hat, sondern vielleicht sogar eher zugenommen hat. Auf jeden Fall haben sich die Ponys wohl gefühlt! Das ist die Hauptsache!
Positiv fand ich auch alle Helfer am Hof: Alle haben super mitgedacht und reibungslos für einen perfekten Ablauf des Turniers gesorgt.
Nachdem die Ponys betüddelt waren ging es für uns erst mal ins Hotel und die Gegend checken. Wir mögen es ja beide sehr gerne in der Fremde erst mal zum Einkaufen zu gehen und zu gucken, was es unterschiedliches gibt, oder wie andere EDEKAs* so aussehen. Und in NRW kann man bis 22 Uhr einkaufen gehen! Ding-Ding-Ding! Perfekt! Ich bin ja eher ein Spät-Mensch. Also Morgens machmal aktiv, aber Sozial-Kontakte sollte man mir erst später am Tag angedeihen lassen. Also ist Abends einkaufen perfekt für mich.

Am Abend sind wir noch eine Runde durch den Wald mit den Ponys gedreht und haben versucht eine Aussichtsplattform zu finden, um von Birrekoven aus über Bonn und den Rhein blicken zu können. Haben aber nichts entdeckt, außer schönem Wald und ganz viel Idylle.

Nirgends ist man sicher! – Foto: Privat

Der Donnerstag war dann erster Prüfungstag. Ganz gechillt erst am Nachmittag, so konnten wir schön den anderen Startern zusehen und uns der Aufnahme isotonischer Getränke** widmen und dabei in der Sonne herumhängen und mit Leuten quatschen. Zwischendurch sind wir noch unsere Dressur-Prüfungen geritten: Diosa und Yvi die Mittlere Rittigkeit und Jacinto und ich die Schwere Rittigkeit. Ja, Schwamm drüber … Frau Sumpf ist durch die Prüfung „gemöht“ *** und Herr Zwerg durch die Prüfung gehops-trallalat****. Aber wir wollten unbedingt bei der diesjährig erstmalig stattfindenden „Gaited Working Equitation“-Wertung mitmachen. Die besteht aus der Rittigkeit Mittel oder Schwer, dem Schweren Trail und einer Gangprüfung. Und ich finde die Idee Super, weil es einfach Spaß macht und die Vielseitigkeit der Pferde unter Beweis stellt. Und ich hoffe, dass diese Idee weiter ausgebaut wird. Zum Beispiel mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. An diesem ersten Versuch starteten jedenfalls 11 Teilnehmer – was dem Schweren Trail eine so hohe Starterzahl wie noch nie einbrachte 🙂 und eine Menge Spaß gemacht hat. Wir haben uns nämlich untereinander gut verstanden und hatten ziemlich viel Spaß auch abseits der Prüfungen.

Freitag und Samstag waren dann Vorentscheidungstage. Diosa und Yvi sind in der Naturtölt und in der Pleasure Gang gestartet. In der Pleasure konnte sie sich den Platz für das A-Finale sichern. Jacinto lief in der offenen einfachen Töltprüfung. Da haben wir es sogar in das A-Finale geschafft. Keine Ahnung wie, denn Jacinto fand den Boden vor und auf der Ovalbahn ätzend. Kleine Steinchen. Es war sowieso ein Wunder, dass Frau Sumpf auf dem Boden so toll gelaufen ist. Sie ist nämlich komplett unbeschlagen und rumpelt tatsächlich über alles drüber. Das Pony ist unverwüstlich.

Was uns am Samstag auch super gefallen hat war die leider einzige****** Paso Fino Prüfung am Turnier – die Country Pleasure. Nachdem das für uns eher ein Zeigen der Finos war (weil eine Prüfung mit zwei Leuten ist keine Prüfung, schon gar nicht, wenn einem beide Ponys gehören, dann gewinnt man immer! :-)) wollten wir ein ganz hartes, ungewöhnliches Workout, damit wir einfach ein bisschen die Vielseitigkeit der Pferde und der Prüfungs-Möglichkeiten demonstrieren können. Wir durften also Tölt um die Richterzelte zeigen, Sounding-Bord mit Stehen Bleiben, Auf- und Absteigen und Rückwärtsrichten. Und die Prüfung hat so total Spaß gemacht! Unsere Ehrenrunde im Galopp hat das dann noch abgerundet. Richtig gut. Dafür ist unsere Sportwartin Britta Mülle extra für uns angereist, um die Prüfung zu ehren 🙂

Foto: Ellen Vierhaus

Der Samstag Vormittag war auch dem Trail vorenthalten. Sprich um 8 Uhr am Turniergelände sein und mit Stephan Vierhaus den Parcours abgehen. Lustig wie immer. Der Trail geritten war auch nicht so schlecht. Jacinto hat mehr ordentlich gemacht wie in Hünxe – gut das Stangen-L hat er komplett zerstört. Die Brücke hat er natürlich NICHT betreten, aber diesmal sind wir wenigstens durch das Tor gekommen und Jacintos Sprung war der Beste. Und meine Bögen und Slaloms fand ich auch sehr gut. Der Stier war auch getroffen und ich habe mir auch extra Mühe gegeben dabei Böse zu gucken*****. Das soll man nämlich 🙂 Diosa war auch sehr gut. Sie hat alles gemacht. Yvi war zwar nicht so zufrieden, weil Frau Sumpf immer nach Jacinto geschielt hat und demnach unkonzentriert war, aber es hat immerhin für einen 3. Platz in der Gesamtwertung gereicht. Da kann man doch nicht Meckern!
Auf jeden Fall ein großes Dankeschön an Stephan Vierhaus für diesen Trail-Parcours und für die Idee mit der Gaited Working Equitation – und dank Signum Sattelservice hat jetzt jedes meiner Ponys so eine schicke, prollige Gaited Working Equitation-Satteldecke. Es gab nämlich für jeden Starter vorab schon mal so eine schöne Satteldecke. Läuft. Mehr wollte ich gar nicht.

Trail Schwer – Motiv Böser Blick am Stier – Foto: Rico Abendroth

Den Workshop mit Andrea Jänisch und Stephan Vierhaus am Sonntag konnten wir leider nicht besuchen, weil Yvi noch eine Prüfung geritten ist. Schade. Das war super interessant und wäre sehr lehrreich gewesen. Nach Yvis Pleasure Prüfung durfte ich mit Jacinto noch mal die Brücke am Trail versuchen – und mit Sumpf zusammen ist er dann drüber. Jacinto und ich haben auf jeden Fall eine Menge Hausaufgaben.

Nachdem wir dann eigentlich nur noch auf die Gesamtehrung gewartet hätten, haben wir beschlossen schon am Nachmittag nach Hause zu fahren, um nicht mitten in der Nacht noch mit Hänger und Ponys herum rangieren zu müssen, sondern gemütlich fahren zu können. Außerdem waren wir nach vier vollen Tagen doch etwas Platt!

Foto: Lena Strothmann Photography

Aber es hat auf jeden Fall richtig Spaß gemacht. Es war ein super organisiertes Turnier an einem sehr schönen Hof mit Blick über Bonn. Einziges Manko: Die blöden Steinchen auf der Bahn. Aber Versorgung, Organisation, Spaßfaktor und isotonische-Getränke-Versorgung waren Topp! Vielen Dank an alle Helfer, alle Beteiligten, alle Teilnehmer und alle Gäste. Ihr seid alle Fantastisch!
Und wir haben eine Menge neue Leute kennen gelernt – und viele „alte“ Leute getroffen – vielen Dank dafür. Und damit freuen wir uns auf nächstes Jahr! Und darauf alle wieder zu sehen!

#wirliebengangpferde #youhavetobeinintowinit #IDMG2017

Guckst Du hier ganz viele Fotos: Lena Strothmann + Marina Wroblowski + Ellen Vierhaus + Interessengemeinschaft Gangpferde (Fotos: ganz viele verschiedene Alben)

 

*         willkürlich ausgewählter Name – es gibt auch noch E-Center, ALDI, Norma, Lidl, Rewe, Tengelmann, Plus … ne Plus gibts nicht mehr, die sind den Schleckers in die ewigen Jagdgründe gefolgt ….
**       Radler und Kölsch
***     Das Pony entwickelt in seiner Schwangerschaft eine irrationale Angst alleine gelassen zu werden und artikuliert das lautstark und andauern in die Öffentlichkeit. Gerade auch dann wenn es KEINER hören möchte.
****   Gangsalat. Passgurke. Schrecklich unlocker. Dafür schaut es nett aus und kann gut fressen.
***** … hat ihr wahres Gesicht gezeigt …..
******    Leute, kommt unbedingt auch mit Euren Paso Finos zur IDMG – es macht Spaß!

 

Turnierstatistik für Diosa und Jacinto: 
Diosa:
Pleasure Gang:  3. Platz (6) – Wertnote: 5.87
Naturtöltprüfung: 12. Platz (15) – Wertnote:  4,97
Country Pleasure: 1. Platz (2) – Wertnote: 6.0
Mittlere Rittigkeit: 10. Platz (14) – Wertnote: 4,25
Trail Schwer: 3. Platz (13) – Wertnote: 6,28

Jacinto:
Einfache Töltprüfung: 8. Platz (14) – Wertnote: 5,67/5,03
Country Pleasure: 2. Platz (2) – Wertnote: 5,0
Schwere Rittigkeit: 9. Platz (11) – Wertnote: 4.46
Trail Schwer: 10. Platz (13) – Wertnote: 4,44

Gaited Working Equitation-Wertung:

GWE-Wertung – Quelle: IGV-Online

 

Und damit bleibt nur noch zu sagen: Wir sehen uns nächstes Jahr zur IDMG 2018!

Die IDMG2017 Kaffeebecher gab es für jeden Teilnehmer mit der ersten Füllung umsonst – Foto: privat

Ich nenn es mal das Wort zum Sonntag?

12. Oktober 2014:

 

Am 12.10.2014 fanden sich 20 Interessierte Paso Fino-Freunde am Zykloopenhof ein, um sich über das Thema „Zukunft des Paso Fino in Europa“ zu unterhalten. Nadine und Johannes haben den Zykloopenhof netterweise als Gastgeber zur Verfügung gestellt. Natürlich konnte man sich auch im neu eröffneten Shop umsehen. Gedacht war eine lockere Runde zu haben, offen für alle Interessierten, nicht nur für Vereinsmitglieder, um einmal einen Konsens zu finden, was für ein Typ Pferd auf dem Markt gewünscht ist und wie es mit der Zucht weitergehen soll. Natürlich legt jeder Fino-Freund auf andere Dinge besonders Wert. Und auch einen Konsens kann man nicht für jeden finden. Aber auf jeden Fall ist es wichtig, dass man sich untereinander austauscht und Erfahrungen vergleicht und vielleicht auf ein paar Grunddinge Wert legt.

Es ging um die Frage „Wo steht die Fino-Zucht in Deutschland?“. Auf jeden Fall kann man den Paso Fino schon alleine aufgrund der niedrigen Population als Exklusiv bezeichnen. Gerittene Pferde auf dem freien Markt sind definitiv Mangelware. Wer einmal einen tollen Fino hat, behält ihn meist selber. Oder er geht an Freunde und Insider unter der Hand in neue Besitzverhältnisse über. Eine große Zucht, die eine Vielfalt an gerittenen und leicht zu handhabenden Pferden an den Markt bringt gibt es nicht. Was natürlich auch bedeuten würde, dass so ein exklusives Pferd, egal ob jetzt Country Pleasure, Pleasure, Performance oder Classic Fino (der ja alleine schon aus Mangel an Häufigkeit in Europa mehr oder weniger sowieso nicht auf dem freien Markt zu haben ist) nicht zu Ramschpreisen, um es einmal bildlich zu umschreiben, zu haben sein sollte. Man darf sich also durchaus bewusst sein, dass man mit einem Paso Fino im Limusinenbereich herumfährt.

Ich fand den Vergleich mit den Automarken sehr nett. Pferde, die es mengenmäßig häufiger in Deutschland gibt, sei es jetzt der beliebte Haflinger, das Warmblut, Quarter Horse oder was auch immer, sind da der Volkswagen unter den Pferden. Da hat man die volle Auswahl an bereits fertig gebauten Autos – grün, rot, weiß, mit Leder, ohne Lederausstattung. Pferde, die nicht so häufig vorkommen und damit seltener zu haben sind, dürfen dann die Maseratis oder Porsche Cayenne sein. Davon fahren jetzt auch nicht so viele herum, bzw. sie werden auf Wunsch gefertigt. Ihr wisst glaube ich, worauf ich hinaus will. Es ist halt einfach mengenmäßig schon exklusiv. Dass ein Pferd einen gewissen Verkaufspreis erreichen sollte, dürfte schon rein aus wirtschaftlichen Gründen logisch sein. Dazu gab es auch schon genügend Diskussionen. Eine vernünftige Aufzucht kostet Geld. Wer ein fertiges Pferd für weniger verkauft, als er Kosten hatte es überhaupt so weit zu bekommen, hat schlicht und einfach Verlust gemacht. Dass die Verkaufspreise ein schwieriges Thema sind, soll jetzt nicht debattiert werden. Das ist mir durchaus bewusst, dass da ganz viel Eigendynamik im Spiel ist. Es geht mir nur um den gedanklichen Idealzustand.

Ein weiteres Diskussionspotential ergibt sich natürlich dann aus der Häufigkeit der Pferde: Die Qualität. Sind wir mal ehrlich, jeder möchte die eierlegende Wollmilchsau. Ein Pferd, welches vom Exterieur und vom Charakter her topp ist und gleichzeitig noch sicheren Tölt in allen Lebenslagen zeigt. Um solche Pferde zu erhalten ist gerade bei einer kleinen Zucht jeder darauf angewiesen sich sehr gründlich mit der Wahl des Hengstes, oder den Eigenschaften, die die eigene Stute benötigt, um „verbesserte“ Fohlen zu bringen zu beschäftigen. Natürlich klappt das mit der verbesserten Zucht nicht immer auf dem Papier oder in den Gedanken, da kommt immer noch das Leben dazwischen. Vererbung ist Glücksspiel. Aber man kann sich zumindest gründlich Gedanken machen, was man gezielt verbessern möchte. Und man sollte gezielt auch das Augenmerk auf die eigene Stute legen, was sie für Schwächen, oder Stärken hat. Ich weiß definitiv, dass meine beiden Stuten alleine vom Gebäude und Gang her nicht optimal dem gewünschten Rassestandard entsprechen und trotzdem sind sie tolle Pferde. Aber sie könnte natürlich toller sein, die eine mit besserem Hals, quickeren Bewegungen, die andere vielleicht etwas weniger Temperament, manche würden sagen, wenn die eine einfarbig wäre, wäre sie noch toller ….

Es ist eigentlich ein ziemlich komplexes Thema, mit dem man ganze Bücher füllen könnte. Der Rassestandard wird selten komplett erreicht. Irgendwas ist immer. Von daher ist es natürlich aus züchterischer Sicht immer sehr sinnvoll, möglichst nach dem perfekten Fino-Exterieur (und natürlich auch Interieur) zu suchen. Was aber wiederum ein ganz tiefes Insider-Wissen erfordert und zusätzlich einen dicken Geldbeutel. Und eine Portion Glück. Also alles nicht wirklich planbar. Zucht mit Pferden sollte jedenfalls nicht darauf abgezielt sein möglichst viele Pferde einfach so weiter zu vermehren, um damit Kohle zu machen. Als Züchter ist man normalerweise Idealist. Da gelingt nur ganz wenigen der große Griff mit dem Superpferd, das man dann für Lamborgini-Preise verkaufen kann.

Letztendlich profitiert aber auch der Privat-Züchter, der ein Fohlen aus seiner geliebten Stute ziehen möchte, von sorgfältiger Zuchtplanung. Wer nämlich ein korrekt gebautes und charakterlich einwandfreies Fohlen hat, spart sich irgendwann auch später in der Ausbildung Geld. Ein Pferd mit korrektem Gebäude (und Charakter) lässt sich natürlich auch leichter anreiten, weil ihm die Dinge einfach leichter fallen. Das ist wie mit den Top-Sportlern. Wer gut in Schuss ist, braucht sich nicht erst durch gezieltes Aufbautraining dorthin zu bringen, wo ein anderer vielleicht schon Körperbautechnisch von alleine ist. Man spart letztendlich Geld und Zeit im Beritt. Oder an der Korrektur von gangspezifischen Auffälligkeiten. Wer von Natur aus viel Tölt mitbringt, der muss es nicht erst erlernen. Ich hoffe Ihr versteht, was ich grob umreißen möchte?

Nur wie kommt man in Deutschland jetzt zu guten Hengsten? Irgendwann ist ja auch einmal der vorhandene „Genpool“ genügend verquirlt. Der Import von „frischen“ Hengsten, Gefriersperma, Austausch von Hengsten untereinander in Europa, Importstuten aus den Ursprungsländern oder den USA, die dort mit dem Wunschhengst bereits gedeckt sind sind Möglichkeiten. Alles schön und gut. Das ist letztendlich alles eine Frage des Geldes. Man braucht also die drei „G“s: Geduld, Geld, Glück. Findet man aber auch nicht einfach so auf der Straße.

Letztendlich bleibt es bei der Erkenntnis: Qualität ist subjektiv. Gewisse Qualitätsmerkmale ziehen sich wie ein roter Faden durch alle Fino-Typen. Wichtig ist guter Tölt, guter Körperbau, guter Charakter und Gesundheit.

Wenn man dann alles gut hinbekommen hat, dann bleibt noch die deutsche Bürokratie. So ein Paso Fino muss auch einem Gremium vorgestellt werden, um offizielle Papiere zu bekommen. Das ist in Deutschland ein Zuchtverband. Man muss seine Stuten eintragen lassen, die Hengste werden gekört und leistungsgeprüft. Das offizielle Gremium kennt aber die kleine unbedeutende Rasse Paso Fino nicht, weil es nur so wenige davon gibt. Das führt natürlich auch zu Unsicherheit bei den Offiziellen. Außerdem fällt eine kleine Rasse nicht wirklich ins Gewicht, weil sie keine große finanzielle Einnahmequelle ist. Also lohnt es sich für einen wirtschaftlich denkenden Verband nicht wirklich (außer natürlich ideell) sich mit einer Rand-Rasse tiefer zu beschäftigen. Es ist ein Teufelskreislauf.

Im Prinzip bleibt mir nur zu sagen: Steter Tropfen höhlt den Stein. Die Fino-Zucht ist Liebhaber-Zucht und man ist ganz viel damit beschäftigt, anderen Leuten von den Besonderheiten des Paso Fino zu erzählen, um ganz einfach ein Grundverständnis für diese Rasse zu schaffen. Das fängt beim Bauern gegenüber an, der so ein „komisch lahm laufendes“ Pferd noch nie gesehen hat und hört eben auf beim Zuchtverband, deren Kommission auch nicht unbedingt auf dem neusten Informationslevel ist. Um zum Schluss zu kommen, auf jeden Fall ist es dringend nötig sich bei so einer kleinen Rasse untereinander gut auszutauschen, sich gegenseitig unter die Arme zu greifen und einfach für einander da zu sein. Ganz weg von persönlichen Befindlichkeiten. Es geht um den Paso Fino und das geht auch alle Nicht-Vereinsmitglieder an. Darum sind auch in Zukunft Treffen geplant. Einfach um die Möglichkeit des Austausches im größeren Rahmen zu ermöglichen. Quasi als ein „Fino-Stammtisch“. Und zu diesem sind alle Fino-Besitzer eingeladen. Schließlich haben wir alle die gleichen „Probleme“. Da ist das unwichtig, ob PFAE-Mitglied oder nicht. Somit möchte ich dieses kleine Wort zum Sonntag abschließen und wünsche allen, deren Stuten gedeckt sind, oder es vor haben, die inzwischen vier großen „G“s: Geduld, Glück, Gesundheit, Geld. Damit ist man immer gut beraten 🙂

Fliegende Finos?

05. – 08. Dezember 2013:

Aktionsring Halle 21, Foto: Basti Hoinza
Aktionsring Halle 21, Foto: Basti Hoinza                                                                                                                                                                     (leider war meine Hausfotografin nicht dabei, aber Basti hat trotz meiner miesen Kamera akzeptable Bilder hinbekommen – Dankeschön! 🙂 )

Pferd & Jagd 2013 – „offizieller Teil“:

Auch dieses Jahr waren die Paso Finos im Rahmen der IGV wieder mit auf der Messe Pferd & Jagd in Hannover. Diesmal neu in Halle 21 angesiedelt hatten wir richtig viel Standfläche und konnten uns richtig schön ausbreiten. Es entstand sozusagen ein kleines Gangpferde-Dorf, in dem man an jedem Stand gut versorgt wurde. Sei es mit Informationen, Flyern, dem neuen IGV-Jahrbuch oder mit kleinen Naschereien, Kaffee, Getränken. Alle Stände waren perfekt ausgerüstet. 

Gewusel am Stand, Foto: privat
Gewusel beim Aufbau des Standes, Foto: privat

Stephan Vierhaus hatte in den untiefen seines Stephan-Mobils sogar ein stabiles Regal mit einem Fernseher und DVD-Player, so dass den ganzen Tag Gangpferde auch in filmischer Aktion gezeigt werden konnten. Echt peruanisches Equipment konnte man an einem großen Schaufensterpuppen-Pferd bewundern. Am Paso Fino-Stand gab es einen beleuchteten Weihnachtsbaum mit kleinen glitzernden-Fino-Anhängern. Wir sollten uns überlegen damit in Produktion zu gehen – es waren mehrere Leute da, die versucht haben die Anhänger zu kaufen. Als Lese-Schmankerl gab es das neue IGV-Jahrbuch druckfrisch direkt zur Messe geliefert.

An Pferderassen waren neben den acht Paso Finos auch noch die Rocky Mountain Horses, die Töltenden Traber, Paso Peruanos, Tennesee Walking Horses und Kaja Stürenberg mit Nuno als Vertreter der Paso Iberoamericanos dabei. Dieses Jahr war das Konzept der Messe so, dass in der großen Show-Arena nur Wettbewerbe/Turnierprüfungen und große Shows gezeigt wurden und die ganzen Rasse-Präsentationen direkt in der Messehalle 21 im Aktionszirkel zu sehen waren. Was den Vorteil hatte, dass wir näher am Publikum waren, gerade weil der Aktionszirkel auch in der selben Halle aufgebaut war wie unsere Standfläche. Und wir hatten mit 15 Minuten Präsentation auch wesentlich mehr Zeit unsere Pferde zu zeigen und zwar alle zusammen. Das heißt man hatte die Gelegenheit alle Gangpferde im direkten Vergleich zu sehen. Hautnah und über einen vernünftigen Zeitraum. Insgesamt fanden trotz Sturmtief „Xaver“ insgesamt 79.000 Besucher den Weg zur Messe und 800 Aussteller waren in den verschiedenen Hallen zu finden. Sogar für uns Messeteilnehmer viel zu viele Stände, um die Messe komplett zu sehen.

Paso Finos im Aktionsring, Foto: Basti Hoinza
Paso Finos im Aktionsring, Foto: Basti Hoinza (leider schlechtes Licht und schlechte Kamera!)

Jeden Tag um 12.45 Uhr hieß es also Gangpferde in Halle 21 bestaunen. Stephan Vierhaus moderierte unseren Auftritt auch gekonnt und situationsgerecht was natürlich auch viel besser ankam als die ansprechende, aber sonore Stimme des Vorlesers in der großen Arena, der einen vorbereiteten Text vom Blatt abliest ohne groß auf die jeweilige Aktion einzugehen, einfach weil er die Rassen und Reiter nicht kennt. Der Ablauf war täglich gleich. Alle Gangpferde kamen zusammen in die Arena, zeigten Tölt in der Bahn – was trotz so vielen (und einigen messeunerfahrenen, jungen oder frisch importierten) Pferden richtig gut geklappt hat. Dann wurden die Pferde aufgestellt und jede einzelne Rasse wurde auf der Bahn vorgestellt. Zum Abschluss drehten wir dann wieder alle zusammen ein paar Runden. Wir hatten schöne, geordnete Vorstellungen. Trotz der vielen Pferde gab es kein Gedränge. Ich fand es positiv, dass die Zuschauer die Möglichkeit hatten über längeren Zeitraum die Pferde (und Reiter) zu beobachten und auch im direkten Vergleich die verschiedenen Rassen zu sehen. Ich bin mir sicher, wir hätten auch noch ein paar Pferde mehr in den Ring bekommen!

http://youtu.be/gmD0zJwxpAs

Stephan konnte auch noch Extra-Zeiten für uns organisieren. Am Freitag Nachmittag durften zwei Paso Finos mit in den Cavallo-Ring in Halle 26 um Kaja Stührenberg mit Nuno ein bisschen zu unterstützen. Dort moderierte Stephan unter dem Titel „Tölt im System der klassischen Reitkunst“ dressurbasiertes Reiten von Gangpferden. Wir Paso Finos stellten dabei feines Reiten auf feinen Pferden dar und die verschiedenen Ausbildungsgrade. Ein Pferd im Bosal (Cuy) und eines auf Kandare (Florencia) geritten vorgestellt in lockerem, entspanntem Tölt und Trocha. Und ich muss sagen, je kleiner der Aktionszirkel ist und je enger das Publikum um einen herum steht, desto schwieriger ist es.

Cavallo-Aktionszirkel mit Kaja Stührenberg und Stephan Vierhaus, Foto: Basti Hoinza
Cavallo-Aktionszirkel mit Kaja Stührenberg und Stephan Vierhaus, Foto: Basti Hoinza

Am letzten Messe-Tag, dem Sonntag bekamen alle Gangpferderassen zusammen noch eine halbe Stunde zusätzliche Auftrittszeit zur Verfügung gestellt. Wir Paso Finos hatten die Gelegenheit innerhalb zehn Minuten eine Solo-Vorstellung unsere Rasse zu präsentieren.

Resüme:

Insgesamt waren die Paso Finos mit acht Pferden und Reitern mit mindestens noch einmal so vielen Helfern am „Boden“ und am Stand sehr gut dabei und konnten uns positiv präsentieren. Einen ganz großen Dank an alle die dabei waren und die für die Rasse Paso Fino ihre Freizeit und ihr Weihnachtsgeld geopfert haben, keine Kosten und Mühen gescheut haben und tatkräftig mitgeholfen haben.

Als Reiter und Helfer (in Klammern dahinter) mit dabei waren:
Alexandra Rau – Esperanza
Babs Moorhouse – Florencia (Michael Bruckmann)
Britta Mülle – Brujula (Gerd Mülle)
Carolina Rathgens – Ophelia (Frederike Rathgens, Anna Carolina, Sophia Borenius)
Christine Griebel – Pastiz
Meike Wolf – Sinergia (Florian Wolf)
Nadine Hoinza – Cuy (Basti Hoinza)
Stanley Paul – Machiavelli (Johanna Paul)

Und natürlich haben wir uns gegenseitig auch an den verschiednen Ständen ausgeholfen. Vor allem das „Hüten“ des jungen Hundes von den Rockys war ein begehrter Job.

Hundesitter am Stand - heiß begehrter Job! Foto: privat
Hundesitter am Stand – heiß begehrter Job! Foto: privat

Pferd & Jagd 2013 – „Inoffizieller Teil“:

Messe ist ja auch immer Abenteuer. Im Vorfeld hatten wir etwas mit kaputten Autos zu kämpfen, aber pünktlich zur Messe war alles wieder in Ordnung. In diesem Jahr durfte ich als Leihpferd „Pastiz“ von Nadine Hoinza reiten. Ich hatte also die große Ehre „Pastiz“ allerersten öffentlichen Auftritt aktiv zu gestalten. Und ich muss sagen, als Cosmos-Kind mit einer gewissen Coolness ausgestattet, er hat das richtig gut gemacht. Natürlich war da der ein oder andere Hüpfer dabei. Am Anfang war ihm auch das Publikum, das ja wirklich hautnah an der Abgrenzung stand etwas suspekt, aber er hat toll mitgemacht und war auch während der ganzen Zeit äußerst entspannt. Natürlich auch weil sein Kumpel „Cuy“ dabei war, den Nadine selber vorgestellt hat. Hier noch einmal vielen lieben Dank an Nadine, die mir ihren fuchsfarbenen „Kasperkopf“ geliehen hat.

Pastiz - Kasperkopf und Halbbruder zu Diosa, Foto: privat
Pastiz im Messestall – Kasperkopf und Halbbruder zu Diosa, Foto: privat

Alle Pferde waren ziemlich relaxed, die Reiter routiniert. Hinter den Kulissen hat alles gut geklappt. Die Pferde sind in einer eigenen riesigen Messehalle in Boxen untergebracht, wo man dann auch den ein oder anderen „berühmten“ Pferdemenschen treffen kann und auch sehen kann, wie die Profis sich so hinter den Kulissen verhalten, was auch immer sehr interessant ist. Lästig waren einzig die ziemlich langen Wege auf dem Messegelände. Insgesamt war der Weg vom Fino-Stand bis zum Boxen-Trakt hin und zurück „läppische“ zwei Kilometer lang. Also waren wir auch Bewegungstechnisch gut dabei. Gut war dieses Jahr, dass der Abreiteplatz von Kutschen befreit war, man musste also nicht den eher knappen Platz auch noch mit den Kutschenfahrern teilen.

Am Donnerstag Abend fand die bereits traditionelle „Stand-Party“ der IGV statt. Alle Gangpferdeleute trafen sich um bei Gulasch- und Kartoffelsuppe, viel zu viel Baguette, selbstgebackenem Kuchen und Dresdner Christstollen mit Sekt und Selters anzustoßen und sich ein bisschen auszutauschen. Immer eine nette Gelegenheit nach dem täglichen Messe-Stress mal Neuigkeiten auszutauschen oder neue Leute kennen zu lernen. Die restlichen Abende ließen wir entweder im bewährten Parkhotel oder beim Italiener in Sarstedt ausklingen. Raubtierfütterung sozusagen. Von dem vielen herumlaufen waren wir immer ganz schön Hungrig.

Unser Stand war auch immer gut besetzt. Wir hatten insgesamt viel zu viel Essen und zu Trinken dabei. Feste Anlaufstation war auch die Senseo-Maschine vom Wolfshuus. Und  dank Nadine und Basti konnte ich ein neues Getränk erfinden – den „MaKi“. Ein sehr leckeres Fruchtgetränk aus Mango- und Kirschsaft, direkt erweiterbar als Alkohol-Cocktail. Sehr erfrischend. Apropos Basti, Nadines Mann hat uns immer wieder erstaunt, musste er doch ständig irgend welche Erledigungen machen (Weihnachtsbaum kaufen, Getränke kaufen) aber irgendwie hat er es immer geschafft sich die Stände auf den Messen genau anzusehen und uns dann mit Dingen zu verblüffen die er gesehen, erlebt oder erbeutet hat. Er hat Schuhsohlen angeschleppt von einem Stand bei uns in der Halle, der tolle Sattelpads herstellt. Die Firma Quittpad wirbt mit Giveaway-Schuhsohlen aus dem selben Material, aus dem auch die Pads bestehen zum Selber testen sozusagen. Eine tolle Idee und auch tolle, warme Schuhsohlen! Dementsprechend war dann ein Großteil des Fino-Standes immer mal wieder am Schuhsohlen schnorren. Sattelpads haben wir gleich mit ausgeliehen um sie live zu testen. Das Testpad habe ich gerade im Stall und werde noch darüber berichten.

Um meine beginnende Erkältung zu stoppen hat er mich zu einem Ingwer-Stand geschleppt und ich durfte scharfen Ingwer essen. Dann hat er uns noch eine der Jagd-Hallen geschleppt und wir haben schießen mit Gewehr geübt. Der betreuende Schütze hat Nadine und mich als „Flintenweiber“ bezeichnet, als wir Basti dann fast in Grund und Boden geschossen haben. Er meint natürlich es wäre schwieriger gewesen Freihand zu schießen und wir wären ja bevorteilt gewesen mit aufgestützten Gewehren. Das war auch einmal eine interessante Erfahrung.

Letztendlich war die Zeit nach vier Tagen vollem Programm dann doch viel zu schnell vorbei und es hieß wieder Abschied nehmen von allen Gangpferde-Mitstreitern, liebgewonnenen Freunden und einer spannenden Zeit. Es ist einfach viel zu Schade, dass wir uns alle viel zu selten sehen. Die nächste Pferd & Jagd findet übrigens vom 04.-07.12.2014 wieder in Hannover statt.

Machiavelli und Pastiz auf dem Weg zum Aktionsring, Foto: Basti Hoinza
Machiavelli und Pastiz auf dem Weg zum Aktionsring, Foto: Basti Hoinza – Man beachte meine schicke Nikolaus-Geschenk-Jacke mit dem del Cavador-Logo! Eine Überraschung von Nadine Zäh, die ich direkt ins Hotel geschickt bekam! *freu*

So ein Pferdeleben?

17.01.2012:

Und weil es so schön ist, gleich noch ein Filmchen 🙂

Pferdeleben – Teil 2. Der ganz normale Wahnsinn an einem sonnigen Wochenende im Januar. Auf Wunsch ist natürlich auch wieder eine putzige Katze dabei. Vielen Dank an Nadine fürs Mit-Filmen.

Viel Spaß beim Schauen:

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