Del Cavador

IDMG 2019 – Goldmädels?

Die 25. IDMG 2019 in Wemding

Josef’s Walkaway Farm in Wemding im Sonnenuntergang – Foto: privat

05.09. – 08.09.2019:

Wer uns auf Facebook folgt hatte schon die Gelegenheit ein paar Filmchen von unseren Ritten auf der IDMG mit Diosa und dem Drachenpony zu sehen. Ich bin sehr stolz auf die Ponys! (und auf Yvi) (und überhaupt!)

Die 25. IDMG fand dieses Jahr endlich einmal im Süden von Deutschland statt, auf einer Anlage, die uns Paso Finos bereits von schönen Fino-Turnieren bekannt war: Josef’s Walkaway Farm in Wemding. Meine Mutter sagt immer: die Fuchsien-Stadt – ich sage, die Stadt im Ries, zu der ich noch nie auf der gleichen Strecke hingefahren bin – irgendwie verändert sich der Weg dorthin und vor allem der zurück immer. Übrigens auch der Weg in unser Hotel – der war sehr idyllisch – zwei Ortschaften waren aufgebaggert, so dass wir uns erst nicht getraut haben da durch zu fahren, und dann ging es lustig am Waldrand auf einer Schotterpiste entlang. Abenteuerlich, aber wozu fährt man einen Allrad? Das kommt vor allem im Dunkeln super vertrauensvoll rüber 🙂 Gerade wenn einem noch urzeitliche Tiere im Dunkeln über den Weg laufen …. Aber das Hotel war sehr schnuckelig und holzig-gemütlich – diesmal mit Gemeinschaftsraum (und gefülltem Getränke-Kühlschrank) und einer Sonnenterrasse (auf der der Morgen-Kaffee vor dem Frühstück gleich noch mal besser geschmeckt hat). 

Jedenfalls haben wir uns gefreut einmal nicht rund 350 km zu einem Turnier zu fahren, sondern nur knapp 150 km einfach. Und was uns noch gefreut hat: es waren insgesamt 12 Paso Finos! Wir waren eine richtig tolle Truppe! Es war richtig schön mit so vielen Fino-Leuten ein IGV-Turnierwochenende zu verbringen! Ich fand es richtig prima, dass Ihr alle dabei wart! Und wir haben alle miteinander mitgefiebert – richtig schön! Da werd ich ganz sentimental!

Nach der Präsentation am Langen Zügel – Foto: Nano H.-H.

Den Donnerstag haben wir genutzt um uns einzurichten, die Bahn zu testen und den Ponys ein bisschen Eingewöhnungszeit zu geben. Und wir haben einen ganz tollen Sonnenuntergang in Wemding erlebt! Das Liebe ich so am Spätsommer und Herbst – diese mega Sonnenuntergänge. Und wir haben die nette Frau vom Catering leer gegessen: vegetarische Burger, vegetarische Hot Dogs (!!!!!) und dieser Nudelsalat! Perfekt. Gutes Essen und Kaffee sind sehr wichtig bei einem Turnier. Kaffee gab’s übrigens wieder von der IGV spendiert – sehr gute Anschaffung diese große Kaffee-Maschine 🙂 

Freitags war dann irgendwie ein anstrengender Reit-Tag: Diosa hatte die Schwere Rittigkeit, das Drachenpony die Mittlere Rittigkeit, beide die Präsentation am langen Zügel und Diosa noch die Pleasure Gangprüfung. Dazwischen waren wir natürlich am Mitfiebern für die anderen Fino-Reiter: Nico, Anna, Magdi, Franziska, Sabrina, Kathinka, Nano, Tine, Alex, Isi, Vicki. Und wir hatten ja noch den Turnier-Allround-Betreuungs-Service von Nano und Carino (nachfolgend nur noch „die Prinzessin“ genannt :-)) angeboten und durchgezogen! Den Abend haben wir ganz verhungert beim Italiener in der Stadt ausklingen lassen – sehr zu empfehlen. 

Ganz viele Finos! – Foto: privat oder Anna 🙂

Samstag war dann Trail-Tag – und leichter bis nerviger Regen-Tag. Aber besser wie 35° ohne Schatten, ganz ehrlich. Der Samstag war auch der Tag, an dem die meisten Fino-Freunde zum Zuschauen und mitfiebern dabei waren. Richtig schön! Und wir haben unseren jüngsten Fino-Nachwuchs endlich mal live gesehen – und Sarah war so stolz auf ihren Arandano, der die Pleasure gewonnen hat. Und das Drachenpony hat die Performance durchgehalten! Ich war so stolz ❤

Noch mehr Finos! – Foto: WhatsApp-Fundus!

Am Nachmittag fanden dann die Trails statt. Die Walkaway Farm hat einen ganz tollen Trail-Platz mit tollen Naturhindernissen und schicken großen Wippen und Hängebrücken, kleinen Hügeln und Wassergräben. Ich bin hart verliebt in den Platz – und hatte richtig Bock da den Trail zu starten! Und er war richtig gut! Diosa hat einen souveränen schweren Trail gezeigt und das Drachenpony einen richtig tollen Mittleren Trail – und Nano einen super souveränen Siegesritt im Mittleren Trail mit der Prinzessin gebracht! Erst nervös wie Hulle sein und dann so gechillt da durch rauschen Nano!!!! Super! Alles richtig gemacht!

Diosa und Yvi im schweren Trail – Foto: Ellen Vierhaus

Der Abend war dann leicht nostalgisch. In der Abendveranstaltung erzählte Kurt von 25 Jahren IGV und der Entwicklung und den ganzen Erlebnissen, den waren die Ehrungen der Rittigkeiten und Trails, Carina Heller hat aus ihrem neuen Buch vorgelesen (sehr schön im Dunkeln auf dem Sofa in der Reithalle sitzend), Stephan Vierhaus hat einen gänsehauttollen Auftritt im Dunkeln mit seinem Pescador und der Feuer-Nummer abgeliefert, hinterher gab es noch eine Champangner-Töltprüfung im Dunkeln auf dem Soundingboard (souverän von Kathinka und Ensueno gewonnen!) – dann sind wir ins Hotel abgedüst, weil anstrengend und müde und kalt und Kopfweh – verpasst haben wir noch den SpeedTrail, Sara Seifert mit ihrem tollen Isländer und die Cutting Demo von den Foxtrottern und Musik und Bowle gab es auch noch. Eine richtig schöne Veranstaltung. Alle sitzend in der Reithalle, drumherum Kerzenlichter auf der Bande – sehr stimmig und sehr schön! Die Gangpferdefamilie ist doch eine richtig schön gewachsene Familie, auf die man sich eigentlich immer verlassen kann, auch wenn es mal nicht ganz rund läuft. Letztendlich wird alles gut.  

Der Sonntag war für mich dann gechillt – Drachenpony und ich hatten keine Prüfung mehr. Ich bin sie nur noch einmal auf der Bahn geritten, um ein bisschen Routine zu bekommen, was gut geklappt hat. Diosa und Yvi hatten noch die Country Pleasure – diesmal wieder mit Tine und Mina zusammen – und nach einer spannenden Prüfung konnte dieses Mal Yvi gewinnen. Wir hatten Zeit ein paar mehr Bahn-Prüfungen zu sehen und noch ein bisschen mit den Leuten zu quatschen. Blöderweise hatte ich starke Kopfschmerzen und habe dringend versucht wieder klar zu werden, um die Ponys sicher nach Hause zu bringen. Mein Geheimrezept: Momo, der Hund von Ellen Vierhaus 🙂 

Insgesamt war es eine sehr schöne IDMG – leider etwas mau besucht, aber dafür um so familiärer. Positiv war, das so viele Paso Finos da waren. Und die Stimmung war sehr schön. Wir haben viele Gangpferdefreunde getroffen, uns mit vielen Reitern mitgefreut und hatten echt eine schöne Zeit in Wemding! 

Drachenpony in der Performance – Foto: Anna-Maria Steinert

Angeber-Statistik der Goldmädels: 

Diosa und Yvi:

  • Schwere Rittigkeit 8. Platz (von 9)
  • Pleasure Gang 6. Platz (von 8)
  • Schwerer Trail 1. Platz (von 8) und damit Deutscher Meister
  • Präsentation am langen Zügel 2. Platz (nach dem Drachenpony)
  • Country Pleasure Paso Fino 1. Platz (nach Mina)

Wertung Gaited Working Equitation Schwer: 4. Platz (weiß nicht mehr wie viele!)

Wertung Gangpferd des Jahres: 2. Platz punktgleich mit der Gewinnerin! – und damit der Paso Fino, der bis dato am Höchsten in diese Wertung aufgestiegen ist!

Drachenpony und Christine:

  • Mittlere Rittigkeit – 8. Platz (von 9) 
  • Präsentation am Langen Zügel 1. Platz (von 2) – und damit Deutscher Meister
  • Performance Paso Fino 3. Platz (von 4)
  • Mittlerer Trail 2. Platz (von 4)

Wertung Gaited Working Equitation Mittel: 2. Platz (von 2)

Wertung Freizeit IGV 2019: 7. Platz (von 48)

Drachenpony im Trail

Diosa im Trail

Drachenpony Performance

… übrigens scrollt gerne durch Facebook – da gibts noch ein paar Posts und Filmchen zur IDMG zu entdecken 🙂

Equitana Open Air 2019?

05.07. bis 07.07.2019:

Mannheim – Achtung heiß und staubig!

Nachdem wir letztes Wochenende in Eichenzell unterwegs waren, ging es für Yvi, Diosa, Jacinto und mich bereits am Donnerstag wieder „on the road again“. Dieses mal sind wir nach Mannheim gefahren zur dort erstmalig stattfindenden Equitana Open Air auf dem Maimarktgelände. Hier haben wir im Rahmen des dort stattfindenden IGV-Turniers mit unseren Paso Finos an der Messe teilgenommen. Nebenbei hatte man natürlich auch an vielen Verkaufsständen die Möglichkeit Nützliches (und Unnützes) für die Ponys zu kaufen. Insgesamt waren an diesem Wochenende 17.000 Besucher auf der Messe. 

Unsere Anfahrt haben wir auf Donnerstag gelegt, weil wir den Ponys und uns auch noch etwas Eingewöhnungszeit geben wollten. Außerdem braucht es immer ein bisschen, bis man sich auf neuem Gelände zurecht findet. Schließlich wollen wichtige Dinge erkundet werden: Wo ist das nächste Klo? Wo gibt es Wasser und Waschgelegenheiten für die Ponys? Wen muss ich erpressen, um an das beste Heu zu kommen? (Grüße an den netten Heu-Mann, den wir schon aus Hannover kennen :-)) Wo sind die nettesten Security-Leute? (Grüße an den Security-Mann, der uns mit Insider-Storys und Yvi mit einem eisgekühlten Wasser versorgt hat .-)) Wie sind die kürzesten Wege? Wo stehen unsere Messe-Kumpels? (Grüße ans Camping-Lager :-)) Wo ist der nächste Eistee-Stand? (Grüße an die Cocktail-Bar mit dem echt guten Stoff!!!) An welchem Essenstand ist die kürzeste Schlange, und warum? (Flammlachs-Fetisch entdeckt) Wie komme ich mit den Ponys an die Oval-Bahn? Gibt es Abreiteplätze mit Schatten? Das sind alles wichtige Dinge, die erkundet werden müssen, um ein Überleben auf einer Messe wahrscheinlich machen. 

Weil Messe ist echt anstrengend. Und Mannheim war nochmal anstrengender, weil das Maimarkt-Gelände sich an den laufenden Messetagen in einen verflucht sonnigen und staubigen Hexenkessel verwandelt hatte. Der uns wahrscheinlich mehr zu schaffen gemacht hat, wie den Ponys. Die haben alles super entspannt weggesteckt. Yvis und mein Kreislauf sind an verschiedenen Tagen abgekackt, aber „the Show must go on“. Nur die Harten kommen in den Garten. Auch im Sommer. Gottseidank wurde das Wetter wieder „schlechter“ am Sonntag, so dass ein Durchatmen und eine gute Heimreise möglich war. Wer will schon sein Pony bei 35° auf der Autobahn haben? Niemand….. 

Aber zurück zum Anfang: Wir sind gut angekommen und wurden erst mal gefragt, ob wir zur Friesen-Quadrille gehören. Das war so ziemlich die häufigste Frage, die man an dem Tag gestellt bekam. Es fand nämlich ein geglückter Weltrekord-Versuch in Mannheim statt: 132 Friesen in einer Quadrille! Schwarze Pferde, wohin man nur schaut! Und ständig haben die Friesen irgendwo Gelände blockiert und wir mussten warten – und das dauert, bis 132 Friesen an einem vorbei ziehen ….  aber Glückwunsch an alle Teilnehmer, dass es so gut und Erfolgreich geklappt hat! 

Wir testen die große Ovalbahn am Maimarktgelände – Foto: Ellen Vierhaus

Den Nachmittag haben wir genutzt, um unser Hotel zu beziehen und die relevante Umgebung zu erkunden. Mannheim ist wirklich eine leicht seltsame Stadt, zumindest Verkehrstechnisch. Ich habe das System dort nicht so ganz verstanden, aber ansonsten fanden wir die Gegend hier sehr schön. Unser Hotel war etwas außerhalb in Ladenburg gelegen. Ein idyllisches Städtchen – mit einem sehr leckeren Döner-Laden und einer putzigen Altstadt. Und Störche! Das Navi hat uns leicht seltsam geleitet und wir sind an einem Acker vorbei gekommen, auf dem bestimmt 20 Störche nach irgend etwas essbarem gesucht haben. So nah war ich noch nie an einem Storch dran! Sehr faszinierend. Auf dem Rückweg zum Gelände gab es eine Eisdiele, Apotheke, Bank, Supermarkt und Tankstelle – alles was Frau zum Überleben braucht! Ihr seht schon, wir konzentrieren uns auf die relevanten Dinge des Lebens: meistens Essen und Trinken 🙂 Yvi ist inzwischen noch ein Level weiter und versteckt in meinem Auto Essen, damit sie immer etwas dabei hat. 

Apropos Essen, nachdem alle Teilnehmer nach und nach eingetrudelt sind und wir die geniale Turnier-Töltbahn am Abend ausprobiert hatten, damit die Ponys noch ein bisschen Bewegung bekamen, waren wir noch mit Alex und Vicki bei einem sehr leckeren Vietnamnesen in der Nähe essen. Inzwischen bin ich komplett schmerzbefreit, was Essen gehen in vollgeschlonzten und vollgeschwitzten Stallklamotten angeht. Dieses eher noble Restaurant, oder in einer Schloss-Kulisse, völlig egal: Frau Griebel taucht überall in Arbeitshosen und einer dezenten Staub- und Schweiß-Schicht auf. Und wisst ihr was? Es fällt überhaupt nicht auf. Wobei ich eigentlich schon gerne geduscht irgendwo auftauche, aber Messe und Turnier sind einfach echte Ausnahmesituationen. Und die Menschheit um einen herum ignoriert echt viel weg. 

Am Freitag ging dann die Messe und das Turnier los. Im Rahmen der EOA war die IGV Partnerverband und hatte die Gelegenheit ein Turnier auf der Ovalbahn während des Messebetriebs zu veranstalten. Nebenbei durften wir noch Rasse-Präsentationen zeigen und wir hatten einen schönen Stand, an dem es immer frischen Kaffee für die Mitglieder gab! (Danke an Caro Jost-Kilbert! :-)). Freitag war unser Haupt-Reit-Tag. Diosa startete im schweren Trail in der Gaited Working Equitation Wertung, Jacinto im Mittleren Trail. Der Trail war übrigens sehr schön – ein herzliches Dankeschön an Stephan Vierhaus, der dafür alles organisiert (und improvisiert) hat! Ein sehr anspruchsvoller Parcours, aber fair. Naja sagen wir mal so: Diosa und Yvi haben sich super geschlagen und Jacinto hat sich für seine Verhältnisse auch super geschlagen – nur Frauchen ist leider zu Doof, um einfache Regeln zu beachten.

Ich bin nämlich disqualifiziert worden, weil ich leider zu blöd bin. Nach dem Klingeln darf man die einzelnen Trail-Hindernisse nicht mehr durchkreuzen. Und was macht die doofe Frau Griebel, direkt nachdem man ihr noch direkt gesagt hat: „Reite nicht durch die Hindernisse!“ … äh … ja … genau … sie dreht um, reitet durch den Slalom. Blödheit gehört einfach bestraft. Wir durften den Trail aber dennoch reiten. Unbewertet. Und er war sehr gut für Jacintos Verhältnisse! Bis auf die Brücke, die er gruselig fand und das Tor, dass wir äußerst unelegant wieder geschlossen haben bin ich zufrieden. Unsere Dressur lief eigentlich auch ganz gut. Diosa hatte dann noch die Präsentation am Langzügel, in der sie ganz toll gezeigt hat, dass sie NICHT auf Yvi aufpasst und satt dessen ganz toll Steigen kann. Und zwar zu jeder Gelegenheit …. Anna hat sich vor Lachen gar nicht mehr halten können 🙂 Aber egal. Strebermäßig kann ja jeder. Fast alle Finos zusammen waren dann noch am Nachmittag in der Country Pleasure zu sehen. Hier hat Herr Zwerg wieder mal seinen letzten Platz verteidigt. Aber auch egal, das Pony lief für seine Verhältnisse toll – finde ich zumindest. 

Übrigens hatten wir dieses Mal sensationelle sechs Paso Finos an einem IGV-Turnier! Claudia Metting und Emily mit „Gitana“ und „Exelencia“, Alex Rau und Vicki mit „Aprendiz“ und dem süßen Trote y Galope Hengst „Tabu“ und eben „Diosa“ und „Jacinto“. Und vielen Dank auch an alle Fino-Freunde, die ohne Pferd auf der Messe vorbei geschaut haben und uns unterstützt haben – sei es mit Fino-Strip fahren, Standbetreuung (Terra und Jürgen), Zuschauen, Anfeuern, Heucobs-Tragen (Danke Katja :-)). Und einen ganz besondern Dank an unsere Zykloopenhof-Truppe, die am Samstag zum Anfeuern und Spaß haben da waren! Ihr seid sowieso die Besten! 🙂

Fast alle Finos auf der Equitana Open Air (Tabu und Vicki fehlen) – Foto: Ellen Vierhaus

Am Samstag hatte ich mit Jacinto nur eine Prüfung zu reiten: Die PV Versatility – eine Kombiprüfung für Paso Pferde, angelehnt an unsere Versatility-Prüfung mit ein paar Rittigkeitselementen drin. Eine echt spannende Prüfung, die zu reiten sehr viel Spaß gemacht hat. Jacinto hat die schönste Acht überhaupt hingelegt und ist ohne zu zögern gesprungen. Auch hatten wir richtigen Galopp – den musste ich zwar nach einer Runde korrigieren, aber auch das war machbar. Benehmen: Topp – Bewertung: Fragwürdig. Aber egal. Schließlich sind wir schon gewohnt den letzten Platz zu haben 🙂 

Galopp in der Versatility – Foto: Danny Hucko

Diosa ist am Samstag in einer Rasse-Präsentation mitgeritten, die gewohnt flockig und informativ von Stephan Vierhaus geleitet wurde. Jacinto und ich haben vom Zaun aus zugesehen. Übrigens Apropos Zaungäste! Wir haben Manuela Feiler mit Ihren beiden Ponys getroffen. Wir hatten einen genialen Kurs mit ihr im März bei uns am Zykloopenhof – und unsere Pony-Kombination passt ja mal sowas von oder? 🙂 Überhaupt ist so eine Messe immer eine tolle Gelegenheit alte Messebekannte wieder zu treffen oder neue Freundschaften zu knüpfen. Auf jeden Fall freut es mich auch, dass wir Saskia vom Equiteam eine Freude machen konnten, indem wir sie einfach mal am Sonntag auf Frau Sumpf gesetzt haben und sie tatsächlich ein gutes „Töltverhältnis“ gezeigt hat. Ich bin schon sehr gespannt auf meine Bestellung 🙂 

Manuela und ihre Ponys! – Foto: privat

Den Samstag Abend haben wir versucht mal etwas früher ins Bett zu kommen und sind relativ zeitig nach dem Auftritt des IGV-Showteams in der Abendshow abgehaut in unser Hotel. Allerdings war es da mit Nachtruhe auch nicht so wirklich umsetzbar, weil wir mitten in der Nacht durch Lichter, schwere Stiefeltritte und uns unheimlich bekannt vorkommenden Funkgerät-Piepsgeräuschen und dem Geräusch eines laufenden Dieselmotors aufgewacht sind. Wir hatten Feuerwehrleute im Hof, die lautstark nach einem schwelenden Kamin oder ähnlichem gesucht haben. Durch unser persönliches Hof-Feuertrauma schleichen sich da in der Nacht schnell verdrängte Ängste und Erlebnisse an die Oberfläche und so war auch nichts mit gut Schlafen für den Rest der Nacht drin. Aber Gottseidank ist das Hotel nicht abgebrannt und auch sonst hat nichts gebrannt. Das wäre in dem kleinen Städtchen wohl Eskalation pur geworden. Wir haben aber schon mal überlegt, falls wir evakuiert werden, was wir mitnehmen dürfen. Yvi wollte unbedingt die Kamera mitnehmen und mir war irgendwie seltsamer Weise wichtig, meine vollgeschwitzte dünne Turnierreithose mitzunehmen. 

Diosa und Yvi in der Rassepräsentation – Foto: Danny Hucko

Jedenfalls waren wir alle dankbar, dass der Sonntag etwas kühler war. Diosa und Yvi mussten noch mal konzentriert an den Start für ihre Schwere Rittigkeit und die Pleasure Gangprüfung, die gar nicht mal so schlecht waren. Jacinto hat frei bekommen, außer ein bisschen geführt werden auf dem Gelände und Beine kühlen. Irgendwie hat mir sein dunkles Bein hinten nicht gefallen, das war leicht geschwollen. Wir hatten noch einen schönen letzten Messe-Tag mit viel Eistee, einem letzten Flamm-Lachs auf Salat, wunden Füßen und tapferen Ponys. Ich bin unheimlich stolz auf meine beiden Ponys, die die letzten zwei Wochenenden so gut weggesteckt haben. Die für uns immer alles geben (wenn sie uns auch manchmal vorführen …. und damit meine ich speziell Frau Sumpf :-))) aber letztendlich so tolle Weggefährten sind, auf die man sich im Ernstfall immer und überall verlassen kann. Ponys die im Alltag Spaß machen und auf die ich mich jeden Tag freue. Genau das habe ich mir nämlich immer gewünscht, als ich mir mein erstes eigenes Pferd gekauft habe. Und jetzt habe ich drei davon. Was braucht man mehr?

Vielen Dank an alle im Organisations-Team der IGV – die sich die Nerven und Füße aufgerieben haben für dieses Event: Ihr alle seid die Besten und reibt Euch immer wieder für die Gangpferde die Nerven auf: Danke! Dank solcher Menschen bleibt die Gangpferdeszene lebendig – und natürlich auch Danke an alle, die ihren Teil dazu beigetragen haben, indem sie mit Pferd gekommen sind und natürlich auch an alle Zuschauer, die uns besucht haben! 

Und Danke auch an die zu Hause gebliebenen, die mir das Drachenpony so schön versorgt haben! Das hat nämlich beschlossen erst mal komische Pusteln zu bekommen und allergisch anzuschwellen, bevor sie sich dann noch eine Verletzung am Bein zugezogen hat und täglich gekühlt werden wollte. Jetzt weiß ich übrigens auch, dass sie in einem Eimer mit Wasser stehen kann. 🙂 Ich brauche einen größeren Transporter, dass ich alle Ponys mitnehmen kann. Das wäre einfacher für meine Nerven! 🙂 

Eistee-Junkies – Foto: Ellen Vierhaus

Wir freuen uns schon auf die nächsten Events – aber jetzt müssen wir uns erst mal ein bisschen erholen! 

Ergebnisse für Diosa und Yvi:

  • ††Trail Schwer – Platz 2 (von 8 – Wertnote: 6,8)
  • Pleasure Gangprüfung – Platz 2 (von 4 – Wertnote: 5,43)
  • PF Country Pleasure – Platz 3 (von 5 – Wertnote: 5,8)
  • Präsentation am langen Zügel – Platz 4 (von 5 – Wertnote: 4,2)
  • Rittigkeit Schwer – Platz 6 (von 12 – Wertnote: 5,24)
  • Platz 4 in der Sportwertung!
  • Platz 3 in der Working Equitation Wertung! 

Ergebnisse für Jacinto und Christine: 

  • PV Versatility – Platz 4 (von 4 – Wertnote: 4,79)
  • PF Country Pleasure – Platz 5 (von 5 – Wertnote: 5)
  • Rittigkeit mittel – Platz 9 (von 11 – Wertnote: 4,55)
  • Trail Mittel – 0 (von 10) – Disqualifiziert weil zu doof! 🙂

Pferd und Jagd 2018?

Samstag Pferd und Jagd 2018 – Foto: Nadine Schumacher 

06. – 09.12.2018:

Auch in diesem Jahr haben Yvi und ich den weiten Weg nach Hannover zur Pferd und Jagd in Kauf genommen. Dieses Jahr sogar mit Pferd. Frau Sumpf ist mitgefahren und hat sich dort sehr gut präsentiert. Was sie nicht wusste: dort traf sie auf ihr Tochter Dea und es war toll zu sehen, wie die beiden sich wiedererkannt haben und gleich wieder ein eingeschweißtes Team gebildet haben. Richtig toll, Thora und Fabian, dass ihr dabei wart! Außerdem hatte Diosa das Vergnügen ihren Ex-Lover Sello (vorgestellt von Stan Paul Pasofinotraining) wieder zu sehen und seinen Kumpel Empressario (Johanna Paul) kennen zu lernen. Insgesamt haben vier Paso Finos die bunte Welt der Gangpferde für die IGV vertreten.  

Hinter den Kulissen – Dea und Diosa auf dem Weg zum Aktionszirkel – Foto: privat

Ich mag diese Messe einfach. Sie ist zwar reisetechnisch denkbar ungünstig – wobei wir uns dieses Jahr nicht beschweren konnten, immerhin Plusgrade und „nur“ Regen – aber sie ist immer das Jahres-Abschluß-Highlight der Saison. Irgendwie ist sie wie Weihnachten. Wir treffen dort immer auf einen ganzen Haufen toller, herzlicher, begeisterter Menschen, die gemeinsam für die Gangpferde Werbung machen und die sich inzwischen zu einer richtig tollen Truppe zusammen geschweißt haben. Es geht darum gemeinsam unsere tollen Pferde zu zeigen und nicht gegeneinander einzeln herum zu krebsen – gelebte Toleranz! Und dafür bin ich allen Beteiligten richtig dankbar! Es macht einfach Spaß mit dabei zu sein! 

Yvi/Diosa, Thora/Dea, Stan/Sello im Aktionszirkel – Foto: Nadine Schumacher

Dieses Jahr konnte Stephan leider nicht dabei sein, dafür hat Kaja Stührenberg unseren Haufen souverän als Moderatorin durch die täglichen Auftritte manövriert. Jeden Tag hatten wir von 13.00 Uhr bis 13.30 Uhr die Gelegenheit im Aktionsring die verschiedenen Gangpferderassen zu präsentieren. Kompetent von Kaja moderiert wurden erst alle 17 Pferde im Ring vorgestellt und dann gab es Einzelvorführungen, um die verschiedenen Gangunterschiede noch einmal zu verdeutlichen. Außerdem konnten wir zeigen, dass man mit einem Gangpferd nicht nur im Kreis tölten kann. Elemente aus Trail und Working Equitation, ein Sprung, Garrocha-Arbeit, reiten im Damensattel (mit Sektglas in der Hand), die Paso Fino Figure-Eight, Dressurarbeit mit einem Isländer, im Western-Style vorgestellte Rockys – es gab viel zu sehen. Und nicht nur das, in der Manege-Barrock zeigte Kaja mit ihren Reitschülern auch gymnastizierendes Arbeiten mit Gangpferden (leider habe ich die Auftritte irgendwie immer verpasst – was Schade war, weil man immer neue Impulse mitnehmen kann). 

Vorträge am IGV-Stand – Sabrina erzählt über Rinderarbeit! – Foto: privat

An unserem neuen Stand-Standort in Halle 16 (direkt neben der Blogger-Lounge) konnten wir auch sieben Fachvorträgen lauschen, Yvi Tschischka und Ann-Christin von Ponyliebe-Fotografie haben für Pferdefotografen wieder eine kostenlose Portfolio-Review veranstaltet. Hier konnten Fotografen ihre Bilder vorzeigen und sich Tipps von den beiden Profis holen, um den Bildaufbau noch zu verbessern. 

Dazu kam die tolle Gelegenheit in der großen Showarena zweimal täglich für ein paar Minuten die Gangpferde zu präsentieren. Das war wirklich ein richtig schönes Erlebnis. Diese Energie, wenn man in diese Arena hineinreitet – unbeschreiblich! Ich durfte das schon einmal mit Jacinto erleben und jetzt dieses Jahr mit Diosa! *Gänsehautfeeling*

Diosa hat sich übrigens die ganzen vier Tage und die drei Auftritte pro Tag richtig gut geschlagen! Sie war durchweg motiviert und hat immer kooperativ mitgemacht. Nachdem sie nach dem diesjährigen Fohlen und dem Absetzen noch nicht wieder ihre gewohnte Rubens-Figur erreicht hatte, ging zwar ganz schön Gewicht verloren, aber jetzt zu Hause schaut sie schon wieder sehr gut aus. Ein bisschen Stress hat selbst eine so coole Socke wie Diosa. Und diese Messe verlangt viel von den Ponys ab. Die Unterbringung ist in einer großen Messe-Halle in Indoor-Boxen. Es herrscht ständig ein durchgehender Lautstärke-Pegel, trockene Luft und die Menschen und Auftritte sind auch nicht einfach für das Fluchttier Pferd. Aber ich bin sehr stolz auf mein tolles Pony – und ich bin richtig stolz auf ihre Tochter Dea, die ihren allerersten Messeaufenthalt so dermaßen entspannt mitgemacht hat. Auch auf Sello und Empressario von Stan und Johanna Paul bin ich sehr stolz, die beiden hatten nämlich ebenfalls ihren ersten Messe-Auftritt und die 13 Auftritte und vier Messetage haben alle Ponys souverän gemeistert.

Fast der ganze IGV-Haufen! – Foto: Nadine Schumachers Kamera 🙂 Weil Du bist ja drauf!

Natürlich war Nico dieses Jahr auch wieder mit von der Partie – unser heimlicher Pröbchen-King 🙂 Jeder wollte mit Nico unterwegs sein, weil er immer am Besten weiß, wo es die Gratis-Futterproben gibt. Wir haben nicht nur einen Stand unsicher gemacht und dabei echt viel gelacht.  Unsere spontane IGV-Stallgassen-Party war auch ein schönes Erlebnis – Sekt, guten Schnäppes, Knaberreien, viel Lachen, einen Haufen toller Menschen und die Ponys mitten drin! Leider konnten wir dieses Jahr nicht die Generalprobe der Gala-Show besuchen, aber das war dann doch nicht so schlimm. Dafür hatten wir viel Spaß beim Wiederfinden des obligatorischen Italieners in Sarstedt (kleiner Insider) 🙂

Jedenfalls möchte ich mich ganz herzlich bei allen Reitern, Helfern, Heuschleppern, Kaffeekochern, Technikern, Deko-Königen, Aufbauern, Staubsaugern, Kuchenbäckern (wie schafft man es auch noch Abends nach einem Messe-Tag noch zu Backen!?), Hindernisträgern, Fotografen, Besuchern, Standvertretern und Teilnehmern bedanken und ganz besonders bei Doro und Kaja, die die Organisation so lebendig und reibungslos gestaltet haben. Und bei Coco, der Zeitmanagement-Königin! Und bei Julia fürs spontane Traber reiten am Abreiteplatz 🙂 

Ihr seid alle Spitze! Und um es mit Kajas Worten zu sagen: „Ich bin sehr dankbar, ein Teil dieses Miteinanders, dieser Offenheit und dieser gelebten Toleranz zu sein.“ 

Diosa on Tour – Hannover wir kommen! – Foto: privat

Wir sehen uns alle im nächsten Jahr wieder! Hoffentlich schon vor der Pferd und Jagd 2019! 

PS: Britta! Du musst dann auch wieder dabei sein! Wir haben dich vermisst! 

Die Pferd und Jagd ist die größte Messe für Reiten, Jagen, Angeln. Dieses Jahr kamen 102.100 Besucher. Die Messe findet jährlich – seit 1981 statt – Messegelände Hannover-Laatzen.

Samba in Hessen?

2. Fino & Friends Gangpferdeturnier in Flieden (Hessen)

Barrida! Auffallend viele Schimmel fanden den Weg nach Flieden – Foto: Yvi Tschischka

29.06. – 01.07.2018:

Sommer – Sonne – Sambastimmung …. oder so ähnlich könnte man das letzte Wochenende treffend umschreiben. Vom 29.06. bis 01.07.2018 fand in Flieden (Hessen) das 2. Finos & Friends Gangpferdeturnier statt. Veranstalter waren Britta und Gerd Mülle (Paso Finos im Fliedetal – und der PFAE) unterstützt durch eine Vielzahl unermüdlicher und fleißiger Helfer. Als Richterin war dieses Jahr Anna Eschner die Herrin der Platzierungen. Herr des Mikrofons war wie schon beim ersten Mal Daniel Sewing. Wie immer war alles super organisiert – das Stallzelt bestens gerüstet, das Catering super, eine Cocktailbar mit dem besten aller Cocktail-Mixer Erick am Samstag und Sonntag, Meldestelle, Ringstewarts, Schleifenmädchen, Platzwart, Musik, Begrüßungsgeschenke, Preise, alles topp und liebevoll bis ins Detail durchgeplant. Vielen Dank an alle helfenden Hände und an die ganze Arbeit, die Ihr Euch schon Monate im Voraus für uns gemacht habt, um Reitern und Zuschauern so ein tolles unvergessliches Wochenende zu ermöglichen.

Yvi, dieses Jahr als offizieller Turnier-Fotograf und Mit-Reiter von Kaisys schickem Pony Ristretto unterwegs, und ich mit Jacinto und dem Drachenpony im Gepäck, sind bereits Freitag zeitig losgefahren, um drei schöne Tage in Hessen zu erleben. Der Freitag war komplett entspannend für uns. Wir sind nach dem Einchecken im Hotel noch gemütlich geritten, um den Ponys vor Turnierstart noch die Bahn zu zeigen. Dabei hatten Yvi und das Drachenpony den Moment schlechthin – das Drachenpony war beeindruckt vom Turnierplatz bestimmt drei Runden lang im friedlichen Tölt unterwegs und auch mehrere Durchgänge taktklar auf dem Sounding-Board. Und ich Depp hab vergessen auf „filmen“ zu drücken, so dass leider nur 24 Sekunden dieses genialen Moments festgehalten wurden. Schon alleine deshalb hat sich die Fahrt also gelohnt 🙂 Aber es sollte noch traumhafter werden.

Vor-sich-hin-Dappel-Zwerg und Power-Resi am Sonntag-Morgen – Foto: Yvi Tschischka

Zurück im Stallzelt wurde ich kurzerhand als Ersatzreiter für die Western Pleasure rekrutiert: auf meinem speziellen Lieblings-Pony Osiris del Gavilan, da seine Besitzerin leider selber nicht dabei sein konnte. Was für eine Ehre – und vor allem, was für eine Freude! Osiris durfte ich bereits vor Jahren schon einmal vorstellen und dieses Pony ist einfach ein ganz faszinierendes und sehr spezielles Pony. Lieben Dank Steffi! Du darfst mir jederzeit den Bub „aufs Auge drücken“ 🙂 Der Abend klang dann beim gemeinsamen Buffet im Gasthaus Zentrum aus, Jörg Wehner und sein Team haben auch das hervorragende Catering am Turnierplatz übernommen. Ich bleibe weiterhin ein großer Fan von seinen Lachsbrötchen zum Frühstück!

Der Samstag war dann mein leicht stressiger Reit-Tag – insgesamt sieben Prüfungen! Wobei die Erste, die Naturtölt mit Resi schnell vorbei war. Sie ist eine halbe Runde lang schön getöltet und dann leider ein bisschen ins Hopsen gekommen, so dass wir die zweite Hälfte der Runde weitergehopst sind und direkt beim Ausgang mit Abschlussgruß wieder raus. Vielleicht hätten wir ihr am Freitag gar nicht den Platz zeigen sollen, dann hätte sie die tolle Phase vielleicht in der Prüfung gezeigt. Man weiß es nicht. Aber egal. Sie sieht jedenfalls immer schick aus – egal was sie macht. Als nächstes war die Dressur B mit Jacinto an der Reihe – nicht ganz so schön wie zu Hause geübt, vor allem die Schritt-Phasen mit den Kurzkehrts waren nicht so optimal, aber durchaus eine sehr schöne Dressur – und für Jacintos Verhältnisse ziemlich konstant. Von Alex Rau gab es ein dickes Kompliment, von der Platzierung her hat sich das nicht ganz so gut niedergeschlagen, aber egal. Auch die folgende Country Pleasure hat sich gut angefühlt. Jacinto war natürlich nicht durchgängig im Tölt (da hatten viele Pferde dieses Wochenende Konstanz-Probleme), aber ich fand ihn deutlich besser wie die letzten zwei Jahre. Vor allem hatten wir auch angedeutet zwei Tempi Tölt. Und das besser wie letztes Jahr war mir am Wichtigsten.

Jacinto in der Country-Pleasure – Foto: Yvi Tschischka

Den Trail habe ich mit beiden Ponys gestartet. Jacinto nicht entspannt – das ist leider komplett Glücksspiel bei ihm – Hindernis Nummer eins: Flatter-Gasse: kein Problem. Zwei: Fußball schussern konnte er noch nie – alles was sich bewegt, wenn er drauf oder dran Tritt bringt ihn komplett aus der Fassung. Cocktails mixen an der Bar: Jacinto trinkt nicht, also mixt er auch nicht …. *augenroll* – Seitwärts-Stange, kann er eigentlich, aber heute nicht, genau so wie das Stangen-L rückwärts. Das hat er erst mal zerstört. Aber Kira, ich fand Deinen Trail sehr schön!
Bei Jacinto ist alles möglich. Den George Clooney hat Jacinto aber wieder schön um die Pylonen getragen. Übrigens ein tolles Hindernis! Ich habe mich sehr gefreut, den guten George wieder zu sehen. Er war ja damals schon in Hünfeld dabei. Und dieses Mal gab es auch Kaffee am Abreiteplatz! Helga, Du bist einfach die Beste! 🙂

Der gute George Clooney als Trailhindernis in Flieden – Foto: Yvi Tschischka

Trail mit dem Drachenpony – ein Widerspruch in sich? Eigentlich nicht. Sie läuft nämlich besser, wenn sie zwischendurch mit Dingen konfrontiert wird, die sie ablenken. Flatter-Gasse, sogar im schnelleren Tempo möglich. Eigentlich wollte ich im Schritt durch, aber sie war zu aufgeregt. Fußball durch die Stangen bugsieren: Nach einer Schnaub und Überlegungsphase super gemacht. Cocktailbar: eher gefährlich, aber es hat sich überreden lassen. Mit viel Aufregung. Die war dann leider ab dem Stangen-Seitwärts komplett überschüssig. Stangen-Seitwärts und Stangen-L kann sie nämlich eigentlich sehr schön. Aber da haben die Nerven dann durchgedreht. Ich bin dann abgestiegen und wir sind noch zu Fuß schön durchs L und mit George durch die Pylonen, damit sie einen schönen Abschluss im Trail hat und nicht komplett überreizt da raus geht. Wir sind sogar in der Wertung geblieben und Resi war damit sogar besser wie Jacinto. Diese Ponys!

Aber letztendlich fragen sich viele Leute bestimmt, warum schleppst Du dieses bekloppte Pony überhaupt mit? Die spinnt total, es ist Stress, sie führt sich auf und es macht eh keinen Sinn. Stimmt alles, aber ich versuche es trotzdem. Ich finde es wichtig die Ponys auch in der Fremde herum zu schleifen. Einfach mal raus aus dem heimischen Stall, Hänger fahren, wo anders sein, wo anders reiten, das schweißt zusammen und ist auch immer eine gute Übung – und es deckt Schwachstellen auf, die zu Hause leidlich funktionieren (Schritt, halbgeübte Trailhindernisse, Schwachstellen im Tölt) und dann in der Fremde einfach gnadenlos aufploppen, weil sie nicht zu hundert Prozent funktionieren. Und ich teste das halt auf einem Turnier. Mir ist es wichtiger im Gesamt-Paket eine gute Zeit zu haben und dass die Ponys auch überall entspannt sind. Das schaffen beide sehr gut, nur in der Prüfung direkt hapert es dann halt einfach meistens.

Cocktailbar mit Resi, gut, dass das Pony so kurz ist, wenn es schon unbedingt zusehen will! – Foto: Yvi Tschischka

Aber man weiß es nie, vor allem beim Drachenpony. Es hat uns am Freitag eine Ausschau gegeben, was es könnte, wenn es wollen würde, aber leider steht es sich immer wieder selber im Weg. Und das hätten wir nicht erleben können, wenn wir sie nicht mitgeschleppt hätten. Und auf jeden Fall hat sich meine kleine „Reitbeteiligung“ Franziska gefreut, dass das Drachenpony dabei war, weil sie nämlich zusammen mit ihrer Mama den ganzen Samstag mit Resi verbringen konnte. Und dabei eine Riesen-Freude hatte. Übrigens vielen Lieben dank an Steffi, die sich als Pferde-Sklave den Samstag bei mir verdingt hat: Ponys halten und Dressur filmen – mit zwei Pferden unterwegs mit komplett allen Prüfungen an einem einzigen Tag hätte ich das ohne sie nicht so reibungslos geschafft! Gerade weil Yvi den schicken schwarzen Ristretto von Kaisy reiten durfte und „nebenbei“ noch offizieller Turnierfotograf war. Ristretto hat übrigens einen sehr schönen Einstieg ins Turnier-Leben gegeben! Er hat das Prima gemacht!

Nachmittags startete ich Jacinto noch in der Pleasure L1 – was ganz gut funktioniert hat. Bekannte Probleme (Schritt … warum auf einmal langsam laufen???? – und Taktprobleme) haben uns natürlich nicht in die vorderste Reihe gebracht, aber wie gesagt, ich war zufrieden mit der gezeigten Leistung. Es geht natürlich noch besser, und es war schon besser, aber halt schlicht und einfach Momentan nicht.
Übrigens hat man auch während den Prüfungen Spaß wenn man im Line Up steht und mit den Mitreitern Spaß hat. Jürgen ist da der Knaller schlechthin. Er schafft es seine verlorene Rückennummer vom Sattel aus aus dem Sand zu klauben. Line-Up-Gespräche sind immer Lustig, vor allem, wenn so Sätze wie: „Jürgen, Du musst die Nummer aufheben, ohne Abzusteigen!“ dann auch genau so ausgeführt werden. In der Prüfung. Man kann so viel Spaß haben, wenn man nicht alles verbissen sieht und das tun die Fino-Reiter eben nicht, drum ist es so lustig mit Euch allen! Großes Kompliment an die ungefähr 25 anwesenden Pferde und ihre Reiter – wobei auch zwei Nicht-Finos dabei waren – Schön, dass Ihr gekommen seid! Übrigens gab es wieder einmal eine Kostüm-Klasse – was habe ich gelacht, als ich die drei Starter gesehen habe – grandiose Verkleidungen!

Ehrenrunde der Country-Pleasure – immer wieder ein Vergnügen! – Foto: Yvi Tschischka

Am Ende des Tages waren meine beide Ponys dann schon ziemlich Müde. So ein Turnier-Tag ist anstrengend. Während die beiden Ihr vorgezogenes Abendessen mümmeln durften hatte ich die Ehre den schicken Osiris in der Western Pleasure zu starten. Tine und ich (oder wahlweise Yvi und Tine) sind seid Jahren so ziemlich die Einzigen, die diese schöne Prüfung starten. Ich finde, das muss sich ändern! Los Leute: Mut zu Glitzer und Spaß! Übrigens noch einmal ein Danke an unseren „Besser-Gekühltes-Bier-Guide“ Steffen fürs Leihen Deiner Chaps und fürs Filmen der Prüfung!

Jedenfalls hatte ich viel Freude in dieser Prüfung und wir hatten auch ein richtig schönes Workout, sogar mit Rollback. Ich liebe diese Prüfung. Man fühlt sich einfach wie ein cooler Westernreiter. Egal ob man das ist oder nicht. Und egal ob es funktioniert oder nicht. Es geht um den Spaß. Und vor allem mit so einem tollen Pony unterm Hintern. Aber dieses Mal hat es funktioniert. Wir wurden beide Erste, weil unterschiedliche Ponys, aber beide toll präsentiert. Somit hat sich mein Ziel: eins von den tollen Holzpferdchen, die es wieder als Pokale gab, bekommen auch erfüllt. Neben einem fetten Grinsen im Gesicht, weil tolles Pony unterm Hintern. Hach, das Leben kann so schön sein!

Osiris von Steffi, bester Bub ever!  – Foto: Yvi Tschischka

Eigentlich wollte ich Jacinto schonen, weil er schon sehr müde war, habe mich dann aber doch noch für die Fun-Prüfungen rekrutieren lassen. Ok, eigentlich, um Helmut und Helada zum Paar-Reiten zu animieren. Was auch funktioniert hat. Helada hat auch manchmal echt einen Schatten, und spackt zwischendurch komplett ab, nur läuft sie zwischen durch einfach genial. Helmut hat es echt drauf, da oben cool zu bleiben, trotz Kapriolen. Auch mit mehrlagigem Klopapier in der Hand und Jacinto neben dran. Wir hatten jedenfalls Spaß 🙂 Die Champagner-Tölt ist ja sowieso quasi Pflicht mitzureiten, weil ( – Achtung Pro-Tipp!!!) da kommt man prima an Gratis Sekt ran (wenn das Pony nicht so viel herum hüpft und alles verschüttet). Ich reite die Prüfung ja nur deswegen …. abgeschlossen wurde der perfekte Samstag dann noch mit Mojito und Erdbeer Daikiri an der Cocktail-Bar von Erick. Wir hatten viel Spaß und viel zu lachen!

Der Sonntag sollte dann eigentlich der Tag werden, an dem ich Yvi in der Horsemanship fotografiere. Aber weit gefehlt, am morgentlichen Lachsbrötchen mit Kaffee bekam ich das Angebot La Luvia del Caron von Manuela ebenfalls in der Horsemanship zu reiten. Hallo, was für ein Angebot! Tolles Pony, Schneeweiß, noch nie geritten – mach ich doch glatt! Vielen dank Ela! Aber ich habe mir erst das ok von Yvi eingeholt, weil eigentlich war es ja anders versprochen. Aber Nico ist an der Kamera eingesprungen und alles war gut. So kam ich in den Genuss ein komplett fremdes, aber tolles Pferd in einer Prüfung zu reiten. Ich liebe solche spontanen Dinge. Und es hat auch richtig gut geklappt. Bis auf die Tempo-Unterschiede und meine obligatorischen Taktfehler – wir wurden sogar Sechster. Also für Fremd-Reiter-Kombi echt nicht schlecht – und es war eine echt harte Prüfung! In meiner „Abteilung“ hatte ich Sello und Stan und Brujula mit Britta – also quasi unschlagbare „Konkurrenz“, weil so tolle Ponys – aber es ist immer wieder Lustig mit Euch!

Leider war das Turnier nach den Best of Traditional-Klassen am frühen Nachmittag viel zu Schnell wieder vorbei. Und es war ein richtig schönes Turnier – sehr geprägt von einer richtig guten Stimmung, voll Freude/Spaß und dem Treffen von tollen Menschen. Jeder hat sich für jeden gefreut und es ist einfach wie ein großes Familientreffen – nur mit Ponys. Also eigentlich viel Besser wie ein Familientreffen (weil da darf man ja nicht die ganze Zeit über Ponys reden). Apropos Familien-Treffen: ist ja wie Schafe Hüten – in den Mittagspausen konnten wir der Vorführung von Meik Wessendorf mit seinen Hütehunden Elsa und Nice und den Schafen zusehen. Das war voll interessant! Und ich mag Schafe.

Zeitungsausschnitt Fuldaer Zeitung vom 3. Juli 2018 (unter Pferdesport :-))

Wir sind dann noch mit zu Stan und Johanna gefahren, um den gerade mal drei Wochen alten „neusten“ Sello-Nachwuchs zu besuchen – was für ein schickes, aufgewecktes, imposantes Kerlchen! Das wird spannend mit ihm! Herzlichen Glückwunsch an so ein gelungenes Fohlen Johanna und Stan! Und meine Prognose: Er bleibt Grau wie die Mama 🙂

Stau-Los sind wir dann Abends wieder zu Hause angekommen und die Ponys waren froh endlich wieder in Ihre Herden zu kommen und wir froh eine Dusche und das eigene Bett wieder zu sehen, aber voller toller Erinnerungen – und darauf kommt es an! Wir sehen uns wieder! Ganz bestimmt!

 

Ach ja, meine Angeber-Turnier-Auflistung für meine Statistik fehlt noch:

La Respuesta de Los Angeles:

Naturtölt (3) – rausgeflogen

Trail (6) – 5. Platz

Jacinto del Gavilan:

Trail (6) – 6. Platz

Country Pleasure (3) – 3. Platz

Pleasure L1 – vergessen, vielleicht kann mich wer erinnern? 

Dressur B (7) – 5. Platz

Osiris del Gavilan:

Western Pleasure (2) – 1. Platz

La Lluvia del Caron:

Horsemanship (10) – 6. Platz

Schnee in Hannover?

Pferd und Jagd Hannover 2017

Willkommen in der Welt der Gangpferde – Foto: privat

07. bis 10. Dezember 2017:

In den letzten Jahren ist es fast schon Tradition geworden, dass Yvi und ich auf die Messe Pferd und Jagd nach Hannover fahren. Es ist jedes Jahr wieder Abenteuer, irgendwie Urlaub und aber immer ganz viel Spaß wenn wir dort sind. Dieses Jahr waren wir als Bodenpersonal für den IGV-Stand und als durchgehende PFAE-Vertretung mit dabei – und zwar die vollen vier Tage!

Los ging es am Mittwoch Abend nach Arbeit und Stalldienst. Ganz gechillt haben wir noch Britta in Flieden abgeholt (inclusive Fohlen kuscheln und Sumpfs Ex-Lover besuchen) und sind weiter in unser Hotel in Hannover gedüst. Spät Abends blieb uns leider nur noch Zeit für ein schönes Abendessen und ganz viel Quatschen, bevor es dann am nächsten Morgen zum ersten Messetag nach Hannover ging. Doro und ihre fleißigen Helfer hatten den ganzen Stand am Vortag schon aufgebaut und so konnte der erste Vormittag herzhaft zum Shoppen genutzt werden. Yvi hat gleich mal den Stand mit den Brockamp-Pads überfallen – da war nämlich ein schwarzes Reitpad zu haben. Die sind ja, wenn man sie bestellt, momentan echte Mangelware. Ich habe mir einen schwarzen, wasserdichten „Blaumann“ für den Winter zugelegt, nachdem der Alte ja schon sehr – sagen wir mal „zugig“ geworden ist mit den Jahren. Der Blaumann hat schon drei Autos überlebt. Also Ziel erreicht. Die Ponys haben noch einen Nachschub an Leckerlies bekommen und neue Fahrpeitschen für die Bodenarbeit. Brot und Spiele ist hier die Devise!

Dieses Jahr hatten die Gangpferde einmal am Tag eine Show-Zeit im Aktionsring – dafür aber immer rund eine halbe Stunde lang. Und der Aktionszirkel war immer gut besucht. Da blieb genügend Zeit für Stephan Vierhaus alle anwesenden Gangpferderassen gewohnt kompetent und überzeugend vorzustellen und wir zeigten auch, dass Gangpferde nicht nur im Kreis tölten können, sondern auch für andere Dinge zu gebrauchen sind. Sabrina Scherweit und Ihre Stute „Honey“ zeigten, dass auch Gangpferde elegant über ein Hindernis kommen (Yvi und ich haben übrigens die lebenden „Sprungständer“ gespielt – so waren auf jeden Fall wenigstens Fino-Hüte in der Arena 🙂 ) Kaja Stührenberg und ihr Nuno zeigten Elemente der Working-Equitation und Sarah Seifert zeigte mit ihrem Gisli, dass auch Islandpferde in der Dressurarbeit und der Piaffe eine sehr gute Figur machen!

Vor dem Auftritt – Mr. Huiii und die beiden Kreiswälder fehlen auf dem Bild .-) – Foto: privat

Ansonsten waren an Gangpferden dabei: zwei Paso Peruanos (Familie Hoffmann), ein Aegidienberger (Natascha Cordes :-), ein Isländer (Sarah Seifert), ein Töltender Traber (Ellen Vierhaus), Paso Iberoamericano (Kaja Stührenberg), Tennessee Walking Horse (Anna Holstermann), zwei Kentucky/Rocky Mountain Horses (Sabrina Schwerweit und Mireille van Meer), vier Mangalarga Marchadores Freizeit (Sabine Krüll) und Sport (Gestüt Kreiswald) geritten. Wahrscheinlich habe ich sogar ein Pferd und Reiter vergessen!

Am Nachmittag starteten dann schon die ersten Vorträge im Rahmen des „Kompetenzzentrums“ – sprich kleine, interessante Vorträge zu den verschiedensten Themen rund um die Gangpferdeszene. Zum Beispiel: „Gaited Working Equitation – Arbeitsreiten mit Gangpferden“ (Stephan Vierhaus), „Die Gangarten und Farben des Rocky Mountain Horses“ (Sabrina Scherweit und Mireille van Meer), „Wanderreiten mit Mangalarga Marchadores“ (Sabine Krüll), „Was sie schon immer über den Paso Fino wissen wollten“ (Britta Mülle und Christine Griebel), „Gymnastizierung von Gangpferden – Herausforderungen im Tölt“ (Kaja Stührenberg), „Zucht, Zuchtlinien und Aufzucht des Mangalarga Marchadores“ (Annegret Dallmann), „Der Mangalarga Marachador – Entstehung, Geschichte Gangarten“ (Andrea Scheidler), „Die Singlefooter – eine neue Gangpferderasse in Europa?“ (Stephan Vierhaus), „Paso Peruanos in Canada“ (Sabine Steffens), „Internationale Gangpferdevereinigung e.V.“ (Carolin Jost-Kilbert). Das waren feine Vorträge, die für viel Interesse innerhalb unseres Stand-Teams gesorgt haben – vereinzelt auch außerhalb … sprich: ich möchte sagen: da ist durchaus noch Luft nach oben möglich!!! 🙂 – und die für das Verständnis untereinander grandios beigetragen haben. So viel geballtes Insiderwissen hört man nicht alle Tage. Ich fand die Vorträge auf jeden Fall eine super Idee.

Unscharfe Handybilder aus dem Aktionszirkel – kann ich! – Foto: privat

Nachdem ich selber auch dort gestanden habe, konnte ich auf jeden Fall freies Reden üben. Das war zuletzt in der Berufsschule gefordert. Von daher: So ein Gangpferd fordert einen in alle Richtungen! Nicht nur unter dem Sattel! Hier speziell ein dickes Dankeschön an Technik-Thorsten :-), der uns souverän verkabelt hat und dafür gesorgt hat, dass alles reibungslos funktioniert.

Schön war auch die Idee von vier Pferdefotografinnen eine kostenlose „Portfolio Review“ für Nachwuchsfotografen zu organisieren. Man konnte nämlich Samstags gemütlich am Stand der IGV seine Fotografien von drei tollen Pferdefotografinnen begutachten lassen und sich Tipps holen. Ann-Christin von Ponyliebe Fotografie fiel leider dem Fieber zum Opfer und konnte nicht dabei sein (Schade!!!), aber Alina Geis Fotografie, Frederike Scheytt Photography und Yvi Tschischka haben sie würdig mit vertreten. Es kamen eine ganze Menge talentierter Jungfotografinnen, da hat das Mitgucken in den Bildern total Spaß gemacht. Und Samstags konnte man sich sowieso nicht durch die Messe bewegen, weil so viel los war. Von daher: Perfekt!

Britta musste uns leider Freitags schon wieder verlassen (aber sie hat den Zimt-Schnaps da gelassen!), dafür kam Nico – oder wie wir ihn ab sofort nennen: Pröbchen-King – als Vertretung für die Paso Finos für die restliche Zeit. Nico hat es geschafft, immer etwas zum Stand zu schleppen und zu wissen, wo es die besten Futterproben gibt. Mit Nico hatten wir auch lustige Abendessen und Frühstück im Hotel. Das Buffett kann ja ohne Pferdeversorgung ganz schön lange ausgenutzt werden. Natürlich hatten wir auch lieben Besuch von vielen Gangpferdefreunden und Fino-Freunden auf der Messe. Meike und Flo – Wir sehen uns viel zu selten!

Natürlich habe ich auch jeden Tag den Klaus von Quittpad besucht. Schon alleine wegen ihm lohnt sich die Fahrt nach Hannover 🙂 Und wir haben ganz viele Leute wieder getroffen, oder neu kennen gelernt. Es macht einfach immer Spaß mit dabei zu sein. Egal ob am Stand, in der Generalprobe der „Nacht der Pferde“, beim Essen suchen, Rotwein probieren (haben wir jetzt doch nicht geschafft Nadine!), oder bei den Pferden. Ich freue mich jedes Jahr aufs Neue auf das tolle Stand-Team der IGV und es ist immer ein lustiger und herzlicher Haufen! Ein dickes Dankeschön an jeden Einzelnen, der dabei war! Ich hoffe wir sehen uns alle wieder nächstes Jahr?

Fino-Truppen-Selfie am IGV-Stand – Britta fehlt!!!! – Foto: Yvi

Dann auch bestimmt wieder mit pferdiger Paso Fino-Beteiligung! Wobei wir ehrlich gesagt ganz froh waren, dass wir dieses Jahr keinen Pferdeanhänger dabei hatten. Auf den Straßen war ganz schönes Verkehrschaos am Sonntag – Schneesturm vom Feinsten! Aber alle sind mehr oder weniger später nach Hause gekommen. Abenteuer pur! Als Mitglied in einem Verein erlebt man richtige Abenteuer! Schon alleine im Hotel … aber das sind wieder andere Geschichten! Die lassen wir hier bleiben, die sind nämlich nicht jugendfrei! 🙂

Pferd und Jagd 2016?

08.12. bis 11.12.2016:

Wie beschreibt man kurz und prägnant einen mehrtägigen Messeaufenthalt? Abenteuer, Spannung, Spiel und Spaß. Das trifft es wohl am Besten. Teuer und Anstrengend trifft auch zu. Also nicht unbedingt nur shopping-technisch, man will ja auch Essen, Schlafen und hin kommen. Aber es ist ja schließlich nur einmal im Jahr Sommerurlaub.

Pylonen - Foto: Nadine Schumacher
Lebende Figure-8-Pylonen – Foto: Nadine Schumacher

Dieses Jahr waren Yvi und ich wieder im IGV-Team dabei, um die Gangpferde auf der Pferd und Jagd zu unterstützen und zu präsentieren. Dieses Jahr ohne eigenes Pferd, was einerseits ziemlich erholsam ist, weil mehr Zeit um das Frühstücks-Buffett im Hotel zu plündern (und zwar ausführlich – Misten und Pferde versorgen fällt dafür flach), andererseits aber auch ein bisschen traurig. Diosa hätte sich super mit Karlchen verstanden und der Horse Agility-Platz neben dem Stand mit den ganzen Pferde-Spielsachen wäre perfekt für sie gewesen. Aber dazu später!

Wir sind bereits am Mittwoch losgefahren, konnten allerdings erst nach der Arbeit und dem Stalldienst los. Auf dem Weg nach Hannover haben wir noch einen kleinen Abstecher nach Flieden gemacht, um die liebe Britta und mit ihr das PFAE-Material aufzusammeln. Die Fahrt war schon mal ziemlich lustig, auch die Vollsperrung der A7 in Kassel war nicht ganz so tragisch. Mit dem „Schuh des Manitu“-Hörspiel geht alles leichter. Allerdings war die Vollsperrung der Grund, dass wir erst recht spät angekommen sind und nicht mehr zur Messe fahren konnten. Also Planänderung und gleich in unser bewährtes Hotel einquartiert und den Abend gemütlich ausklingen lassen. Es gehört immer mindestens ein lustig-leckeres Abendessen im hoteleigenen Restaurant mit zum Messeaufenthalt dazu! Und dieses Mal hatten wir sogar mehrere!

Der erste Messetag bedeutet immer: gucken, was hat sich geändert, wo ist alles, wer ist da, sich freuen Leute zu treffen, ankommen, checken wo die besten Essens-Stände und Kaffee-Stände sind. Erfahrungsgemäß nutzt man die ersten beiden Tage, um selber zu schauen, was es Neues gibt. Kleiner Insider-Tipp: Die beiden ersten Tage hat man auch am wenigsten mit Menschenmassen zu kämpfen. Mein Ziel für die Messe war: mindestens eine neue Sache zu entdecken. Das hat sich ziemlich schnell ergeben. Wir haben nämlich Karlchen und Amelie kennen gelernt. Karlchen ist die Ziege von Amelie von „Mein Leben mit Ziege und Co.“ und ein sehr charakterstarker Ziegerich. Gut, man sagt Ziegenbock, aber das klingt nicht so schön wie Herr Ziege. Karlchen kann Kunststücke. Amelie arbeitet mit ihm auch am Langzügel, Seitengängen, und was ihr sonst noch so einfällt und Spaß macht. Sehr sympathisch die Beiden! Diosa hätte sich bestimmt super mit Karlchen verstanden. Er hat nämlich praktische Hörner. Diosa hätte ihn bestimmt dazu gebracht, ihr den Bauch zu schubbeln.

Amelie, Karlchen und Yvi - Foto: Telefon
Amelie, Karlchen und Yvi – Foto: mein Telefon

Und die beiden sind Equiteam-Botschafter. Da komme ich jetzt zu meiner Neuentdeckung! Das Equiteam hat aus Biothane einen multifunktionialen (Kapp)-Zaum gebaut (bis zu 7 Funktionen) und vertreiben auch einen Equizügel – eine Kombi aus Zügel und Halsring. Sehr interessant. Eigentlich hatten die mich als alten Biothane-Fetischisten schon mit „Biothane“, aber alle Produkte klingen sehr spannend. Das testen wir mal! Ich bin schon gespannt (und werde natürlich berichten). Nachdem das Equiteam zwei Preise gewonnen hat, den Innovationspreis und den Leseraward, gab es am Stand Sekt für alle … ein guter Grund, um zu feiern! (… und Sekt abzustauben). Dazu gab es noch eine kompetente und freundliche Beratung, was will man mehr?

Apropos Sekt abstauben … Anika, Jasmin und Ann Christin (Ponyliebe) mit Begleitungen waren auch da (später auch zum Sekt abstauben … 🙂 ) und es gab ein Meet & Greet zusammen mit Yvi Tschischka und ein paar weiteren Fotografinnen und Pferde-Mädels, deren Namen ich mir natürlich gar nicht alle merken konnte. Alzheimer, dein Name ist Griebel… Amelie, Karlchen und Lisa mit Vite Valoo (Ein Pferd zum Verlieben) sind auch kurz vorbei geschneit.

Aber kommen wir mal zurück zu den Gangpferden, deshalb waren wir ja eigentlich da! Jeden Tag gab es im Aktionszirkel in der Halle 17 eine Gangpferdepräsentation. Dabei waren wieder Mangalarga Marchadores, Paso Peruanos, Töltende Traber (Neuer Spitzname von „Mister Who“ ist übrigens „Mister Huiiii“ 🙂 ), die Rocky Mountain Horses, Paso Finos und ein Tennessee Walking Horse. Insgesamt problemlos drei Deckhengste im Ring. Als Paso Fino-Botschafter waren Johanna und Stan Paul mit Angelita und Shakira dabei, wie immer natürlich gewohnt souverän.

Stan und Johanna - Foto: Nadine Schumacher
Stan und Johanna – Foto: Nadine Schumacher

Aber es wurde nicht nur Tölt in der Bahn gezeigt, jeden Tag zeigten Quinta (Paso Fino) und Ostra (Isländer) mit ihren Besitzerinnen Tina und Susanne ihre Arbeit mit Seitengängen und versammelnden Elementen, um den Tölt zu erleichtern in der Manège Baroque. Sehr schön erklärt durch ihre Ausbilderin Kaja Stührenberg.

Manege Baroque - Foto: Telefon
Demo in der Manege Baroque mit Kaja – Foto: mein Telefon

Jeden Abend gab es dann noch im Cavallo-Ring eine Demo über das Thema „Gebisslos ins Gleichgewicht – Bosal meets Gait“. Gelungen moderiert durch Stephan Vierhaus und geritten von Kaja Stührenberg mit ihrem Nuno. Beides äußerst interessante Vorstellungen. Ich hatte danach jedes Mal richtig Lust mich selber aufs Pferd zu schwingen und die gehörten Dinge auszuprobieren, bzw. wieder zu machen. Man vergisst so viele Übungen und Tricks, einfach weil man in seinem Trott gefangen ist. Kompetente Hilfe ist so wichtig. Gerade wenn man mehr als drei Gänge zur Verfügung hat. Übrigens haben sich die Vorstellungen auch sehr gut ergänzt.

Guckt mal hier rein:

Freitag Abend trafen wir uns alle wieder nach der Messe zur traditionellen Stand-Party. Doro sorgt immer so lecker für uns! Sie ist die gute Stand-Fee. Wieder ein Grund um Sekt zu trinken und sich gut zu unterhalten. Natürlich kamen an den verschiedenen Tagen viele Fino-Freunde vorbei (wahrscheinlich habe ich auch gar nicht alle gesehen!). Nico war einen Tag lang da und wollte nichts einkaufen – hat übrigens super geklappt – …. wir haben ihn und seine vielen Tüten dann noch zum Hotel gebracht 🙂 Meike und Florian haben uns zwei Tage lang unterstützt (das war zu kurz!!!!). Britta konnte leider nicht die komplette Zeit bleiben, was schon ein bisschen traurig war. Unsere Traber-Julia war zusammen mit Tina als Überraschung in Hannover. Da muss man extra nach Hannover fahren um sich zu treffen! Wäre ja sonst zu einfach.

Samstag war dann der besucherintensivste Tag. Ich war Zwischendurch beim Klaus von Quittpad. Es ist immer schön, ihn zu treffen. Er ist so knuffig! Und er steht hinter seinem Produkt und ist immer auf der Suche nach Verbesserungen. Bei der Gelegenheit habe ich mir gleich noch ein Quittpad für den Dressur-Sattel vom Drachenpony mitgenommen. So komme ich jetzt auch in den Genuss der neuen frotteartigen Mikrofaser-Unterseite. Wer braucht schon eine große Auswahl an bunten Satteldecken mit großen Logos und Glitzer drauf, wenn er stattdessen so funktional-praktische Sattelpads haben kann? Das erspart einem die Auswahl. Und ist Minimalismus pur. Nur um das mal einfach so gesagt zu haben.

Dann war schon wieder Sonntag. Viel zu schnell ging die Zeit vorbei. Für uns war aber auch die Rückfahrt noch ein Highlight. Erst mal, weil keine Vollsperrung auf der A7 war, und zweitens mal weil wir Thora mit nach „Hause“ genommen haben und so noch einen kurzen Abstecher machen durften, um Dea zu besuchen. Jedes Mal, wenn ich die kleine „Hexe“ sehe, freue ich mich. Und ich entdecke natürlich „sumpfige“ Eigenheiten an ihr. Tolles Pony!

Stand-Team IGV - Foto: Nadine Schumacher
Stand-Team IGV – Foto: Nadine Schumacher

Von daher wieder eine schöne Messe, diese Pferd und Jagd 2016! Mein Dank gilt allen, die mit dabei waren, die geritten sind, die Bodenpersonal waren, die aus der Ferne mitgeholfen haben und alle die Zeit, Geld und Liebe in die wunderbare Welt der Gangpferde stecken und versuchen andere Menschen mit der Faszination des speziellen Ganges anzustecken. Und natürlich alle, die am Stand vorbei geschaut haben (auch ohne Gangpferd!).

 

Technische Fakten Pferd & Jagd 2016:
dieses Jahr 102.000 Besucher 
Die Messe findet jährlich seit 1981 statt
Europas größte Messe für Reiten, Jagen, Angeln
Messegelände Hannover, Hallen 16, 17, 19 – 21, 24 – 26

Shortcut?

September 2016:

Ganz kurz, noch einen Shortcut eingeworfen: Wir waren ja Ende August auch noch in Aschaffenburg bei Terra und Jürgen. (Häschtagg: FarmTour :-)) Im Rahmen einer Life-Vorstandssitzung (heutzutage läuft das ja über Skype, da braucht man nicht mehr so oft durch die verstopften Autobahnen dieser Republik zu geistern – aber zwischendurch tut es auch mal gut den Vorstand in „Echt“ zu sehen … ) haben wir uns alle an der hessischen Grenze getroffen und natürlich gleich die Gelegenheit genutzt dort mal den Hof anzuschauen.

Mir hat es total gut gefallen – die Ponys wohnen dort nämlich fast in einer eigenen Wohnung. Der Offenstall hat nämlich mehrere „Zimmer“, was natürlich tolle Ausweich-Räume schafft und ist optimal durchorganisiert. Und sowieso ist der Hof super gelegen. Allerdings muss man an diesem furchterregendem, riesigen Wachhund vorbei, mit dem ich unbedingt ein „Selfie“ machen musste 🙂

Furchterregender Wachhund
Furchterregendster Wachhund ever – Schnappschuss  …. und ich durfte sie nicht mit einpacken! – Foto: Yvi

Teilnehmen am Erfolgskonzept Gangpferdereiten?

03. – 06.12.2015:

 

Auch dieses Jahr war das erste Dezemberwochenende wieder für die Pferd & Jagd in Hannover reserviert. Yvi und ich waren zur Abwechslung ohne eigenes Pony dabei. Diosa durfte zu Hause bleiben. Wobei das Pony wahrscheinlich den ganzen Trubel ganz furchtbar genossen hätte. Auf der Hinfahrt sammelten wir noch Nadine und ihre beiden Fino-Wallache Cuy und Pastiz ein. Pastiz sollte eigentlich mein Leihpony werden. Er hatte aber kurzfristig beschlossen lieber einen auf Hinkebein zu machen und die Tage gemütlich betuddelt in der Box zu verbringen. Nadine war so nett und teilte sich mit mir bei den Auftritten dann ihren Cuy. Vielen Dank nochmal dafür Nadine! Es war dieses Jahr sowieso eine Messe der kurzfristigen Planänderungen. Aber dazu später mehr.

Die IGV bekam dieses Jahr einen taktisch gut gelegenen Stand in der Nähe des Aktionszirkels in der Halle 17. Nachdem wir die Ponys verräumt hatten, halfen wir Doro und dem restlichen Team erst mal Stand aufbauen. Das hat ja immer ein ganz eigenen nüchternen Industriecharme in den Hallen bevor die ganzen Besucher kommen. Dieses Jahr wurde im Rahmen dieser ganzen Terroranschläge relativ viel kontrolliert und gefilzt. Am Sonntag sind aufgrund einer Drohung auch Polizeistreifen durch die Hallen gelaufen. Aber davon darf man sich nicht abschrecken lassen.

Doch zurück zum Stand! Das bewährte Konzept mit den Bartischen mit Informationsmaterial und Sitzgelegenheiten, die zum Quatschen einladen, wurde fortgeführt. Eine nette Einstellerin von Stephan stellte uns Salli-Sattelstühle, Hocker in Sattelform auf Rollen zur Verfügung, die super sind und gerne angenommen wurden. Gerne hätte ich mich mit den Dingern durch die ganzen Hallen rollen lassen, aber  niemand wollte mich fahren!

Direkt gegenüber war ein Händler mit Ariat und Westernsachen, hinter uns gleich der Anfang vom Isländerdorf und neben uns ein sehr unscheinbarer Stand, der uns noch viel Freude bereiten sollte. Das war nämlich ein Naketano-Outlet. Wir waren natürlich erst mal ahnungslos. Dass diese Firma mit den kuscheligen Pullovern existiert wusste ich, aber nicht, dass dieser nicht mal mit Firmenname beschriftete Stand so dermaßen viel Kundschaft anlockt. Es gab sogar Absperrbänder mit Einlass! Auf jeden Fall war es eine wahre Freude den jungen Mädels beim wühlen auf den Tischen zuzusehen. Interessant wurde es natürlich, als dann dieser Stand fast restlos ausverkauft war und nur noch Pullover in der Größe S da waren. „S“ für Kuschelpullover überhaupt herzustellen ist übrigens meiner Meinung nach ein Unding. Die sollen ja bequem sein und nicht aussehen wie Presswurst in Darmfüllung. Also könnte man die Größen „S“ und „XS“ direkt streichen. Mal ganz ehrlich – wer passt da schon freiwillig rein? Oder besser, wer kommt da elegant wieder raus …. jedenfalls sieht man interessante Verhaltensmuster von jungen Käuferinnen so über den Tag verteilt. Klassen von angehenden Verhaltensforschern hätten da ihre wahre Freude dran gehabt. Natürlich haben wir uns auch voll als Fashion-Opfer mit Naketano-Pullovern eingedeckt, aber wir konnten ja quasi schon vor Messe-Öffnung den Stand belagern und uns dann lässig geben.

Der erste Messetag ist immer eine Art Orientierung – Wie läuft etwas ab? Wo muss ich hin? Was gibt es alles? Wer ist noch alles da? Solche Dinge werden da abgecheckt. Man trifft viele nette Leute und Händler, die man von früheren Messen kennt. Ich sag nur, der Ingwer-Man, der Joghurt-Stand (bestes pseudogesundes Essen der Welt!). Man checkt den besten Kaffee-Stand ab, wo gibt es gutes Essen, an das man dann im Messeandrang auch heran kommt? Alles wichtige Dinge für Messe-Teilnehmer. Der beste Kaffeestand war gleich zweimal da – einmal draußen vor Halle 26, die mit den Creppes, und einmal direkt zwischen Aktionsring und Manège Baroque. Sehr praktisch, da sind wir nämlich mehrmals täglich vorbei gelaufen.

Gangpferde auf dem Weg zum Aktionsring - Foto: Thorsten Ruthof
Gangpferde auf dem Weg zum Aktionsring – Foto: Thorsten Ruthof

Auf Messen läuft man sowieso sehr viel. Man sollte gutes Schuhwerk dabei haben. In meinem jungendlichen Leichtsinn habe ich meine guten Laufschuhe zu Hause gelassen, weil ich zu faul war sie sauber zu machen. Solche Sünden straft der Herr sofort. Aber gottseidank war die Firma Quittpad mit ihren fantastischen Einlegesohlen wieder da! Klaus rettete damit meine Füße vor schmerzhaften Blasen. Eigentlich stellt Quittpad ja Sattelunterlagen her. Überhaupt hat Quittpad wieder etwas Neues am Start – eine neue Oberfläche für die Satteldeckenunterseiten. Es sieht aus wie Mikrofaser und sorgt für trockene Pferderücken. Ich bin gespannt darauf, die neue Unterseite auszuprobieren! Gespannt warte ich auch auf die angekündigten Sattelgurte aus dem bewährten Quittpad-Material. Der Prototyp fasst sich schon mal gut an. Es bleibt spannend.

Die Gangpferde hatten insgesamt drei Auftritte pro Tag. Schön konzentriert auf den Nachmittag. Erste Vorstellung war in der Manège Baroque – Marie Wendel mit ihrer Aegidienberger Stute und Stan mit Machiavelli führten ihre Pferde hier unter dem Gesichtspunkten Elemente der barocken Dressur in der Gangpferdereiterei vor, natürlich gekonnt von Stephan Vierhaus moderiert.

Die große Rassenvorstellung war dann immer um 15 Uhr im Aktionsring – alle Gangpferde im Vergleich zusammen im Ring, von Stephan kurzweilig präsentiert. Stephan hat es halt einfach drauf. Die Leute hören ihm gerne zu und er schafft es die Zuschauer zu unterhalten.

Stephan Vierhaus - Foto: Thorsten Ruthof
Halle 17 – Aktionsring – Foto: Thorsten Ruthof

Im Aktionszirkel gab es an den vier Messetagen zwei Paso Finos zu sehen. Angelita mit Johanna und Cuy mit seiner Chefin Nadine oder mit mir. Objektiv oder nicht, ich finde auf jeden Fall die Finos sahen dieses Jahr wieder sehr schick herausgeputzt aus mit Zamarros und traditionellen Zaumzeguen, die Ponys gleichfarbig, die Reiterinnen schick mit Hut und neu gestalteter Fino-Jacke. Die gibts übrigens auch im Shop (www.paso-shop,de) bei Nadine zu kaufen, wer noch nach einem Geschenk sucht, könnte hier Abhilfe finden. Einfach mal Nadine anschreiben!

Cuy und ich - Foto: Thorsten Ruthof
Cuy und ich – Foto: Thorsten Ruthof

Um 16 Uhr gab es dann noch einmal drüben in Halle 25 im Cavallo-Ring Gangpferd zu sehen. Leider erkrankte Nuno von Kaja mit unklarem Fieber am Donnerstag Abend und musste in die Klinik. Stan sprang für Kaja ein – auch im Cavallo-Ring, wo Stan mit einem äußerst geduldigem Machiavelli (er erinnert mich so dermaßen an meine verstorbene Dimera – unglaublich!) zusammen mit Stephan das „Anreiten“, Reiten und gymnastizieren von Pferden mit kolumbianischen Bosal demonstrierten. Auf jeden Fall eine sehr schöne Werbung für unsere Ponys. Auch die Tatsache, dass der Paso Fino ja traditionell gebisslos angeritten wird und somit ja momentan – oder eher eigentlich schon immer – voll im Trend ist. Nuno geht es übrigens wieder gut.

Machiavelli ... so geduldig im Cavallo Ring - Foto: Thorsten Ruthof
Machiavelli … so geduldig im Cavallo Ring – Foto: Thorsten Ruthof

Insgesamt war es wieder eine sehr schöne Messe. Natürlich anstrengend, aber auch schön. Wir trafen viele nette Leute, neue und alte, hatten viel Spaß und irgendwie finde ich, dass das IGV-Team wunderbar harmoniert. Es macht einfach Spaß mit motivierten Gangpferdefreunden egal welcher Rasse zusammen zu sitzen und Gangpferde zu zeigen. Auch dieses Jahr organisierte Doro wieder eine Stand-Party für uns. Das ist auch immer ein schönes Erlebnis. Man hockt Abends zusammen in den leeren Messehallen und hat Zeit für Gespräche. Das Fino-Team in diesem Jahr bestand übrigens aus Stan (Machiavelli), Johanna (Angelita), Britta, Gerd, Nadine (Cuy/Pastiz), Meike, Yvi und mir. Tageweise begleiteten uns auch Flo, Basti, Heike und Eric am Stand. Eric hatte natürlich genügend selbstgemachte Snacks dabei – und es gab schon früh am Vormittag Sekt 🙂 Natürlich wurden wir auch von vielen Fino-Freunden aus ganz Deutschland besucht, was immer wieder schön ist. Besonders gefreut hat es mich auch Deas neue Besitzerin in „Echt“ kennen zu lernen. Überhaupt macht es viel Spaß die verschiedenen Gangpferdefreunde zu treffen.

Teile des Teams am Sonntag - Foto: Thorsten Ruthof
Teams am Sonntag Abend – Foto: Thorsten Ruthof

Unser Hotel war auch wie immer perfekt. Zwar ist das Parkhotel etwas außerhalb gelegen, aber wir kommen immer wieder gerne dort hin. Schon alleine wegen dem Kellner mit seinem trockenen Humor im Restaurant oder wegen dem guten Frühstück. Das fehlt mir übrigens jetzt zu Hause. Gutes Frühstück.

Für die Zahlenfreunde unter uns die Pferd und Jagd 2015 in Zahlen und Stichworten:
100.000 Besucher – 850 Aussteller – Weltrekord Bau des Brandenburger Tor aus Hufeisen – Nacht der Pferde Galashow – Bestes Messewetter – keine Unwetter – keine Kathastrophen

PS: Nächstes Mal muss ich mich mal mit dem Abendshow-Programm beschäftigen. Man hätte nämlich die Gelegenheit berühmten Leuten über die Schulter zu gucken, wenn sie wie Otto-Normal-Reiter am Abreiteplatz ihre Pferde arbeiten. Nur erkenne ich die Leute nicht, weil ich nicht weiß wie sie aussehen! Das muss sich mal ändern!

Um einen kleinen Messe-Eindruck zu vermitteln, habe ich Euch mal ein paar YouTube-Filmchen verlinkt – guckt mal rein – vielleicht entdeckt Ihr auch ein paar Paso Finos? 🙂

ClipMyHorse – Nacht der Pferde 2015:

Halle 17, Salli-Stühle, Finos, Shopping:

ClipMyHorse – Eindrücke:

Pasos y Pasión?

19.06. bis 21.06.2015:

An diesem Wochenende waren Yvi und ich mit Diosa und Jacinto im hessischen Flieden unterwegs. Die Familie Mülle lud zum ersten Hofturnier Namens „Pasos y Pasión“ ein. Das Turnier fand am günstig gelegenen Turniergelände des Reit- und Fahrvereins Flieden zusammen mit den Paso Peruanos statt. Wir reisten ganz bequem bereits am Freitag an. Dieses Mal hatten wir es ja wirklich nicht sehr weit. Nachdem wir nach Christian aus der Schweiz die Ersten waren die eines der beiden Stallzelte bezogen, hatten wir noch genügend Zeit die Gegend etwas zu erkunden und sogar ein bisschen cachen zu gehen bevor es dann richtig mit Turniertrubel los ging. Der erste Cache fand sich sogar direkt am Turniergelände. Sehr praktisch.

Sehr praktisch war auch, dass die Boxen bereits eingestreut waren und je ein Heuballen schon vor der Box lag. Prima Service. Auch die kurzen Laufwege zum Wasser/Waschplatz/Misthaufen/Abreiteplatz waren entspannt. Der Freitag Abend hielt für uns dann noch das Zusehen bei der Ausdauertölt bereit und das gemeinsame Abendessen in der Gaststätte Zentrum in Flieden. Beim gemeinsamen Abendessen ging es schon heiß her – im positiven Sinne. Sprich sehr laut und lustig. Soweit ich erkennen konnte waren tatsächlich alle Teilnehmer zusammen gekommen. Man trifft sich ja schließlich nicht allzu oft auf einem Haufen.

Yvi und Diosa im Trail
Yvi und Diosa im Trail – Diosa passt auf, dass Yvi das auch richtig macht! – Foto: privat

Der Samstag startete dann nach Ausnutzen des Frühstück-Services und nach Zuschauen des Paso-Workshops für Yvi und Diosa mit dem Trail. Der wurde zusammen mit den Peruanos durchgeführt. Inzwischen war auch meine alte Reiter-Freundin Claudia aufgetaucht, um zusammen mit uns mal ein Paso-Fino-Turnier zu erleben. Sie ist ja eigentlich eingefleischte Dressurreiterin, hatte aber schon ein paar lustige Tölt-Ausritte mit uns erlebt und fand es äußerst spannend mal so ein „alternatives“ Turnier zu erleben. Der Trail lief für Diosa und Yvi super – die beiden manövrierten sich auf den ersten Platz und sicherten sich das erste Holzpferd. Als erste Preise gab es nämlich wirklich schön gemachte Holz-Paso-Finos zu gewinnen. Unser Ziel war es, dass jeder ein Pferdchen gewinnt. Jacinto gewann seines dann auch in der nächsten Prüfung, der Versatility. Ziel erreicht. Samstag 12 Uhr und wir waren eigentlich schon fertig mit unserer Zielsetzung … aber weil es so schön war blieben wir natürlich noch ein bisschen.

HOlzpferdchen
Holzpferdchensammlung im Auto – Foto: privat

Der Samstag war wettertechnisch (und fototechnisch) der beste Tag. An den übrigen Tagen war der Wettergott nicht ganz so gnädig mit uns. Es regnete immer wieder und es war ziemlich kalt. Es scheint dieses Jahr irgendwie Trend zu sein eine Prüfung schon total vollgematscht anzufangen. Das hat natürlich den Vorteil, dass man sich um saubere Pferdebeine im Vorfeld nicht wirklich Gedanken machen muss. Man soll ja immer das Positive aus allem ziehen. Nebenbei haben wir festgestellt, dass wir in Zukunft am Abreiteplatz gerne eine trockene Station mit warmen Decken und heißen Getränken hätten. Ich bin mal gespannt, wie sich das in Zukunft umsetzen lässt.

JAcint
Bester aller Zwerge – Foto: Yvi Tschischka

Jedenfalls verbrachten wir den Samstag entweder auf dem Pferd sitzend, fotografierend, oder mit Freunden quatschend. Samstag war der große Besucher-Tag, es schauten viele liebe Bekannte und Freunde vorbei. Bis zur Abendveranstaltung sahnte Yvi noch in ein paar Prüfungen ab. Die Holzpferdchensammlung wurde größer.

richter
Ellen Vierhaus (Richterin), Daniel Sewing (Sprecher), Nick Burgos (USA-Richter) – Foto: privat

Die Abendshow hat uns wieder ziemlich viel Spaß gemacht. Im Paarreiten sind Yvi und ich sozusagen fast unschlagbar und die Copa de Champan ließ auch wieder sehr „beschwipst“ ab. Unser Sprecher Daniel Sewing trug natürlich mit seinen Sprüchen ordentlich zum Gelingen des Abends bei. Und auch die Richter Ellen Vierhaus und Nicolas Burgos (USA) hatten ziemlich viel Spaß an diesem Wochenende. Und darum geht es ja eigentlich: Spaß mit den Pferden und mit Freunden zu haben. Spaß hatte auch Marie Wendel mit ihrer Peruano-Stute „Zorah“. Kaum nimmt man das Pony in die Mitte und schleift es ein paar Mal über den Fino-Strip, schon gewinnt es souverän die Viertaktprüfung! Schön fand ich auch die rege Beteiligung der Peruanos am Abendprogramm. Insgesamt haben die beiden Rassen sowieso sehr gut zusammengepasst (menschlich und pferdlich).

Fun
Yvi und ich beim Paarreiten  – Foto: Corazon del Rio

Ziemlich k.o. sind Yvi und ich dann auch ins Bett gefallen. Der Sonntag brachte natürlich wieder Regen mit sich. Wie hätte es anders sein sollen. Am Vormittag hatten Jacinto und ich noch die Dressur B, wo ich zwar Letzter wurde, aber dafür die schönsten Kurzkehrts gezeigt hatte. Yvi und Diosa gewannen noch die Naturtöltprüfung. Dann kamen schon die Best of Traditional-Klassen und damit das Turnierende in Sicht.

Ich muss sagen, wir hatten ziemlich viel Spaß und wir haben uns ziemlich wohl gefühlt in Flieden. Das Turnier war super organisiert. Britta Mülle und ihr Team haben einen richtig guten Hofturnier-Einstand hingelegt. Die Stimmung insgesamt war auch sehr gut am ganzen Wochenende. Gefreut hat mich vor allem auch, dass einige neue Gesichter und einige lange nicht gesehene Gesichter mit Pferd aufgetaucht sind. Die Teilnehmer aus Frankreich haben eine Anreise von 850 km auf sich genommen, um sich in Deutschland vollregnen zu lassen – Respekt sag ich da nur! An so einem Wochenende sieht man sowieso immer sehr gut, was das Fino-Virus alles mit einem anstellt. Man fährt hunderte von Kilometern, nur um sich mit anderen Bekloppten im Regen auf einem Grasplatz zu treffen. Das ist halt immer wieder schön. Und deshalb mag ich die Fino-Familie so 🙂

Suspekte Zwerge
Suspekte Zwerge denkt der Zwerg – Foto: Yvi Tschischka

Beim Abreisen haben wir noch ein kurzes Fotoshooting mit den Schleifenponys gemacht. Conni Schneider hat zwei ihrer Miniature-Pferde als Schleifenponys ans Turnier geschickt. Eines sah aus wie der Zwerg in Klein – die waren einfach ziemlich „Zucker“ die beiden. Dann waren wir aber auch schon wieder auf dem Weg nach Hause. Ziemlich fix und alle – die Ponys und wir, aber auch ziemlich glücklich. Dass ich auf alle meine Ponys und auf Yvi ziemlich stolz bin, muss ich ja nicht ständig erwähnen. Das wisst Ihr ja schon.

JA
Jacinto und ich – Foto: Sarah Meier

 

Die angeberische Platzierungsauflistung fehlt natürlich noch:

Diosa/Yvi – Trail –         1. Platz (7)
Diosa/Yvi – Naturtölt – 1. Platz (3)
Diosa/Yvi – Dreigang – 1. Platz (5)
Diosa/Yvi – Best of Traditional Country Pleasure –    2. Platz (4)
Diosa/Yvi – Country Pleasure B –    2. Platz (4)

Jacinto/ich – Versatility – 1. Platz (2)
Jacinto/ich – Country Pleasure B – 3. Platz (4)
Jacinto/ich – Equitation Adult – 3. Platz (4)
Jacinto/ich – Dressur B – 6. Platz (6)
Jacinto/ich – Best of Traditional Country Pleasure – 4. Platz (4)

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