Del Cavador

Drachenpony-Flashback?

Kurs mit Cary Hardiman

Heide-Resi
Heide-Fund in Hessen – Es gibt sie dieses Jahr doch! – Foto: privat (und überbelichtet)

31.08. – 02.09.2018

An diesem Wochenende waren wir einmal mehr im schönen Flieden bei Britta und Gerd Mülle (Paso Finos im Fliedetal). Dort fand nämlich erstmalig ein Kurs mit dem USA-Trainer Cary Hardiman statt. Nachdem er schon ein paar Mal in Deutschland war und alle Teilnehmer sehr begeistert waren, dachte ich mir: „Schadet ja nicht. Probierste einfach mal aus“. Input ist ja immer gut.
Gesagt getan. Nachdem das Drachenpony schon länger nicht mehr unterwegs war und wir gerade für sie gute Ideen gebrauchen können, haben wir sie mitgenommen. Nachdem noch ein Platz im Hänger frei war haben wir kurzerhand auch noch Cadi und Desi mitgenommen. Für Desi war es der erste Kurs mit einem USA Fino-Trainer und die beiden haben das richtig toll zusammen gemacht!

Cadi und Resi sind seit dem Wochenende also allerbeste Freundinnen. Unglaublich, wie die beiden, die sonst nichts miteinander zu tun haben wollen, auf einmal aneinander geklebt haben. Hänger fahren verbindet.

Wie schon gewohnt fand der perfekt organisierte Kurs in familiärer Atmosphäre am Hof von Britta und Gerd statt. Vielen Dank an Euch, dass Ihr Euch immer wieder die Mühe macht, Kurse zu organisieren und uns daran teilhaben zu lassen! Es war wirklich sehr schön bei Euch und wir haben Eure Gastfreundschaft wieder sehr genossen.

Yvi hat natürlich die Kamera dabei gehabt und es entstanden ein paar tolle Bilder bei den drei Shootings. Unter anderem auch von den beiden Sello-Fohlen am Hof von Johanna und Stan Paul, also von Diegos Halbbrüdern. Ich bin spontan in einen von beiden verliebt 🙂

Aber hier wird nicht geträumt, zurück zum Kurs und der Realität!
Cary trainiert seit mehr als zwanzig Jahren Paso Finos und andere Pferde (auch Mustangs, die ja sehr straight in ihren Entscheidungen sein können, wie wir erfahren haben). Speziell interessant fand ich die Mischung, die er uns zu vermitteln versucht. Es ist eine Mischung aus Biomechanischen Ansätzen, klassischen Paso-Fino-Elementen und aber auch den alten französischen Reitmeistern. Also so ganz grob – und ganz und gar nicht professionell von mir zusammengefasst. Das Ganze mit einer Ruhe und natürlichen Autorität, die mich sehr beeindruckt hat.

Wir hatten ganz unterschiedliche Pferde am Start – darunter auch zwei „Gelbe“ – Toni und Cid mit Anna und Nico aus dem Erzgebirge. Mit Nico und Co. hat man übrigens immer eine gute Zeit :-), Cadi, das Drachenpony und drei Fliedener Finos, alle Finos mit jeweils ganz unterschiedlichen (oder doch nicht immer so unterschiedlichen) Problemen. Auf jeden Fall konnte man auch beim Zusehen bei den anderen Teilnehmern viel mitnehmen. Vor allem viel Englisch … es ist ganz schön anstrengend für mich, den ganzen Tag Englisch verstehen zu müssen. Mein Englisch ist echt viel zu schlecht. Daran sollte ich wohl dringend arbeiten! Aber Britta hat wunderbar für uns übersetzt. Wir konnten Cary auch jederzeit unterbrechen und Fragen stellen. Und er hat sich richtig gute Gedanken über die verschiedenen Pferde gemacht.

Am Samstag war ich noch nicht ganz so überzeugt, er konnte mir mit dem Drachenpony zwar gute Ansätze vermitteln und Ideen präsentieren, aber irgendwie war ich frustriert. Nichts, was sich nicht mit einem Ausritt ins schöne Waldgelände wieder richten lässt, aber richtig überzeugt war ich dann erst am Sonntag, als er über Nacht noch mal neue Ideen ausgebrütet hat. Mir war der Samstag etwas zu „Traditionell“ in seinen Ideen. Er hat mir auch klipp und klar gesagt, dass das Drachenpony ein echtes Projekt ist und dass das wahrscheinlich nie was werden wird, weil die Probleme einfach zu tief verwurzelt sind. Das wusste ich schon, aber es von einem USA-Trainer zu hören finde ich sehr beeindruckend.

Cary überlegt sich Dinge, die einem auch als eine Art Hausaufgaben weiterbringen sollen. Er hat sich auch Yvis Bodenarbeit mit Resi angesehen und daraus Ideen gebastelt. Ich bin gespannt, wie wir seine Ideen umsetzen können. Prima finde ich übrigens auch, dass Stan Paul auch immer interessiert beim Drachenpony zusieht. So habe ich in ihm auch noch einmal eine Basis, die unsere Probleme aktiv begleitet und uns helfen kann, wenn gar nichts mehr geht. Das Pony deprimiert mich schon sehr oft, aber sie ist auf der anderen Seite einfach ein so tolles Pony, dass so fein und mutig reagiert. Übrigens wurde ihr Schweif manipuliert in USA, was uns nochmal kräftig hat schlucken lassen. Da kam noch einmal viel Grübelei über Resis Vergangenheit in ihrer Jugend hoch.

Was ich gut nachvollziehen kann, ist auch die Art der Reiterei, die Cary demonstriert. Es geht sehr viel um Schulterkontrolle, Hinterhandkontrolle, Biegung, Stellung und Übungen, die dem Pferd erleichtern sollen, einfach das zu tun, was wir von ihm wollen. Es erinnerte mich sehr stark auch an die Kurse von Stephan Vierhaus (nur in Fino sozusagen … also in schnell :-)) Von daher bin ich sehr glücklich mir diese Kurse ausgesucht zu haben, weil sie sozusagen so perfekt aufeinander abgestimmt waren (unbeabsichtigt). Aber auch ein blindes Huhn findet mal die richtige Richtung!

Cary
Cary in Gait mit entspanntem Drachenpony in einer richtig guten Trainings-Einheit! – Foto: privat

Jedenfalls hatten wir ein tolles Wochenende mit ganz tollen Menschen und endlich mal angenehmen Temperaturen, an denen man mal wieder statt zu schwitzen endlich Schokodrink schlürfen konnte und langärmlige Klamotten tragen konnte. Ich mag den Spätsommer/Herbst. Und ich mag gute Kurse mit netten Menschen und gutem Input!
Aber jetzt wird erst einmal über den Winter geübt und alle Ideen von allen meinen „Reitlehrern“ werden weiter vertieft!

Liberty
Die Freiheitsstatue steht übrigens in Hessen – ist klar ne… – Foto: privat aus dem Auto raus 🙂

Selbstreflexion und Dekolleté?

Kurs mit Stephan Vierhaus am Zykloopenhof

 

14. – 15. Juli 2018:

An diesem Wochenende hatten wir das Vergnügen, dass ein weiterer Kurs am Zykloopenhof mit Stephan Vierhaus stattfand. Von Jungpferd bis alter Hase waren ganz unterschiedliche Pferde mit dabei. Ein Jungpferd, das Tipps für die zukünftige Arbeit am Boden bekam, fünf Paso Finos, eine Araberstute und einen Ponymann. Schwerpunkt lag dieses Mal bei der Working Equitation und Stephan konnte für Jeden neue Denkanstöße geben, Wissen vermitteln und allen Teilnehmern ein gutes Stück weiter helfen. 

Es ist so wichtig auch einen Blick von „Außen“ auf das Pferd zu bekommen, das fängt übrigens schon beim richtigen Sattelgurt an. Einige von uns mussten direkt lernen, dass unsere Sattelgurte falsch verschnallt sind und die Ellbogengelenke unserer Pferde behindern. *Räusper* So simple Dinge können auch schon ein Grund für eine schlechte Laune beim Pferd sein. Und unsere Pferde erdulden ja sowieso schon heroisch viel menschliche Inkompetenz…

Versuchsaufbau Sonntag Morgen – unser Reitplatz – Foto: privat

Für mich war es der erste Kurs, in dem es nicht nur um das Reiten am Platz ging, sondern auch um die Bewältigung von Trail-Hindernissen. Und für mich persönlich gab es dieses Mal, neben einer ordentlichen Dekolleté-Bräune eine ordentliche Portion Selbstreflexion. Ich bin zu uneindeutig in meinen „Hilfen“ und ich neige dazu hektisch zu werden. Paso Fino reiten verleitet einen ja durchaus hektischer zu werden. Man lässt sich echt viel zu schnell vom Pferd anstecken. Ja, ich muss mir mehr Zeit lassen, erst nachdenken und dann eindeutige Hilfen geben und meine Denkmuster ändern (meist reicht schon die Vorstellung etwas zu tun aus). Jedenfalls deckt so ein Tor, eine Brücke oder eine Garrocha ganz gut sämtliche Schwachstellen in meiner Reiterei auf. 

Wir werden also wieder einmal mehr an der „Langsamkeit“ arbeiten – sprich vernünftiger Schritt und Biegen, Bremsen ohne das Pferd anzuhalten oder am Zügel zu ziehen – aber dem Pferd auch die Möglichkeit lassen, zum Beispiel die Brücke, selbständig zu bewältigen. Die reine Vorstellungskraft bewirkt da echte Wunder. Ich zögere an der Brücke unbewusst, da muss ich kompetenter werden. Ich muss mehr an meiner Körperhaltung arbeiten, Jacinto driftet nach links weg, weil ich schief sitze. 

Beim Drachenpony muss ich eindeutig mehr an der Hinterhand-Kontrolle arbeiten. Die Vorhand lässt sich super bewegen, aber die Hinterhand braucht mehr Koordination. Wir müssen daran arbeiten vernünftig an Tonnen oder Tore heran zu reiten. Resi neigt dazu die Hinterhand wegzudrehen, da muss ich eindeutiger werden. Also ganz viele Hausaufgaben! 

Selbstreflexion ist nötig! – Jacinto und ich im „Linksdrall“ – Foto: Yvi Tschischka

Diosa braucht konditionsbedingt auch wieder mehr Kraft in der Hinterhand und mehr Biegung. Dazu haben wir auch schöne Übungen bekommen. Diego war natürlich noch nicht dabei, aber er war mit Muttern zusammen auf dem Reitplatz und hat durch gutes Benehmen geglänzt. Außerdem haben wir an ihm das „Zigeunermaß“ ausprobiert und prophezeien, dass er ca. 137 cm groß wird. Ich bin gespannt, ob das so ungefähr zutrifft 🙂 

Auf jeden Fall hatten wir sehr viel Spaß und haben neue Freunde für die Übungen der Working Equitation gewinnen können. Außerdem ist ein Kurs super für die Stallgemeinschaft, weil alle längere Zeit zusammen verbringen, zusammen arbeiten und nachdenken und zusammen auch feiern, was wir mit einem schönen ersten Kurstag-Abschluss beim Italiener auch getan haben. Und unsere Stallgemeinschaft macht wirklich Spaß! Vielen Dank an Caro für das Organisieren dieses Kurses und vielen Dank auch, dass Du dafür gesorgt hast, dass wir nicht verhungern 🙂

Wir hoffen, nächstes Jahr wieder einen Kurs mit Stephan bei uns organisieren zu können und freuen uns schon auf neuen Input! 

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