Del Cavador

Tschikita-Tschiba-Schicka?

November 2015:

Oder wie heißt noch mal diese Frau, die Fotos macht? Genau, Yvi Tschischka!

Dazu muss man als kleines Insider-Highlight wissen, dass es immer unheimlich spannend ist, wie die Leute Yvis Namen aussprechen und wir immer ziemlich gespannt sind, neue Variationen zu hören. Übrigens wird er einfach so gesprochen, wie er geschrieben wird. Aber in letzter Zeit ist sie so langsam bekannt wie ein bunter Hund. Liegt vielleicht auch an dem bunten Pony, dass sie ständig mit dabei hat.

Jedenfalls ist es definitiv mal Zeit Yvi selbst zu Wort kommen zu lassen. Für die Brio hat sie einen Artikel geschrieben, den ich Euch nicht vorenthalten möchte. Schließlich geht es ja darum, dass Yvi mich seit nun mehr schon über drei Jahren bereichert. Doch lest selber:

 

Wer ist eigentlich diese „Yvi“??

Ob auf der PFAE Website, in der neuen Rassebroschüre, den Messe-Rollups oder in den letzten Ausgaben der BRIO ­­– überall liest man unter diversen Fino-Bildern den Namen „Yvi Tschischka“. Aber wer ist das überhaupt? Und was hat dieser Jemand mit der Rasse Paso Fino am Hut?
Auch wenn viele PFAE-Mitglieder inzwischen ganz gut etwas mit diesem Namen anfangen können, gibt es sicherlich noch den ein oder anderen Finomenschen, dem gerade drei Fragezeichen über dem Kopf schwirren. „Ja wer ist denn jetzt eigentlich diese Yvi?“.

Angefangen – wie bei den meisten Reitern heutzutage – hat alles in der örtlichen Reitschule. Longestunden gefolgt von Reitstunden auf Großpferden im zarten Alter von zehn Jahren. Doch wirklich wohl habe ich mich auf diesen riesen Pferden nie gefühlt. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass man absolut jeden Schritt aus ihnen heraustreiben musste und am Ende der Reitstunde selbst verschwitzter war als das Pferd. Nein, das war nicht meine Welt und ich spielte sogar schon mit dem Gedanken die Reiterei an den Nagel zu hängen. Doch dann kam plötzlich Nemo. Nemo war das neue Schulpferd, ein Konik, frisch angeritten und gefühlt nur halb so groß wie die anderen Pferde im Stall. Außerdem ein echtes Schlitzohr, das endlich mal von selbst vorwärts gelaufen ist und man tatsächlich mal in ordentlichem Tempo vom Fleck kam. Ja, das sprach mich gleich schon mehr an! Nach wenigen Wochen waren Nemo und ich ein Team, das gemeinsam die neu entdeckte Reiterwelt auf den Kopf stellte. Wir gingen die nächsten 6 Jahre gemeinsam durchs Leben, lernten beide viel, probierten immer wieder Neues aus und waren für jeden Spaß zu haben. Oh, ich schweife schon wieder viel zu weit ab… Um das Ganze etwas zu verkürzen: Unsere Wege mussten sich nach sechs gemeinsamen Jahren schweren Herzens trennen.

Nemo zog weg, ich begann meine Ausbildung, mein Rücken ging kaputt und „normale Pferde“ schmerzfrei zu reiten wurde zum Ding der Unmöglichkeit. Konnte es das gewesen sein? Nemo besuchte ich zumindest noch regelmäßig, setzte mich hin und wieder eine Runde im Schritt ohne Sattel auf seinen Rücken und machte Bodenarbeit. Trotzdem fehlte mir der regelmäßige Umgang mit Pferden. Dadurch keimte so langsam eine Idee in mir, von der ich damals nie dachte, dass sie so groß werden könnte. Schon lange war die Fotografie mein Hobby – doch an die Tierfotografie hatte ich mich bisher noch nicht heran gewagt.

Je mehr mir aber die Pferde in meinem Leben fehlten, desto größer wurde meine Neugier für den Bereich Pferdefotografie. Von Nemo hatte ich schon tausende Fotos. Ein anderes Pferd musste her, ein mir fremdes Pferd! In einer zugegeben ziemlichen Kurzschlussreaktion schrieb ich im Frühjahr 2012 auf Facebook in diversen Gruppen ein kostenloses Pferde-Fotoshooting für Übungszwecke aus. Niemals hätte ich mit so einer Resonanz gerechnet!

Tag für Tag trudelten neue Mails mit Fotos und Pferdebeschreibungen von interessierten Pferdebesitzern ein. Aber eine Mail hatte es mir sofort angetan. Sie begann mit „10 Gründe, warum unsere Paso Finos das Fotoshooting gewinnen sollten“. (kleiner Auszug: „7. Grund überhaupt: Weil unsere Pferde die allerhübschesten, tollsten und besten sind, toll auf Fotos aussehen können wir aber zu blöd sind um tolle Fotos zu machen und deshalb bitteln-und-betteln müssen, dass uns jemand hübsch in Szene setzt …. und wir auch ganz akzeptabel sind ….(sagt zwar jeder von seinem Pferd, bei uns ist es aber so …“). Paso Fino? Noch nie gehört.. aber klang interessant! Und nachdem die zehn Gründe von einer gewissen Christine Griebel so überzeugend waren, konnte ich nicht anders als das Fotoshooting mit ihr und ihren Paso Finos zu machen.

Yvis zweiter Ritt auf Diosa
Yvis zweiter Ritt auf Diosa 2012 – Foto: privat

Schon wenige Wochen später rollte ich mit meiner Kamera auf den Hof und durfte erst einmal Christine, Nadine und ihre Paso Fino Herde kennenlernen. Christine’s Stute Diosa hatte damals ein zwei Wochen altes Fohlen bei Fuß, Dea del Cavador. Natürlich war ich sofort hin und weg von dem kleinen staksigen Pferdekind, aber auch die anderen Stallbewohner konnten sich sehen lassen. Mini-Andalusier in Ponygröße. Wenn das nicht eine geniale Kombi war! Spätestens nachdem Christine und Nadine im traditionellen Showoutfit vor meiner Linse hin und her getöltet sind, hatte mich die Rasse in ihren Bann gezogen. Das sah vielleicht bequem aus!

Jacinto del Gavilan, Foto: Yvi Tschischka
Jacinto, Foto: Yvi Tschischka 2012 aus beschriebenem ersten Shooting!

Tölt kannte ich bisher ja immer nur von Isländern, aber selbst das hatte ich bis dahin noch nicht ausprobiert. Nach dem Shooting lud mich Christine dann zur Paso Fino Fiesta am kommenden Wochenende ein, da sollte es noch viel mehr solcher tollen Pferde geben! Natürlich ließ ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen und fuhr mit meiner Kamera bewaffnet zum Sternberghof. Dort kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Irgendwie sah hier einfach jedes Pferd toll aus, die Reiter super chic in ihrem Turnieroutfit mit den Hüten und auch die Prüfungen waren eine willkommene Abwechslung zu dieser ganzen Englischreiterei.

Ich fand immer mehr Gefallen an der Rasse, hatte aber immer im Hinterkopf, dass das unmöglich so einfach sein konnte wie es aussah! Das Thema ließ mich nicht los und ich beschäftigte mich immer wieder mit dieser Rasse. Auch mit Christine war ich nach unserem Fotoshooting in Kontakt geblieben – und etwa vier Wochen nach unserem ersten Treffen bot sie mir Diosa als Reitbeteiligung an. Ich auf einem Fino? Doch ich hatte gar keine Zeit um mir großartig viele Gedanken darüber zu machen, denn plötzlich ging alles ganz schnell. Diosa und ich freundeten uns an (zugegeben erst nachdem sie in den ersten Wochen mehr damit beschäftigt war mich zu veräppeln als auf mich zu hören), Dea wurde abgesetzt, es folgten viele Ausritte und viele Runden Tölt auf dem Reitplatz, lustige Wochenendaktionen, erste Kurse, diverse Orientierungsritte, unser erstes Turnier, die erste Messe,… all das ging so schnell, dass ich mir ein Leben ohne Diosa und Paso Finos inzwischen überhaupt nicht mehr vorstellen kann.

Sumpf
Yvi und Sumpf rumgealber – Foto: privat

Die letzten drei Jahre vergingen wie im Flug. Diosa und ich lernten uns kennen – und auch wenn sie selbst es niemals zugeben würde: ich glaub sie mag mich inzwischen auch. Sie fasziniert mich auch jetzt noch immer wieder aufs Neue. Noch nie habe ich ein Pferd mit einem so starken Charakter getroffen. Manchmal scheint es so, als würde man sich richtig mit ihr unterhalten – oder in den meisten Fällen eher diskutieren. Sie hat eine sehr überzeugende Mimik, mit der sie auch immer sehr deutlich zeigt, was sie von etwas hält. Doch trotz ihres wirklich sehr ausgeprägten eigenen Kopfes, kann ich mich immer auf sie verlassen. Es gab keine Situation mit ihr, in der ich Angst hatte. Wir geben uns gegenseitig Sicherheit und in den letzten beiden Jahren hat sie mir gezeigt, dass sie auch für mich kämpft. In den Prüfungen gibt sie alles – verleiht allem aber stets eine gewisse „sumpfige“ Note ( Sie wird liebevoll von uns „Sumpf“ genannt). Gleichzeitig ist sie aber ein zuverlässiges Spaßpony, das entspannt am langen Zügel durchs Gelände galoppiert und sämtliche Trailaufgaben mit mir meistert. Kurzum: Sie ist perfekt. Das perfekte Pferd. Das hat sie mir mehr als einmal bewiesen. All diese Eigenschaften machen die Rasse Paso Fino zu etwas ganz Besonderen für mich. Das Temperament, die Menschenbezogenheit, das tolle Erscheinungsbild und der einwandfreie Charakter. Er ist genau das, was ich mir immer von einem Pferd gewünscht habe!

Elche
Tölt-Elche unter sich – Foto: privat

Inzwischen sind mehr als drei Jahre seit meiner ersten Begegnung mit den Paso Finos vergangen. Und neben all den tollen Erfahrungen, die ich in dieser Zeit gemeinsam mit dieser Rasse erleben durfte, entwickelte ich mich auch in der Fotografie weiter. Inzwischen spezialisiert auf Pferde- und Tierfotografie, habe ich mein eigenes kleines Gewerbe gegründet. Ich habe so viele liebe Menschen und Pferde dadurch kennengelernt – und natürlich auch einige Paso Finos mit ihren Besitzern. Ich fühle mich, als wäre ich angekommen – angekommen in der Welt der Paso Finos und in meinem ganz eigenen Bereich der Fotografie. Ich freue mich schon auf alle Erfahrungen und Erlebnisse, die diese beiden Welten für mich in Zukunft noch bereithalten.

ball
Trailsumpf – Foto: privat

 

Anmerkung:

Yvi und Diosa sind in der Zwischenzeit echt zu seinem super Team herangewachsen (und auch meine anderen Ponys reitet Yvi ziemlich gut), das freut mich immer wieder. Ein Pferd wie Diosa braucht schließlich ständig Bestätigung und bestmögliche Betreuung. Und die bekommt sie! Diosa hat Yvi inzwischen auch schon einiges zurück gegeben: einige Turniersiege, tolle Messeauftritte, Vertrauen, Ablenkung vom Alltag, viele lustigen Erinnerungen, den Titel „Deutscher Meister im Trail 2015“ und „High Point Horse Allround 2015“. Klingt angeberisch? Ja, aber das ist mir egal, weil ich gerne mit den beiden angebe!

Auf die nächsten lustigen Jahre Yvi!

Häs de doför Tön?!

(Kölsch: Ausdruck des Erstaunens)

02. bis 03.07.2011

Dieses Wochenende reisten fünf Paso Finos  in das Rheinland. Genauer gesagt in die Eifel. Auf der malerischen Wasserburg Satzvey bei Mechernich (Euskirchen) fand eine Outdoor-Messe für Hunde-, Jagd-, Reit-, Angel- und Offroad-Sport statt. Die 2. German Game & Country Fair. Diese Burg ist wirklich malerisch und man könnte dort auf jeden Fall einen Rosamunde Pilcher-Film drehen. Dort finden auch Mittelaltermärkte und Theatervorführungen statt.

Burg Satzvey, Foto: S. Hofstetter
Burg Satzvey, Foto: S. Hofstetter

Unser Team bestand aus Doris (Policarpa) und Reini Sperber, Sandra Hofstetter (La Safarina), Stanley Paul (Ovacion), Bianca Schneider (Kapoho) und mir (Diosa). Nachdem im Sperber‘schen Auflieger ein Platz zu wenig frei war, haben wir kurzerhand beschlossen die beiden Schecken zusammen im Scheckenmobil zu fahren. Seit dem sind die beiden fast unzertrennlich. Kapoho ist echt ein Schatz von einem Hengst. Er hat seine neue Frau Diosa sofort umgluckt und das ganze Wochenende zaghaft umworben. Sie war natürlich äußerst zufrieden damit voll im Mittelpunkt zu stehen. War ja klar. Die Sumpfi ist da schon anspruchsvoll.

Kompliment an Reini, der den Auflieger sicher durch diverse Engstellen manövriert hat. Die Zufahrt zu den Stallzelten war schon mit normalem Hänger fast abenteuerlich, aber mit dem Monster-Truck eine echte Herausforderung. Dafür waren die Pferde komfortabel untergebracht. In riesigen Stallzeltboxen mit Fenstern nach draußen. Wir hatten auch unseren Spaß im Hotel. Die Wirtin hat einen etwas wortkargen Humor.

Die Messe war in mehrere Bereiche aufgeteilt. Es gab einen großen Bereich für die Hundefreunde mit Vorführungen von Rettungshunden über Agility und den Vita Assistenzhunden bis hin zur Krönung des „schönsten Hundes des Tages!“. Einen Jagdbereich mit Jagdhundevorführung, Schweissarbeit, Jagdhornbläsern, Bogenschießen Greifvogelschau, Arbeit mit Frettchen, Field-Target-Schießen. Unser besonderer Favorit war ein gebrochen deutsch sprechender Engländer, der Spaniels vorgestellt hat. Ihm zuzuhören war ein wahrer Spaß. Stellt ihn euch irgendwie vor wie Hape Kerkelings Version der Königin Beatrix, nur ohne Krönchen.

Man konnte außerdem im hauseigenen Burggraben selber die Angel schwingen. Einen Landrover im Off-Road-Parcours fahren, was ich leider verpasst habe. Aber falls Landrover mich spontan sponsern möchte: den Discovery würde ich sofort nehmen. An Pferden waren natürlich die Friesen und spanische Pferde dabei. Mit den Friesen und unseren beiden Schecken waren wir nach den Vorführungen regelmäßig in der burgeigenen Bachfurt plantschen. Sehr feuchtfröhlich das Ganze.

Es gab Camargue-Pferde, Reiten im Damensattel, Tinker, Shettys, Paso Peruanos, Westernpferde und und und. Am beeindruckendsten fand ich die Shire-Horses. Bianca und ich haben zu zweit auf einem 1,95 m hohen Shire probegesessen. Wir mussten von Kapohos Rücken aus hochklettern, weil wir sonst nicht hoch gekommen wären. Unsere Ponys sehen im Vergleich zu so einem Giganten wirklich winzig und zerbrechlich aus.

Burg Satzvey, Foto: S. Hofstetter
Burg Satzvey, Foto: S. Hofstetter

Zweimal am Tag hatten wir eine Vorführung und jeden Auftritt wurden wir besser! Reini sorgte dafür, dass der Fino-Strip rechtzeitig aufgebaut wurde und dann zeigten wir, dass Paso Finos sogar im tiefen Sandboden locker-flockig tölten können. Wir hatten für jeden Geschmack etwas dabei: die Country-Power-Schecken, die sogar gefüllte Kölsch-Tabletts von Fino zu Fino übergeben können. Policarpa und La Safarina als temperamentvolle Performancepferde und Ovacion als Classic Fino. Stan demonstrierte wieder einmal, dass Finos auch nur mit den Zähnen zu reiten sind.

Insgesamt boten wir einen interessanten Eindruck und bekamen durchweg positive Resonanz. Am Sonntag hatten wir ziemlich viele Nachfragen an unserem Stand. Der Paso Fino ist in der Eifel fast völlig unbekannt. Kaisy und ihre Tochter Romy hätten wir am Sonntag auch noch gut gebrauchen können. Die beiden waren so nett und haben uns am Samstag unterstützt.

Insgesamt war es ein spaßiges Wochenende und wir sind uns ziemlich sicher den ein oder  anderen mit unserer Begeisterung für den Paso Fino angesteckt zu haben. Spontan haben wir auch am Sonntag noch für die ganz Interessierten ein Probereiten auf Kapoho und Diosa veranstaltet. Und wir wissen ja alle: Wer einmal getöltet ist, kommt davon nicht mehr los!

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