Del Cavador

Von Drachen und Zwergen?

12. bis 14. August 2016:

Auf dieses Event habe ich mich lange gefreut. Erst einmal, weil es einfach schön ist nach Aegidienberg zu fahren. Zum Zweiten markiert der August für mich persönlich einfach eine positive Wende für dieses Jahr. Es geht jetzt wieder aufwärts. Das habe ich so beschlossen und bisher funktioniert es echt gut. Zur 22. Internationalen Deutschen Meisterschaft im Gangreiten (IDMG) musste natürlich Jacinto „Zwerg“ wieder mit und als Premiere durfte La Respuesta „Resi“ aka das Drachenpony mitfahren. Eigentlich war der Sinn daran Frau Resi etwas zu stressen, um eine gewisse Abspeckung ihrer Figur vorzunehmen und natürlich um eine Begleitung für den Zwerg dabei zu haben. Das Schecktier durfte aufgrund von eventueller Schwangerschaft zu Hause bleiben. Obwohl der schwere Trail wäre echt ideal gewesen für das Schecktier! Genau ihr Ding. Aber fangen wir erst mal von vorne an.

Donnerstag war Anreisetag für uns. Wir hatten wieder unsere tollen Boxen vom letzten Mal – weg vom Schuss, aber toll zum Erholen für die Ponys. Leider hat es das Regnen begonnen, als wir am Nachmittag übers Gelände geschlendert sind und die ersten Leute getroffen haben. In Aegidienberg muss man wettertechnisch immer mit allem rechnen, aber mindestens mit einem Tag Regen. Darum hatten wir auch die dicken wasserdichten Wintermäntel dabei, die echt dringend nötig waren. Um dem Regen eine Chance zu geben wieder aufzuhören sind wir erst mal ins Hotel gefahren, waren kurz Einkaufen und noch einen überteuerten Kaffee am Starbucks an der Autobahn-Raststätte Farnbach trinken. Der neue Ford fährt sich einfach sensationell und hatte noch nicht so viel Gelegenheit ohne Hänger auf der Autobahn. Ich bin begeistert von dem Auto.

Anschließend war es aber immer noch nass von oben. Trotzdem in den Sattel, den Ponys die neuen Gegebenheiten zeigen. Es waren sogar ein paar Schritte Tölt mit dem Drachenpony auf der Bahn möglich. Jacinto ist insgesamt nicht in Hochform, aber nachdem ich seit dem letzten Turnier doch mehr zum Reiten gekommen bin, war ich zumindest mit der Gymnastik zufrieden. Ziel dieses Turniers war nicht irgendetwas zu gewinnen, sondern einfach nur mit Ponys Spaß haben, ein paar Dinge auszuprobieren und die Paso Finos auf der IDMG zu vertreten. Wir waren nämlich dieses Jahr leider die Einzigen. Parallel war nämlich das große Turnier auf der Swiss Paso Fino Farm bei Familie Greb, welches natürlich als Fino-Magnet fast alles angezogen hat. Für mich hat aber die IDMG eine größere Tradition mit vielen schönen Erinnerungen, deshalb habe ich mich für dieses Turnier entschieden. Wobei ich in der Schweiz auch sehr schöne Erlebnisse hatte und sehr gerne dort bin.

Kurz und gut: nach dem Reiten und Bahn zeigen waren wir durchgefroren und darum haben wir den Rest des Abends im hoteleigenen Restaurant und im Zimmer verbracht. Wir haben uns dieses Jahr im Hotel am Markt einquartiert, nachdem auch unsere Traber-Julia dieses Jahr nicht mit dabei war. Eigentlich wollte ich mit Frau Resi unbedingt noch am Langen Zügel auf den Fino-Strip in der Ovalbahn, aber irgendwie hat das nasse Board und die Nässe mich davon abgehalten hinter dem Pony herzulaufen. Also Risiko für meine „Kür“.

Jacinto in Aegidienberg
Jacinto in Aegidienberg – man beachte im Trab! – Foto: Yvi Tschischka

Am Freitag starteten alle Rittigkeiten, Dressuren, Trails und Horsemanship-Prüfungen. Abends gab es die ersten Ovalbahnprüfungen. Der Wettergott meinte es echt gut mit der IDMG und die Sonne brachte mich die nächsten drei Tage auf jeden Fall ordentlich zum Schwitzen. Mit Jacinto bin ich die Mittlere Rittigkeit gestartet und er hat sich richtig gut geschlagen. Sie war meines Empfindens nach noch besser wie die vom letzten Jahr. Also richtig gut. Einzige Verbesserung: Tölt. Da hat es geholpert, aber das ist momentan unser Grundproblem. Von daher war ich richtig zufrieden.

Um 14 Uhr haben wir unsere Ponys für ein Seminar der Paso Peruanos mit Mimi Busk-Downey (PP-Züchterin und Richterin aus Kanada) zur Verfügung gestellt. Das Drachenpony diente als Anschauungsmaterial für die Arbeit am kolumbianischen Bosal und Flexen. Mimi arbeitet nämlich selber sehr viel damit. Es war interessant, dass Dinge, die für uns Fino-Reiter eigentlich normal sind, auch von anderen Trainern gerne eingesetzt werden. Auf jeden Fall fand ich es sehr schön, dass im Rahmen der IDMG eine Paso Peruano-Meisterschaft stattfand und die Möglichkeit für ausführliche Seminare und Frage-Runden gegeben war. Und die Richterin fand ich ziemlich nett und vor allem wohltuend bodenständig.

Am Nachmittag war dann der erste Auftritt vom Drachenpony im leichten Trail geritten. Ich habe ja mit allem gerechnet, aber nicht, dass sie das so schön mitmacht. Sie sah zwar wohl so aus wie kurz vor der Explosion, hat aber super aufgepasst. Sie hat sich sogar einen Klappersack anreichen lassen ohne zu explodieren! Einzig auf den grell-gepunkteten Teppich ist sie nicht drauf gegangen. Aber mal ganz ehrlich: DAS kann ich verstehen. Dieses Ding hätte ich auch nicht betreten 🙂 Sie war toll! Letztendlich hat ihr das einen vierten Platz (von neun Startern) eingebracht mit einer Durchschnitts-Wertnote von 7. Yvi hat gefilmt und ich zeige Euch noch das Video. Wer Resi in Action kennt wird erstaunt sein. Wer noch nie einen „durchgeknallten“ Fino im Aufregungsmodus gesehen hat mag vielleicht abgeschreckt sein, aber ich fand es war eine echt gelungene Leistung.

Jacinto Lieblingsplatz
Jacintos Lieblingsplatz – ausnahmsweise im wachen Zustand – Foto: Yvi Tschischka

Jacinto hat beim Warten unter seinem Lieblingsbaum auch zwei Mädels für seinen Fanclub gefunden. Die beiden Mädels sind auch geritten und immer wenn der Zwerg irgendwo aufgetaucht ist hat man ein helles „Der Zwerg!!!!“ gehört und schon hatte er zwei Mädels an der Backe. Total süß! Am Abend startete Yvi mit Jacinto noch in der Freizeitreitertölt. Auch eine Premiere, Jacinto im Turnier mit einer anderen Reiterin. Ich finde Yvi und Jacinto haben sich toll geschlagen und ein sehr schönes Bild abgegeben.

Samstag:
Ein erneuter sonniger Tag am Gestüt von Familie Feldmann – meine erste Prüfung startete um acht Uhr morgens. Nach einer echt schlechten Nacht (ich schlafe einfach schlecht in fremden Betten) war es echt Balsam für die Seele früh morgens in der Sonne auf dem Pony an der Ovalbahn zu stehen und den ersten Gruppen zuzusehen. Ich hatte spontan die Mehrgang für Freizeitreiter nachgenannt, nachdem die Fino-Prüfungen nicht zustande gekommen sind. Die Idee war einfach mal unter Turnierbedingungen zu checken, ob ich Jacinto in einer Prüfung traben kann. Natürlich kommt man da nicht gegen den schwungvollen Trab von anderen Gangpferderassen an, aber ich wollte einfach mal für mich testen, ob Jacinto trabt. Und ja er tut es. Allerdings nicht sicher und ausdauernd, aber ich kann es auf der langen Seite zumindest abrufen und halten. Von daher ist das noch ausbaufähig. Vor allem, weil er lange überhaupt keinen Trab unterm Sattel gezeigt hat.

Nachdem die Ponys dann versorgt waren ging es erst einmal zurück ins Hotel zum Frühstücken und dann gemütlich dem Turniertreiben zusehen. Inzwischen sind auch Nadine und Johannes vom Zykloopenhof als Zuschauer in Aegidienberg eingetrudelt, um sich auch mal eine Auszeit zu gönnen. Johannes hat sich bestimmt einige Anregungen für den Neuaufbau zu Hause mitgenommen. Nadine hat dann auf den Zwerg aufgepasst (der übrigens sehr gerne am Hang an der Ovalbahn im Schatten steht und herumdöst), damit Yvi Fotos vom Drachenpony in der Präsentation am langen Zügel machen konnte. Das war für mich wirklich eine gelungene Prüfung, vor der sogar ich etwas nervös war.

Mission completed!
Mission completed! – Drachenpony in Action – Foto: Yvi Tschischka

Ich habe ja mit allem gerechnet, aber nicht damit, dass Resi das so souverän durchzieht. Meine Musik „Mission Impossible“ war übrigens in einer Art Vorahnung ausgesucht. Aber die Mission war total completed! Resi war von Anfang an aufmerksam, hat auf die leichtesten Hilfen reagiert, ist schön getöltet und ist ohne zu zögern über das Sounding Board marschiert, als ob sie noch nie was anderes gemacht hätte (aufgemerkt: ungeübt!). Einzig an der Acht gab es einen kurzen Ruckler. Danach konnte sie sich nicht mehr beherrschen und hat gedreht, aber das hat perfekt gepasst, ich habe es einfach eingebaut und gegrüßt. Das Pony ist anscheinend ein Adrenalin-Junkie. Wenn es jetzt noch unter dem Sattel laufen würde, könnte es ganz viel Adrenalin haben, aber irgendwie ist es mir noch nicht gelungen, das in ihren Kopf zu kriegen. Jedenfalls wirklich toll. Schade, dass die beiden anderen Teilnehmer ihre Pferde zurückziehen mussten, so dass wir diese Prüfung nur zu zweit bestritten haben. Damit ist das Pony formell also Vize-Deutscher Meister in der Präsentation am langen Zügel. Klingt natürlich besser, als zweiter von zwei 🙂

Resi
Respuesta am Board – ich bin mal auf das Bild von vorne von Dagmar Heller gespannt 🙂 – Foto: Yvi Tschischka

Ich bin wirklich froh darüber mich mal in diese Klasse getraut zu haben. Es ist eine sehr schöne Prüfung, man weiß nur nicht wirklich, was genau den Ansprüchen genügt. Es wäre einfacher ein paar Pflichtteile einzubauen und das Augenmerk mehr auf für alle Pferde nachvollziehbaren Basis-Aufgaben zu legen. Dann würden sich vielleicht auch wieder mehr Starter in diese Prüfung trauen. Da sind sich einige bestimmt unsicher, was man zeigen darf/kann/soll. Ähnlich wie in der schweren Rittigkeit. Wobei die eigentlich gut besucht war und die übrigens ganz sensationell von Christiane Kress und Lowland’s Blue Rythm gewonnen wurde. Eine wunderbare Vorführung, in der ich fast Pippi in den Augen hatte, weil es so schön war.

Am späten Nachmittag startete ich dann mein erstes Zwischenfinale und zwar in der Pleasure Gangprüfung. Der Sinn von Zwischenfinalen erschließt sich mir persönlich nicht so wirklich, grad wenn sowieso nur 8 Starter in der Prüfung genannt sind, aber es war mal eine neue Gegebenheit, sein Pony alleine auf der Ovalbahn zu zeigen. Wobei ich mir vorstellen kann, dass das für die Zuschauer unendlich langweilig sein muss, immer nur ein Pferd auf der Bahn zu sehen. Mehr Aktion gibt es natürlich in Gruppen-Prüfungen. Für die Richter ist es natürlich einfacher ein Pferd einzeln unter die Lupe zu nehmen. Da sieht man mehr. Jedenfalls war ich ganz zufrieden mit Jacintos Leistung, wobei ich sagen muss, Tölt ist momentan eher nicht seine Stärke. Da braucht es ganz dringend wieder mehr Training. Er läuft dieses Jahr eher im Holper-Modus, statt schönem lockeren Tölt. Aber wenn es einen Preis für die meisten Gangwechsel innerhalb von zehn Metern geben würde, den würden wir locker gewinnen. Sogar mit Gängen, die es gar nicht gibt.

Galopp
Jacinto im Galopp, den er gerne sehr mutwillig interpretiert …. *hust* – Foto: Yvi Tschischka

Am Abend gab es dann nach den Siegerehrungen für die Prüfungen vom Freitag einen Südamerikanischen Abend mit einer 3-Mann-Band und landestypischen Gerichten organisiert vom Paso Peruano Europa e.V.. Es gab Enchiladas, Papas á la Huancaina, Maissuppe und Mojito-Bowle. Alles sehr lecker und eine echt schöne Idee!

Sonntag:
Der Sonntag startete dann wieder sehr sonnig und für uns komplett Stressfrei. Gemütlich Frühstücken, Auschecken und nachdem die Ponys versorgt waren wieder genügend Zeit, um bei den Prüfungen zuzusehen. Und um sich im fantastisch-gemütlichen Hofcafé des Gestüts einen Milchkaffee zu gönnen. Da gab es übrigens auch lecker Frühstück in stilvollem Ambiente. Das Café ist echt einen Besuch wert. Wer von Euch mal in Aegidienberg ist muss unbedingt eine von den Torten probieren! Ihr werdet begeistert sein. Apropos Catering: Das war dieses Jahr auch wieder topp. Auch für Vegetarier eine tolle Auswahl – ich sag nur sensationelle Tomatensuppe, Salate, Gemüse-Sticks mit Soße zum Dippen und Joghurt mit Früchten neben den obligatorischen Pommes. Man kann also getrost von Ovalbahn zu Cateringzelt pendeln ohne dass einem Langweilig wird.

Auch gab es wieder einige Shops zu bewundern. Yvi konnte ihren Gutschein von der Equitana Open Air bei Gangsalat einlösen, ich habe mir tolle Alpaka-Socken gegönnt. Ich hab ja einen Faible für gute Wolle. Insgesamt war es wieder ein richtig schönes Turnier bei der Familie Feldmann – super Organisation und reibungsloser Ablauf, auch wenn der Zeitplan manchmal hinterher gehinkt ist, aber so hat man mehr Zeit zum zugucken.

IMG_0180
Der Zwerg und sein Doppelgänger! – Foto: Yvi mit Handy

Am Nachmittag habe ich noch mal das gelbe Pony rausgeschleift, damit er noch beim A-Finale der Pleasure-Gangprüfung mitlaufen konnte, oder eher musste. Eigentlich hätte ich mir das sparen können, Jacinto war müde und hat nicht wirklich eine gute Leistung gezeigt, aber irgendwer muss ja auch die hinteren Plätze füllen, was wir ja dieses Jahr dank suboptimalem Tölt und wunderbar gezeigtem Kreuzgalopp konsequent durchgezogen haben. Aber mal ganz ehrlich, wer von Euch hat schon mal drei komplette Null-Noten erritten? Muss man auch erst mal schaffen. Aber egal, ich bin sehr zufrieden mit meinen beiden Ponys. Sie haben sich in ihrem derzeitigen Rahmen echt richtig gut ins Zeug gelegt und alles souverän über sich ergehen lassen. Vor allem auf das Drachenpony bin ich sehr stolz. Meine Befürchtung war ja ein Pony, was komplett durch den Wind ist, sich durch die Bahn hüpft und sämtliche Trail-Hindernisse mittels Feueratem pulverisiert. Aber sie hat komplett das Gegenteil gezeigt. Wahrscheinlich hat sie an dem Turnier sogar noch zugenommen. Aber beide waren dann doch relativ k.o. im Hänger gestanden und nach vier Stunden Autobahn waren wir dann auch wieder zu Hause, wo sich nach einer Dusche erst mal ausgiebig in den Sand geschmissen wurde.

Vielen Dank an die IGV für die Organisation dieses schönen Turnieres und an die Familie Feldmann, dass sie ihre schöne Anlage wieder zur Verfügung gestellt haben. Nächstes Jahr findet die IDMG dann vom 24. bis 27. August in Birrekoven statt. Ein Gestüt, dass wir noch nicht kennen, uns aber schon darauf freuen da auch endlich einmal hin zu kommen.

 

Statistik-Ergebnisse (für alle, die es interessiert – aber in erster Linie für mich, damit ich es nachlesen kann. Ihr wisst schon … schleichende Demenz):
Mittlere Rittigkeit – Jacinto und ich – 3. Platz (8 Starter)
Freizeitreitertölt – Jacinto und Yvi 16. Platz (20 Startern)
Mehrgang Freizeitreiter – Jacinto und ich – 17. Platz (18 Starter)
Pleasure Prüfung – Jacinto und ich – 5. Platz (6 Starter)
Trail leicht – Resi und ich – 4. Platz (9 Starter)
Präsentation am Langen Zügel – Resi und ich – 2. Platz (2 Starter)

 

Also wie gesagt, ich hoffe noch auf ein paar schöne Bilder von http://www.dagmar-heller-foto.de – die ich immer Abends noch im Hotel getroffen habe und die mit Fotos machen den ganzen Tag einen echten harten Knochenjob erledigt hat. Grandioses Durchhaltevermögen!

Und das Video vom Trail versuche ich auch noch in ordentlicher Qualität hochzuladen. Mal sehen. Falls wer die Präsentation am Langzügel von uns zufällig gefilmt hat, würde ich mich echt freuen, wenn mir das jemand zuschicken würde!

Wie war es in der Documenta-Stadt?

01.09. bis 04.09.2011:

Die 17. Internationale Deutsche Meisterschaft der Gangpferde, kurz IDMG genannt, fand dieses Jahr auf dem Gut Ellenbach der Familie Scheller in Niestetal bei Kassel statt. Eine perfekte Anlage für dieses feine Turnier. Zentral gelegen und mit einem hochmotivierten Team an Helfern und einer perfekten Organisation. Man hatte nicht den Eindruck, dass es die erste Veranstaltung dieser Größe auf dem Gut ist. Wirklich ein dickes Kompliment an alle Organisatoren und alle Helfer. Wir waren alle sehr angetan von dem tollen Ambiente und von einer einmalig schönen Stimmung während des gesamten Turniers.

Dazu haben natürlich auch die Paso Finos beigetragen. Im Vergleich zum letzen Jahr haben wir richtig aufgerüstet und waren mit stattlichen 17 Pferden vertreten. Die längste Anreise hatten Katharina und Wolfgang Henökl aus Österreich mit dem schnuckeligen Perfecto (er hat übrigens auch die Futurity 2010 gewonnen) und La Divina, der schwarzen Perle. Einige Nachwuchspferde hatten ihren ersten Turnierauftakt. Nadine hatte ihren Fénix dabei. Gefreut habe ich mich auch für Nadine Rohr, die ihren „Cuy“ erstmalig dabei hatte und einen gelungenen Turnierstart hinlegen konnte. Schön war außerdem Selecta einmal wieder zu sehen. Sie wohnt ja mit ihrer Menschenfamilie auf Gut Ellenbach.

Positiv ist aufgefallen, dass wir Fino-Leute als eine gemeinsame Gruppe auftreten. Wir haben viel Spaß und freuen uns füreinander und halten zusammen. Dieses Kompliment finde ich besonders schön.

Diosa hat natürlich wieder die Box neben ihrem Lieblingsmann Kapoho bezogen und hat sich natürlich wieder wie eine Königin hofieren lassen. Stan, Doris, Reini, Nadine und ich sind schon am Tag vorher angereist. Doris hatte einen Teil ihres Shops dabei und man konnte direkt an der Töltbahn auch noch schöne Sachen bei Nadine shoppen gehen. Die ultimative Verführung. Die Prüfungen begannen am Donnerstag Nachmittag mit der Freizeitreitertölt-Vorentscheidung und endete mit der Ausdauertölt. Am Abend gab es einen Sektempfang mit italienischem Imbiss.

Am Freitag fanden dann die erste Rasseprüfung für Paso Finos statt. Die Dreigangprüfung. „Cuys“ erste Fino-Prüfung und gleich gewonnen! Klasse gemacht Stan! Am Nachmittag war die Country Pleasure Amateur. Diosa ist diesmal beim Auf- und Absteigen dank üben zu Hause ruhig gestanden und konnte diese Prüfung damit für sich entscheiden. Mit meinem bereits bekannten Leihpony Policarpa durfte ich die Pleasure Amateur Adult starten. Am Einlass haben wir noch Scherze über die Preise gemacht. Es gab nämlich ein paar Jodpur-Stiefeletten für den ersten Platz. Größe 39. Wer meine aktuellen Turnierschuhe schon mal von Nahem gesehen hat und über die Snoopy-Socken hinweg schaut, weiß was ich dringend brauchen kann. Gesagt – Gewonnen – ein paar neue Turnierschuhe. Danke Poli, danke Doris fürs Reiten lassen.

Übrigens Preise gab es ganz schön viele in Kassel. In jeder Prüfung schöne Sachpreise. Diosa hat sich damit sogar ein Eigentor geschossen. In einer Prüfung hat sie eine Feldmann-Balance-Gerte gewonnen – das alte Faultier. Jacinto lief dann in der Einfachen Töltprüfung mit und konnte sich für das B-Finale qualifizieren. Simbolita und Stan hatten in dieser Prüfung übrigens die höchste Punktzahl!

Am frühen Freitag Abend konnte man sich bei Lagerfeuer und afrikanischem Abend mit scharfem Couscous stärken. Als es dann dunkel wurde begannen die Flutlichtprüfungen. Eine richtig geniale Sache – sehr gute Stimmung auf den Tribünen, laute Musik und fetzige Tölter auf der Bahn. Verschwommene Pferdehufe in der Dunkelheit, die im Stakkato vorbei donnern. Genial. Tolles Gefühl und unheimlich schön zu beobachten.  Da will man am liebsten Mitreiten. Und natürlich macht es Sinn die spektakulärsten Prüfungen anzusetzen. Der Abend endete mit der Paso Fino Performance und der Sporttölt Großpferde. Diese Prüfung ist ja sowieso Rausch der Geschwindigkeit. Erwähnen sollte ich auch noch das Showprogramm im Dunkeln: zwei Pferde, die ihre Siluetten mit LEDs beleuchtet hatten über die komplett dunkle Bahn gedonnert sind. Das sieht schon sehr gut aus.

Am Samstag bei strahlendem Sommerwetter waren dann die Dressur- und Trailprüfungen angesagt. Interessant sind übrigens für uns Fino-Reiter auch die Prüfungen des Pasopferde Verbandes. Am Mittag gab es den obligatorischen Aufmarsch aller Teilnehmer mit den Siegerehrungen von Rittigkeit und Trail und einer kleinen Paso-Fino-Show-Einlage. Wir hatten unseren Fino-Strip wieder über Kreuz liegen und haben spontan eine kleine Shownummer einstudiert. Vier Finos in Barrida auf der Bahn, Nadine und Fénix mit der kolumbianischen Flagge in der Mitte und vier Paso Finos im Tanz um und auf dem Fino Strip. Sehr schön anzusehen.

Am Abend gab es dann noch die wiederbelebte Paso Fino Western Pleasure mit sensationellen zwei Startern. Christine Farkas und Mina in türkis-glitzernd und Diosa und ich in gold-glitzernd. Diese Prüfung sollte wirklich mit einer gehörigen Portion Glitter geritten werden, dann macht sie richtig Spaß. Da geht es nicht um Punkte, sondern rein um die Gaudi. Wahrscheinlich sind wir auch die einzigen Starter gewesen, die um ein Workout gebettelt haben. Hoffentlich gibt es nächstes Jahr dann noch mehr Starter in bunten Outfits. Aufgefallen sind wir auf jeden Fall – und Tines Schuhe waren der Knaller schlechthin!

An der abendlichen Reiterparty mit Buffet haben Nadine und ich nicht teilgenommen. Wir sind nicht so die Buffet-Gänger. Wir hatten mit anderen Buffett-Flüchtlingen einen netten Abend beim Italiener mit scharfen Spagetti Arabiata. Übrigens kann ich die Frucht-Tiramisu dort empfehlen.

Der Sonntag klang dann eher gemütlich aus. Die erste Prüfung war die Performance Amateur, gefolgt von dem A-Finale der Einfachen offenen Töltprüfung (Sieger Marlies Feldmann mit Palomo). Leider hat Stan diese Prüfung nicht gewonnen, aber er kam immerhin auf den 4. Platz. Mittags gab es noch ein Showprogramm mit Nadine und Hugo Ferreira. Angesehen habe ich mir auch die Rittigkeit schwer. Eine sehr interessante Prüfung und sie zeigt, dass sich Gangpferde auch im Dressurviereck sehen lassen können. Am Nachmittag fand dann die Ehrung der Gesamtsieger statt. Gangpferd des Jahres 2011 ist Somero mit einer glücklichen Marie Wendel geworden. Gesamtsieger bei den Paso Finos wurde Mina de Oro mit Christine Farkas.

Herzlichen Glückwunsch!

Eigene Erfolge:

1. Platz Pleasure Amateur mit Policarpa von Doris Sperber

Policarpa hat mit Doris selbst auch die offene Pleasure gewonnen – mehr Pleasure geht also nicht 🙂

1. Platz Performance Amateur mit Simbolita von Doris Sperber

1. Platz Country Pleasure Amateur mit Diosa

2. Platz Dressur B mit Diosa

2. Platz Trail Mittel (IGV) mit Diosa

Diosa geht jetzt verdienter Weise für 2012 in den Mutterschaftsurlaub.

Fénix hat sich in seinem ersten Turnier auch ganz tapfer geschlagen. Er konnte sich im Trail leicht (IGV) einen zweiten Platz sichern.

Jacinto wurde nicht platziert, hat sich aber nach dem Komplettausfall in der Ausdauertölt kontinuierlich gesteigert. Sprich von total verspanntem Herumgehopse bis zu „Naja, geht doch ganz gut“, gibt sogar ein Schleifchen im B-Finale der Einfachen offenen Töltprüfung.

Fazit: Wieder eine wunderschöne IDMG. Jedes Jahr wieder schön und vor allem lustig. Es war wie immer schön die ganze Fino-Familie zu treffen und neue Leute kennen zu lernen. Ein spezielles Dankeschön auch an Carolin Jost-Kilbert.

Fotos werden folgen. Schöne Bilder von Kassel könnt Ihr in der Zwischenzeit bei www.isifotonet.de angucken.

%d Bloggern gefällt das: